Meine Alpzeit 92 Tage 17.3.14

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Meine Alp zeit 92 Tage !!
Anfang 2013 kam der definitive Entschluss, dass
ich auf die Alp gehen werde. Ich konnte es noch
gar nicht glauben…ICH?? Würde ich das
können? Es war schon immer ein Traum von mir,
einen ganzen Sommer auf einer Alp zu
verbringen. Aber würde ich das alles wirklich
schaffen? Alleine mit den Tieren auf 1623m, zwar
mit einer traumhaften Aussicht, dafür mit harter
körperlicher Arbeit und ganz viel frischer Luft.
Drei Monate mit meinen Hunden als Helfer und
als Kameraden, aber ohne Mann und Familie?
Ich habe für Euch mein Abenteuer „Alp“
aufgeschrieben und möchte Euch so auf den
folgenden Seiten an meiner Alpzeit teilhaben
lassen und Euch einen Einblick ins Alpleben
geben.
Erster Alpaufstieg (Vorbereitungen)
Am 15.06.13, an einem Samstag, ging es zum ersten Mal auf die Alp. Ich wusste zu
diesem Zeitpunkt noch nicht einmal wo sich die Alp überhaupt befand, hatte sie nur
auf Fotos gesehen und gehört wie steil sie sein soll. Maya hatte mich netterweise
begleitet und mir noch einige wichtige Infos mitgegeben. Auch hatte sie mir geholfen
die ersten 2 von 3 Wassertanks aufzustellen. Somit bestand die Chance, dass bis zu
meinem Einzug schon Wasser zur Verfügung steht.
Ihr müsst wissen, dass es auf der Alp weder Strom noch fließend Wasser gibt.
Wasser musste gesammelt werden, für Strom hatte ich mir ein Solarpanel gekauft.
Ansonsten gab es noch ein kleines Stromagregat.
Die Hütte ist nur zur Fuß, für trainierte in 1 h, erreichbar. Natürlich nicht wenn man
das erste Mal, mit einem komplett überfüllten Rucksack, hoch geht.
Nach diesem ersten Alpaufstieg ging ich bereits mit vielen Eindrücken nach Hause
und war gespannt wann es nun endlich los gehen würde. Mir war bereits jetzt schon
klar, dass es an Arbeit nicht mangeln würde.
Die Alp Zeit beginnt
Montag 17.6.13
Nun ist der Tag gekommen, ich mach mich auf den Weg mit einem voll
geladenen Auto. Nix vergessen, hab ich echt alles, alle Einkäufe dabei für 3
Monate… Nahrungsmittel, Kleider, Stiefel und die Hunde ;-) . Alles dabei.
Das Abenteuer kann beginnen. Gemütliches hochlaufen mit einem weiteren
extrem gefüllten Rucksack. Mein Hund Dusty mit seinem Mini Rucksack,
trägt ein wenig Hundefutter hoch. Material für die ersten Tage bis der Heli
fliegt. Alles auspacken, die Hütte putzen, lüften und dann loslegen. Zaun
und das ganze Material geprüft…somit kann ich anfangen.
Die nächsten Tage ......... Zäune , Helikopter, und vieles mehr.
Die weiteren Tage waren total ausgefüllt. Terrasse aufbauen, mit den
Zäunen so schnell wie möglich fertig werden - vor allem den ersten
Abschnitt - damit die Schafe so schnell wie möglich hoch kommen können.
Die ersten Tage waren extrem heiß, was das Zäunen nicht wirklich leichter
machte. Sonnenbrandgarantie. Mit der guten Beschreibung von Maya und
Roland lief der Zaunaufbau super. Extrem streng, vor allem in diesem
steilen Gelände. Es ist nicht wirklich einfach, man muss gut aufpassen wo
man steht und hat dazu noch viel zu tragen. Ca. 4 Tage brauchte ich um
den ersten Teil einzuzäunen. Donnerstag morgen um Punkt 07.00 Uhr kam
dann der Helikopter mit dem ganzen Material hochgeflogen. Ich war echt
nervös da ich nicht wusste was ich genau machen muss. Aber alles lief
reibungslos - war ich erleichtert. Es war sehr beeindruckend wie der
Helikopter das ganze Material im Steilen abgeladen hat. In ca. 2 h hab ich
alles weggeräumt. Und das bei traumhaftem Wetter.
Meine Einkäufe
10 Packungen Mineral mit Kohlensäure ,10 Packungen ohne Kohlensäure, 9
Packungen Coca Cola , 5 kg Teigwaren und 5 kg Reis, div. Saucen ,
Tütensuppen, Milch - wobei ich blöderweise Past milch gekauft hatte - ich
Dummerchen habe gedacht ich hätte UHT gekauft. Naja, wer lesen kann ist
klar im Vorteil…wie man so schön sagt. Da war dann nix mit Milch .
Weiter: Etwas Gemüse , Trockenfleisch , Knusperbrötchen , Reiswaffeln ,
Käse (lang haltbar), Dörrbohnen, Farmer Riegel , Knoppers, Schokolade sehr wichtig , Fertigrösti, Kaffee Pulver, verschiedene Kekse und sonst noch
so einige Sachen.
Endlich: die Schafe kommen !!!!
28.6.13 Freitag
Etwas lange hat`s gedauert bis die Schafe endlich kommen, aber der
Transporteur war verhindert und das Ganze musste etwas verschoben
werden. Dafür hatte ich genug Zeit um Reparaturen zu machen.
Ich bin schon früh wach, denn ich war ziemlich aufgeregt: wird auch alles
klappen? Frühstück hinter mir, den Viehhüter eingepackt und los geht`s.
Es regnet, also nochmal rein um Regenkleider anzuziehen und auf geht`s.
Um 10:15 kommt der LKW mit den Schafen ein Nigel-Nagel-Neues Teil COOL... Die Schafe werden raus gelassen und als wir alle hatten ging es los.
Ganz gemütlich war ich mit den Schafen in 2 h oben.
Es ist einfach ein Traum mit einer Herde von 167 Schafen auf die Alp zu
wandern und die Schafe ruhig und sicher hoch zu bringen.
Nun sehe ich auch endlich, dass sich die Ausbildung der Hunde gelohnt hat.
Und sie mir enorm hilfreich sind. Sie schauen das mir alle Schafe folgen und
die Schafe auch schön zusammen bleiben. Denn es gibt immer mal den
einen oder anderen den das Gras lockt. Eine kurze Pause brauchte ich bevor
es dann an die schwierigeren Stellen ging. Nun nur noch den letzten Teil
über das Geröll und auf geht’s in die frische Weide… das saftige Alpengras.
Glücklich, aber auch etwas müde, mach ich mich auf den Weg zur Hütte. Am
Mittag bin ich zurück und gönne mir Rösti mit Cervelat, eine kleine
Stärkung muss sein. Zaun nochmals kontrollieren und zufrieden den
Schafen beim Fressen zuschauen. Für heute ist das Wichtigste getan, ich
und die Hunde beobachten die Schafe.
Alltag auf der Alp .....
Der Morgen beginnt meist um 07.00 Uhr - da ich nicht melken muss ist das
kein Problem. Ich geh mit den Hunden raus, mein täglicher Blick: wo sind
die Schafe? Meist stehen sie etwas unterhalb der Hütte. Danach füttere ich
die Hunde. Ich frühstücke ebenfalls, mache das Geschirr und dann geht es
wieder raus. Am Wochenende, je nach Wetter, kommen immer wieder ein
paar Wanderer vorbei, die sich gerne zum Quatschen aufhalten und ihre
Verpflegung zu sich nehmen. Ab und zu gibt’s auch mal einen Kaffee oder
ein Mineral zum Trinken. Dann heißt es Zäune weiter aufstellen, denn es
hat 4 Abschnitte die ich einzäunen muss… von Litzenzaun und Flexinetze
bis hin zu Knottengitter im steilen Gelände - eine echte Herausforderung.
Schafe kontrollieren alle gesund? Hinkt auch keines und die Zäune täglich
abgehen. All das gehört zu meiner Arbeit. Die Wanderwege freischneiden
und Holz sammeln. Es gibt immer wieder was zu tun. Zaunreparaturen
gehören ebenfalls dazu, denn es werden auch immer wieder Steine
ausgelöst die in den Zaun fallen.
Ca. alle 2 Wochen geh ich ins Tal um frische Lebensmittel einzukaufen.
Auch bei meinen Eltern fahre ich das ein oder andere Mal vorbei um Kleider
zu waschen. Mit der Waschmaschine wird’s einfach sauberer als von Hand.
Natürlich gönne ich mir dann auch eine richtig heiße Dusche wenn ich
schon unten bin. Den Vorteil muss ich nutzten; wohnen die Eltern schon
ganz in der Nähe.
In den nächsten Tagen hab ich die Schafe gezählt. Wie ich das anstelle? Um
die Hütte ist ein Zaun der gegen den Ausgang immer schmaler wird. So ist
es denn auch kein Problem, die Schafe zu zählen. Die Hunde sind dabei eine
super Hilfe. Selbständig schauen sie, dass die Schafe Richtung Durchgang
laufen und ich kann mich aufs Zählen konzentrieren. Es hat noch 2 Schafe
die humpeln, die ich mir natürlich gleich noch anschauen werde. Auch für
diese Arbeit bin ich froh um die Hunde. Sie treiben sie zu mir zu, so dass ich
die Schafe ohne Probleme einfangen kann.
Die eine hat sich die Klaunespitze angebrochen. Die Klaue schneid ich
runter…ein paar Tage, dann ist es wieder gut. Markieren des Schafs und ab
auf die schöne Wiese. Bei der Anderen ist es ziemlich ähnlich; auch diese
Klaue wird zurückgeschnitten, das Schaf markiert und ab in die Freiheit.
Ein paar lustige und weniger lustige Erlebnisse in der
Bergwelt.
Sonntag 7.7.13 Absturz eines Gleitschirmfliegers...
Die lieben Paragleiter. Es ist wunderschön zu sehen wie sich der Himmel
mit den Gleitschirmfliegern bedeckt. Und wie still und ruhig sie in der Luft
gleiten.
Mich erstaunt aber immer wieder, dass sie so nah an den Felsen entlang
gleiten, ohne das Seil von der Transportbahn zu streifen . Hoffentlich
passiert hier nie was: Kaum hatte ich das gedacht, touchiert ein
Gleitschirmflieger das Seil von der Transportbahn und gerät ins Trudeln…
er stürzt ab. Ich springe auf, hüpfe in meine Bergschuhe und laufe los.
Hoffentlich ist nichts Schlimmes passiert. Oberhalb kreiselt ein Kollege vom
Verunfallten. Ich rufe hinauf, dass ich nachschauen gehe. Der landet im
steilen Gelände ohne Probleme. Zum Glück ist dem Verunfallten nichts
passiert. Er hatte Glück im Unglück und landete auf einem restlichen
Schneebrett von ca. 3m Breite. Ich frage ob ich ihnen helfen kann, aber es ist
alles ok. Sie prüfen die Schirme, legen sie schön aus und starteten wieder in
die Luft. So schnell sie da waren, so schnell waren sie auch wieder weg.
Und mein Schrecken ist auch vorbei.
Mein erster Besucher. Nebel Aktion und Schafe abgehauen.
Donnerstag 11.7.13
Mein erster Besucher ist auf dem Weg hoch zu mir. In dickem Nebel
versucht er die Hütte zu finden. Ich warte noch auf den Helikopter, der noch
Baumaterial hochfliegen sollte. Während dem, versuche ich meinen
Kollegen durch den Nebel zu lotsen, was nicht wirklich einfach ist…vor
allem wenn das Handy bestimmt wann ich Empfang habe. Na gut, Heli
wurde abgesagt und nun weiß ich auch wo mein Kumpel Sven sich in etwa
befindet. Er meldet, dass er die Schafe hört. O.K., dann muss er in Abschnitt
1 sein… ich werde ihm entgegen laufen. Auf dem Weg nach unten höre ich
die Schafe - aber oh Schreck - da wo ich sie höre, sollten sie nicht sein. Sie
sind in den noch nicht komplett fertig gezäumten Abschnitt 4 abgehauen;
das Netz war am Boden. Ich hatte zum Glück die Hunde dabei und konnte
die Schafe wieder in den Abschnitt 1 zurücktreiben. Zusammen mit Sven`s
Hilfe war auch der Zaun innerhalb kürzester Zeit repariert. Danke nochmals
Sven für deine Hilfe. Denn er ging für mich zur Hütte hinauf um den Strom
auszuschalten – so konnte ich das Netz reparieren. Zum Glück das erste Mal
und auch das einzige mal wo mir alle Schafe ab sind.
Duschen auf der Alp ....
Ich find es einfach genial wie ich hier oben so Körperpflege betreibe. Wenn
es draußen so richtig kalt ist, wird mit dem Waschlappen gewaschen. Ist es
wärmer, habe ich Regenwasser gekocht und danach in einem Eimer richtig
temperiert. So konnte ich draußen eine Freiluftdusche genießen. Einen
Becher um mich nass zu machen, dann einschäumen und mit dem
restlichen Wasser Becher für Becher abspülen.
Interessanterweise hatte es dann doch öfters mal etwas mehr
Gleitschirmflieger…komisch. Ich fand’s amüsant und für meine Gäste war es
eine tolle Erfahrung. Für die einen Überwindung. Aber alle waren
begeistert.
Schafe zügeln ...
Einfach eine geniale Herausforderung für Mensch und Hund...
Donnerstag 18.7.13
An diesem Tag ging meine Mutter nach Hause. Sie war für einige Tage zu
Besuch gewesen, was die Einsamkeit etwas verkürzt. Denn ab und zu macht
das Alleinsein doch zu schaffen. Nun gut, ich begleitete sie bis zum
Alpeinstieg, holte das Viehütegerät und beim Hochgehen trieb ich gleich
die Schafe zusammen. Diese waren natürlich überall verteilt. Mein erster
Weideumtrieb.
Es ist einfach toll so hilfreiche Hunde zu haben. Wenn ich mir vorstelle, ich
müsste die Schafe ganz alleine einsammeln… kaum vorstellbar!
Alle Schafe zusammen getrieben, wandere ich mit der Herde Richtung
Abschnitt 4. Wanderer staunen immer wieder wie viel Disziplin und
Gehorsam die Hunde haben müssen, denn wenn ein Hund nicht vorsichtig
arbeitet und nicht gut steuerbar ist dann kann es ziemlich übel enden.
Deshalb ist 100 % Gehorsam das A und O in den Bergen. Denn wenn die
Hunde zu schnell auf die Schafe los laufen, können sie stolpern und fallen
oder sie verletzen sich und das ist nicht im Interesse eines Schäfers oder
Älplers. Das Ziel ist es schließlich schöne, satte und gesunde Tiere dem
Schafbesitzer zurück zu bringen.
Das Wandervolk
Es ist einfach genial wie die Wanderer Freude haben und den Älplern auch
immer wieder mal was vorbeibringen - eine wahre Freude. Einmal kamen
z.B. zwei ältere Herren vorbei, die mir voller Freude eine „20 min
Zeitschrift“ hinauf brachten. Einfach so… ich freute mich natürlich sehr. Bot
ihnen auch etwas zu Trinken an, aber sie lehnten dankend ab, denn sie
wollten weiter.
Dann gab es solche, die auch mal frischen Salat hoch brachten. Da ich ja
keinen Kühlschrank besitze, hält frische Ware natürlich nicht lange und ich
muss auf Obst und frisches Gemüse normalerweise verzichten. Umso mehr
hatte ich mich über diesen Salat gefreut.
Eine andere Gruppe bekam Kaffee von mir und als Dank erhielt ich ihre
Salami. Ab und zu bekam ich von einem Wanderer selbstgebackenes Brot,
eine Zeitschrift „Tierwelt“ und etwas Gemüse. Oftmals hieß es von den
Wanderern: „ja, wenn ich doch sowieso hier hoch gehe, kann ich ja auch
eine Kleinigkeit bringen“.
Ein Wanderer namens Thomas beeindruckte mich sehr. Er erzählte mir,
dass er so gut wie jeden Abend auf irgendeinen Berg wandert, was Trinken
geht und danach im Dunkeln wieder runter läuft. Ich weiß nicht wie oft er
vorbei kam, aber bestimmt lief er meine Strecke 1 mal die Woche. Ich war
eines Abends im „Schäfler“ und als es dunkel wurde, kam Thomas wieder
und ich fragte ihn ob ich mit ihm runter laufen könne. Es war genial im
Dunkeln mit Stirnlampe unterwegs zu sein. Ich verstehe, dass er das
geniesst.
3.8.13 Samstag
Ich lerne Anka und Steffen kennen. Zwei wirklich super tolle Leute. Wir
kamen über das Thema Klettern ins Gespräch und sie fragten sehr
interessiert über den Alltag auf der Alp nach. Sie setzten sich zu uns und
nahmen mit uns eine Kleinigkeit zu sich. Meine Mutter war auch schon
wieder zu Besuch bei mir. Sie waren so lieb und halfen mir beim Aufbau des
Knotengitters, welches ich noch nicht komplett fertig gebaut hatte. Wir
waren in 1h30min fertig. Alleine hätte ich einiges länger dafür gebraucht.
Ich bin so froh dass ich so viele nette Leute kennen lernen durfte. Anka und
Steffen besuchten mich noch ein-zweimal und halfen mir sogar ein wenig
beim Zaunabbau.
Ein einzelnes Schaf weit oben....
Mein genialstes Erlebnis mit den Hunden .
Ich wollte die Schafe zusammentreiben um sie in eine frische Weide zu
lassen. Alle waren in der Nähe der Hütte. Ich nutzte gleich die Gunst der
Stunde und schickte Gwinni und Dusty los, damit die Schafe nicht wieder
ausschwärmen. Ich schaute ob ich alle hab und entdeckte weit oben in
einem Hang ein einzelnes Schaf. Ok, wie bekomme ich das da runter? Ich da
hinauf laufen ist lebensmüde, auch hätte ich sicher 30min da hoch. Ok, ich
versuche den Hund dort hoch zu dirigieren. Da ich von unten einen Weg
sehen konnte, wusste ich, dass ich den Hund dort hin steuern musste. Ich
schicke also Dusty los. Erst musste er weiter links hinauf - es war extrem
steil, dass konnte ich schon alleine daher sehen wie Dusty fast senkrechtt
den Berg hoch ging. Weiter oben kam er an einen kleinen Weg. Dort stoppte
ich ihn und schickte ihn nach rechts. Er lief in einem guten Tempo schön
ruhig, bis ich sah, dass das Schaf den Hund wahr nahm. Ich stoppte Dusty,
denn das Schaf brauchte nun Zeit um einen Weg zu finden. Was es dann
auch tat…langsam ging es nach unten. Ich ließ Dusty nachlaufen und
schwupps flog er bei einer glatten Felswand hinunter. Ich sah keinen Hund
mehr -hoffentlich ist ihm nichts passiert. Dann hieß es für einen kurzen
Moment blindes Vertrauen. Plötzlich tauchte das Schaf auf und etwas später
mein Hund, zum Glück unversehrt. Ich war überglücklich, zusammen mit
meinem Hund eine solche Aufgabe gemeistert zu haben. Mag für die einen
banal klingen, für mich war es eine wahre Freude.
Ich hätte noch sooooo viel zu erzählen, aber ich denk ich werde langsam
zum Schluss kommen. Ich hoffe ich konnte Euch einige Eindrücke von
meiner Alpzeit vermitteln.
Die Zeit ist gekommen die Schafe gehen nach Hause.
Samstag 14.9.13
Ich bin schon um 5.00 Uhr wach - bin aufgeregt, die Zeit neigt sich dem
Ende zu. Ein lachendes und ein weinendes Auge. Um 12.00 Uhr sollte der
LKW kommen. Ich schaue wo sich die Schafe aufhalten und sehe, dass alle
schön verstreut sind. Um 10.00 Uhr kommen Anka und Steffen. Sie wollten
schon immer mal bei einem Alpabtrieb dabei sein. Leider regnet es wieder
ein wenig. Und die Info der LKW kommt erst ca. 13.00 Uhr. Ich fange um
10.30 Uhr mit Schafe zusammentreiben an. Danach geht es gemütlich los.
Anka und Steffen schauen dass die Hunde keine Schafe verlieren. Da wir
durch hohes Gestrüpp müssen und doch noch einige kleinere Schafe dabei
sind, kann dies schnell passieren. Aber die Hunde arbeiten wieder einmal
super Gwinni und Dusty sind ein Dreamteam. Gwinni schaut dass sie alle
dabei hat und Dusty bewegt die ganze Herde. Um 12.20 sind wir unten wo
die Schafe verladen werden können. Die Schafe sind auf der Weide und
geniessen noch ein wenig vom Alpgras bevor sie dann verladen werden.
Steffen macht eine Kleinigkeit zu Essen in seinem Bus. Es gibt Salat und
Brot. Ich sitze auf einem Stuhl esse dabei und schaue dass die Schafe sich
nicht vom Acker machen. Dann ist es soweit: Punkt 13.05 Uhr kommt der
LKW. Wir verladen die Schafe und keine 10 min sind alle im LKW. 171
Schafe wurden gezählt. Etwas wehmütig schaue ich den Tieren hinterher.
Aber keine Zeit, nun muss ich wieder hoch die Zäune abbauen. Steffen und
Anka helfen mir dabei. Sie wandern somit ein zweites Mal hinauf am selben
Tag. Sie bleiben bis 19.30 Uhr, dann brechen sie auf. Ich koche noch etwas
für Hans und Monika und natürlich für mich. Teigwaren mit Tomaten-
Thunfisch- Sauce gibt es. Um 22.00Uhr fall ich totmüde ins Bett. Morgen
gibt es wieder viel zu tun…der komplette Zaun muss abgebaut werden.
Die letzten 3 Tage..
heißt Litzen aufrollen, Pfähle wegräumen und gut verstauen, dass man sie
nächsten Sommer auch wieder findet. Ich war etwas erschöpft. Es ist schon
viel - alles alleine braucht Zeit. Aber schlussendlich hab ich es ja geschafft
und das ganz alleine. Der letzte Tag wurde begrüßt von Schnee - alles ist
weiß…einfach traumhaft. Nun noch die letzten Dinge erledigen.
Zum Schluss musste noch die Toilette geleert werden – keine schöne
Aufgabe. Danach noch alles einpacken und etwas aufräumen. Ein letztes Mal
den Berg runter - es war eine wunderschöne Zeit und auch das Wetter war
traumhaft – was für ein Glück.
Ich fühlte mich öfter auch mal einsam und ich kam an meine Grenzen.
Einmal stürzte ich sogar fast ab… wenn da nicht die kleine „Tanne“ gewesen
wäre….
Ich hatte sehr netten Besuch, die auch bereit waren mit an zu packen. Mein
Mann der mich öfters mal überrascht hat und mir leckeres Frühstück mit
brachte. Zum Schluss möchte ich mich noch bei all denjenigen bedanken die
mich unterstützt haben – vor allem meinem Mann, der mir all dies
ermöglicht hat.
Tanja mit den Hunden
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