Farbstoffe - Unterrichtsmaterialien Chemie

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Schulversuchspraktikum
Anna Hille
Sommersemester 2013
Klassenstufen 11 & 12
Farbstoffe
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1
Auf einen Blick:
Dieses Protokoll beinhaltet zwei Lehrerversuche und zwei Schülerversuche zum Thema
Farbstoffe für die 11 & 12 Klassenstufe. In den Lehrerversuchen werden Methylorange und
Phenolphthalein, zwei Vertreter der Triphenylmethanfarbstoffe welche als Indikatoren
Verwendung finden, synthetisiert. In den Schülerversuchen werden chromatographisch
Blattfarbstoffe und Lebensmittelfarbstoffe aus Möhren und Paprikapulver aufgetrennt.
Inhalt
1
Beschreibung des Themas und zugehörige Lernziele ..............................................................................2
2
Alltagsbezüge und didaktische Reduktion .....................................................................................................3
3
Lehrerversuche .........................................................................................................................................................3
4
3.1
V 1 – Darstellung und Eigenschaften von Phenolphtalein .............................................................3
3.2
V 2 – Darstellung von Methylorange.......................................................................................................6
Schülerversuche........................................................................................................................................................8
4.1
V 3 – Chromatische Auftrennung von Blattfarbstoffen ...................................................................8
4.2
V 4 – Chromatische Auftrennung von Carotinoiden ..................................................................... 10
Arbeitsblatt- Triphenylmethanfarbstoffe ............................................................................................................. 13
5
Reflexion des Arbeitsblattes ............................................................................................................................. 14
5.1
Erwartungshorizont (Kerncurriculum).............................................................................................. 14
5.2
Erwartungshorizont (Inhaltlich) ........................................................................................................... 14
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2
1 Beschreibung des Themas und zugehörige Lernziele
Moleküle erscheinen farbig, wenn sie Lichtquanten bestimmter Energie aus dem sichtbaren
Bereich des Spektrums der elektromagnetischen Strahlung absorbiert. Die Wellenlängen des
Spektrums die nicht absorbiert werden, werden von dem Stoff reflektiert und treffen auf unsere
Netzhaut. Der Stoff erscheint dann in der Komplementärfarbe der absorbierten Spektralfarbe.
Die Absorption von Licht mit einer bestimmten Energie, also einer bestimmten Wellenlänge,
erfolgt durch die Anregung eines Elektrons in einen höheren Energiezustand. Damit eine
Anregung stattfinden kann, muss die Energie des Lichts der Energiedifferenz zwischen dem
höchsten besetzten Energieniveau der Bindungselektronen (HOMO) und dem nächst höheren,
nicht mit Elektronen besetzten, Energieniveau (LUMO) entsprechen. Ein gemeinsames
Strukturmerkmal der Farbstoffe ist ein System aus konjugierten Doppelbindungen. In diesen
Systemen, den sogenannten Chromophoren, ist der Energieunterschied zwischen dem HOMO
und LUMO relativ klein, sodass Elektronen durch Absorption von sichtbarem Licht angeregt
werden können. Tatsächlich existieren in diesem System jedoch keine Einzel- und
Doppelbindungen, sondern die Bindungen sind alle gleichlang. Die Bindungselektronen können
nicht genau lokalisiert werden und sind folglich delokalisiert. Dieser Zustand lässt sich durch
mesomere Grenzformeln symbolisieren, die tatsächliche Struktur ist als Zwischending zwischen
den Grenzformeln zu verstehen. Die Farbe eines Moleküls ist von der Ausdehnung und der
Geometrie eines Chromophors abhängig, je größer die Zahl der 𝜋-Elektronen in konjugierten
Doppelbindungen ist und je weniger sie lokalisiert sind, desto energieärmer (langwelliger) das
Licht das zur Anregung der Elektronen benötigt wird. Unterteilt werden die Farbstoffe in
natürliche und synthetische Moleküle. Eine weitere Einordnungen kann nach den chemischen
Grundgerüsten (Azzo-, Triphenylmethanfarbstoffe, etc.) erfolgen.
Im Kerncurriculum (KC) werden Farbstoffe nicht explizit genannt. Das Thema bietet jedoch
unterschiedliche Anknüpfungspunkte zu im KC aufgeführten Themenbereichen: Die SuS können
Kenntnisse über verschieden Reaktionsmechanismen anhand von Farbstoffsynthesen erwerben
und erweitern. In den Versuchen 1 und 2 werden Methylorange und Phenolphtalein
synthetisiert und beide Synthesewege beinhalten eine elektrophile Substitution. Beide
Farbstoffe sind zudem Indikatoren. Das Thema Indikatoren lässt sich dem Basiskonzept
Donator-Akzeptor zuordnen. Zudem lassen sich mesomere Effekte an Farbstoffen sehr gut
verdeutlichen. Das chromatographische Auftrennen von Naturfarbsoffen, welches in den
Versuchen 3 und 4 durchgeführt wird, und auch das Färben von Textilien beruht auf
intermolekularen Wechselwirkungen, sodass auch hier eine Verknüpfung zum KC besteht.
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3
2 Alltagsbezüge und didaktische Reduktion
Farbstoffe begegnen den SuS im Alltag überall. Viele Gebrauchsgegenstände sind in den
verschiedenen Farben erhältlich. Einige Synthetische Farbstoffe, wie z.B. die Gruppe der
Azofarbstoffe, werden zum Färben von Textilien eingesetzt. Natürliche Farbstoffe wie
Chlorophyll und Carotinoide werden als Lebensmittelzusatzstoffe eingesetzt. Sie befinden sich in
den verschiedenen Lebensmitteln wie z.B. in Wassereis, Orangensaft und Käse.
3 Lehrerversuche
3.1
V 1 – Darstellung und Eigenschaften von Phenolphtalein
In diesem Versuch wird der Indikator Phenolphtalein synthetisiert und im Anschluss der
Farbumschlag des Indikators im alkalischen Milieu beobachtet. Die SuS sollten bereits
Kenntnisse über den pH-abhängigen Farbumschlag von Indikatoren haben.
Gefahrenstoffe
P: 280, 302 + 352, 301 + 330 +
H: 341, 331, 311, 301, 373, 314
Phenol
331, 309, 310, 305 + 351 +
338
Phthalsäureanhydrid
H: 302, 335, 315, 318, 334, 317
konz. Schwefelsäure
H: 314, 290
Methanol
H: 225, 331, 311, 310, 370
verd. Natronlauge
H: 314, 290
verd. Salzsäure
-
Materialien:
260, 262, 302 + 352, 304
+340, 305 + 351+ 338, 313
P: 280, 301 + 330 + 331, 305 +
351 +338,
210, 233, 280, 302 + 352, 309,
310
P: 280, 301 + 330 + 331, 305 +
351 +338, 406
-
3 Reagenzgläser mit Ständer und Stopfen, Trichter mit Filterpapier,
Gasbrenner, Messpipette, Spatel
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4
Chemikalien:
Phenol, Phthalsäureanhydrid, konz. Schwefelsäure, Methanol, verd.
Natronlauge (c = 2 mol/L), verd. Salzsäure (c = 2 mol/L)
Durchführung:
In ein Reagenzglas wird etwa 1 cm hoch Phenol gegeben und geschmolzen
(Schmelztemp. 40,8 °C). Danach wird die Schmelze mit einer Spatelspitze
Phtalsäureanhidrid und 2 Tropfen konz. Schwerfelsäure versetzt. Diese
Mischung wird ca. 20 s sehr vorsichtig in der Brennerflamme erhitzt bis
eine rote Schmelze entsteht. Nach dem Erkalten werden ca. 5 mL Methanol
dazugegeben und geschüttelt. Die Lösung wird abfiltriert und einige
Tropfen werden davon in ein Reagenzglas mit verd. Natronlauge gegeben.
In dieselbe Probe wird jetzt verdünnte Salzsäure gegeben.
Beobachtung:
Es bildet sich eine rote Schmelze. Gelöst im Methanol entsteht eine
bräunliche Färbung. Die Lösung der verd. Natronlauge färbt sich nach
Zugabe einiger Tropfen der hergestellten Lösung pink. Nach Zugabe von
verd. Salzsäure wird die Lösung klar.
Abbildung 1 - Von links nach rechts: verd. Natronlauge mit einigen Tropfen
synthetisierter Indikator Lösung, die Lösung nach Zugabe verd. Salzsäure,
Lösung von synthetisiertem Indikator
Deutung:
Im sauren Milieu wird durch zwei elektrophile Substitutionsreaktionen aus
Phtalsäureanhydrid
und
Phenolphtalein synthetisiert.
Phenol
unter
Abspaltung
von
Wasser
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5
Abbildung 2 - Reaktionsmechanismus der Phenolphtaleinsynthese
Im Bereich von pH 0 – 8,2 ist Phenolphthalein farblos. Im alkalischen Milieu
ändert sich die Struktur und das Molekül erscheint pink.
Abbildung 3 - Phenolphtalein im
pH-Bereich von 0 - 8,2
Abbildung 4 - Phenolphtalein im
pH-Bereich von 8,2 - 12
Entsorgung:
Ausguss
Literatur:
Göttinger Experimentallabor für junge Leute e.V., Skript: Farbstoffe und
Färben. S. 15
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6
Unterrichtsanschluss: Der Versuch kann eingesetzt werden um den Reaktionsmechanismus
der elektrophilen Substitution an einem Beispiel zu verdeutlichen. Zudem kann anhand der
unterschiedlichen Molekülstrukturen des Phenolphtaleins im sauren und im basischen den
Einfluss des konjugierten Doppelbindungssystem auf die Farbigkeit der Substanz verdeutlich
werden.
Hinweis: krebserregende Wirkung, Tätigkeitsverbot für Schüler
3.2
V 2 – Darstellung von Methylorange
In diesem Versuch wird der Azofarbstoff Methylorange synthetisiert. Anhand der Reaktion soll
exemplarisch der zweistufige Mechanismus der Synthese eines Azofarbstoffes, bestehend aus
der Bildung eines Diazoniumions und der Azokupplung, gezeigt werden. Die SuS sollten bereits
Kenntnisse zu Reaktionsmechanismen erworben haben.
Gefahrenstoffe
Sulfanilsäure
H: 319, 315, 317
N, N – Dimethylanalin
H: 351, 331, 311, 301, 411
halbkonzentrierte
Schwefelsäure
H: 314, 290
Natriumnitirtlösung
H:272, 301, 400
verd. Natronlauge
H: 314, 290
Materialien:
Magnetrührer,
Glaswanne,
Rundkolben
P: 280, 302 + 352, 305 + 351
+338
P: 261, 273, 280, 301 +312,
311
P:280, 301 + 330 + 331, 305 +
351 +338
P: 273
P: 280, 301 + 330 + 331, 305 +
351 +338, 406
100
mL,
Thermometer,
Messpipette,
Chemikalien:
Sulfaniläure, N, N – Dimethylanalin, Eis, halbkonzentrierte Schwefelsäure,
Natriumnitirtlösung (c = 2,5 mol/L), verd. Natronlauge (c = 2 mol/L), pHIndikatorpapier
Durchführung:
Der Versuch wird unter dem Abzug mit Schutzhandschuhen durchgeführt.
In einen 100 mL Rundkolben werden 1,6 g Sulfanilsäure und 3 mL
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7
halbkonzentrierte Schwefelsäure gegeben. Unter ständigem Kühlen und
Rühren (Die Temperatur darf nicht über 5 °C steigen) werden 4 mL
vorgekühlte
Natriumnitirtlösung
tropfenweise
hinzugegeben.
Die
Temperatur wird dabei ständig kontrolliert. Im Anschluss werden 1,3 mL
N,N- Dimethylanilin dazugegeben. Wenn die Reaktion abgeklungen ist,
neutralisiert man das Gemisch mit verdünnter Natronlauge. Die
Neutralisation ist durch einen Farbumschlag von Kirschrot nach Orange zu
erkennen. Die Farbe einer stark verdünnten Methylorangelösung wird im
alkalischen und in saurer Lösung überprüft.
Beobachtung:
Die Lösung im Kolben färbt sich nach Zugabe des N,N- Dimethylanilins rot
und durch Zugabe von verd. Natronlauge orange. Die alkalische Lösung
färbt sich gelb und die saure Lösung rot.
Deutung:
Es wird der Azofarbstoff Methylorange synthetisiert. Die Darstellung der
Azoverbindung erfolgt in zwei Schritten. Beim ersten Schritt, der
Diazotierung, wird aus dem primären aromatischen Amin der Sulfanilsäure
mit Hilfe von Natriumnitrit ein Diazoniumion gebildet. Im zweiten Schritt,
der Azokupplung, wird nach dem Mechanismus der elektrophilen
Substitution das Diazoniumkation mit der Kupplungskomponente hier N,NDemethylanilin, zur Reaktion gebracht. Reaktionsmechanismus der
Azofarbrstoffsynthese:
Abbildung 5 - Reaktionsmechanismus der Methylorangesynthese
Entsorgung:
Flüssige organische Abfälle
Literatur:
Göttinger Experimentallabor für junge Leute e.V., Skript: Farbstoffe und
Färben. S. 15
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8
Unterrichtsanschlüsse: Der Versuch eignet sich als Erarbeitungsexperiment für die
Synthese von Azofarbstoffen.
Hinweis: krebserregende Wirkung, Tätigkeitsverbot für Schüler
4 Schülerversuche
4.1
V 3 – Chromatische Auftrennung von Blattfarbstoffen
In diesem Versuch werden die im Blatt enthaltenen Farbstoffe extrahiert und anschließend
chromatgraphisch aufgetrennt. In dem Versuch wird deutlich, dass Blätter verschiedene
Farbstoffe enthalten, welche unterschiedliche aufgebaut sind. Es ist kein besonderes Vorwissen
nötig.
Gefahrenstoffe
Aceton
H: 225, 319, 336
Petrolether
H: 225, 304, 315, 361, 373, 411
Petroleumbenzin
H: 225, 304, 411
P: 210, 273, 301 +340, 331
2- Propanol
H: 225, 319, 336
P: 210, 233, 305 + 351 + 338
Kieselgel
-
P: 260
Materialien:
Mörser
mit
Pistill,
Büchnertrichter
P: 210, 233,305 + 351 + 338
P: 210, 261, 273, 281, 301
+310, 331
mit
Saugflasche,
DC-
Entwicklungskammer, Sand
Chemikalien:
Aceton, grüne Blätter, Kieselgel DC-Platte, Petrolether (Siedebereich: 40 °C
– 70 °C), Petroleumbenzin (Siedebereich: 100 °C – 140 °C), 2-Propanol
Durchführung:
Die grünen Blätter werden zerkleinert, zusammen mit Sand gemörsert und
ca. 20 mL Aceton als Lösemittel hinzugegeben. Im Anschluss wird das
Gemisch durch den Büchnertrichter abgenutscht. Mit dem Extrakt wird
eine Trennung auf einer mit Kieselgel beschichteten DC-Platte, in einer DCKammer, durchgeführt. Als Laufmittel wird eine Mischung aus Petrolether
(Siedebereich: 40 °C – 70 °C), Petroleumbenzin (Siedebereich: 100 °C – 140
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9
°C) und 2-Propanol im Volumenverhältnis 5:5:1 benutzt. Nach der
Chromatographie wird ein Bild von dem Chromatogramm gemacht.
Beobachtung:
Das Filtrat hat eine dunkelgrüne Färbung, ähnlich der des Blattes. Auf der
DC-Platte bilden sich nach 15 min. mehrere verschiedenfarbige Banden
(siehe Abbildung 6).
Abbildung 6 - DC-Platte nach 15 min in der Entwicklungskammer
Deutung:
Blätter sind nicht nur grün, sondern beinhalten verschiedene Farbstoffe, die
durch ihre unterschiedlichen Aufbau unterschiedlich schnell an der
Kieselgel Platte mit dem Laufmittel nach oben transportiert werden. Die
Trennung erfolgt aufgrund der unterschiedlichen Löslichkeit der Farbstoffe
in dem Laufmittel und der stationären Phase, dem Kieselgel. Aufgrund der
Wechselwirkungen zwischen der Probe, der stationären Phase und des
Laufmittels
werden
die
Farbstoffe
unterschiedlich
schnell
weitertransportiert und somit voneinander getrennt. Die verschiedenen
Farbstoffe sind im speziellen: Chlorophyll a und b (blaugrün und gelbgrün),
Xanthophylle wie Lutein (gelb), Carotinoide wie b-Carotin (orange und rot).
Entsorgung:
Acetonlösung und Laufmittel: Flüssige organische Abfälle, halogenfrei
DC-Platte: Abfall
Literatur:
Tausch, M., & von Wachtendonk, M. (2005). Chemie 2000+ Band 3.
Bamberg: C.C. Buchner. S. 70
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10
Weiterentwicklung:
Im
Anschluss
an
die
Extraktion
kann
photometrisch
das
Absorptionsspektrum der Blattfarbstoffe bestimmt werden.
4.2
V 4 – Chromatische Auftrennung von Carotinoiden
In diesem Versuch werden die in Mohrrüben und Paprikapulver enthaltenen Farbstoffe
extrahiert und anschließend chromatgraphisch aufgetrennt. Es ist kein besonderes Vorwissen
nötig.
Gefahrenstoffe
Aceton
H: 225, 319, 336
n-Heptan
H: 225, 304, 315, 336, 410
Petrolether
H: 225, 304, 315, 361, 373, 411
Petroleumbenzin
H: 225, 304, 411
P: 210, 273, 301 +340, 331
2- Propanol
H: 225, 319, 336
P: 210, 233, 305 + 351 + 338
Kieselgel
-
P: 260
Materialien:
Mörser
mit
Pistill,
Büchnertrichter
P: 210, 233,305 + 351 + 338
P: 210, 273, 301 +310, 331,
302 + 352,403 + 235
P: 210, 261, 273, 281, 301
+310, 331
mit
Saugflasche,
DC-
Entwicklungskammer, Sand
Chemikalien:
Aceton, n-Heptan, Mohrrübe, Paprikapulver, Currypulver, Kieselgel DCPlatte, Petrolether (Siedebereich: 40 °C – 70 °C), Petroleumbenzin
(Siedebereich: 100 °C – 140 °C), 2-Propanol
Durchführung:
Die Mohrrübe wird zerkleinert und zusammen mit Sand gemörsert. Dazu
werden ca. 20 mL n-Heptan als Lösemittel gegeben. Im Anschluss wird das
Gemisch durch den Büchnertrichter abgenutscht. Paprikapulver wird
ebenfalls mit n-Heptan versetzt, die Farbstoffe extrahiert und die Gemische
mit dem Büchnertrichter abgenutscht. Mit den beiden Extrakten wird eine
Trennung auf einer mit Kieselgel beschichteten DC-Platte, in einer DCKammer durchgeführt. Als Laufmittel wird eine Mischung aus Petrolether
(Siedebereich: 40 °C – 70 °C), Petroleumbenzin (Siedebereich: 100 °C – 140
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11
°C) und 2-Propanol im Volumenverhältnis 5:5:1 benutzt. Nach der
Chromatographie wird ein Bild von dem Chromatogramm gemacht.
Beobachtung:
Der Extrakt der Mohrrübe weist eine gelbe Färbung auf, das des
Paprikapulvers eine rötliche. Auf der DC-Platte bilden sich nach 15 min
mehrere verschiedenfarbige Banden (siehe Abbildung 7).
Abbildung 7 - DC-Platten nach 15 min,
von links nach rechts: Paprikapulver, Möhre
Deutung:
Paprikapulver und Mohrrüben beinhalten verschiedene Farbstoffe die
aufgrund ihres unterschiedlichen Aufbaus, unterschiedlich schnell an der
Kieselgel Platte mit dem Laufmittel nach oben transportiert werden. Die
Trennung erfolgt durch die unterschiedliche Löslichkeit der Farbstoffe in
dem Laufmittel und der stationären Phase dem Kieselgel. Aufgrund der
Wechselwirkungen zwischen der Probe, der stationären Phase und des
Laufmittels
werden
die
Farbstoffe
unterschiedlich
schnell
weitertransportiert und somit voneinander getrennt. In Mohrrüben kommt
vor allem das gelbe 𝛽-Carotin vor. In Paprikapulver sind verschiedene
Carotinoide enthalten, welche rötlich und gelblich erscheinen.
Anschlussversuch:
Die Lösung des Mohrrübenextraktes wird auf ein Filterpapier aufgetragen
und im Anschluss zur Hälfte mit Aluminiumfolie bedeckt und auf den OHP
gelegt.
Beobachtung:
Der Bereich, der nicht mit der Aluminiumfolie bedeckt war, entfärbt sich.
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12
Abbildung 8 - halbbedecktes Filterpapier
mit Betacarotinfärbung, Färbung des Filterpapiers nach 24 h
Deutung:
Durch Licht wird das 𝛽-Carotin abgebaut.
Entsorgung:
n-Heptanlösung und Laufmittel: Flüssige organische Abfälle, halogenfrei
DC-Platte: Abfall
Literatur:
Tausch, M., & von Wachtendonk, M. (2005). Chemie 2000+ Band 3.
Bamberg: C.C. Buchner. S. 70
Blume, R.; http://www.chemieunterricht.de/dc2/milch/v-farb2b.htm
(Zuletzt abgerufen am 07.08.2013)
Weiterentwicklung:
Im
Anschluss
an
die
Extraktion
kann
photometrisch
das
Absorptionsspektrum von 𝛽-Carotin aus dem Möhrenextrakt bestimmt werden und mit dem
Absorptionsspektrum der Blattfarbstoffe aus Versuch 3 verglichen werden.
Arbeitsblatt- Triphenylmethanfarbstoffe
Synthetische Farbstoffe mit hoher Lichtintensität und Brillanz sind die
Triphenylmethanfarbstoffe. Den Grundkörper für die Gruppe der
Triphenylmethanfarbstoffe bildet das farblose Triphenylmethan (Abb.
1). Die Farbstoffe, die sich aus diesem Grundgerüst ableiten, tragen
mindestens an zwei der aromatischen Ringe elektronenliefernde
Substituenten,
sogenannte
Auxochrome
(Abb.
2).
Triphenylmethanfarbstoffe finden hauptsächlich in der Drucktechnik
oder als Indikatoren Anwendung, aber auch als Textil- und
Abbildung 9 Triphenylmethan (farblos)
Lebensmittelfarbstoffe.
Fuchsin (pink)
Malachitgrün (leuchtend grün)
Kristallviolett (violett)
Abbildung 2 - Verschiedene Triphenylfarbstoffe
Aufgaben:
1. Recherchieren Sie die Begriffe Auxochrome und Antiauxochrome und erklären Sie ihre
Auswirkung auf die Farbigkeit eines Moleküls.
2. Erläutern sie die unterschiedliche Farbigkeit der verschiedenen
Triphenylmethanfarbstoffe. Zeichnen Sie jeweils die Auxochrome (Donatorgruppen) und
Antiauxochrome (Akzeptorgruppen) der Farbstoffe ein.
3. Der Indikator Phenolphthalein gehört ebenfalls zu der Gruppe der Triphenylfarbstoffe.
Erläutern sie die unterschiedliche Farbigkeit von Phenolphtalein bei pH < 8,2 und pH > 9.
pH < 8,2 farblos
pH > 9 pink
4. Zeichnen sie die mesomeren Grenzstrukturen des Phenolphthaleins bei pH > 9.
5 Reflexion des Arbeitsblattes
Das Arbeitsblatt thematisiert die Farbstoffgruppe der Triphenylmethanfarbstoffe. Die SuS
sollten bereits Kenntnisse über das Entstehen von Farbigkeit besitzen und mesomere
Grenzstrukturen kennen und zeichnen können. Ziel dieses Arbeitsblattes ist es, dass die SuS ihr
bisheriges Wissen über Farbigkeit auf die Triphenylmethanfarbstoffe anwenden und dadurch
vertiefen. Hierfür sollen die SuS unterschiedliche Farbigkeiten aufgrund unterschiedlich
ausgedehnter delokalisierter 𝜋-Elektronensysteme erklären und zudem auf die Auswirkung von
auxochromen und antiauxochrome Gruppen eingehen.
5.1
Erwartungshorizont (Kerncurriculum)
Basiskonzept Stoff-Teilchen
FW:
SuS erklären die Mesomerie mithilfe von Grenzstrukturen in der Lewis-Schreibweise für das
Benzolmolekül.
Basiskonzept Struktur-Eigenschaft
FW:
SuS erklären mesomere Effekte.
5.2
Erwartungshorizont (Inhaltlich)
1. Recherchieren Sie die Begriffe Auxochrome und Antiauxochrome und erklären Sie ihre
Auswirkung auf die Farbigkeit eines Moleküls.
Auxochrome sind funktionelle Gruppen in Farbstoff-Molekülen, die das
Absorptionsmaximum einer bereits vorhandenen färbenden Gruppe (Chromophor) in den
längerwelligen Bereich des Spektrums verschieben. Verursacht wird der Effekt der
Auxochrome durch deren Wirkung als Elektronendonatoren +M-Effekt. Diese führen dem
konjugierten System des Chromophors Elektronendichte zu und unterstützen somit deren
Delokalisation. Verstärkt werden kann dieser Effekt durch Antiauxochrome. Dies sind
funktionelle Substituenten mit einem elektronenziehenden −M-Effekt. Sie sind zusammen
mit Auxochromen an den Chromophor gekoppelt und verstärken die Delokalisation der
Elektronen.
2. Erläutern sie die unterschiedliche Farbigkeit der verschiedenen
Triphenylmethanfarbstoffe. Zeichnen Sie jeweils die Auxochrome (Donatorgruppen) und
Antiauxochrome (Akzeptorgruppen) der Farbstoffe ein.
Je nach den vorhandenen Auxochromen als Substituenten an den einzelnen aromatischen
Ringen sind einzelne Ringe stärker oder schwächer an der Mesomerie beteiligt, wobei
dadurch das 𝜋-Elektronensystem unterschiedlich beeinflusst und die Farbe der
verschiedenen Verbindungen verändert wird.
Fuchsin (pink)
Malachitgrün (leuchtend grün)
Kristallviolett (violett)
3. Der Indikator Phenolphthalein gehört ebenfalls zu der Gruppe der Triphenylfarbstoffe.
Erläutern sie die unterschiedliche Farbigkeit von Phenolphtalein bei pH < 8,2 und pH > 9.
pH < 8,2 farblos
pH > 9 pink
Die Struktur bei pH < 8,2 weißt kein durchgängiges 𝜋-Elektronensystem auf. Das zentrale
C-Atom ist quartär, das System der delokalisierten Elektronen ist dadurch unterbrochen
und die aromatischen Ringe sind voneinander isoliert. Bei pH > 9 ist das zentrale C-Atom ist
tertiär und damit sp2-Hybridisiert. Das 𝜋-Elektronensystem erstreckt sich somit über alle
aromatischen Ringe und des zentralen C-Atom.
4. Zeichnen sie die mesomeren Grenzstrukturen des Phenolphthaleins bei pH > 9.
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