Übereinstimmung von Schuld und Strafe im Islam

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ÜBEREINSTIMMUNG
VON SCHULD UND STRAFE IM
ISLAM
Mumasalat
Allgemeine Grundsätze
Traditionelle Quellen zum Strafrecht
1.
2.
3.
4.
Kuran
Sunna
Fikh-Bücher
Bücher über das öffentliche Recht. Die wichtigsten
sind:
 Mawardi
(+ 450/1058), Ahkamu’s-sultanijja
 Kadi Abu Ja ‘la (+ 458/1066), Ahkamu’s-sultanijja
 Ibn Tajmijja (+ 728/1327), Siyasatu’sch-schar’ijja
Moderne Quellen zum Strafrecht

Abdulkadir Udah, et-Taschriu‘-dschinaijjil-Islami

Abu Zahra, el-Ukuba wa el-Dscharima




Muhammed Salim Awwa, fi-Usulu’n-nizami’l-Islami
Abdulaziz Amir, et-Ta’zir fi’sch-schariati’l-Islamijja
Ahmad Fathi Bahnasi
 el-Dscharaim fi’l-fıkhi’l-Islami
 el-Kisas fi’l-Fikhi’l-Islami
 el-Hudud fi’l-Islam
 el-Ukuba fi’l-fikh’i’l-Islam
Sabri Erturhan, İslam Ceza Hukuku Etrafındaki Tartışmalar
Definition von Schuld


Ein Verbot Allahs übertreten oder ein Gebot Allahs
nicht einhalten
Konsequenz:
 weltliche Strafen und
 Strafen im Jenseits
Definition von Dschaza (Strafe)

Das Wort kommt ursprünglich aus dem Arabischen

Bedeutet Vergeltung von guten oder schlechten Taten.

wird im Kuran für weltliche Strafen und Strafen des Jenseits in 109
Versen 117 Mal benutzt.
 46 Mal positiv
 Sie werden mit der Vergebung durch ihren Herrn belohnt und
erlangen Paradiesgärten, unterhalb derer Flüsse fließen. Darin
werden sie ewig bleiben. Wie hoch ist der Lohn, den die erlangen,
die gute Werke verrichten! (3:136)
 3:144, 145; 5:85; 6:84; 9:121; 10:4; 12:22, 88; 16:31, 96, 97;
18:88; 20: 76; 23:111; 24:38; 25:15, 75; 28:14, 25; 29:7;
30:45; 32:17; 33:24; 34:4, 37; 37:80, 105, 110, 121, 131;
39:34, 35; 46:14; 53:31; 54:14,35; 55:60; 56:24; 76:9, 12, 22;
77:44; 78:36; 92:19; 98:8
Definition von Dschaza (Strafe)

59 Mal negativ
 Und tötet sie, wo immer ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie,
von wo sie euch vertrieben haben; denn die Verführung (zum
Unglauben) ist schlimmer als Töten. Und kämpft nicht gegen
sie bei der heiligen Moschee, bis sie dort gegen euch
kämpfen. Wenn sie aber gegen euch kämpfen, dann tötet
sie. Solcherart ist der Lohn der Ungläubigen. (2:191)
 2:85; 3:87; 4:93, 123; 5:29, 33, 38, 95; 6:93, 120, 138,
139, 146, 157, 160; 7:40, 41, 147, 152, 180; 9:26, 82,
95; 10:13, 27, 52; 12:25, 74, 75; 14:51; 17:63, 98;
18:106; 20:127; 21:29; 27:90; 28:84; 34:17, 34; 35:36;
36:54; 37: 39; 40:40; 41:27, 28; 42:40; 46:20, 25; 52:16;
59:17; 66:7; 78:26
Definition von Dschaza (Strafe)




12 Mal neutral
 Und du wirst jede Nation auf Knien sehen. Jede Nation wird
zu ihrem Buch gerufen werden: "Heute sollt ihr für das, was
ihr getan habt, belohnt werden." (45:28)
 2: 48, 123; 9:29; 20:15; 31:33; 40:17; 45:14, 22; 53:41.
D.h. Dschaza ist, sei es positiv oder negativ, eine Vergeltung
für die Tat.
Für Strafe wird im Arabischen eher das Wort „Ukuba“ verwendet
 Bedeutet: nachfolgen, verfolgen, die Ferse vom Fuß, das Ende
von etwas, die Hinterseite
Im islamischen Strafrecht wird “el-fikhu’l-dschinai” oder “ettaschriu‘l-dschinai“ benutzt.
Definition von Dschaza (Strafe)
Die Strafe ist eine Sanktion, die je nach Deliktsart, der
Art der Tatbegehung, der Schwere der Schuld und
den Motiven des Täters bestimmt wird und zur
Entschädigung der materiellen und immateriellen
Rechte des Opfers und der Gesellschaft dem Täter
verhängt wird.
Verse über die Strafen
Allgemeine Grundsätze

Die Vergeltung für eine Übeltat soll ein Übel gleichen Ausmaßes sein; dessen
Lohn aber, der vergibt und Besserung bewirkt, ruht sicher bei Allah. Wahrlich, Er
liebt die Ungerechten nicht. (42:40)
Beispiele nach Rechtsgütern

Und wahrlich, Wir haben für die Menschen in diesem Quran allerlei
abgewandelte Beispiele angeführt; aber die meisten Menschen wollen nichts
anderes als ungläubig zu sein. (17:89)

Leben (Bsp.: Totschlag)

Vermögen (Bsp.: Diebstahl)

Nachkommenschaft/Ehre (Unzucht (Bsp.: Zina))
 Würde (Bsp.: Kazf (Verleumdung wegen Unzucht))

Verstand (Bsp.: Chamr)
Öffentliche Sicherheit (Bsp.: Hiraba (Terror))
Eigenschaften der Strafe im Kuran
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
keine Strafe ohne Gesetz
Bestimmtheitsgebot
Rückwirkungsverbot
Individuelle Verantwortung für seine Tat, keine
Kollektivhaftung
Gleichheitsgrundsatz
Verhältnismäßigkeit
Universalität
1. keine Strafe ohne Gesetz
Regel: Alles was nicht Haram ist, ist Halal!


Warum solltet ihr denn nicht von dem essen, worüber Allahs Name
ausgesprochen wurde, wo Er euch bereits erklärt hat, was Er euch
verboten hat - das ausgenommen, wozu ihr gezwungen werdet? Und
gewiss, viele führen mit ihren Gelüsten durch Mangel an Wissen zum
Irrweg. Wahrlich, dein Herr kennt die Übertreter am besten. (6:119)
Und (verwehrt sind euch) verheiratete Frauen außer denen, die ihr von
Rechts wegen besitzt. Dies ist Allahs Vorschrift für euch. Und erlaubt ist
euch außer diesem, dass ihr mit eurem Geld Frauen begehrt, zur Ehe
und nicht zur Hurerei. Und gebt denen, die ihr genossen habt, ihre
Brautgabe. Dies ist eine Vorschrift; doch soll es keine Sünde sein, wenn
ihr über die Vorschrift hinaus miteinander eine Übereinkunft trefft. Seht,
Allah ist Allwissend und Allweise. (4:24)
1. keine Strafe ohne Gesetz



Fast möchte sie bersten vor Wut. Sooft eine Schar hineingeworfen wird,
werden ihre Wächter sie fragen: "Ist denn kein Warner zu euch
gekommen?“ Sie werden sagen: "Doch, sicherlich, es kam ein Warner zu
uns, aber wir leugneten es und sagten: "Allah hat nichts herabgesandt;
ihr befindet euch bloß in einem großen Irrtum." (67:8-9)
Wer den rechten Weg befolgt, der befolgt ihn nur zu seinem eigenen
Heil; und wer irregeht, der geht allein zu seinem eignen Schaden irre.
Und keine lasttragende Seele soll die Last einer anderen tragen. Und
Wir bestrafen nie, ohne zuvor einen Gesandten geschickt zu haben.
(17:15)
Und dein Herr würde nie die Städte zerstören, ohne zuvor in ihrer Mitte
einen Gesandten erweckt zu haben, der ihnen Unsere Verse verliest;
noch zerstörten Wir die Städte, ohne dass ihre Bewohner (zuvor)
gefrevelt hätten. (28:59)
1. keine Strafe ohne Gesetz
Und wahrlich, Wir hatten ihnen ein Buch gebracht,
das Wir mit Wissen darlegten als Richtschnur und
Barmherzigkeit für die Leute, die gläubig sind.
(7:52)
 Wahrlich, diejenigen, die sich Allah und Seinem
Gesandten widersetzen, werden gewiss erniedrigt
werden, eben wie die vor ihnen erniedrigt
wurden; und wahrlich, Wir haben bereits deutliche
Zeichen herniedergesandt. Und den Ungläubigen
wird eine schmähliche Strafe zuteil sein. (58:5)

2. Bestimmtheitsgebot


Und Wir sprachen: "O Adam, verweile du und deine
Gattin im Garten und esset uneingeschränkt von seinen
Früchten, wo immer ihr wollt! Kommt jedoch diesem
Baum nicht nahe, sonst würdet ihr zu den Ungerechten
gehören." Doch Satan ließ sie dort straucheln und
brachte sie aus dem Zustand heraus, in dem sie waren.
Da sprachen Wir: "Geht (vom Paradies) hinunter! Der
eine von euch sei des anderen Feind. Und ihr sollt auf
der Erde Wohnstätten und Versorgung auf beschränkte
Dauer haben." (2:35-36)
Siehe auch 7:19; 20:115, 117, 121
3. Rückwirkungsverbot

Nach Tabuk wartet Rasulullah bis Allah ein Urteil über Kab b. Malik und zwei
weitere Sahabas, die unentschuldigt nicht in den Krieg mitgezogen waren,
hinabsendet. Da jedoch eine Strafe bis zu dem Zeitpunkt nicht vorgeschrieben war
wird ihnen verziehen.


Und auch den Dreien (wandte Er Sich wieder gnädig zu), die zurückgeblieben
waren, bis die Erde ihnen in ihrer Weite zu eng wurde und ihre Seelen ihnen
zugeschnürt wurden, und sie wussten, dass es keine Rettung vor Allah gibt, es sei
denn die Zuflucht bei Ihm. Da kehrte Er Sich ihnen mit Erbarmen zu, auf dass sie
sich bekehren mögen. Wahrlich, Allah ist der Gnädige, der Barmherzige.
(9:118)
O ihr, die ihr glaubt! Tötet kein Wild, während ihr pilgert. Und (wenn) einer von
euch ein Tier vorsätzlich tötet, so ist die Ersatzleistung (dafür) ein gleiches Maß vom
Vieh, wie das, was er getötet (hat), nach dem Spruch von zwei Redlichen unter euch,
und das soll dann als Opfertier zu der Kaba gebracht werden; oder die Sühne sei
die Speisung von Armen oder dementsprechendes Fasten, damit er die bösen
Folgen seiner Tat koste. Allah vergibt das Vergangene; den aber, der es wieder tut,
wird Allah der Vergeltung aussetzen. Und Allah ist Allmächtig und Herr der
Vergeltung. (5:95)
3. Rückwirkungsverbot
Und heiratet keine Frauen, die eure Väter geheiratet hatten, es sei
denn, es geschah bereits zuvor. Wahrlich, es ist eine Schande und
ein Abscheu und ein übler Weg. Verboten sind euch (zur Heirat)
eure Mütter, eure Töchter, eure Schwestern, eure Vaterschwestern
und Mutterschwestern, eure Brudertöchter und Schwestertöchter,
eure Nährmütter, die euch gestillt haben, und eure Milchschwestern
und die Mütter eurer Frauen und eure Stieftöchter, die in eurem
Schutze sind, von euren Frauen, mit denen ihr (die eheliche
Beziehung) vollzogen habt. Habt ihr dies jedoch noch nicht mit ihnen
vollzogen, so ist es keine Sünde. Ferner die Ehefrauen eurer Söhne
aus eurer Abstammung, und ihr sollt nicht zwei Schwestern
zusammen haben, es sei denn (, es ist) bereits geschehen. Seht, Allah
ist Allverzeihend und Barmherzig. (4:22-23)
4. Individuelle Verantwortung für seine Tat, keine Kollektivhaftung



Sprich: "Sollte ich einen anderen Herrn als Allah suchen, wo Er doch der
Herr aller Dinge ist?" Und keine Seele wirkt, es sei denn gegen sich
selbst, und keine lasttragende (Seele) soll die Last einer anderen
tragen. Zu eurem Herrn werdet ihr dann heimkehren, und Er wird euch
über all das belehren, worüber ihr uneins waret." (6:164)
(Geschrieben steht,) dass keine lasttragende (Seele) die Last einer
anderen tragen soll , und dass dem Menschen nichts anderes zuteil wird
als das, wonach er strebt. (53:38-39)
Wer den rechten Weg befolgt, der befolgt ihn nur zu seinem eigenen
Heil; und wer irregeht, der geht allein zu seinem eignen Schaden irre.
Und keine lasttragende Seele soll die Last einer anderen tragen. Und
Wir bestrafen nie, ohne zuvor einen Gesandten geschickt zu haben.
(17:15)
4. Individuelle Verantwortung für seine Tat, keine Kollektivhaftung



Und keine lasttragende (Seele) soll die Last einer anderen tragen; und
wenn eine schwerbeladene um ihrer Last willen ruft, soll nichts davon
getragen werden, und handelte es sich auch um einen Verwandten. Du
kannst die allein warnen, die ihren Herrn im geheimen fürchten und das
Gebet verrichten. Und wer sich reinigt, der reinigt sich nur zu seinem
eigenen Vorteil; und zu Allah ist die Heimkehr. (35:18)
Wenn ihr undankbar seid, so ist Allah auf keinen von euch angewiesen.
Und Er findet nicht Wohlgefallen am Unglauben Seiner Diener; doch
wenn ihr aber dankbar seid, so gefällt Ihm das an euch. Und keine
lasttragende (Seele) soll die Last einer anderen tragen. Danach werdet
ihr zu eurem Herrn heimkehren; und Er wird euch verkünden, was ihr zu
tun pflegtet. Wahrlich, Er weiß wohl, was in den Herzen ist. (39:7)
Er sagte: "Allah behüte, dass wir einen anderen nehmen sollten als den,
bei dem wir unsere Sachen gefunden haben; wir wären sonst wahrlich
ungerecht." (12:79)
5. Gleichheitsgrundsatz



O ihr Menschen, Wir haben euch aus Mann und Frau erschaffen und
euch zu Völkern und Stämmen gemacht, auf dass ihr einander erkennen
möget. Wahrlich, vor Allah ist von euch der Angesehenste, welcher der
Gottesfürchtigste ist. Wahrlich, Allah ist Allwissend, Allkundig. (49:13)
Allah befiehlt euch, die anvertrauten Güter ihren Eigentümern
zurückzugeben; und wenn ihr zwischen Menschen richtet, nach
Gerechtigkeit zu richten. Wahrlich, billig ist, wozu Allah euch ermahnt.
Allah ist Allhörend, Allsehend. (4:58)
O ihr, die ihr glaubt, seid auf der Hut bei der Wahrnehmung der
Gerechtigkeit und seid Zeugen für Allah, auch dann, wenn es gegen
euch selbst oder gegen Eltern und Verwandte geht. Ob der eine reich
oder arm ist, so ist Allah beiden näher; darum folgt nicht der
persönlichen Neigung, auf dass ihr gerecht handeln könnt. Und wenn ihr
aber (die Wahrheit) verdreht oder euch von (der Wahrheit) abwendet,
so ist Allah eures Tuns kundig. (4:135)
5. Gleichheitsgrundsatz


O ihr, die ihr glaubt! Setzt euch für Allah ein und seid Zeugen der
Gerechtigkeit. Und der Hass gegen eine Gruppe soll euch nicht (dazu)
verleiten, anders als gerecht zu handeln. Seid gerecht, das ist der
Gottesfurcht näher. Und fürchtet Allah; wahrlich, Allah ist eures Tuns
kundig. (5:8)
Und kommt dem Besitz der Waise nicht nahe, es sei denn zu ihrem
Besten, bis sie ihre Volljährigkeit erreicht hat. Und gebt volles Maß und
Gewicht in Billigkeit. Wir fordern von keiner Seele etwas über das
hinaus, was sie zu leisten vermag. Und wenn ihr eine Aussage macht, so
übt Gerechtigkeit, auch wenn es einen nahen Verwandten (betrifft); und
haltet den Bund Allahs ein. Das ist es, was Er euch gebietet, auf dass ihr
ermahnt sein möget." (6:152)
5. Gleichheitsgrundsatz


Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und
freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich
und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die
Ermahnung annehmen. (16:90)
The people of Quraish worried about the lady from Bani Makhzum who had
committed theft. They asked, "Who will intercede for her with Allah's
Messenger“? Some said, "No one dare to do so except Usama bin Zaid the
beloved one to Allah's Messenger. When Usama spoke about that to Allah's
Apostle Allah's Messenger said, (to him), "Do you try to intercede for somebody
in a case connected with Allah's Prescribed Punishments?" Then he got up and
delivered a sermon saying, "What destroyed the nations preceding you, was
that if a noble amongst them stole, they would forgive him, and if a poor
person amongst them stole, they would inflict Allah's Legal punishment on him.
By Allah, if Fatima, the daughter of Muhammad stole, I would cut off her
hand."(Buhari, Fazail-i Ashabin-Nebiyy, 18, Enbiya, 54, Hudud, 12; Muslim,
Hudud, 8-9; Ebu Dawud, Hudud 4; Tirmizi, Hudud 6)
6. Verhältnismäßigkeit
Das ist die den Untaten der Leugner entsprechende
Vergeltung. (78:26)
Faktoren der Strafzumessung
1.
2.
3.
4.
5.
Rechtsgutverletzung
Schwere der Schuld
Die Person des Täters
Motive des Täters
Die Art und Weise der Begehung
1. Rechtsgutverletzung
Höchstpersönliche Rechte
 Güter der Rechtsgemeinschaft
 Allahs Rechte

2. Schwere der Schuld




Bsp.: bei Diebstahl geringwertiger Sachen wird die Hand nicht abgeschlagen.
Und sie werden sagen: "Unser Herr, wir gehorchten unseren Häuptern und
unseren Großen, und sie führten uns irre (und) vom Weg ab." Unser Herr, gib
ihnen die zweifache Strafe und verfluche sie mit einem gewaltigen Fluch."
(33:67-68)
Er wird sprechen: "Tretet ein in das Feuer zu den Scharen der Dschinn und der
Menschen, die vor euch dahingingen." Sooft eine Schar eintritt, wird sie ihre
Schwesterschar verfluchen, bis endlich, wenn sie alle nacheinander darin
angekommen sind, die letzten zu den ersten sagen werden: "Unser Herr, diese
da haben uns irregeführt, so gib ihnen die Pein des Feuers mehrfach." Er wird
sprechen: "Jeder hat (sie) mehrfach, allein ihr wisset es nicht." (7:38)
Diejenigen, welche die große Lüge vorbrachten, bilden eine Gruppe von euch.
Glaubt nicht, dies sei übel für euch; im Gegenteil, es gereicht euch zum Guten.
Jedem von ihnen soll die Sünde, die er begangen hat (, vergolten werden); und
der von ihnen, der den Hauptanteil daran verschuldete, soll eine schwere Strafe
erleiden. (24:11)
3. Die Person des Täters

Enterbung des Mörders

Zina einer Sklavin



Und wer von euch nicht vermögend genug ist, um gläubige Frauen zu heiraten, der heirate
von dem Besitz eurer rechten Hand unter euren gläubigen Mägden; und Allah kennt euren
Glauben sehr wohl. Ihr seid einer vom anderen. Darum heiratet sie mit Erlaubnis ihrer
Familien und gebt ihnen ihre Brautgabe nach Billigkeit, wenn sie keusch sind, weder
Unzucht treiben noch insgeheim Liebhaber nehmen. Und wenn sie, nachdem sie verheiratet
sind, der Unzucht schuldig werden, dann sollen sie die Hälfte der Strafe erleiden, die für
freie Frauen vorgeschrieben ist. Diese (Erleichterung) ist für diejenigen von euch
(vorgesehen), die fürchten, in Bedrängnis zu kommen. Dass ihr Geduld übt, ist besser für
euch; und Allah ist Allverzeihend, Barmherzig. (4:25)
O Frauen des Propheten! Wenn eine von euch eine offenkundige Schändlichkeit begeht, so
wird ihr die Strafe verdoppelt. Und das ist für Allah ein leichtes. (33:30)
Anführer einer Bande

Diejenigen, welche die große Lüge vorbrachten, bilden eine Gruppe von euch. Glaubt
nicht, dies sei übel für euch; im Gegenteil, es gereicht euch zum Guten. Jedem von ihnen
soll die Sünde, die er begangen hat (, vergolten werden); und der von ihnen, der den
Hauptanteil daran verschuldete, soll eine schwere Strafe erleiden. (24:11)
Definition von Mumasalat (Übereinstimmung von Schuld und Strafe)
Ziel ist es Schuld und Strafe einander gegenüberzustellen und
die angemessenste Strafe zu finden.
Dabei wird bei der Strafzumessung nicht nur die Schwere der
Schuld berücksichtigt, sondern auch die Rechtsgutverletzung,
die Person des Täters, die Absicht des Täters, die Art der
Tatbegehung und ähnliche Kriterien.
Für jedes einzelne Delikt, sogar für ein einziges Delikt, können
mehrere Strafen vorgesehen werden.
Übereinstimmung von Schuld und Strafe bzgl.


des Maßes
der Form
 finanziell
 körperlich
 immateriell

des Ziels des Täters
Maß
Allah sandte das Buch und das Maß hinab, um Gerechtigkeit walten zu
lassen


Allah ist es, der die Schrift mit der Wahrheit herabgesandt hat, und
(der auch) die Waage (herabgesandt hat, damit für Recht und
Gerechtigkeit gesorgt werde). Wer weiß, vielleicht steht die Stunde
(des Gerichts) nahe bevor? (42:17)
Wir haben doch (im Lauf der Zeit) unsere Gesandten mit den klaren
Beweisen (zu den Menschen) geschickt und die Schrift und die Waage
mit ihnen herabkommen lassen, damit die Menschen für Gerechtigkeit
sorgen würden. Und wir haben das Eisen herabkommen lassen, das
(wenn es zu Waffen verarbeitet ist) viel Gewalt in sich birgt, für die
Menschen aber auch (in mancher Hinsicht) von Nutzen ist. Auch wollte
Allah (auf diese Weise) feststellen, wer ihm und seinen Gesandten im
geheimen hilft. Allah ist stark und mächtig. (57:25)
Maß = Waage

Waage
 Ihr sollt mit dem Hab und Gut der Waise äußerst gewissenhaft umgehen,
bis es volljährig ist. Ihr sollt so korrekt und gerecht messen und wiegen
wie menschenmöglich; Wir erlegen keinem Menschen etwas auf, was er
nicht einhalten kann; wenn ihr etwas sagt, sei es ein Zeugnis oder ein
Urteil, müsst ihr bei der Wahrheit bleiben, auch wenn es einen
Verwandten betrifft; die Verträge, die ihr im Namen Gottes schließt,
müsst ihr einhalten. Diese Gebote und Verbote schreibt Gott euch vor,
und ihr sollt über ihren tiefen Sinn nachdenken. (6:152)
 Den Himmel erschuf Er hoch und stellte die Waage der Gerechtigkeit
auf, damit ihr die Waage der Gerechtigkeit nicht überschreitet. Bei
allem sollt ihr gerecht, genau auf Gewicht und Maß achten und nichts
vermindern. (55:7-9)
 Siehe auch 7:85; 11:84-85; 55:9
Grundsätze im Kuran
Folgende Verse behandeln im Kuran die Schuld und die
Strafe zusammen und stellen deren allgemeine
Grundsätze auf.
 Es ist weder nach euren Wünschen noch nach den
Wünschen der Leute der Schrift. Wer Böses tut, dem
wird es vergolten werden; und er wird für sich außer
Allah weder Freund noch Helfer finden. (4:123)
Grundsätze im Kuran


Für diejenigen aber, die böse Taten begangen haben, ist
eine Strafe in gleichem Ausmaße (wie dem der bösen Taten)
bereitet. Schmach wird sie bedecken; keinen Schutz werden
sie vor Allah haben, (und es soll so sein,) als ob ihre
Gesichter mit Fetzen einer finsteren Nacht bedeckt wären.
Sie sind die Bewohner des Feuers; darin werden sie auf
ewig bleiben. (10:27)
Die Vergeltung für eine Übeltat soll ein Übel gleichen
Ausmaßes sein; dessen Lohn aber, der vergibt und Besserung
bewirkt, ruht sicher bei Allah. Wahrlich, Er liebt die
Ungerechten nicht. (42:40)
Grundsätze im Kuran


Wer Böses tut, dem soll nur mit Gleichem vergolten
werden; wer aber Gutes tut - sei es Mann oder Frau
und dabei gläubig ist -, diese werden ins Paradies
eintreten; darin werden sie mit Unterhalt versorgt
werden, ohne dass darüber Rechnung geführt wird.
(40:40)
Dem, der eine gute Tat vollbringt, soll (sie) zehnfach
vergolten werden; derjenige aber, der eine böse Tat
verübt, soll nur das Gleiche als Lohn empfangen; und
sie sollen kein Unrecht erleiden. (6:160)
Grundsätze im Kuran
Wer Gutes vollbringt, soll Besseres als das
erhalten; wer jedoch eine böse Tat vollbringt jene, die böse Werke tun, sollen nur gemäß
dem belohnt werden, was sie getan haben.
(28:84)
 Und die Gesichter derjenigen, die Schlechtes
vollbringen, sollen ins Feuer gestürzt werden:
"Seid ihr für das belohnt worden, was ihr getan
habt?" (27:90)

Grundsätze im Kuran


Und wenn ihr bestraft, dann bestraft in dem Maße,
wie euch Unrecht zugefügt wurde; wollt ihr es aber
geduldig ertragen, dann ist das wahrlich das Beste
für die Geduldigen; (16:126)
Das (soll so sein). Und dem, der Vergeltung in dem
Maße übt, in dem ihm Unrecht zugefügt worden ist,
und dann (wiederum) Unrecht erleidet -, dem wird
Allah sicherlich zum Sieg verhelfen. Wahrlich, Allah ist
Allvergebend, Allverzeihend. (22:60)
Grundsätze im Kuran aus 5:95








O ihr, die ihr glaubt! -> Straffähigkeit
Tötet kein Wild, während ihr pilgert. -> keine Strafe ohne Gesetz, objektiver
Tatbestand
Und (wenn) einer von euch ein Tier vorsätzlich tötet, -> subjektiver Tatbestand
so ist die Ersatzleistung (dafür) ein gleiches Maß vom Vieh, wie das, was er getötet
(hat), nach dem Spruch von zwei Redlichen unter euch, und das soll dann als
Opfertier zu der Kaba gebracht werden; -> nur Strafen, die im Gesetz vorgehen
sind
oder die Sühne sei die Speisung von Armen oder dementsprechendes Fasten, ->
alternative Bestrafungen
damit er die bösen Folgen seiner Tat koste. -> Übereinstimmung von Schuld und
Strafe, Abschreckungsfunktion
Allah vergibt das Vergangene; -> Rückwirkungsverbot
den aber, der es wieder tut, wird Allah der Vergeltung aussetzen. Und Allah ist
Allmächtig und Herr der Vergeltung. (5:95) -> Wiederholungstaten
42:40
Die Vergeltung für eine Übeltat soll ein Übel gleichen
Ausmaßes sein; dessen Lohn aber, der vergibt und
Besserung bewirkt, ruht sicher bei Allah. Wahrlich, Er liebt
die Ungerechten nicht. (42:40)
1. als Vergeltung für eine Schuld
2. eine Strafe
3. der Schuld übereinstimmend (Misl)
42:40 - Sajjatin



bedeutet „Schlechtes“, Schuld und auch Strafe zugleich.
Das Schlechte soll mit Schlechtem vergolten werden
Die Strafe muss genauso schlecht sein wie die Schuld,
denn wenn sie weniger oder gar nicht schlecht ist, dann
kann nicht mehr die Rede von Vergeltung sein.
Das Wort kommt in unbestimmter Form vor, d.h. Strafen
können vielfältig sein.
42:40 - Misluha


bedeutet der Schuld entsprechend, der Schuld
angemessen, der Schuld ähnlich, der Schuld gleich, d.h.
für jede Schuld gibt es eine entsprechende Strafe
Misl ist etwas das gleich ist wie das andere und ihn
ersetzen kann

Der Schöpfer der Himmel und der Erde - Er hat aus euch
selbst Gattinnen für euch gemacht und Paare aus den
Tieren. Dadurch vermehrt Er euch. Es gibt nichts
Seinesgleichen; und Er ist der Allhörende, der Allsehende.
(42:11)

nichts ist gleich wie Allah, heißt nichts kann ihn ersetzen
42:40 - Misluha


Diejenigen, die Zinsen verschlingen, sollen nicht anders dastehen als wie
einer, der vom Satan erfasst und zum Wahnsinn getrieben wird. Dies
(soll so sein,) weil sie sagen: "Handel ist dasselbe wie Zinsnehmen." Doch
Allah hat den Handel erlaubt und das Zinsnehmen verboten. Und wenn
zu jemandem eine Ermahnung von seinem Herrn kommt und er dann
aufhört - dem soll verbleiben, was bereits geschehen ist. Und seine
Sache ist bei Allah. Wer es aber von neuem tut - die werden Bewohner
des Feuers sein, darin werden sie ewig bleiben. (2:275)
 Zinsen können Handel nicht ersetzen
Sprich: "Wenn sich auch die Menschen und die Dschinn vereinigten, um
etwas Gleiches wie diesen Quran hervorzubringen, brächten sie doch
nichts Gleiches hervor, selbst wenn sie einander beistünden." (17:88)
 kein Buch kann den Kuran ersetzen
42:40 - Misluha



All diese Beispiele zeigen, auch wenn sie Gemeinsamkeiten
haben, bei Misl geht es darum, dass es ihm so ähnlich ist, dass er
ihn ersetzen kann. Lediglich Gemeinsamkeiten reichen nicht aus.
Aus diesem Grund gibt es im Islam, im Gegensatz zu anderen
Rechtssystemen, vielfältige Strafen, weil die Schuld ebenso
vielfältig ist.
Und auch bei der Begehung eines einzigen Deliktes können
mehrere Strafen angewandt werden
 z.B. Verleumdung -> auspeitschen + Zeugnisverbot +
Bezeichnung als Fasiq
 Zina -> in der Öffentlichkeit + auspeitschen+ Eheverbot mit
keuschen Menschen
Sunna


Die Sunna Rasulullahs sieht entweder die Umsetzung der Gebote im
Kuran vor
oder das Produzieren von kurankonformen Lösungen für Delikte, für die
im Kuran keine Strafen explizit erwähnt werden
 z.B. Alkoholkonsum
 Absicht: Lustempfinden, Sorgen vergessen, sich betäuben
 Strafe: Schmerzempfinden (auspeitschen), wachrütteln
 z.B. Diebstahl, das Tatbestandsvoraussetzungen des Sarika nicht
erfüllt
 Absicht: eigene Bereicherung, Minderung des Vermögens des
Opfers
 Strafe: Vermögensverlust des Opfers ausgleichen + Minderung
des Vermögens des Täters in gleichem Maße
Eigenschaften von Mumasalat

schuldabhängig
 Und kein Prophet darf (etwas von der Beute) unterschlagen.
Und wer (etwas) unterschlägt, soll das, was er unterschlagen
hat, (zu seiner eigenen Belastung) am Tag der Auferstehung
bringen. Alsdann wird jeder Seele nach ihrem Verdienst
vergolten werden, und es soll ihnen kein Unrecht geschehen.
(3:161)
 Wer Böses tut, dem soll nur mit Gleichem vergolten werden;
wer aber Gutes tut - sei es Mann oder Frau und dabei gläubig
ist -, diese werden ins Paradies eintreten; darin werden sie mit
Unterhalt versorgt werden, ohne dass darüber Rechnung
geführt wird. (40:40)
Eigenschaften von Mumasalat




abschreckende Funktion
Strafbestimmungsrecht wird eingeschränkt
 Der Staat darf nicht willkürlich eine Strafe festsetzen. Der Täter
bestimmt je nach seiner Tatbegehung selber seine Strafe
 Und denen, die Juden sind, haben Wir zuvor schon all das verboten,
was Wir dir mitteilen. Und nicht Wir taten ihnen Unrecht, sondern sie
taten sich selber Unrecht. (16:118)
 Nicht Wir taten ihnen Unrecht, sondern sie selbst taten (sich) Unrecht.
(43:76)
Täter-Opfer Ausgleich
 Bsp.: Kisas in Dijja umwandeln
Rechtsstaatlichkeit
Sanktionsarten


1.
2.
3.
Vielfältig so wie Allahs Strafen
 So erfassten Wir einen jeden in seiner Sünde; es waren unter
ihnen welche, gegen die Wir einen Sandsturm schickten, und
welche, die der Schrei ereilte, und welche, unter denen Wir die
Erde versinken ließen, und welche, die Wir ertränkten. Und
nicht Allah wollte ihnen Unrecht tun, sondern sie taten sich
selbst Unrecht. (29:40)
Die Strafe fällt je nach der Schuld aus
Gleiche Strafe
Gegensätzliche Strafe
Ähnliche Strafe
1. Gleiche Strafe




Bsp. Kisas,
Die ihren Glauben als einen Zeitvertreib und ein Spiel nahmen und die
das irdische Leben betörte. An diesem Tage nun werden Wir sie
vergessen, wie sie die Begegnung an diesem ihren Tage vergaßen und
wie sie Unsere Zeichen zu leugnen pflegten. (7:51)
Diejenigen, die da jene Gläubigen schelten, die freiwillig Almosen
geben, wie auch jene, die nichts (zu geben) finden als ihre eigene
Leistung, und sie deswegen verhöhnen, denen wird Allah ihren Hohn
vergelten, und ihnen wird eine schmerzliche Strafe zuteil sein. (9:79)
Und er baute also das Schiff; sooft die Vornehmen seines Volkes an ihm
vorübergingen, verspotteten sie ihn. Er sagte: "Verspottet ihr uns, so
werden auch wir euch verspotten, gerade so, wie ihr spottet." (11:38)
1. Gleiche Strafe



Wahrlich, Pharao betrug sich hochmütig im Land und machte dessen Bewohner zu
Parteien. Eine Gruppe davon pflegte er zu unterdrücken, indem er ihre Söhne
erschlug und ihre Frauen leben ließ. Wahrlich, er war einer der Unheilstifter! Und
Wir wollten denen, die im Lande als schwach erachtet worden waren, Huld erweisen
und sie zu Führern machen und zu Erben einsetzen und ihnen die Oberhand im
Lande geben und Pharao und Haman und ihren Heerscharen durch sie (die
Schwachen) das zeigen, was sie befürchteten. (28:4-6)
Da beschloss er, sie aus dem Lande zu vertreiben; doch Wir ertränkten ihn und
diejenigen, die mit ihm waren, allesamt. Und Wir sprachen nach ihm zu den Kindern
Israels: "Wohnt in dem Lande; und wenn die Zeit des Jenseits kommt, dann werden
Wir euch als eine gesammelte Schar herbeibringen." (17:103-104)
Und in der Tat hätten sie dich fast aus dem Lande verscheucht, indem sie dich
daraus vertreiben wollten; dann aber wären sie nach dir nur eine kurze Zeitspanne
(dort) geblieben. In dieser Weise verfuhren (Wir) mit Unseren Gesandten, die Wir
vor dir schickten; und du wirst keine Änderung in Unserem Verfahren finden. (17:7677)
2. Gegensätzliche Strafe



Das Wort „Sajjiatin=Schlechtes“ beinhaltet, dass die Strafe nicht nur gleich
(Misl) sein kann, sondern auch das Gegenteil sein kann. Wie z.B. bei
Alkoholkonsum und Zina, die Absicht ist Lustempfinden. Dies mit gleichem zu
strafen wäre eine Belohnung für den Täter. Damit die Strafe etwas
„Schlechtes-Sajjiatin“ für ihn ist, wird in diesen Fällen das Gegenteil und
zwar Schmerzen zugefügt.
Und Allah gibt das Gleichnis von einer Stadt: Sie genoss Sicherheit und
Frieden und wurde reichlich aus allen Orten versorgt; doch sie leugnete die
Wohltaten Allahs. Darum ließ Allah sie eine umfassende Not des Hungers
und der Furcht kosten für das, was sie (ihre Bewohner) zu tun pflegten.
(16:112)
Wahrlich, diejenigen, die sich Allah und Seinem Gesandten widersetzen,
werden gewiss erniedrigt werden, eben wie die vor ihnen erniedrigt
wurden; und wahrlich, Wir haben bereits deutliche Zeichen
herniedergesandt. Und den Ungläubigen wird eine schmähliche Strafe
zuteil sein. (58:5)
2. Gegensätzliche Strafe
Wahrlich, Korah gehörte zum Volke Moses, und doch unterdrückte er es.
Und wir gaben ihm so viel Schätze, dass ihre Schlüssel sicher eine Bürde
für eine Schar von Starken gewesen wären. Da sagte sein Volk zu ihm:
"Freue dich nicht; denn Allah liebt diejenigen nicht, die frohlocken.
Sondern suche in dem, was Allah dir gegeben hat, die Wohnstatt des
Jenseits; und vergiss deinen Teil an der Welt nicht; und tue Gutes, wie
Allah dir Gutes getan hat; und begehre kein Unheil auf Erden; denn Allah
liebt die Unheilstifter nicht.“ Er sagte: "Es (die Schätze) wurde mir nur um
des Wissens willen, das ich besitze, gegeben." Wusste er denn nicht, dass
Allah vor ihm schon Geschlechter vernichtet hatte, die noch gewaltigere
Macht und größeren Reichtum als er besaßen? Und die Schuldigen werden
nicht nach ihren Sünden befragt." So ging er denn in seinem Schmuck
hinaus zu seinem Volk. Jene nun, die nach dem Leben in dieser Welt
begierig waren, sagten:
2. Gegensätzliche Strafe
"O wenn wir doch das gleiche besäßen wie das, was Korah
gegeben wurde! Er hat wahrlich großes Glück." Die aber, denen
Wissen zuteil geworden war, sagten: "Wehe euch, Allahs Lohn ist
besser für den, der glaubt und gute Werke tut; und keiner wird ihn
erlangen außer den Geduldigen." Dann ließen Wir ihn von der
Erde verschlingen, und (auch) sein Haus; und er hatte keine Schar,
die ihm gegen Allah helfen konnte, noch konnte er sich (selbst)
retten. Und jene, die sich noch tags zuvor an seine Stelle gewünscht
hatten, sagten: "Ah sieh! Es ist wahrlich Allah, Der denen von Seinen
Dienern die Mittel zum Unterhalt erweitert und beschränkt, denen Er
will. Wäre uns Allah nicht Gnädig gewesen, hätte Er uns (von der
Erde) verschlingen lassen. Ah sieh! Die Ungläubigen haben nie
Erfolg." (28:76-82)
3. Ähnliche Strafe
Die ähnliche Bestrafung kommt zum Zuge wenn gleiche und gegensätzliche
Bestrafung nicht möglich ist. Z.B. kann man bei Verleumdung nicht gleich
bestrafen in dem man den Täter ebenfalls verleumdet. Auch die
gegensätzliche Strafe, den Täter „als keusch loben“ würde keine Vergeltung
darstellen. In diesen Fällen kommt die ähnliche Strafe zum Zuge. Da der Täter
seine Anschuldigung nicht beweisen kann, wird er die Strafe für die Zina
tragen. Von den 100 Peitschenhieben, die die Strafe für Zina darstellt, werden
20 abgezogen, da der Täter zu seiner Aussage steht. Somit muss er die
restlichen 80 Peitschenhiebe, d.h. 20 Peitschenhiebe pro Zeuge, die er nicht
aufbringen konnte erdulden.
Durch die Verleumdung wäre der Ruf des Opfers geschädigt worden, so soll
auch der Ruf des Täters geschädigt werden, indem er als Fasiq bezeichnet
wird.
Aufgrund der Verleumdung hat er sich auch als unglaubwürdig erwiesen, so
dass er lebenslang sein Recht als Zeuge verwirkt.
3. Ähnliche Strafe
Ein Unzüchtiger darf nur eine Unzüchtige oder eine
Götzendienerin heiraten, und eine Unzüchtige darf
nur einen Unzüchtigen oder einen Götzendiener
heiraten; den Gläubigen aber ist das verwehrt.
(24:3)
Ist Mumasalat universell?
Allah erwähnt im Kuran die Geschichten der früheren Völker und auch ihre
Strafen. Anhand von einigen Beispielen, soll aufgezeigt werden, dass das
Mumasalat universell ist.

Sunnatullah
 Allahs unveränderbare Gesetze, Prinzipien. Universelle-soziale
Gesetze Allahs, deren Bestimmung und Anwendung er selbst
übernommen hat
 (Sie sind) in Hochmut auf Erden und böse im Planen. Doch der böse
Plan fängt nur seine Urheber ein. Erwarten sie denn etwas anderes
als das Vorgehen gegenüber den Früheren? Aber in Allahs Vorgehen
wirst du nie eine Änderung finden; und in Allahs Verfahren wirst du
nie einen Wechsel finden. (35:43)
Ist Mumasalat universell?



Und in der Tat hätten sie dich fast aus dem Lande verscheucht, indem
sie dich daraus vertreiben wollten; dann aber wären sie nach dir nur
eine kurze Zeitspanne (dort) geblieben. In dieser Weise verfuhren (Wir)
mit Unseren Gesandten, die Wir vor dir schickten; und du wirst keine
Änderung in Unserem Verfahren finden. (17:76-77)
Wer den rechten Weg befolgt, der befolgt ihn nur zu seinem eigenen
Heil; und wer irregeht, der geht allein zu seinem eignen Schaden irre.
Und keine lasttragende Seele soll die Last einer anderen tragen. Und
Wir bestrafen nie, ohne zuvor einen Gesandten geschickt zu haben.
(17:15)
Aber ihr Glaube - als sie Unsere Strafe sahen - konnte ihnen nichts mehr
nützen. Dies ist Allahs Gebot, das stets gegenüber Seinen Dienern
befolgt worden ist. Und so gingen die Ungläubigen zugrunde. (40:85)
Ist Mumasalat universell?



Wenn die Heuchler und diejenigen, in deren Herzen Krankheit ist, und
die, welche Gerüchte in der Stadt verbreiten, nicht (von ihrem Tun)
ablassen, dann werden Wir dich sicher gegen sie anspornen, dann
werden sie nur noch für kurze Zeit in ihr deine Nachbarn sein. Verflucht
seien sie! Wo immer sie gefunden werden, sollen sie ergriffen und
rücksichtslos hingerichtet werden. So geschah der Wille Allahs im Falle
derer, die vordem hingingen; und du wirst in Allahs Willen nie einen
Wandel finden. (33:60-62)
Der Prophet soll keine Bedenken haben wegen der Befehle Gottes, die
ihn betreffen. Das ist Gottes Vorgehen bei den früheren Propheten.
Was Gott befiehlt ist eine endgültige Entscheidung. (33:38)
Sie glauben nicht an die Offenbarung. Gott belangt sie gemäß Seinem
Gesetz, wie Er die früheren Völker belangte. (15:13)
Ist Mumasalat universell?



Sprich zu denen, die ungläubig sind, dass ihnen das Vergangene
verziehen wird, wenn sie (von ihrem Unglauben) absehen; kehren sie
aber (zum Unglauben) zurück, dann wahrlich, ist das Beispiel der
Früheren schon dagewesen. (8:38)
Und nichts hinderte die Menschen daran zu glauben, als die
Rechtleitung zu ihnen kam, und ihren Herrn um Verzeihung zu bitten, (es
sei) denn, (sie warteten) bis das beispiel(hafte Schicksal) der Früheren
über sie käme oder (ihnen) die Strafe offen vor Augen gehalten würde.
(18:55)
Und wenn die Ungläubigen euch bekämpft hätten, hätten sie (euch)
gewiss den Rücken gekehrt; dann hätten sie weder Beschützer noch
Helfer finden können. Derart ist Allahs Vorgehen, wie es zuvor gewesen
ist; und nie wirst du in Allahs Vorgehen einen Wandel finden. (48:2223)
Ist Mumasalat universell?
Mizan





Gleichgewicht, das Maß von etwas kennen
Universelle Naturgesetze Allahs, die er in die Natur des Menschen und in die Natur
gesetzt hat und deren Bestimmung und Anwendung er dem Menschen aufgetragen hat.
Die Strafen Allahs richten sich an die Schwächen der Natur des Menschen. Diese ändert
sich nicht. Es geht um die Erziehung und Befriedigung des Menschen.
Wahrlich, Wir schickten Unsere Gesandten mit klaren Beweisen und sandten mit ihnen
das Buch und die Waagewerte herab, auf dass die Menschen Gerechtigkeit üben
mögen. Und Wir schufen das Eisen, worin (Kraft zu) gewaltigem Krieg wie auch zu
(vielerlei) Nutzen für die Menschheit ist, damit Allah die bezeichne, die Ihm und Seinem
Gesandten, wenngleich ungesehen, beistehen. Wahrlich, Allah ist Allmächtig, Erhaben.
(57:25)
Allah ist es, der die Schrift mit der Wahrheit herabgesandt hat, und (der auch) die
Waage (herabgesandt hat, damit für Recht und Gerechtigkeit gesorgt werde). Wer
weiß, vielleicht steht die Stunde (des Gerichts) nahe bevor? (42:17)
Ziel: Kist = Gerechtigkeit
Bsp. für die Universalität von Mumasalat
anhand von Adam und Hawwa
Schuld
1.
2.
Vertrag mit Allah gebrochen
und Allahs Verbot übertreten
Absicht: unsterblich werden
und eine Herrschaft besitzen,
die niemals enden wird

Jedoch Satan flüsterte ihm
Böses ein; er sagte: "O Adam,
soll ich dich zum Baume der
Ewigkeit führen und zu einem
Königreich, das nimmer
vergeht?" (20:120)
Strafe
Verbannung aus der Dschanna
1.
ein Exilleben auf der Erde nur für kurze
Zeit
2.

Da sprachen Wir: "Geht (vom
Paradies) hinunter! Der eine von euch
sei des anderen Feind. Und ihr sollt
auf der Erde Wohnstätten und
Versorgung auf beschränkte Dauer
haben." (2:36) Da sprach Er: "Geht
alle hinab. Der eine ist der Feind des
anderen. Auf der Erde habt ihr bis
zum bestimmten Zeitpunkt eine Bleibe
und Genuss. Er sprach: "Dort sollt ihr
leben und sterben, und von dort
werdet ihr zum Jüngsten Tag geholt
werden." 7:24-25)
Bsp. für die Universalität von Mumasalat
anhand von Yusuf & seinen Brüdern
Brüder schmieden einen Plan um Yusuf loszuwerden

Schicke ihn morgen mit uns, damit er sich vergnüge und spiele, und wir wollen gut auf ihn
aufpassen. (12:12).
Yusuf schmiedet auch einen Plan und nimmt ihnen Benjamin weg

Als er sie dann mit ihrem Bedarf ausgerüstet hatte, steckte er den Trinkbecher (des
Königs) in die Satteltaschen seines Bruders. Dann gab ein Ausrufer bekannt: "O ihr
Kamelführer, ihr seid wahrhaftig Diebe." Sie sagten, indem sie sich zu ihnen wandten:
"Was vermisst ihr?" Jene sagten: "Wir vermissen den Maßbecher des Königs, und wer ihn
wiederbringt, soll eine Kamellast erhalten, ich bürge dafür." Sie sagten: "Bei Allah, ihr
wisset doch, dass wir nicht gekommen sind, um Unheil im Land zu stiften, und wir sind
keine Diebe." Sie sagten: "Was soll dann die Strafe dafür sein, wenn ihr Lügner seid?"
Sie sagten: "Die Strafe dafür sei: Der, in dessen Satteltaschen er (der Becher) gefunden
wird, soll selbst das Entgelt dafür sein. So belohnen wir die Übeltäter." Da begann er
ihre Säcke vor dem Sack seines Bruders (zu durchsuchen); dann zog er ihn aus dem Sack
seines Bruders hervor. So richteten Wir es für Yusuf ein; er hätte seinen Bruder nach dem
Gesetz des Königs nicht aufhalten können; es sei denn, Allah hätte es so gewollt. Wir
erhöhen um Rangstufen, wen Wir wollen; und über jedem, der Wissen hat, ist der Eine,
Der noch mehr weiß. (12:70-76)
Bsp. für die Universalität von Mumasalat
anhand von Yusuf & seinen Brüdern
Sie versprechen ihrem Vater ihn zu beschützen, meinen es aber nicht aufrichtig.

Er sagte: "Es macht mich traurig, wenn ihr ihn mit fortnehmt, und ich fürchte, der Wolf könnte
ihn fressen, wenn ihr nicht auf ihn achtgebt." Sie sagten: "Wenn ihn der Wolf frisst, obgleich
wir zu mehreren sind, dann werden wir wahrlich die Verlierenden sein.“ (12:13-14)
Obwohl sie ihrem Vater aufrichtig versprochen hatten ihn zu beschützen, können sie ihr
Versprechen nicht halten.


Er sagte: "Ich werde ihn nicht mit euch schicken, ehe ihr mir nicht ein festes Versprechen im
Namen Allahs gebt, dass ihr ihn mir sicher wiederbringt, es sei denn, dass euch selbst die
Rückkehr abgeschnitten wird." Als sie ihm ihr festes Versprechen gegeben hatten, sagte er:
"Allah wacht über das, was wir sagen.“ (12:66)
Sie sagten: "O Aziz, er hat einen greisen Vater, so nimm einen von uns statt seiner an; denn wir
sehen, du gehörst zu denen, die Gutes tun." Er sagte: "Allah behüte, dass wir einen anderen
nehmen sollten als den, bei dem wir unsere Sachen gefunden haben; wir wären sonst wahrlich
ungerecht." Als sie die Hoffnung, ihn umzustimmen, aufgegeben hatten, gingen sie zu
vertraulicher Beratung abseits. Es sagte ihr Ältester: "Wisset ihr nicht, dass euer Vater von euch
ein festes Versprechen im Namen Allahs entgegengenommen hat und dass ihr zuvor in eurer
Pflicht gegen Yusuf gefehlt habt? Ich will darum das Land nicht eher verlassen, bis mein Vater
es mir erlaubt oder Allah für mich entscheidet; und Er ist der beste Richter." (12:78-80)
Bsp. für die Universalität von Mumasalat
anhand von Yusuf & seinen Brüdern
Sie wollen, dass Yusuf versklavt wird
 Es sagte einer von ihnen: "Tötet Yusuf nicht; wenn ihr aber
vorhabt, etwas zu unternehmen, dann werft ihn in die Tiefe
eines Brunnens; möge jemand von den Reisenden ihn
herausziehen." (12:10).
Yusuf wird Wazir
 Und so verliehen Wir Yusuf Macht im Lande; er weilte darin,
wo immer es ihm gefiel. Wir gewähren Unsere Gnade, wem
Wir wollen, und Wir lassen den Lohn der Rechtschaffenen
nicht verlorengehen. (12:56)
Bsp. für die Universalität von Mumasalat
anhand von Yusuf & seinen Brüdern
Sie bringen ihrem Vater Yusufs blutiges Hemd

Und sie hatten falsches Blut auf sein Hemd gebracht. Er sagte:
"Nein, ihr habt das geplant. Doch schön geduldig sein. Und
Allah sei um Hilfe wider das gebeten, was ihr beschreibt."
(12:18)
Sie bringen ihrem Vater Yusufs Hemd als Zeichen dafür, dass er am Leben
ist und machen ihren Fehler wieder gut.

"Nehmt dies mein Hemd und legt es auf das Gesicht meines
Vaters; dann kann er (wieder) sehen. Und bringt eure Familien
allesamt zu mir." Als die Karawane aufgebrochen war, sagte
ihr Vater: "Wahrlich, ich spüre den Geruch Yusufs, auch wenn
ihr mich für schwachsinnig haltet." (12:93-94)
Bsp. für die Universalität von Mumasalat anhand
der Bestrafung der Juden
Juden wurden aufgrund ihrer Übertretungen mit Essensvorschriften bestraft,
weil sie Zinsen nahmen und das Vermögen anderer zu Unrecht aufzehrten.


Und der Sünde der Juden wegen haben Wir ihnen gute Dinge verboten,
die ihnen erlaubt waren, wie auch, weil sie viele Hindernisse in Allahs
Weg legten und weil sie Zins nahmen, obgleich es ihnen untersagt war,
und weil sie das Gut der Leute widerrechtlich aufzehrten. Und Wir
haben den Ungläubigen unter ihnen eine schmerzliche Strafe bereitet.
(4:160,161)
Und den Juden haben Wir alles Getier untersagt, das Krallen hat; und
von den Rindern und vom Kleinvieh haben Wir ihnen das Fett verboten,
ausgenommen das, was an ihrem Rücken sitzt oder in den Eingeweiden
oder mit den Knochen verwachsen ist. Damit haben Wir ihnen ihre
Auflehnung vergolten. Und siehe, Wir sind Wahrhaftig. (6:146)
Bsp. für die Universalität von Mumasalat anhand
von Yunus as
Yunus flieht und wird im Bauch des Fisches gefangen gehalten
 Und (gedenke) Thu-n-Nuns als er im Zorn wegging und
meinte, dass Wir keine Macht über ihn hätten. Doch dann
rief er in der dichten Finsternis: "Es ist kein Gott außer Dir.
Gepriesen seist Du! Ich bin wahrlich einer der Ungerechten
gewesen." (21:87)
 Da floh er zu dem beladenen Schiff und loste und verlor
dabei. Und der große Fisch verschlang ihn, während er
(Jonas, sich selbst) tadelte. (37:140-142)
Bsp. für die Universalität von Mumasalat
anhand der Bestrafung von Luts Volk



„Ihr gebt euch in (eurer) Sinnenlust wahrhaftig mit Männern statt mit
Frauen ab. Nein, ihr seid ein ausschweifendes Volk." Da war die
Antwort seines Volkes keine andere als die: "Treibt sie aus eurer Stadt
hinaus; denn sie sind Leute, die sich reinsprechen wollen." Sodann
erretteten Wir ihn und die Seinen, mit Ausnahme seiner Frau; denn sie
gehörte zu denen, die zurückblieben Und Wir ließen einen gewaltigen
Regen auf sie niedergehen. Nun siehe, wie das Ende der Verbrecher
war! (7:81-84)
Als nun Unser Befehl eintraf, da kehrten Wir in dieser (Stadt) das
Oberste zuunterst und ließen auch brennende Steine niedergehen, die
wie Regentropfen aufeinander folgten. (11:82)
Und Wir ließen einen Regen auf sie niederregnen; und schlimm war der
Regen für die Gewarnten. (26:173)
Bsp. für die Universalität von Mumasalat
anhand der Bestrafung von Salihs Volk


Dann schnitten sie der Kamelstute die Sehnen durch und
trotzten dem Befehl ihres Herrn und sagten: "O Salih, bring
uns das her, was du uns (an Drohung) versprichst, wenn du
einer der Gesandten bist." Da erfasste sie das Beben; und
am Morgen lagen sie in ihren Wohnungen auf dem Boden
hingestreckt. (7:77-78)
Dann erfasste sie das Beben; und am Morgen lagen sie in
ihren Wohnungen auf dem Boden hingestreckt. (7:91)
Mumasalat gilt auch für die Strafen im Jenseits


Und die Bewohner des Feuers rufen den Bewohnern des Paradieses zu:
"Gießt etwas Wasser über uns aus oder etwas von dem, was Allah euch
gegeben hat." Sie sagen: "Wahrlich, Allah hat beides den Ungläubigen
verwehrt, die ihre Religion als Zerstreuung betrachteten und ihr Spiel
mit ihr trieben und vom irdischen Leben betört waren. An diesem Tage
nun vergessen Wir sie, wie sie die Begegnung an diesem ihrem Tage
vergaßen und wie sie Unsere Zeichen zu leugnen pflegten." (7:50-51)
Verflucht sind die Leute des Grabens, des Feuers, mit seinem Brennstoff.
Wie sie daran saßen! Und sie werden das bezeugen, was sie den
Gläubigen angetan haben. (85:4-7) Diejenigen, die die gläubigen
Männer und die gläubigen Frauen heimsuchen und es dann nicht
bereuen - für sie ist die Strafe der Dschahannam, und für sie ist die
Strafe des Brennens (bestimmt). (85:10)
Mumasalat gilt auch für die Strafen im Jenseits


Und kein Prophet darf (etwas von der Beute) unterschlagen. Und
wer (etwas) unterschlägt, soll das, was er unterschlagen hat, (zu
seiner eigenen Belastung) am Tag der Auferstehung bringen.
Alsdann wird jeder Seele nach ihrem Verdienst vergolten werden,
und es soll ihnen kein Unrecht geschehen. (3:161)
Und dem, der sich jedoch von Meiner Ermahnung abkehrt, wird
ein Leben in Drangsal beschieden sein, und am Tage der
Auferstehung werden Wir ihn blind vor Uns führen." Er wird
sagen: "Mein Herr, warum hast Du mich blind (vor Dich) geführt,
obwohl ich (zuvor) sehen konnte?" Er wird sprechen: "Es sind ja
Unsere Zeichen zu dir gekommen, und du hast sie missachtet also wirst heute nun du missachtet sein!" (20:124-126)
Mumasalat gilt auch für die Strafen im Jenseits



Und der, den Allah leitet, ist der Rechtgeleitete; die aber, die Er
zu Irrenden erklärt - für die wirst du keine Helfer finden, außer
Ihm. Und Wir werden sie am Tage der Auferstehung versammeln,
(und sie werden) auf ihren Angesichtern (liegen), blind, stumm und
taub. Ihre Herberge wird Dschahannam sein; jedes mal, wenn es
(das Feuer) nachlässt, werden Wir die Flamme noch stärker
anfachen. (17:97)
Ihre Blicke werden niedergeschlagen sein, (und) Schande wird sie
bedecken; denn sie waren (vergebens) aufgefordert worden, sich
anbetend niederzuwerfen, damals als sie (noch) wohlbehalten
waren. (68:43)
Ihre Augen werden niedergeschlagen sein; Schmach wird sie
bedecken. Das ist der Tag, der ihnen angedroht wird. (70:44)
Ziele der Strafen im Kuran


Eine Gesellschaft in der Straftaten nicht begangen
werden ist utopisch. Die Schuld ist so alt wie die
Menschheitsgeschichte selbst. Sie begann mit Adam
und Hawwa.
Messenger of Allah said, "Were you not to commit
sins, Allah would create people who would commit
sins and ask for forgiveness and He would forgive
them". (Muslim, “Tawba”, 9, 11; Tirmizi, “Sifatu’lDschannah”, 2, “Deawat”, 98; Ahmad b. Hanbal, I,
289, II, 305, 309, V, 414 )
Ziele der Strafen in der Dunja
Welche Gründe führen den Täter zur Straftat? Die Straftat darf für den
Täter nicht vorteilhaft sein, so dass er von der Begehung ablässt und die
Rate der Straftaten in der Gesellschaft sinken

In der Dunja
 Vergeltung
 So kostete sie die bösen Folgen ihres Betragens, und am Ende
ihres Betragens stand ein Verlust. (65:9)
 Ist nicht die Geschichte von denen, die zuvor ungläubig waren, zu
euch gekommen? So kosteten sie die bösen Folgen ihres Betragens,
und ihnen wird eine qualvolle Strafe zuteil sein. (64:5)
 Sie ähneln den Ungläubigen, die es kurz vor ihnen gab. Diese
haben im Diesseits die Folgen ihres Unglaubens erlitten, und auf
sie wartet eine qualvolle Strafe im Jenseits. (59:15)
Ziele der Strafen in der Dunja
O ihr, die ihr glaubt! Tötet kein Wild, während ihr pilgert. Und
(wenn) einer von euch ein Tier vorsätzlich tötet, so ist die
Ersatzleistung (dafür) ein gleiches Maß vom Vieh, wie das, was er
getötet (hat), nach dem Spruch von zwei Redlichen unter euch, und
das soll dann als Opfertier zu der Kaba gebracht werden; oder
die Sühne sei die Speisung von Armen oder dementsprechendes
Fasten, damit er die bösen Folgen seiner Tat koste. Allah vergibt
das Vergangene; den aber, der es wieder tut, wird Allah der
Vergeltung aussetzen. Und Allah ist Allmächtig und Herr der
Vergeltung. (5:95)
Bewahrung vor größerer Strafe
 Und wahrlich, Wir werden sie vor der größeren Strafe von der
diesseitigen Strafe kosten lassen, damit sie sich vielleicht doch
noch bekehren. (32:21)


Ziele der Strafen in der Dunja
Darum sandten Wir gegen sie einen eiskalten Wind mehrere
unheilvolle Tage hindurch, auf dass Wir sie die Strafe der Schmach in
diesem Leben kosten ließen. Und die Strafe des Jenseits wird gewiss
noch schmählicher sein, und es wird ihnen nicht geholfen werden.
(41:16)
Tawba und Rehabilitation
 Unheil ist auf dem Festland und auf dem Meer sichtbar geworden um
dessentwillen, was die Hände der Menschen gewirkt haben, auf dass
Er sie die (Früchte) so mancher ihrer Handlungen kosten lasse, damit
sie sich besännen. (30:41)
 Und Wir zeigten ihnen kein Zeichen, das nicht größer als das
vorherige gewesen wäre, und Wir erfassten sie mit der Strafe, auf
dass sie sich bekehren mögen. (43:48)
 Und Wir haben bereits Städte rings um euch zerstört; und Wir haben
die Zeichen abgewandelt, damit sie sich bekehren mögen. (46:27)


Ziele der Strafen in der Dunja
Wir schickten schon vor dir (Gesandte) zu den Völkern, dann
suchten Wir sie mit Not und Drangsal heim, auf dass sie (Mich)
anflehen mögen. (6:42)
Lehre für Nachfolgende = Nakaal
 Bedeutet etwas, das für andere eine Lehre ist, etwas, das man
fürchtet zu tun, etwas, das einen schwächt, die Kraft raubt,
hindern, strafen
 Und Wir machten dies zu einem warnenden Beispiel für alle
Zeiten und zu einer Lehre für die Gottesfürchtigen. (2:66)
 Und frage sie nach der Stadt, die am Meer lag, und (danach,)
wie sie den Sabbat entweihten, wie ihre Fische scharenweise an
ihrem Sabbattage zu ihnen kamen. Doch an dem Tage, da sie den
Sabbat nicht feierten, da kamen sie nicht zu ihnen. So prüften Wir
sie, weil sie gefrevelt hatten. (7:163)


Ziele der Strafen in der Dunja
 Dem
Dieb und der Diebin schneidet ihr die Hände
ab, als Vergeltung für das, was sie begangen
haben, und als abschreckende Strafe von Allah.
Und Allah ist Allmächtig, Allweise. (5:38)
 Alsdann machten Wir sie zum Vergangenen und zu
einem Beispiel für die Späteren. (43:56)
 Da erfasste ihn Allah zur Strafe für jene und diese
Welt. (79:25)
 Ermahnung für die sich bewahren
Ziele der Strafen in der Ahira
Und Wir werden Waagen der Gerechtigkeit für
den Tag der Auferstehung aufstellen, so dass keine
Seele in irgendeiner Weise Unrecht erleiden wird.
Und wäre es das Gewicht eines Senfkorns, Wir
würden es hervorbringen. Und Wir genügen als
Rechner. (21:47)
Ziele der Strafen für den Täter

Maßvoll
 Allah weiß, was jedes weibliche Wesen trägt, und wann der
Mutterschoß abnimmt und wann er zunimmt. Und bei Ihm geschehen
alle Dinge nach Maß. (13:8)
 Wir haben jedoch ein jegliches Ding nach (rechtem) Maß
geschaffen. (54:49)
 Der heilige Monat ist für den heiligen Monat, und für die geschützten
Dinge ist Wiedervergeltung (bestimmt). Wer nun gegen euch
gewalttätig handelt, gegen den handelt in gleichem Maße
gewalttätig, wie er gegen euch gewalttätig war, und fürchtet Allah
und wisset, dass Allah mit den Gottesfürchtigen ist. (2:194)
 Dem, der eine gute Tat vollbringt, soll (sie) zehnfach vergolten
werden; derjenige aber, der eine böse Tat verübt, soll nur das
Gleiche als Lohn empfangen; und sie sollen kein Unrecht erleiden.
(6:160)
Ziele der Strafen für den Täter




Wer Böses tut, dem soll nur mit Gleichem vergolten werden; wer
aber Gutes tut - sei es Mann oder Frau und dabei gläubig ist -,
diese werden ins Paradies eintreten; darin werden sie mit Unterhalt
versorgt werden, ohne dass darüber Rechnung geführt wird. (40:40)
Und wenn ihr bestraft, dann bestraft in dem Maße, wie euch Unrecht
zugefügt wurde; wollt ihr es aber geduldig ertragen, dann ist das
wahrlich das Beste für die Geduldigen; (16:126)
Das (soll so sein). Und dem, der Vergeltung in dem Maße übt, in dem
ihm Unrecht zugefügt worden ist, und dann (wiederum) Unrecht
erleidet -, dem wird Allah sicherlich zum Sieg verhelfen. Wahrlich,
Allah ist Allvergebend, Allverzeihend. (22:60)
Und die Gesichter derjenigen, die Schlechtes vollbringen, sollen ins
Feuer gestürzt werden: "Seid ihr für das belohnt worden, was ihr
getan habt?" (27:90)
Ziele der Strafen für den Täter




Wer Gutes vollbringt, soll Besseres als das erhalten; wer jedoch eine
böse Tat vollbringt - jene, die böse Werke tun, sollen nur gemäß dem
belohnt werden, was sie getan haben. (28:84)
Für diejenigen aber, die böse Taten begangen haben, ist eine Strafe in
gleichem Ausmaße (wie dem der bösen Taten) bereitet. Schmach wird
sie bedecken; keinen Schutz werden sie vor Allah haben, (und es soll so
sein,) als ob ihre Gesichter mit Fetzen einer finsteren Nacht bedeckt
wären. Sie sind die Bewohner des Feuers; darin werden sie auf ewig
bleiben. (10:27)
Die Vergeltung für eine Übeltat soll ein Übel gleichen Ausmaßes sein;
dessen Lohn aber, der vergibt und Besserung bewirkt, ruht sicher bei
Allah. Wahrlich, Er liebt die Ungerechten nicht. (42:40)
Es ist weder nach euren Wünschen noch nach den Wünschen der Leute
der Schrift. Wer Böses tut, dem wird es vergolten werden; und er wird
für sich außer Allah weder Freund noch Helfer finden. (4:123)
Ziele der Strafen für den Täter
 Täter

soll die Konsequenzen tragen für das Unrecht,
das er angerichtet hat
 Der Täter soll in dem Maße, in dem er etwas
verbrochen hat, bestraft werden (Misl)
Rehabilitation
 Islah kommt von Salah und bedeutet etwas in Ordnung
bringen, verbessern und ist eine Eigenschaft der Muminun.
 Islah ist das Gegenteil von Fasad, das eine Eigenschaft
der Fasiqun und Munafiqun ist.
Ziele der Strafen für das Opfer

Entschädigung für aufgetretenen Schaden
 O Ihr Gläubigen! Bringt euch nicht untereinander in betrügerischer
Weise um euer Vermögen! Anders ist es, wenn es sich um ein
Geschäft handelt, das ihr in gegenseitigem Übereinkommen
abschließt. Und tötet euch nicht (gegenseitig)! Allah verfährt
barmherzig mit euch. (4:29)
 “The hand that takes is responsible for what it has taken until it
returns it.” (Tirmizi, Buyu’ 39; Ebu Dawud, Buyu’ 39.; Ibn Madscha,
Sadakat 5.)
 a woman used to borrow jewelry during the time of the Messenger
of Allah. She borrowed some jewelry, collected it and kept it. The
Messenger of Allah said: "Let this woman repent and give back what
she has," several times, but she did not do that, so he ordered that
her hand be cut off. (Nesai, Kat’u-s Sarık, 5.; Ebu Dawud, Hudud 15;
Ibn Madscha, Hudud 28.)
Ziele der Strafen für das Opfer



Geldstrafe
Anspornen zum vergeben des Täters
 Die Vergeltung für eine Übeltat soll ein Übel gleichen Ausmaßes
sein; dessen Lohn aber, der vergibt und Besserung bewirkt, ruht
sicher bei Allah. Wahrlich, Er liebt die Ungerechten nicht. (42:40)
 Und wenn ihr bestraft, dann bestraft in dem Maße, wie euch Unrecht
zugefügt wurde; wollt ihr es aber geduldig ertragen, dann ist das
wahrlich das Beste für die Geduldigen; (16:126)
Gewissen befriedigen
 Im modernen Recht: 1. Geldstrafe 2. Freiheitsstrafe
 Im islamischen Recht: Ta'zir
 Im Kur'an: Vergeltung mit Misl
Ziele der Strafen für die Gesellschaft

Nakaal (allg. Abschreckung)
 Dem Dieb und der Diebin schneidet ihr die Hände ab, als Vergeltung
für das, was sie begangen haben, und als abschreckende Strafe von
Allah. Und Allah ist Allmächtig, Allweise. (5:38)
 Der Lohn derer, die gegen Allah und Seinen Gesandten Krieg führen
und Verderben im Lande zu erregen trachten, soll sein, dass sie
getötet oder gekreuzigt werden oder dass ihnen Hände und Füße
wechselweise abgeschlagen werden oder dass sie aus dem Lande
vertrieben werden. Das wird für sie eine Schmach in dieser Welt
sein, und im Jenseits wird ihnen eine schwere Strafe zuteil. (5:33)

Gewissen der Gesellschaft befriedigen mit Misl Strafe

Frieden und Ordnung wahren
Vordergründiges Ziel der Strafe bzgl. der Parteien

Wenn Individuum das Ziel des Angriffs war
 Opfer

befriedigen
Wenn Gesellschaft Ziel des Angriffs war
 Nakaal

(allg. Abschreckungsfunktion)
Wenn Allah Ziel des Angriffs war
 Täter
vor noch größerer Strafe wahren
Hauptziel der Strafen im Islam
Hauptziel der Strafe ist nicht die
Abschreckung, da der Islam rät zu vergeben.
Abschreckung ist lediglich eine Folge von
schuldangemessener Bestrafung.
 Die Zufriedenstellung der Menschen und die
Herstellung von Frieden und Ordnung ist das
Hauptziel.

Rechte

Höchstpersönliche Rechte:

Güter der Rechtsgemeinschaft


Rechte der Gesellschaft, die gemeinschaftlich genutzt werden. Gesundheit,
Gerechtigkeit, Wasser, Baurecht u.Ä..
Allahs Rechte

Eigentlich gebühren alle Rechte Allah. Doch es gibt welche, die ausschließlich ihm
zustehen bzw. der Gesellschaft gebühren, so dass einzig Allah st darüber verfügen
kann
 Ibadat
 Steuern wie z.B. Sadaka-i fıtr, Haradsch, Dschizja
 Strafen wie z.B. als Hudud bezeichneter Diebstahl, Zina, Enterbung des Mörders
usw.
 Kaffara: bei Eidbruch, fahrlässiger Tötung, Zihar u.Ä. müssen fasten, Arme speisen
und kleiden, Sklaven befreien usw.
 Rechte aus der Sache selbst oder direkte Rechte: Ganima und Humus aus
Metallen (1/5 gebührt dem Staat)
Rechte

Gemischte Rechte
 Rechte,
wo Allahs Recht überwiegt:
 Die
psychische und körperliche Gesundheit des Menschen,
sein Recht seine Freiheit und sein Vermögen zu schützen.
Auch wenn auf den ersten Blick, der Mensch davon Nutzen
hat, so hat die Gesellschaft von ihrem Schutz einen größeren
Nutzen. Daher wird Selbstmord und sein Vermögen
unzurechnungsfähig verbrauchen verhindert.
 Rechte,
 Bsp.:
wo das Recht des Menschen schwerer wiegt
Kisas kann vergeben und in eine Dijja verwandeln
werden.
Amnestie bei Verletzung höchstpersönlicher Rechte


Und wenn ihr bestraft, dann bestraft in dem Maße, wie euch Unrecht
zugefügt wurde; wollt ihr es aber geduldig ertragen, dann ist das
wahrlich das Beste für die Geduldigen; (16:126)
O ihr, die ihr glaubt! Es ist euch die Wiedervergeltung vorgeschrieben
für die Getöteten: der Freie für den Freien, der Sklave für den Sklaven,
das Weibliche für das Weibliche. Doch wenn jemandem von seinem
Bruder etwas vergeben wird, so soll der Vollzug auf geziemende Art
und die Leistung ihm gegenüber auf wohltätige Weise geschehen. Dies
ist eine Erleichterung von eurem Herrn und eine Barmherzigkeit. Wer
nun von jetzt an (die Gesetze) übertritt, dem wird eine schmerzliche
Strafe zuteil sein. (2:178)
Amnestie bei Verletzung der Güter der Rechtsgemeinschaft
Peitscht die Unzüchtige und den Unzüchtigen
gegebenenfalls jeweils mit hundert
Peitschenhieben aus; und lasset euch angesichts
dieser Vorschrift Allahs nicht von Mitleid mit den
beiden ergreifen, wenn ihr an Allah und an den
Jüngsten Tag glaubt. Und eine Anzahl der
Gläubigen soll ihrer Pein beiwohnen. (24:2)
Amnestie bei Verletzung der Rechte Allahs



Es gibt keinen Zwang im Glauben. Der richtige Weg ist nun klar erkennbar
geworden gegenüber dem unrichtigen. Wer nun an die Götzen nicht glaubt,
an Allah aber glaubt, der hat gewiss den sichersten Halt ergriffen, bei dem
es kein Zerreißen gibt. Und Allah ist Allhörend, Allwissend. (2:256)
Und sie werden nicht ablassen, gegen euch zu kämpfen, bis sie euch von
eurem Glauben abbringen, wenn sie dazu imstande sind. Wer sich aber von
euch von seinem Glauben abbringen lässt und als Ungläubiger stirbt - das
sind diejenigen, deren Taten wertlos sein werden in dieser Welt und im
Jenseits. Sie werden die Bewohner des Feuers sein, und darin werden sie
ewig verweilen. (2:217)
Er (Moses) sagte: "Geh denn hin! Du sollst dein ganzes Leben lang sagen
müssen: "Berührt (mich) nicht"; und dann ist da ein Zeitpunkt für dich, dem
du nicht entgehen wirst. So schaue nun auf deinen "Gott", dessen ergebener
Anbeter du geworden bist. Wir werden ihn ganz gewiss verbrennen und ihn
darauf ins Meer streuen." (20:97)
Einteilung des Islamischen Rechts



Ibadat
Muamalat
Ukubat
 Hudud
 Kisas
 Tazir
Kategorisierung der Strafen
I.
II.
III.
IV.
V.
Nach der Schuld
Nach dem Ermessensspielraum des Richters
Nach dem Vollstreckungsbereich
Nach ihrer Beziehung untereinander
In der Fiqh-Literatur
I. Kategorisierung der Strafen nach der Schuld
1.
2.
3.
Kisas
Hudud
Tazir
I.1. Kisas-Strafen
Kisas bedeutet der Spur folgen oder schneiden
5 Straftaten







vorsätzliche Tötung (amden katl),
ähnlich wie vorsätzliche Tötung (şibh-i amd ile katl),
fahrlässige Tötung (hataen katl),
vorsätzliche Körperverletzung
fahrlässige Körperverletzung
Da sie von dem Opfer oder seinen Verwandten mit oder ohne Entschädigung
vergeben werden können, werden sie von den Hadd-Strafen getrennt
Kisas ist ein Recht des Menschen und eine von Allah festgesetzte Strafe
Vorgesehen Strafen sind:







Kisas,
Dijja,
Kaffarat,
Enterbung bzw. Verwirkung des Rechts am Testament
I.1. Kisas-Strafen: Dijja

Bei Amnestie kann Kisas in eine Dijja (Blutgeld)
umgewandelt werden, im Falle von
 Totschlag
 Schwere
Körperverletzung
 Körperverletzung


Bei fahrlässiger Begehung gibt es ebenfalls die
Möglichkeit der Dijja
Das Blutgeld wird entweder dem Opfer oder seinen
Erben ausgezahlt
I.1. Kisas-Strafen: Kaffara


Kaffara bei Verletzung von gewissen religiösen Pflichten, entweder
finanziell oder körperlich
 fasten,
 Sadaka,
 Sklaven befreien,
5 Taten:
 Schwur brechen,
 während der Hadsch im Zustand des Ihrams sich rasieren,
 Zihar,
 das fasten brechen und
 fahrlässig jemanden töten
I.2. Hadd-Strafen




Hadd bedeutet zwei Dinge von einander trennen damit sie sich
nicht vermischen, ein Hindernis -> hindert die Begehung von
Straftaten
Kommt 14 mal im Kuran vor, 13 mal für Allah (12 mal als
Huddullah), 1 mal für Wahy
Strafen des Kurans und der Sunna, die nachdem sie dem
Gericht vorliegen nicht mehr zurückgenommen werden können
Hadd ist ein Recht Allahs. Menschen können es nicht vergeben.
Daher ist Kisas kein Hadd und ist Fard, eine festgesetzte Strafe,
die weder erhöht noch verringert werden kann.
I.2. Hadd-Strafen

Nur 6 Strafen sind Hadd

Zina (Unzucht),






Kazf (Verleumdung wegen Unzucht),
Chamr (Gebrauch von berauschenden Mitteln),
Diebstahl,
Hiraba (Terror) und
Bagy (Auflehnung)
Wenn die Straftat mehrmals begangen wurde, wird nur einmal
bestraft

Sklaven bekommen nur die Hälfte der Strafe

Nach dem Hadd wird dennoch das Totengebet verrichtet
I.3. Tazir-Strafen



Ta’zir bedeutet hindern, verbieten, erziehen, tadeln, brutal
schlagen, respektieren, helfen
Strafen, die im Kuran und der Sunna nicht ausführlich
erläutert werden und im Ermessen der zuständigen
Behörden liegen
Tazir-Strafen können von Regierung zu Regierung
geändert werden. Das was früher erlaubt war kann
verboten werden und anders herum. Bei Hadd etc. geht
das nicht
I.3. Tazir-Strafen in der Fiqh Literatur




1-Mudscharrad i’lam (ausrufen),
2-I’lam bil-dschalb (Ermahnung
von Angesicht zu Angesicht),
3. Predigt und Nasiha
(Ratschlag),
4-streng ansehen, den Raum
verlassen,

9-Exil (Nafy und Tagrib),

10-Zur Schaustellung,

11-Drohen mit Bestrafung,

12-Absetzung als Beamter,

13-an Ohren ziehen,

14-Schlagen (Darb),
15-Todesstrafe (Katl),

5- tadeln (Takdir und Tawbih),


6-Freiheitsstrafe,


7-lebenslange Freiheitsstrafe,

8-unbestimmte Freiheitsstrafe
(Gayrı muayyen hapis)

16-Haus niederreißen (Hadm-i
Bait),
17- Geldstrafe
II. Kategorisierung der Strafen nach dem Ermessensspielraum des Richters

Kein Ermessensspielraum
 Hadd
und
 Kisas

Ermessen des Richters
 Tazir-Strafen
III. Kategorisierung der Strafen nach dem Vollstreckungsbereich
1.
Körperliche Strafen

2.
3.
Freiheitsstrafen & Exil
Psychische Strafe

4.
Tadeln, drohen, bloßstellen
Geldstrafen

5.
Kisas, erhängen, Hand/Fuß abschlagen, Dschalda
(auspeitschen), Freiheitsstrafe
Dijja , Kafara, Musadara, Entschädigung
Rechtsverwirkung

Zeugenschaft, Erbschaft
Beurteilung von Freiheitsstrafen laut Kuran




Keine Schuldangemessenheit der Strafe
unvereinbar mit der Würde des Menschen
Befriedigt nicht das Gewissen
Nicht ökonomisch, zu kostspielig
Strafsystemvorschlag



Straffonds
 Barzahlung (aus dem Vermögen Täters)
 Verschuldung in den Fonds
Einnahmequellen des Fonds
 Täter zahlt Misl Strafe
Ausgaben des Fonds
Einnahmequellen des Fonds









Scheinexport
Unterschlagung
Raub
Diebstahl
Untreue
Bestechung
Steuerhinterziehung
Betrug
Finanzielle Manipulation









Schwarzmarkt
Wucher
Flüchtlingsschmuggel
OrganhandelGewebehandelMenschenhandel
Betrügerischer Bankrott
Illegale Preisabsprache bei
der öffentlichen
Ausschreibung,
Leistungserschleichung,
Geldfälschung
Raubkopie
Ausgaben des Fonds




Dijja bei fahrlässiger Tötung
Dijja bei Vergebung von vorsätzlicher Tötung
Dijja bei Delikte gegen die körperliche
Unversehrheit
Ausgaben an Diebstahlsopfer
IV. Kategorisierung der Strafen nach ihrer Beziehung untereinander
1.
2.
3.
4.
Hauptstrafe
Falls Tatbestandsvoraussetzungen nicht erfüllt werden tritt die
Ersatzstrafe ein
 z.B. Kisas verwandelt sich in Dijja
Ergänzende Strafen
 Dafür muss kein weiteres Urteil ergehen
 z.B. Enterbung des Mörders
Vervollständigende Strafen
 Dafür muss ein gesondertes Urteil ergehen.
 z.B. Die abgetrennte Hand des Diebes wird ihm um den Hals
gebunden
V. Kategorisierung in der Fikh-Literatur




Kitabu‘l-Dschinajat
 Kisas
Kitabu‘l-Hudud
 Unzucht (Zina),
 Verleumdung wegen Unzucht (Kazf),
 Diebstahl (Sarika),
 Terror (Hiraba),
 Apostasie (Irtidad),
 Gebrauch von berauschenden Mitteln
Tazir-Strafen
In manchen Quellen werden Gebrauch von berauschenden Mitteln und
Apostasie in unterschiedlichen Kapiteln behandelt, da manche der Ansicht
sind, dass diese Strafen nicht unter die Hadd-Strafen fallen
Die einzelnen Delikte







I. Vorsätzlicher Totschlag
II. Unzucht (Zina)
III. Verleumdung wegen Zina (Kazf)
IV. Diebstahl (Sarika)
V. Delikte, die den öffentlichen Frieden
gefährden (Hiraba)
VI. Gebrauch von berauschenden
Mitteln
VII. Apostasie (Irtidad)
I. Vorsätzlicher Totschlag





Strafe: Kisas
Kisas linguistisch: die schlechten Folgen vernichten, kürzen, die
Spuren verwischen, eine Sache (einer anderen Sache) angleichen
(=hier die Strafe dem Verbrechen angleichen)
Kisas Strafe ist dispositiv, da die nahen Verwandten des
Ermordeten dem Täter mit oder ohne eine Entschädigung
vergeben können.
So wie der Mörder dem Opfer Angst gemacht hat, so können nun
die Verwandten ihm Angst einjagen.
Da es unter staatlicher Aufsicht geschieht können die Verwandten
nicht aus Rache das Maß überschreiten
Naskh = Reformierung
Die Thora sah als Strafe für Mord entweder Wiedervergeltung (Kisas) oder Vergebung vor
 5:45. Wir hatten ihnen darin vorgeschrieben: Leben um Leben, Auge um Auge, Nase um
Nase, Ohr um Ohr und Zahn um Zahn; und für Verwundungen gerechte Vergeltung. Wer
aber darauf verzichtet, dem soll das eine Sühne sein; und wer nicht nach dem richtet,
was Allah herabgesandt hat - das sind die Ungerechten.
 Die Strafe der Thora wird vom Kuran in 2:178 reformiert
 Kuran führt die Option der Dijja (Blutgeld/Geldstrafe) ein
 Daher sagt Allah st in 2:178: „Dies ist eine Erleichterung von eurem Herrn und eine
Barmherzigkeit.“
 Naskh mit besserem 2:106. „Wenn Wir eine Aya aufheben oder der
Vergessenheit anheimfallen lassen, so bringen Wir eine bessere als sie oder eine
gleichwertige hervor. Weißt du denn nicht, dass Allah Macht über alle Dinge
hat?“
 Kisas gabs in der Thora auch bei Körperverletzungen
 Diese Form des Kisas sieht der Islam nicht vor
Regel: Du sollst nicht töten!
17:33. Und tötet nicht das Leben, das Allah unverletzlich gemacht hat,
es sei denn zu Recht. Und wer da ungerechterweise getötet wird dessen Erben haben Wir gewiss Ermächtigung (zur Vergeltung)
gegeben; doch soll er im Töten nicht maßlos sein; denn er findet
(Unsere) Hilfe.
 Alles Leben


Männer & Frauen
Freie Menschen & Sklaven

Rasulullah: Wenn einer von euch seinen Sklaven tötet wird er dafür
hingerichtet
Muslime & Nichtmuslime
Todesurteil wird unter der Aufsicht des Staates von den Erben selber
vollstreckt, nicht vom Staat (Henker ist ein Erbe des Ermordeten)



Genugtuung verhindert Blutrache
Ausnahme:
2:178. O ihr, die ihr glaubt! Es ist euch die Wiedervergeltung vorgeschrieben für die Getöteten: der
Freie für den Freien, der Sklave für den Sklaven, das Weibliche für das Weibliche. Doch wenn jemandem
von seinem Bruder etwas vergeben wird, so soll der Vollzug auf geziemende Art und die Leistung ihm
gegenüber auf wohltätige Weise geschehen. Dies ist eine Erleichterung von eurem Herrn und eine
Barmherzigkeit. Wer nun von jetzt an (die Gesetze) übertritt, dem wird eine schmerzliche Strafe zuteil
sein.

Nur die Erben haben das Recht anzuklagen (Islam kennt keine Staatsanwaltschaft)

Den Erben des Ermordeten stehen 2 Optionen zur Verfügung

Kisas (Wiedervergeltung) oder Dijja (Blutgeld/Geldstrafe)

Alle Erben werden versammelt. Der Richter fragt die Erben zwei mal, ob sie sich mit
Blutgeld zufrieden geben?. Wenn auch nur einer verzeiht, verwandelt sich die Todesstrafe in
eine Geldstrafe.

Die Geldstrafe wird an die Erben ausgezahlt (nicht an die Staatskasse)

Mit dem Wort Bruder in dem Vers können sowohl der Mörder, als auch die Erben des
Ermordeten gemeint sein. Damit versucht Allah st die Parteien daran zu erinnern, dass sie
untereinander auch Geschwister sind. Nicht nur der Ermordete ist der Bruder der Erben gewesen,
sondern auch der Mörder ist im Islam der Bruder der Erben. Daher sollen sie ihrem Bruder
vergeben.
Kisas = gerechte Vergeltung
„der Freie für den Freien, der Sklave für den
Sklaven, das Weibliche für das Weibliche“


Nicht wörtlich, sondern restriktiv zu verstehen
Elliptische Ausdrucksweise des Kurans (idschaz)
 Wenn
ein freier Mann das Verbrechen begangen hat,
muss der freie bestraft werden; wenn ein Sklave das
Verbrechen begangen hat, muss der Sklave bestraft
werden… usw. (siehe Asad, 2:178, Fußnote 147, S. 6970)
Todesstrafe dient der Prävention
2:179. Es liegt Leben für euch in der Vergeltung, o ihr
Verständigen, dass ihr Sicherheit genießen möget.
 Sicherheit genießen = Taqwa = sich vor allem was
einem Schaden oder stören könnte schützen
(Isfahani „Müfredat“ Band 1, S. 896)
Fahrlässige Tötung
4:92. Keinem Gläubigen steht es zu, einen anderen Gläubigen zu töten, es sei
denn aus Versehen.
Und wer einen Gläubigen aus Versehen tötet:

dann soll er einen gläubigen Sklaven befreien und Blutgeld an seine Erben
zahlen, es sei denn, sie erlassen es aus Mildtätigkeit.
War er (der Getötete) aber von einem Volk, das euer Feind ist, und ist er (der
Getötete) gläubig:

dann soll er einen gläubigen Sklaven befreien;
war er aber von einem Volk, mit dem ihr ein Bündnis habt:


dann soll er Blutgeld an seine Erben zahlen und einen gläubigen Sklaven
befreien.
Wer (das) nicht kann: dann (soll er) zwei Monate hintereinander fasten –
(dies ist) eine Vergebung von Allah. Und Allah ist Allwissend, Allweise.
Fahrlässige Tötung


Strafe -> einen Sklaven freilassen
Sklave wie ein Toter
 Aus
der Gesellschaft wurde Einer weniger, nun soll ein
Neuer hinzugefügt werden

Blutgeld an Familie zahlen
 Familie
und Kollegen zahlen
 Kollegen
tragen Mitschuld, weil sie es nicht verhindert haben
II. Unzucht (Zina)







Schadet der Institution Familie, Volk wird unmoralisch, Vermischung der
Abstammung, Verringerung der Nachkommenschaft. Daher ist es ein Delikt, das
die Gesellschaft direkt angreift
Schutz der Nachkommenschaft
Absicht: Lust empfinden
Strafe: 100 Peitschenhiebe, Dscha-la-da: der Haut Schmerzen zufügen
Da Keuschheit eine Bedingung für die Ehe ist 4:24-25; 5:5, verwirkt der Zani
sein Recht und darf nicht mehr mit keuschen Menschen heiraten 24:3; Scheidung
bei Verheirateten
Weil man es öffentlich begangen hat, wird die Bestrafung auch Öffentlichkeit
vollzogen. Bzw. weil es die Gesellschaft angreift, wird bei der Vergeltung auch
ein Teil der Gesellschaft zugegen sein.
1997 in Frankreich ¾ aller Sexualstraftäter wiederholen innerhalb von 3
Jahren die Tat; Freiheitsstrafen zeigen keine Wirkung
Radschm (Steinigung)
Strafe in der Thora: Steinigung: 5. Mose - Kapitel 22


22 Wenn
jemand gefunden wird, der bei einem Weibe schläft, die einen
Ehemann hat, so sollen sie beide sterben, der Mann und das Weib, bei
dem er geschlafen hat; und sollst das Böse von Israel tun.
23 Wenn eine Dirne jemand verlobt ist, und ein Mann kriegt sie in der
Stadt und schläft bei ihr, 24 so sollt ihr sie alle beide zu der Stadt Tor
ausführen und sollt sie steinigen, dass sie sterben; die Dirne darum, dass
sie nicht geschrieben hat, da sie doch in der Stadt war; den Mann
darum, dass er seines Nächsten Weib geschändet hat; und sollst das
Böse von dir tun.
Juden haben nur Arme steinigen lassen. Reiche angesehene Menschen
wurden nicht gesteinigt. Nach Protest der jüdischen Bevölkerung haben
sie für alle eine neue Strafe eingeführt. Sie haben die Gesichter der
Unzüchtigen geschwärzt, sie verkehrt auf einen Esel gesetzt und in der
Stadt herumgeführt. (Muslim, Ibn Madscha)
Rasulullah wendet Strafe der Thora für Juden an
Eines Tages kommen Juden zu Rasulullah und sagen das 2 von ihnen Zina begangen hätten und
bitten Rasulullah ein Urteil zu fällen. (Muslim, Ibn Madscha)

5:41. O du Gesandter, es sollen dich nicht jene betrüben, die hastig dem Unglauben verfallen,
die mit dem Munde sagen: "Wir glauben", jedoch im Herzen nicht glauben. Und unter den
Juden sind solche, die auf jede Lüge hören; sie hören auf andere, die noch nicht zu dir
gekommen sind. Sie rücken die Worte von ihren richtigen Stellen ab und sagen: "Wenn euch
dies (, was wir gutheißen wollen,) vorgebracht wird, so nehmt es an, doch wenn es euch nicht
vorgebracht wird, dann seid auf der Hut!" Und wen Allah in Versuchung führen will, dem wirst
du mit keiner Macht gegen Allah helfen können. Das sind die, deren Herzen Allah nicht
reinigen wollte; für sie ist in dieser Welt Schande, und im Jenseits wird ihnen eine große Strafe
zuteil sein. 42. Sie sind notorische Lauscher hinsichtlich der Falschheit, Verschlinger von
Unerlaubtem. Wenn sie nun zu dir kommen, so richte zwischen ihnen oder wende dich von ihnen
ab. Und wenn du dich von ihnen abwendest, so können sie dir keinerlei Schaden zufügen;
richtest du aber, so richte zwischen ihnen in Gerechtigkeit. Wahrlich, Allah liebt die Gerechten.
43. Wie aber wollen sie dich zum Richter berufen, während sie doch die Thora in ihrem Besitz
haben, worin Allahs Richtspruch ist? Hierauf, und trotz alledem, kehren sie (Ihm) den Rücken;
und sie sind nicht als Gläubige zu bezeichnen.
Rasulullah fragt welche Strafe die Thora vorsieht. Sie erklären die Strafe mit dem Esel. Ein Jude
widerspricht und sagt das Steinigung vorgesehen ist. Daraufhin werden die Unzüchtigen gesteinigt
(Muslim, Ibn Madscha)
Rasulullah wendet Strafe der Thora für Muslime an


42:13. Er hat euch als Religion verordnet, was er (seinerzeit) dem Noah anbefohlen hat, und was wir
(nunmehr) dir (als Offenbarung) eingegeben, und was wir (vor dir) dem Abraham, Moses und Jesus
anempfohlen haben (mit der Aufforderung): "Haltet die (Vorschriften der) Religion und teilt euch nicht
(in verschiedene Gruppen)!" Den Heiden kommt es (allerdings) schwer an, wozu du sie rufst. (Aber)
Allah erwählt dazu, wen er will, und führt dazu (auf den rechten Weg), wer sich ihm (bußfertig)
zuwendet.
6:84. Abraham schenkten Wir Isaak und Jakob. Beide haben Wir rechtgeleitet. Lange davor leiteten
Wir Noah recht. Von seinen Nachkommen haben Wir David, Salomo, Hiob, Joseph, Moses und Aaron
rechtgeleitet. Wie Wir sie belohnt haben, belohnen Wir alle, die das Gute tun. 85. Rechtgeleitet
haben Wir auch Zacharias, Johannes, Jesus und Elias. Sie alle gehören zu den Rechtschaffenen. 86.
Rechtgeleitet haben wir Ismael, Elisa, Jonas und Lot. Wir haben sie allen Menschen vorgezogen. 87.
Rechtgeleitet haben Wir einige ihrer Väter, Nachkommen und Brüder. Wir haben sie auserwählt und
zum geraden Weg geleitet. 88. Das ist Gottes Rechtleitung, die Er, wem Er will unter Seinen Dienern,
gewährt. Wenn diese Auserwählten Gott andere Gottheiten beigesellt hätten, hätten sie ihre guten
Werke zunichte gemacht. 89. Das sind diejenigen, denen Wir das Buch, die Urteilskraft und das
Prophetentum gewährt haben. Wenn die Widersacher, die mit dir streiten, es leugnen, so haben Wir
Leute damit betraut, die es nicht im geringsten leugnen. 90. Das sind jene, die Allah rechtgeleitet hat.
Nimm ihre Rechtleitung zum Vorbild! Sprich: "Ich verlange von euch dafür keinen Lohn. Es ist ja
nichts anderes als eine Ermahnung für die Welten."

Rasulullah lässt die Strafe der Thora auch für Muslime anwenden (Buhari, Muslim) bis der Kuran
eine neue Strafe einführt (24:2 = Naskh mit etwas besserem (2:106)).
Naskh: Ersetzung durch Bessere


2:106. Wenn Wir eine Aya aufheben oder der
Vergessenheit anheimfallen lassen, so bringen Wir
eine bessere als sie oder eine gleichwertige hervor.
Weißt du denn nicht, daß Allah Macht über alle
Dinge hat?
für mehr Info: siehe PPP zu „Naskh – Reformierung“
besserer Naskh: Radschm wird umgewandelt in Auspeitschen
24:2. Wenn eine Frau und ein Mann Unzucht begehen, versetzt
jedem hundert Peitschenhiebe! Ihr sollt kein Mitleid mit ihnen
haben, geht es doch um die Religion Gottes, wenn ihr an Gott
und den Jüngsten Tag glaubt. Eine Gruppe von Gläubigen soll
beim Strafvollzug zugegen sein.
 Rasulullah sagt: 4 Zeugen (+ Ankläger) müssen es gesehen
haben wie wenn sie gesehen hätten wie ein Ring auf einen
Finger gesteckt wird. (z.B. Schwangerschaft einer
Unverheirateten gilt nicht als Beweis)
 Dschalda sind Peitschenhiebe, die nur die oberste
Hautschicht verletzen dürfen, nicht die Muskeln unter der
Haut (Ragib el Isfahani, Band I, S. 254-255)
Lian (Verfluchungsschwur)




24:6. Und (was) jene (betrifft), die ihren Gattinnen (Ehebruch)
vorwerfen und keine Zeugen (dafür) außer sich selber haben von solchen Leuten soll die Aussage des Mannes allein (genügen),
wenn er viermal bei Allah schwört, daß er die Wahrheit rede;
 Das ist ein Indiz dafür das in Vers 2 (auch) Verheiratete
gemeint sind
7. und (sein) fünfter (Eid) soll sein, dass der Fluch Allahs auf ihm
lasten möge, falls er ein Lügner sei.
8. Von ihr aber soll die Strafe abgewendet werden, wenn sie
viermal den Schwur bei Allah leistet, dass er ein Lügner sei.
9. Und (ihr) fünfter (Eid) soll sein, dass Allahs Zorn auf ihr lasten
möge, falls er die Wahrheit rede.
Strafe verdoppeln/halbieren


33:30. O Frauen des Propheten! Wenn eine von euch eine offenkundige
Schändlichkeit begeht, so wird ihr die Strafe verdoppelt. Und das ist für Allah
ein leichtes.
 Radschm kann man nicht verdoppeln
 aber man kann 100 Peitschenhiebe in 200 umwandeln
4:25. Und wer von euch nicht vermögend genug ist, um gläubige Frauen zu
heiraten, der heirate von dem Besitz eurer rechten Hand unter euren gläubigen
Mägden; und Allah kennt euren Glauben sehr wohl. Ihr seid einer vom anderen.
Darum heiratet sie mit Erlaubnis ihrer Familien und gebt ihnen ihre Brautgabe
nach Billigkeit, wenn sie keusch sind, weder Unzucht treiben noch insgeheim
Liebhaber nehmen. Und wenn sie, nachdem sie verheiratet sind, der Unzucht
schuldig werden, dann sollen sie die Hälfte der Strafe erleiden, die für freie
Frauen vorgeschrieben ist.
 Radschm kann man nicht halbieren
 aber man kann 100 Peitschenhieben in 50 umwandeln
Homosexualität


4:15. Und wenn einige eurer Frauen eine Hurerei begehen,
dann ruft vier von euch als Zeugen gegen sie auf; bezeugen
sie es, dann schließt sie in die Häuser ein, bis der Tod sie
ereilt oder Allah ihnen einen Ausweg gibt.
 Freiheitsstrafe bis sie Tawba machen
16. Und wenn zwei von euch (Männern) es begehen, dann
fügt ihnen Übel zu. Wenn sie (aber) umkehren und sich
bessern, dann lasset ab von ihnen; denn Allah ist Gnädig
und Barmherzig.
 Übel (Atha) kann sowohl physisch als auch psychisch sein
(Ragib el-Isfahani Band 1, S. 57)
Beispiele im Kuran für Übel (Atha)
2:264. O ihr Gläubigen! Macht Eure Spenden nicht durch Kränkungen
und schmerzende Äußerungen wieder zunichte! Das wäre wie einer, der
sein Geld nur ausgibt, um von anderen gesehen zu werden und nicht an
Gott und den Jüngsten Tag glaubt. Dieser Mensch ist mit einer glatten,
mit fruchtbarer Erde bedeckten Steinschicht zu vergleichen. Ein starker
Regenguss spült die fruchtbare Erde weg und hinterlässt nur das nackte
felsige Gestein. Sie haben nichts von dem, was sie leisten. Gott leitet
die Ungläubigen nicht zum rechten Weg.
2:222. Und sie befragen dich über die Menstruation. Sprich: "Sie ist ein
Leiden. So haltet euch von den Frauen während der Menstruation fern
und kommt ihnen nicht nahe, bis sie rein sind; und wenn sie rein sind,
dann geht zu ihnen, wie Allah es euch geboten hat. Wahrlich, Allah
liebt diejenigen, die sich (Ihm) reuevoll zuwenden und die sich reinigen."
Beispiele im Kuran für Übel (Atha)
61:5. Und da sagte Moses zu seinem Volk: "O mein Volk, warum kränkt ihr
mich, wo ihr doch wisset, dass ich Allahs Gesandter bei euch bin?" Als sie dann
(vom Glauben) abschweiften, da ließ Allah ihre Herzen abschweifen. Und
Allah leitet kein frevelhaftes Volk.
9:61. Und unter ihnen sind jene, die den Propheten kränken und sagen: "Er hört
(auf alles)." Sprich: "Er hört für euch nur auf das Gute: Er glaubt an Allah und
vertraut den Gläubigen und erweist denen unter euch Barmherzigkeit, die
gläubig sind." Und denen, die den Gesandten Allahs kränken, wird eine
schmerzliche Strafe zuteil sein.
33:69. O ihr, die ihr glaubt! Seid nicht wie jene, die Moses kränkten; Allah
jedoch bewies seine Unschuld in der Sache, die sie (gegen ihn) vorbrachten.
Und er war ehrenwert vor Allah.
6:34. Vor dir wurden bereits Gesandte der Lüge geziehen; sie ertrugen
geduldig die Bezichtigungen und die Belästigung, bis Unsere Hilfe zu ihnen
kam. Gottes Worte, die Seine Hilfe verheißen, sind unabänderlich. Dir ist über
die Gesandten vor dir berichtet worden, und du weißt, wie es ihnen erging.
III. Verleumdung wegen Zina (Kazf)
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Kazf bedeutet: etwas mit Kraft wegwerfen, schleudern
Da der Täter seine Anschuldigung nicht beweisen kann, wird er die
Strafe für die Zina tragen. Von den 100 Peitschenhieben, die die Strafe
für Zina ist, werden 20 abgezogen, da der Täter zu seiner Aussage
steht. Somit muss er die restlichen 80 Peitschenhiebe, d.h. 20
Peitschenhiebe pro Zeuge den er nicht aufbringen konnte erdulden.
Durch die Verleumdung wäre der Ruf des Opfers geschädigt worden,
so soll auch der Ruf des Täters geschädigt werden, indem er als Fasiq
bezeichnet wird
Rechtsverwirkung: sein Zeugnis wird lebenslang nicht anerkannt
Weiteres Bsp. für Verleumdung z.B. wegen Unterschlagung oder
Bestechung i.H.v. 1000 Euro: Täter kann es nicht mit 4 Zeugen beweisen,
dann fällt sein Anteil weg und er muss 800 Euro zahlen und bekommt
die Bezeichnung Fasiq + Rechtsverwirkung als Zeuge
IV. Diebstahl (Sarika)
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Definition: Die Wegnahmen einer fremden Sache unter
Bewahrung
Dem Dieb und der Diebin schneidet ihr die Hände ab, als
Vergeltung für das, was sie begangen haben, und als
abschreckende Strafe von Allah. Und Allah ist Allmächtig,
Allweise. (5:38)
Die Zahirija, Hasan el Basri und die Khawaridsch gehen von
dem Wortlaut des Verses aus und sagen es muss nicht unter
Verwahrung gewesen sein und muss keinen Mindestwert
haben.
In den Hammurabi Gesetzen gilt diese Strafe auch
Das Opfer muss einen Klageantrag stellen und der
Täter muss erwischt werden bevor er Tawba macht.
IV. Diebstahl - Tatbestandsvoraussetzungen
Als er sie dann mit ihrem Bedarf ausgerüstet hatte, steckte er den
Trinkbecher (des Königs) in die Satteltaschen seines Bruders. Dann gab ein
Ausrufer bekannt: "O ihr Kamelführer, ihr seid wahrhaftig Diebe." Sie
sagten, indem sie sich zu ihnen wandten: "Was vermisst ihr?" Jene sagten:
"Wir vermissen den Maßbecher des Königs, und wer ihn wiederbringt, soll
eine Kamellast erhalten, ich bürge dafür." Sie sagten: "Bei Allah, ihr wisset
doch, dass wir nicht gekommen sind, um Unheil im Land zu stiften, und wir
sind keine Diebe." Sie sagten: "Was soll dann die Strafe dafür sein, wenn
ihr Lügner seid?" Sie sagten: "Die Strafe dafür sei: Der, in dessen
Satteltaschen er (der Becher) gefunden wird, soll selbst das Entgelt dafür
sein. So belohnen wir die Übeltäter." Da begann er ihre Säcke vor dem
Sack seines Bruders (zu durchsuchen); dann zog er ihn aus dem Sack seines
Bruders hervor. So richteten Wir es für Yusuf ein; er hätte seinen Bruder
nach dem Gesetz des Königs nicht aufhalten können; es sei denn, Allah
hätte es so gewollt. Wir erhöhen um Rangstufen, wen Wir wollen; und über
jedem, der Wissen hat, ist der Eine, Der noch mehr weiß. (12:70-76)
IV. Diebstahl - Tatbestandsvoraussetzungen
Maßbecher -> Sache, Wert
 Vermissen -> Wegnahme einer geschützten
Sache
 des Königs -> Fremdheit
 in dem Sack seines Bruders -> Aneignung
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IV. Diebstahl – Fremdheit der Sache
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Bei Zweifel an Fremdheit der Sache fällt Strafe
weg
Wenn Sache Verwandten, Arbeitgeber, der
Schatzkammer gehört, oder Täter Miteigentum an
der Sache hat oder wenn Opfer tot ist, da der Tote
kein Eigentumsrecht mehr hat
IV. Diebstahl - Eigentumsrecht

Bei Untreue, Unterschlagung, Betrug, Plünderei
(Nuhba), Taschendiebstahl (Ihtilas) u.Ä. wird nicht
die Hand abgeschlagen, weil hier nur ein Angriff
auf die Sache, nicht das Eigentumsrecht vorliegt.
Ziel des Täters ist die Sache, nicht das
Eigentumsrecht und Verfügungsrecht.
IV. Diebstahl - Hand abschlagen
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Eigentumsrecht wird verletzt, daher wird dem Täter die Hand als Symbol für
das Eigentum abgeschlagen
In der Sure Yusuf ist die Strafe versklaven, somit besitzt der Sklave kein
Eigentumsrecht mehr. Die Hand ist ein Symbol für das Eigentumsrecht
Man schlägt nicht die Hand ab, weil man die Tat damit begangen hat, sonst
müsste man bei Zina die Geschlechtsorgane abtrennen.
Das Wort Hand abschlagen kann im Kuran auch nur symbolisch gemeint sein
wie in der Sure Yusuf
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Symbolisch in 2:27, 166; 3:127; 6:45, 94; 7:72, 160, 163, 168; 7:8; 9:110, 121; 10:27;
11:81; 12:31, 50; 13:4, 25; 69:46
Wortwörtlich in 5:33, 38; 7:124; 20:71; 26:49
Hand wortwörtlich in: 2:79; 4:43; 5:6, 28, 33, 38, 94; 6:7; 7:195
Hand symbolisch in: 2:95, 195, 255; 3:182; 4:62, 77, 91; 5:11, 64; 6:93;
9:29; 48:10; 111:1
IV. Kein Diebstahl
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Wenn der Täter sich stellt, dann entfällt die Strafe des Hand
Abschlagens und er bekommt nur eine Misl Strafe
oder wenn Tatbestandsvoraussetzungen von Sarika nicht
erfüllt sind gibt es nur eine Misl Strafe
D.h. er muss es doppelt bezahlen = die Sache zurückgeben
+ ein Gleiches als Strafe
Rasulullah sagte, wenn einer ein Kamel versteckt, dann muss
er das Kamel zurückgeben und zusätzlich ein Gleiches.
In der Thora gilt auch diese Strafe. Rasulullah wandte
daher die alte Scharia an (2. Buch Mose, 22/4; 2.
Buch Mose, 22/7; 2. Buch Mose, 22/9)
V. Delikte, die den öffentlichen Frieden gefährden (Hiraba)
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Der Lohn derer, die gegen Allah und Seinen Gesandten Krieg
führen und Verderben im Lande zu erregen trachten, soll sein,
dass sie getötet oder gekreuzigt werden oder dass ihnen Hände
und Füße wechselweise abgeschlagen werden oder dass sie aus
dem Lande vertrieben werden. Das wird für sie eine Schmach in
dieser Welt sein, und im Jenseits wird ihnen eine schwere Strafe
zuteil. (5:33)
Fasad bedeutet die Ruhe und den Frieden stören, von der
Gerechtigkeit abweichen. Gegenteil von „Salah“.
Wird als Krieg gegen Allah und Rasulullah bezeichnet
D.h. Krieg gegen das System und die Normen Allahs, den Frieden,
den Allah und Rasulullah herstellen wollten
V. Delikte, die den öffentlichen Frieden gefährden (Hiraba)
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Nach Imam Malik darf der Richter eins dieser Strafen selber
entscheiden. Sie lesen das Wort „aw“ als Option
Nach der zweiten Ansicht (Hanafi, Schafii, Hambali, Imamija) je nach
Schwere der Tat fällt die Strafe aus. Wenn der Täter tötet, dann
Todesstrafe, wenn er stiehlt, dann Hand abschlagen, dem Volk Angst
und Schrecken einjagen, dann Exil. Diese Ansicht liest das „aw“ als
„d.h.“ (Erläuterung)
Die Todesstrafe kann nicht von den Verwandten vergeben werden, da
die Gesellschaft Ziel des Angriffs war
Mit der Hand wird auch der Fuß angeschlagen, da nicht nur das
Eigentumsrecht angegriffen wurde, sondern auch der Frieden in der
Gesellschaft
Ins Exil schicken kann auch in einer Freiheitsstrafe umgesetzt werden, da
Ziel ihn wo anders hinschicken, wo er der Gesellschaft keine Angst
macht, ist
V. Delikte, die den öffentlichen Frieden gefährden (Hiraba)


Wollen sich Auflehnen gegen Allah, enden als Erniedrigte
Anführer wird erhängt
 Diejenigen, welche die große Lüge vorbrachten, bilden eine Gruppe
von euch. Glaubt nicht, dies sei übel für euch; im Gegenteil, es
gereicht euch zum Guten. Jedem von ihnen soll die Sünde, die er
begangen hat (, vergolten werden); und der von ihnen, der den
Hauptanteil daran verschuldete, soll eine schwere Strafe erleiden.
(24:11)
 Er (Pharao) sagte: "Glaubt ihr an ihn, bevor ich es euch erlaube? Er
muß wohl euer Meister sein, der euch die Zauberei lehrte.
Wahrhaftig, ich will euch darum die Hände und Füße wechselweise
abhauen (lassen), und wahrhaftig, ich will euch an den Stämmen der
Palmen kreuzigen (lassen); dann werdet ihr bestimmt erfahren, wer
von uns strenger und nachhaltiger im Strafen ist." (20:71)
V. Delikte, die den öffentlichen Frieden gefährden (Hiraba)
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Wahrlich, ich werde wechselweise eure Hände und Füße abhauen.
Dann werde ich euch alle kreuzigen." (7:124)
Er (Pharao) sagte: "Glaubt ihr an ihn, bevor ich es euch erlaube? Er
ist sicher euer Meister, der euch die Zauberei gelehrt hat. Aber bald
sollt ihr es erfahren. Wahrhaftig, ich werde euch die Hände und
Füße wechselweise abhauen (lassen), und wahrhaftig, ich will euch
alle kreuzigen (lassen)." (26:49)
Im Gegensatz zu den anderen Delikte, die einzelne Personen als Ziel
haben und vom Kuran als „Zulm“ bezeichnet werden, zielt dieses Delikt,
das der Kuran als „Fesad“ deklariert auf die öffentliche Sicherheit und
Ordnung.
Zulm bedeutet etwas an einem anderen Platz und in einem anderen
Rang benutzen als es sein sollte.
VI. Gebrauch von berauschenden Mitteln
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Im Kuran keine Strafe
Abu Bakr 40 Schläge
Umar 80 Schläge
Hanefi, Maliki und Hanbeli 80 sind Hadd
Schafi, Zahiri und Zaidija erste 40 sind Hadd,
zweite 40 sind Tazir
Absicht = Lust, Betäubung
Strafe = Schmerz, wachrütteln
VII. Apostasie (Irtidad)
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Religionsfreiheit
Fiqh-Schulen sehen fälschlicherweise eine Todesstrafe vor
 Hanafiten sagen, eine bestimmte Zeit zur Tawba geben ist
Mustahab, die anderen sagen ist wadschib
Kuran Bezeichnung ihn als Murtad und sieht den Fluch Allahs als Strafe
vor (Immaterielle Tat wird mit einer immateriellen Strafe vergolten)
Er verliert seinen Status als Muslim und seine Rechte als Muslim.
Wenn er nach der Apostasie die Muslime bekämpft, Krieg gegen sie
führt, dann wird er im Krieg umgebracht werden. Möglicherweise
meinen das die Hadithe.
Todesstrafe in der Thora
5. Mose 13
1. Alles, was ich euch gebiete, das sollt ihr halten und danach tun. Ihr sollt nichts
dazutun und nichts davon tun. 2. Wenn ein Prophet oder Träumer unter euch
aufsteht und dir ein Zeichen oder Wunder ankündigt 3. und das Zeichen oder
Wunder trifft ein, von dem er dir gesagt hat, und er spricht: Lass uns andern
Göttern folgen, die ihr nicht kennt, und ihnen dienen, 4. so sollst du nicht
gehorchen den Worten eines solchen Propheten oder Träumers; denn der
HERR, euer Gott, versucht euch, um zu erfahren, ob ihr ihn von ganzem Herzen
und von ganzer Seele lieb habt. 5. Dem HERRN, eurem Gott, sollt ihr folgen
und ihn fürchten und seine Gebote halten und seiner Stimme gehorchen und ihm
dienen und ihm anhangen. 6. Der Prophet aber oder der Träumer soll sterben,
weil er euch gelehrt hat abzufallen von dem HERRN, eurem Gott, der euch aus
Ägyptenland geführt und dich aus der Knechtschaft erlöst hat, und weil er dich
von dem Wege abbringen wollte, auf dem du wandeln sollst, wie der HERR,
dein Gott, geboten hat –, auf dass du das Böse aus deiner Mitte wegtust. …

Todesstrafe in der Thora
… 7. Wenn dich dein Bruder, deiner Mutter Sohn, oder dein Sohn oder
deine Tochter oder deine Frau in deinen Armen oder dein Freund, der
dir so lieb ist wie dein Leben, heimlich überreden würde und sagen:
Lass uns hingehen und andern Göttern dienen, die du nicht kennst noch
deine Väter, 8. von den Göttern der Völker, die um euch her sind, sie
seien dir nah oder fern, von einem Ende der Erde bis ans andere, 9. so
willige nicht ein und gehorche ihm nicht. Auch soll dein Auge ihn nicht
schonen, und du sollst dich seiner nicht erbarmen und seine Schuld nicht
verheimlichen, 10. sondern sollst ihn zum Tode bringen. Deine Hand soll
die erste wider ihn sein, ihn zu töten, und danach die Hand des ganzen
Volks. 11. Man soll ihn zu Tode steinigen, denn er hat dich abbringen
wollen von dem HERRN, deinem Gott, der dich aus Ägyptenland, aus
der Knechtschaft, geführt hat, 12. auf dass ganz Israel aufhorche und
sich fürchte und man nicht mehr solch Böses tue unter euch. …
Todesstrafe in der Thora
… 13. Wenn du von irgendeiner Stadt, die dir der HERR, dein Gott, gegeben hat,
darin zu wohnen, sagen hörst: 14. Es sind etliche heillose Leute aufgetreten aus deiner
Mitte und haben die Bürger ihrer Stadt verführt und gesagt: Lasst uns hingehen und
andern Göttern dienen, die ihr nicht kennt, 15. so sollst du gründlich suchen, forschen
und fragen. Und wenn sich findet, dass es gewiss ist, dass solch ein Gräuel unter euch
geschehen ist, 16. so sollst du die Bürger dieser Stadt erschlagen mit der Schärfe des
Schwerts und an ihr den Bann vollstrecken, an allem, was darin ist, auch an ihrem Vieh,
mit der Schärfe des Schwerts. 17. Und alles, was in ihr erbeutet wird, sollst du sammeln
mitten auf dem Marktplatz und mit Feuer verbrennen die Stadt und alle ihre Beute als
ein Ganzopfer für den HERRN, deinen Gott, dass sie in Trümmern liege für immer und
nie wieder aufgebaut werde. 18. Und lass nichts von dem, was dem Bann verfallen ist,
an deiner Hand kleben, auf dass der HERR von seinem grimmigen Zorn abgewendet
werde und gebe dir Barmherzigkeit und erbarme sich deiner und mehre dich, wie er
deinen Vätern geschworen hat, 19. wenn du der Stimme des HERRN, deines Gottes,
gehorchst und alle seine Gebote hältst, die ich dir heute gebiete, dass du tust, was recht
ist vor den Augen des HERRN, deines Gottes.
Kuran berichtet von der Todesstrafe der Thora
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18:74. So zogen sie weiter, bis sie einen Jüngling trafen, den er erschlug. Er (Moses)
sagte: "Hast du einen unschuldigen Menschen erschlagen, ohne dass (er) einen
anderen (erschlagen hätte)? Wahrlich, du hast etwas Verabscheuliches getan!"
18:80. Und was den Jüngling anbelangt, so waren seine Eltern Gläubige, und wir
fürchteten, er könnte Schmach durch Widersetzlichkeit und Unglauben über sie
bringen.
5:32. Deswegen schrieben wir den Kindern Israels vor, daß jeder, der einen
Menschen tötet - es sei denn als Vergeltung für Mord oder Unheilstiftung auf
Erden - gleichsam die ganze Menschheit tötet; und wer einem, den der Tod bedroht,
zum Leben verhilft, der hat gleichsam der gesamten Menschheit zum Leben
verholfen. Wir haben ihnen unsere Gesandten mit den klaren Darlegungen
geschickt, und viele unter ihnen haben trotzdem Maßloses auf Erden begangen.
Unheilstiftung = fasad = etw. das nicht mehr funktionsfähig ist, seine Natur
verändert hat, Maßlosigkeit
Gegenteil von fasad ist „salah“ = etwas gerade biegen, erziehen (zum Ursprung
zurückführen)
Naskh: Ersetzung durch Bessere


2:106. Wenn Wir eine Aya aufheben oder der
Vergessenheit anheimfallen lassen, so bringen Wir
eine bessere als sie oder eine gleichwertige hervor.
Weißt du denn nicht, daß Allah Macht über alle
Dinge hat?
für mehr Info: siehe PPP zu „Naskh – Reformierung“
Regel: Kein Zwang im Glauben
Es gibt keinen Zwang im Glauben. Der richtige Weg
ist nun klar erkennbar geworden gegenüber dem
unrichtigen. Wer nun an die Götzen nicht glaubt, an
Allah aber glaubt, der hat gewiss den sichersten Halt
ergriffen, bei dem es kein Zerreißen gibt. Und Allah
ist Allhörend, Allwissend. (2:256)
 Zwang würde nur dazu führen das Heuchler
(Munafiq) entstehen
Beispiele aus der Sira
Mukatil b. Sulaiman berichtet (Tod 150/767)
das 12 Abtrünnige von Medina nach Mekka
gegangen sind. Später bereut einer von ihnen Haris b.
Suwaid. Er fragt seinen Bruder Dschulas: “Frag
Rasulullah, darf ich tawba machen oder soll ich von
Mekka nach Scham?“ Daraufhin wird 3:86-91
hinabgesandt
 Laut dem Vertrag von Hudaibijja:
 durften
Medinenser nach Mekka gehen
 aber Mekkaner mussten ausgeliefert werden
Strafe für Apostasie im Islam: Fluch Allahs
3:85. Und wer eine andere Religion als den Islam begehrt: nimmer soll sie von ihm
angenommen werden, und im Jenseits wird er unter den Verlierern sein. 86. Wie soll
Allah ein Volk leiten, das ungläubig wurde nach seinem Glauben und nachdem es
bezeugt hatte, daß der Gesandte wahrhaftig sei, und nachdem die deutlichen Zeichen zu
ihnen gekommen waren? Und Allah leitet die Ungerechten nicht. 87. Ihre Strafe, die sie
sich zugezogen haben, wird der Fluch Gottes, Seiner Engel und aller Menschen sein.
88. Ewig bleiben sie darin; ihnen wird die Strafe nicht erleichtert und ihnen wird kein
Aufschub gewährt; 89. außer denen, die danach umkehren und gute Werke verrichten.
Denn siehe, Allah ist Allverzeihend und Barmherzig. 90. Siehe, wer nach seinem
Glauben ungläubig wird und immer mehr dem Unglauben verfällt - dessen Reue wird
nicht angenommen, und dies sind die Irrenden. 91. Wahrlich, jene, die ungläubig sind und
im Unglauben sterben - niemals wird von ihnen eine Erde voll Gold angenommen
werden, auch wenn sie sich damit loskaufen wollten. Diese haben eine schmerzhafte
Strafe, und sie werden keine Helfer haben.
 Es heißt „im Unglauben sterben“ nicht „im Unglauben getötet/hingerichtet werden“
Beispiele aus dem Kuran für Fluch Allahs
Fluch Allahs ist eine Strafe im Islam die für mehrere Taten
Anwendung findet
Und (was) jene (betrifft), die ihren Gattinnen (Ehebruch) vorwerfen
und keine Zeugen (dafür) außer sich selber haben - von solchen
Leuten soll die Aussage des Mannes allein (genügen), wenn er
viermal bei Allah schwört, dass er die Wahrheit rede;
und (sein) fünfter (Eid) soll sein, dass der Fluch Allahs auf ihm lasten
möge, falls er ein Lügner sei.
Von ihr aber soll die Strafe abgewendet werden, wenn sie viermal
den Schwur bei Allah leistet, dass er ein Lügner sei.
Und (ihr) fünfter (Eid) soll sein, dass Allahs Zorn auf ihr lasten möge,
falls er die Wahrheit rede. (24:6-9)

Beispiele aus dem Kuran für Fluch Allahs
2:159. Diejenigen, die verbergen, was Wir von den klaren
Beweisen und der Rechtleitung herabsandten, nachdem
Wir es den Menschen im Buch erklärt hatten, diese
verflucht Allah, und diese verfluchen auch die Fluchenden;
160. außer denjenigen, die sich reuevoll zuwenden, sich
bessern und klarstellen. Denen wende Ich Meine Gnade
wieder zu; denn Ich bin der gnädig Sich-wiederZuwendende, der Barmherzige.
5:78. Verflucht wurden die Ungläubigen von den Kindern
Israels durch die Zunge Davids und Jesus, des Sohnes der
Maria. Dies, weil sie ungehorsam waren und (gegen die
Gebote) verstießen.
Beispiele aus dem Kuran für Fluch Allahs
11:18. Und wer ist ungerechter als der, der eine Lüge gegen Allah
erdichtet? Diese werden ihrem Herrn vorgeführt werden, und die
Zeugen werden sagen: "Das sind die, die gegen ihren Herrn logen."
Hört! Wahrlich, der Fluch Allahs lastet auf den Ungerechten, 19. die
vom Wege Allahs abhalten und ihn zu krümmen suchen. Und diese
sind es, die nicht an das Jenseits glauben; 20. sie vermögen
nimmermehr im Lande zu siegen, noch haben sie irgendeinen
Beschützer vor Allah. Verdoppelt soll ihnen die Strafe werden! Sie
konnten weder hören, noch konnten sie sehen.
 Fluch bedeutet von dem festgelegten Weg verstoßen,
ausgewiesen, entfernt werden. In der Dunja von der Rahma und
Hilfe Allahs abgeschnitten sein, in der Ahira Allahs Strafe auf sich
ziehen
Apostasie ist bereits Strafe genug für ihn
O ihr Gläubigen! Wer von seinem Glauben abkommt,
schadet nur sich selbst. Gott wird andere Menschen
bringen, die Er liebt und die Ihn lieben, die bescheiden
gegenüber den Gläubigen, unverzagt gegenüber den
Ungläubigen sind, die für Gottes Sache kämpfen und
keine Rücksicht auf den Tadel nehmen, der ihnen gemacht
werden könnte. Das ist Gottes Gnade, die Er gewährt,
wem Er will. Gottes Gnade und Wissen sind unendlich.
(5:54)
Taten werden in beiden Welten wertlos
Sie befragen dich über das Kämpfen im heiligen Monat. Sprich:
"Das Kämpfen in ihm ist schwerwiegend. Doch das Abbringen vom
Weg Allahs und nicht an Ihn zu glauben und (den Zutritt) zur heiligen
Moschee (zu verwehren) und deren Bewohner daraus zu vertreiben,
ist schwerwiegender vor Allah. Und die Verführung ist
schwerwiegender als Töten." Und sie werden nicht ablassen, gegen
euch zu kämpfen, bis sie euch von eurem Glauben abbringen, wenn
sie dazu imstande sind. Wer sich aber von euch von seinem Glauben
abbringen läßt und als Ungläubiger stirbt - das sind diejenigen,
deren Taten wertlos sein werden in dieser Welt und im Jenseits. Sie
werden die Bewohner des Feuers sein, und darin werden sie ewig
verweilen." (2:217)
Fazit Apostasie

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Allah st thematisiert Apostasie in mehreren Versen,
erwähnt Nebensächlichkeiten wie das der Abtrünnige
dadurch nur sich selbst schadet, seine Taten wertlos sein
werden, der Fluch Allahs, der Engel und der Menschen
auf ihm lasten werden. Wenn es eine Todesstrafe gäbe
dann müsste Allah st das vorrangig in den Versen
erwähnen und festhalten.
Die Todesstrafe der Thora wurde vom Kuran durch eine
bessere ersetzt. Die Strafe für Apostasie im Islam ist der
Fluch Allahs mit der Möglichkeit der Tawba.
Quellenangabe
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Kur‘an ve Sünnet Isiginda Suc – Ceza Uygunlugu
(Mümaselet)
 Dr. Suat Erdogan
Susem Ders Notlari
 Dr. Suat Erdogan
 Yrd. Doç. Dr. Adem Yildirim
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