Grundprobleme der Zeitgeschichte - Studienvertretung Geschichte

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Grundprobleme der Zeitgeschichte
28.02.2011
Versuch, 20.Jahrhundert in seiner Gesamtheit und geordnet zu betrachten:
Beginn: 1.01. 1901 (Naturwissenschaftler, Physiker)
Für Historiker ist die Zeit veränderbar, deshalb ist der Beginn nicht so festgelegt.
Zeiterfahrung kann schwanken; kann unterschiedlich wahrgenommen werden und kommt auf
die Person drauf an (=individuell).
Für Historiker hängt es von der Fragestellung ab, wann das 20. Jhr. Beginnt!
Hobsbawm bezeichnet es als „Zeitalter der Extreme“ Weltmächte sind aufeinander geprallt.
Für ihn beginnt das 20.Jhr. 1917 und endet 1989 (da Welt bipolar; Faschismus und Gewalt
bestimmen die Welt)
Aber wenn 20. Jhr. als Jahrhundert der Moderne, der Industrialisierung etc. angesehen wird,
muss es bereits viel früher beginnen.
Wenn 20. Jhr. mit der Wirtschaft beginnt, muss ebenso früher angefangen werden (= auch
abhängig von unterschiedlichen Ländern).
Wann 20. Jhr. eingeordnet werden soll, hängt von den Historikern ab, was und nach welchem
Bereich gefragt wird. Zeit + Raum = flexible Kategorie!
Zeit und Raum bestimmt sich aus dem eigenen Selbstverständnis, daraus ergeben sich Nähe
und Ferne. Man selbst geht zwar immer vom Hier und Jetzt aus, ist aber individuell und nichts
Messbares, da flexibel!
Nähe kann sich auf Nähe der Kultur, Nähe der Sprache, Nähe der Denkweise beziehen und
muss sich nicht auf physische Nähe beschränken! (Damaskus = Näher als Nordamerika,
trotzdem fühlen wir uns in Nordamerika eher beheimatet!)
Politik:
20. Jhr. beginnt mit der Republikgründung (1918), Habsburger haben ein Ende und Österreich
„entsteht“.
Weltpolitisch:
Beginn: 1914 mit dem 1. Weltkrieg (= Urkatastrophe des 20.Jhr.) ODER
Beginn: 1917 Weltkrieg wird zum Weltkrieg da Amerika mit eintritt und der
Oktoberrevolution in Russland
Politische Geschichte = meist Ereignisgeschichte (Daten sind bei Ereignissen von
Bedeutung!) Ereignisse sind also Daten und können an Daten festgemacht werden!
Wenn aber nicht politikhistorische Annäherung, sondern nach Prozessen gefragt wird: „Seit
wann gibt es moderne Gesellschaft?“ z.B. Wenn es um Kultur oder Soziales geht, wird immer
nach Prozessen gefragt!
3 Strukturdaten prägen die Geschichte, je nachdem wie ich mich ihr annähere:
-
Ereignisse
Prozesse (Entwicklungen)
Personen (christliche Zeitrechnung wird zum Beispiel in vor Christi (BC) und nach
Christi (Anno Domini) eingeteilt)
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Es gibt also keine genaue Zuordnung wann Geschichte für uns anfängt! Man versucht
allerdings Einschnitte zu finden, die für die Kultur überregional von Bedeutung sind!
Für unseren Vortragenden Konrad beginnt das 20. Jhr. in dem sich Strukturen der modernen
Gesellschaft herauszubilden beginnen Zeitalter der Moderne!
Definition von Moderne:
Moderne, Vormoderne, Antimoderne, Postmoderne
Wann beginnt Moderne?
 gilt nicht zeitgleich in der ganzen Welt! „Gleichzeitigkeit der Ungleichzeitigkeit“ (es gibt
auch Regionen, in denen man bis heute noch nicht von Moderne sprechen kann, durch
Analphabetismus z.B.). Umsetzung in der Geschichte vollzieht sich nicht überall zur selben
Zeit und auch nicht in dieselbe Richtung! Weltprozess ist nicht vorgeschrieben!
Begriff der „Hegemonie“: heißt, dass sich etwas als relativ verbindlich durchgesetzt hat.
Etwas bestimmt den Diskurs. (In Graz sind mehr Fußballanhänger für Sturm = repräsentativ,
obwohl es z.B. auch GAK gibt).
Trotz aller Einschränkungen kann man sagen, dass die Welt modern geworden ist! Durch
Kommunikation, Möglichkeit des Reisens (Mobilität) etc. Dennoch gibt es Ungleichheiten in
der Entwicklung. Nicht alle Menschen reisen durch die Welt, nicht für Jeden hat das z.B.
dieselbe Bedeutung! Zum Diskurs wurde Moderne jedoch hegemonial!
7.03.2011
Wechsel vom 19. ins 20. Jhr. aus einer Weltperspektive:
(Wie stellt sich Jahrhundertwende dar?)
Ende des 19.Jhr. ist von Globalisierung, Wechsel der Welt, Kommunikationsrevolution
(=Internet) geprägt.
Globalisierung: Bewegung von Menschen und Waren macht riesigen Sprung nach vorwärts
(Eisenbahnnetz, Dampfmaschinen).
Millionen ziehen in der 2. Hälfte des 19.Jhr. nach Nordamerika (hat mit Binnenmobilität in
Europa zu tun. Ost zieht nach West und darauf folgend in die USA). Einwohnerzahl von Wien
hat sich im 19. Jhr. verzehnfacht durch Zuwanderer die den Arbeitsplätzen nachziehen.
Meistgesprochene Sprache in kleinen österreichischen Städten war tschechisch. Es gab große
Staaten/ große Aufteilungen (Tschechien gehörte z.B. noch zu Österreich).
Nicht nur in Europa, auch Inder z.B. ziehen innerhalb des britischen Imperiums nach
Südafrika Arbeitsmobilität (selten Vertreibung). Welt kommt kommunikativ in Bewegung
(Telefonkabel). Kommunikation wird schneller, Aktualität der Zeitungen steigt. Menschen
ziehen vom Land vermehrt in die Stadt. Gesamtproduktion von Waren hat sich verzehnfacht/
Städte werden größer, es werden mehr Lebensmittel benötigt. Auch Verzehnfachung des
Handelns Import & Export = Globalisierung (Gewürze kommen z.B. aus Indien, Suezkanal
= präsent etc.). Globale Wirtschaft hat noch keine politische Beschränkungen völlig frei
entfaltende Ökonomie.
Entwicklungen vollziehen sich natürlich weltweit unterschiedlich schnell.
Meiji- Zeit (1868-1912): Kaiserliche Restauration. Ziel: modernes Japan zu bauen (nach
europäischem Vorbild), neues Erziehungswesen, Infrastruktur etc.
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Innerhalb weniger Jahrzehnte wird Japan eine führende Republik. China hingegen ist
desintegriert, riesengroß, kaum zu verwalten, nicht zentralisiert, nicht so moderne Strukturen
und im Endeffekt wesentlich schwächer als Japan.
Lateinarmerika: Kolonialreich der imperialischen Mächte, zerbröselt spätestens nach 1863.
Hinterhof der USA, aber im Prinzip sind alles souveräne Staaten ohne Europäer.
Afrika: Am dramatischsten. Formelle Aufteilung im letzten Jahrzehnt bis Beginn des 1.
Weltkriegs.
Frankreich im Ost- Westen, England im Süden, Deutschland möchte auch Kolonien (Togo,
Kamerun, Namibia). Kongo wird zur Privatkolonie des britischen Königs.
Afrika ist in der Staatenbildung weit hinten. Nur Schauplatz und Objekt der Geschichte, erst
im späteren Verlauf des 20. Jhr. beginnt Entkolonialisierungsprozess.
Einordnung der ersten großen Systeme (inklusive Denkmuster: „Wie erklärt sich die Welt?“)

Zeitalter der Moderne:
Zeitgeschichte und Moderne; Was ist Lebens- und Wertegefühl in diesem Jahrhundert?
7 zentrale Merkmale mit denen man Gesellschaft beschreiben könnte:
1. Industriegesellschaft: (Wachstum und Warenproduktion, Technisierung, Beschleunigung
der Produktion, Fließband, Arbeitsprozesse werden zerlegt, Entfremdung (Menschen
haben zu Produkten, die sie erzeugen, nicht mehr so eine Beziehung), genormte
Arbeitszeiten die nicht mehr dem Lebensrhythmus des Menschen entsprechen, Menschen
nähert sich mehr und mehr der Maschine an, Großbetriebe
2. Demokratie (politisch): Versuch demokratische Modelle durchzusetzen = ein zäher
Prozess (auch im Bezug auf Genderfrage), Idee der politischen Gleichheit (schneller in
den USA, auch in England schneller, bei uns 1848 erstes großes demokratisches
Aufflackern. Nicht überall zeitgleich)
3. Mobilität: horizontale Mobilität: ich bewege mich von A nach B. vertikale Mobilität: ich
kann in einer modernen Gesellschaft sowohl auf- als auch absteigen Leistungsprinzip
(durch Bildung, Lernen, Trainieren kommt man nach oben, durch Faulheit und Trägheit
nach unten)
Position in der Gesellschaft kann durch Leistung bestimmt werden und ist nicht mehr nur
durch Geburt vorgegeben. Soziale Vereinheitlichung: Man muss sich Doktortitel
erarbeiten und bekommt nicht automatisch Adelstitel dazu.
4. Aufklärung (=entscheidend):  Säkularisierung oder Entzauberung der Welt (kulturell),
Religion ist nicht mehr vorherrschend, ich bin nicht das was ich durch göttliche
Auserwähltheit bin.
In der bildenden Kunst: in vormodernen Zeiten ist Kunst fast ausschließlich
„Auftragskunst“. Es gibt 3 Felder in der Kunst: - griechische Antike (religiöse Motive,
Ansichten) – Portraits von Landschaften – griechische Mythologie
In der Moderne beginnen Künstler die Welt nach subjektiver Wahrnehmung zu malen.
Impressionisten/Expressionisten. Künstler sind autonom. Verständnis von Kunst und
eigentliche Kunst driften immer weiter auseinander. Frage nach Abstraktion/
künstlerischen Intention wird immer komplexer.
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5. Fortschrittsmöglichkeit: Rationalität. Glaube, dass Alles machbar ist und alles durch
Fortschritt besser wird. (Heute ist Zahnbehandlung noch nicht schmerzfrei, in ein paar
Jahren vl. aber doch) Es gibt immer einen Schritt danach; Glaube an die Machbarkeit,
Rationalität etc. (in der Medizin, Biologie, NAWI etc.) Alles ist verbesser- und
beschleunigbar!
6.
Vereinheitlichung: Sprache (raus aus dem Dialekt in die Hochsprache), Uhrzeit
(Einteilung der Welt in Zeitzonen), Versuch Normen zu schaffen (Maße, Temperatur etc.) =
aber nach wie vor unterschiedlich (Fahrenheit, Celsius). Einheitswerbung,
aber zeitgleich ein Differenzierungssystem: Durch Spezialisierungen im Berufssystem z.B.
(hohe Spezialisierungen, hohe Leistungen erforderlich) Wer kann was? Man geht zum
Ohrenarzt, Augenarzt etc. aber wer geht noch zum Doktor?
6. Moderne= urban
Stadt, Lärm, Licht, Ballungszentrum
Land geht in die Stadt
Modernität= Licht, welches sich in den Ballungszentren verdichtet. Je heller und lauter,
desto zentraler. Urban = keine Zustandsbeschreibung, sondern immer ein Prozess!
Systeme sind hegemonial; 3,5% Land ernähren 96,5% Stadt
Moderne hat mindestens 3 zeitgleich laufende Gegenstandsbeschreibungen:
- Vormoderne (Aberglaube z.B.)
- Antimoderne
- Postmoderne
(alle drei verlaufen gleichzeitig)
Postmoderne: Grenzen des Wachstums. Rückschläge in der Demokratie (fundamentale
Bedrohung) Demokratie ist kein linearer Prozess. Neoabsolutismus, Instabilität der
Gegenwart.
Mobilität wird immer wieder günstig beschränkt.
Ob man zu einem bestimmten Studium zugelassen wird ist in der Postmoderne nicht
ausgemacht; Idee der Durchlässigkeit wird immer wieder unterbunden. AufklärungSäkularisierung  es gibt Sekten, Mythologien, Wunderheiler, es gibt transzendentes
Wunschdenken „Irgendetwas muss es ja geben“, transzendentale Sehnsucht
21.03.2011
Weg in die Moderne prägt das 20. Jhr.
1. negative Konsequenz der Modernisierung ist der 1. Weltkrieg (=ev. Sogar bedeutender als
der 2. WK, 2. WK war aber schrecklicher)
1. Weltkrieg „Urkatastrophe“ des 20. Jhr. (also der Beginn der Katastrophe), 30jähriger
Krieg; nimmt 1914 seinen Ausgangspunkt
Erwartungen:
 Nervöses Zeitalter
 „Schneller Krieg“: Man zieht in den Krieg und nach wenigen Monaten kommt man
siegreich nach Hause
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Erfahrungen:
 Shell-Schock (Einschläge von Granaten  Soldaten sind demoralisiert, zittern, sind
„leer“
 Giftgas
Besonderheiten des 1.WK: Menschen (in Europa) haben eigentlich keine Ahnung was ein
wirklicher Krieg eigentlich sein kann, da Erfahrung nicht wirklich gegeben ist (zumindest in
Österreich und Deutschland). Die Kriege, die das 19.Jhr. bisher kennt, sind meist nicht von
langer Dauer. Gefühl der Kriegshelden ist sehr ausgeprägt! Generation der Jungen hat keine
Ahnung was Krieg bedeutet. Europäische zentrierte Weltordnung; es entstehen Bündnisse, die
sich in Europa auftürmen. Feldzug gegen Serbien, der durch Bündnisse zum Feldzug
ausgewachsen ist.
Entscheidend ist:
 Der enorme, technische Fortschritt (über Rüstungsindustrie). Krieg ist technisiert und
ungeheurer Beschleuniger der technischen Mittel. Durch Kriegserfordernisse geht die
technische Entwicklung sehr beschleunigt voran. Luftfahrt wurde komplett entwickelt (bis
hin zur zivilen Luftfahrt), U- Boote wurden entwickelt, große Bomben und Geschütze
wurden entwickelt, Panzer wurden entwickelt, Landschaft weist Richtung auf (bietet
Schutz, hat also eine Funktion)

Entstehung des Nationalismus

Es entstehen Fronten, die sich nicht mehr weit bewegen, sondern tief in der Landschaft
eingraben (Schützengräben in den Sumpfgebieten). Formen der Schützengräben erzeugen
unterschiedliche Probleme: Einsetzung von Giftgasen (schleichender Tod in den Gängen)
z.B.. Munition des Maschinengewehrs wird entwickelt (von der deutschen Industrienorm).
In den Schützengräben gibt es neuartige Konstellation: Furcht und man läuft mit
eingezogenem Kopf herum. Man hat ganz andere Formen von Kriegsführungen und
Kriegserlebnissen. Man ist nicht mehr Herr seiner Selbst, Angst macht sich breit.
Gebückte dauerhafte Haltung in den Schützengräben. Psychische Krankheiten breiten sich
aus „Shell Shock“ = Trauma durch spezifisches Ereignis (Einschlag einer Bombe z.B.).
Neue Formen der Medizin entstehen; Grazer Nobelpreisträger Julius Wagner- Jaurek hat
Methode zur Behandlung der Shell Shocks entwickelt. Er hat Elektroschocks eingesetzt
um Simultanten von ernsthaft traumatisierten Menschen zu unterscheiden und Simultanten
wieder an die Front zu schicken.
1.WK setzt neue Geschlechterrollen frei. Frauen gehen in die Betriebe, zerstörte Männer
kehren heim, Frauen sind zum Teil also notwendigerweise in der stärkeren Position.
Feldpostbriefe werden hin- und hergeschickt. Überwachungsstruktur wird verstärkt.
Propagandaentwicklung; Krieg verändert die Kunst.
Krieg verändert das ganze Leben. Krieg verändert auch mittelfristig die politischen Ansichten.
Eine Art Faschismus entwickelt sich aus den Schützengräben Rechte entwickeln sich!
Kriegsgefangenschaften in den Ostblöcken (Russland) hieraus entwickeln sich eher die
Linken!
Krieg hat Verhalten zwischen den Menschen untereinander verändert! Landkarte wurde
verändert, Technisierung weiter voran getrieben.
Beginn des 20.Jhr. ist eigentlich: 1917
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Es gab 2 weltpolitische Ereignisse:
 Eintritt der USA in den Krieg (auf Seiten der Alliierten, England). Präsident Willson
(USA) hat bestimmte Vorstellungen einer Friedensordnung. Er will Führungsmacht anstreben.
USA haben gesamte Entwicklungslinien mitgetragen (Waffen, Nahrung etc.). Kriegseintritt
der USA bringt neue Weltmacht ins Spiel, Macht rückt weg aus Europa und verlagert sich
nach Washington.
 Russland überwindet Zerrissenheit und versucht liberale Gesellschaft zu bilden. Lenin
wird nach Russland zurückgeholt. Oktoberrevolution: Polschemisten gelingt es, Macht zu
übernehmen
 Russland unterbricht liberalen Grundkonsens; Klassen als Ordnungskonzept
 Lenin führt Russland aus den Krieg heraus „Frieden von Brest- Litowsk“
1917: USA als Industriemacht mit Konzept des liberalen Freihandels. Russland als
sozialistische Organisation der Welt.
Deutlich wird, dass sich das Verhältnis zwischen erster, zweiter und dritter Welt verschoben
hat. ¾ der Staaten sind in den krieg involviert. Selbstbestimmungsrecht der Völker (14.
Punkte Plan Willson’s Forderung).
1.WK als „Gründungsurkunde der Selbsthilfe“
Nationales Selbstverständnis der Kolonien und Semikolonien entsteht. „Wir waren dabei und
wollen jetzt unseren Anteil“.
1. WK hat rund 17 Millionen Menschenleben gefordert. Moderne offenbart sich hier erstmals
von ihrer dunklen Seite, deshalb „Urkatastrophe“. (schön, dass es Eisenbahnlinien gibt, aber
Eisenbahnlinien liefern auch schneller Munition). 1.WK zeigt Schrecken, Menschen werden
deformiert, psychisch und moralisch umgeformt und getötet etc.
1.WK ändert Landkarten nachhaltig: Russland grenzt an Deutschland. Es gibt
Estland/Lettland/Litauen/Ungarn, Habsburgerreich zerfällt; osmanisches Reich wird
aufgelöst. 1.WK führt zu Problemen Osteuropas.
28.03.2011
Zentrale Stichworte vom letzten Mal:

1.WK als „Urkatastrophe“ des 20.Jhr.: da große Opferzahlen (inkl. Kriegsverwundete) +
große Traumatisierung + Krieg als Beschleuniger von Technik (Luftfahrt, Schifffahrt,
Panzer etc.)
-
Unterschiedliche Erfahrungen durch unterschiedliche Szenarien, unterschiedliche
Fronten führt zu unterschiedlichen Verhaltensmustern (Schützengräben)
o Kriegsgefangenschaft aus dem Osten= Linksliberal
o Schützengräben an der Westfront= Bilden späteres Faschistentum
Heute:
Wie hat 1.WK neu geordnet/ Resultat?
 1.WK hat politische, ökonomische & soziale Gesamtlandschaft der Welt verändert. Er hat
eurozentrische Sichtweise, die bis 1914 gegeben war und erste globale Sichtweisen verändert.
Machtzentren wurden aus Europa weggerückt: Einerseits nach Washington und andererseits
nach Moskau (Sowjetunion).
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1917: entscheidendes Wendejahr des Kriegs:
- USA tritt in den Krieg ein, hat Kriegserklärung gegen Deutschland unterzeichnet.
Technische und ökonomische Hilfeleistung der Amerikaner
- Kriegsaustritt Russlands 1917 durch revolutionäre Ereignisse. Zarenregime wurde beseitigt
und die bürgerliche Regierung kam an die Macht. Kommunisten = Machtzuwachs. Lenin=
„Für Friede, Brot & Land“ (=Alles ist besser, als der Krieg). Zulauf zu den Linken trotz hoher
Anzahl von Analphabeten.
1917/1918:
Wilson (amerikanische Präsident) schreibt „14 Punkte“ nieder.
 Völkerbund
o Es wird zuerst diskutiert und nicht gleich mit der Waffe
gehandelt
 Nationale Rechte /Bügerrechte
o Politisch, geographische Ordnung schaffen
Lenin (russischer Präsident): nach Machtübernahme der Bolschewiki geh t
Russland in Friedenszustand. Mit dem Friedensvertrag von Brest- Letowsk
(Friede ohne Annextion und Kontributionen) geht man aus dem Krieg raus und
strebt Veränderung des Landes an.
2 unterschiedliche Konzepte:
-Konzeption des Ostangebots wie Welt am Ende des Krieges zu ordnen sei: Gesellschaft
gliedert sich in Klassen (vertikale Sichtweise)
-Konzeption des Westens: Gesellschaft gliedert sich in Nationen (horizontale Sichtweise).
Idealtypisch nach Lenin: Gesellschaft gliedert sich in zwei feindselige Gruppen. Mehrheit
derer, die nichts haben, lehnen sich gegen Minderheit derer, die etwas haben auf und führt zu
Gleichheit aller Menschen.
Wilsons 14 Punkte hatten die Idee einer Nachkriegsordnung, die ein liberales Miteinander
fördern sollten (aber haben nicht wirklich funktioniert):
1. Offene, öffentlich abgeschlossene Friedensverträge, Transparente Diplomatie
2. Uneingeschränkte Freiheit der Schifffahrt auf dem Meer
3. Wirtschaftliche Schranken sollen beseitigt werden, Freihandel!
4. gegenseitige Bürgschaft
5. Freier, unparteiischer Ausgleich aller Kolonialansprüche
6. Räumung des russischen Gebietes, Russland= neuer Hauptfeind
7. Belgien muss geräumt und wieder hergestellt werden, Souveränität soll bleiben
8. Französisches Gebiet muss geräumt werden
9. Berechtigung der Grenzen Italiens
10. Völkern Österreich und Ungarn freie und autonome Entwicklung
11. Unter türkischer Herrschaft stehende Staaten können sich frei entwickeln etc.
Gesamtidee: Idee der vereinten Nationen
Positiv: Abschaffung der Geheimdiplomatie und Handelsgrenzen
ABER:
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Wilson spricht immer von Selbstbestimmungsrecht und geht davon aus, dass es klar
erkennbare Grenzlinien gibt= Kernproblem des 20. Jhr. Wilson geht naiverweise davon aus,
dass man über nationales Selbst Bescheid weiß. Wilson geht davon aus, dass zwischen
Österreich und Italien klare Grenzen sind, da er Sprachunterschiede mit Nationen gleichsetzt.
(Sprache allein definiert nicht Zugehörigkeitsgefühl). Bevölkerung ist immer in Bewegung (In
Wien ist z.B. Mehrheit der Bevölkerung zu dieser Zeit tschechisch und nicht österreichisch).
Man ändert Selbstzuschreibung im Leben mehrfach (also zu welcher Nation man sich selbst
zählt). Durch Sprache allein definiert sich nicht „die“ Nation.
Resultat: Griechen gegen Türken z.B. (ethnische Säuberungen)
Rechte: Welche Rechte gibt es, wenn man nicht weiß, was Völkerdefinitionen und
Nationaldefinitionen ausmacht? Es geht hier nur um Völkerrechte und nicht um
Menschenrechte 2. großes Problem
Fehlschluss: Man glaubt es gibt Zusammenhang zwischen Sprache und Nation.
3 Probleme: Selbstbestimmungsrecht, klar erkennbare Grenzlinien, Sprache
Warum soll man Nation mit Sprache definieren? Es gibt unterschiedliche, kulturelle Nationen,
die sich durch Religion und nicht durch Gemeinsamkeit von Sprache definieren. Man kann
z.B. Staatsbürgerschaften von anderen Ländern bekommen. Sprache, Territorium und
Religion allein sagen noch nichts aus! Hier wird machtpolitisch gehandelt! (nicht
nationspolitisch)
Welt wird in Arm und Reich und in Nationen geteilt, trifft aber nicht zu!
Am Ende des 1.WK:
Krieg kostet rund 17 Millionen Menschenleben + Traumatisierungen + dauerhafte
Friedenslösung konnte nicht erzielt werden! Ende der 1. „Globalisierungswelle“ Welt=
kleiner geworden, Russland fällt aus Welthandel raus und die Weltwirtschaft engt sich ein. 1.
großer Zweifel bei vielen Menschen an der Sinnhaftigkeit der modernen Entwicklung breitet
sich aus. Verwissenschaftlichung der Welt (Medizin, Mobilität, Gewürze etc.) wurde zuvor
als etwas Positives gesehen (Gedanke= Moderne ist positiv, da sie Erleichterung und Vorteile
verschafft). Krieg hat dunkle Seite der Moderne aufgezeigt, Kriegslandschaften sind
entstanden (Bomben in Feldern, Felder können deshalb nicht begangen werden), Zerstörung
(Flächenbombardements, Luft- und Panzerkrieg), Technologie ist nicht nur gut!
Große politische Einschränkung!
 Wie hat sich die Landkarte verändert? Friedensverträge?
 Waffenstillstand: 1918
 Nachkriegsordnung: Ordnung spielt sich nach Wilsons 14 Punkten ab. Test, ob die 14
Punkte funktionieren, hat sich in Versailles, St. Germaine und Trianon (Frankreich, Pariser
Vororte) abgespielt.
Es geht um machtpolitische Interessen.
Deutschland galt als Hauptfeind, also Deutschland ist erster Diktatfrieden: Da Deutschland
akzeptieren musste!
Schuldfrage: Laut Versailles haben Mittelmächte unter Führung Deutschland Schuld am
1.WK.
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Deutschland hat viele Staatengebiete verloren. (Preußen z.B.). Danzig als freie Stadt!
Deutsche Kolonien fallen unter Völkerbund (kann sich nicht selbst verwalten). Deutschland
hat Anschlussverbot (Österreich darf sich Deutschland nicht anschließen). Deutschland wird
zum 100 000 Manns- Heer, also ein kleines Berufsheer und muss viele Reparaturkosten
übernehmen! (289 Milliarden Goldmark)
Emotionalität= dadurch sehr belastet!
Friedensverträge:
1. Von Brest – Litowsk:
a. „Für Friede, Brot & Land“ (=Alles ist besser, als der Krieg)
2. Versailles (29.6)
3. Saint German (10.9)
4. Neully (27.11)
5. Trianon (4.6.1920)
6. Sevres (10.8.1920)
Schwerwiegende Folgen:
In Deutschland konnte Kriegsgeschichte nicht leicht verarbeitet werden! 1.WK ist Aus, ohne
dass fremde Soldaten Territorium erobern! Deutschland wird also nicht erobert!
Kampffähigkeit von Deutschland geht zugrunde und Erschöpfung führt zu Kriegsende. „Im
Felde unbesiegt“ Deutschland hat Krieg im Inneren verloren, durch Verrat, da man nicht
mehr bereit war, letzte entscheidende Schlachten zu führen. Deutschland hat den Krieg nicht
verloren, aber wurden vom Inneren heraus erdolcht (durch Linke, Juden etc.) Im eigenen
Land, durch die, die nicht wollten, dass Deutschland aus dem Krieg als Sieger hervorgeht.
Deutschland wird mit der Schmach des „Schandfriedens“ belegt.
St. Germaine: Kriegsvertrag mit Österreich ist leicht, da Österreich implodiert und zerfallen
ist. Österreich existiert nicht mehr, übrig geblieben sind ein paar Einzelstaaten (13
verschiedene Nationalitäten waren bis dato im Habsburgerreich zusammengefasst),
Habsburgerreich zerfällt. Österreich- Ungarn haben Frieden geschlossen. Österreich hat sich
herausgeredet (es habe nicht „existiert“, deshalb war es am Krieg auch nicht beteiligt).
Österreich hat viele Gebiete verloren, theoretische Grenzen sind alle zugunsten von
Österreich ausgefallen (Österreicher haben eher das Gefühl Deutsche zu sein).
Deutschland sollte geschwächt werden, deshalb haben Alliierte Anschlussverbot beschlossen,
Österreich durfte sich nicht anschließen. Heikel: Grenze zur tschechoslowakischen Republik!
Österreich verliert diese Grenzziehung = auch gegenüber Italien der Fall! Italien
„Brennergrenze“. In Kärnten wurde Grenze über Sprachgebiet ausgedehnt!
Was Italiener, Slowaken, Tschechen nicht beanspruchen Rest= Österreich (30 000 MannsHeer). Niemand hat mit kleinem Heer mehr eine berufliche Zukunft. Österreich hat keine
eigene Nationalität, niemand kann mit diesem kleinen Staat etwas anfangen.
Vertrag von Trianon: Ungarn verliert land gegenüber Rumänien, Österreich, Slowakei =
ziemlich dramatische Situation!
Osmanisches Reich (Türkei): Versuch, mit Reststaaten Friedensvertrag zu schließen.
Vertrag= von kurzer, effektiver Dauer!
 Griechenland als Siegerstaat versucht sich auf Kosten des osmanischen Reiches
auszuweiten (Attatürk= Vater der Türken). In der Türkei beginnt riesiger
Modernisierungsschub (säkularer Weg= entscheidend!). Man beginnt sich gegen Griechen zu
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wehren Griechisch- türkischer Krieg! Vertrag von Lausanne: ethnische Klarheit soll erzeugt
werden!
 Nahosten wird hervorgerufen. Großmächte rufen Nahostprobleme hervor. Keine klare
Nachkriegsordnung (Film: „Lorenz von Arabien“)
Zusammenfassung:
1.WK bringt mit Versuch einer Neuen Ordnung der Welt neues Chaos! Völlig unklare
Grenzfragen im Westen! Völlig ungelöste Situation der Kolonien! Wünsche und Hoffnungen
konnten nicht realisiert werden. England fühlt sich von den USA überholt,
Gravitationszentren sind aus Europa weggerückt nach Washington.
„Zwischenkriegszeit“
4.04.2011
Zwischenkriegszeit und Faschismus
1. Weltkrieg hat Europa sehr erschüttert. Politische Systeme entstehen, die uns in der
Gegenwart fremd sind. (Italienischer NS, deutscher NS, Militarisierung Japans etc.)
3 gliedrige Ursachen warum faschistische Systeme in gewissen Ländern Fuß fassen können
und in anderen nicht:



Niederlage im 1. WK: In Italien spricht man vom „verlorenen Sieg“; Enttäuschungswelle
in Japan
Das sind Länder, in denen es keine erfolgreiche, bürgerliche Revolution gegeben hat
(Zentraleuropa, da nicht gewohnt, Konflikte demokratisch zu lösen).
Wirtschaftliche Krise; Gruppe der Modernisierungsverlierer
Was sind faschistische Ideen?
Begriff „Faschismus“


Italienischer Faschismus (politische Bewegung)
Gesamtheit aller rechten, antidemokratischen Bewegungen (Österreich, Frankosysteme in
Spanien etc.)
Gemeinsamkeiten und Idealtypus einer faschistischen Bewegung:
1. Antidemokratisch (man ist gegen Vielfalt von Meinungen; man hat zentrale Interessen;
gegen Parlament; gegen Mehrparteienstaat; Gestaltungskraft einer politischen Bewegung)
2. Führerprinzip (Systeme sind pyramidenförmig Es gibt Ober- und Unterordnung NICHT
Gleichrangigkeit)
3. Systeme
sind
militaristisch
&
männlich
(Männliche
Tugend,
Stärke,
Durchsetzungsvermögen etc.)
4. Faschistische Systeme sind sozialdarwinistisch (Überlegenheit, Stärke und Reinheit der
jeweiligen Nation; Juden sind Parasiten; Das Recht des Stärkeren (Juden werden in „Mein
Kampf“ v. Hitler immer wieder mit der Tierwelt verglichen)
5. Faschistische Systeme sind national (nicht transnational!) (Sündenböcke werden gesucht;
Wer ist schuld am geistigen Abstieg?)
6. Antimarxistisch
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7. Antikapitalistisch (in Propaganda zumindest; aber z.T. auch in der Wirklichkeit, indem
man sich gegen gewisse Kapitalismusraffungen auflehnt)
8. Systeme sind populistisch (mit den Massen und nicht dagegen; Einbindung der
Bevölkerung)
9. Terror gegen Opposition (Einsatz von Gewaltmittel gegen alle, die nicht in das System
passen oder dagegen revoltieren)
Gruppen der Opposition gegen die Vernichtung geführt wird:
„Gruppe, die nicht mitmachen will“ (Kommunisten, Sozialdemokraten etc.)
„Gruppe, die nicht mitmachen darf“ (Leute, die sich z.B. zwar deutsch fühlen, aber einen
jüdischen Vorfahren hatten; Homosexuelle; Behinderte…)
2 Hauptströmungen:

Italienischer Faschismus:
Zu Beginn keine einheitliche Entwicklung! War Resultat des Erfolgs und hat sich zur
Ideologie hin entwickelt (Mussolini). Aus Schützengräben entwickelte sich das Kämpferische,
Männliche etc. (Mussolini selbst war ebenso in den Schützengräben). Er wurde mit Eintritt
Italiens zum Kriegsbefürworter.
Man ging in den 1.WK mit der Hoffnung, der große Gewinner zu sein, allerdings hat Italien
weder Dalmatien, noch Albanien, noch die gesamte Ostküste erobert. In Rijeka spielt sich
Partisanenkrieg ab. Es war eine durchwegs mühsame Situation bis zur Grenzziehung.
„Verlorener Sieg“, da Italiener nicht das bekommen haben, was sie haben wollten.
Große Fabriksbetriebe im Norden (Fiat z.B.); Arbeiter in den Städten sind hungrig und haben
Erwartungshaltungen, die vom Staat nicht eingelöst werden können.
Angst der Fabrikbesitzer ist groß, im Bezug darauf, von Arbeitern gestürzt zu werden &
freunden sich deshalb mit Faschisten von Schützengräben an.
Probleme mit der Landwirtschaft, da sich viele versuchen Land anzueignen!
Italien = frisch geeinter Staat und hat es nicht geschafft, eine Demokratie zu werden;
pausenlos wechselnde Kabinette!
 Situation der kompletten Verunsicherung; Machtkampf zwischen Linken und Rechten;
Rechte gewinnen, da sie besser organisiert sind (Heer etc.). Angst vor den Linken war
wesentlich größer, als vor den Rechten (da die Rechten immerhin dafür plädieren, dass
Eigentum unangetastet bleibt).
Einmarsch von Mussolini nach Rom: Faschismus verbreitet sich.
Mehrwahlheitsrecht (stärkste Partei mit meister Stimmenzahl sollte regieren). Wenn stärkste
Partei mindestens 25% der Stimmen hat, bekommt sie 2/3 der Mandate (also 66%).
Mussolini bekommt allerdings ohnehin 65% der Stimmen und benötigt Mehrwahlheitsrecht
gar nicht!
Oppositionsparteien haben zu viele Differenzen untereinander, sodass es zu keiner
Auflehnung gegen Mussolinis Opposition kommt.
Es beginnt die totalitäre Herrschaft (= alle anderen Parteien werden aufgelöst; König wird zur
Marionette; nationale Politik Italiens wird durchgesetzt).
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Entnationalisierungspolitik gegenüber Slowenien z.B. Italien spricht 9 Punkten voll und ganz;
Ausnahme = Italien ist zu Beginn NICHT antisemitisch.
Sozialkonstruktur: männlich (Mitglieder der Kriegsorganisation); Macht; Faschismus =
geringeres Übel als Kommunismus, da er zumindest Ordnung bringt).
International von Bedeutung ist, dass Mussolini Ordnung in Europa schafft. Er wird als
charismatische Führungskraft angesehen und war vorbildhaft für viele folgende Diktatoren in:
Selbstbeherrschung, Körpersprache & Sprachgewalt.

Nationalsozialismus in Deutschland:
Wurzeln liegen in der Habsburgermonarchie; Vertrag von Versailles; Weimarer Republik löst
deutsches Reich ab: Revolution von Oben und von Außen!
Es gab auch revolutionäre Bewegungen, aber nach Niederschlag derer und Spaltung der
Arbeiter, gab es eigentlich keine weitere Revolutionsfurcht! Gefährdung der Linken bleibt
aber abrufbar!
November 1923: NS in der Ideologie ist fertig (deutsches Reich entwickelt die Bewegung aus
der Theorie heraus) „Mein Kampf“ v. A. Hitler
Weltwirtschaftskrise: erschüttert Deutschland nachhaltig; Riesen Boom der 20er Jahre;
Deutschland profitiert von gut ausgebildeten, günstigen Arbeitskräften. Frage der
Reparationen wird allerdings nach wie vor als Schmach empfunden & man stolpert von einer
Krise in die andere.
In der Wirtschaftskrise ist man gegen Inflation (also für Sparen) und bringt riesigen Zulauf zu
politischen Rechten.
Idee, wie man mit NS umgeht: NS mit in die Regierungsverantwortung hinein zu nehmen.
Hilter kommt ins Kabinett.
Maßnahmen, die aus der Demokratie herausführen, wurden gesetzt: Versammlungsverbote;
Außnahmeverordnung, die demokratische Rechte eingeschränkt hat, wurde erlassen.
Ermächtigungsgesetz zum Schutz des deutschen Reiches wurde abgesetzt (= formale
Herrschaftsübernahme der NS).
NS bereitet verschiedene Wahrnehmungsebenen/ Erfahrungsebenen; es gibt viele Ursachen
dafür (Regionalität. Geschlecht etc.) (Juden sehen Zeit z.B. als bedrohlich; Heimische
erkennen Vorteile, durch gewisse Politikmuster)
Gewisse Politikmuster:
 Arbeitslosenbekämpfung
 Inflationspolitik
1934 = Arbeitslosenzahl schon um ein Vielfaches verringert!
Entscheidend war auch Bauernpolitik:
 Hat von Entschuldung gesprochen (In Wirklichkeit kam es jedoch nur zur Umschuldung);
Bauern durften über ihr Land verfügen
Jugendpolitik; soziale Gleichheit; Gemeinschaftserfahrung; Beamte & Militärs;
Wirtschaftspolitik (bringt im Inneren des Landes Zustimung durch Arbeitsplätze und
Aufträge)
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NS = zwar populistisch, aber auch stark Terror gegen Opposition. NS stürzt Welt in den
2.WK (= Gewalt, große Opferzahl, Zerstörung).
Sinti & Roma, Behinderte: Vernichtung
Zwangssterilisation; medizinische Versuche; Mängele- Experimente; Enthumanisierung &
Unmenschlichkeit  Folge!
11.04.2011
Faschismus (Nachtrag von letzter Stunde)
 Japans politisches System vor dem 2. WK
Japan kämpft im 2. WK neben Deutschland, bekommt in den Friedensverhandlungen nach
dem 2. WK einige Kolonien Deutschlands zugesprochen
Japan ist ein Inselstaat und hat aus dieser Insellage mehrere Restriktionen, die es zu
überwinden versucht (Platz – Besiedlung ist sehr dicht im Vergleich zu anderen Nationen,
Rohstoffknappheit – starker Importbedarf). Japanischer Nationalismus geht von einer
Ideologie der Überlegenheit Japans aus – Herrenmenschenideologie (Überlegenheit den
Nachbarstaaten gegenüber)  Japanischer Nationalismus
Japanischer Expansionismus in der Zwischenkriegszeit wird durch die Weltwirtschaftskrise
(Exportkrise für Japan) verstärkt, es bilden sich vergleichbar zu den Wehrverbänden in Ö, D
auch paramilitärische Verbände in Japan.
Manchurai-Krise: Eroberung der Manchurai. Japaner machten 1932 den ersten Flächenangriff
auf die japanische Bevölkerung. Militärputsch übernimmt das Land. 1933 tritt Japan aus dem
Völkerbund aus. Und schließt sich mit Deutschland und Italien zusammen. ChinesischJapanischer-Krieg 1937 – Beginnt auf der Marco Polo Brücke
Militarisierung der Gesellschaft, Sozialdarwinismus  Besatzung der Koreanischen
Bevölkerung
Japan dachte an eine Ausbreitung über den ganzen pazifischen Raum incl. Hawaii  Pearl
Habour
Ideologische Vorstellungen stehen in einem Naheverhältnis zu den Europäischen Faschisten.
Die Zwischenkriegszeit
Einteilung der Welt in Links und Rechts
Kommunismus
–
Liberale
–
Mitte –
Konservative - Faschismus
Einteilung der Welt als Hufeisen
Demokratisch – Nicht-Demokratisch
Nach dieser Einteilung stehen sich Faschistische Diktaturen und Kommunistische Diktaturen
näher als demokratische/ nicht-demokratische Regierungen.
Oktoberrevolution im Jahr 1917:
Russland – 75 % Analphabetismus, nicht modernisiert, Industrialisierung konnte politisch
nicht durchgesetzt werden, Zarentum stützt sich auf die hohe Gesellschaft indem die Bauern
glauben, der Zar wurde von Gott bestimmt. Staat schwankt zwischen dem Willen eine
Großmacht zu werden und der Ambivalenz im Land.
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Folge des Russisch-Japanischen Kriegs (1904) – 1905 Demokratisierungsvertrag: Duma
(Parlament) wird zugelassen.
Jedoch, Rechte, die der Demokratie zugestanden wurden, werden schon ein Jahr später wieder
aufgelassen. Zentrales Außenpolitisches Interesse richtet sich auf den Balkan, weil
Modernisierung noch immer über Schiffe gelenkt wird. Russland hat außer in Wladiwostok
keine Häfen, zentrale Möglichkeit der Modernisierung im Land ist das Streben nach dem
Mittelmeer. Russland erwartete sich nach dem 1. WK Zugriff auf die Meerengen zu
bekommen – Interessen sind gegen Österreich-Ungarn und das Osmanische Reich gerichtet.
Russland ist militärisch nicht für den WK gerüstet. Russland konnte im 1. WK die Fronten an
der Heimat nicht sichern – Hungersnöte in den Städten konnten nicht beherrscht werden,
Widerstand von Innen. St. Petersburg Winter 16-17 – Streike, Hungersnöte  Herrscher lässt
die Duma wieder tagen. Neben der Duma gibt es bereits den Arbeiter- und Soldatenrat. Duma
steht für die parlamentarische Entwicklung – Soldatenrat reicht nicht über St. Petersburg
heraus. Duma und Soldatenrat erreichen im März 1917 die Abdankung des russischen Zaren
 Duma übernimmt Führung (Kerenskij)  verspricht bürgerliche Grundrechte, etc.  es
fehlen jedoch die Machtmittel um dies durchzusetzen. Einzige Chance  Unterstützung der
Alliierten  Duma-Komitee muss Bündnistreue leisten (Westmächte sind auf diese 2. Front
gegen Deutschland angewiesen)  Russland bleibt vorerst im WK.
Arbeiterrat, im Gegensatz, verkündet dass der Frieden schaffen wird  Arbeiterrat wird zu
einer Art Gegenregierung  beide Regierungen können Russland nicht beherrschen. April
1917: Lenin kommt aus dem Exil zurück  Interessensübereinstimmung zwischen
Bolschewiki und dt. Heeresleitung Russland aus dem Krieg zu führen.
Arbeiterräte versprechen: „Für Friede, Brot und Land“ – Landreform, Frieden, Bauern sollen
Land zugesprochen bekommen  1. Versuch der Umgestaltung im Juni scheitert. Im Oktober
1917 (November in unserem Kalender) gibt es in St. Petersburg die Besetzung aller
strategisch wichtigen Punkte der Hauptstadt durch die Bolschewiki  militärisches
Revolutionskomitee verkündet das Ende der provisorischen Regierung  macht geht an das
Revolutionskomitee über.
Einschub: Wann ist ein Ereignis eine Revolution? Von einer Revolution ist dann zu sprechen,
wenn die Auseinandersetzung einseitig ist und wenn das Ziel ist, dass mehr Menschen
politische Mitsprache haben als vorher.
-
Revolution
Konterrevolution
Zugang zur Macht
Einseitigkeit des Prozesses
Reform
Restauration (Rücknahme von Reformen)
Fand eine Revolution statt? Einseitig, ja… Hatten mehr Menschen Zugang zur Macht? Als
Duma, nein… als Zarismus, ja…. Trotzdem Revolution, weil sie eine andere Idee wie ein
Land bestimmt werden kann (nicht durch Nationen bestimmt, sondern durch Klassen)
verkörpert.
1918: Zentrale Frage: Wie organisiert dieses kleine Komitee das Leben der Menschen in den
Folgejahren. Es werden 3 entscheidende Dekrete erlassen:
1. Dekret über Frieden – Sofortiger Frieden ohne Annexionen und
Kriegsentschädigungen (Frieden von Brestlitov)
2. Dekret über Boden – Entschädigungslose Übergabe des Bodens an den der ihn Bebaut
3. Dekret über die Rechte der Völker Russlands
Mit dem Sieg der Revolutionäre war in Russland noch nichts entschieden. In der Folge gab es
in Russland einen heftigen Bürgerkrieg. Es gibt politisch die Roten gegen die Weißen. Viele
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der Menschen im Russischen Reich waren mit dem was sich in der Hauptstadt getan hat nicht
einverstanden, darunter die militärischen Eliten (Beispiel die Kosaken). Kosaken sind
ethnisch Russisch und waren unter dem Zar eine eigene Schichte, die die milit. Elite in der
Hierarchie bildeten da sie die Grenze des Reichs gesichert haben (hatten Bodenrechte,
Hierarchie, etc.). Sehen durch die Veränderungen ihre Sonderrechte und die gottgewollte
Regelung in Gefahr  Kosaken tragen als erste den Bürgerkrieg
Intervention des Westens: Tschechische Legion  in Russland haben sich große Mengen an
Männern befunden, die in Kriegsgefangenschaft waren, darunter auch solche die aus Ö-U
stammten und jetzt nach der Neuaufteilung auf der Siegerseite standen und deshalb eine
Sonderstellung verlangten. Die Tschechische Legion (dem Westen verpflichtete, kampfstarke
Truppe), zum Beispiel, wollte ihre eigenen Strukturen ausbilden und nicht als Teil der
Habsburger den Krieg verloren haben.
In Russland gab es zahlreiche Einzelgruppierungen die eigene Militärorganisationen bildeten
 dieser Bürgerkrieg erschütterte in den nächsten Jahren Russland.
Russland war schon vor 1913 keine starke Wirtschaftsmacht, die Wirtschaftsmacht nahm
allerdings während des Kriegs und danach weiter ab. Im Bürgerkrieg sind fast 800.000
gefallen, zusätzlich fast 700.000 durch Krankheiten und Hungersnöte gestorben, 200.000300.000 Menschen wurden erschossen oder erhängt. Zusätzlich gab es noch viele jüdische
Opfer als Resultat antisemit. Auseinandersetzungen.
Zwei kontroverse Standpunkte:
1. Leo Trotzky – Russland alleine kann nichts ausrichten. Die Revolution muss
hinausgetragen (vor allem nach Deutschland) werden, damit die Revolution eine
Chance macht.
2. Stalin - es geht darum, was wir erreicht haben zu sichern, das geht nur indem wir hart
durchgreifen und Strukturen schaffen in denen nur unsere Ideen Platz haben
(Diktatorische Vorstellungen).
Friedensverträge schaffen zwischen Russland und dem übrigen Europa einen Gürtel an
Kleinstaaten, welche den Übertritt der russischen Ideologien verhindern sollen.  Trotzkys
Ideen sind nicht mehr realisierbar.  Russland schlägt eine Diktatorische Richtung ein
(Roten gewinnen – Westen verliert Einfluss auf Russland, Zarismus verliert, alle Nationen am
Rande Russlands verlieren ihre Selbstbestimmung).
1922 entsteht die Union der Sozialistischen Sowjetischen Republik (UdSSR).  Diese
verfolgt Staatenpolitik, nicht Klassenpolitik. Um diese Veränderungen im Inneren
durchzusetzen gibt es die Geheimpolizei, Führerkult, neue gesellschaftliche Modelle
(Bildung, Strom, etc.).  Lenin stirbt 1924  Stalin setzt sich im internen Machtkampf
durch  System, das bis zum 2. WK vorherrscht wird der Stalinismus  wurde mit
Grausamkeit und Konsequenz durchgesetzt. (Beispiel Kulaken – werden als Klassenfeinde
dargestellt) – Rassengesetze in Deutschland sind die Ökonomischen Gesetze in Russland
Durch die Landwirtschaftliche Kollektivierung wird in Russland weniger produziert  11
Mio. Tote durch Hungersnöte  ab 1928 sind die 5-Jahres Pläne in Kraft um die Wirtschaft
anzuregen. 5-Jahres Plan heißt, dass alle Industrien strenge Vorgaben bekommen – führt zu
Bürokratisierung – Planungssicherheit geht zu Lasten der Konsumwünsche – Planwirtschaft
fährt linear, während freie Wirtschaft in Wellen verläuft. Geben Beruhigung jedoch auch
Erstarrung in den Markt.
Besonderheit: Stalins Personenkult – Stalin an der Spitze der Armee, des Staates, der Macht –
auf eine Person zugeschnittene Macht  führt zur Etablierung des Stalinismus als System 
Zentrierte Macht in der Hand der Partei/in der Hand Stalins  keine Verbündeten in der
Welt. Annäherungsversuche an das Nationalsozialistische  Deutschland. Jedoch bilden
Japan, Italien und Deutschland in weiterer Folge einen antikommunistischen Pakt gegen
Russland.
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16.05.2011
Mitte des 20.Jhr.: 2.Weltkrieg: größte , kriegerische Katastrophe mit rund 60 Millionen Toten.
2 Möglichkeiten 2.WK in die Globalgeschichte einzuordnen:

Eric Hobsbawm: „Zeit der Extreme“ Er spricht vom 30 jährigen Krieg. Bipolare
Welt entsteht mit einer 30 jährigen Kriegsperiode. Einwand (des Vortragenden
Konrad) ist dennoch, dass der 2.WK ganz anderer Typus als 1.WK ist, da Krieg gegen
Zivilbevölkerung,
Völkermorde,
Holocaust
stattfinden
und
große
Bevölkerungsgruppen ausgesondert werden.
2.WK hat neue Qualität die ihm vom 1.WK gründlich unterscheidet.
1.WK: es geht um Aufteilung von Ländereien.
2.WK hat eine andere Ideologie. Völkermorde, Überlegenheit, Macht, Weltmacht zu
erlangen. Im 2.WK findet Krieg umfassend überall statt, auch in der Luft.
1.WK: Unterscheidung zwischen Front und Hinterland. Soldaten sind männlich.
2.WK: Front ist auch im Inland selbst. Es gibt Denotationen, Bomben treffen wahllos
Zivilbevölkerung.
1.WK: Krieg geht für Deutschland deshalb verloren, weil Versorgung etc. nicht ausreicht,
nichts geht mehr im Inland.
2.WK: Versorgung hat für Mehrheitsbevölkerung geklappt. Binnenversorgung war besser;
Gedanke, dass man auf die heimatliche Bevölkerung aufpassen muss.
Wie lange dauert der 2.WK?
 Beginn aus eurozentrischer Sicht vom 1.09. 1939
 Beginn aus globaler Perspektive: 1937, mit dem Überfall der Japaner auf China
Ende:
 Europa: 8.Mai 1945
 Pazifik: 15.August 1945 (beginnt früher mit den Japanern und endet später)
Im Gegensatz zum 1.WK hat es keine Legendenbildung im 2.WK gegeben. Krieg ist aus,
wenn sich Sowjetunion und Amerikaner die Hände an der Elbe reichen. Keine Legenden, da
Japan zerstört ist, Niederlage war für jeden offensichtlich.
Kriegsschauplätze:
1.Osteuropa: „Hitler- Stalin- Pakt“
Beginn: Europa= September 1939, weil das deutsche Reich den Krieg aus wirtschaftlicher
Sicht braucht! Anschluss Österreichs: Österreich hat viel mehr Geld als ganz Deutschland
(innerer Antrieb). Kampf um die Vormacht Europas = (äußerer Antrieb) größter Nachteil für
Deutschland im 1.WK, dass sie an zwei Fronten kämpfen mussten. Kampf kann man sich im
2.WK nur leisten, wenn keine Ostfront und kein Krieg gegen die Sowjetunion „deutschsowjet.- Angriffspakt“. Polen sollten aufgelöst werden um Deutschland an Russland grenzen
zu lassen. „Polenfeldzug“
1941: Ausbruch des Krieges „Jugoslawien“. Mussolini bleibt in Griechenland stecken und
Deutschland beginnt Jugoslawienfeldzug „Überfall auf die Sowjetunion“.
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2.Westeuropa:
 Deutscher „Blitzkrieg“. Die Deutschen überrennen Frankreich. Nationalsozialisten drängen
die britische Unterstützung in Paris zusammen. Grundkonzeption des Blitzkriegs: alle
Energien werden rein gesteckt um innerhalb kurzer Zeit in Frankreich erfolgreich
einzubrechen. Blitzkrieg als hoch konzentrierter Überraschungskrieg. Krieg wird entschieden
durch Nachschub wer kann länger und besser! (Deutschland gewinnt!) Blitzkrieg hat den
Sinn ressourcenschonend zu sein.
 Luftschlacht um England= Bombardement. Idee der technischen Überlegenheit der
deutschen Luftmacht, ist aber nicht erfolgreich, sondern geht unentschieden aus.
3. Pazifik:
Lebensraum „Versorgungsraum“ (Ernährung) + Verteidigungsraum (um System aufrecht zu
erhalten)
Japaner haben besondere Art der Kriegsführung entwickelt Kamikaze (Selbstaufopferung),
Selbstmordattentäter
4. Nordafrika:
Mittelmeerbeherrschung = zentral! Rommel (Italien). Erwin Rommel als Ideologiefigur.
Gegensatz zu Rommel war Montgomery (Engländer). „Rommel der Wüstenfuchs“
Auseinandersetzung; Film „Casablanca“ als Symbol = als Verhältnis zwischen Deutschland
und USA aufzuschlüsseln
5. Skandinavien (Norwegen):
Schwedische Legitimation
Kollaboration (überall gibt es Nazis). Norwegische Nazis (Quisling) „Splitterpartei“
germanische Gemeinschaft. Norwegen ist eher neutral gegenüber Deutschland.
Engländer als Feind Deutschlands, Hitler wollte vor die Küste Norwegens U-Boot- Flotte
über den Atlantik schicken, aber Deutsche wurden in Norwegen eher als Feind betrachtet.
Norwegische Armee kann deutscher Armee nicht Parole bieten.
2.WK ist nicht mehr an das Kriegshandwerk gebunden. Krieg gegen Zivilbevölkerung. 2.WK
ist nach Stalingrad entschieden. Luftschlacht in England gelingt nicht. Niederlage Stalins.
1943 gibt es Überlegungen für die Nachkriegszeit (in Österreich abhängig, was Österreich
dazu beiträgt)
Oktober 1943: Moskauer Deklaration
Späteres Friedenskonzept wird erläutert in der Moskauer Deklaration.
 Man hat System vor Augen, dass internationale Zusammenarbeit universalistisch ist.
 Bereiche müssen auch Kultur betreffen und nicht nur politischer Natur sein,
Globalisierung also
 Es muss Möglichkeit geben, Herrschaftsordnung in der man lebt, flexibel zu ändern.
Ordnungen waren mit Jalta und Potsdam verbunden: Aufteilung der Welt. Völkerbund
„United Nations“ weltumspanndende Friedensordnung „geht zu Lasten der
Kriegsverlierer). Es sollte von Deutschland aus nie wieder ein Krieg die Welt bedrohen!
23.05.2011
2.Hälfte des 20.Jhr.:
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Zusammenfassung vom letzten Mal: Wie kann man nach Ende des 2.WK’s zu Frieden
gelangen? Friedenssicherung, die große Konflikte verhindert wird beschlossen! Dennoch
kommt es weiterhin zu Kriegen (Golfkrieg Vietnamkrieg). USA haben Krieg fast alleine
beendet mit Bombenabwürfen über Hiroshima, Nagasaki. USA= Weltmacht. USA ist sehr
viel mächtigere Kraft als Sowjetunion, daher setzt Sowjetunion auf Absicherung.
Kommunismus ist nicht nur auf Sowjetunion beschränkt, sondern auch im Westen vorhanden
(Italien, Frankreich) Idee von Amerika/England: Was bedeutet es, wenn Kommunismus
Macht erlangt? Angst, dass Systeme kippen können. Aus dieser Spannung entsteht der „Kalte
Krieg“ („Eiserner Vorhand“) basiert auf Trennlinien zwischen Europa und Trennlinien
zwischen Asien. Es ist ein Kriegszustand, aber „Kalter Krieg“ deshalb, weil nicht geschossen
wird. Es gibt Propaganda und Kommunikationsstopp (Der/das Andere ist böse). Nur Waffen
sprechen. Zwei Weltbilder treffen frontal aufeinander, Überlegenheit der eigenen Nation wird
hier herausgearbeitet.
Heute:
USA- Sowjetunion- China (Wie wird Denken, Kultur und Zusammenleben beeinflusst?)
USA: haben durch den Krieg einen erstaunlichen, gesellschaftlichen Wandel vollzogen. Als in
Europa 2.WK losgeht gibt es noch immer Unsummen von Arbeitslosen durch die
Wirtschaftskrise. Zunächst unterstützt die USA England nur durch Waffenherstellung z.B..
Allgemeine Wehrpflicht wird wieder eingeführt Wirtschaftsboom. Enorm viel Geld wurde
in Amerika in den Krieg investiert. Streitkräfte organisieren sich aus sozial schwachen
Schichten (Afroamerikaner). Allgemeine Wehrpflicht: 14 Millionen Männer werden rekrutiert
und somit Arbeitsplätze geschaffen. Arbeitslosigkeit verschwindet. Programm: Allen
Militärabsolventen (alle, die aus dem Krieg zurückkamen) wird universitäre Ausbildung
zugesagt.
Nutzen:
 Arbeitslosigkeit wurde beseitigt
 sozialer Aufstieg
Löhne sind im Krieg gestiegen, Gesellschaft wurde gleicher/elitärer.
1939: 5% der Amerikaner hatten 39% des Volksvermögens
1944: 5% der Amerikaner hatten 16% des Volksvermögens
Fernsehen, Nylonstrümpfe, Antibiotika wurden erfunden. Millionen von Menschen hat es in
die Städte getrieben Urbanisierung! Verstädterungsprozess ist nicht aufzuhalten! Traurige
Bilanz: Familien ohne Väter. Zahl der allein erziehenden Mütter verdreifacht sich. Alter der
Erstgebärenden sinkt, rasche Ehen werden geschlossen.
Während Männer an der Front sind, rücken Frauen in die Arbeit ein. Nach Rückkehr treten
viele Frauen wieder aus.
Krieg hat in den USA nicht wirklich Fremdenfeindlichkeit hervorgebracht (außer gegen
Japaner9:
Mexikaner und Afroamerikaner wandern massenhaft ein. Heer war allerdings schon 1/3
afroamerikanisch.
Am Ende des Krieges werden 10 Millionen Männer entlassen, Arbeitslosigkeit steigt nur
gering. Anzahl der Autobesitzer steigt. Mit Gütern, die in der Inflationspolitik zu viel
produziert wurden, wird Europa geholfen.
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1945 hat USA ¾ des gesamten Kapitals der Welt investiert. Durchschnittseinkommen liegt
bei Kriegsende bei 1500$. (Schweiz als reiches Land hat z.B. nur 800$) (alle anderen waren
ebenso ärmer). Amerika war reich.
Politisch: Antifaschisten, aber nicht Antikommunisten. Es gibt Verunsicherungen/ Spionage.
Loyalität der Bürger wird genauer überprüft. Ambivalenz gegenüber der eigenen
Bevölkerung. Man investiert in den Marshallplan, gibt Friedensgüter für die Türkei. Politik
der Eindämmung des Kommunismus.
1950-53: Korea- Krieg
Kommunistisches Korea. Korea Krieg wird im Namen der UNO geführt und ist ein brutaler
Krieg. Bis heute: Starre im System. Korea Krieg ist der letzte Krieg mit dem Bewusstsein,
dass amerikanische Landsleute für den Frieden kämpfen.
General MCArthur und Eisenhauer: „Wir retten die Welt“ „Wir schützen die Welt“.
Eisenhauher- Ära: Er wird Präsident. Ära prägte die 50er Jahre.
50er Jahre bringen Frieden, wirtschaftliche und soziale Sicherheiten, baby Boom, Vertrauen
in die Sicherheit, Gesundheitssystem & medizinische Verpflegung wird besser,
Lebenserwartung erhöht sich, 70% leben in Städten. Binnenstädte verlagern sich auf
Vorstädte, rund um die Städte herum. Große Flächenausdehnungen. Ziel= eigenes Auto,
Haus, Frau, Beamtentum etc. Nachfrage wird massiv über Werbung gesteuert. Supermärkte
(Wallmarts) entstehen. Wettstreit war enorm. 1953 hat es mehr Wohnungen mit Fernseher als
mit fließendem Wasser gegeben. Fernseher als Statussymbol (Hygiene war nicht so wichtig
wie der Fernseher). Anstieg der Kircheneintritte und des Irrationalismus. Konsum ist wichtig!
Klare Rollenverständnisse, man muss in das Weltbild hineinpassen. Amerika hatte hohe
Attraktivität
Sowjetunion: 15-20 Millionen Tote, darunter viele Zivilisten. Viele verhungern. Städte sind
zerstört, es herrscht eine hohe Obdachlosigkeit. Zurückdrängen der Nazis aus dem Land hat
jede Form von Kraft gekostet. Man hat amerikanische Waffen und Hilfe gebraucht, man hat
sich dem Westen geöffnet, hat sich der Religion zugewandt. Sowjetunion hat sich im Krieg
als Bündnispartner des Westens etabliert. Bei Kriegsende war dies wieder vorbei.
Religionsfreiheit wird wieder nicht mehr zugelassen etc. Produktion wird gesteuert, es wird
hauptsächlich auf Schwerindustrie gesetzt, die Schwarzarbeit steigt in Folge.
Misere: Mann kann sich nicht am Marshall Plan beteiligen. In Schwerindustrie/
Rüstungsherstellung konnte man in gewisser Weise schon mithalten, aber nicht was
Konsumgüter anbelangt (durch fehlende Hilfen und Importe). Regime wird noch strenger,
noch härter. Geheimpolizei Stalin, der alles weiß und alles sieht Schreckensregime.
Militär wurde verdoppelt. 1953 stirbt Stalin. Mit seinem Tod kommt Entspannungspolitik
einher. Waffenstillstand in Korea, Konsum in Wirtschaft wird wichtiger, Kultur wird wieder
freier, dennoch ist man vorsichtig und macht kleine Schritte.
Aufstand Man wollte offener und liberaler sein, wurde aber niedergeschlagen.
Mitte der 50er Jahre: Zauberwort „friedliche Koexistenz“.
Entscheidend ist für die Entwicklung der 20. Parteitag der KPdSU. Vieles, was Stalin
gemacht hat war falsch Chruschtschow (noch immer kein demokratisches System, er bleibt
eine schillernde, ambivalente Figur, dennoch ist er liberaler als Stalin).
Verhältnis der beiden Großmächte hat sich in der zweiten Hälfte des 2.WKs nicht stabilisiert
und bleibt nach wie vor ein Bedrohungsverhältnis.
China:
Machtfaktor schlechthin und hat USA überholt (außer militärisch).
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China ist von den Bürgerkriegen in der Zwischenkriegszeit gekennzeichnet. China wird von
Russland bedroht, von hier geht der Krieg los. Krieg endet im Oktober 1938 mit dem Sieg der
Japaner. Beides sind große rivalisierende Gruppen.
 bürgerliche Japaner: kommunistisch, liberale Form, neue Idee der Kriegsführung, GuerillaKrieg.
Bei Kriegsende 1945: General MCArthur will westlich orientiertes China aufbauen. Bis 47
bestimmen die USA was passiert.
Bürgerkrieg zwischen bürgerlichen Japanern und liberalen. Viele Menschen ziehen mit den
Guerillas mit. Hohe Zustimmung der Landbevölkerung von Mao. Viele Kleinbürger werden
zu Kommunisten. Politische Gruppen werden Kommunisten zugeführt. 1949 Jangtse (Fluß)
wird überschritten. Taiwan hat 14 Millionen Einwohner und 36 Millionen qm2.
30.05.2011
50er Jahre der näheren Umgebung (Österreich und Deutschland):
Die 50er sind eine bemerkenswerte Zeit, obwohl sie meist etwas belächelt werden („die
falschen 50er“ etc.) Dennoch haben sie die Geschichte bedeutend geprägt. Eisenhauer- Ära,
Baby- Boom, konservative Gesellschaft. Es gibt heute eine gewisse Rückkehr in die 50er.
In Europa herrscht ein anderes Bild vor als in den USA Zerstörungen vom Krieg/
Besatzungen etc.  Wohlstand/ Autos/ Fresswelle bleiben nach Kriegsende länger aus.
Deutschland:
Berlin ist eine alte Stadt, es gibt keine jungen Männer. Nur 10% waren unter 30. Es gibt
78000 Tote der Zivilbevölkerung. Sowjetunion hat Berlin erobert, Einteilungen in Regionen
erfolgt!
 geteiltes Berlin: geteilte Stadt (von Sowjetunion besetzt)
Westsektor (amerikanisch, französisch, britisch). Westzonen haben eine Straßenverbindung in
den Westen. Kommunisten im Osten, Kommunisten gelingt es nicht Mehrheit in Berlin zu
erlangen.
Osten hat begonnen Zufahrtsmöglichkeiten zu stören, man wurde vom Osten aus versorgt.
Gemeinsame Währungsform in Deutschland scheitert, Ostblock hat die Ostmark, im Westen
gibt es die Westmark. Am 24.Juni 1948 beginnt eine Blockade (Stromversorgung und
Bahnstörung). Präsident hatte den Plan dass man das isolierte Berlin aus der Luft entsorgen
kann (über die Luftkorridore Frankfurt und Hamburg). Berlin hat zwei Flughäfen: (Tempelhof
und Tegel). Tegel wird innerhalb von zwei Tagen gebaut, an manchen Tagen gibt es 1000
Flüge.
Verhältnisse waren schlecht. Es gab 4 Stunden Strom am Tag, Lebensmittel waren rar, 2/3 der
eingeflogenen Mittel waren Heizmittel, nur 20% Lebensmittel. Berlin versuchte aber zu
zeigen, dass Berlin nicht nachgibt und bekam symbolische Sonderstellung. „Berlin als
Hotspot der europäischen Politik“ Junge Leute wurden nach Berlin gelockt mittels
Wohnungskrediten und keine Wehrpflicht für männliche Studenten. Berlin wurde zur
blühenden Stadt; Mauer wurde errichtet um die eigenen Bürger drin zu halten.
„Adenauer- Ära“: 1949-63: Er übernimmt die Regierung, er will Westzonen in Ordnung
bringen. Schwarzmarkt verschwindet. Fokus liegt auf Wirtschaftsfaktor. Steigender
Wohlstand tritt ein.
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195: Westdeutschland ist noch ziemlich problematisch: Jeder 3. ist arbeitslos, viele sind
obdachlos und leben in Wohnunterkünften. Aber es setzt ein Bauboom ein, der viele
Arbeitsplätze schafft. „Wirtschaftswunder“ man spricht von sozialer Marktwirtschaft.
Markt + Politik ist kein Wildwuchssystem, die Wirtschaft wächst und wächst. Die
Möglichkeiten werden verdoppelt. Die Bundesrepublik Deutschland legt auf Handelsfreiheit,
da Besatzungspolitik beendet wird.
1954: Nato- Beitritt
1957: Gründung der EEG
Reallohn: 1950: rund 100 DM, 1963: rund 234 DM
Innerhalb von 15 Jahren verdoppelt sich das Einkommen. Jahr für Jahr gibt es signifikante
Steigerungen. Wertigkeiten erlangen an Bedeutung (Haus oder Auto? Später ev. Beides).
Verdreifachung des Fleischkonsums findet statt. 1963 hat jeder vierte ein Auto, jeder 3. einen
Fernseher. Geld wird für Lebensmittel, Verkehr, Haushaltsgüter und Unterhaltung
ausgegeben. Essen ist extrem wichtig. Der dicke Bauch ist 1960 ein Statussymbol dafür, dass
man sich etwas leisten kann.
Entwicklung im kulturellen Bereich:
In den 50ern wird viel gebaut. Man taucht in die Plastikwelt ein. Erstes Design setzt ein. Im
Kühlschrank war der Inhalt aber noch wichtiger als die Form. Der Rauchertisch ist ein
Statussymbol im Wohnzimmer, wenngleich man in der Küche gewohnt hat. Die Architektur
hat vieles falsch gemacht Küche als zentraler Ort wurde vernachlässigt „Kleine Küchen“.
Hochhäuser in den Zentren der deutschen Städte, Auto wird notwendig. „Wir können es uns
leisten“ als Statussymbol. Aufwachen eines neuen, deutschen Selbstbewusstseins. In der
Literatur gibt es schärfere Auseinandersetzungen mit dem NS. Prägend war die „Gruppe 47“
(Gas, Walser, Wichinger etc.). Es entwickelt sich die moderne, deutsche Natur von absoluter
Weltgeltung. Die Geschichte ist spannend zwiespältig, entwickelt aus dem Nichts heraus
Wohlstand und man zeigt diesen auch „Konsumgesellschaft“. Für die nachfolgende
Generation ist klar, dass man immer satt ist. 68 entwickelt sich ein großer Generationskonflikt
„Ellbogengesellschaft“. Nur Erfolg und größeres Auto waren wichtig. Der neueren
Generation ist aber auch die Vergangenheit wichtig!
USA ist das reichste Land, Privates ist wichtig, amerikanische Filmära, Chewing Gum,
Nylons, Jeans- Ära Amerikanische Lebensart schwappt auf Deutschland über!
Österreich:
Österreich hat tendenziell eine andere und langsamere Entwicklung! Österreich hat einen
Sonderstatus und wurde von den Großmächten anders gesehen. Innenpolitik in Österreich
kann auf die gesamte Bundesrepublik ausgedehnt werden. Energiewirtschaft wird in den
öffentlichen Handel gebracht. Sozialpartnerschaft wird begründet. Österreich ist extrem stabil;
Koalitionsregierung von SPÖ und ÖVP, wobei ein Übergewicht der ÖVP vorherrschend ist.
Staatsvertrag war nur möglich, weil beide politischen Parteien mitgewirkt haben.
Österreich ist langsamer und ängstlicher. Österreich hat strikte Tradition sich zwischen SPÖ
und ÖVP aufzuteilen.
Literatur: 1945 wurde weniger deutlich als Bruchlinie erlebt, Literatur zieht sich relativ
glücklos hinweg. Erfolg haben in der bildenden Kunst die didaktischen Realisten. Österreich
ist im Allgemeinen eher konservativ! In Theater, Literatur etc. herrscht eher alte Schule
allgemein vor. Im Vergleich zu Deutschland haben wir einen knapp dahinter hinkenden
Einkommensstand.
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1952: 17% weniger Erzeugnisse an Fleisch verkauft, dafür mehr Gemüse, erst dann beginnt
steigender Verkauf! Es gab Einzelzigaretten zu kaufen. Kleidung: Bluejeans; Wohnbau kam
in Schwung; der größere Teil der Wiener Wohnungen hat innen Wasser, aber Klo befindet
sich am Gang. Wir erleben wie in Deutschland eine Kühlschrank und Autowelle,
Waschmaschine und Mixer erlangt an Bedeutung. 1957 hatte der durchschnittliche Wiener:
nur 24% ein Auto, Jeder 10te Haushalt hat einen Mixer und ein Motorrad, 12 % Plattenspieler
etc.
Modernisierung erfolgt in Österreich langsamer, Fernseher ist aber auch hier ein wichtiges
Statussymbol. Kino war die Alternative zum Fernsehen. Der österreichische Film war sehr
produktiv (Sissy z.B.), vor Allem im Bild auf Österreich (Heimat, Monarchie, Lustspiele).
Man steht gegen ausländische Filme (USA, Italien etc.). Es entwickeln sich eigene
Jugendkulturen, die „Halbstarken“ ist aber keine Bewegung für den gesellschaftlichen
Wandel, dennoch als eine Form des Protests und der Rebellion zu sehen. Man will zeigen,
dass man auf bestimmte Dinge anders blickt. Entwicklung des Comics.
1900: 52% Landwirtschaft
2000: 5%
Mechanisierung der Landwirtschaft geht voran, mehr Düngemittel wurden eingesetzt.
Bauernwirtschaft sind im Regelfall Familienbetriebe. Berufsbild stirbt nach und nach aus.
Industrie: Verdreifachung des Energiebedarfs, Steigerung in der Industrie von 75%.
Steigerung in der Bauwirtschaft, Kriegszerstörungen werden beseitigt.
Österreich ist am Ende der 60er kein Land mehr, dem die Kriegswunden anzusehen sind.
Österreich wird zum Zielland für Fremdenverkehr (Wegen der Filme über den Wörthersee,
Urlaub am Donaustrand, Tirol: Ski fahren, Salzkammergut). Es gab viele
Ausländernächtigungen von 19 Millionen auf 40 Millionen. Österreich gilt als
Fremdenverkehrsland, die Österreicher als Skilehrer, Bademeister etc.
Politisches Selbstverständnis: bis 1966 regiert die große Koalition. Politik zielt darauf ab, dass
Österreich sein Selbstverständnis „Wir sind so bescheiden“ auch innerlich verfestigt.
Unterlegenheitsgefühl gegenüber Deutschland, „Wir sind nicht schuld am NS“ als politische
Intention. Wir sind Dienstleister und bescheiden und nicht schuld. Entscheidend, dass das
funktioniert ist das Abkommen von „Raab- Olah“. „Österreich ist Anders“. Sozialgasthaus:
„Wir sind friedlich und nicht aggressiv“.
06.06.2011
60er Jahre als Weltphänomen: Chiffre „1968“ steht für sehr viel = ein breiter Bogen von
Vietnamkrieg bis zur Situation USA (Woodstock, Bürgerrechtskrieg) bis hin zur Situation in
China, Deutschland und Österreich etc.
60er: Vietnamkrieg ist ein entscheidendes Element der 60er.
Versuch: Vietnam selbständig zu machen, nach dem WK. Nord/Süd Vietnam hat sich 1958
ganz gegenteilig entwickelt. Südvietnam: katholische Kultur der Oberschicht und katholische
Militärs, puristisch. Wie kann sich katholische Oberschicht gegen buddhistische Mehrheit
behaupten? Guerilla Bewegung Vietcong
In Südvietnam regt sich heftiger Widerstand. Buddhisten in der Kunst schreiben „Blutbriefe“,
Selbstverbrennungen werden von Buddhisten gestartet. 1963: General Diem wird getötet.
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USA: 61/62/63/64: USA steigt in den Krieg ein. Kennedy wird ermordet und Präsident
Johnson kommt ins Amt. August 1964: 2 US- Zerstörer werden angegriffen. Tägliche
Bombardements beginnen als Gegenwehr unter Präsident Johnson. Brutale Gewalt. Konflikte
breiten sich auf Kambodscha/ Laos aus.
Rund 175 000 Soldaten (1/3) kämpfen, restliche 2/3 sorgen für Nachschub. USA hat etwas 54
000 Tote zu beklagen, es gibt Drogenprobleme. Krieg ist zum 1.Mal ein Fernsehkrieg.
Vietnam- Soldaten sind keine Helden mehr. Entweder kaputte, zerstörte Menschen oder total
überhöht á la Rambo- Manier. Kein freier Zugang mehr für Soldaten an Universitäten. Krieg
hat USA grundlegend verändert. USA hat keine Wehrpflicht in Friedenszeiten. Welle der
Freiwilligkeit besteht nur. Wehrpflicht wird wieder eingeführt und plötzlich sind alle Männer
ab 18+ davon bedroht in den Krieg einrücken zu müssen. Studenten wollen das verhindern,
Unis werden Schauplatz gesellschaftlicher Diskussionen. Es entsteht eine
Antikriegsbewegung (=1.tragende Säule der 60er).
(2.Säule=) Bürgerrechtsbewegung: Als Kennedy als erster Katholik in den frühen 60ern
zum Präsident wird, wird Chancengleichheit zum Thema. Bildungswirtschaft/
Mindestlohnsicherung etc.
Kennedy arbeitet an Bürgerrechtsgesetzen, für Gesundheit wird mehr ausgegeben, Löhne
werden erhöht.
1968: 58% des Geldes ist in den Bürgerkrieg gegangen
1964: Bürgerrechtsgesetz, Aufhebung der Rassengesetze. Im Süden hat dies zu Unruhen
geführt. Konflikte bringt man nicht in den Griff. Erwartung, dass alle gleich sind, erfüllt sich
nicht.
„Ethik der Gewaltlosigkeit“: Martin Luther King „I’ve a dream“ er vereint schwarze und
weiße. Schwarze überhöhen dies aber in die andere Richtung „Black Power Movement“
führt zum Afrolook, es wird schick, nicht-amerikanische Wurzeln zu entdecken.
1968: Martin Luther King wird ermordet. Bewegung wird daher wesentlich radikalisiert
Malcolm X
Zwei Bewegungen: Studentenbewegung speist sich aus Bürgerrechtsbewegung, aber noch
stärker aus Antikriegsbewegung.
„Mississippi- Freedom“- Projekt, wo Studenten gezeigt wird, wie afromaerikanische
Menschen noch immer ausgebeutet werden. Es öffnen sich die Augen. Toiletten für schwarze
und weiße werden eingeführt und man ist gegen Ermordung.
Man protestiert gegen Uniforschung in den Krieg, es gibt große Demonstrationen.
66/67: Verteidigungsminister wollen Rede halten, Studenten blockieren sein Auto. Präsident
Johnson kann sich auch nur mehr auf spezielles Terrain wagen.
Neue Formen des Protests rufen neue Kultur hervor: Jugendkultur. Kleidung verändert sich
(Latzhosen, lange Haare auch für Männer, Jeans war „das“ Protestkleidungsstück). Musik:
Blues und Rock á la Hendrix, Beatles etc. Hippiebewegung; Alkohol/ Drogen machen sich
breit. Neue Alltagskultur/ neue Musikkultur.
Sommer 67: „Summer of love“ San Francisco als Hauptstadt. Wir wollen nicht
Vietnamkrieg, wir wollen Frieden! Das hat sexuelle Revolution zur Folge, Pille wird
eingeführt. Das ist die Generation der 60er Jahre und ist auch das Vorbild für die europäische
Lebensweise.
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 Frauen haben noch immer begrenzte Aufstiegsmöglichkeiten, Stereotype was „Frau Sein“
heißt, sind noch immer vorhanden. Feminismus/ Frauenbewegung kommt erst später.
Bewegungen hier sind noch immer chauvinistisch ausgerichtet.
Amerika beeinflusst die europäische Kultur. Deutschland hat besonderes Nahverhältnis zu
Amerika, da Deutschland auch viel Kriegsmaterial für Amerika im Vietnamkrieg abgibt.
Europa:
Deutschland: Adenauer- Ära, Wohlstand und Einkommenssteigerung. 60er beeinträchtigen
Wohlstand nicht wirklich.
1966: Koalition Kiesinger – Brandt: Notstandsgesetze werden eingeführt und schränken
Möglichkeiten des Protests ziemlich ein. Parlament und Regierung regieren fast ohne
Opposition.
Zentrales Problem: (in USA Bürgerrechte und Vietnamkrieg)
In Deutschland: Generationskonflikte Kinder fragen sich, was Eltern im
Nationalsozialismus gemacht haben und wie sie reagiert haben. Versuch, Eltern in NS- Zeit
trotz Leugnung zu integrieren.
Frankfurter Schule versuchte zu klären, was in den Köpfen der Eltern und der Systeme
vorgegangen ist.
Feststellung, dass es einen Zusammenhang zwischen Kapitalismus (Marktwirtschaft) und
Faschismus gegeben hat. Sprachlosigkeit zwischen den Generationen entsteht. Eltern
verstehen nicht, dass ihre Kinder nicht dankbar für den Wiederaufbau und den Wohlstand
sind. Kinder verstehen nicht, weshalb sie keine Antworten erhalten. Angst der Jugendlichen,
dass Eltern bei wiederkehrender Situation wieder gleich reagieren.
Faschismus = zentrale Frage in Studien.
Studierende entdecken Staat wieder als Zwangsstaat. Polizei erschießt einen Studierenden
(Dutschke). Polizei wird daraufhin als Bedrohung wahrgenommen. An Dutschke wird ein
Attentat verübt, deutsche Jugend hat viele kulturelle Ausdrucksformen WGs (Kommunen).
Kritische Versuche „andere“ Inhalte an den Unis einzubringen.
Jänner 1968: Dutschke als Volksheld Nummer 1, daraufhin Attentat. Staat ist sehr repressiv.
Wege der APO (außerparlamentarische Opposition) werden eingeschlagen, antiautoritäre
Wege der Kindererziehung. Durch geringe Möglichkeit sich in der Presse zu artikulieren geht
man in die Isolation/ Wege in die deutsche Gewaltspirale. „Baader- Meinhof“: Man wird
radikaler; Entführungen finden statt. Staat als Feind & Kampf dagegen: Staat schlägt aber
zurück.
Österreich:
Österreich hat sich als Opfer hingestellt. Gedanke, dass man keine Schuld hat. Österreich ist
das Land der großen Koalition.
1966: leichte Verschiebung in der Wahl: ÖVP wird zur Alleinregierung unter Klaus und
startet unter Kreisky Erneuerungsprozess. Österreichische Studentenbewegung versucht
deutsche zu kopieren, mit dem Unterschied, wie haben keine Amerikaner mehr hier, deshalb
wird der Vietnamkrieg nicht so stark thematisiert. Dennoch gibt es hier eine
Friedensbewegung und die Idee des Pazifismus („Ostermarsch“). Österreichische Jugend war
nicht so stark Vietnamkonzentriert, persische Jugend hat in Wien studiert. Idee, dass man
Mief an Unis beseitigen muss; manche Unis haben das gemacht. Versuch moderne Akzente in
der Unilandschaft zu setzen.
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Österreich hat einen kulturellen Beitrag in der Welt geleistet: es waren die Jahre der Kunst.
Symbosium Kunst und Revolution um Protest über Gesellschaft Ausdruck zu verleihen.
Kunst ist nicht nur Repräsentationskunst, sondern auch Performanz. EindrucksAusdruckskunst; Publikumsbeschimpfung.
Wiener Aktionismus: ist bedeutend. Körperbezogen. Kunst wird kontextualisiert,
demokratisiert, Provokation = wichtig! Körper wird eingesetzt (eigenes Blut um
Aufmerksamkeit und Bewusstsein zu erzeugen, durch Schockwirkung), Kunst hat Freiräume
erkämpft! In der Kunst wird Neuland beschritten!
20.06.2011
60er Jahre:
Frankreich: hat eine zentrale Rolle. Die Unruhen im Mai 68 in Paris nehmen ihren
Höhepunkt der Bewegung.
Frankreich hat eine Art „Hot Spot“ vorzuweisen es tut sich in diesen Jahren sehr viel. Die
französische Bewegung hat mehrere verschiedene Wurzeln.
1954 „Algerienkrieg“ = ein Ereignis, über das Frankreich bis heute nicht hinweggekommen
ist. (Man spricht heute noch vom Algerienkriegstrauma) Algerienkrieg war eigentlich ein
Bürgerkrieg mit Menschenrechtsverletzungen im enormen Ausmaß. Um aus dem Krieg
herauszukommen, hat man General de Goulle aus der Pension in die Politik zurückgeholt (er
galt als Ruhepol). 5.Republik Frankreich hat eine Präsidialverfassung, was bedeutet, dass
außer in den USA nirgendwo ein Präsident so viel Macht wie in Frankreich hat. Goulle
wendet sich ans Volk etc., Goulle („Der Retter Frankreichs“) beendet den Algerienkrieg und
verschafft ihnen Unabhängigkeit. Er ist bestrebt Frankreich nach dem Algerienkrieg in die
Weltpolitik als „große Nation“ zu integrieren. Frankreich versucht diese Weltgeltung mit
Nachdruck durchzusetzen. Frankreich ist sehr zentralistisch, der gesamte Verkehr geht bsp.
von Paris aus, in Paris sind die Flughäfen und die Autobahnen kommen auch alle in Paris
zusammen, was dazu führt, dass die Landbevölkerung abwandert. Das große
Modernisierungspotenzial fehlt und ein großes Gefälle zwischen Arm und Reich entsteht. Die
Sprache „französisch“ wird bis zu den Landesgrenzen ausgedehnt.
Man hat eine sehr starke kommunistische Gewerkschaft „CGT“, sie sind sehr viel stärker
streikbereit, da ökonomische Probleme vorherrschend sind. Die Gewerkschaft, die Goulle
einsetzt, setzt auf Wirtschaft und beschwört soziale, ökonomische Konflikte herauf.
Die Studenten leben in einem veralterten System. Frankreich hat bis heue zentralistische UniPolitik. System der strengen Auslese/ des Konkurses führte zu einem sehr undurchlässigen
Bildungssystem. Die es sich leisten können, können studieren und der Rest nicht.
Studiumsreform wurde ökonomisch und zielgerichtet untergeordnet. Schlechte Unibauten und
schlechte Studentenheime führen zu einem Protest. Dieser Protest beginnt mit den
Geschlechtertrennungen in den Uniheimen, ist aber auch gegen schlechte Unibedingungen
(gegen Mittellosigkeit, schlechte Lehrer die nur zur Mittelmäßigkeit erziehen etc.). Studiende
unterrichten als Zeichen des Protests selbst und lassen Vortragende nicht in den Hörsaal.
Generell gibt es keinen Generationskonflikt und auch der Vietnamkrieg ist nicht so
vorherrschend. Blutige Auseinandersetzungen bei den Studentenprotesten gibt es aber sehr
wohl. Die Professoren haben angefangen, gemeinsam mit den Studenten zu demonstrieren.
Viele Schwerverletzte und Gefängnisaufenthalte sind eines der Resultate daraus.
Entscheidend ist, dass auch die Gewerkschaft zu Streiks tendiert und die Studenten zu Streiks
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auffordert und gemeinsam mit den Studierenden demonstriert und Arbeitsverweigerung
durchsetzt.
Durch die Tatsache, dass die Gewerkschaft und die Studierenden gemeinsam gestreikt haben,
befindet sich Frankreich am Rande des Abgrunds (23. und 24.Mai). Riesen Demonstrationen
gegen de Goulle und gegen die französische Regierung fördern Zugeständnisse gegenüber der
Gewerkschaft. Deshalb hören sie mit der Zeit auf, die Studierenden zu unterstützen.
Frankreich wurde zum Sozialstaat und Frankreich gelangt in die Moderne. 20% bessere,
materielle Situation (wie bessere Gehälter) setzen sich durch.
Meinungsumschwung kommt durch bessere, materielle Umstände und viele wurden auch
verschreckt, durch die neue kampfbereite Erscheinungsform der Jungen („Wir sind die, vor
denen euch eure Eltern gewarnt haben“). Deshalb wurde de Goulle schlussendlich auch
wiedergewählt.
Davor bekommen die Jungen für ihren Aktionismus hohe Zustimmung, jetzt kommt es wieder
zu einer Rückführung ins Konservative.
Frankreich ist ein völlig atypisches Land, weil Protest, weil gesellschaftlicher Umschwung für
neue Politikform zumindest kurzzeitig denkbar ist. Frankreich gilt als aufmüpfig,
diskussionsfreudig etc.
ČSSR: Tschechoslowakische Sozialistische Republik
„Prager Frühling“ 1968 ist bedeutend.
In der Zwischenkriegszeit ist die ČSR (nur mit einem S) jener Staat, der am Längsten
demokratisch geblieben ist. Minoritäten wurden aufgefangen, dann aber von Hitler
zerschlagen. Hatte 1945 einen schweren Neuanfang. Die Rote Armee hat Prag befreit, das
Land ist der Einflusszone der Sowjetunion zugeschlagen worden und wird kommunistisch
und bleibt bis etwa 1989 auch so. Zum Teil ist es nicht nur kommunistisch, sondern sogar
stalinistisch. In den 60ern gab es erste größere Differenzen, es kam zur Rehabilitierung von
ehemals Verurteilten.
Entscheidend sind 1963 die ersten Aufbruchstimmungen in Prag, die so genannte „KafkaKonferenz“. Kafka gilt als Chronist des Herrschaftssystems des Stalinismus. Langsam durfte
man Kafka wieder lesen Signal, dass nicht alles so ist, wie es sein soll.
Generalsekretär Alexander Dubcek hat die Tschechoslowakei nachhaltig verändert: Er hat sie
liberalisiert, aufgemacht, Idee des Mehrparteiensystems, es gab Reisevereinfachungen, Recht
auf freie Presse und freie Meinungsäußerungen. Er hat versucht, auch im Westen, dem
Stalinismus die Fratze zu nehmen, es wird versucht, dem Ganzen ein lebhaftes Gesicht zu
geben. Es wird nicht mehr über Angst, sondern über einen bilateralen Austausch regiert.
Die Idee an sich hat aber vielen Angst gemacht. Als der Parteitag 1968 diese Idee absegnen
wollte, haben Panzer aus mehreren Ländern den Parteitag überrollt. Es gab verzweifelte
Widerstandsbekämpfungen, die dem Ganzen aber nicht standhalten konnten. Hoher
politischer Schaden für den Kommunismus in der ganzen Welt ist zu verzeichnen! Diktatur
wird wieder eingeführt, Besatzungsregime regiert.
„Normalisierung“ der Tschechoslowakei ist ganz eng an der Leine der Sowjetunion
zurückgeführt.
Was die Bewegungen verbindet, ist dass Fernsehen schon da ist, Musik ist auch vorhanden.
Jugendkultur. Leute wurden emotional mitgenommen.
China:
China ist heute der wirtschaftliche Faktor Nummer 1. China könnte die USA aufkaufen.
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Kulturrevolution!
China ist in Europa nicht wirklich im Blickpunkt. China ist relativ weit weg, es ist noch nicht
Teil jener Kommunikationsschleife, die damals übers Fernsehen zu uns kommt.
China ist in den 50ern/60ern durch politische Wellenbewegungen gekennzeichnet, d.h. es gibt
immer wieder Öffnungen und dann wieder Grenzen etc.
Anfang der 60er werden Volkskommunen eingeführt, viele Hungersnöte sind vorhanden und
niemand fühlt sich verantwortlich für Schäden der Ernte.
Es kam zu mehreren Hauptideen wie man aus der Krise herausfinden kann; Maos Politik
sollte überwunden werden!
- Maos Politik ist nicht strikt genug kommunistisch. China wurde durch strikte Regeln zum
Krisenland.
- Man muss materielle Anreize schaffen.
Mao hat sich auf die Seite der Konservativen gestellt. Mao gründete die Roten Garden mit
der Idee „neue Menschen“ zu bauen. Menschen, die erst 1949 geboren sind und keine
Erinnerung an das davor haben. Diese Menschen sollten dazu in der Lage sein, mit allem
Alten zu brechen. Hausdurchsuchungen wurden durchgeführt, Unis und Schulen sollten
beherrscht werden, Tempel und Kirchen werden zerstört. Wir brauchen keine alte Geschichte,
wir brauchen keine alte Bourgeoisie. Alle sollen gleich werden. Wir erziehen alle Menschen
gleich, keine Kleidungs- und keine Klassenunterschiede. Viele Chinesen wurden eingesperrt
oder erschlagen. Die Roten Garden wurden schlussendlich aber zurückgedrängt. 1969 wird
versucht, die Konfliktparteien zusammenzuführen. Das Ende der Kulturrevolution wird
besiegelt, dennoch gibt es Gruppen von Mao.
Zu Beginn der 70er haben die Gemäßigten gesiegt, Mao stirbt und wurde aber schon davor
entmachtet. Managementstrukturen werden eingeführt, Recht auf Eigentum und
Leistungsorientiertheit etc.
Grundlegend versuchte die Rote Garde ein ganz neues Menschenbild zu kreieren: „Wir sind
alle gleich, es gibt keine Unterschiede“ und haben vollständig mit dem Alten gebrochen.
Jungen bauen als neue Menschen eine neue Welt, das Alte wird vernachlässigt.
Zusammenfassend: 60er verändern die Welt, 70er verdichten vieles! 80er= Afghanistan
Krieg!
1989: Idee, dass man am Ende der Geschichte angekommen sei. Die große Geschichte ist
dadurch gekennzeichnet, dass es im 20.Jhr. große Denkmodelle gibt und 1989 der liberale
„laissez- faire“ über die Welt gesiegt hat.
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