Abschlussbericht - Robert Bosch Stiftung

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 Palliative Care durch Kooperation vertiefen Ein Projekt des Hospiz St. Martin, Stuttgart zur Verdichtung und Verstetigung von Palliative Care in kooperierenden Einrichtungen der stationären Altenhilfe Autorinnen: Annette Riedel (wissenschaftliche Begleitung; Hochschule Esslingen) Annegret Burger (Projektleitung; Leitung ambulante Lebens-­‐ und Sterbebegleitung, Hospiz St. Martin) Projektzeitraum: 1. Februar 2013 – 31. Januar 2014 Gefördert durch die Robert Bosch Stiftung Stuttgart, den 24. März 2014 Kontakt: Hospiz St. Martin Jahnstr. 44 -­‐ 46 70 597 Stuttgart Tel. 0711 -­‐ 65 29 07 -­‐ 0 www.hospiz-­‐st-­‐martin.de AnnegretBurger@hospiz-­‐st-­‐martin.de Inhalt 1. ZUSAMMENFASSUNG – ÜBERGREIFENDE PROJEKTBESCHREIBUNG 3 2. EINLEITUNG 7 2.1 Kooperationspartner im Projekt 7 2.2 Allgemeine Angaben zum Projekt und Mitwirkende im Projekt 7 2.3 Zeitplan 8 2.4 Aufbau des Projektberichts 8 3. ZIELE UND METHODEN DES PROJEKTES 9 3.1 Ziele des Projektes – theoretische Fundierung 9 3.2 Methoden im Projekt – begründete Auswahl 11 3.3 Projektphasen im Projektverlauf 15 4. PROZESSE UND ZIELE IM PROJEKTVERLAUF – PROJEKT-­‐ UND EINRICHTUNGSBEZOGEN BETRACHTET UND BEWERTET 17 4.1 Prozesse in der Projektgruppe 17 4.2 Prozesse in den Einrichtungen im Projektverlauf 18 4.3 Erreichte Ziele in den Einrichtungen 20 4.4 Evaluation des Projektes seitens der kooperierenden Einrichtungen 21 5. DIE KOOPERATION DER BETEILIGTEN EINRICHTUNGEN – PROJEKT-­‐ UND ZUKUNFTSBEZOGEN BEWERTET UND BETRACHTET 23 5.1 Kooperationsangebote und Möglichkeiten der Kooperation 23 5.2. Indikatoren für eine veränderte Kooperation 24 6. ÖFFENTLICHKEITSARBEIT IM RAHMEN DES PROJEKTES 27 7. DANK SEITENS DER PROJEKTLEITUNG 28 8. ANLAGEN 29 8.1 Poster der Abschlussveranstaltung am 06.02.2014 29 8.2 Evaluationsbogen 30 8.3 Öffentlichkeitsarbeit/Artikel 32 9. LITERATUR 37 2 1.
Zusammenfassung – übergreifende Projektbeschreibung Angesichts der demographischen Entwicklungen werden sich in den kommenden Jahren Sterben und Tod noch mehr in stationäre Altenhilfeeinrichtungen verlagern. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser Einrichtungen sind nicht nur häufig mit Sterben, Tod und den damit zusammenhängenden Aufgaben und Entscheidungen konfrontiert, sondern stehen einem immer differenzierteren Anspruch an palliativer Versorgung gegenüber, der gesellschaftlich eingefordert wird. Hinzu kommt, dass sich zunehmend ethische Fragen im Kontext der Pflege (vgl. Monteverde 2013) und insbesondere im Kontext der letzten Lebensphase und von Sterben, Tod und Trauer stellen – wie zum Beispiel die Frage danach, was man unter einem Sterben in Würde in einer stationären Altenhilfeeinrichtung bis hinein in die alltäglichen Vollzüge versteht, wie man mit Sterbewünschen umgeht (vgl. Roser 2012), welchen Stellenwert die Selbstbestimmung bei Demenz (vgl. Kruse 2012; vgl. Wunder 2008) hat, bis zu der Frage: wann das Sterben bzw. die palliative Phase einer Bewohnerin/eines Bewohners (vgl. Theissing, Pfeiffer 2012; vgl. Bardenheuer 2012) beginnt. Vor dem Hintergrund dieser Anforderungen ist eine gute und vertrauensvolle Kooperation zwischen Hospiz und Altenhilfe obligat und kann durch den wechselseitigen Austausch von Expertise und Erfahrung zu einer Qualitätsverbesserung in der Versorgung der älteren Menschen in der palliativen Phase beitragen. Dies unabhängig von dem Ort, an dem die älteren Menschen leben und begleitet werden. Demzufolge ist ein zentrales Ziel des Projektes die Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen dem Hospiz St. Martin und den kooperierenden Einrichtungen durch -
die Vermittlung von Palliative Care Kompetenzen zu einrichtungsspezifischen Themen -
die direkte Begegnung, die langfristig die gemeinsame vertrauensvolle Reflexion von palliativen Situationen einrichtungsübergreifend ermöglicht -
das Wissen in den Einrichtungen um die Möglichkeiten der Unterstützung seitens des ambulanten Hospiz St. Martin Da alte Menschen in unserer Gesellschaft die Mehrzahl der Sterbenden ausmachen, ist die Bedeutsamkeit der Entwicklungen im Bereich der Palliative Care für diese Zielgruppe offensichtlich (vgl. Schaeffer, Ewers 2013; vgl. Pfisterer 2012; vgl. DGP, DHPV 2012 a, b; vgl. Feichtner 2012; vgl. Hospiz Österreich 2009). Es ist anhand vorliegender und bekannter Zahlen offenkundig, dass stationäre Altenhilfeeinrichtungen – nicht nur bislang sondern auch zukünftig – eine Institutionsform sein werden – unabhängig von den jeweils diskutierten konzeptionellen Ausrichtungen und Novellierungsbestrebungen, – die vor der Herausforderung einer steigenden Pflege-­‐ und Betreuungsintensität steht (vgl. Schaeffer, Ewers 2013; vgl. DGP, DHPV 2012 a, b; vgl. 3 Rahnema 2012; vgl. Feichtner 2012). Diese ist verbunden mit der Anforderung schwerstkranke und hochaltrige Bewohnerinnen und Bewohner in ihrer letzten Lebensphase qualität-­‐ und würdevoll zu begleiten. Der Palliative Care Ansatz bietet für diese Erfordernisse wertvolle Impulse und kann dazu beitragen, die pflegerischen Intentionen und Anforderungen fachlich zu stützen und zu untermauern. Der Ansatz bietet neben seinen Angeboten zur konzeptionellen Fundierung zugleich Optionen zum Perspektivenwechsel und zur pflegefachlichen und pflegeethischen Reflexion. Der Beginn einer Entwicklung, die eine Palliative Care Kultur einfordert und konsequent verfolgt, birgt langfristig die Chance auf einen Paradigmenwechsel in der – oftmals extern reglementierten und an Kontrolle orientierten – Regelversorgung von Bewohnerinnen und Bewohnern. In der konkreten Zusammenarbeit mit den kooperierenden Einrichtungen wurde deutlich, dass das Anliegen, Bewohnerinnen und Bewohner in der letzten Lebensphase palliativ gut zu begleiten, dauerhaft neuer Impulse und stetiger Weiterentwicklung bedarf. Auch fehlt es bis dato an handlungsleitenden Instrumenten und Verfahren. Demzufolge stand bei dem Projekt nicht alleine die Wissensvermittlung und -­‐ver-­‐
stetigung im Vordergrund. Parallel dazu wurde das in den angebotenen Schulungen vermittelte Wissen durch die Entwicklung von Instrumenten und Verfahren systematisiert in den Praxisalltag übertragen. Insbesondere ethisch-­‐moralische Themen und Anforderungen, mit denen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Altenhilfeeinrichtungen in der letzten Lebensphase der Bewohnerinnen und Bewohner konfrontiert werden, verunsichern und belasten (vgl. Zimmermann-­‐Acklin 2014; vgl. Riedel, Lehmeyer 2013; vgl. Foxall 2013; vgl. Dinges, Kittelberger 2012; vgl. Schuchter, Heller 2012; vgl. Feichtner 2012). Dies wiederum erschwert häufig einheitliches pflegerisches Handeln und ethisch begründete Interventionen. Eine ruhige und zugewandte Begleitung von Menschen in der letzten Lebensphase aber basiert notwendig auf einheitlichem Handeln, ethisch reflektierter Klarheit und fachlicher Sicherheit, die dann auch im Kontakt von Angehörigen, Ärzten und Kollegen wahrgenommen werden kann. Systematisierende Instrumente und Verfahren können hier hilfreich sein und ferner einen Beitrag zur Organisationsethik leisten (vgl. Riedel, Lehmeyer 2013; vgl. Krobath 2010). Fünf mit dem Hospiz St. Martin kooperierende Einrichtungen haben sich für eine Teilnahme am Projekt und damit auch für den inhaltlichen und reflexiven Austausch mit den anderen teilnehmenden Einrichtungen entschieden. Im Vorfeld des Projektantrags erfolgte in jeder Einrichtung – orientiert an einem teilstandardisierten Gesprächsleitfaden – ein Vorgespräch zwischen Projektleitung und Verantwortlichen der Einrichtung. Dieser Rahmen ermöglichte ein einheitliches und zunächst ergebnisoffenes – im Sinne der vollständigen Orientierung am Gegenüber – Vorgehen 4 und die konsequente Perspektive auf die projektbezogenen Ziele und Rahmenvorgaben der einzelnen Einrichtung, ohne hierbei die Spezifika des Palliative Care Fokus zu vernachlässigen. Im Rahmen der Gespräche wurden mit jeder Einrichtung die – von dieser selbst benannten – Projektziele vereinbart, die sich auf einrichtungsspezifische Fragestellungen beziehen und den aktuellen einrichtungsbezogenen Bedarf aufgreifen. Hierbei war seitens der Projektleitung und der wissenschaftlichen Begleitung wichtig, die Erreichbarkeit der Ziele im Projektzeitraum sowie deren Nachhaltigkeit u.a. durch ausgewählte Instrumente und Verfahren zu sichern. Das hieß in der Konsequenz: -
die Fokussierung auf eine Thematik im Kontext der Palliative Care Versorgung/in Bezug auf die palliative Phase der Bewohnerinnen und Bewohner o Diese thematisch-­‐inhaltliche Ausrichtung bildete die Grundlage für die Schulungen in den Einrichtungen zur Verdichtung des Wissens. Diese Ausrichtung war zugleich grundlegend für die kooperative Entwicklung der Instrumente/Verfahren, bzw. für die Entscheidung in Bezug auf die ersten, exemplarischen und konkreten Schritte der Implementierung von Palliative Care-­‐Expertise in der Einrichtung -
die Entscheidung für ein Instrument oder ein Verfahren (Leitsätze, pflegefachliche Leitlinien, Ethik-­‐Leitlinien ...) zur Sicherung der Nachhaltigkeit der inhaltlichen Verdichtung in der Einrichtung, bzw. die Entscheidung für einrichtungsbezogene Prozesse zur Sicherung der Nachhaltigkeit der Palliative Care Kultur o Diese Entscheidung bildete die Grundlage für die methodische und inhaltliche Ausgestaltung und Entwicklung der jeweiligen Instrumente und Verfahren, bzw. für die einrichtungsbezogene Prozessberatung und -­‐
steuerung Bewusst wurden die Methodenvorschläge variiert und wurde auf eine thematische Vielfalt, aber auch auf unterschiedliche Umsetzungsvarianten hinsichtlich der zu erarbeitenden Instrumente, Verfahren etc. und Prozesse geachtet. So kann nicht nur die jeweilige Einrichtung von ihren eigenen Ergebnissen profitieren, sondern es kann einrichtungsübergreifend eine Vielfalt entstehen, die in der Summe dem Gesamtprojekt und allen teilnehmenden Einrichtungen zugute kommt. Der einrichtungsübergreifende Austausch erfolgte in drei Projekttreffen. Der Austausch in den drei Projekttreffen hat dazu beigetragen, über die rein inhaltliche/themenbezogene Perspektive hinauszuschauen und parallel die Analyse und Diskussion in Bezug auf angemessene Instrumente, Verfahren und Prozesse für den Praxisalltag anzuregen. Auch hier konnte die Gruppe von der Vielfalt der einrichtungsinternen Prozesse und Entwicklungen wechselseitig profitieren. In jeder der Projektsitzungen kam es aus der Initiative einer kooperierenden Einrichtung heraus ferner dazu, sich intensiver mit einem 5 pflegefachlichen oder ethischen Thema – auch über die Sitzung hinausgehend – zu beschäftigen (zum Beispiel das Thema Schmerzassessment, das Thema Erkennen der beginnenden palliativen Phase einer Bewohnerin/eines Bewohners). Übergreifend Palliative(Care(durch(Kooperation(vertiefen:(Ein(Projekt(des(ambulanten(H
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zeigte sich bei der dritten und letzten Projektgruppensitzung: Im Verlauf des Projektzeitraumes konnte die einrichtungsübergreifende Kooperation gestärkt und (
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Das nachfolgende Schaubild fasst die Projektschritte und Komponenten zusammen. !
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6 Strukture
2.
Einleitung 2.1
Kooperationspartner im Projekt Im Vorfeld des Projektantrages wurden die mit dem Hospiz kooperierenden Einrichtungen angeschrieben und es wurde deren Interesse an einem gemeinsamen Projekt und deren Bedarf zur inhaltlichen Vertiefung an der Thematik erfasst. Willkommen war dabei, dass die 5 Einrichtungen, die sich zu einer Teilnahme entschieden, Unterschiede hinsichtlich ihrer Konzeption, Trägerschaft und Zielgruppe aufwiesen. Für das Projekt mit dem Hospiz St. Martin konnten die folgenden Altenhilfeeinrichtungen in Stuttgart gewonnen werden: Kooperierende Einrichtung Ansprechpartner/in Anna-­‐Haag-­‐Haus (Mehrgenerationenhaus), Frau Sieghardt, Einrichtungsleiterin Stuttgart-­‐Bad Cannstatt. Herr Treiber, Einrichtungsleitung Haus Adam Müller-­‐Guttenbrunn, Stuttgart-­‐Rot Frau Schubotz, Pflegedienstleitung Seniorenzentrum Schönberg, Stuttgart-­‐Schönberg Frau Adam, Pflegedienstleitung Karl-­‐Olga-­‐Altenpflege, Stuttgart-­‐Ost Herr Renner, Sozialdienst Frau Kees-­‐Baumann, Pflegedienstleitung Nicolaus-­‐Cusanus-­‐Haus, Stuttgart-­‐Birkach Frau Schilling, stellv. Pflegedienstleitung 2.2
Allgemeine Angaben zum Projekt und Mitwirkende im Projekt Übergreifende Angaben Projektbezeichnung Palliative Care durch Kooperation vertiefen. Ein Projekt des ambulanten Hospiz St. Martin, Stuttgart, zur Verdichtung und Verstetigung von Palliative Care in kooperierenden Einrichtungen der stationären Altenhilfe Dauer des Projektes 1. Februar 2013 – 31. Januar 2014 Bewilligungszeitraum 1. Februar 2013 – 31. Januar 2014 Antragstellung Hospiz St. Martin, Stuttgart-­‐Degerloch Mitwirkende am Projekt Projektleitung Annegret Burger, Hospiz St. Martin, Leitung ambulante Lebens-­‐ und Sterbebegleitung Wissenschaftliche Begleitung Prof. Dr. Annette Riedel, Hochschule Esslingen 7 Referentinnen und Referenten der Schulungen in Stefan Böck, Annegret Burger, Heike Linder, Ute den Einrichtungen Pollak, Annette Riedel, Petra Scholz, Methodische und inhaltliche Begleitung bei der Stefan Böck, Annegret Burger, Annette Riedel, Entwicklung der Verfahren und Instrumente in den Petra Scholz Einrichtungen, Prozessbegleitung 2.3
Zeitplan Gesamtlaufzeit: 1. Februar 2013 – 31. Januar 2014 Komponenten im Projekt Zeitrahmen/Termine 3 Treffen mit den kooperierenden Einrichtungen 08. Februar 2013 11. Juli 2013 24. Januar 2014 Grundlegende Schulungsphase in den Einrichtungen zu den gewählten thematischen April 2013 bis Oktober 2013 Schwerpunkten Entwicklung der Instrumente und Verfahren in den Oktober 2013 bis Januar 2014 Einrichtungen; Begleitung der Prozesse Treffen der Referentinnen und Referenten im 19. Juni 2013 Projekt 14. Januar 2014 Abschlussveranstaltung 6. Februar 2014 Erstellung des Projektberichtes Februar und März 2014 2.4
Aufbau des Projektberichts Ziel des Projektberichtes ist es, einen umfassenden Einblick über die Schritte und Prozesse im Projekt zu erlangen. Strukturelle Aspekte zum Projekt finden sich in Kapitel 2. Einführend werden zunächst die Ziele des Projektes ausgeführt (Kapitel 1 und Kapitel 3) und diese nachfolgend in einen theoretischen Kontext gestellt (Kapitel 3). Das heißt: die im Vorfeld erfolgte Methodenauswahl wird in Kapitel 3 begründet wie auch die theoretische Fundierung des Projektes ausgeführt. Kapitel 4 beschreibt die erfolgten Prozesse im Projektverlauf selbst sowie die spezifischen Prozesse in den beteiligten Einrichtungen. Kapitel 3 legt ferner sein Augenmerk auf die Evaluation seitens der Einrichtungen zum jeweils einrichtungsbezogenen Projektverlauf wie auch zum Projekt selbst. Da es ein zentrales Ziel des Projektes ist, die Kooperation zwischen dem Hospiz St. Martin und den kooperierenden Einrichtungen zu vertiefen, wird dieser Aspekt in Kapitel 5 beleuchtet. Kapitel 6 greift die Komponenten der Öffentlichkeitsarbeit – als wesentliche Elemente eines Projektes – auf. Der Projektbericht schließt mit einem Dank. 8 3.
Ziele und Methoden des Projektes 3.1
Ziele des Projektes – theoretische Fundierung Grundlegend für die inhaltliche Ausrichtung der Themen in den Einrichtungen sind die Definition und die Ziele von Palliative Care (vgl. Radbruch, Nauck, Aulbert 2012). Die WHO-­‐Definition von Palliative Care wurde als theoretische Fundierung sowohl den Schulungsmaßnahmen als auch der Entwicklung der Verfahren und Instrumente grundgelegt (vgl. Riedel 2010; vgl. Kojer, Heimerl 2010). Die WHO erstellte 2002 eine Definition für ein Betreuungskonzept zur Begleitung von Sterbenden, das die folgenden Komponenten umfasst : „Palliative Care §
lindert Schmerzen und andere belastende Beschwerden; §
bejaht das Leben und betrachtet das Sterben als normalen Prozess; §
will den Tod weder beschleunigen noch verzögern; §
integriert psychische und spirituelle Aspekte; §
bietet jede Unterstützung, um dem Patienten zu einem möglichst aktiven Leben bis zum Tod zu verhelfen; §
steht den Familien bei der Verarbeitung seelischer Probleme während der Krankheit des Patienten und nach dessen Tod zur Seite; §
arbeitet multi-­‐ und interdisziplinär, um den Bedürfnissen von Patienten und Angehörigen gerecht zu werden; §
verbessert die Lebensqualität und kann so positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf nehmen; §
kann frühzeitig in der Erkrankung angewendet werden in Kombination mit lebensverlängernden Maßnahmen, wie beispielsweise Chemo-­‐ und Radiotherapie; beinhaltet auch die notwendige Forschung, um Beschwerden oder klinische Komplikationen besser verstehen und behandeln zu können“ (WHO 2002 vgl. www.who.int/cancer/palliative/en/ aufgerufen am 08.03.2014; vgl. WHO 2002 in Radbruch, Nauck, Aulbert 2012; vgl. Higgins 2013). Diese Komponenten des Palliative Care Ansatzes waren Eckpunkte und Gegenstand der Schulungs-­‐ und Qualifizierungsmaßnahmen und zugleich leitend bei der Erstellung der Instrumente und Verfahren. So konnte sicher gestellt werden, dass diese Eckpunkte von Palliative Care theoretisch vermittelt, im Praxisbezug der einrichtungsspezifischen Themen (Essen und Trinken in der palliativen Phase, Pflege bei Schmerzen in der palliativen Phase, Begleitung von Menschen mit Demenz, palliative Pflege) kontextualisiert und im Rahmen der entwickelten Instrumente und Verfahren (Leitsätze, pflegefachliche Leitlinien, Ethik-­‐Leitlinie) sowie im Kontext der einrichtungsinternen Prozesse handlungsleitend operationalisiert wurden. 9 Im Vordergrund stand – gemäß der Palliative Care Definition – stets die Prämisse des Erhalts oder sogar der Verbesserung der Lebensqualität für den Menschen (vgl. Eychmüller 2014; vgl. Wiegele, Poulaki 2012; vgl. Aulbert 2012). Offensichtlich wird in der Definition ferner, dass sich Palliative Care nicht nur an Sterbende richtet, sondern an Menschen mit einer begrenzten Lebenserwartung und somit auch an Menschen mit fortschreitenden Krankheiten, die noch eine Lebenserwartung von Monaten oder sogar Jahren haben. Bewohnerinnen und Bewohner der stationären Altenhilfeeinrichtungen haben in der Regel nicht heilbare, progrediente Erkrankungen, eine begrenzte Lebenserwartung und die Hoffnung und den Wunsch, die ihnen verbleibende Zeit würdevoll und mit größtmöglicher Lebensqualität zu erleben. Sie benötigen nicht nur menschliche Begleitung in ihrer letzten Lebensphase sondern auch fachlich kompetente Pflege, wie es unter anderem der Palliative Care Ansatz beschreibt. Demzufolge nahmen einzelne Einrichtungen explizit die Sterbephase in den Blick, anderen Einrichtungen im Projekt ging es übergreifend um die Implementierung und Verdichtung einer qualitätvollen und nachhaltigen Palliative Care Versorgung. Mehrfach wird in der Literatur auf die Relevanz des Ansatzes für Menschen mit Demenz hingewiesen (vgl. Berkemer 2013; vgl. DGP, DHPV 2012a, b; vgl. Dachverband für Hospiz Österreich 2012; vgl. Kojer, Schmidl 2012; vgl. Kruse 2012; vgl. Heller, Pleschberger 2008; vgl. Kojer 2008; vgl. Kostrzewa 2008). Dieser Aspekt ist für die stationäre Altenhilfe bedeutsam, da der Anteil der Bewohnerinnen und Bewohner mit demenziellen Erkrankungen in den Einrichtungen hoch ist (vgl. DGP, DHPV 2010b). Auch dieser Aspekt wurde seitens einer Einrichtung vertieft und in einer pflegefachlichen Leitlinie konkretisiert und nachhaltig als bedeutsam und beachtenswert etabliert. Da alte Menschen in unserer Gesellschaft die Mehrzahl der Sterbenden ausmachen, ist die Bedeutsamkeit der Entwicklungen im Bereich von Palliative Care für diese Zielgruppe offensichtlich (vgl. DGP, DHPV 2012a, b; vgl. Feichtner 2012). Allen kooperierenden Einrichtungen war es ein Anliegen, durch die einrichtungsspezifischen Projektschritte auch zukünftig schwerstkranke und hochaltrige Bewohnerinnen und Bewohner in ihrer letzten Lebensphase qualität-­‐ und würdevoll zu begleiten, unterstützt durch neue pflegefachliche Erkenntnisse (im Rahmen der Schulungen) und systematisiert durch die erarbeiteten Instrumente und Verfahren bzw. die etablierten Prozesse. Deutlich wurde im Projektverlauf: der Palliative Care Ansatz bietet für die Erfordernisse in der stationären Altenhilfe wertvolle Impulse und kann dazu beitragen, die pflegerischen Intentionen und Anforderungen fachlich zu stützen und zu untermauern. Der Ansatz bietet neben seinen Angeboten zur konzeptionellen Fundierung zugleich Optionen zum Perspektivenwechsel und zur pflegefachlichen Reflexion. Denn: das Ziel 10 der Verdichtung und Verstetigung von Palliative Care in einer Einrichtung der stationären Altenhilfe ist es nicht nur, die individuelle und würdevolle Begleitung in der letzten Lebensphase eines Menschen zu verbessern, sondern auch ein Bewusstsein dafür zu schaffen, was aus der pflegefachlichen und der pflegeethischen Perspektive heraus eine gute Begleitung in der letzten Lebensphase ausmacht und diese beeinflusst. 3.2
Methoden im Projekt – begründete Auswahl Wenn eine Einrichtung ein Thema fundiert und strukturiert aufgreifen und nachhaltig implementieren möchte, sind Projekte unverzichtbar. Projekte zeichnen sich dadurch aus, dass sie ein klares, vereinbartes Ziel haben, einen begrenzten zeitlichen Verlauf und ein definiertes Budget an personellen und finanziellen Ressourcen. Vor diesem Hintergrund war es wichtig, mit den Einrichtungen realistische Ziele zu generieren und die angemessenen Instrumente, Verfahren und Prozesse zur handlungsleitenden Realisierung auszuwählen. Hierbei war es der Projektleitung und der wissenschaftlichen Begleitung von besonderer Bedeutung, die spezifischen Bedürfnisse und Bedarfe der beteiligten Einrichtungen in den Blick zu nehmen, deren Rahmenbedingungen und Ressourcen zu berücksichtigen sowie den Stand der Auseinandersetzung zur Thematik selbst. Zu Projektbeginn wurde das Augenmerk neben der Sachebene der Projektplanung auf die psycho-­‐soziale Ebene des Projektes (Einstellungen und Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, träger-­‐ und einrichtungsbezogene Kommunikationswege, Konstellation der Projektgruppen etc.) gelegt. Zentral war es, immer wieder herauszustellen, dass es für einen erfolgreichen Projektverlauf unerlässlich ist, in der Definitions-­‐ und Planungsphase konkrete, erreichbare einrichtungsbezogene Ziele zu definieren, zu transportieren und deren Umsetzung realistisch zu planen. Denn diese stellen nach Ablauf des Projektzeitraumes die zentralen Erfolgskriterien dar. Die einrichtungsbezogenen Projektpläne wurden auf der Basis der erfolgten Abstimmungsgespräche jeweils intern und unabhängig von der Projektgruppe erstellt. Projekte stellen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zunächst eine Mehrarbeit dar, die sie parallel zu den bisherigen Anforderungen ergänzend erbringen müssen. Vor diesem Hintergrund war es wichtig, dass die kooperierende Einrichtung jeweils für sich die Themen auswählte, deren Handlungsbedarf offensichtlich war, Themen die demzufolge das Interesse und die Motivation bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weckten. Die hohe Motivation, Bereitschaft und das enorme Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Offenheit für Reflexion aber auch die vorhandenen fachlichen Kompetenzen, waren während der Besuche in den Einrichtungen erfassbar und greifbar. 11 Nachfolgend wird begründet, warum es im Rahmen des Projektes intendiert war, in den jeweiligen Einrichtungen die folgenden beiden Komponenten zu verbinden: 1) Schulung und Qualifizierung zu dem ausgewählten Schwerpunktthema – Ziel: pflegefachliche Fundierung und inhaltliche Absicherung, Strukturierung einrichtungsinterner Prozesse 2) Entwicklung von Verfahren und Instrumenten – Ziel: Systematisierung und handlungsleitende Strukturierung für eine nachhaltige Implementierung 1) Schulung und Qualifizierung zu ausgewählten Schwerpunktthemen der Einrichtungen Der Umgang mit pflegebedürftigen alten Menschen in der letzten Lebensphase wie auch in der palliativen Phase stellt eine große Herausforderung an die Pflege und Begleitung in den Einrichtungen dar. Dies nicht zuletzt auch durch extern definierte Kriterien der Pflegequalität, die nicht selten zu Verunsicherungen und Wertekonflikten führen, gerade bei Entscheidungen in der Palliative Care Versorgung. Denn nicht immer geht es in dieser Phase primär um objektiv messbare Einzelkriterien wie Gewichtsverlust, Hydrationszustand, Lagerungssequenzen. Hier braucht es ergänzendes Wissen und eine fachliche Fundierung zu den spezifischen Anforderungen, Bedarfen und dem Erfassen der individuellen Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner in ihrer letzten Lebensphase. Diese Fundierung ermöglicht pflegeprofessionelle Handlungssicherheit wie auch argumentative Absicherung gegenüber den Forderungen der Prüfinstanzen. Die thematische Auswahl und inhaltliche Ausrichtung der Schulungsthemen (Essen und Trinken in der palliativen Phase, Pflege bei Schmerzen in der palliativen Phase, Begleitung von Menschen mit Demenz, palliative Pflege) repräsentiert ein Stück weit das benannte Spannungsfeld. Neben der rein pflegefachlichen Ausrichtung der Schulungsinhalte, erhielten diese bewusst eine (pflege-­‐)ethische Konnotation. Denn die Besonderheit des Palliative Care Ansatzes besteht darin, dass dieser per se Wertvorstellungen beinhaltet, die einerseits die ethische Reflexion unterstützen und andererseits ethische Fragestellungen provozieren können (vgl. Zimmermann Acklin 2014; vgl. Randall, Downie 2014; vgl. Riedel 2014; vgl. Riedel 2012). Vor diesem Hintergrund ist es unerlässlich, die Wertesysteme des Ansatzes zu erfassen und zu reflektieren. Dies, um im Rahmen der geforderten ethischen Reflexion bei den sensiblen Entscheidungen in der palliativen Phase über ein (gemeinsames) Verständnis zu verfügen und die indizierte Sensibilität zu fördern. Konsequent hatten alle Referentinnen und Referenten im Projekt die Prämisse im Blick, dass das Thema Palliative Care in der stationären Altenhilfe eine besondere Aufgeschlossenheit und Sensibilität für ethische Fragestellungen erfordert (vgl. Riedel, Lehmeyer 2013; vgl. Schuchter, Heller 2012; vgl. Feichtner 2012). Denn bei der Pflege und Begleitung der 12 Bewohnerinnen und Bewohner in ihrer letzten Lebensphase haben es die Beteiligten häufig mit Grenzsituationen der menschlichen Existenz zu tun, die den Aspekt der Würde tangieren und ethische Reflexion erfordern (vgl. Müller-­‐Busch, Aulbert 2012). Aus diesem Grund waren alle an der Schulung beteiligten Referentinnen und Referenten sich einig, dass es parallel zu den pflegefachlichen Inhalten relevant ist, die ethisch-­‐
moralischen Facetten der Gesamtthematik zu vermitteln und mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern themenbezogen zu reflektieren. Dies auch vor dem Hintergrund, dass der Palliative Care Ansatz mit vier Aussagen in sehr allgemeiner Form eine Orientierung bei potenziellen ethischen Fragstellungen formuliert: §
lindert Schmerzen und andere belastende Beschwerden; §
bejaht das Leben und betrachtet das Sterben als normalen Prozess; §
will den Tod weder beschleunigen noch verzögern; §
verbessert die Lebensqualität und kann so positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf nehmen; ... (WHO 2002; vgl. www.who.int/cancer/palliative/en/ aufgerufen am 08.03.2014). Monteverde fasst diese Komponenten mit folgenden zwei Grundintentionen zusammen: „Leiden lindern“ und „Warten können“ (Monteverde 2007, 523). Explizit ist: In den Schulungen war im Rahmen des Projektes nicht nur die pflegefachliche Kompetenzentwicklung leitend, sondern auch die ethische Sensibilisierung und implizit die Entwicklung der ethisch-­‐moralische Kompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kontext des Palliative Care Ansatzes. Die Durchführung der Schulungen wird den Forderungen des Leitsatzes 3 in der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbende Menschen gerecht. Dieser fordert: „Jeder schwerstkranke und sterbende Mensch hat ein Recht auf eine angemessene, qualifizierte und bei Bedarf multiprofessionelle Behandlung und Begleitung. Um diesem gerecht zu werden, müssen die in der Palliativversorgung Tätigen die Möglichkeit haben, sich weiter zu qualifizieren, um so über das erforderliche Fachwissen, notwendige Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie eine reflektierte Haltung zu verfügen.“ (Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V.; Deutscher Hospiz-­‐ und PalliativVerband e.V.; Bundesärztekammer 2011). Die Schulungsinhalte wiederum greifen die Forderungen des Artikel 8 der Charta der Rechte hilfe-­‐ und pflegebedürftiger Menschen auf (Bundesministerium für Senioren, Frauen und Jugend; Bundesministerium für Gesundheit 2010): „Palliative Begleitung, Sterben und Tod. Jeder hilfe-­‐ und pflegebedürftige Mensch hat das Recht in Würde zu sterben“. 13 2) Entwicklung von Verfahren und Instrumenten – Ziel: Systematisierung und handlungsleitende Strukturierung für eine nachhaltige Implementierung Die mit Unterstützung der Referentinnen und Referenten in den Einrichtung entwickelten spezifischen Instrumente und Verfahren (Leitsätze, pflegefachliche Leitlinien, Ethik-­‐Leitlinien) bilden zum einen die Komplexität der – wenngleich auch spezifizierten Themen – ab und sichern zum anderen die nachhaltige praxisorientierte und handlungsleitende Verortung der Thematik in den jeweiligen Einrichtungen ab. Denn so wurde in den Instrumenten die jeweilige Schulungsthematik wieder aufgegriffen: Schulungsthemen Instrument/Verfahren Professionsübergreifende Leitsätze zum Umgang mit dem Thema Essen und Trinken in der Ernährungs-­‐ und Flüssigkeitszufuhr in der palliativen Phase von palliativen Phase / Ernährung und Bewohnerinnen und Bewohnern Flüssigkeit in der palliativen Phase Ethik-­‐Leitlinie bei ablehnendem Verhalten gegenüber Essensangeboten Menschen mit Demenz in der Professionsübergreifende Leitsätze zum Umgang mit Angehörigen Sterbephase von Bewohnern mit demenziellen Veränderungen in der Sterbephase Palliative Care als Leitfaden Palliative Care pflegeprofessionelle Fundierung Wichtig war es im Kontext der begleitenden Entwicklung von Instrumenten und Verfahren im Rahmen des Projektes, die bereits bestehenden Standards der Einrichtungen mitzudenken. Dies auch um die Implementierung und Akzeptanz zu sichern. Wichtig war es ferner, in den Konstruktions-­‐ und Entwicklungsprozessen zentrale Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Einrichtungen einzubeziehen. Die entwickelten Verfahren „ermöglichen die Festlegung von Abläufen, zumeist Arbeitsabläufen und teilen das Handeln in Verfahrensschritte, die aufeinander aufbauen bzw. miteinander in Verbindung stehen.“ (Elsbernd 2013) Das heißt: Verfahren systematisieren das Handeln und wirken wie Instrumente bestenfalls handlungsleitend. Handlungsleitung, Praktikabilität und Praxisorientierung waren zentrale Grundlegungen und Validitätskriterien in der kooperativen Entwicklung der Instrumente und Verfahren mit den Einrichtungen. Neben pflegefachlichen Leitsätzen („Professionsübergreifende Leitsätze zum Umgang mit Angehörigen von Bewohnern mit demenziellen Veränderungen in der Sterbephase“ und „Professionsübergreifende Leitsätze zum Umgang mit dem Thema Ernährungs-­‐ und 14 Flüssigkeitszufuhr in der palliativen Phase von Bewohnerinnen und Bewohnern“) und der Entwicklung eines Leifadens („Leitfaden Palliative Care“), wurde eine der kooperierenden Einrichtungen bei der Entwicklung einer „Ethik-­‐Leitlinie“ begleitet und unterstützt („Ethik-­‐Leitlinie bei ablehnendem Verhalten gegenüber Essensangeboten“). Handelt es sich um ein Thema, das aufgrund seiner Komplexität wiederkehrend ethische Dissenssituationen/Wertekonflikte provoziert, dann kann eine Ethik-­‐Leitlinie die Beteiligten und Entscheidungsträger darin unterstützen, einen systematisierten Weg der ethischen Reflexion zu vollziehen, um so – ergänzend zu der pflegefachlichen Abwägung – der Forderung nach der ethischen Reflexion gerecht zu werden (vgl. Riedel 2014). Ethik-­‐Leitlinien „sind Handlungsempfehlungen, die sich aus immer wiederkehrenden Situationen (...) ableiten, und die als Orientierungshilfe für Einzelfallentscheidungen dienen. (...) Sie müssen den gesetzlichen Vorschriften sowie dem wissenschaftlichen Standard entsprechen (...)“ (Vorstand der Akademie für Ethik in der Medizin e.V., 2010; vgl. May 2011). So hatten die in dem Projekt entwickelten Instrumente und Verfahren zwei unterschiedliche Ausgangspunkte: Die Entwicklung der Ethik-­‐Leitlinie stellt die leitende Werteorientierung in den Mittelpunkt, die pflegefachlichen Leitfäden/Leitsätze hingegen stellen die pflegefachliche Orientierung in den Mittelpunkt der Entwicklung. Deutlich wird auch: das Projekt hat sowohl die pflegefachlichen wie auch die ethischen Facetten des Palliative Care Kontextes – nicht nur inhaltlich im Rahmen der Schulungen sondern auch methodisch in der Entwicklung der Instrumente und Verfahren – aufgegriffen. Die ethisch-­‐moralischen Aspekte finden ihre ausschließliche und explizite Fundierung in der Ethik-­‐Leitlinie, die beteiligten und sich möglicherweise in einem ethischen Spannungsfeld befindlichen Werte wurden auch in der Entwicklung der pflegefachlichen Leitsätze reflektiert und jeweils konkret ausgeführt. 3.3
Projektphasen im Projektverlauf Insgesamt wurden in den Einrichtungen vorhandene Kompetenzen in ein verbindliches Handlungskonzept eingebunden, das auf die spezifische Organisationsstruktur der fünf Einrichtungen abgestimmt war und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die nötige nachhaltige Handlungssicherheit bot. Dadurch konnten die vorhandenen Kompetenzen realisiert, themenbezogen aufgegriffen und gemeinsam verdichtet und vertieft werden. Die Anknüpfung an und die Integration von einrichtungsintern vorhandenen Ressourcen und Kompetenzen prägte die Konzeption der Schulungen wie auch die Begleitung bei den einrichtungsbezogenen Projekt-­‐ und Prozessschritten. Übergreifende Prämissen: praxisbezogen und handlungsleitend Theoretische Fundierung und Ausgangspunkt: Der Palliative Care Ansatz – dieser ist grundlegend für die Schulungen zu den Themen Ernährung, Schmerz, palliative Pflege, 15 palliative Pflege bei Menschen mit kognitiven Veränderungen wie auch für die Entwicklung der Instrumente und Verfahren. Methoden: Entwicklung von Verfahren und Instrumenten, Prozesssteuerung mit ihrem jeweiligen einrichtungsspezifischen Ausgangspunkt und der einrichtungsbezogenen inhaltlichen Orientierung (pflegefachlich und werteorientiert) Die Basis für das Projekt bilden die einrichtungsbezogenen Strukturen und ekt(des(ambulanten(Hospizes(St.(Martin(zur(Verdichtung(und(
Rahmenbedingungen sowie die spezifische inhaltbezogene Ausrichtung und ooperierenden(Einrichtungen(der(Altenhilfe(
theoretische Fundierung im Palliative Care Kontext. Nachfolgendes Schaubild fasst die Projektkomponenten und Orientierungen zusammen. ie(Förderung(hat(das(Projekt(im(Zeitraum(vom(01.(Februar(2013(bis(zum(31.(
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16 4.
Prozesse und Ziele im Projektverlauf – Projekt-­‐ und einrichtungsbezogen betrachtet und bewertet 4.1
Prozesse in der Projektgruppe Ziel des Projektes war nicht ausschließlich, die Entwicklung in den Einrichtungen selbst zu unterstützen und nachhaltig zu sichern, sondern auch die Kooperation unter den Einrichtungen sowie mit dem Hospiz St. Martin zu intensivieren und durch die Schaffung einer Vertrauensbasis langfristig zu sichern. Hierbei hat das Hospiz St. Martin zum einen die gute und vertrauensvolle Kooperation in der Begleitung von Menschen in der palliativen Phase durch Ehrenamtliche des Hospizes im Blick wie auch das Angebot durch das ambulante Hospiz, Einrichtungen bei Fragen in der palliativen Phase der Bewohnerinnen und Bewohner zu beraten und zu unterstützen. Aufgrund dieser Zielsetzungen, die das Gesamtprojekt begleiteten, war es wichtig einen Rahmen zu schaffen, in dem einrichtungsübergreifend ein projektbezogener vertrauensvoller Austausch erfolgt. Hierfür wurden drei Projekttreffen im Projektverlauf durchgeführt, denen jeweils bestimmte Fragestellungen zur Vorbereitung seitens der Einrichtungen grundgelegt wurden. Dies auch, um einen strukturierten und zielorientierten Austausch zu sichern, der die gleichwertige Beteiligung aller Projektpartner ermöglicht. Nachfolgend werden die vorbereitenden Fragestellungen ausgeführt, die sich jeweils am Stand im Projektverlauf orientierten. 1. Treffen – Austausch zu den 2. Treffen – Austausch über 3. Treffen – Evaluation und Zielen und dem Vorgehen in den Verlauf und den aktuellen Reflexion angesichts der den Einrichtungen Stand in den Einrichtungen Termin: 8. Februar 2013 Termin: 11. Juli 2013 einrichtungsbezogenen Ziele und Ergebnisse Termin: 24. Januar 2014 Fokus: Einführung in das Projekt, Fokus: Austausch zum aktuellen Fokus: Austausch zum Darstellung der Projektverlauf, zur einrichtungsinternen Projektziele und thematische Ausrichtung, Darlegung der Projektschritte Vorbereitende Eckpunkte für die Präsentation seitens der Projektstand Vorbereitende Eckpunkte für die Präsentation seitens der Einrichtungen waren: Wie ist der aktuelle Stand im einrichtungsbezogenen Projekt? Zielerreichung und Sicherung der Nachhaltigkeit Vorbereitende Eckpunkte für die Präsentation seitens der Einrichtungen waren: Wie war der Prozess in der Einrichtungen waren: Was lief bislang gut? Vorstellung der Besonderheiten Wo gab es Stolpersteine? Wie Mitarbeiter/innen über den der Einrichtung wurden diese bewältigt? Projektverlauf? Vorstellung der Ansprechpartner Welche Teilziele konnten bereits erreicht werden? für das Projekt Einrichtung/mit den Welches Ergebnis konnte erreicht werden und Vorstellung 17 Darstellung der Ziele der Einrichtung im Rahmen des Projekts: was soll in den folgenden Monaten erreicht, erarbeitet, entwickelt werden? Was ist der Hintergrund für das gewählte Thema? Welches dessen. Zielerreichungsgrad der zu Projektbeginn einrichtungsintern formulierten Zielsetzung. Was steht noch aus? Was sind die nächsten Schritte? langfristige Ziel wird mit der Wie wird die Nachhaltigkeit Themenwahl verfolgt? gesichert? Wie soll die Nachhaltigkeit gesichert werden? Erwartungen zur Kooperation mit den anderen Einrichtungen im Projekt? Was gibt es in der jeweiligen Einrichtung, von dem die anderen Einrichtungen im Hinblick auf Palliative Care und das Projekt profitieren können? 4.2
Prozesse in den Einrichtungen im Projektverlauf Nachfolgende zusammenfassende Tabelle zeigt, wie die Einrichtungen im Projektverlauf bezogen auf die beiden Projektkomponenten: 1) Schulung und Qualifizierung zu dem ausgewählten Schwerpunktthema 2) Entwicklung von Verfahren und Instrumenten seitens des Hospizes begleitet wurden und welche Schritte der Nachhaltigkeit im Rahmen des Projektzeitraumes bereits realisiert wurden. Deutlich wird an dieser Tabelle auch nochmals, wie unterschiedlich die Einrichtungen das Projektziel aufgegriffen und realisiert haben. Und auch: durch die Vielfalt in der Umsetzung der Palliative Care immanenten Themenfelder war es möglich, dass die Einrichtungen nicht nur selbst von ihren einrichtungsbezogenen Prozessen profitieren konnten, sondern auch wechselseitig von den entwickelten Instrumenten und Erfahrungen der anderen kooperierenden Einrichtungen im Projekt. Selbst wenn jedes der Instrumente von einer anderen Einrichtung – aufgrund der Relevanz der dazugehörigen Entwicklungs-­‐ und Reflexionsprozessen! – nicht in der vorliegenden Form übernommen werden kann, so ist es dennoch möglich, neue Anregungen und Elemente für die einrichtungsbezogene Weiterentwicklung im Kontext der Thematik zu erlangen. Dieser Prozess wurde durch die drei projektbegleitenden Treffen angebahnt und angeregt (siehe 4.1). 18 Einrichtung Schulungen durch die Unterstützung und Erste Schritte der projektinternen Begleitung bei der Sicherung der Referentinnen und Entwicklung von Nachhaltigkeit der Referenten Verfahren und Projektkomponenten im Instrumenten durch Projektverlauf (April bis Oktober 2013) projektinterne Referentinnen und Winter 2013/2014 Referenten (Oktober 2013 bis Januar 2014) Senioren-­‐
zentrum Schönberg 2 halbe Tage Schulung Fokus: Essen und Trinken / Ernährung und Flüssigkeit in der palliativen Phase 2 halbe Tage Begleitung und Anwendung der Leitsätze Unterstützung bei der im Praxisalltag, Entwicklung von Leitsätzen: situationsbezogen „Professionsübergreifende Erste Schritte der Leitsätze zum Umgang mit einrichtungsübergreifenden dem Thema Ernährungs-­‐ Implementierung der und Flüssigkeitszufuhr in der Leitsätze palliativen Phase von Bewohnerinnen und Bewohnern“ Nicolaus-­‐
Cusanus-­‐Haus 2 halbe Tage Schulung Fokus: 2 halbe Tage Begleitung und Durchführung von 2 Unterstützung bei der ethischen Entwicklung einer Ethik-­‐
Fallbesprechungen und Essen und Trinken / Leitlinie: Validierung der Ethik-­‐
Ernährung und „Ethik-­‐Leitlinie bei Flüssigkeit in der ablehnendem Verhalten palliativen Phase gegenüber Leitlinie Essensangeboten“ Karl-­‐Olga-­‐
4 halbe Tage Schulung Beratung bei der Etablierung Anlegen eines Palliative eines Palliative Care Care Ordners, Umsetzung Altenpflege Fokus: Konzeptes in der Einrichtung der Schulungselemente Palliative Care als pflegeprofessionelle Fundierung Anna-­‐Haag-­‐
Haus 2 halbe Tage Schulung Fokus: Menschen mit Demenz in der palliativen Phase 2 halbe Tage Begleitung und Erste Schritte der Unterstützung bei der einrichtungs-­‐
Entwicklung von Leitsätzen: übergreifenden „Professionsübergreifende Leitsätze zum Umgang mit Implementierung der Leitsätze Angehörigen von Bewohnern 19 mit demenziellen Veränderungen in der Sterbephase“ Haus Adam 4 x Teilnahme und Begleitung bei der Konstituierung einer Müller-­‐Gutten-­‐
Moderation bei der sich Entwicklung eines Leitfadens Projektgruppe, die das brunn konstituierenden (1 Sitzung): Projektgruppe „Leitfaden Palliative Care“ Übergreifende Schulung Fokus: Eckpunkte des Thema Palliative Care in der Einrichtung etabliert und die Umsetzung und Weiterentwicklung der Leitsätze begleitet Palliative Care Ansatzes 4.3
Erreichte Ziele in den Einrichtungen Der Gliederungspunkt 4 widmete sich vor allem der Bewertung des erst genannten Projektzieles: -
die Vermittlung von Palliative Care Kompetenzen zu einrichtungsspezifischen Themen Nachfolgend in Punkt 4.3 und 4.4 stellt sich die Frage: Konnte das Ziel erreicht werden? Als Kriterien, Indikatoren für eine erfolgreiche Durchführung des Projektes wurden für die Projektbeteiligten definiert: Als Projekterfolg betrachten wir das Erreichen der Projektziele, dass also die einrichtungsinterne Palliative Care Kultur konkretisiert und verstetigt werden konnte, das heißt: §
wenn die von den Einrichtungen angestrebten Instrumente, Verfahren etc. entwickelt wurden und auch im Alltag eingesetzt werden, §
wenn die erworbenen Palliative Care Kompetenzen benannt werden können und im Pflegealltag sichtbar werden, §
wenn die beteiligten Einrichtungen die Angebote zur Unterstützung durch das ambulante Hospiz St. Martin wie Beratung und ehrenamtliche Begleitung bei Bedarf zukünftig bewusster in Anspruch nehmen, §
wenn in der Kooperation der Einrichtungen die offene gemeinsame Reflexion von palliativen Situationen möglich ist. Alle Einrichtungen konnten die ihrerseits für den Projektzeitraum formulierten Ziele erreichen. Für einige Einrichtungen war es in den letzten Wochen des Projektzeitraumes bereits möglich mit den Instrumenten/Verfahren zu arbeiten, beziehungsweise diese sogar durch ergänzende Verfahren zu validieren. So zum Beispiel die Überprüfung des 20 erarbeiteten Gegenstandes und die explizierte Werteorientierung in der Ethik-­‐Leitlinie anhand zweier Ethik-­‐Fallbesprechungen mit dem Pflegeteam (vgl. Riedel, Lehmeyer 2013). Andere Einrichtungen konnten zum Abschluss des Projektes bereits über die Praxiserfahrung bezüglich der Anwendung von Instrumenten berichten beziehungsweise erste Schritte der konkreten Implementierung beschreiben. Auch die Konstituierung einer Projektgruppe und das Aufbereiten der erlangten Erkenntnisse in einem einrichtungsinternen Palliative Care Ordner verweist auf die angestrebte Nachhaltigkeit der einrichtungsbezogenen Prozesse und Entwicklungen im Projektzeitraum. 4.4
Evaluation des Projektes seitens der kooperierenden Einrichtungen Ende Dezember 2013 wurde seitens der Projektleitung ein Evaluationsbogen versendet (siehe Anlage). In der Evaluation ging es vornehmlich darum, die Einrichtungen dezidiert dazu anzuregen, den einrichtungsinternen Prozess, die erlangten Erkenntnisse, die erworbenen Kompetenzen und den Zielerreichungsgrad zu erfassen und zu explizieren (Selbstreflexion). Auch ging es darum, den Projektverlauf wie auch die Projektbegleitung zu bewerten. An dieser Stelle sollen die Ergebnisse der Evaluationsfragen 2 (Welche Erkenntnisse sind für Sie besonders wichtig?), 3 (Welche Palliative Care Kompetenzen wurden entwickelt beziehungsweise verdichtet?), 4 (Tragen die im Rahmen des Projektes erfolgten Maßnahmen zu einer nachhaltigen Palliative Care Kultur in Ihrer Einrichtung bei?), 5 (Waren die Maßnahmen praxisorientiert?), 6 (Waren die Maßnahmen handlungsleitend?) anonymisiert ausgeführt werden. Welche Erkenntnisse sind für Sie besonders wichtig? - Erkenntnisse zum Thema Flüssigkeit und Nahrung in der palliativen Phase - Erkenntnis in Bezug auf die Sterbephasen - Ethische Fallbesprechung als wichtige Methode - Wissen liegt vor, Anwendungsbezug weiter vertieft - Wille und Wohl der Bewohnerinnen und Bewohner steht an erster Stelle - Ist die Ernährung belastend? - Tue ich wirklich etwas Gutes? - Wertekonflikte beachten - Fachkompetenz gestärkt Welche Palliative Care Kompetenzen wurden entwickelt beziehungsweise verdichtet? - Sterbephasen erkennen können - Schmerzen erkennen/Schmerzfreiheit - Sicherheit im Umgang mit Palliative Care Situationen - Ernährung am Lebensende 21 - Sensibilisierung zur eigenen Haltung - Sicherheit in Entscheidungssituationen - Palliative Care als berufsgruppenübergreifende Arbeit Tragen die im Rahmen des Projektes erfolgten Maßnahmen zu einer nachhaltigen Palliative Care Kultur in Ihrer Einrichtung bei? - Ja, Rahmenbedingungen die Klarheit schaffen - Noch offen - Ja, Impuls zur Auseinandersetzung - Die erstellte Leitlinie unterstützt die Palliative Care Kultur, gibt Sicherheit - Sensibilität gestärkt - Besprechungskultur zu Palliative Care Themen positiv beeinflusst - Ethische Fallbesprechungen und Ethik-­‐Leitlinie - Enger Kontakt zum Hospiz Waren die Maßnahmen praxisorientiert? - Ja, durch Praxiserfahrung der Referentinnen und Referenten, Praxis war stets im Blick - Praxisinstrument entwickelt - Ja, durch Einbezug der Perspektive und der Erfahrungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde bereits in der Umsetzung der Leitlinie erkennbar - Team sensibilisiert Waren die Maßnahmen handlungsleitend? - Ja, stets Bezug auf die Gegebenheiten in der Einrichtung - Die Umsetzung in der Praxis muss noch erfolgen - Ja, ermöglichen gemeinsam getragenes Vorgehen - Leitlinie als Orientierung, als Rahmen, Entscheidungen gemeinsam zu treffen - Bewusstseinsbildung 22 5.
Die Kooperation der beteiligten Einrichtungen – Projekt-­‐ und zukunftsbezogen bewertet und betrachtet 5.1 Kooperationsangebote und Möglichkeiten der Kooperation Hospize gelten als Orte, an denen die ganzheitliche Betreuung von Menschen am Lebensende im Mittelpunkt steht, orientiert an den Prämissen des Palliative Care Ansatzes. Trotz oder vielleicht gerade wegen dieser Kompetenz kennen Hospize Situationen, in denen sie bei aller Kompetenz sich ohnmächtig gefühlt haben, oder in denen sie ethischen Dilemmata ausgesetzt waren, bei denen, egal wofür man sich letztendlich entscheidet, etwas Unfertiges zurückbleiben wird. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Hospizen wissen auch darum, dass sie für diese Aufgabe – verglichen mit stationären Pflegeeinrichtungen – bessere Rahmenbedingungen haben. Im ambulanten Hospiz St. Martin betrachten wir es deshalb als unsere Aufgabe, andere Institutionen zu unterstützen, die in Bezug auf das Anliegen, Menschen in der palliativen Lebensphase ganzheitlich zu betreuen, über deutlich schlechtere Ausgangsbedingungen verfügen. Übergreifendes Ziel ist es für uns als Hospiz St. Martin, die im Hospizkontext etablierte Palliative Care Kultur – als tragendes Betreuungskonzept für Menschen in der letzten Lebensphase – unter Einbezug unserer Erfahrungen – auch für die Einrichtungen der Altenhilfe praxisorientiert zu eröffnen und sie bei der Integration angemessener Komponenten gemäß ihren Bedarfen zu unterstützen. Hierbei geht es uns stets auch darum, die palliativpflegerische Kompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den stationären Altenhilfeeinrichtungen zu verdichten. Strukturen für diesen Prozess eröffnete uns die Ausschreibung der Robert Bosch Stiftung, die genau die Ziele im Blick hatte, die auch dem Hospiz St. Martin wichtig waren und sind: Kooperation zu vertiefen, verdichten und zu verstetigen. Konkret unterstützen können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ambulanten Hospizen entweder durch pflegefachliche und psychosoziale Beratungskompetenz hauptamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder durch ehrenamtliche Begleiterinnen und Begleiter, die für ihre Aufgabe gut geschult sind und bei den Erfahrungen, die sie im Rahmen ihrer Begleitungen machen, gut begleitet werden. Diese Unterstützung kann jedoch nur greifen, wenn sie beim Hospiz angefragt wird. Und dass der Kontakt überhaupt mit uns aufgenommen wird, hängt unserer Erfahrung nach wesentlich damit zusammen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pflegeeinrichtungen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hospizes einerseits kennen und sie als fachlich kompetent erleben, aber andererseits auch, dass sie sich durch sie in ihrer Kompetenz und ihrem Bemühen die Bewohner gut zu betreuen wertgeschätzt fühlen. Wichtig ist eine Kooperation auf Augenhöhe! Bei der Konzeption des Projektes hatten wir diese Erfahrungen und Aspekte im Blick. 23 Nachfolgend wird die benannte Intention der Kooperation den Erfahrungen im Projekt gegenübergestellt. Zentral aus der Perspektive des Projektträgers ist hierbei die Frage danach, inwieweit sich die Kooperation verändert oder sogar intensiviert hat. 5.2. Indikatoren für eine veränderte Kooperation Der Gliederungspunkt 4 widmet sich vor allem der Bewertung des erst genannten Projektzieles: -
die Vermittlung von Palliative Care Kompetenzen zu einrichtungsspezifischen Themen Nachfolgend geht es darum zu bewerten, ob auch die beiden weiteren Projektziele, die parallel und im Projektverlauf eher implizit waren, jedoch konsequent verfolgt wurden, erreicht werden konnten: -
die direkte Begegnung, die langfristig die gemeinsame Reflexion von palliativen Situationen einrichtungsübergreifend ermöglicht -
das Wissen in den Einrichtungen um die Möglichkeiten der Unterstützung seitens des ambulanten Hospiz St. Martin Deutliche Hinweise für eine Intensivierung der Kooperation und damit dafür, dass die Konzeption des Projektes sich als sinnvoll erwiesen hat, zeigen sich aus unserer Sicht darin, -
dass sich bei einer der kooperierenden Einrichtungen die Zahl der durch Ehrenamtliche begleiteten Bewohnerinnen und Bewohner im Jahr 2013 im Vergleich zum Jahr 2012 verdoppelt hat, -
dass die Anfragen zur Beratung durch die ambulanten Hospizschwestern zugenommen haben, und diese auch zunehmend bei ethischen Fragestellungen hinzugezogen werden, bzw. den Bewohnern und Angehörigen als externe Berater für palliative Situationen vorgeschlagen werden, -
dass eine der Pflegeeinrichtungen das ambulante Hospiz angefragt hat, an einer Veranstaltung für Senioren aus dem betreuten Wohnen zum Thema Ernährungs-­‐ und Flüssigkeitszufuhr am Lebensende zu referieren, -
dass ein Projektteilnehmer uns gebeten hat, auch zukünftig – soweit es unsere Zeit erlaubt – an den Treffen der hausinternen Palliative-­‐Care Projektgruppe teilzunehmen, -
dass eine Pflegeeinrichtung mit der Bitte um Unterstützung bei der Moderation einer komplexen ethischen Fragestellungen auf uns zugekommen ist, -
dass auch bei konfliktträchtigen Situationen im Rahmen des Projektes, aber auch bei palliativen Beratungen Missstände bzw. Konflikte jeweils von beiden Seiten offen angesprochen und geklärt werden konnten, 24 -
und schließlich, dass die Einrichtungen, die sich auch nach dem Projekt zum fachlichen Austausch weiterhin treffen werden, das Hospiz St. Martin gebeten haben, ebenfalls an diesen Treffen teilzunehmen Institutionen reagieren in der Regel träge auf Veränderungen. Unter dieser Prämisse sind die bereits wahrnehmbaren Veränderungen in der Kooperation aus unserer Sicht beachtlich und lassen darauf hoffen, dass die Kooperation weiterhin wachsen wird. Das Anliegen der Einrichtungen, sich auch weiterhin in dieser Gruppe zu treffen, weist außerdem darauf hin, dass auch das Angebot von Kooperation zwischen den Einrichtungen (immerhin auch konkurrierender Trägerschaft!), gerne von diesen aufgegriffen wurde, zumindest in Form von Austausch über palliative Anliegen und mögliche Lösungsansätze. Die Offenheit, mit der bei den Treffen aller Projektpartner nicht nur über die Erfolge, sondern auch über im Rahmen des Projekts auftretende Probleme berichtet wurde, hat dies nachdrücklich deutlich werden lassen. An dieser Stelle sollen abschließend die Ergebnisse der Fragen 7 (Hat das Projekt Ihrer Ansicht nach die Kooperation mit den Hospiz gestärkt?), 10 (Wie bewerten Sie die Teilnahme an dem Projekt bezogen auf Ihre Einrichtung?), 11 (Wie bewerten Sie die Teilnahme an dem Projekt bezogen auf Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?) und 12 (Wie bewerten Sie die Teilnahme an dem Projekt aus Ihrer Perspektive als Projektverantwortliche(r) in Ihrer Einrichtung?) anonymisiert ausgeführt werden. Hat das Projekt Ihrer Ansicht nach die Kooperation mit dem Hospiz gestärkt? -
Ja, neue Informationen erhalten, Projekt selbst, Vertrauen aufgebaut und intensiviert -
Gute Begleitung durch die Mitarbeiterinnen des ambulanten Hospizes, Kooperation gestärkt -
Hat Hemmungen abgebaut auf das Hospiz zuzugehen, Fragen zu formulieren -
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ambulanten Hospizes sind uns nun bekannt -
Basis geschaffen, um zukünftig zügiger Unterstützung einzufordern Wie bewerten Sie die Teilnahme an dem Projekt bezogen auf Ihre Einrichtung? - Größeres Interesse an dem Thema Palliative Care - Prozess wurde angestoßen - Großer Gewinn aus Leitlinie - Thema wurde intensiviert: Sensibilisierung, größere Wertschätzung - Motivationssteigerung, größere Sicherheit Wie bewerten Sie die Teilnahme an dem Projekt bezogen auf Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? - Hochmotivierte und interessierte Mitarbeiter gegenüber der Thematik 25 - Sensibilisierung der Mitarbeiter - Sicherheit vermittelt - Relevanz wurde deutlich - Weitere Schulungen gewünscht Wie bewerten Sie die Teilnahme an dem Projekt aus Ihrer Perspektive als Projektverantwortliche(r) in Ihrer Einrichtung - Es braucht einen Weg ins Thema - Klare Projektstrukturen waren hilfreich - Zeitlicher Einsatz war gut zu bewältigen - Gute Vorbereitung des Projektes - Gute Begleitung seitens der Referenten - Leichtigkeit im Miteinander 26 6.
Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen des Projektes Nachdem das Projekt durch die Robert Bosch-­‐Stiftung bewilligt wurde und die Projektpartner feststanden, hat das Hospiz St. Martin eine Kurzbeschreibung des Projektes zur Veröffentlichung auf der Homepage der Robert Bosch-­‐Stiftung verfasst. Derselbe Text wurde auch für die Dauer des Projektes auf die Startseite des Internetauftritts des Hospiz St. Martin gestellt (vgl. http://www.hospiz-­‐st-­‐
martin.de/kooperationsprojekt-­‐palliative-­‐care.html). Die am Projekt teilnehmenden Einrichtungen wurden von der Projektleitung über diese beiden Auftritte informiert und wurden gebeten, ebenfalls in ihren Veröffentlichungen und Internetauftritten das gemeinsame Projekt darzustellen und auf die Förderung des Projekts durch die Robert Bosch-­‐Stiftung hinzuweisen. Auch bei Vernetzungstreffen mit anderen Diensten im Bereich der hospizlichen, palliativen Versorgung berichteten wir über das Projekt. Sehr offen und interessiert wurde das Projekt und dessen Förderung durch die Robert Bosch Stiftung von den ehrenamtlichen hospizlichen Begleiterinnen und Begleitern aufgegriffen, die im Auftrag des Hospiz St. Martin Menschen am Lebensende begleiten und die in dieser Funktion auch in den Einrichtungen der Projektpartner zu Gast sind. Die Entscheidung für einen feierlichen Projektabschluss am 6. Februar 2014 im Haus der katholischen Kirche wurde unter anderem aus dem Anliegen heraus getroffen, das Projekt, die Projektpartner, vor allem aber auch dessen erreichte Ergebnisse, der Öffentlichkeit vorzustellen und in diesem Rahmen auch auf die finanzielle und inhaltliche Förderung des Projektes durch die Robert Bosch-­‐Stiftung hinzuweisen. Zur Veranstaltung wurden deshalb verantwortliche Vertreterinnen und Vertreter von Pflegeeinrichtungen, von Caritas und Diakonie, vom Deutschen Hospiz-­‐ und Palliativverband Baden-­‐Württemberg sowie der katholischen Kirche in Stuttgart eingeladen. Ebenfalls dazu eingeladen waren Vertreter der Presseorgane Stuttgarts. Nach den Veranstaltungen wurde das Projekt in den Stuttgarter Nachrichten, der Stuttgarter Zeitung: (Anlage; http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.hochschule- esslingen-leitlinien-
fuer-pfleger-als-sterbebegleiter.c52f9616-fa48- 4ad6-b971-efe86ea757c7.html) und im Newsletter des katholischen Stadtdekanats Stuttgart besprochen. Der für das katholische Stadtdekanat verfasste Artikel kann nun, nach Ablauf des Projekts, auf der Startseite des Internetauftritts des Hospiz St. Martin aufgerufen werden und löst damit den Text ab, der dort für die Projektdauer zu lesen war: (Anlage; http://www.kath-­‐kirche-­‐stuttgart.de/aktuelles/aktuelles-­‐
detailanzeige/article/empathie-­‐staerken-­‐auf-­‐kompetenzen-­‐vertrauen/Anlage). 27 7.
Dank seitens der Projektleitung Ein besonderer Dank gilt den kooperierenden Einrichtungen, die sich mit großer Offenheit und vertrauensvoll auf das Projekt und seine Komponenten eingelassen haben. Auf dem gemeinsamen Weg haben wir viel miteinander und voneinander gelernt. Mit großem Engagement und Interesse haben sich die Verantwortlichen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Einrichtungen auf die Prozesse der Reflexion und Entwicklung eingelassen. Nur dadurch war es möglich, dass jede der kooperierenden Einrichtungen ihr eigens gesetztes Ziel bis zum Projektende erreichen konnte. Ein herzliches Dankeschön gilt den Referentinnen und Referenten im Projekt, die die in die Entwicklung der Instrumente und Verfahren hineinwirkenden Schulungen mit hohem Engagement und an den Bedürfnissen der jeweiligen Eirichtung orientiert durchgeführt haben. Herzlichen Dank für alle konstruktiven Rückmeldungen im Projektverlauf! Herzlich danken möchten wir der Gesamtleitung des Hospiz St. Martin, Dr. Angelika Daiker. Sie hat von Anbeginn der Antragstellung bis zur Abschlussveranstaltung das Projekt intensiv unterstützt, gefördert, mit stetigem Interesse und großer Wertschätzung begleitet. Ein besonderer Dank gilt der Robert Bosch Stiftung für die Finanzierung des Projektes, die den gemeinsam Weg hin zu neuen Erkenntnissen und hin zu einer neu gewachsenen und intensivierten Kooperation für alle Beteiligte ermöglicht hat. Ein herzliches Dankeschön gilt Frau Hoeter für Ihre Unterstützung seitens der Robert Bosch Stiftung. 28 8.
Anlagen 8.1
Poster der Abschlussveranstaltung am 06.02.2014 Palliative(Care(durch(Kooperation(vertiefen:(Ein(Projekt(des(ambulanten(Hospiz(St.(Martin(zur(Verdichtung(und(
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Einrichtungen;!sichern!der!Nachhaltigkeit!
!
Strukturen!für!die!nachhaltige!Kooperation!mit!dem!Hospiz!St.!Martin!
29 8.2
Evaluationsbogen Rückmeldungen,zum,Prozess,und,den,erreichten,Ergebnissen,im,
Rahmen,des,Projektes,
„Palliative,Care,durch,Kooperation,vertiefen.,
Ein,Projekt,des,ambulanten,Hospiz,St.,Martin,,Stuttgart,,zur,
Verdichtung,und,Verstetigung,von,Palliative,Care,in,kooperierenden,
Einrichtungen,der,stationären,Altenhilfe“,
!
!
!
!
!
Liebe!Kooperationspartner/innen!im!Projekt,!
!
Wir! würden! uns! freuen,! wenn! Sie! den! nachfolgenden! Fragebogen! für! uns! ausfüllen!
würden.! So! können! wir! die! erlangten! Ergebnisse! nochmals! auf! der! Basis! Ihrer!
Rückmeldungen!zusammenfassen!und!den!Prozess!und!Projektverlauf!reflektieren.!
Der! Fragebogen! orientiert! sich! an! den! Projektzielen,! ergänzt! durch! übergreifende!
Fragestellungen.!
!
Wir!werden!am!24.!Januar!2014!gerne!über!die!Ergebnisse!berichten.!
!
Bitte!senden!Sie!den!ausgefüllten!Fragebogen!bis,zum,17.,Januar,2014!an!Frau!Burger!
zurück.!
Herzlichen!Dank!für!Ihre!Mühe!und!Ihre!Unterstützung.!
!
Mit!herzlichen!Grüßen!
Ihre!
Annegret!Burger!&!Annette!Riedel!
!
!
Folgende, Projektziele, sind, in, dem, Förderantrag, bei, der, Robert, Bosch, Stiftung,
seitens,des,Hospiz,St.,Martin,formuliert:,
Übergreifendes!Ziel!des!Projekts!ist!die!Vertiefung!der!Zusammenarbeit!zwischen!dem!
Hospiz!St.!Martin!und!den!kooperierenden!Einrichtungen!durch!!
- die!Vermittlung!von!Palliative!Care!Kompetenz!zu!einrichtungsspezifischen!Themen!
- die! direkte! Begegnung,! die! langfristig! die! gemeinsame! Reflexion! von! palliativen!
Situationen!ermöglicht!
- das!Wissen!in!den!Einrichtungen!um!die!Möglichkeiten!der!Unterstützung!seitens!des!
ambulanten!Hospiz!St.!Martin!!
!
Kriterien,,Indikatoren,für,eine,erfolgreiche,Durchführung,des,Projektes,
Als!Projekterfolg!betrachten!wir!das!Erreichen!der!Projektziele,!zumindest!aber!dass!die!
einrichtungsinterne!Palliative!Care!Kultur!angebahnt!werden!konnte,!das!heißt:!
! wenn! die! von! den! Einrichtungen! angestrebten! Instrumente,! Verfahren! etc.!
entwickelt!wurden!und!auch!im!Alltag!eingesetzt!werden,!
!
! wenn!die!erworbenen!Palliative!Care!Kompetenzen!benannt!werden!können!und!
im!Pflegealltag!sichtbar!werden!
! wenn! die! beteiligten! Einrichtungen! die! Angebote! zur! Unterstützung! durch! das!
ambulante! Hospiz! St.! Martin! wie! Beratung! und! ehrenamtliche! Begleitung! bei!
Bedarf!zukünftig!bewusster!!in!Anspruch!nehmen,!!
! wenn!in!der!Kooperation!der!Einrichtungen!die!offene!gemeinsame!Reflexion!von!
palliativen!Situationen!möglich!ist.!
Fragen,an,Sie,als,kooperierende,Einrichtungen,
,
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1!
1.) In,welcher,Form,haben,Sie,von,dem,Projekt,profitiert?,
2.) Welche,neuen,Erkenntnisse,sind,für,Sie,besonders,wichtig?,
3.) Welche,Palliative,Care,Kompetenzen,wurden,entwickelt,beziehungsweise,
verdichtet?,
!
2!
,
,
4.) Tragen,die,im,Rahmen,des,Projektes,erfolgten,Maßnahmen,zu,einer,
nachhaltigen,Palliative,Care,Kultur,in,Ihrer,Einrichtung,bei?,Wenn,Ja,,in,
welcher,Form?,Wenn,nein,,warum,nicht?,
,
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,
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8.) Wie,war,für,Sie,der,Austausch,in,den,bisherigen,Projekttreffen?,Konnten,
Sie,von,den,kooperierenden,Einrichtungen,profitieren?,Wenn,Ja,,in,welcher,
Form?,Wenn,nein,,warum,nicht?,
,
,
,
,
,
,
,
,
,
5.) Waren,die,Maßnahmen,praxisorientiert?,Wenn,Ja,,was,hat,dazu,
beigetragen?,Wenn,nein,,warum,nicht?,
,
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,
,
,
,
,
,
6.) Waren,die,Maßnahmen,handlungsleitend?,Wenn,Ja,,was,hat,dazu,
beigetragen?,Wenn,nein,,warum,nicht?,
,
,
10.)
Wie,bewerten,Sie,die,Teilnahme,an,dem,Projekt,bezogen,auf,Ihre,
Einrichtung?,
,
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9.) Was,möchten,Sie,den,bei,Ihnen,involvierten,Referentinnen/dem,
Referenten,gerne,zurückmelden?,
,
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11.)
Wie,bewerten,Sie,die,Teilnahme,an,dem,Projekt,bezogen,auf,Ihre,
Mitarbeiterinnen,und,Mitarbeiter?,
,
7.) Hat,das,Projekt,Ihrer,Ansicht,nach,die,Kooperation,mit,dem,Hospiz,
gestärkt?,Wenn,Ja,,was,hat,dazu,beigetragen?,Wenn,nein,,warum,nicht?,
,
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3!
!
4!
30 ,
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,
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,
12.)
Wie,bewerten,Sie,die,Teilnahme,an,dem,Projekt,aus,Ihrer,
Perspektive,als,Projektverantwortliche(n),in,Ihrer,Einrichtung?,
,
13.)
Was,wünsche,Sie,sich,für,die,Zukunft?,
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Raum,für,übergreifende,Rückmeldungen:,
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Herzlichen,Dank,für,Ihre,Mühe!,
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,
Wichtiger,Hinweis,für,Sie:,die!Ergebnisse!werden!vertraulich!behandelt!und!
Einzelergebnisse!werden!ohne!Benennung!der!Einrichtung!vorgestellt.,
,
,
!
5!
31 8.3 Öffentlichkeitsarbeit/Artikel Leitlinien für Pfleger als
Sterbebegleiter
mh, 16.02.2014 13:00 Uhr
Eine Schwester hält die Hand einer SterbendenFoto: dpa
Stuttgart - Das Thema „Versorgung und Begleitung von Menschen in
der letzten Lebensphase“ wird aus Sicht von Annette Riedel,
Professorin der Fakultät Gesundheit und Pflege an der Hochschule
Esslingen, immer wichtiger. Das gilt für die Betroffenen wie auch für
die Altenpfleger. Es geht am Ende um Fragen wie: Soll man einem
Sterbenden Nahrung und Flüssigkeit gegen dessen Willen geben,
obwohl dies sein Leiden möglicherweise unnötig verlängert?
Mustergültige Antworten wird auf diese teils existenziellen Fragen nie
geben. Sehr wohl aber ethische Leitlinien. Diese haben neben dem
Haus Adam Müller-Guttenbrunn in Stuttgart-Rot vier weitere
Stuttgarter Pflegeeinrichtungen zusammen mit dem Hospiz St. Martin
Degerloch im Rahmen eines einjährigen, wissenschaftlich begleiteten
Projekts beantwortet. Das von der Robert-Bosch-Stiftung mit
insgesamt 23 000 Euro geförderte Projekt stand unter der Leitung von
Annegret Burger, Mitarbeiterin in der Abteilung Ambulante
Sterbebegleitung im Hospiz St. Martin.
32 „Die Leute kommen heute kränker zu uns und sie sterben schneller als
früher“, sagt Joachim Treiber vom Haus Adam in Stuttgart-Rot. Für
seine Altenpfleger bedeutet das: Sie kommen immer öfter in
Gewissenskonflikte, geraten in die Zwickmühle verschiedener
Interessen und Wertvorstellungen. Die der Patienten, der Angehörigen
und des eigenen Berufsethos. „Durch die Entwicklung dieser
Leitlinien und der verbundenen Schulungen haben wir jetzt mehr
Sicherheit in diesen schwierigen Entscheidungsprozessen“, sagt
Treiber.
Nähere Informationen zum Thema gibt Professorin Annette Riedel,
die das Leitlinien-Projekt aus wissenschaftlicher Sicht begleitet hat.
Ihre E-Mail-Adresse lautet: annette.riedel@hs-esslingen.de
Quelle: http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.hochschuleesslingen-leitlinien-fuer-pfleger-als-sterbebegleiter.c52f9616-fa484ad6-b971-efe86ea757c7.html
!
Artikel in den Stuttgarter Nachrichten Nr. 33; Montag 10. Februar 2014,S. 17 33 Katholische Kirche Stuttgart: „Empathie stärken, auf Kompetenzen vertrauen“
07.03.14 22:16
Katholische Kirche Stuttgart - Freitag, 7. März 2014
Druckversion der Seite: Aktuelles Detailanzeige
URL: www.kath-kirche-stuttgart.de/aktuelles/aktuelles-detailanzeige/
Foto: H. Schiller
„Empathie stärken, auf Kompetenzen vertrauen“
Gemeinsames Projekt von Hospiz St. Martin und fünf Stuttgarter
Pflegeeinrichtungen zur Versorgung und Begleitung von Menschen in der letzten
Lebensphase
Sterbende Menschen und deren Angehörige während ihrer letzten Lebensphase
zu begleiten bedeutet eine große Aufgabe für alle Mitarbeitenden in
Altenpflegeeinrichtungen. Und wenn die Zeitspannen des letzten
Lebensabschnitts, den die Bewohner in den Einrichtungen verbringen,
zunehmend kürzer werden und gleichzeitig die Anzahl sterbender Patienten in
den Heimen steigt, wachsen die Herausforderungen für die Pflegekräfte noch.
Diese Tendenz hat das Hospiz St. Martin aufgegriffen und vor einem Jahr mit
Unterstützung der Robert-Bosch-Stiftung das Projekt „Palliative Care durch Kooperation
vertiefen“ ins Leben gerufen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus fünf Stuttgarter
Pflegeeinrichtungen, darunter Sozialarbeiter genauso wie Pflegefachkräfte oder
Pflegehelferinnen, sind im Umgang mit Menschen, die kurz vor dem Ende ihres Lebens
stehen, geschult worden und in intensiven Erfahrungsaustausch getreten. Im Rahmen des
Projekts hat sich jede Einrichtung ein kleines Thema aus dem thematischen Großbereich
Palliative Care gewählt, das im jeweiligen Haus weiterentwickelt worden ist, und eine
Projektgruppe gebildet. Deren Aufgabe ist es, das Erarbeitete auch über das Projektende
hinweg in den alltäglichen Abläufen im Haus zu verankern.
Über diesen einheitlichen Teil hinaus ist jede Einrichtung anders vorgegangen: Eines der
teilnehmenden Häuser hat sich beispielsweise in Form von Schulungen intensiv mit dem
Thema Essen und Trinken in der letzten Lebensphase auseinandergesetzt, ein anderes hat
Leitsätze für die Begleitung von Angehörigen dementer Bewohner entwickelt, eine weitere
Einrichtung hat ethische Leitsätze für die Ernährungs- und Flüssigkeitszufuhr in der letzten
Lebensphase entwickelt. Instrumente wie Leitsätze und Leitlinien sind aber keine
Standards, sondern Orientierungshilfen dafür, dass in jeder individuellen Situation auch
individuell angepasst gehandelt werden kann.
Die Leitsätze kommen nun in den Einrichtungen immer wieder zum Einsatz, wenn die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Sterbeprozess ihrer Patienten von Zweifeln oder
Unbehagen betroffen sind. Im Umgang mit sterbenden Menschen, wo Fragestellungen über
http://www.kath-kirche-stuttgart.de/nc/aktuelles/aktuelles-detail…tenzen-vertrauen/?type=98&cHash=77160cba9f1fc8e3bdad969d4d069ca1
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34 Katholische Kirche Stuttgart: „Empathie stärken, auf Kompetenzen vertrauen“
07.03.14 22:16
alle medizinische und fachliche Kompetenz hinausragen und Gewissenskonflikte drohen,
tut diese Möglichkeit der Selbstvergewisserung gut.
Im Austausch im Team sind ähnliche Fragestellungen immer wieder aufgetreten. Das
konkrete Ansprechen der Erfahrungen sowie der vertiefende Blick auf die Problematik
haben den Projektteilnehmern zu einem größeren Vertrauen in die eigenen Empathie und
Kompetenz verholfen. „Ich habe mir ein selbstbestimmteres Urteil über meine
Handlungsmöglichkeiten erarbeitet und habe nun weniger das Gefühl, in diesen
schwierigen und sehr individuellen Situationen immer nach Schema F handeln zu müssen“,
resümiert eine Teilnehmerin bei der Abschlussveranstaltung im Haus der Katholischen
Kirche im Februar.
„Nach dem Projektjahr können wir sagen, das eine Aufbruchsstimmung spürbar ist“, zieht
Annegret Burger ihr Fazit, die dem Projekt als Leiterin im Bereich Ambulante
Sterbebegleitung im Hospiz St. Martin vorgestanden hat. „Wir sehen eine echte
Schubwirkung – und freuen uns sehr, dass sich die Projektgruppen entschlossen haben,
die Zusammenarbeit und des Austausch aus eigener Initiative fortzusetzen. Als Team
einen Schritt weiterzugehen, das ist der wesentliche Gewinn aus dem Projekt.“
Hintergrund:
An dem Projekt „Palliative Care durch Kooperation vertiefen“ haben Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter des Hauses Adam Müller-Guttenbrunn, der Karl-Olga Altenpflege, des
Senionenzentrums Schönberg sowie der Hauses Nikolaus Cusanus und des Anna Haag
Mehrgenerationenhauses teilgenommen. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgte durch
Prof. Dr. Annette Riedel von der Fakultät Gesundheit und Pflege der Hochschule Esslingen.
Die Robert-Bosch-Stiftung hat das Projekt mit einer Förderung von 23 000 Euro
unterstützt.
Unter dem Oberbegriff „Palliative Care“ für alle Bereiche der Versorgung unheilbar
Schwerkranker und Sterbender, beispielsweise durch die Palliativmedizin und -pflege sowie
die Hospizarbeit, versteht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Ansatz, die
Lebensqualität von Patienten und deren Familien, die mit Problemen konfrontiert sind, die
mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung einhergehen, zu verbessern.
(Katholisches Stadtdekanat Stuttgart, 26.02.2014)
© Copyright 2014 Katholische Kirche Stuttgart
http://www.kath-kirche-stuttgart.de/nc/aktuelles/aktuelles-detail…tenzen-vertrauen/?type=98&cHash=77160cba9f1fc8e3bdad969d4d069ca1
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Quelle: http://www.kath-­‐kirche-­‐stuttgart.de/aktuelles/aktuelles-­‐
detailanzeige/article/empathie-­‐staerken-­‐auf-­‐kompetenzen-­‐vertrauen/ 35 STI]TTGART 25
Schmerzen früh
behandeln
Sterbebegleitung Das Hospiz
st.
Projekt
Die Resonanz der Teilnehmer ist durchwegpositiv: vor allem habe manvom regen
gegenseitigen Austausch und dem neu entstandenen Netzwerk profitiert. ,,Die Zusammenarbeit endet jetzt hier nicht", sagen sie einstimmig. In regelmäßigen Treffen wollen sie den Kontakt halten und einander auch weiterhin Hilfestellung leisten. ,,Die Aufbruchstimmung ist wirklich
spürbar, da ist viel in Bewegung gekommen", resümiert Annegret Burger. Ihr Ziel
sei es gewesen, durch das Projekt die Kompetenz der Pflegekrdfte anzuerkennen und
einen,,Draht" zu den Einrichtungen aufzubauen - aber vor allem auch, die Pflegeein-
richtungen zum Erfahrungs- und Gedankenaustausch zu bewegen. Und das sei
nachhaltig gelungen.
as
lja
Sterben ist ein wichtiger Teil des
Lebens, aber gleichzeitig ein sehr
schwerer", sagt Annegret Burger,
die Leiterin der ambulanten Lebens- und
Sterbebegleitung des Hospiz St. Martin in
Degerloch. Immer wieder hätten sie und
ihr Team in derVergangenheitbei den Mit-
arbeitern von Altenpflegeeinrichtungen
Unsicherheit im Umgang mit Sterbenden
und deren Angehörigen festgestellt. Des-
STUTTGARTERZEITUNG
Nr.31 | Freitag 7. Februar2Ol4
halb hat das Hospiz zum l. Februar 2013 ge-
meinsam mit der Robert-Bosch-Stiftung
das Projekt,,Palliative Care durch Kooperation vertiefen"gestartet. Dessen feierlicher Abschluss wurde am Donnerstag
Nachmittag im Haus der Katholischen Kirche begangen.
Nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezeichnet,,Palliative Care" einen ,, Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und
deren Familien, die mit Problemen konfrontiert sind, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung einhergehen." Leiden
sollen gelindert, Schmerzen und andere
Belastungen, auch psychosozialer Art,
frühzeitig erkannt und behandelt werden.
Im Rahmen des Projektes des Hospiz
St, Martin wurde das Personal von fünf
Stuttgarter Pflegeeinrichtungen in Beratung, Betreuung und Versorgung von Patienten, die kurzvor ihrem Lebensende stehen, geschult. Jede Einrichtung wählte ein
spezielles Thema und bildete dazu eine
hausinterne Projektgruppe. Mitarbeiter
des Hauses Adam Müller-Guttenbrunn,
des Anna Haag Mehrgenerationenhauses,
der Karl-Olga Altenpflege, des Hauses Nikolaus Cusanus und des Seniorenzentrums
Schönberg entwickelten unter Anleitung
fachliche Leitsätze und Leitlinien, diskutierten aber auch ethischeAspekte, wie beispielsweise den der Ernährung oder FIüssigkeitszufuhr per Sonde.
Quelle: Stuttgarter Zeitung vom 07. Februar 2014 36 9.
Literatur Aulbert, Eberhard (2012). Lebensqualität. In: Aulbert, Eberhard; Nauck, Friedemann; Radbruch, Lukas (Hrsg.): Lehrbuch der Palliativmedizin. 3., aktualisierte Auflage. Stuttgart, New York: Schattauer, S. 13-­‐32. Bardenheuer , Hubert J. (2012). Beginn des Sterbens aus palliativmedizinischer Sicht. In: Anderheiden, Michael; Eckart, Wolfgang U. (Hrsg.). Handbuch Sterben und Menschenwürde. Band 1. Berlin, Boston: De Gruyter, S. 87-­‐91. Berkemer, Esther (2013). Palliative Care in Einrichtungen der stationären Altenhilfe – Entwicklungen, Bedarfe und Herausforderungen unter besonderer Berücksichtigung von Demenz. In: Hasseler, Martina; Meyer, Martha; Fischer, Thomas (Hrsg.). Gerontologische Pflegeforschung. Ansätze, Ergebnisse und Perspektiven für die Praxis. Stuttgart: Kohlhammer, S. 230-­‐243. Bundesministerium für Senioren, Frauen und Jugend; Bundesministerium für Gesundheit (2010). Charta der Rechte hilfe-­‐ und pflegebedürftiger Menschen. Stand Oktober 2010. 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Lebensqualität im hohen Alter. In: Fuchs, Christoph; Gabriel, Heiner; Raischl, Josef; Steil, Hans; Wohlleben, Ulla (Hrsg.). Palliative Geriatrie. Ein Handbuch für die interprofessionelle Praxis. Stuttgart: W. Kohlhammer, S. 44-­‐49. Vorstand der Akademie für Ethik in der Medizin e.V. (2010). Standards für Ethikberatung in Einrichtungen des Gesundheitswesens. In: Ethik Med (2010) 22: S. 149-­‐153. Wunder, Michael (2008). Demenz und Selbstbestimmung. Ethik Med (2008) 20: 17-­‐25. World Health Organization Europe: What are the palliative care needs of older people and how might they be met? August 2004. World Health Organization Europe: Palliative Care. The solid facts. 2004. World Health Organization Europe: Better Palliative Care for Older People. 2004. WHO 2002 vgl. www.who.int/cancer/palliative/en/ aufgerufen am 08.03.2014 Zimmermann-­‐Acklin, Markus (2014). Sterbehilfe und Palliative Care – Überlegungen aus ethischer Sicht. In: Schulte, Volker; Steinebach, Christoph (Hrsg.). Innovative Palliative Care. Eine neue Kultur der Pflege, Medizin und Betreuung. Bern: Hans Huber, S. 80-­‐92. 40 
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