Warum Einsatz von Pestiziden/Insektiziden

Werbung
Warum Einsatz von Pestiziden/Insektiziden?
Problem: Toxizität für Arthropoden <-> nicht für Wirbeltieren, Pflanzen und Nutzarthropoden
Schaden an der Ernte durch Arthropoden in Entwicklungsländern: 45 %
Historische Dimension: hohe Ausfallquoten der Ernten in England, Irland (Kartoffeln),
Deutschland (Wein); Bekämpfungsmittel waren toxisch (z.B. Arsen, Schwefel, Quecksilber
für Saatbeizung [bis 1970])  Schädlingsbekämpfung wichtiger als langfristige Toxizität
Gründe:
o Pflanzen auf Ertrag optimiert nicht auf Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten
o Monokulturen ( Eindringungstiefe  Abstand vom Rand  Vögel nisten
außerhalb der Kultur)
o Unkrauttoleranz:
o Reduktion des Arbeitseinsatzes ( dichteres Anpflanzen)
o Herbizideinsatz statt Arbeitsaufwand (z.B. Hacken)
o Steigerung der Ernte (z.B. bei Hafer früher 60% Unkraut)
Schädlingsarten:
Fraßschädlinge: schädigen die Ernte
Mutterkorn(pilz): Alkaloid  schwere Schäden, vermeidbar durch Kornlagerung  keine
Alternative für arme Menschen  heute durch höheres Gewicht ausgefiltert
Schimmelpilze: greifen DNA an; z.B. in Apfelsaft (Alfatoxin), Nüsse, Reis, Roggen
Kartoffelkäfer: Schäden bis 100%, hohe Insektizidresistenz
Waldschädlinge (z.B. Nonnenfalter): Larven leben in Trieben von Bäumen; Mitteleuropa
relativ sicher, da Klima zu schlecht
Heuschrecken: Einzeltiere harmlos <-> Schwarm bis zu 4 * 1010 Tiere  80000 t Gewicht 
zum Wachstum 10faches Gewicht an Pflanzennahrung nötig  Flüge bis zu 200km (30-50
km/d)  im Mittelalter auch in Deutschland (Brutplätze z.B. in der Lausitz, Franken)
Vorratsschädlinge: ernähren sich von gelagerten Vorräten des Menschen, v.a. in tropischen
Ländern
Käfer ( meist Larven eigentliche Schädlinge) z.B. Getreidekapuziner, Kornkäfer,
Getreidenager, Brotkäfer
Schaben
Hygieneschädlinge: Schädlinge die den Menschen parasitieren (hauptsächlich Ektoparasiten)
und teilweise Krankheiten übertragen
häufig mit zusätzlicher Übertragung von Endoparasiten oder Pathogenen  Sekundär Befall
Bekämpfung teilweise durch (1-3 wirtigen) Generationswechsel erschwert  Bekämpfung im
freien Stadium bzw. eines Zwischenwirts
Bsp. für übertragene Krankheiten: Malaria, Boreliose, Lyme desease
z.B. Anophelesmücke  Malaria; große Seuchen häufig von Parasiten übertragen, aber
Übertragung nur bei Anwesenheit des Erregers und geeigneter Temperatur ( Anopheles in
Finnland sehr häufig aber keine Malaria) Bekämpfung mit DTT <-> Toxizität
Milben  können lange ohne Nahrung leben; Bsp.: Varro j. Brutmilben bei Bienen;
Dermatophagoides sp. Hausstaubmilben; Sarcoptes s. Krätzmilbe
Flöhe (Siphonaptera)  Hauptproblem ist die Übertragung von Krankheiten (Pest, Thypus,
Bandwürmer) Bsp.: Pulex irritans Menschenfloh
Mücken (Diptera): Stechmücken die Malaria, Gelbfieber, Filariasis etc. übertragen können
Bsp.: Simulium d. Kriebelmücke, Stomoxys c. Wadenstecher,
Fliegen (Diptera): Larven der Fliegen leben in der Haut, den Schleimhäuten von Wirbeltieren
Bsp.: Lucila sp., Musca domestica Stubenfliege, Sarcophaga carnaria Fleischfliege
Wanzen (Heteroptera): Schäden durch Krankheitserreger; Bsp.: Cimex l. Bettwanze
Zecken: können Krankheiten übertragen  Befallen Nutztiere teilweise sehr stark
„THE BIG SIX“ – die größten Seuchen der Menschheit und ihre Überträger
Lepra
Erreger: Mycobakterien Überträger: Raubwanzen
Kala Azar, Orientbeule
Erreger: Leishmanien Überträger: Sandmücken
Schlafkrankheit:
Erreger: Trypanosomen Überträger: Glossina
Malaria:
Erreger: Plasmodium Überträger: Anopheles
Bilharziose:
Erreger: Schistosoma Überträger: Schnecken
Filariosen (z.B. Loa loa, Elephantiasis)
Erreger: Filarien Überträger: Simuliden
wirtschaftliche Schäden durch Schädlinge: ca. 21 000 000 000 $/a
Warum Neuenentwicklung von Pestizide?
o Resistenzentwicklung z.B. bei Organophosphaten, Pyrethroiden  v.a. bei leichter
Besprühun
o Wirkungslücken z.B. Verbesserung der insektiziden und akariziden Breitenwirkung
o Toxikologie z.B. therapeutische Breite bei Benzimidazolen, Polyethern
o Einschränkungen in Teilmärkten z.B. ungünstige Rückstandssituation in Milch und
Fleisch ( neue Analytikmethoden)
o Umweltverträglichkeit z.B. Abbau von Verbindungen in Umwelt, Entsorgung von
Tauchbädern
Entwicklungsdauer: 8 –12 a, Kosten um 800 Mio $
Toxikologie = Untersuchung der schädlichen Wirkung chemischer Stoffe auf lebende
Organsimen  abhängig von Dosis  Schaden <-> Nutzen
Herunterladen