Ergebnisprotokoll Modul „Kommunikation“ der „aktion doppelpunkt“

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Konfirmandenunterricht
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1. Von frechen Gören und starken Kerlen Konfirmandenarbeit mit Mädchen und Jungen.............2
1.1.
Eine freche Göre – Schon in der Bibel? Eine unbekannte Frau kommt ganz groß raus!....5
1.2.
Freche Gören und starke Kerle - Schon in der Bibel?
Ein kleiner Mann wird groß - Zachäus auf dem Baum ........................................................6
2.
Gender Mainstreaming in der KonfirmandInnenarbeit ................................................................9
3. Bausteine ....................................................................................................................................11
3.1.
Wohin mit meiner Wut? Reden; Handwerken; Kämpfen.
Ein Workshop für Jungen (und Mädchen) .........................................................................11
3.1.1.
Steinrunde...................................................................................................................11
3.1.2.
Gespräch .....................................................................................................................11
3.1.3.
Bauanleitung Bathakas: ..............................................................................................12
3.1.4.
Der Faire Kampf.........................................................................................................12
3.1.5.
Entspannung nach dem Kampf: .................................................................................13
3.1.6.
Nachgespräch: ............................................................................................................13
3.1.7.
Die vier männlichen Archetypen................................................................................13
3.1.8.
Arbeitsblatt 7: Fragebogen „Jungen, Beruf, Familie, Glück“ ....................................17
3.2.
Thema: Mädchen und Jungen ............................................................................................19
3.3.
Konfitag: Mädchen Jungen Freundschaft ..........................................................................22
4. „Buebe im Konf“ - jungenspezifische Konfirmandenarbeit ......................................................25
4.1.
Drei Gedanken zur Ausgangslage ......................................................................................25
4.2.
Beschreibung der Idee Initiation im Konflager .................................................................27
4.3.
A. Programmablauf Konf-Lager I ......................................................................................27
4.3.1.
Abschied und Trennung .............................................................................................28
4.3.2.
Feuerprobe und Einweihung ......................................................................................28
4.3.3.
Rückkehr als Männer .................................................................................................29
4.4.
B. Programmablauf Konf-Lager II .....................................................................................29
4.5.
Mi. 17.10.2001; Thema: Sexualität ....................................................................................31
5.
Jungen in der Konfirmandenarbeit .............................................................................................33
6.
Bücherliste Konfirmationsunterricht und Jugendarbeit .............................................................34
Konfirmandenunterricht
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1. Von frechen Gören und starken Kerlen
Konfirmandenarbeit mit Mädchen und Jungen
Konfirmandenunterricht mit Mädchen und Jungen,
diese Formulierung freut uns. Sie macht nämlich
deutlich, dass an unserem Unterricht junge Menschen
teilnehmen, die nicht nur eine Gruppe von
Menschen bilden, sondern aus Individuen bestehen.
Und zwar aus Mädchen und Jungen.
Wenn ich mir dies als Unterrichtende/r bewusst
mache, kann sich das Auswirkungen auf meinen
Unterricht auswirken. Mir wird deutlich, dass
Mädchen und Jungen dieser Altersphase sehr
unterschiedlich
sind. Sie befinden sich mitten in der
Pubertät; überwiegend sind die Mädchen weiter
entwickelt als die Jungen. Und vor allem: Mädchen
interessieren sich in dieser Altersphase für andere
Themen und Schwerpunkte.
Während meines traditionellen (gemischten)
Unterrichtes nahm ich immer mehr wahr, dass ich
sowohl den Mädchen als auch den Jungen im Blick
auf die unterschiedlichen Bedürfnisse nicht mehr
gerecht werden konnte, die sie selbst haben und
auch im Zusammenhang mit bestimmten
Unterrichtsthemen,
die ich gerne mit ihnen erarbeiten
wollte.
Dazu einige Beobachtungen, die ich in meinem
Unterricht machte. Diese Auflistung erhebt nicht
den Anspruch auf Vollständigkeit, sondern setzt
sich aus eigenen Beobachtungen zusammen.
Mädchen:
• Mädchen hören interessierter zu
• Mädchen sind eher bereit mitzuarbeiten
• Mädchen sind eher bereit, sich zu religiösen
und persönlichen Themen zu äußern
• Mädchen interessieren sich für Jungen, die
älter sind als ihre Mitkonfirmanden
• Mädchen interessieren sich für Mädchenzeitschriften
• Mädchen wollen quatschen und kichern
• Mädchen schwärmen von weiblichen und
männlichen Stars (Musik, Film, Sport, …)
• Mädchen haben Hobbys wie Reiten, Schwimmen,
Musik, Lesen
Jungen:
• Jungen zeigen weniger Interesse am Unterricht
und stören häufiger
• Jungen arbeiten eher zögerlich mit
• Jungen äußern sich selten freiwillig, meist nur
auf Abfrage bzw. konkrete Ansprache
• Jungen äußern sich ungern zu religiösen oder
persönlichen Themen
• Jungen möchten sich vor Mädchen profilieren
• Jungen wollen sich gegenseitig ihre Fähigkeiten
beweisen, sie führen Machtkämpfe
untereinander aus
• Jungen interessieren sich für Fußball,
Kampfsportsarten
und alles, was mit dem Computer
zusammenhängt
• Jungen identifizieren sich mit männlichen
Stars und schwärmen für weibliche Stars
(Musik, Film, Sport, …)
Diese Voraussetzungen bewogen uns dazu,
unseren Unterricht zumindest in Ansätzen auf
die jeweilige Geschlechtergruppe bezogen zu
gestalten. Dazu gehört für uns auch, zumindest
zeitweise in geschlechtsgetrennten Gruppen mit
gleichen und/oder mit unterschiedlichen Themen
zu arbeiten.
Statistisch fest steht: wir nehmen Jungen mehr
wahr, wenn auch oft über negative Verstärkung.
Analysen von Interaktionen von Unterrichtenden
ergaben, dass:
• Jungen häufiger aufgerufen werden als Mädchen
• Jungen häufiger gelobt werden als Mädchen,
allerdings auch häufiger getadelt;
Also: Jungen bekommen mehr Aufmerksamkeit als
Mädchen, und das ist entscheidend für den Aufbau
des jeweiligen Selbstbildnisses der Geschlechter.
Vorhanden ist oft auch der Machtkampf zwischen
den Mädchen und den Jungen um die Unterrichtende,
den Unterrichtenden. Direkt oder
indirekt signalisieren sie uns immer wieder:
Auf welcher Seite stehst du? Stehst du als Frau
zu uns Mädchen oder zu den Jungen? Stehst du als
Mann zu uns Jungen oder zu den Mädchen. Dieser
Frage sind wir immer wieder ausgesetzt und wir
beantworten sie ständig durch unser Verhalten!
Didaktisches Vorgehen in der Arbeit
mit Mädchen und Jungen
Wenn mir dies als Unterrichtende/r deutlich wird
und ich dieses System durchbrechen bzw. verändern
möchte, bietet die Arbeit in geschlechtsspezifischen
Gruppen (zumindest zeitweise, z. B.
bei einzelnen Themen) eine gute Möglichkeit, den
beiden Geschlechtern gerechter zu werden. Dies
ist einmal aus dem Blickwinkel der Unterrichtenden
zu sehen, aber auch aus dem Blickwinkel des
jeweiligen Geschlechts, dem ich einen speziellen
Freiraum einräumen möchte, um spezifische
Verhaltensweisen
und Arbeitsmöglichkeiten ausprobieren
und ausleben zu können. Gerade unter dem
Blickwinkel von »Lebensbegleitung« ist dies noch
verstärkt zu bedenken. Die Mädchen und Jungen
befinden sich in unterschiedlichen Lebenssituationen
Konfirmandenunterricht
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und Entwicklungsstadien der
Pubertät, also gerade während der
KU-Zeit.
Die Aufteilung nach Geschlechtern
geschieht nicht aus defizitären
Gründen, sondern um die Mädchen
und Jungen positiv zu stärken, auf
differenzierte Fragestellungen und
geschlechtsspezifische Fragen eingehen
zu können.
Unsere persönliche Einstellung
geht nicht dahin, immer geschlechtsgetrennte
Konfirmandenarbeit
durchzuführen, sondern unsere Tendenz
ist, sie immer mal wieder anzubieten,
mit dem Ziel, am Ende einer
thematischen Einheit auch wieder
als Gemeinschaft von Mädchen und
Jungen zusammenzufinden. Dazu
kann gehören, dass sich die Gruppen
gegenseitig inhaltlich austauschen, es kann
aber auch gut sein, das die Inhalte jeweils in den
Gruppen bleiben (nicht als Geheimnis, sondern als
gruppeninterne Verschwiegenheit). In diesem Fall
finde ich es ganz wichtig, gemeinschaftsfördernde
Inhalte und Aktionen anzubieten, damit die Gruppen
wieder zueinander finden.
Innerhalb der geschlechtsgetrennten Arbeitsgruppen
kann ich ganz unterschiedlich vorgehen.
Hier in Kurzform mehrere Richtungen:
• gleiche Methoden anzubieten und wahrzunehmen,
wie die Geschlechter unterschiedlich
darauf eingehen und damit umgehen
• unterschiedliche Methoden, spezieller auf das
jeweilige Geschlecht ausgerichtete Methoden
anzubieten, sofern ich denn weiß, welche diese
sein können
• als weibliche Unterrichtende nur mit den
Mädchen zu arbeiten, als männlicher Unterrichtender
nur mit den Jungen zu arbeiten
Wenn ich keine Kollegin, keinen Kollegen in meiner
Gemeinde habe, ist es für die Durchführung
sinnvoll, mir eine gegengeschlechtliche Person
zu suchen, z. B. aus dem Kirchenvorstand, eine
Lehrkraft, ehrenamtliche Jugendliche.
Die Erfahrungen für die Jungengruppe sind
größer, wenn nicht ich als Frau die Gruppe leite
und umgekehrt.
Wichtig: Beide Gruppierungen sollten jeweils
einen anderen Raum aufsuchen, sodass nicht eine
Gruppe »Hausrecht« hat und behält. Dies ist vor
allem für den gemeinsamen Wiedereinstieg von
großer Bedeutung.
Wenn wir geschlechtsgetrennt gearbeitet
haben, müssen wir unbedingt etwas für die
»Zusammenführung
« tun, entweder in Form von
gegenseitigem Vorstellen der Ergebnisse (nicht
diskutieren, unbedingt nebeneinander stehen
lassen) oder die Inhalte ruhen lassen und dafür
etwas Gemeinschaftsförderndes tun, z. B.
Aktionsnachmittag,
Spieleinheit, erlebnispädagogisch
orientierte Stunde, …
Vorüberlegungen zu
geschlechtsspezifischer
Arbeit innerhalb der
Konfirmandenarbeit
Bevor ich als Unterrichtende/r einfach die bisher
angedeuteten Punkte übernehme, ist es sinnvoll,
mich selbst und meine Einstellung zu
geschlechtsspezifischem
Unterricht zu prüfen. Folgende Fragen
können dabei unterstützen.
1. Ich kann mir vorstellen, mit einer reinen Mädchen-/
Jungengruppe zu arbeiten, weil …
2. Ich kann mir nicht vorstellen, mit einer reinen
Mädchen-/Jungengruppe zu arbeiten, weil …
3. Wenn ich mit einer reinen Mädchen-/Jungengruppe
arbeite, möchte ich Folgendes gerne
mit den Gruppenmitgliedern ausprobieren:
4. Im Blick auf biographisches und lebensbegleitendes
Arbeiten möchte ich beachten,
bedenken:
Bausteine für eine exemplarische
Konkretion
Wir alle sind Frauen und Männer, Jungen und
Mädchen. Dieser Satz ist fast zu banal, um ihn
aufzuschreiben. Doch wie kein anderes Merkmal
hat dieses Einfluss auf unsere Persönlichkeit, d. h.
auf die Summe aller Dinge, die eine Jede/einen
Jeden von uns zu der einzigartigen Persönlichkeit
werden lassen, die wir sind.
Die Einteilung in weiblich oder männlich führte
im Laufe der Zeitalter und Kulturen zu verschiedensten
Ausprägungen und Rollenbildern von
Frauen und Männer. Diese Rollenbilder bildeten die
Grundlage dafür, dass beschrieben werden konnte,
wie eine Frau oder ein Mann zu sein hat. Wie diese
Rollen in Jeder und Jedem von uns nachwirken,
wissen wir aus eigenem Verhalten nur zu gut.
Menschen haben ein Grundbedürfnis, die Welt
um sich herum in eine verständliche Ordnung zu
bringen. Wir schaffen uns eine Einteilung, die es
uns ermöglicht und vereinfacht, bestimmte
Verhaltensweisen
in »weiblich« oder »männlich« zu
kategorisieren.
Dass Mädchen nicht nur Heulsusen und Jungen
nicht nur stark sind, gilt es zu vermitteln, dahin
gehend zu erziehen. Jeder Mensch hat sowohl
weibliche als auch männliche Anteile in sich,
und diese müssen erkannt, eingesetzt und zu
bewahrt werden. Darum geht es uns in unserem
Unterricht.
Nun stellen wir zwei jeweils geschlechtsspezifisch
erarbeitete Themen vor. Daraus wird
ersichtlich, dass nicht unbedingt die Methoden
Konfirmandenunterricht
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unterschiedlich sind, sondern die ausgewählten
Texte, die jeweils benötigten Zeiten und die Intensität
der Gespräche oder Arbeitsgruppen. Was wir
hier wenig verdeutlichen können, ist das Gefühl der
beteiligten Konfirmandinnen oder Konfirmanden,
endlich auch mal in der »Peergroup« des eigenen
Geschlechts sein zu können, wenn schon über
»persönliche« Themen gesprochen wird.
Von frechen Gören und starken Kerlen
Für die Mädchengruppe: Eine freche Göre – schon
in der Bibel? Eine unbekannte Frau kommt ganz
groß raus!
Für die Jungengruppe: Ein kleiner Mann wird groß
– Zachäus auf dem Baum
Thema der Einheit für die Konfirmandinnen: Freche
Gören und starke Kerle – schon in der Bibel?
Thema der Stunde: Eine freche Göre – Eine
unbekannte
Frau salbt Jesus (Mk. 14,3-9)
Ziel: Die Mädchen sollen erfahren, dass es schon
in der Bibel Erzählungen von »frechen Gören«
gibt. Sie sollen verschiedene Texte kennen lernen,
in denen Frauen selbstbewusst und eigenverantwortlich
handelten, und somit wichtige Dinge ins
Rollen gebracht haben.
Zeit: Ich gehe von einer Doppelstunde, also 90 Minuten
aus. Dieses Zeitmaß halte ich grundsätzlich
für sinnvoll, wenn ich mit den Konfirmandinnen in
ein Thema und in ein wirkliches Gespräch eintreten
möchte. Wenn ich dieses Thema innerhalb einer
Blockveranstaltung oder sogar einer Freizeit anbiete,
sind die Gestaltungsmöglichkeiten und die
Intensität natürlich erheblich höher.
Material: Bibeln oder Textblatt mit dem Bibeltext,
Kassettenrecorder, Mikrofon, Papier
Weiterführung: In mindestens zwei weiteren
Stunden sollten die Konfirmandinnen weitere
Frauen kennen lernen: Mirjam 2. Mose 2,7-9 und
2. Mose 15,20; Abigail 1. Samuel 25; Ruth, Maria
und Martha Lk 10,38-42; Maria aus Magdala Joh.
20,11-18
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1.1.
Eine freche Göre – Schon in der Bibel?
Eine unbekannte Frau kommt ganz groß raus!
Stichwort
Sitzordnung
Methode
Stuhlkreis mit Mitte
Erläuterungen
Fördert die Beziehungen untereinander:
jede kann jede sehen und mit ihr kommunizieren.
Mitte
Bunte Tücher, eine Duftkerze,
Bibel
Die Mitte muss für mich immer direkt
oder indirekt auf das Thema hinweisen.
Begrüßung
Lied:
Einstieg
Überleitung
Der Kontakt wird wieder aufgenommen, eine neue
gemeinsame Atmosphäre wird geschaffen.
Strahlen brechen viele aus einem
Licht (EG 268,1-3)/ Vertrauen
wagen
Wettermassage (aus: Kooperative
Abenteuerspiele, S. 68)
Die Mädchen nehmen durch das Spiel vorsichtig
Körperkontakt miteinander auf; sie erleben jetzt etwas von
dem, was sie später im Text über Körperkontakt erfahren.
Gespräch; Einstieg in den Bibeltext
Die Mädchen schlagen den Bibeltext in ihrer Bibel auf, sie
können sich gegenseitig beim Aufschlagen helfen.
Textlesung durch Konfirmandinnen
Einzelne Konfirmandinnen lösen sich beim Lesen ab.
Verständnis
Gespräch: Was habt ihr gehört?
Eine Frau durchbricht den Kreis von geladenen Gästen. Sie
hat einen kostbaren Besitz. Sie tut etwas ungewöhnliches. Sie
salbt zum Tode und gleichzeitig zum Christus. Sie hat erkannt,
was die anderen nicht für wahr haben wollen: Jesus wird bald
sterben. Er ist der Christus, der Gesalbte!
Vertiefung
Arbeit in verschiedenen Gruppen:
Die Anwesenden (je eine Gruppe
von Frauen und eine von Männern)
schreiben einen Bericht für die
Zeitung/bzw. geben ein Interview für
die Presse. Die Frau berichtet ihrer
besten Freundin. Jesus spricht mit
einem Jünger über das Ereignis.
Vorstellen
der Ergebnisse
im Plenum
Geleitetes
Gespräch
Schlussrunde
Lied
Strahlen brechen v i e l e a u s e i n
e m Licht (EG 268,1-3)
Vaterunser
Segen
Abschied
Im Kreis stehend
Schwerpunkte könnten sein: Die Frau verschenkt sich mit dem
Salböl selbst, sie gibt alles, was sie hat. Sie hat gespürt, was
nötig ist. Jesus erkennt die Tat der Frau an. Er schützt sie vor
den Angriffen der Anwesenden. Er nimmt sie in das
Evangelium auf (zum Gedächtnis);
Gemeinsames Aufräumen, dabei sind
noch persönliche Gespräche möglich!
Konfirmandenunterricht
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1.2.
Freche Gören und starke Kerle - Schon in der Bibel?
Ein kleiner Mann wird groß - Zachäus auf dem Baum
Stichwort
Sitzordnung
Methode
Stuhlkreis
mit Mitte
Mitte
Tuch, Kopien von Geldscheinen,
Geldbeutel, Bibel, Handelswaren
Begrüßung
Lied
Erläuterungen
Fördert die Beziehungen untereinander, jeder kann jeden
sehen und mit ihm kommunizieren. Unterrichtender sitzt
mit im Kreis, ist einer unter den anderen.
Eine Mitte sollte auch für eine Jungengruppe gestaltet
werden. Sie sollen erleben, dass es gut tut, wenn man es
sich schön gestaltet. Die Mitte könnte direkt oder indirekt
auf das Thema hinweisen.
Der Kontakt wird wieder aufgenommen und eine neue
gemeinsame Atmosphäre geschaffen.
Ein Lied sollte nur mit musikalischer Begleitung (Gitarre)
gesungen werden. Durch das Instrument fühlen sich die
Jungen mit ihren Stimmen gut begleitet, bzw. übertönt.
Die Jungen sollen erleben, dass es normal ist, sich
gegenseitig zu berühren.
Anwärmspiel
Drachenschwanz
fangen/Klammerkampf
Überleitung, Einstieg:
Körperübung
Brainstorming: Was fällt uns alles
zu »Zoll«/»Zöllner« ein?
Die Jungen werden über eine gemeinsame
Sammlungsphase an das Thema herangeführt.
Vertiefung
Rollenspiel mit Hilfe von
vorgegebenen Rollen; kurze Zeit
der eigenen
Vorbereitung(Spielorte festlegen
und gestalten (mit Tischen,
Stühlen, usw.)
Erspielen des noch nicht
bekannten Textes als Gruppe
Gesprächsrunde
Jeder Spieler noch an »seinem
Spielort« und aus seiner Rolle
heraus: »Wie geht es mir jetzt als
...? Was habe ich erlebt,
erfahren?«
Die Gruppe sammelt sich wieder
zum Kreis, gestaltet auch die Mitte
wieder
»Ich, als Konfirmand heute, meine
zu dieser Geschichte: ...«
In einer reinen Jungengruppe ist es für die Konfirmanden
leichter, eine Rolle zu übernehmen und zu spielen. Sie
müssen sich nicht vor den Mädchen profilieren.
Vorgegebene Rollenanweisungen erleichtern den Start
ins Spiel ebenfalls, die Anweisung bildet ein »RollenGeländer«.
Leitung gibt Regieanweisungen, innerhalb derer die
Konfirmanden mit ihren Rollen zum Zuge kommen. Je
länger das Spiel dauert, desto kreativer und selbständiger
übernehmen die Jungen das Spiel und damit auch eine
Rolle.
Hier ist es für den Unterrichtenden wichtig, darauf zu
achten, dass die Konfirmanden wirklich aus ihrer Rolle
heraus erzählen!
Gesprächsrunde
Gesprächsrunde
Textlesung
Nachgespräch
Plenum
Plenum: Was ist neu/anders als
bei unserem Spiel? Was habt ihr
wieder entdeckt?
Die Konfirmanden sollten aktiv an der Gestaltung der
Mitte beteiligt sein
Hier sollte der Unterrichtende die Konfirmanden frei ihre
Eindrücke und Meinungen äußern lassen, er könnte
einzelne Schwerpunkte herausarbeiten:
 Wann ist ein Mensch klein/groß?
 Was macht den Wert eines Menschen aus?
 Was bewegt den Zolleinnehmer?
 Warum ist/fühlt er sich ausgegrenzt?
 Kenne ich solche Situationen in meinem Leben auch?
Diese Gesprächsrunde ist ein wichtiger Teil im
Stundenverlauf.
Einzelne Konfirmanden lösen sich beim Lesen ab.
Gesprächsschwerpunkt: Was bewegt Jesus, wenn er auf
Zachäus zugeht? Was traut er ihm zu? Was beschäftigt
Zachäus? Was bewirkt seine Veränderung? Wie
verändert er sich selbst? Ist er klein/groß?
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Schlussrunde
Lied
Vater unser
Segen
Abschied
Einzelarbeit: Jeder bekommt
einen gedruckten Geldschein aus
der Mitte. Auf die freie Rückseite
ergänzt jeder den Satz: Wenn ich
an Zachäus und Jesus denke,
dann ...
Gott gab uns Atem/Vertrauen
wagen
Im Kreis stehend
Entweder ausfüllen und in die Konfirmandenmappe
heften lassen oder die Aussagen noch einmal nennen
und in die Mitte legen (könnten in der nächsten Stunde
zur Weiterarbeit/Vertiefung genutzt werden).
Gitarre s. o.
Gemeinsames Aufräumen, dabei sind noch persönliche
Gespräche möglich!
Konfirmandenunterricht
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Thema der Einheit für die Konfirmanden: Freche
Gören und starke Kerle – schon in der Bibel?
Thema der Stunde: Ein kleiner Mann wird groß
– Zachäus auf dem Baum (Lk. 19,1-10)
Ziel: Die Jungen sollen erfahren, dass es in der
Bibel Erzählungen von »kleinen und schwachen
Kerlen« gibt, die gerade deswegen wichtig wurden.
Sie sollen verschiedene Texte kennen lernen, in
denen unbedeutende Männer eigenverantwortlich
gehandelt haben, und somit Dinge ins Rollen
gebracht haben.
Zeit: Doppelstunde, also 90 Minuten (s. o.)
Material: Bibeln oder Textblatt mit dem Bibeltext,
Tuch, Kopien von Geldscheinen, Geldbeutel
Weiterführung: Josef 1. Mose 37ff; Jona; David
wird zum König auserwählt 1. Samuel 16,1-13;
Petrus
Lk 5,1-11 und Mt. 14,22-36
Quelle: Bauer/Bauer: Von frechen Gören und
starken Kerlen, Konfirmandenarbeit mit Mädchen
und Jungen, in: Mork, C. (Hrsg.): Konfirmandenzeit
als Biographiebegleitung, Arbeitshilfen KU
Nr. 22, Religionspädagogisches Institut Loccum,
Loccum, 2003
Petra und Martin Bauer, Marklohe,
Diakonin und Diakon
Konfirmandenunterricht
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2. Gender Mainstreaming in der KonfirmandInnenarbeit
Titel:
Träger:
Arbeitsfeld/ Kontext:
Zielgruppe:
Zielsetzung:
Elemente
des Konzeptes:
Probleme,
die auftreten können:
AnsprechpartnerIn:
Geschlechtergerechtigkeit als Ziel der Arbeit
mit Konfirmandinnen und Konfirmanden
und als Thema im Unterricht
Kirchengemeinde;
eventuell Zusammenschluss mehrerer benachbarter
Kirchengemeinden
KonfirmandInnenarbeit
Es können einige Bausteine der KonfirmandInnenarbeit unter
diesem Aspekt betrachtet werden.
PastorInnen, DiakonInnen, GemeindepädagogInnen,
unterrichtende Teams im KonfirmandInnenunterricht;
Konfirmandinnen und Konfirmanden
Die Unterrichtenden in der KonfirmandInnenarbeit
werden für geschlechtsspezifische Interessen der
Konfirmandinnen und Konfirmanden sensibilisiert,
sie reflektieren ihr Frausein bzw. Mannsein
im Hinblick auf die Arbeit mit KonfirmandInnen,
sie überprüfen die Inhalte des Konfirmandenunterrichtes
auf ihre Einsetzbarkeit für Mädchen und Jungen,
sie suchen nach Möglichkeiten, Fragen von
Geschlechtergerechtigkeit zu thematisieren.
Entsprechende Arbeit mit den Unterrichteten.
Analyse der Ist-Situation:
Anzahl Jungen / Mädchen,
Geschlecht der Unterrichtenden,
Inhalte / Methoden des Unterrichtes (z.B. Gottesbilder);
Thematisierung der Erlebensebene der KonfirmandInnen
im Hinblick auf das Geschlecht der Unterrichtenden:
Welche Rollenbilder werden angeboten?
Gibt es Auseinandersetzungsmöglichkeiten
mit Männern und Frauen?
Entwicklung von Unterrichtseinheiten,
die auf die Fragen von Mädchen und Jungen eingehen,
Geschlechtergerechtigkeit thematisieren
und Handlungsangebote dafür aufzeigen.
Die Strukturen des Konfirmandenunterrichtes
erlauben unter Umständen nicht,
dass mehrere Unterrichtende (Männer und Frauen)
differenzierte Angebote machen können.
Literatur aus dem Gütersloher Verlagshaus:
KU – weil ich ein Mädchen bin (Hrsg. Sabine Ahrens u.a.);
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KU – weil ich ein Junge bin (Hrsg. Thorsten Knauth u.a.);
KU – weil wir verschieden sind (Hrsg. Roland Schwarz)
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3. Bausteine
3.1.
Wohin mit meiner Wut?
Reden; Handwerken; Kämpfen.
Ein Workshop für Jungen (und Mädchen)
3.1.1. Steinrunde
3.1.2. Gespräch
Nr. Zeit
Inhalt
1.
5
Steinrunde zur Vorstellung:
Wer bin ich?
Wo komme ich her? Was gehr mir gerade jetzt durch den Kopf? Wo schlägt
mein Herz?
2.
10
Gespräch: Was mache ich, wenn ich wütend bin?
Wo tue ich meine Wut hin? In mich rein fressen oder raus lassen?
Was geschieht, wenn ich das eine oder das andere tue?
3.
25
Bathakas herstellen. (siehe Bauanleitung)
4.
30
Der faire Kampf! (siehe Anhang)
5.
5
Entspannung nach dem Kämpfen. (siehe Anhang)
6.
10
Nachgespräch (siehe Anhang)
7.
15
Die vier männlichen Archetypen vorstellen.(siehe Anhang)
Gespräch: Aus welchen Anteilen besteht meine Persönlichkeit?
8.
15
Fragebogen
(siehe Arbeitsblatt 7: Fragebogen „Jungen, Beruf, Familie, Glück“)
Auswertungsgespräch
9.
5
120
Schlussrunde
Ma
teri
al
Konfirmandenunterricht
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3.1.3. Bauanleitung Bathakas:
Material:
1. Schaumstoffplatte: 50 x 60 x ca.6cm
2. Holzstab: 50 cm lang, 1,5 cm Durchmesser
3. Schaumstoffähnliche Hülle zur Isolierung von Heizungsrohren: Schlauch ca. 60 cm lang,
ca. 1 cm Wanddicke.
4. Rolle Teppichklebeband (doppelseitig klebend) 4-5 cm breit
5. 3 längere Kabelbinder
6. Isolierband (silbrig) 4-5 cm breit
Bauanleitung:
1. Der Holzstab wird mit Teppichklebeband umwickelt.
2. Die Heizungsisolierung wird der Länge nach aufgeschnitten, über den Holzstab gewickelt
(an einer Seite bündig) und fest gepresst.
Der Holzstab muss ca. 20 cm kürzer sein als die Isolierung, da sonst der Bathaka zu steif
wird und Verletzungsgefahr entstehen kann.
3. Die Heizungsisolierung wird der Länge nach mit zwei Streifen Teppichklebebande
beklebt.
Achtung: Eine handbreit als Griff an dem bündigen Ende frei lassen.
4. Die Schaumstoffplatte wird stramm um die Heizungsisolierung gewickelt und somit auf
dem Teppichklebeband fest geklebt.
Eine handbreit als Griff an einem Ende frei lassen.
5. Die Rolle fest zusammenhalten und mit 2 Kabelbindern kurz oberhalb des Handgriffes
festzurren.
6. Die überstehenden Enden der Kabelbinder abschneiden.
7. Die Kabelbinder werden mit Isolierband umwickelt um Verletzungen zu vermeiden und
den Schaumstoff zu verstärken der sonst beim „fairen Kampf“ reißen kann.
8. An zwei weiteren Stellen oberhalb der Kabelbinder die Schaumstoffrolle mit mehreren
Schichten Isolierband zusammenziehen. Nicht zu fest, da sonst der Schaumstoff an den zu
tiefen Kerben beim Kampf reißen kann.
3.1.4. Der Faire Kampf.
Themen: Akzeptanz von Regeln. Fairness in einer Auseinandersetzung. „Nein“ heißt auch bei
Jungen „Nein“. In Gedanken eine Person vorstellen auf die ich wütend bin. Spielerisch meine
Wut abarbeiten.
Regeln und Ablauf:
Ein Jungen fordert einen anderen heraus.
Der andere kann zustimmen oder ablehnen.
Bei Zustimmung folgt der Kampf:
Beide verneigen sich voreinander.
Es darf nicht auf Kopf, Hals oder Genitalien geschlagen werden.
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Man hält sich gegenseitig am rechten Handgelenk.
Es gilt die „Stopp Regelung“ eingesetzt von den Kämpfenden oder dem Schiedsrichter.
Die „Kämpfenden“ müssen bei dem Wort Stopp sofort „einfrieren“, d.h. aufhören zu
schlagen.
Bei dem Kampf kann die Stimme unterstützend eingesetzt werden.
Nach ein bis zwei Minuten ist der faire beendet und die Kämpfenden geben sich die Hand.
3.1.5. Entspannung nach dem Kampf:
Nachdem alle, die wollen gekämpft haben, können sich die Jungen zu zweit zur Entspannung
den Rücken mit der hohlen Hand abklopfen.
3.1.6. Nachgespräch:
Was ist fair, unfair? Absichtlicher oder unabsichtlicher Regelverstoß? Verletzlichkeit. Die
eigenen Grenzen, bzw. die des Gegenübers wahren. Körperlichkeit.
3.1.7. Die vier männlichen Archetypen
Tief verborgen in der männliche Psyche liegen - als eine Art Grundmuster - Urbilder
maskuliner Fähigkeiten, die männlichen Archetypen:
„Der König - Der Krieger - Der Magier - Der Liebhaber“
Sie können als Eckpfeiler gereifter, positiver und gelassener Männlichkeit gesehen werden.
Der Begriff "männlicher Archetyp" stammt aus den tiefenpsychologischen Studien
C.G.Jungs.
R. Moore und D. Gilette haben die Bedeutung der Archetypen für das heutige MannBewusstsein herausgearbeitet und sie im Einzelnen ausführlich beschrieben.
R. Moore, D. Gilette : "König, Krieger, Magier und Liebhaber", München 1992
Wichtiger Hinweis:
Es gibt keine Männer die einen Archetypen ganz und gar in Reinform verkörpern. Unsere
Persönlichkeit wird geprägt von mehr oder weniger starken Teilen aus den verschiedenen
Typen.
Der Archetyp des Königs
Das Bild des Königs
"Der vollendete Archetyp des Königs besitzt die Eigenschaften der Geordnetheit, des
besonnenen und rationalen Gestaltgebens, der Integration und Integrität in der männlichen
Psyche. Er bringt Festigkeit, Zentrierung und Gelassenheit. Sein "Befruchten" und seine
Zentriertheit machen ihn zum Kanal für Vitalität, Lebenskraft und Freude. Er bringt
Ausgeglichenheit und Fürsorglichkeit. Er wahrt unser Gefühl für Ordnung, unsere Integrität
Konfirmandenunterricht
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des Seins und der Sinnhaftigkeit, unsere primäre Gelassenheit angesichts der Frage nach
unserem Wesen, und die grundlegende Unangreifbarkeit und Selbstsicherheit unserer
maskulinen Identität." (R. Moore, D. Gilette)
Der König im Leben
Auf familiärer Ebene ist der fürsorglich verantwortungsvolle Vater beseelt von der
Königsenergie, auf gesellschaftlicher Ebene finden wir charismatische, integrative
Führungspersönlichkeiten, wie beispielsweise der Generalsekretär der vereinten Nationen.
Besondere Eigenschaften
Besonnenheit, Integrität, innere Autorität, Fürsorglichkeit, Harmonie, Ordnung und vieles
mehr.
Der Archetyp des Magiers
Der Magier im Leben
Beispiele der Gegenwart sind Schamanen, Heiler, Wissenschaftler, Philosophen, Therapeuten,
Meditationslehrer, Geistliche, . . .
Besondere Eigenschaften
Selbsterkenntnis, Einsicht, Weisheit, visionäre Gedankenkraft und vieles mehr.
Der Archetyp des Kriegers
Das bild des Kriegers
In ihrer positiven Form ist die Kriegerenergie einer überpersönlichen Verpflichtung geweiht,
allem voran dem Schutz der Gemeinschaft. Sie setzt sich ein für eine Sache und löscht einen
Gutteil menschlicher Engherzigkeit aus. Dabei ist der Krieger ein Mann der Tat. Ausgebildet
durch eine hingebungsvolle Schulung von Körper und Geist ist er im idealen sinne Herr seiner
Emotionen und weiß mit aufkommenden Zweifeln und Ängsten und auch mit Aufregung und
Wut umzugehen. Achtsam widmet er sich den Situationen und Aufgaben der Gegenwart.
Der Krieger im Leben
In seiner tatkräftigen Haltung scheut der Krieger keine Konflikte und geht diese offensiv an.
Beispiele der Gegenwart sind aktive Umweltschützer (Greenpeace), Soldaten (UNO), Sportler
...
Besondere Eigenschaften
Achtsamkeit, Präsenz, Treue, Zielgerichtetheit, Klarheit, Disziplin, Mut,
Durchsetzungsvermögen und vieles mehr.
Konfirmandenunterricht
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Der Archetyp des Liebhabers
Das bild des Liebhabers
Der Archetyp des Liebhabers steht für die Fähigkeit des Mannes, weit reichend in
Verbundenheit mit der Welt zu sein, und zwar vor allem körperlich sinnlich. Beseelt von der
Energie des Liebhabers will der Mann berühren und berührt werden.
"Er will die Welt sinnlicher Wahrnehmung in ihrer Ganzheit erfahren." (R. Moore, D.
Gilette).
Dabei ist er in der Lage, Grenzen aufzulösen, das Verbundensein aller Schöpfung zu erfahren
und leidenschaftliche Beziehungen einzugehen.
Kurz: Er besitzt die Fähigkeit zu Hingabe und Liebe.
Der Liebhaber im Leben
Der Liebhaberarchetyp fördert die schöpferische Seite des Lebens und zeigt sich besonders im
Künstler, Maler; Musiker, Dichter - und auch im Lebenskünstler, Genießer, erotischen
Liebhaber - die alle eine weitgehend sinnliche Verbindung mit dem Leben eingehen.
Besondere Eigenschaften
Empathie, Mitgefühl, Kreativität, Spiel, Hingabe, Sinnlichkeit und vieles mehr.
Es folgt: Arbeitblatt zum Verteilen (möglichst auf eine Seite reduzieren):
Konfirmandenunterricht
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Die vier männlichen Urbilder (Archetypen)
Tief verborgen in der männlichen Psyche liegen - als eine Art Grundmuster - Urbilder männlicher
Fähigkeiten, die männlichen Archetypen: „Der König; Der Krieger; Der Magier; Der Liebhaber“
Wichtiger Hinweis:
Es gibt keine Männer die einen der vier Typen ganz und gar in Reinform verkörpern. Unsere Persönlichkeit
wird geprägt von mehr oder weniger starken Teilen aus den verschiedenen Typen.
Der Königs
Das Bild des Königs
Der König besitzt die Eigenschaften Ordnung und Besonnenheit. Er ist ein sachlicher Gestalter der
Verschiedenes zusammen bringt und unbestechlich ist. Er bringt Festigkeit und Gelassenheit mit und bringt
die Sachen auf den Punkt. Er ist ein Kanal für Lebendigkeit und Freude. Er bringt Ausgeglichenheit und
Fürsorglichkeit. ER steht für die Selbstsicherheit der männlichen Person.
Der König im Leben
Auf familiärer Ebene ist der fürsorglich verantwortungsvolle Vater beseelt von der Königsenergie, auf
gesellschaftlicher Ebene finden wir Ausstrahlungskraft und Zusammenführung. Beispiel:
Führungspersönlichkeiten, wie beispielsweise der Generalsekretär der vereinten Nationen.
Besondere Eigenschaften
Besonnenheit, Unbestechlichkeit, innere Autorität, Fürsorglichkeit, Harmonie, Ordnung.
Der Magier
Der Magier im Leben
Beispiele der Gegenwart sind Schamanen, Heiler, Wissenschaftler, Philosophen, Therapeuten,
Meditationslehrer, Geistliche, . . .
Besondere Eigenschaften
Selbsterkenntnis, Einsicht, Weisheit, visionäre Gedankenkraft.
Der Archetyp des Kriegers
Das Bild des Kriegers
Die positive Energie des Kriegers schützt die Gemeinschaft. Sie setzt sich ein für eine Sache und kämpft für
die Freiheit. Dabei ist der Krieger ein Mann der Tat. Ausgebildet durch eine hingebungsvolle Schulung von
Körper und Geist ist er im idealen Sinne Herr seiner Emotionen und weiß mit aufkommenden Zweifeln und
Ängsten und auch mit Aufregung und Wut umzugehen. Achtsam widmet er sich den Situationen und
Aufgaben der Gegenwart.
Der Krieger im Leben
In seiner tatkräftigen Haltung scheut der Krieger keine Konflikte und geht diese offensiv an. Beispiele der
Gegenwart sind aktive Umweltschützer (Greenpeace), Soldaten und Polizei (UNO), Sportler ohne Doping.
Besondere Eigenschaften
Achtsamkeit, Präsenz, Treue, Zielgerichtetheit, Klarheit, Disziplin, Mut, Durchsetzungsvermögen.
Der Liebhaber
Das Bild des Liebhabers
Der Liebhaber steht für die Fähigkeit des Mannes, intensiv mit der Welt in Verbindung zu sein, und zwar vor
allem körperlich sinnlich. Beseelt von der Energie des Liebhabers will der Mann berühren und berührt
werden.
Dabei ist er in der Lage, Grenzen aufzulösen, die Ganzheit der Schöpfung zu erfahren und
leidenschaftliche Beziehungen einzugehen.
Kurz: Er besitzt die Fähigkeit zu Hingabe und Liebe.
Der Liebhaber im Leben
Der Liebhaber fördert die schöpferische Seite des Lebens und zeigt sich besonders im Künstler, Maler;
Musiker, Dichter - und auch im Lebenskünstler, Genießer, erotischen Liebhaber - die alle eine weitgehend
sinnliche Verbindung mit dem Leben eingehen.
Besondere Eigenschaften
Mitgefühl, Kreativität, Spiel, Hingabe, Sinnlichkeit.
Konfirmandenunterricht
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3.1.8. Arbeitsblatt 7: Fragebogen „Jungen, Beruf, Familie, Glück“
Konfirmandenunterricht
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Konfirmandenunterricht
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3.2.
Thema: Mädchen und Jungen
Material
9.00
Ritual, Lied, Organisation
„… und zum Dritten!“ Thema:
Geschlechtsrollenzuschreibungen.
Hinweis: Das Ganze sollte die Leichtigkeit behalten, die die
gewählte Spielform ermöglicht. Es ist sinnvoll, die gewählten
Gegenstände in doppelter Ausführung vorrätig zu haben, damit
beide Geschlechter die Möglichkeit haben den Gegenstand zu
wählen.
Wie auf einer Versteigerung werden verschiedene Gegenstände
des täglichen Lebens marktschreierische zur Klassifizierung
angeboten:
„Ist dieser Schraubenzieher eher weiblich oder eher männlich?“
Die Jugendlichen rufen ihre Entscheidung zu, bis der Gegenstand
- „Zum Ersten, zum Zweiten, und zum Dritten“ - in die Kiste
befördert wird, nach der am meisten verlangt wurde.
Sind alle Gegenstände (ca. 20) versteigert, gehen die Mädchen
wie die Jungen mit ihren Kisten in Kleingruppen und besprechen
folgende Fragen:
 Welche Gegenstände fehlen uns welche sind in unserer Kiste
fehl am Platz? Warum lehnen wir die Gegenstände ab, die wir
nicht in „unserer Kiste“ haben wollen?
 Welche wollen wir unbedingt wieder abgeben? Welche wollen
wirt behalten?
 Welche Gegenstände können tatsächliche klar einem
Geschlecht zugeordnet werden?
 Welche Gegenstände können beiden Geschlechtern
zugeordnet werden?
Anschließendes Zusammenkommen der Gruppen und
Informationsaustausch.
Männer jammern eher. Thema:
Geschlechtsrollenzuschreibungen.
Die beiden Seiten des Raumes kennzeichnen. Männlich und
weiblich. Die Jugendlichen stellen sich auf einer Skala auf, je
nachdem ob sie den genannten Begriff eher männlich, eher
weiblich finden oder auch neutral finden.
Wichtig ist darauf hinzuweisen, dass sich jede Person nach ihrer
Hammer, zwei
Körbe oder
Kisten, viele
verschiedene
Gegenstände
vom BH über
Parfümfläschc
hen bis hin
zum
Schraubenzieher.
Konfirmandenunterricht
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eigenen Meinung einordnet, auch wenn die Mehrheit ganz
woanders steht.
Begriffe: schmusen, auf etwas bestehen, streiten, jammern,
lange schlafen, telefonieren, Sport machen, sich entschuldigen,
über Zärtlichkeit reden, Auto fahren, sich schön machen,
spazieren gehen, hart arbeiten, Angst haben, …
Gespräch: Was war besonders klar oder besonders schwierig
zuzuordnen?
Was geschieht mit Mädchen bzw. Jungen, die sich nicht so
verhalten, wie es für ihr Geschlecht typisch ist? Kennt jemand
Beispiele?
Samt und Currywurst Thema:
Geschlechtsrollenzuschreibungen
Erfahrungsgemäß gibt es bei dieser Übung Streit und Aufregung
aber auch viel Klarheit über Vorurteile und Zuschreibungen durch
das andere Geschlecht. Der Streit sollte aufmerksam begleitet
werden.
Es werden geschlechtshomogene Gruppen gebildet, die das
jeweils andere Geschlecht kennzeichnen sollen, indem sie auf eine
Bodenzeitung notieren, was Männer/Frauen sind als …
Pflanze, Tier, Kleidungsstück, Nahrungsmittel, Farbe,
Landschaft, Gebäude, Wetter, Möbelstück, etc. …
Die Sammlungen der Charakterisierungen werden nach 20
Minuten ausgetauscht und jede Gruppe setzt sich mit den
Äußerungen auseinander. Es werden Kommentare dazu
geschrieben, die die andere Gruppe wieder zur Kenntnis und
Diskussion bekommt. Schließlich wird im Plenum das diskutiert,
was die Gruppen für wichtig halten.
Die Kommentare zu den Bezeichnungen des eigenen Geschlechts
durch die andere Gruppe sollen anhand folgender Leitfragen
geäußert werden:
 Stimmen die Bezeichnungen?
 Welche Einschätzungen stehen dahinter?
 Wie sehen wir uns selbst?
große Bögen
Papier
Filzstifte
Wie die Karten fallen …
Stelle die vor du wachst morgen früh auf und bist eine Person
im anderen Geschlecht.
Fragebögen
Der Faire Kampf.
Themen: Akzeptanz von Regeln. Fairness in einer
Auseinandersetzung. „Nein“ heißt auch bei Jungen/Mädchen
„Nein“.
Konfirmandenunterricht
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Regeln, Ablauf:
Ein Jungen/Mädchen fordert eine andere Person heraus.
Der/die andere kann zustimmen oder ablehnen.
Bei Zustimmung:
Beide verneigen sich voreinander.
Es darf nicht auf Kopf, Hals oder Genitalien geschlagen werden.
Man hält sich gegenseitig am rechten Handgelenk.
Es gilt die „Stopp Regelung“ eingesetzt von den Kämpfenden
oder dem Schiedsrichter. Die „Kämpfenden“ müssen bei dem
Wort Stopp sofort „einfrieren“, d.h. aufhören zu schlagen.
Nach ein bis zwei Minuten ist der faire Kampf beendet und die
Kämpfenden geben sich die Hand.
Entspannung:
Nachdem alle, die wollen gekämpft haben, können sich die
Jungen/Mädchen zu zweit zur Entspannung den Rücken mit der
hohlen Hand abklopfen.
Nachgespräch:
Was ist fair, unfair? Absichtlicher oder unabsichtlicher
Regelverstoß? Verletzlichkeit. Die eigenen Grenzen, bzw. die des
Gegenübers wahren. Körperlichkeit.
Geschichte von den warmen Schmuserchen
Geschichte vorlesen und am Ende kleine Fellstückchen verteilen.
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3.3.
Zeit
20
15
15
20
20
20
30
Konfitag: Mädchen Jungen Freundschaft
Inhalt/Methode
gestaltete Mitte TN erraten das Thema
Spiel zum Auflockern
Organisatorisches
Gruppe in Mädchen und Jungen aufteilen
Programm der Mädchen:
Film: Thema Mädchen.
Fotokartei: Männer und Jungen.
Meinen Traumprinz auswählen.
Gegenseitig vorstellen und begründen.
6 Zeichnungen
Frage: Welches Bild kommt deiner Vorstellung von Liebe am
nächsten?
Jedes Mädchen entscheidet sich für ein Bild.
Austausch in 3er Gruppen.
Aus Julias Tagebuch: Erste Liebe.
Welchen Rat würdest du Julia geben?
Schreibe ihr einen Brief.
Einige Briefe werden vorgelesen.
Rollenspiel: Auf der Parkbank.
Zwei Mädchen sitzen auf der Parkbank.
Zwei Jungen kommen vorbei und „machen die Mädchen an“.
(Mädchen spielen die beiden Jungs.)
1. Wie man(n) es nicht machen soll. Übertrieben. Peinlich.
Völlig daneben: Gockelhaft vorbeistolzierend
Rambomäßig sich aufplusternd
Super-cool, von sich selbst überzeugt: „Schau mir in die Augen,
Kleines.“
Mit anzüglichen Sprüchen.
2. Wie man es machen soll.
Etwas schüchtern darf es schon sein.
Eine Mischung aus Beherztheit und respektvoller Zurückhaltung.
Schön muss es nicht unbedingt sein, aber nett und ohne diese
ewigen Übertreibungen.
Test: Bist du das Supergirl, um das sich die Jungen reißen?
Test ausfüllen und auswerten.
Gespräch über das Ergebnis.
Programm der Jungen
Film: Junge, Junge
Material
Tuch Kerze
Fotos: Frauen,
Männer, Paare
Fotos
Kopien
Kopien, Stifte,
Papier
Kopien
Kopien, Stifte
Film,
Konfirmandenunterricht
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Rekorder,
Beamer
20
30
30
15
30
15
15
Gespräch über den Umgang mit Frustration. (aufteilen in zwei
Jungengruppen)
Anknüpfend an den Film in die eigene Erlebniswelt übergehen.
Möglicher Umgang mit Frust: Abreagieren.
Wir stellen Batakas her.
Der Faire Kampf.
Themen: Akzeptanz von Regeln. Fairness in einer
Auseinandersetzung. „Nein“ heißt auch bei Jungen „Nein“.
Regeln, Ablauf:
Ein Jungen fordert einen anderen heraus.
Der andere kann zustimmen oder ablehnen.
Bei Zustimmung:
Beide verneigen sich voreinander.
Es darf nicht auf Kopf, Hals oder Genitalien geschlagen werden.
Man hält sich gegenseitig am rechten Handgelenk.
Es gilt die „Stopp Regelung“ eingesetzt von den Kämpfenden
oder dem Schiedsrichter. Die „Kämpfenden“ müssen bei dem
Wort Stopp sofort „einfrieren“, d.h. aufhören zu schlagen.
Nach ein bis zwei Minuten ist der faire beendet und die
Kämpfenden geben sich die Hand.
Nachdem alle, die wollen gekämpft haben, können sich die
Jungen zu zweit zur Entspannung den Rücken mit der hohlen
Hand abklopfen.
Nachgespräch:
Was ist fair, unfair? Absichtlicher oder unabsichtlicher
Regelverstoß? Verletzlichkeit. Die eigenen Grenzen, bzw. die
des Gegenübers wahren. Körperlichkeit.
Nein sagen!
Nähe und Distanz.
Paare bilden. Einer geht auf den anderen zu. Der Stehende teilt
dem anderen non verbal, mit Augenkontakt „Stopp“ mit.
Mädchen und Jungen kommen wieder zusammen.
Film „Das erst Mal“ anschauen.
Gruppe in Mädchen und Jungen aufteilen.
Gespräch über den Film.
Mädchen und Jungen erstellen in getrennten Gruppen eine
Liebeszielscheibe.
Auf Karteikarten werden Begriffe und Sätze gesammelt die zum
Thema Liebe gehören und für eine Freundschaft wichtig sind.
Vorgeschrieben Karten werden mit ins Spiel gebracht.
Material
Batakas
Film,
Rekorder,
Beamer
Zielscheiben,
Karteikarten
Eddings
Klebestifte
Konfirmandenunterricht
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Die Karten werden auf der Zielscheibe angebracht.
Das Wichtigste in die Mitte, die Begriffe, die weniger wichtig
sind nach außen.
Die Jugendlichen sollen sich darauf einigen, an welche Stelle
welcher Begriff kommt. Das Miteinander-Sprechen ist dabei das
Wichtigste.
Gegenseitiges Vorstellen der Liebeszielscheiben.
Verabschiedung
Konfirmandenunterricht
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4. „Buebe im Konf“ - jungenspezifische
Konfirmandenarbeit
Notizen zur Projektpräsentation am Halbtag „Jungs – Männer – Väter – Männerspezifische
Methoden in der Gemeindearbeit“, von Thomas Schaufelberger
Diese Projektpräsentation zeigt anhand zweier kleiner Beispiele, wie jungenspezifische Arbeit
ohne Mehraufwand und ohne Spezialistenwissen in der alltäglichen Konf- und Jugendarbeit
funktionieren kann. Die beiden Beispiele sind im Rahmen von Konfirmandenlagern
ausprobiert worden, weil dort der Spielraum (Raum zum Spiel) größer ist als innerhalb der
wöchentlichen Konf-Unti-Stunde.
Vorstellbar sind ähnliche Programme aber auch an Wochenenden oder an BlockUnterrichtskursen.
4.1.
Drei Gedanken zur Ausgangslage
1. Im volkskirchlichen Umfeld findet der KonfirmandInnen-Unterricht immer statt mit
unterschiedlich motivierten Teilnehmenden. Sie unterscheiden sich nicht nur in Lebensweise,
Weltanschauung, Reife, innerer Motivation, Intelligenz und Zugehörigkeit zu einer
bestimmten Jugendszene, sondern auch durch ihr Geschlecht. Von jungenspezifischer
Konfirmandenarbeit können wir also nur sprechen, wenn wir dabei gleichzeitig an
mädchenspezifische Konfirmandinnenarbeit denken.
2. Ich interpretiere die Konfirmation als „rite de passage“ – als Übergangsritual vom
Kindesalter zum Erwachsenenleben, oder zumindest vom abhängigen Kind zum autonomen,
eigenverantwortlichen Jugendlichen, der neue und größere Spielräume erhält. In jeder KonfKlasse führe ich eine Unterrichts-Sequenz durch zu den verschiedenen Interpretationen von
Konfirmation (siehe Anhang). Plausibel erscheint den meisten Konfirmandinnen und
Konfirmanden nur „Abschluss des Unterrichts“ und „Übergangsritus zum Erwachsenwerden“.
Ich spüre wie KonfirmandInnen die häufige Rede von ihrer kommenden Erwachsenenzeit
stolz macht und ihnen ihre – oft unsicheren und gekrümmten -Rücken stärkt. Von hier aus
bietet sich an, auch darüber nachzudenken, welcher erwachsene Mann oder welche
erwachsene Frau ich werden will – jenseits der Schwelle Konfirmation. Theologisch ist mir
beim Übergangsritual „Konfirmation“ der Segen wichtig. Er bringt das sola gratia zum
Ausdruck.
3. Die Konfirmandenarbeit steht in einem Zusammenhang mit dem Konzept für Jugendarbeit
in unserer Kirchgemeinde. Unter den Hauptzielen werden betont:
• Animatorische, pädagogische und seelsorgerliche Begleitung von Kindern bis zu ihrem
Erwachsenwerden.
• Kirchliche Beheimatung und Förderung eines mündigen, eigenverantwortlichen Lebens und
Glaubens.
Konfirmandenunterricht
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• Der reformierten Kirche ist wichtig, mit ihren Inhalten identitätsstiftend zu sein.
• Jugendliche, Kinder und deren Eltern entdecken für sich und in sich neue, andere, heilsame
Handlungsmöglichkeiten, die aus dem Evangelium erwachsen.
Konfirmandenunterricht
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4.2.
Beschreibung der Idee
Initiation im Konflager
Im Konf-Jahr soll an einem – oder mehreren – Punkten, das bevorstehende „rite de passage“
(Übergangsritual) Konfirmation nicht nur zu hören, sondern auch zu erleben sein. Als
möglicher Ort einer solchen nachempfundenen Initiation im Konfjahr habe ich das KonfLager als Spielraum entdeckt. In meinen Konf-Lagern verbringen die Jungen einen Teil des
Lagers (12 bis 24 Stunden) unter sich im Rahmen eines Programms, das den Schritten einer
traditionellen Stammesinitiation nachgeht. (siehe Anhang: Quelle unbekannt, Richard Rohr?).
Diese Schritte sind:
1. Abschied und Trennung
Stammesritual: Weg von der Welt der Mutter/Schwestern – Bruch mit der Kindheit
Konf-Lager:
Aus dem (Lager-)alltag herausholen, weg von den Mädchen, von den (mütterlichen)
Leiterinnen.
Männer – Väter - Jungs
2. Feuerprobe und Einweihung
Stammesritual: Lehrzeit – Weisheit und Technik der alten Männer – Entbehrungen und
Schmerz
– Mutproben und „2. Geburt“
Konf-Lager:
Die Leiter/der Pfarrer traut und mutet ihnen (freiwillige) Mutproben zu – in einem Ritual
werden sie als Männer angenommen („geboren“), gleichzeitig soll die Bestärkung („confirmatio“) in ihrer Verbindung zu Jesus, unserem Bruder und Befreier, erfolgen.
3. Rückkehr als Männer
Stammesritual: Aufnahme als Mann/Mitglied in der Dorfgemeinschaft – Feier (neu: Name,
Kleider, Rechte, Pflichten, Beziehungen zu Frauen).
Konf-Lager .
Rückkehr mit dem solidarischen Männerkreis auf eine andere Art und Weise – der neue
Status wird bestätigt und gefeiert (Konfirmation allerdings erst später mit neuen Rechten und
Pflichten).
4.3.
A. Programmablauf Konf-Lager I
Die erste Durchführung dieses Programmpunktes fand statt in einem Konf-Lager im Jura zum
Thema „Freundschaft“ (von den KonfirmandInnen gewählt). An einem regnerischen und
kalten Tag im Frühjahr stand ein Tagesausflug auf dem Programm. Wegen Regen konnte die
Konfirmandenunterricht
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geplante Velotour nicht durchgeführt werden, so entschieden wir uns, mit dem Zug nach La
Chaux-de-Fonds zu fahren – ins Uhrenmuseum.
Weil das Lagerhaus rund eine Stunde vom Bahnhof entfernt liegt, waren bei der Rückkehr am
späten Nachmittag alle sehr erschöpft, nass und aufgeweicht. Alle zogen warme Kleider an
und genossen die freie Zeit bis zum Nachtessen.
Etwa eine halbe Stunde vor dem Nachtessen war ein Treffpunkt abgemacht mit allen.
Gleichzeitig kochten die männlichen Lagerleiter in der Küche „Chili con carne“ vor, was zu
Fragen Anlass gab.
Das Geheimnis wurde aber noch nicht gelüftet. Erst bei der Zusammenkunft gab es folgende
Anweisungen:
• Die Jungen packen jetzt warme Kleider und ihren Schlafsack in einen Rucksack. Mitnehmen
außerdem Thermosflasche, Zahnbürste, Wanderschuhe. In zwanzig Minuten brechen wir auf.
• Für das Nachtessen sind nur die Mädchen hier.
• Mitteilung an die Mädchen: Seht euch eure Kollegen noch einmal gut an! Jetzt sind sie noch
„Buebe“ – wenn sie zurückkommen werden sie „Männer“ sein.
Zunächst großes Entsetzen unter den fünf Jungen, dann allerdings vermischt mit Neugier.
Das weitere Programm folgte dann dem Initiations-Dreischritt:
4.3.1. Abschied und Trennung
• Einleitung: „Fast alle Kulturen der Welt kennen eine Einweihung der Jungen zu Männern.
Zu dieser Einweihung gehört auch, dass die Jungen Aufgaben, die ihnen gestellt werden,
lösen können. Die Konfirmation hat eine ähnliche Bedeutung. Wir gehen jetzt auf eine solche
Reise mit Aufgaben. Am Schluss werdet ihr Männer sein.“
• Autofahrt und kurze leichte Wanderung (20 Minuten)
• Erster Auftrag: Einen Platz suchen und herrichten, wo wir miteinander essen können (Chili
con carne in Pfadi-Kesseln).
• Diskussion: Mit dem Erwachsenwerden nehmen wir alle - langsamer oder schneller Abschied
von den Eltern. Macht das Angst? Freut ihr euch darauf? Wie stellt ihr euch diesen Abschied
vor?
4.3.2. Feuerprobe und Einweihung
• Die Wanderung geht weiter (20 Minuten). Inzwischen ist es dunkel geworden. Wir sind in
abgelegenem
Gebiet. Aus dem Regen ist Schneefall geworden. Es ist kalt.
• Feuerprobe: Die fünf Jungen müssen mit nur drei Streichhölzern und einer Zeitung ein Feuer
im Wald herstellen. Die beiden Lagerleiter bleiben außerhalb des Waldes und sollen
benachrichtigt werden, sobald das Feuer brennt.
• Die Jungen nehmen ihre Aufgabe sehr ernst und verkünden nach einer Viertelstunde, dass
das Feuer jetzt brennt. Sie werden gelobt. Alle setzen sich rund um das wärmende Feuer.
Männer – Väter – Jungs „Buebearbät im Konf“
• Diskussion: Wenn ihr jetzt bald zu Männern werdet, wie wollt ihr sein? Wie wollt ihr auf
keinen Fall sein? Auf was freut ihr euch? Was stresst euch bei dem Gedanken? Welche
Vorbilder habt ihr? Es entsteht eine sehr intensive Diskussion mit viel Stille dazwischen. An
ihr beteiligen sich auch solche, die im Konf-Unti als „schwierig“ gelten.
Konfirmandenunterricht
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• Durch Schneegestöber geht die Reise weiter mit am Feuer entzündeten Fackeln. Zu Fuß
weitere zwanzig Minuten. Am Ende der Wanderung – es ist inzwischen fast 23 Uhr – steht ein
Bauernhof und „Schlafen im Stroh“. Die Bäuerin lädt uns in die warme Stube und serviert
Tee, den alle dankbar – und sichtlich stolz – trinken.
4.3.3. Rückkehr als Männer
• Wir beziehen das Schlafquartier im Kuhstall auf Stroh.
• Ritual: Auf Strohballen sitzend feiern wir das Abendmahl (mit Betonung der Verbindung zu
Jesus, unserem Bruder und Befreier) mit mitgebrachtem Brot und richtigem Wein (, den sie
jetzt – als Männer – trinken dürfen).
• Am nächsten Morgen kehren wir nach einem guten Frühstück zu Fuß zurück zum
Lagerhaus.
• Die Jungen erzählen von ihrer Reise, die Mädchen erzählen von ihrem Programm, allerdings
ohne Details. Sie behalten auch viel für sich. So bleibt diese Nacht für beide Seiten nicht bis
ins letzte Geheimnis gelüftet.
• An der Konfirmation entscheiden die Jungen, von ihrer Initiationsreise zu erzählen –
zusammen mit einigen Dias.
Einer erzählt:
D’Fraue (Bild 1) sind mit dä zwei Leiterinne Andrea Knoblauch und Eliane Trottmann im
Huus blibe und händ zäme Znacht gässe. Sie händ sich nachere Stund im Gmeinschaftsrum
troffe. D’Andrea hät d’Fraue über d’Gschicht vom Buchtanze ufklärt. Nachher händs selber
mit ihrne mitbrachte Hüfttüecher buchtanzt. Leider händ mer da kei Fotine oder mir därfets
nöd zeige. D’Männer sind mit em Thomas Schufelberger und em Joel Kropf zerscht mit em
Auto an Bahnhof Les Reussilles gfahre und denn z’Fuess wiiter. (Bild 2)
Nach zirka ere viertel Stund händ mir uf eme Bänkli s’mitbrachte Chili gässe. Dänn sind mir
wider witer glofe. Dä Michi, dä Claude, dä Lorenz, dä Michel und ich händ dän a me
Waldrand d’Ufgab übercho mit drü Zündhölzli und e chli Zitig es Füür z’mache. Das ich nöd
e mal so eifach gsi, denn s’Holz isch nass gsi und darum sehr schwer brennbar. Mir händ öpe
e Halbstund vor em Für echli greded und händ denn wils agfange hät schneei witer lauf möse.
Es isch immer stärker go schneie cho und es isch no es ziitli gange bis mir zum Burehof cho
sind wo s’Stroh für d’Nacht scho gwartet hät. Mir händ dä fein Tee vo dä Bürin no därfe
gnüsse. (Bild 3) Dänn sind mir is Stroh und händ no s’Abigmahl mit Wii und Brot gfiiret.
(Bild 4 und 5)
Mir händ no e ganz bequemi Nacht vor eus ka.
4.4.
B. Programmablauf Konf-Lager II
Wiederum war das Thema des Lagers, das im Berner Oberland stattfand, von den
KonfirmandInnen gewählt: „Beziehungen on the beach“. Ein Tag galt „Männer- und
Frauenfreundschaften“.
Am Morgen wurde am Thema „Sexualität“ ein geschlechterspezifischer Block durchgeführt.
Männer und Frauen erstellen getrennt Fragenkataloge ans andere Geschlecht, welche
Konfirmandenunterricht
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wiederum in geschlechtergetrennten Gruppen beantwortet wurden. Am Nachmittag dann
folgte der Initiationsblock – wiederum in drei Schritten:
1. Abschied und Trennung
• Der versammelten Lagergemeinschaft wird eröffnet, dass die Jungen sich jetzt auf eine
gefährliche Reise machen, um Männer zu werden. „Schaut sie noch einmal an – jetzt sind sie
Jungs, nachher werden sie Männer sein“.
• Fahrt und Spaziergang. Dazwischen Diskussion zu Abschied von den Eltern (siehe oben)
2. Feuerprobe und Einweihung
• Nach einer Wegbiegung wartet um 16.00 Uhr ein Bergführer auf uns. Die Jungen wissen
noch nicht, was sie erwartet. Männer – Väter – Jungs „Buebearbät im Konf“
• Der Bergführer instruiert in die Technik des Abseilens.
• In zwei Stufen seilen wir uns unter Anleitung ab in die Cholerenschlucht. Die erste Stufe ist
etwa 15 Meter hoch, die zweite etwa 38 Meter. Zu meinem Erstaunen schaffen die Mutprobe
alle der acht Jungen.
3. Rückkehr als Männer
• Nach einem weiteren Spaziergang kochen wir gemeinsam auf einem Feuer Chili con carne,
wärmen uns und diskutieren über das Erwachsenwerden, über Männerfreundschaften und
über das Mannsein.
• Rückkehr noch am Abend. Wir erzählen von unseren Erlebnissen. Die Mädchen schenken
jedem Jungen eine am Nachmittag hergestellte Massagelotion und bieten an, damit den
Jungen die Rücken zu massieren – allerdings haben sie eine Bedingung. Es dürfen keine
blöden Sprüche kommen. Nach einiger Diskussion lassen sich nur zwei – sonst eher scheue –
Jungen auf das Experiment ein.
• Die darauf folgende Nachtwanderung wird für einige zu einem intensiven spirituellen
Erlebnis.
• Im Lager entsteht eine Homepage: Dort ist nachzulesen (www.ref.ch/staefa):
• Di 16.10.2001; Thema: Männer- und Frauenbeziehungen Als wir geweckt wurden erfuhren
wir, dass die Nachtwanderung nicht stattfinden würde, weil es während der Nacht geregnet
hatte. Nach dem Morgenessen versammelten wir uns im Gemeinschaftsraum. Dort begann der
Tag wie immer, zuerst mit einem kleinen Input und dann mit dem 'Logbucheintrag'. Danach
teilten wir uns in zwei Gruppen auf, eine Mädchengruppe und eine Knabengruppe. Diese
schrieben dann gegenseitig Fragen zum Thema Sexualität für die andere Gruppe auf, welche
danach beantwortet wurden. Bald danach gab es Mittagessen. Als wir das Essen
abgeschlossen hatten, teilten wir uns für den Nachmittag auf. Die Knaben gingen auf eine
'Reise' um 'Männer' zu werden. Diese Reise bestand aus einem Ausflug zu einer Schlucht wo
wir uns Abseilten und anschließend bei einem kleinen Lagerfeuer unser Nachtessen kochten.
Auch die Mädchen wurden zu 'Frauen' indem sie am Nachmittag eine Creme und ein
Massageöl herstellten, die bei einer entspannenden Massage auch gleich ausprobiert werden
konnten. Am späteren Abend kam dann die Idee auf, die Nachtwanderung in der kommenden
Nacht nachzuholen.
Konfirmandenunterricht
31/36
4.5.
Mi. 17.10.2001; Thema: Sexualität
Heute war ein spezieller Tag, wir mussten oder 'durften' um 3Uhr aufstehen, um uns auf die
Nachtwanderung zu begeben. Die ersten Kilometer legten wir mit dem Auto zurück, dann
hieß es aussteigen und zu Fuß weitergehen. Unsere Wanderung führte uns auf das Elsighorn
(2341 m), um dort den Sonnenaufgang zu genießen. Es wurde hell und heller, aber die Sonne
wollte noch nicht kommen und wir warteten etwa90 Minuten, doch vielen riss der
Geduldsfaden und wollten wieder gehen um warm zu bekommen, weil die Nacht extrem kalt
war. Nach einem großen Morgenessen hatten wir 5 Stunden Zeit um uns zu erholen. Als das
Abendessen beendet war, beschlossen wir noch einmal die kleine Dorfkirche zu besuchen,
diesmal war sie aberoffen. Nach unserem kleinen Gottesdienst mit Kerzenschein und einem
Abendmahl konnten diejenigen die wollten, an einem kleinen Fackelspaziergang teilnehmen.
Der Tag endete wie üblich mit einer Tipprunde und einer Frage-Beantwortung durch das
lagereigene "Dr. Sommer"-Team.
Beobachtungen/Schlüsse
Obwohl ich vor der ersten Durchführung nicht damit gerechnet hatte, haben die Jungen – nach
anfänglicher Skepsis – begeistert auf den Programmpunkt reagiert. Ich führe das zurück auf
folgende Momente:
• Im Erleben von Pubertierenden jungen Männern und Frauen ist das Thema der
Identitätsfindung (bzw. Identitätsdiffusion) zentral. Neue Wertmassstäbe werden gesucht,
neue Beziehungen, die Geschlechtlichkeit und Unabhängigkeit entdeckt – verbunden mit
Selbstzweifeln und Verletzlichkeit. Die Initiation, der Übergang zu einem neuen Sein, zu
einem autonomen, selbständigen und - Männer – Väter – Jungs „Buebearbät im Konf“
sicheren Mannsein, nimmt alle diese Themen auf und thematisiert sie auf einer Erlebnisebene.
So gewinnt auch die Konfirmation selber neue Kontur.
• Für die Konfirmanden scheint auf der einen Seite die Aufgabe im Programm wichtig zu
sein. Der Test oder die Mutprobe ist zentraler Gegenstand in der berichtenden Erzählung der
Teilnehmenden.
• Dadurch, dass zu Beginn das Ziel und der genaue Ablauf der Reise geheim gehalten wird,
entsteht eine – paradoxerweise fast kindliche - Spannung und Neugier auf das Ritual.
• Äußerst wichtig finde ich auch die bewusste Verabschiedung von der weiblichen
Lagergemeinschaft mit dem Satz: „Jetzt sind sie Jungen, nachher werden sie Männer sein.“
Die Mädchen übernehmen so eine Art Zeuginnenfunktion. Unzählige Bemerkungen und
Gespräche werden anschließend darüber ausgetauscht: Lobend-anerkennend bis zu spöttischaberkennend, wenn sich die Jungen auch nachher wie „Jungs“ verhalten.
• Als zentrales Element habe ich auch die Solidarität und die Gemeinschaft unter den
künftigen Männern erlebt. Es ist ein Erlebnis, einmal „Männergespräche“ zu führen, noch
dazu mit Erwachsenen, die sich echt interessieren und von der anderen Seite der Schwelle
berichten.
• Die Bereitschaft der Leitenden, sich auf die Situation mit Jungen einzulassen, ihnen
verständnisvoll und aufmerksam zugewandt zu sein, ist eine Voraussetzung.
Konfirmandenunterricht
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• Das Abendmahl stellt zum einen eine wichtige Beziehung her zu Religion und Spiritualität,
andererseits gewinnt es im Rahmen der Übergangsthematik an Relevanz.
• Hilfreich für die Durchführung war die Abgeschiedenheit der Lagerhäuser. Dadurch gab es
nicht nur zeitlichen, sondern auch räumlichen Spiel-Raum. Die Erfahrung der völligen
Abgeschiedenheit von jeglicher Zivilisation ist für durchschnittliche Züri-Kids schon ein
Erlebnis für sich.
• Die Mädchen haben die Zeit ohne Jungen in beiden Lagern als enorm positiv erlebt. Endlich
konnten einmal Themen besprochen werden, ohne blöde Zwischenbemerkung von „unreifen“
Jungs. In beiden Fällen haben die Frauen besonders gut gegessen. Sie haben die Tische
dekoriert und mit Kerzen gedeckt. Und wichtig erscheint mir auch, dass sie ein Programm
gestalten, das ebenfalls etwas Besonderes ist: Im ersten Lager wurden Milch-Shakes
getrunken und Bauchtanz geübt. Im zweiten Lager wurden Schmuck und Kosmetika
hergestellt.
Offene Fragen
• Noch nicht befriedigend gelöst finde ich die Verbindung zu Religion und Spiritualität. Das
identitätsstiftende des Glaubens ist noch zu wenig wirksam. Es ist im ersten Programm mit
dem Abendmahl zwar stark vorhanden, im zweiten Programm fiel sie fast völlig weg.
• Als ungelöste Problematik am Konzept empfinde ich, dass männliche Stereotypen durch die
Anlage „Mutprobe“ eher noch zementiert werden als hinterfragt.
• Das zeitliche Auseinanderfallen von Konf-Lager und Konfirmation ist unbefriedigend.
Aufwand Der finanzielle Aufwand war im ersten Lager gering. Mehraufwand zu den üblichen
Lagerkosten hat einzig die Übernachtung im Stroh verursacht. Etwa 25 Franken pro Person.
Der finanzielle Aufwand im zweiten Lager war größer, weil der Bergführer 400 Franken
kostete. Dafür fielen keine Übernachtungskosten an. Der personelle Aufwand liegt im
Rahmen der normalen Konf-Lager-Vorbereitungen.
Kontaktperson
Thomas Schaufelberger, Pfarramt der Evang.-ref. Kirchgemeinde Stäfa, Tödistrasse 3, 8712
Stäfa,
Tel. 01/926 14 70, Fax 01/926 82 71, e-Post: [email protected]
Konfirmandenunterricht
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5. Jungen in der Konfirmandenarbeit
Der Ausgangspunkt wird sein, sich erst einmal – von den eigenen Erfahrungen ausgehend –
Fragen zu stellen wie die folgenden (dazu sind die Antworten notiert, die in unserer Gruppe
genannt worden sind).
Wir nehme ich die Jungen wahr?
Pubertät
Anders, als sie sich geben
Aggressiv
Unsicher/ängstlich
„wilde Fohlen“
„schlaffe Säcke“
brauchen einen „Pferdeflüsterer“
„cool“
mimosenhaft
berechnend und materialistisch
Wie reagieren wir auf sie?
Positiv
Mit Sympathie
Genervt
Grenzen ziehen
Wie erleben die Jungs mich als Mann?
Zwingt zu was
„ein Mann, der was ganz anderes vertritt“
Warum die Jungs so sind, wie sie sind – oder: Jungen müssen ihre Art, wie sie
Jungen sein
wollen, erst herstellen („Gender“)
All die genannten Beobachtungen haben damit zu tun, dass Jungen – allein und gemeinsam
mit
anderen –ihre ganz individuelle Art, sich als Junge zu verstehen und darzustellen, erst
hervorbringen, erfinden müssen (das versteht man unter „doing gender“). Das bietet
Freiräume
und nötigt zugleich, sich in einem Feld enormer Unsicherheiten zu bewegen. Das gilt in allen
Beziehungen: anderen Jungen gegenüber, zu den Mädchen und natürlich auch zum
Unterrichtenden. Entscheidend ist es, sich authentisch als Person und Mann als
Beziehungspartner anzubieten und unter den Jungen Erfahrungsräume zu eröffnen, die
ihnen
ermöglichen, sich als Jungen und werdende Männer zu erproben.
Beispiel: Die anderen und ich – Konkurrenz oder Partnerschaft?
Partnerarbeit: Schattenriss-Portrait
Meine Licht und Schattenseiten (anschließend: Museum)
„Ringkampf“ nach Regeln
1. Mose / Gen 4: Kain und Abel (einen Moment auswählen und malen)
Ein alternativer, nicht-gewalttätiger Schluss zur Geschichte
(Für weiteres Interesse sei verwiesen auf den Band: „KU – weil ich ein Junge bin“,
Gütersloher
Verlagshaus, 2002)
Andreas Ester
Konfirmandenunterricht
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6. Bücherliste Konfirmationsunterricht und Jugendarbeit
Titel
Praxis der Jungenarbeit
Praxishilfen für die Jugendarbeit
von Benedikt Sturzenhecker, Reinhard Winter
Juventa Verlag Weinheim und München, 2002
Jungenarbeit
Praxishandbuch für die Jugendarbeit Teil 2
von Uwe Sielert
Juventa Verlag Weinheim und München, 1989
Jungenarbeit
Praxishandbuch für die Jugendarbeit Teil 2
von Uwe Sielert
Juventa Verlag Weinheim und München, 2002
Mädchenarbeit
Praxishandbuch für die Jugendarbeit Teil 1
von Renate Klees, Helga Marburger, Michaels Schumacher
Juventa Verlag Weinheim und München, 2000
KU weil ich ein Mädchen bin
von Sabine Ahrens, Annebelle Pithan
Gütersloher Verlagshaus, 1999
KU weil ich ein Junge bin
von Thorsten Knauth, Frie Bräsen, Ekkehard Langbein und Joachim
Schroeder
Gütersloher Verlagshaus, 2002
Sexualpädagogische Materialien
für die Jugendarbeit in Freizeit und Schule
von Uwe Sielert, Frank Herrath, Heidrun Wendel, Reinert Hanswille
und andere
Beltz Verlag Weinheim und Basel, 1993
Neues Kursbuch Konfirmation
Ein Arbeitsbuch für Konfirmandinnen und Konfirmanden
von Hans-Martin Lübking
Patmos Verlag Düsseldorf, 2004
Kampfesspiele
Von Josef Riederle
Kommentar
Konfirmandenunterricht
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Gewalt Akademie Villigst, 2003
Konfirmandenunterricht
36/36
Neues Kursbuch Konfirmation
Ein Praxisbuch für Unterrichtende in der Konfirmationsarbeit
von Hans-Martin Lübking
Patmos Verlag Düsseldorf, 2001
In unserer Straße
Jungsgeschichten über Liebe, Freundschaft, Sex und Aids
Autor: Rainer Neutzling
Herausgeberin: Bundeszentrale für gesundheitliche
Aufklärung, Köln,
Mädchensache (n)
Autorinnen: Christel Bossbach, Elisabeth Raffauf
Herausgeberin: Bundeszentrale für gesundheitliche
Aufklärung, Köln,
Klotzen Mädchen
Spiele und Übungen für Selbstbewusstsein und
Selbstbehauptung
von Sigrid und Hartmut Hoppe
Verlag an der Ruhr, 1998
Müssen Jungen aggressiv sein?
Praxismappe für die Arbeit mit Jungen
Von Jens Krabel
Verlag an der Ruhr, 1998
Arbeitshilfen KU Nr. 22
Konfirmandenzeit als Biographiebegleitung
von Carsten Mork
RPI Loccum, 2003
AIDS Mappe
Materialien, Hinweise, Praktische Tips
zum Umgang mit AIDS in der Jugendarbeit
Herausgeber: Deutscher Bundesjugendring, Bonn, 1992
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