Marketing B

Werbung
Vertretung im Wintersemester 2003/2004
Prof. Dr. Bernhard Baumgartner
Sprechstunde: Di, 10.00 – 11.00
Oder nach Voranmeldung per eMail:
[email protected]
Marketing B:
Vorlesung: 4SWS; 8CP
Modulprüfung: Open Book Klausur
Excel-Seminar mit Blockprüfung entfällt
statt dessen: Übung zur Umsetzung ausgewählter
Modelle in Excel
Beginn des Zyklus mit Marketing B möglich?
ja, aber sinnvoll, binomiales und multinomiales Logitmodell
aus Marketing A nachzuholen.
Inhalte Marketing B:
- Verkaufsförderung
- Werbung
- Persönlicher Verkauf
- Distribution
- Marketing-Mix
Verkaufsförderung – Sales Promotion
Marketingmaßnahmen, die kurzfristige, unmittelbare Wirkung zeigen
Hersteller
Letztverbraucher
promotion
Consumer
Promotion
Handelspromotion
Trade Promotion
Händler
Händlerpromotion
Endverbraucher
Retail
Promotion
Beispiele für Aktionen:
Consumer-Promotion
Trade-Promotion
Retailer-Promotion
Preisnachlässe
Price-Packs
Value-Packs
Loyalitätsprogramme
Gewinnspiele
Produktproben
…
Preisnachlässe
Werbezuschüsse
Feature
Display
Preisausschreiben
Schaufenstergestaltung
…
Preisnachlässe
Feature
Display
Produktzugaben
Coupons
Preisausschreiben
…
Bedeutung der Verkaufsförderung:
Abnehmende Wirkung von Werbung (Informationsüberflutung)
Preissensitivität von Konsumenten
Undifferenzierte Produkte
(Zugaben)
Wirksamkeit von Preisnachlässen
Abgrenzung durch Preis oder Mehrwert
Konkurrenzkampf im Handel wird über Preise ausgetragen
Gefangenendilemma
Abnehmende persönliche Beziehungen Händler/Kunde
Schnelle, erkennbare Wirkung von SP
Wirkung von Verkaufsförderung
Primärer Effekt: Verkauf der Produktkategorie steigt:
-Mehrverbrauch
-Lagerhaltung
-Vorziehkäufe
SP
Sekundärer Effekt: Markenwechsel
SP-Wirkung nach Neslin-Shoemaker:
Absatz
SP
Repeat purchase
Lagerhaltung
Zeit
Planung von SP umfasst:
Welche Maßnahmen
Wie oft; wann; wie lange
Umfang der Maßnahme
…
Promotionkalender
Unterschiedliche Zielsetzungen
Hersteller
Händler
Markenwechsel
Ladenwechsel
Repeat Purchase
Mehrverkäufe der Kategorie
Konsumsteigerung
Gemeinsame Aktionen; Win-Win Situation
Fazit: Planung von Sales-Promotion ist eine sehr komplexe Aufgabe
Informationen über die Wirkung von Sales Promotion wesentlich für
die Planung
Steigende Verfügbarkeit von (insb. Scanner-)Daten ermöglicht Einsicht
in die Wirkung von SP
Quantitative Methoden, implementiert in Decision Support Systeme,
erleichtern die Planung
Empirische Befunde über die Wirksamkeit der SP
Kurzfristige Preisreduktionen (KPR) führen zu unmittelbaren deutlichen
Absatzsteigerungen
Elastizitäten von KPR übertreffen gewöhnliche Preiselastizitäten
Elastizitäten von KPR sind höher in Produktkategorien mit:
-Niedriger Markenzahl
-Höherer Penetration der Kategorie
-Kleineren Kaufintervallen
-Stärkerer Neigung zur Lagerhaltung
Höhere Elastizität
Geringere Elastizität
Papierprodukte
Konserven
Teigwaren
Körperpflege
Gewürze
Wasser
Displays und Features haben starke Absatzwirkung
SP-Maßnahmen sind bei Marken mit höheren Marktanteilen weniger
elastisch.
Zerlegung der Elastizität von KPR in Elastizitäten bzgl.
-Markenwahl
-Menge
-Kaufakt
Nach Bell/Chiang/Padmanabhan, 1999, Marketing Science, 504 ff.
(Weiterführung des Ansatzes von Gupta (1988))
Entscheidungsprozess des Kunden:
Kauf in der Produktkategorie
Markenwahl
Menge
Haushaltsscannerdaten verschiedener Produktgruppen:
Haltbare Produkte:
Limonade
Papiertücher
WC-Papier
Waschmittel
Entkalker für Spülmaschinen
Kaffee
Verderbliche Produkte:
Margarine
Yoghurt
Eiscreme
Schinken
Butter
z.B. Kartoffelchips, Yoghurt: höhere Kaufmenge ohne dass sich
spätere Kaufakte ändern
Mehrverbrauch
Dagegen: Kaffee, Küchentücher: höhere Kaufmenge und längere
Zeit bis zum nächsten Kaufakt
Vorratskäufe
Markenwahlelastizität immer größer als Kaufakt- und Mengenelastizität
Markenwahl immer elastisch
Kaufakt- und Mengenelastizität i.d.R. unelastisch
Anteil der Teilelastizitäten an der Gesamtelastizität:
Markenwahl
Kaufakt
Menge
Butter
Waschmittel
Margarine
Kaffee
48,8
69,6
93,9
52,6
42,3
0,7
5,7
2,8
8,9
29,7
0,4
44,6
Durchschnitt
Std.abw.
75,2
13
10,6
11
14,3
12
Haltbar
Verderblich
75,2
75,2
3,4
16,7
21,4
8,1
Entscheidungsmodelle
Optimale Preisnachlässe eines Händlers bei Planung
für eine Marke und eine Periode
Blattberg/Neslin 1990
Entscheidungsgröße: Preisnachlass in GE
Optimale Preisnachlässe eines Händlers bei Planung
für mehrere Marken einer Produktkategorie und mehrere Perioden
Tellis/Zufryden 1995
Entscheidungsgröße: Preisnachlässe je Marke und Periode
Modell besteht aus 3 Komponenten:
1. Haushaltsnachfragemodell
2. Händlermodell
3. Optimierungsmodell
Haushaltsnachfrage: Disaggregiertes Modell
Kauf in der Produktkategorie
Markenwahl
Menge
Kaufakt: Binomiales Nested Logitmodell
Pit 
1
1 e
 b0  b1catpuri  b2 Invit  b3 Inclit 
i: Haushaltsindex
t: Periodenindex
P: Kaufwahrscheinlichkeit
catpur: langfristige Kaufwahrscheinlichkeit
Invit: Lagerbestand von HH i zu Beginn v. Periode t
Inclit: Inclusivwert (Attraktivität der Kategorie)
Lagerhaltung der Haushalte:
Invit  Invit1  Qit1  CRi
Qit-1: Kaufmenge in Periode t-1
Cri: Konsumrate in der Kategorie je Periode
Markenwahl: Multinomiales Logitmodell (MNL)
Pijt 
e
X ijt  j Dijt
e
X ikt  k Dikt
k
Pijt: Wahlwahrscheinlichkeit für Marke j in t
Xijt: Prädiktoren der Markenwahl:
Markentreue (Kaufanteil in der Holdoutperiode)
zeitverzögerte Markenwahl (binär)
Preis
Feature, Display (binär)
Dijt: Preisnachlass für j in t
Nachfragemenge: Exponentialfunktion
QH ijt  e
a0  a1 pijt  a2 Dijt  a3 Invit  a4
ijt
ijt
QHijt: Nachfragemenge des HH i in t
ijt  ijt
Dichte und Verteilungsfunktion der Extremwertvertlg.
Schätzung des Haushaltsmodells:
9845 Beobachtungen aus Scanner-Haushaltspanel
Produktgruppe: Salzgebäck
3 nationale Marken (P,S,Z) und 2 Handelsmarken
Kaufaktmodell
Koeffizient
t-Wert
Inklusivwert
0,01
1,7
Langfr. Kaufw’keit
-0,82
-11,3
Lagerbestand (HH)
Mengenmodell
Koeffizient
t-Wert
-0,08
-4,6
-0,47
-4,2
Markenwahlmodell
Markentreue
3,19
10,9
Zeitverzögerte Wahl
0,54
2,7
Preis
-1,14
-3,5
Feature
0,40
1,1
Display
1,04
4,4
Nachlass P
4,01
3,2
0,96
3,4
Nachlass Z
1,22
0,6
-0,76
-0,3
Nachlass S
6,12
3,4
5,21
10,9
Optimierungsmodell: Gewinnmaximierung
G  VQ jt  p jtm jt  D jt   h jt
j
t
V: Anzahl der HH
Qjt: durchschnittlicher Absatz je HH
pjt: regulärer Letztverbraucherpreis
mjt: Handelsspanne von oben
hjt : Lagerbestandskosten
Ijt : Lagerbestand
tau: Bestellintervall
Fj: bestellfixe Kosten
I
jt
 I jt1  T
  Fj
2
 j
Händlermodell:
Bestellmenge zu Beginn der Periode t:
 
V  Q j t l 1 für  0, ,2 ,
O jt   l 1

0 sonst
Lagerbestand des Händlers:
I jt  I jt1  O jt  VQ jt
Ergebnisse:
Berechnung für die drei nationalen Marken mit Excel-Solver:
Preisnachlässe nur bei einer Marke, auch wenn Aktionen mehrerer
Hersteller in der gleichen Periode.
Bei Marken mit geringer Wirkung nie Preisnachlässe
Bei Marken mit mittlerer Wirkung Preisnachlässe nur in Aktionsperioden
des Herstellers, bei Marken mit großer Wirkung auch sonst.
Für Marke mit hoher Loyalität sind niedrigere Preisnachlässe optimal
Je stärker die Auswirkung der Loyalität auf die Markenwahl, desto geringer
Preisnachlässe
Höhe der Preisnachlässe steigt mit Handelsspanne und mit der
Wirkung der Preisnachlässe
Etwas geringere Nachlässe, falls Haushalte stark auf geringe
Lagerbestände (der HH) reagieren (z.B. Waschmittel)
Größere Bestellmenge des Händlers, je mehr HH bei Nachlässen
Vorziehkäufe tätigen.
Planung der Verkaufsförderung eines Herstellers
Silva-Risso/Bucklin/Morrison (1999), Marketing Science, 274-300
Planung für mehrere Perioden
und mehrere Marken einer Produktkategorie
Entscheidungsgrößen: Preisnachlass
Feature
Display
Haushaltsnachfrage: Disaggregiertes Modell
Kauf in der Produktkategorie
Markenwahl
Menge
Kauf in der Produktkategorie: Binomiales Logitmodell mit Prädiktoren:
- durchschnittliche Kaufw‘keit je Ladenbesuch
- Lagerbestand
- Inclusivwert
Markenwahl: Multinomiales Logitmodell mit Prädiktoren:
- Dummies für Marken und Packungsgrößen
- Loyalität für Marken und Packungsgrößen
- zeitverzögerte Markenwahl (binär)
- regulärer Letztverbraucherpreis
- KPR in GE
- Feature und Display (binär)
äquivalent zu Tellis/Zufryden
Kaufmenge: Poissonmodell


P Qijt  qijt Qijt  0 
e
ijt
 
qijt
ijt
1 e
ijt
qijt!
mit Kaufrate  als Exponentialfunktion der Prädiktoren
des Markenwahlmodells.
Der (bedingte) Erwartungswert der Menge ist bei diesem Modell:
E (Qijt Qijt  0) 
ijt
1  exp( ijt )
Segmente s mit verschiedenem Kaufverhalten möglich
Die Absatzmenge ergibt sich aus:
E Qijt    s  Kaufw' keit ( Kategorie) 
s
Markenwahl w' keit  bed.Erwart ungswert
Schätzung des Haushaltsmodells:
Beobachtungen aus Scanner-Haushaltspanel
368 Haushalte mit 55489 Einkäufen in der Periode
3359 Käufe der Produktkategorie Tomatensauce
2 große nationale Marken (A,B)
2 kleine nationale Marken (C,D)
und 2 Handelsmarken
beste BIC-Werte bei 2 Segmenten
Optimierung der Verkaufsförderung
Q
BBQ
zusätzlicher Absatz DQ
Vorziehkäufe
BQ
Zeit
Der erwartete zusätzliche Absatz E ( DQ jt PR jt  1)
ergibt sich aus dem erwarteten Gesamtabsatz
abzüglich Normabsatz und Vorziehkäufe
zuzüglich einem Carry-Over-Effekt aus vorhergehenden Vorziehkäufen
E Qijt 
E BBQ ijt 
DCRtj
Normabsatz BQ: Alle Promotionvariablen im Modell der Haushaltsnachfrage auf 0 setzen
Lagerbestand der HH auf Wert ohne Promotion
Normabsatz + Vorziehkäufe BBQ:
Promotionvariablen im Markenwahlmodell auf 0
Lagerbestand der HH auf den Wert, der sich ohne
Markenwahleffekt ergibt.
E BBQ ijt  = gewichtete Summe über die Haushalte
Ziel: Maximierung des durch VKF erzielten zusätzlichen Gewinnes:
Gewinn durch zusätzlichen Absatz
- Opportunitätskosten durch Verkauf zu reduzierten Preisen
- Aktionskosten
+ Opportunitätskosten durch zukünftige Absatzänderung
_______________________________________________
= zusätzlicher Gewinn
1. Gewinn durch zusätzlichen Absatz.
T
DG    t N E ( DQ jt PR jt  1)  (BPjt (1  K jtd )  k jt )
t 1
t = 0,…,T : Perioden
j : Marken
N : Käuferanzahl
δt : Diskontfaktor
E(ΔQjt|PRjt=1) : erwarteter Mehrabsatz bei Promotion
BPjt : regulärer Einstandspreis
Kjt = 1,2,…,10 : Reduktionsmultiplikator
d : Reduktionsschrittweite (z.B. 0,05)
kjt : Grenzkosten
2. Opportunitätskosten durch den Verkauf zu reduzierten Preisen:
T
t

 N E ( BBQ jt )BPjt K jtd
t 1
3. Aktionskosten
T
t

 R jtTR jt  FE jt FC jt  DS jt DC jt
t 1
Rjt: 1, falls in t eine Aktion für j beginnt; 0 sonst
TRjt: Preisauszeichnungskosten
FEjt: Feature (binär: 1, falls in t Feature für j; 0 sonst)
DSjt: Displaykosten (binär: 1, falls in t Display für j; 0 sonst)
FCjt: Kosten für Feature
DCjt: Kosten für Display
4. Opportunitätskosten durch zukünftige Absatzänderung
T 13
t

 N E ( DQ jt PR jt  0)  ( BP jt  k jt )
t T 1
BP jt
durchschnittlicher Regulärer Einstandspreis
k jt
durchschnittliche Grenzkosten
Nebenbedingungen:
minimale und maximale Zahl an Aktionen:
Weitergabe der KPR durch den Handel in %:
T
  PR jt  E
2
t
PT jt  f ( K jt )
Mindestspanne für den Handel:
 BP m  K
rt
r
t
rt
d (1  PTrt (1  m))  M R
Ergebnisse der Optimierung für die Marke A
Konkurrenzverhalten gegeben (Beobachtungswerte)
Feature und Display nicht optimiert
Handel gibt 80% der KPR weiter
Aufschlagspanne des Handels 20%
Lösung durch vollständige Enumeration (1 Quartal) oder
Simulated Annealing (52 Wochen)
KPR
Istwerte
Optimalwerte
Mittelwert
Häufigkeit
Zusatzgewinn
13,2 %
18
219
5%
26
1018
Sensitivitätsanalyse:
KPR Höhe
geringe Weitergabe KPR
durch Händler
hohe Weitergabe
größer
Preisreduktionselastizität
unverändert
KPR Häufigkeit
geringer
abweichendes Konkurrenz unverändert unverändert
-verhalten
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