Margaret Kurylo Sokrates (470-399 v. Chr.) Soktrates

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Margaret Kurylo
Sokrates
(470-399 v. Chr.)
Soktrates wurde in Athen als Sohn des Bildhauers Sophroniskos und der Hebamme
Phainarete geboren. Kurze Zeit übte er auch das
Gewerbe seines Vaters aus. Er heiratete Xanthippe, die immer einseitig als zänkisches Weib
hingestellt wird. In der Vorstadt Alopeke
bewohnte Sokrates ein eigenes Haus mit seiner Frau und seinen drei Kindern.
Obwohl er keine theoretische Ausbildung hatte, versuchte er immer, Wissen zu erwerben, wo
sich die Gelegenheit bot. Die stärksten
Anregungen erhielt er von den Sophisten.
Er sah, dass ihre frivole Art jede ernste Wissenschaft zerstört und jede echte Sittlichkeit zum
Gespött wird.
Angetrieben von seiner pädagogischen Leidenschaft, gab er seine Familie und das Gewerbe
auf, um sich ganz der Belehrung seiner
Mitbürger zu widmen.
Sokrates beeindruckte vor allem die Blüte der athenischen Jugend, die er in den Gymnasien
bei den sportlichen Übungen zu treffen pflegte.
Sie erkannte sehr bald, dass Sokrates der Meister der Dialektik und ein Mann von einmaliger
Geistesschärfe ist. Sie bewunderte ihn auch für
seinen sittlichen Ernst, der ihn im Gegensatz zu den leichtfertigen Sophisten durchdrang. Er
lehrte die reichen Jünglinge, mit wie wenig
ein Mensch innerlich glücklich sein kann. Er pflegte auf dem reichen Markt von Athen
auszurufen: "Wie vieles gibt es doch, das ich nicht
brauche!" Er wurde um seinen Humor, der ihn auch nicht in den heikelsten Lebenslagen
verließ, beneidet. Die Jugend liebte seinen
männlichen Mut, den er in den drei peloponnesischen Kriegen beweisen konnte. In einer
Schlacht rettete er durch seinen persönlichen Mut
Alkibiades das Leben.
Äußerlich war Sokrates häßlich. Er hatte einen dicken Bauch und eine Stülpnase, aber
innerlich war er ein Charakter von besonderen
Ausgeglichenheit. Das Orakel von Delphi bezeichnete ihn sogar als den "Weisesten aller
Griechen".
423 v. Chr. stellte Aristophanes in seiner Komödie "Die Wolken" Sokrates als Erzsophisten
und Aufklärer hin, der die Wahrheit verdreht,
sich über Götter lustig macht und die Jugend ermuntert zum Ungehorsam gegen die Eltern.
Sokrates selbst sah die Komödie und war über
die Darstellung erheitert, aber das Volk hatte sich gegen ihn gewendet.
Seine drei persönlichen Feinde brachten eine Anklage gegen ihn vor. Sie klagten ihn an, die
Jugend zu verderben, nicht dem Brauche
gemäß die Götter zu verehren und neue göttliche Wesen einzuführen. Er versuchte nicht die
Richter, wie gewöhnlich, anzuflehen, sie auf
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sein Alter hinzuweisen oder seine Verdienste um das Vaterland hervorzuheben. Seine
Unerschrockenheit wurde ihm als Anmaßung
ausgelegt. Sokrates wurde zunächst vom Gerichtshof für schuldig befunden. In seinem
Gegenantrag beantragte er, dass man ihn auf
Grund seiner Verdienste auf Staatskosten lebenslänglich speisen sollte. Er wurde wiederholt
zum Tode verurteilt.
Seine Hinrichtung wurde um 30 Tage verschoben, in welchen er oftmals von seinen Freunden
aufgefordert wurde zu fliehen. Er wollte
jedoch den Gesetzen des Staates folgen. Am Tage seiner Hinrichtung unterhielt er sich noch
mit seinen Freunden über die Unsterblichkeit,
bevor er zur festgesetzten Zeit den Schierlingsbecher (conium maculatum, ein
blutzersetzendes Gift) trank.
Nach dessen Hinrichtung mieden die Bürger jeglichen Verkehr mit den drei Anklägern, die
sich dann erhängt haben.
Wissenschaft
Begriff und Definition:
Die Vorstellungen sind verschieden, deshalb ergeben sich über sie ganz verschiedene
Aussagen. Hinter allen Vorstellungen, die sich
äußerlich unterscheiden, steht ein Kern. Dieser Kern ist der Begriff.
Sokratische Methode:
Es gibt keine fertigen Begriffe sie müssen erst erarbeitet werden. Er verabscheut Menschen,
die glauben fertiges Wissen zu besitzen und es
anderen lehren zu können. "Ich weiß, dass ich nichts weiß." Sokrates versucht nicht zu lehren,
sondern die Menschen zum "Wissen des
Nichtwissens" hinzuführen (sokratische Ironie).
Um aus den Meinungen Begriffe herausfinden zu können, muss man alle Meinungen und
Standpunkte kennenlernen und miteinander
vergleichen. Zwar wissen die Menschen alle schon, aber es gilt, die Begriffe ans Tageslicht zu
bringen. Sokrates vergleicht seine Methode
mit einer Hebamme, die auch nicht eigene Kinder zur Welt bringt, sondern fremde (Mäeutik Hebammenkunst). Er war sein Leben lang auf
der Jagd nach Wahrheit, er war immer der Unfertige, der Wahrheitssucher, der erste
Philosoph.
Zweckmäßigkeit in der Natur:
Sokrates interessierte sich für die Schönheit der Natur wenig. Seiner Meinung nach zeigten
die Widersprüche der Naturphilosophen, dass
man auf diesem Gebiet zu keinen sicheren Ergebnissen kommen konnte. Für ihn gab es
Wichtigeres, als nach der Sonne oder dem Mond
zu fragen.
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Trotz seiner Ablehnung zur Natur trug er einen wichtigen Gedanken in die kommende
Naturforschung, den von der Zweckmäßigkeit (alle
unsere Organe erfüllen einen bestimmten Zweck: z. B.: Augenwimpern=Sieb gegen den
Staub, Hände=kunstvol gebaute Werkzeuge).
Sittlichkeit:
Tugend ist Einsicht:
Derjenige handelt jeweils am besten, der in die Sache die beste Einsicht hat. Folgerung: im
Staat soll derjenige regieren, der am meisten
davon versteht und aus diesem Grund sollten keine Wahlen durch Lose entschieden werden.
Sokrates trat für einen wissenschaftlich
geschulten Beamtenstand.
Die Sittlichkeit beruht auf Einsicht, die Einsicht in das Gute. Jemand, der schlecht handelt,
benimmt sich nur deshalb so, weil er das
Bessere nicht kennt. Niemand handelt böse, da niemand sich selbst schaden möchte. Wird
dieser Person eine bessere Einsicht gelehrt, so
wird auch er das Gute tun. So wird die Tugend lehrbar und intellektualistisch.
Verinnerlichung des Menschen:
Es gibt eine Einsicht, die von allen die erste und wichtigste ist, die Einsicht in sich selbst. Die
Griechen überschätzen die weltlichen Güter
im Vergleich zum Wert der Seele. Wirkliche Güter sind für Sokrates nur seelische Güter. Für
ihn sind Tod, Krankheit und Armut keine Übel,
sondern der Mangel an Einsicht, weil sie die Grundlage jeder Tugend ist. Sokrates hat manche
zum sittlichen Leben bekehrt.
Der Sinn des Lebens ist die Arbeit an der Reinigung und Veredelung der Seele.
Er war überzeugt, dass im Grunde alle das Gute wollen und dass man darum nur an das Gute
ihn ihnen zu appellieren brauche.
Nützlichkeitsmoral:
Tugend ist Einsicht in das Gute. Sokrates nennt das gut, was nützt. Darum legt er großen Wert
auf die Abwägung von Nutzen und Schaden.
Das größte Übel auf der Welt ist nicht das dauernde Erleiden von Übel, sondern das
Verursachen des Übels.
Religion:
Sokrates zeigte eine große Ehrfurcht vor dem Staat. Er hielt an den Staatsgöttern fest und er
brachte ihnen Opfergaben zum gegebenen
Zeitpunkt dar. Träume und Orakel waren für ihn vom Gott gegebene Zeichen, denen man
folgen müsse. Er war mit den Mythen, die die
Götter wie Menschen hinstellten nicht einverstanden. Er hatte einen Gott im Sinn, der das
ganze Weltall einheitlich geordnet hat. Er wies es
aber strickt zurück, als religiöser Reformer aufzutreten.
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Sokrates war überzeugt, dass es eine sittliche Weltordnung über uns gibt, der wir unser
Schicksal anvertrauen sollen.
In schwierigen Lagen, da wir uns nicht zu raten vermögen, wird uns eine innere Stimme
(daiminion) vom Bösen abhalten. Diese irrationale
Kraft lässt sich heute am ehesten mit dem Wort Gewissen beschreiben. Jemandem, der nach
Gutem strebt, lassen die Götter kein Übel
zustoßen.
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