„Wiederherstellung artenreichen Hochmoor

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Projekt
„Wiederherstellung artenreichen HochmoorGrünlandes durch eine nachhaltige landwirtschaftliche
Nutzung unter besonderer Berücksichtigung der
Flatterbinsen-Problematik“
Tagung
„Nachhaltige Nutzung von Hochmoorgrünland
- Chance oder Illusion?“
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
11. April 2008
Programm
09:30
10:00
10:30
11:00
11:30
12:00
13:00
13:30
14:00
15:30
Begrüßung (Rainer Buchwald, Universität Oldenburg)
Optionen und Probleme der Nutzung und Pflege von Hochmoorgrünland
in Norddeutschland (Rainer Buchwald, Universität Oldenburg)
Perspektiven des Hochmoorgrünlandes aus vegetationskundlicher Sicht
(Anne Rath, Universität Oldenburg)
Kaffeepause
Grünlandbrachen auf Moor- und Marschböden
(Joachim Blankenburg, Geologischer Dienst Bremen)
Umgang mit Nährstoffen in landwirtschaftlich genutztem Moorgrünland
(Jürgen Müller, Universität Rostock)
Mittagspause
Hochmoorgründlandnutzung unter Extensivierungsauflagen. Erfahrungen
aus der Verpachtungspraxis der Staatlichen Moorverwaltung
(Eberhard Masch, Staatliche Moorverwaltung Meppen)
Alternative Nutzung von Mahdgut binsenreicher Hochmoorstandorte zur
Biogas-Gewinnung (Michael Röhrdanz, Universität Oldenburg)
Diskussion: Stand und Perspektiven einer Nutzung von
Hochmoorgrünland aus naturschutzfachlicher und landwirtschaftlicher Sicht
Ende
Optionen und Probleme der Nutzung
und Pflege von Hochmoorgrünland in
Norddeutschland
Rainer Buchwald
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Tagung
„Nachhaltige Nutzung von Hochmoorgrünland - Chance oder Illusion?“
Oldenburg, 11. April 2008
Nutzung der Moore
Historische Entwicklung einiger
bedeutender Nutzungen der
Moore in Deutschland.
Die Höhe der geschwärzten
Flächen stellt die relative Bedeutung der Wirtschaftsweisen über
die Zeit dar und verdeutlicht den
ungefähren Flächenanspruch.
Moore in Zahlen
• In Deutschland gibt es ca. 10.120 km² Niedermoore,
davon 2.610 km² in Mecklenburg-Vorpommern und je
1.850 km² in Brandenburg und Niedersachsen/Bremen.
• In Deutschland existieren ca. 3.620 km² Hochmoore,
davon 2.494 km² in Niedersachsen/Bremen.
• Niedersachsen hat als Bundesland mit der größten
Hochmoorfläche eine besondere Verantwortung für den
Schutz der Hochmoore.
• In Niedersachsen sind etwa 2/3 der Hochmoorflächen
landwirtschaftlich genutzt; ca. 2% ´werden als „naturnah“
eingestuft.
Moore in Zahlen
• Bundesweit wurden für rund 35.000 ha, in Niedersachsen für rund 30.000 ha Hochmoor Abtorfungsgenehmigungen erteilt. In Niedersachsen bestehen
Abbaurechte bis ca. 2050.
• In Niedersachsen wurden bis Ende 2005 für etwa
11.000 ha dieser etwa 30.000 ha Hochmoor Renaturierungsmaßnahmen abgeschlossen oder eingeleitet.
• Das Niedersächsische Moorschutzprogramm sieht vor,
bis 2050 148 Kleinsthochmoore sowie ca. 50.000 ha
nicht abgetorfte und ca. 30.000 ha nach Abtorfung
renaturierte Hochmoore unter Schutz zu stellen.
Dieses Ziel wurde bis 2005 etwa zur Hälfte (= ca. 40.000
ha) erreicht.
Bewertung der Moore Niedersachsens
nach dem Moorschutzprogramm
Zunehmender Natürlichkeitsgrad
Fläche in ha
Anteil in %
Abtorfungsflächen
26.000
11
Acker/Forst auf Torf
18.200
8
136.700
58
32.500
14
9.200
4
222.600
95
Naturnahes Hochmoor
8.600
3,5
"Natürliches" Hochmoor
3.600
1,5
12.200
5
234.800
100
Grünland auf Torf
Stark verändertes Hochmoor
Degeneriertes Hochmoor
Summe entwertete Hochmoore
Summe naturnahe Hochmoore
Gesamtsumme
Optionen zur Nutzung des
niedersächsischen Hochmoorgrünlands
• Intensive landwirtschaftliche Nutzung
• Extensive landwirtschaftliche Nutzung (incl. Erhaltung
von gefährdeten Pflanzen- und Tierarten)
• Brachfallen (mit Sukzession zum Moorbirkenwald)
• Vernässung und Wiederherstellung einer standorttypischen Flora und Fauna
• Industrieller Torfabbau
• Energetische Nutzung des Aufwuchses
Probleme der Grünlandnutzung auf
Hochmoor-Standorten (Auswahl)
• Durch Entwässerung verschlechtern sich die physikalischen Bodeneigenschaften (Sackung/Verdichtung,
Schrumpfung, abnehmende Wasserspeicherkraft der
Torfe).
• Düngung und Entwässerung führen zum Verlust der
Torfsubstanz.
• Durch Grünlandnutzung werden große Mengen klimarelevanter Gase emittiert (CO2, NOx u.a.) und lösliche
Substanzen (Kalium, Nitrat u.a.) ausgeschwemmt.
• Durch Düngung kommt es zur Erhöhung des pH-Wertes,
dadurch zu stärkerer Bodenatmung und Freisetzung von
CO2.
Probleme der Grünlandnutzung auf
Hochmoor-Standorten (Auswahl)
• Extensive Nutzung (i.d.R. ohne Düngung) führt häufig zu
artenarmen Vegetationsbeständen mit Dominanz von
Binsen-, Seggen-, Straußgras-, Distel- und anderen
Arten, die einen geringen Futterwert aufweisen.
• Intensive Nutzung (i.d.R. mit starker Düngung) führt
meist zu artenarmen Vegetationsbeständen mit
Dominanz von Wiesenschwingel, Quecke, Rispengras,
Wiesen-Fuchsschwanz, Sauerampfer u.a., die einen
mittleren (bis hohen) Futterwert aufweisen.
• Regelmäßige (intensive) Beweidung kann Verdichtung
des Torfbodens, Sauerstoffarmut, Vernässung und
Selektion zugunsten von Weide-resistenten Pflanzenarten bewirken.
Naturzustand eines Niedermoores
als wachsendes Durchströmungsmoor
(bis ca. 1770)
E = Eintrag (input)
A = Austrag (output)
E >> A
• Das Moor stellt ein akkumulierendes Ökosystem das, es speichert 80 bis
150 dt / ha·a organische Substanz.
• Mit der Torfbildung erfolgt eine Festlegung von Nährstoffen und Wasser: das
Moor ist eine Nährstofffalle (“sink”).
• Die Akkumulation von Stickstoff beträgt 10 - 25 dt / ha·a, die Akkumulation von
Phosphor beträgt 0,2 - 1,5 dt / ha·a.
• Das Moor liefert hochgradig filtriertes Wasser, es funkioniert als Entsorgungsökosystem.
Extensiv genutztes Niedermoor
- Durchströmungsmoor (Feuchtwiese, Feuchtweide)
ca. ab 1770 bis 1970
A>E
• Die Torfbildung ist bereits unterbrochen, die Torfmineralisierung ist gering
(= 1 t / ha·a TM).
• Der nutzungsbedingte Phytomasseentzug beträgt 35 bis 50 dt TM ha·a.
• Stoffausträge (N,P) über Sickerwasser und Gräben sind minimal, eine
nutzungsbedingte Oligotrophierung des Standortes ist die Folge.
• Die Entsorgungsleistung des Moorökosystems ist nur unwesentlich eingeschränkt.
• Das mäßig entwässerte und als Grasland genutzte Moor stellt ein stabil und
nachhaltig produzierendes und dabei langzeitig funktionstüchtiges Ökosystem dar.
Intensiv genutzes Niedermoor
- Durchströmungsmoor ab ca. 1970
A >> E
•
•
•
•
•
•
•
Nutzungsbedingter Phytomasseentzug 50 bis 120 dt TM ha·a.
Rasante Torfmineralisierung infolge tiefgreifender Entwässerung. Torfverlust 6 bis 20 t / ha·a.
Mit der Torfmineralisierung erfolgt eine Nährstofffreisetzung von 800 bis 2.500 kg N / ha·a.
N-Verluste durch Denitrifikation erreichen Werte von 500 kg N / ha·a.
Die Filterfunktion des Moores ist aufgehoben.
Stoffausträge über das Draingewässer betragen im ~ 70 kg N / ha·a.
Das dem Moor zufließende Grundwasser wird durch Gräben abgeführt, ein Durchsickern des
Torfkörpers findet nicht mehr statt. Für eine intensive Pflanzenproduktion wird die
Bereitstellung von Zusatzwasser notwendig.
• Aus einem Entsorgungsökosystem wurde ein Belastungsökosystem.
• Die fortgesetzte intensive Nutzung führt schließlich zum Aufbrauch des Torfmoores
(unbeherrschter defizitärer Stofffluss).
Torfschwund in Moorböden unter
verschiedenen Bedingungen
(nach EGGELSMANN 1990)
> 10°C
8°C
< 6°C
Jahresniederschlag
< 500 mm
700 mm
> 900 mm
Grundwasser unter Flur,
während
Vegetationsperiode
> 100 cm
70 cm
< 40 cm
Bodenfeuchte nahe
Oberfläche
frisch
feucht
nass
Bodenreaktion obere
Bodenschicht
> 5 pH
4,5 pH
< 4,5 pH
Acker,
Hackfrüchte,
Gartenbau
Acker,
Getreide
Grünland,
Forst
Höhenverluste in
Niedermooren
40 mm a-1
30 mm a-1
20 mm a-1
Höhenverluste in
Hochmooren
10 mm a
8 mm a
Bedingungen
Mittl. Jahrestemp.
Bodennutzung
-1
-1
6 mm a
-1
Stickstoff-Mobilisierung
Beispiele für die potentielle jährliche Stickstoffmobilisierung aus der
Mineralisation von Torfböden in Abhängigkeit von der Lagerungsdichte
und dem Stickstoffgehalt der Böden (in Anlehnung an KUNTZE 1988).
In Klammern: Bei dicht gelagerten Torfböden werden in der Regel nur Torfschwundraten bis 0,5 cm und entsprechende Mineralisierungsraten erreicht.
Regenmoorböden
Grundwassermoorböden
Lagerungsdichte
Stickstoffgehalt
N-Freisetzung pro Jahr
bei 0,5 - 1 cm
Torfschwund
50 g/l (sehr locker)
0,5%
12,5 - 25 kg/ha
100 g/l (locker)
1,2%
60 - 120 kg/ha
200 g/l (mittel)
1,2%
120 - 240 kg/ha
400 g/l (dicht)
2,0%
400 (- 800) kg/ha
100 g/l (locker)
2,5%
125 - 250 kg/ha
330 g/l (mittel)
3,3%
548 (- 1096) kg/ha
480 g/l (dicht)
4,5%
1080 (- 2160) kg/ha
Freisetzung von Stickstoff
• Hohe N-Mineralisationsraten auch in Extensivwiesen:
z.B. stark entwässerte Pfeifengraswiesen in NL bis 220
kg/ha*a, Pfeifengraswiesen in Baden-Württemberg bis
140 kg/ha*a, stark entwässerte Sumpfdotterblumenwiesen in NL bis 400-450 kg/ha*a.
• Bei einer Torfzersetzung von 4 mm/a werden in Dtschl.
zwischen 270.000 und 530.000 t N pro Jahr freigesetzt.
Damit werden aus Moorböden (4% der Gesamtfläche in
Dtschl.) etwa 15-30% der Stickstoffmenge frei, die
jährlich als Handelsdünger auf der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche ausgebracht wird: 1,77 Mio. t N.
Stickstoffbilanzen in Grundwassermoorböden
des Donaumooses bei Ingolstadt
(aus WILD & PFADENHAUER 1997).
Angaben in kg/ha/Jahr. N-Nettomineralisierung für die Bodenschicht 0-25cm.
Nutzungstyp
Acker
Intensivgrünland
Extensivgrünland
Mittlerer Grundwasserstand unter Flur
100 cm
69 cm
47 cm
Schwankungsamplitude
121 cm
119 cm
150 cm
N-Freisetzung durch Mineralisation
521
421
494
N-Düngung
275
120
0
N-Fixierung und Immission
45
53
53
Summe N-Input
841
594
547
N-Entzug durch Ernte / Auswaschung
253
253
150
N-Immobilisierung und Vorratsänderung
45
8
55
N-Überschuss
543
333
342
Freisetzung von Lachgas
Einfluss differenzierter Mineraldünger-N-Gaben (Kalkammonsalpeter) auf die Lachgas-Freisetzung aus einem flachgründigen, entwässerten und stark degradierten
Niedermoorgrasland (eutrophes Versumpfungsmoor, Paulinenaue/Rhin-Havelluch)
Nordostdeutschlands im Verlauf des Jahres 1997.
Stoffflüsse im Grundwassermoor
Schematische Darstellung der Stoffflüsse bzw. -bilanzen in einem entwässerten,
intensiv genutzten Grundwassermoor. Bei Entwässerung werden Stickstoff und
Kohlenstoff durch Mineralisation der Torfe freigesetzt und gelangen in die
Atmosphäre und ins Grundwasser.
Bewirtschaftungszeiträume
der Varianten V1 - V7 (Stand 11/2007)
Beweidung
1. Mahd
2. Mahd
Mulchen
Düngung
16.10. bis
31.12.
16.06. bis
15.07.
(PKDüngung)
16.06. bis
15.07.
(PKDüngung)
16.06. bis
15.07.
(GülleDüngung)
16.06. bis
15.07.
(GülleDüngung)
16.06. bis
15.07.
(PKDüngung)
16.06. bis
15.07.
(PKDüngung)
-
(ohne
Düngung)
ATP
V1
ab 16.05.
-
-
ATP
V2
ab 16.05.
-
-
Papenburg V 3
-
08.06. bis
22.06.
16.08. bis
15.09.
Papenburg V 4
-
08.06. bis
22.06.
16.08. bis
15.09.
Vrees
V5
-
08.06. bis
22.06.
16.08. bis
15.09.
Vrees /
Bockholte
V6
-
08.06. bis
22.06.
16.08. bis
15.09.
Vrees
V7
-
-
-
16.10. bis
31.12.
16.10. bis
31.12.
16.10. bis
31.12.
Vergleich der Mittelwerte für pH (CaCl2),
C/N-Verhältnis sowie die Konzentrationen von
K und PO4-P in den Flächen der sieben Varianten
Varianten:
V1
V2
V3
V4
V5
V6
V7
pH (CaCl2)
3,8
3,7
3,9
3,8 *
4,1
3,9
3,8 *
C/N-Verhältnis
22,9
23,1
23,4
24,0
24,4
25,3
24,2 *
K+ (mg 100ml -1)
8,3
3,7
7,5
6,7 *
7,1
6,5 *
8,3 *
PO4-P (mg 100ml -1)
3,2
1,7
2,9
2,6
3,7
3,5
4,1 *
* große Variabilität der Einzelwerte
Vergleich der pH-Werte (CaCl2) der
(Teil-)Varianten
5,0
4,5
4,0
pH-Wert
3,5
3,0
2,5
2,0
1,5
1,0
0,5
0,0
F1/2 F3-5
F1-3
F1-3 F4/5
V1
V2
V3
F1-3 F4/5
F1-5
V4
V5
(Teil-)Varianten
F1/2
F3
V6
F4/5
F1/2
F3
F4/5
V7
F6
F7/8
Vergleich der C/N-Verhältnisse der
(Teil-)Varianten
40
35
C/N-Verhältnis
30
25
20
15
10
5
0
F1/2 F3-5
V1
F1-3
V2
F1-3 F4/5
V3
F1-3 F4/5
F1-5
V4
V5
(Teil-)Varianten
F1/2
F3
V6
F4/5
F1/2
F3
F4/5
V7
F6
F7/8
Vergleich der Kalium-Konzentrationen
der (Teil-)Varianten
18
16
+
-1
K (mg*100ml )
14
12
10
8
6
4
2
0
F1/2 F3-5
F1-3
F1-3 F4/5
V1
V2
V3
F1-3 F4/5
F1-5
V4
V5
(Teil-)Varianten
F1/2
F3
V6
F4/5
F1/2
F3
F4/5
V7
F6
F7/8
Vergleich der Phosphat-Konzentrationen
der (Teil-)Varianten
12
-1
PO4-P (mg*100ml )
10
8
6
4
2
0
F1/2 F3-5
V1
F1-3
F1-3 F4/5
V2
V3
F1-3 F4/5
F1-5
V4
V5
(Teil-)Varianten
F1/2
F3
V6
F4/5
F1/2
F3
F4/5
V7
F6
F7/8
Besiedlungsdichten (nach Individuenzahl) von
Regenwürmern im Frühsommer und Herbst auf
den Varianten V1-V7
Besiedlungsdichte [Ind/m²]
120
100
103
88
70
80
60
33
40
28
28
45
38
30
15
20
28
20
48
38
V1
V2
V3
V4
V5
V6
28.09.2006
26.05.2006
28.09.2006
26.05.2006
28.09.2006
26.05.2006
12.10.2006
30.06.2006
12.10.2006
30.06.2006
12.10.2006
15.05.2006
15.05.2006
12.10.2006
0
V7
Artenzahl von Regenwürmern in den
Frühjahr- und Herbstproben 2006
Varianten
Artenzahl 2006
Frühjahr
V1
V2
V3
V4
V5
V6
V7
3
1
3
2
1
3
3
Herbst
4
3
3
4
2
2
2
gesamt
4
3
3
5
2
4
4
Optionen zur Nutzung des
niedersächsischen Hochmoorgrünlands
• Intensive landwirtschaftliche Nutzung
• Extensive landwirtschaftliche Nutzung (incl. Erhaltung
von gefährdeten Pflanzen- und Tierarten)
• Brachfallen (mit Sukzession zum Moorbirkenwald)
• Vernässung und Wiederherstellung einer standorttypischen Flora und Fauna
• Industrieller Torfabbau
• Energetische Nutzung des Aufwuchses
Hochmoor-Grünland
(meist entwässert, gedüngt)
Hydrologische
Wiederherstellung
Ja
Nein o. wenig
Hochmoor,
Röhricht,
Großseggenried
Grünland
Bewirtschaftung
Düngung
Bewirtschaftung
intensiv
artenarmes
Intensivgrünland
Anreicherung
von Arten
möglich
Nein
extensiv
(Grunddüngung)
artenreiches
Extensivgrünland
(Zweischnittwiese,
Extensivweide)
(?)
Evtl.
Brache
ohne
artenarmes
Magergrünland
Ja
Ruderalflur,
Gebüsch,
Wald
Offene Fragen zur Grünlandnutzung
von Hochmoorstandorten (Auswahl)
• Nährstoffsituation in Abhängigkeit von Art und Intensität
der Nutzung (input, output, Umsätze und Zyklen; Ernte,
Düngung)
• Klimarelevanz bei intensiver und extensiver Nutzung
• Botanische und zoologische Diversität (Alter und
Kontinuität der Grünlandnutzung!)
• Bewertung aus landwirtschaftlicher und naturschutzfachlicher Sicht
• Energetische oder sonstige alternative Nutzungsformen
• Möglichkeiten einer nachhaltigen Nutzung unter ökologischen und ökonomischen Aspekten
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
Fläche V7a: deutlich geringerer Binsenanteil in 2007 als im Vorjahr (siehe Abb. A2),
allerdings Zunahme von ebenfalls nicht erwünschten Arten wie Krauser Ampfer
(Rumex crispus) und von häufigen/steten Arten (Holcus lanatus, Rumex acetosa).
Obwohl sich in 2007 neben den Schafen auch ein Esel auf der Fläche V2 befand,
wurden auf dieser ungemulchten Variante kaum verbissene Flatterbinsen
gefunden.
Verbissene Horste der Flatterbinse (V1, 2007).
Von Schafen und Eseln kurz gehaltene Fläche mit deutlich und z.T. tief verbissener
Flatterbinse (V1 in 2007).
Dieselbe Fläche im Jahr 2006, mit hoher Deckung der Flatterbinse.
CO2-Emission
Geschätzte CO2-Emission durch Moorbrände in Indonesien (in Mt/a)
Stickstoffbilanzen
Überschlägige Stickstoffbilanzen (kg/ha·a) in Niedermoorböden des Donaumooses bei Ingolstadt (Nt = 2,5%, durchschnittliche Rohdichte trocken 380 g/l).
Nutzungstyp
a
b
c
d
e
f
g
Acker, FS 1
1,8
1580
110
30
1720
600
1120
Grünland, intensiv, FS 2
0,9
790
120
30
940
400
540
Grünland, intensiv, FS 3
0,7
610
120
30
760
300
460
Grünland, extensiv, FS 4
0,5
440
60
30
530
120
410
a
b
c
d
e
f
g
= Torfmineralisation (cm·a)
= N-Freisetzung durch Mineralisation; Zahlen gerundet
= N-Düngung
= N-Eintrag durch Fixation und Immission
= Summe N-Input
= N-Entzug durch Ernte
= N-Überschuss
FS
FS 1
FS 2
FS 3
FS 4
= Feuchtestufen:
= Mittlerer Grundwasserstand (MGW) > 120 cm unter Geländeoberkante (GOK)
= MGW 80 - 120 cm u. GOK
= MGW 40 - 80 cm u. GOK
= MGW während der Vegetationszeit z.T. zwischen 0 - 40 cm u. GOK
Stoffflüsse im Grundwassermoor
Schematische Darstellung der Stoffflüsse bzw. -bilanzen in einem naturnahen
Grundwassermoor. Das naturnahe Moor stellt ein akkumulierendes Ökosystem dar,
das Kohlenstoff und Stickstoff in den Torfen fixiert und dem Stoffkreislauf Nährstoffe
entzieht.
N- und C-Mobilisierung
Geschätzte jährliche Stickstoff- und Kohlenstoffmobilisierung aus der Torfzersetzung
für die Moorböden einzelner Bundesländer Deutschlands.
Zur Berechnung wurden mittlere Torfzersetzungsraten von 0,4 cm pro Jahr bei einer
Lagerungsdichte von 350 g/l angenommen. Für Grundwassermoortorfe wurden mittlere
Stickstoffgehalte von 3,3 % und für Regenmoortorfe von 1,2 % zugrundegelegt (nach NAUKE
in GÖTTLICH 1990). Die mittleren Kohlenstoffgehalte wurden mit 45 % kalkuliert.
Regenmoore
Mecklenburg-Vorpommern
Grundwassermoore
Zusammen
N
C
N
C
N
C
(t)
(Mio. t)
(t)
(Mio. t)
(t)
(Mio. t)
924
0,035
120.582
1,644
121.506
1,679
42.000
1,575
85.470
1,166
127.470
2,741
34
0,001
85.470
1,166
85.504
1,167
Bayern
9.240
0,347
57.750
0,788
66.990
1,135
Schleswig-Holstein, Hamburg
4.200
0,158
57.750
0,788
61.950
0,945
Baden-Württemberg
3.360
0,126
18.480
0,252
21.840
0,378
27
0,001
21.252
0,290
21.279
0,291
Nordrhein-Westfalen
672
0,025
16.632
0,227
17.304
0,252
übrige
405
0,015
4.204
0,057
4.609
0,073
60.862
2,283
467.590
6,378
528.452
8,661
Niedersachsen, Bremen
Brandenburg, Berlin
Sachsen-Anhalt
Gesamt
Moore als Kohlenstoffspeicher
Moore enthalten überproportional viel Kohlenstoff (Angaben in t C/ha)
Arktische Tundra:
108
Arktische Moore:
306
Boreale Wälder:
289
Boreale Moore:
1.120
Tropische Regenwälder:
316
Tropische Moorregenwälder:
3.166
Unkultivierte Moorflächen
Unkultivierte Moorflächen (Regen- und Grundwassermoore) in Niedersachsen
Ende des 18. Jahrhunderts (links) und Mitte des 20. Jahrhunderts (rechts).
Heute befindet sich davon nur ein verschwindend geringer Teil in naturnahem
Zustand. Nach BADEN (1961) aus DRACHENFELS & MEY (1988).
Abschätzung der Klimarelevanz der
Spurengasemission aus mitteleuropäischen
Niedermooren (nach AUGUSTIN 1996)
Natürliche Niedermoore
Gasemission
klimatische Wirkung
kg CO2-C*ha-1*a-1
-140 bis -2.250
-140 bis -2.250
kg CH4-C*ha-1*a-1
23 bis 1.820
92 bis 7.280
0,1 bis 0,6
17 bis 5.133
-1
kg N2O-N*ha *a
-1
Summe der klimatischen Wirkung:
-31 bis 5.133
Entwässerte Niedermoore
Gasemission
klimatische Wirkung
2.900 bis 6.700
2.900 bis 6.700
kg CH4-C*ha-1*a-1
0,0 bis 0,5
0 bis 2
kg N2O-N*ha-1*a-1
1,2 bis 5
206 bis 860
-1
kg CO2-C*ha *a
-1
Summe der klimatischen Wirkung:
3.106 bis 7.562
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