Versuchsvorbereitung P1-81

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Versuchsvorbereitung P1-81
Tobias Volkenandt
22. Januar 2006
Im Versuch zu ELEKTRISCHEN MESSVERFAHREN werden verschiedene
Messverfahren kennengelernt. Zudem wird gezeigt wie der Einsatz von Messgeräten die zu messende Größe beeinflussst.
1
1.1
Widerstände bei Gleichstrom
Innenwiderstand Strommessgerät
Wir bauen eine Schaltung aus zwei Vorwiderständen (1k und 10k Ohm) und
dem Strommessgerät µA-Multizet auf. Parallel zu diesem Messgerät messen wir
die über ihm abfallende Spannung mit dem Spannungsmessgerät AVΩ-Multizet.
Wir können dann den Innenwiderstand des Strommessers einfach aus den beiden
gemessenen Größen berechnen: RiI = UI
1.2
Innenwiderstand Spannungsmessgerät
Setzt man vorraus, dass sich der Strom durch hinzuschalten des Spannungsmessers nicht ändert, kann man aus den eben gewonnenen Messwerten auch den
Innenwiderstand des Spannungsmessers berechnen: RiU = I0U−I
Man kann nun, da man alle Widerstände kennt, den Gesamtwiderstand der
Schaltung berechnen. Dazu betrachtet man die beiden Messgeräte als ParallelRI RU
schaltung und erhält: RG = RV + RIi+Ri U Setzt man dies wiederum ein um den
i
i
tatsächlich fließenden Strom I0 = RUG zu berechnen, kann ein neuer -genauererWert für den Innenwiderstand des Spannungsmessers bestimmt werden. Dieses Verfahren kann weiter fortgesetzt werden, bis die gewünschte Genauigkeit
erreicht ist.
1.3
Unbekannter Widerstand
Wir wollen nun einen unbekannten Widerstand ausmessen. Dazu schalten wir
diesen mit einem Vorwiderstand (10k Ohm) und einem Strommesser in Reihe. Wir messen dann einmal die Spannung direkt am unbekannten Widerstand
(spannungsrichtige Messung) und einmal über Widerstand plus Strommesser
hinweg (stromrichtige Messung). Wir wiederholen diese Messung wobei wir die
1
Messgeräte vertauschen. Wir erhalten 4 Wertepaare. Es gilt dann: RX = UI
wenn man die Innenwiderstände nicht berücksichtigt.
Beachtet man jedoch die Innenwiderstände so ergeben sich für die beiden
Messarten unterschiedliche Formeln. Denn schließlich fließt bei der spannungsrichtigen Messung ein Teil des Stromes durch das Spannungsmessgerät. Daher
korrigiert man den Strom in der Formel um genau diesen Wert. Es gilt dann:
a
RX
= I−UU .
Ri
Für die stromrichtige Messung gilt recht analaog, dass ein Teil der Spannung
am Strommessgerät abfällt. Daher muss der Spannungsterm korrigiert werden:
b
iI
RX
= U −R
.
I
Die Werte der entsprechenden Innenwiderstände finden sich auf dem Aufgabenblatt. Allgemein gilt, dass Strommessgeräte einen möglichst kleinen Innenwiderstand haben sollten. Denn sie werden in Reihe geschaltet, wobei sich der
Innenwiderstand dann zum zu messenden addiert und die Stromstärke senkt.
Für Spannungsmesser hingegen gilt, dass sie einen möglichst großen Innenwiderstand haben sollten. Denn sie werden parallel geschaltet, wobei ein möglichst
kleiner Strom für das Messgerät abgezweigt werden soll, da sonst die eigentliche
Spannung zu klein gemessen wird.
1.4
Wheatstone’sche Brücke
Wir bauen nun eine Wheatsone’sche Brücke auf, indem wir ein 1k-Ohm-Potentiometer
parallel zu der Reihe aus unbekanntem und 1k-Ohm-Widerstand schalten. Der
Seitenarm des Potentiometers wird über das µA-Multizet mit der Mitte der
beiden parallelen Widerstände verbunden. Als Strombegrenzer wird vor die gesamte Schaltung ein Vorwiderstand (220 Ohm) geschaltet. Danach kann das
Potentiometer so eingestellt werden, dass zwischen den parallelen Widerstandsarmen kein Strom fließt, also auch kein Spannungsunterschied herrscht. Über
den beiden Widerständen(RX und R) fallen dann die selben Spannungeb ab,
wie jeweils über den Potentiometer-Hälften (RLi und RRe ). Durch Gleichsetzen
lässt sich dann leicht finden: RX = RLi RRRe .
Der Vorteil einer Brückenschaltung besteht darin, dass die Innenwiderstände
der Messgeräte nicht berücksichtigt werden müssen (schließlich wird eine 0 gemessen). Die Messgenauigkeit hängt hauptsächlich von der Einstellung des Potentiometes ab und ist somit (bei einem linearen) auf eine genaue Längenmessung reduzierbar.
1.5
Ohmmeter
Wir messen den unbekannten Widerstand nun mit der Ohmmeter-Funktion des
µA-Multizet aus. Dazu schließen wir ihn einfach an. Das Messgerät legt eine
eigene Spannung an und misst den fließenden Strom. Dann errechnet es automatisch gemäß R = UI den Widerstand. Es ergibt sich also eine Skala proportional zu R1 . Ein Ohmmeter mit linearer Skala müsste aufgebaut sein wie eine
Brückenschaltung (siehe vorherigen Versuch).
2
1.6
Kompensationsschaltung
Es soll die Spannung einer Trockenbatterie gemessen werden. Dazu wird diese
in Reihe mit einer entgegengesetzt gepolten Spannungsquelle geschaltet. Die
Spannung dieser Quelle wird nun so eingestellt, dass die an der ganzen Schaltung
gemessene Spannung 0 wird, also sich beide Spannungen genau kompensieren.
Danach kann mit einem zweiten Messgerät die Spannung der Quelle explizit
gemessen werden. Sie ist bis auf das Vorzeichen gleich der der Batterie.
Dieses Verfahren bietet sich immer dann an, wenn die auszumessende Quelle
nicht belastet werden soll. Etwa weil bereits eine geringe Belastung (beispielsweise durch den Innenwiderstand des Messgeräts) das Messergebnis verfälscht.
Daher misst man die Spannung einer kompensierenden Quelle.
1.7
Innenwiderstand einer Batterie
Mit der Schaltung aus dem vorherigen Versuch soll nun der Innenwiderstand der
Trockenbatterie bei verschiedenen Belastungen berechnet werden. Dazu wir wie
eben die Kompensationsspannung eingestellt, dass insgesamt keine Spannung
anliegt. Nun wird kurz der Last-Widerstand eingeschaltet und die Differenzspannung gemessen. Diese Spannung ist also über dem Innenwiderstand der
Batterie abgefallen. Zieht man diese Differnenzspannung von der Urspannung
der Batterie ab, so erhält man die Spannung die über dem zugeschalteten Lastwiderstand abfiel. Es gelten also: ∆U = Ri I und U0 − ∆U = RL I. Aus der
Kombination dieser Formeln findest sich dann leicht: Ri = RL U0∆U
−∆U .
2
2.1
Spulen und Kondensatoren bei Wechselstrom
Widerstand einer Spule
Wie bereits in Versuch 1.5 wird mittels der Ohmmeter-Funktion der VerlustWiderstand einer Spule gemessen. Dieser resultiert aus dem ohmschen Widerstand des Spulendrahtes.
2.2
Spule bei kleiner Frequenz
Wir schließen nun ein Spule in Reihe mit einem Vorwiderstand (110 Ohm) an
einen Sinusgenerator an und messen dabei die Spannungen an Generator, Widerstand und Spule. Es gelten dann folgende Formeln für den Verlustwidstand
und die Induktivität der Spule:
U 2 −U 2 −U 2
RL = R G 2UR2 L
p R
L = UR
UL2 − UR2
Rω
2.3
Resonanz eines Parallelschwingkreises
Wir bauen einen Parallelschwingkreis auf. Nach einem Vorwiderstand schalten
wir eine Spule und einen Kondensator parallel. Zusätzlich bauen wir einen Pha3
senverschiebungsmesser ein. Wir messen dann die Spannung im Schwingkreis
und die Phasenverschiebung dieser gegenüber dem Generatorstrom. Diese Messung führen wir für verschiedene Frequenzen der Generatorspannung durch (in
Resonanznähe mit kleineren Schritten). Wir können diese dann in Abhängigkeit
der Frequenz auftragen und zusätzlich folgende Werte berechnen:
1
Resonanzfrequenz: ω0 = LC
√ R
Halbwertsbreite: ∆ω = 3 L
Resonanzwiderstand: Rr = Ures RUV0
2.4
Widerstände im Schwingkreis
Es sollen nun die Wechselstromwiderstände der Spule und des Kondensators
gemessen werden. Dazu messen wir für jedes Bauteil Strom und Spannung und
bestimmen dann den Widerstand mittels R = UI (wobei hier Spitzen- oder Effektivwerte eingesetzt werden müssen). Wir können diese Werte dann vergleichen
1
mit denen die sich aus den Formeln RC = ωC
und RL = ωL ergeben.
2.5
Innenwiderstand des Generators
Zu guter Letzt soll der Innenwiderstand des Generators ausgemessen werden.
Dazu bestimmt man zuerst seine Leerlaufspannung. Anschließend belastet man
den Generator mit einem regelbaren Widerstand so, dass diese Leerlaufspannung
genau auf die Hälfte abfällt. Es gilt dann, dass der Innenwiderstand gleich dem
eingestellten Lastwiderstand ist.
Für die Leistung gilt: P = U I = RI 2 . Betrachtet man nun wieder eine
Reihenschaltung aus Innenwiderstand und Lastwiderstand, so gilt für den Strom
U0
I = R+R
, wobei U0 die Leerlaufspannung ist. Setzt man dies in die Leistung
i
ein, so erkennt man, dass ein Maximum vorliegt, wenn R = Ri . Damit folgt:
U2
Pmax = 4R0i .
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