Ulceration of the anus in groups of pubertal male pigs

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Case Study: Ulceration of the anus in groups of pubertal male pigs
S. McObrist et al.
Journal of Swine Health and Production 15, 2, 2007, 96-98
Ulzerationen im Bereich des Anus wurden bisher nur selten bei Schweinen aber auch bei anderen
Tierarten beschrieben. Dieser Fallreport beschreibt tiefe Ulzerationen im Analbereich von männlichen
Mastschweinen. Das Syndrom trat über einen Zeitraum von drei Jahren immer wieder in
unterschiedlichen Bereichen des gleichen Betriebssystems auf.
Das System besteht aus drei Zuchtbetrieben, die alle von der gleichen Nukleusherde bestossen
werden. Die Absetzferkel werden entweder auf dem gleichen Betrieb oder separat aufgezogen und
anschliessend in die Mast eingestallt. Die männlichen Ferkel wurden nicht kastriert, sondern separat
von den weiblichen Tieren in Gruppen gehalten. Alle Tiere wurden im Alter von 20-22 Wochen
geschlachtet. Das Futter stammte für alle Betriebe von der gleichen Mühle.
Das Syndrom konnte in vier von 15 Gebäuden beobachtet werden und betraf immer nur die
männlichen Tiere. Sie waren im Alter von 16-17 Wochen und wurden in Gruppen von 40 bis 200 Stück
gehalten. Pro Kammer waren ca. 50% der Buchten betroffen, selten bis 100%. Innerhalb einer
Zeitspanne von zwei Wochen stieg die Prävalenz in einer betroffenen Bucht um 20-30% an. Die
betroffenen Tiere wurden makroskopisch untersucht und Gewebeproben für die Histologie wurden
gesammelt. Von 13 Tieren, die sich noch in einem frühen Erkrankungsstadium befanden, wurden von
Tupferproben aerobe und anaerobe Kulturen angelegt. Mit einem Alter von 18 Wochen wiesen die
meisten Schweine tiefe, progressive perineale Ulzera auf, die sich um den Anus zentrierten. Die
betroffenen Tiere zeigten eine normale Futteraufnahme und Wachstumsrate und wurden individuell
behandelt, geschlachtet oder euthanasiert. Bei vielen betroffenen Gruppen bewirkte der Einsatz von
Amoxicillin (5 mg pro kg KGW) eine deutliche Reduktion der Inzidenz und Schwere der Fälle, das
Syndrom konnte aber nicht vollständig eliminiert werden.
Anfänglich bildeten sich einseitig des analen Sphinkters höhlenartige Ulzera, die klar begrenzt waren.
Oberflächlich zeigte sich eine dünne nekrotische Schicht, während sich die Entzündung weiter in die
Tiefe vorhielt. Es konnten keine Hinweise für Abszesse, Fisteln, Prolapse oder Läsionen bedingt durch
Schwanzbeissen gesehen werden. Der Kot war in der Regel fest bis verstopfend. In bis zu 50% der
unbehandelten Fälle entwickelten sich aus den anfänglichen Läsionen Ulzerationen, die auch tieferes
Gewebe befielen, zu eitern begannen und sich auf weitere Teile des Perineums ausbreiteten.
Histologisch konnte eine grosse Anzahl gram-positiver Kokken im entzündeten Gewebe gesehen
werden. Bakteriologisch gelang der Nachweis von Streptococcus dysgalactiae und C. perfringens.
Am auffälligsten war, dass die betroffenen Tiere alle männlich, ungefähr im gleichen Alter und von der
gleichen Herkunft waren. Erstmals traten die Läsionen bei Schweinen auf, die auf organischem
Material (Reishülsen und Weizenstroh) gehalten wurden, vereinzelt waren aber auch Tiere, die auf
Vollspaltenböden gehalten wurden betroffen. Bei allen Haltungsformen kann aber gesagt werden,
dass die Ausbrüche stattfanden, wenn in Buchtenteilen eine schlechte Drainage bestand. Gleichzeitig
waren die Tiere aggressiv und sexuell untereinander aktiv.
Die Ulzerationen unterschieden sich deutlich von Verletzungen, die vom Schwanzbeissen her
stammen oder von Rektumprolaps. Die Autoren vermuten, dass initial eine Verletzung des Anus durch
das homosexuelle Verhalten der Tiere ausgelöst wurde, welche anschliessend durch S. dysgalactiae
und C. perfringens besiedelt wurde. Dies wurde durch die Hautaufweichung bedingt durch
verschmutzte Buchtenabteile noch begünstigt. S. dysgalactiae ist ein weit verbreiteter
opportunistischer Keim in Hautulzerationen und kommt auch in den externen Sexualorganen des
Schweins vor. Es wäre also möglich, dass durch Penetrationsversuche eine primäre Infektion von
kleinen Verletzungen stattgefunden hat. Es wäre auch möglich, dass Urin, Kot und Einstreue das
Perineum verletzt haben, bedingt durch pH Veränderungen oder unterschiedliche Futterbestandteile.
Auch die genetische Herkunft der Tiere (Large White) sollte als möglicher Faktor in betracht gezogen
werden.
Ersteller : Riccarda Ursprung
Datum : 31.05.2007
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