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Presseinformation
Diagnose wie ein Faustschlag: Mein Kind hat Krebs
25 Jahre Deutsches Kinderkrebsregister: Experten aus ganz Europa diskutieren den aktuellen Stand der Wissenschaft am 11. und 12. März 2005
in Mainz – VolkswagenStiftung unterstützt internationales Symposium
2. März 2005
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Kontakt
Krebs bei Kindern und Jugendlichen nimmt seit den 1970er Jahren in Europa
zu. Das geht aus einer kürzlich veröffentlichten aktuellen Bestandsaufnahme
hervor, die 19 europäische Staaten, insgesamt 63 „Krebsregister“ und einen
Zeitraum von 30 Jahren umfasst. Rund 113.000 Krebserkrankungen von
Kindern und 18.243 bei Jugendlichen wurden ausgewertet: Dabei zeigte sich,
dass die Rate der Tumorerkrankungen bei Kindern jedes Jahr um etwa ein
Prozent steigt, bei Jugendlichen um 1,5 Prozent (siehe "Lancet", Bd. 364, S.
2097). In Deutschland ist diese Entwicklung allerdings nicht so klar zu
erkennen. Hier zu Lande erkrankt innerhalb der ersten 15 Lebensjahre eines
von 500 Kindern an Krebs; dem Deutschen Kinderkrebsregister am
Universitätsklinikum Mainz werden jährlich 1.700 bis 1.800
Neuerkrankungen gemeldet. Betrachtet man alle Krebserkrankungen bei
Kindern insgesamt, so lässt sich sagen: Dank fortschrittlicher
Behandlungsmethoden bestehen zumeist gute Heilungsaussichten. Zwei von
drei Patienten werden wieder gesund, bei manchen Tumorarten liegt die
Heilungsrate deutlich darüber.
Das am 1. Januar 1980 – schon damals mit finanzieller Unterstützung der
VolkswagenStiftung – gegründete Deutsche Kinderkrebsregister mit Sitz in
Mainz hat maßgeblich dazu beigetragen, viel Wissen über die
Tumorerkrankungen junger Patienten zusammenzutragen. Zeit, einen Blick
zurück – vor allem aber nach vorn zu werfen. Am 11. und 12. März 2005
treffen sich in der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur
(Geschwister-Scholl-Straße 2 in 55131 Mainz-Hechtsheim) rund hundert
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nebst Vertretern von
Elternverbänden, um auf der Grundlage epidemiologischer Daten den
aktuellen Stand der Wissenschaft zu erörtern. Konkret geht es bei dem
Symposium „Epidemiologische Forschung in der pädiatrischen Onkologie nach
25 Jahren Kinderkrebsregistrierung in Deutschland“ vor allem um den
Forschungsstand zur Ursachenermittlung von Krebs im Kindesalter; die
Teilnehmer erörtern mögliche Spätfolgen und Studien über
Langzeitüberlebende – und beschäftigen sich mit Standardisierungen
hinsichtlich der internationalen Vergleichbarkeit von Datenbeständen.
VolkswagenStiftung
Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Christian Jung
Telefon: 05 11/83 81 – 380
E-Mail: jung
@volkswagenstiftung.de
Kontakt Symposium
Kinderkrebsregister
Universitätsklinikum Mainz
Dr. Peter Kaatsch
Telefon: 0 61 31/17 – 31 11
E-Mail kaatsch
@imbei.uni-mainz.de.
Veranstaltungsort:
11. und 12. März
Mainzer Akademie der
Wissenschaften und Literatur
Geschister-Scholl-Straße 2
55131 Mainz-Hechtsheim
Telefon:
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Die Krebserkrankung eines Kindes oder eines Jugendlichen bedeutet zunächst
immer ein lebensbedrohliches Ereignis, das einschneidende Veränderungen
für die Familie mit sich bringt. Bösartige Erkrankungen bei jungen Menschen
unterscheiden sich in verschiedener Hinsicht von denen der Erwachsenen. Es
kommen zum Beispiel überwiegend Krebsarten vor, die man bei Erwachsenen
entweder gar nicht oder nur selten findet. Die häufigsten Diagnosegruppen
bilden laut Statistik des Deutschen Kinderkrebsregisters Leukämien,
Lymphome und Tumoren des Zentralnervensystems.
Die Häufigkeit des Auftretens verschiedener Krebsarten ist eines der Themen
des Symposiums. Neben weiteren zentralen Punkten wie den EU-geförderten
Projekten ACCIS und EUROCARE – hier geht es um Systeme, die der
internationalen Vergleichbarkeit von Datenbeständen dienen – beschäftigen
sich die Teilnehmer auch mit spezielleren Fragestellungen wie der
„Computerunterstützung in der Kinderonkologie“, der „Krebsinzidenz bei
Kindern türkischer Herkunft“, „Elternbefragungen zu alternativen und
komplementären Behandlungsmethoden“ oder der
„Überlebenswahrscheinlichkeit von Erwachsenen nach einer Krebserkrankung
im Kindesalter“.
Symposium zu 25 Jahre
Kinderkrebsregistrierung in Deutschland
11. und 12. März 2005 in der
Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur
(Geschwister-Scholl-Straße 2 in 55131 Mainz-Hechtsheim):
FREITAG
11.3.2005
14:00 14:45
Begrüßung: Peter Kaatsch, Leiter des Kinderkrebsregisters –
– und durch Vertreter von Universität, Akademie, Ministerien
und der Kinderkrebsstiftung
14:45 16:15
Europäische Projekte unter Beteiligung des Deutschen
Kinderkrebsregisters (Moderation: Joachim Schüz)
Eva Steliarova-Foucher, Lyon: The Automated Childhood
Cancer Information System (ACCIS) – A European project
Gemma Gatta, Mailand: Childhood cancer survival in Europe –
The EUROCARE project (angefragt)
Charles Stiller, Oxford: The International Classification of
Childhood Cancer, 3rd edition (ICCC-3)
Peter Kaatsch, Mainz: Time trends of childhood cancer
incidence in Europe
Diskutantin: Maria Blettner (Mainz)
16:45 18:15
Medizinische Biometrie und Informatik
(Moderation: Günter Henze)
Hermann Müller, Oldenburg: Biometrische Unterstützung der
Hirntumorstudien durch das IMBEI aus Sicht eines Studienleiters
Andreas Faldum, Mainz: Neue biometrische Konzepte zur
flexiblen Gestaltung von Therapieoptimierungsstudien in der
pädiatrischen Onkologie
Klaus Pommerening, Mainz: Pseudonymisierung und kryptografische Verschlüsselung beim Austausch von Patientendaten
Norbert Graf, Homburg: Basisdatensatz, automatische
Therapieberechung, Dokumentationssysteme –
Hilfsmittel für Klinik und Therapieoptimierungsstudien?
Diskutantin: Charlotte Niemeyer (Freiburg)
SAMSTAG
12.3.2005
09.00 10:30
Forschungsprojekte am Kinderkrebsregister –Teil 1
(Moderation: Martin Schrappe)
Joachim Schüz, Mainz: Fallkontrollstudien am Deutschen
Kinderkrebsregister zu Ursachen von Krebs im Kindesalter
Irene Reinisch, Mainz: Sekundärmalignome nach Krebs im
Kindesalter
Hajo Zeeb, Bielefeld: Krebsinzidenz bei Kindern türkischer
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Veranstaltungsort:
11. und 12. März
Mainzer Akademie der
Wissenschaften und Literatur
Geschister-Scholl-Straße 2
55131 Mainz-Hechtsheim
Telefon:
Herkunft
Renate Schulze-Rath, Mainz: Epidemiologische Studie zu Kinder_
krebs in der Umgebung von Kernkraftwerken (KiKK-Studie)
Diskutant: Jörg Michaelis (Mainz)
11.00 12:30
Forschungsprojekte am Kinderkrebsregister – Teil 2,
Aspekte des Langzeitüberlebens (Moderation: Alfred Reiter)
Alfred Längler, Witten-Herdecke: Alternative und komplementäre
Behandlungsmethoden in der pädiatrischen Onkologie
Claudia Spix, Mainz: Langzeit-Überlebenszeitanalysen bei
Kindern
Gabriele Calaminus, Düsseldorf: Überlebensqualität von
Erwachsenen nach Krebs im Kindesalter
Eva Frey, Wien: Ethische Aspekte der Langzeitnachsorge
pädiatrischer PatientInnen im Erwachsenenalter
Diskutantin: Renate Heymans (Bonn)
12:30 13:00
Resumée, Verabschiedung (Leitung: Peter Kaatsch)
Der Text der Presseinformation steht im Internet zur Verfügung unter
http://www.volkswagenstiftung.de/presse-news/presse05/
.htm
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