Tierhalterbroschüre

Werbung
Wissenswertes für den Tierbesitzer
Medikamentelle
Brunstunterdrückung bei
Hund und Katze
Medikamentelle Brunstunterdrückung
bei Hund und Katze
Einleitung
Zyklus der Hündin
Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Brunstunterdrückung und somit Empfängnisverhütung bei Hunden und Katzen.
Die meisten Hündinnen werden zwischen dem 6. und 12. Monat geschlechtsreif. Große Rassen werden in der Regel später geschlechtsreif als kleine.
Indikator für die Geschlechtsreife ist das Einsetzen der ersten Läufigkeit.
► Zur kurzfristigen Brunstunterdrückung kommen hormonwirksame Medikamente zum Einsatz, hauptsächlich das Progesteron-Derivat Medroxyprogesteronacetat.
Eine Vielzahl der Hündinnen wird 2 mal pro Jahr läufig, wobei die Abstände
zwischen den Zyklen rassespezifisch und auch individuell variieren können.
► Zur langfristigen und dauerhaften Brunstunterdrückung empfiehlt sich eine
operative Entfernung der Eierstöcke (mit oder ohne Entfernung der Gebärmutter).
Man teilt den Zyklus in 4 Phasen ein: Proöstrus (Vorbrunst), Östrus (Brunst),
Metöstrus und Anöstrus. Die durchschnittliche Dauer der einzelnen Phasen ist
in Abb. 1 dargestellt.
Dieser Ratgeber gibt eine Übersicht über die normale Zyklusregulation bei
Hund und Katze. Er liefert Ihnen Informationen über die Wirkung und Einsatzgebiete des Wirkstoffes Medroxyprogesteronacetat zur kurzfristigen Brunstunterdrückung sowie wichtige Hinweise für die richtige Anwendung.
Neben der Beratung durch Ihren Tierarzt soll Ihnen somit geholfen werden, die
Behandlung und deren Wirkung auf Ihr Tier zu verstehen und eventuell auftretende Nebenwirkungen oder Behandlungsprobleme frühzeitig zu erkennen.
Hündin (Beagle): Länge eines üblichen Zyklus: 6 - 8 Monate
Östrus
Metöstrus
Anöstrus
Proöstrus
8 -14 Tage
ca. 140 Tage
30 - 90 Tage
5 -12 Tage
Abb. 1: Zeitdauer der Zyklusphasen bei der Hündin
Die Läufigkeit umfasst den Proöstrus, den Östrus und den sehr frühen
Metöstrus. In dieser Zeit verliert die Hündin Läufigkeitssekret in unterschiedlicher Farbe.
Zyklus der Kätzin
Die meisten Kätzinnen werden zwischen dem 6. und 9. Monat geschlechtsreif, wenn sie ein durchschnittliches Körpergewicht von 2,5 kg erreicht haben.
Die Läufigkeit dauert im Durchschnitt drei Wochen. Während dieser Zeit ist
die Hündin für mehrere Tage deckbereit. Der Anöstrus bezeichnet die Phase
der Zyklusruhe. In dieser zeitlich sehr variablen Phase fehlen jegliche Zeichen
des Sexualzyklus.
Im Gegensatz zur Hündin sieht man bei der Katze kaum äußere Anzeichen für
den Zyklus. Das auffälligste Merkmal ist ihr verändertes Verhalten (Anhänglichkeit, Unruhe, Wälzen etc.).
Hauskatzen können das ganze Jahr über alle 1 bis 3 Wochen rollig werden.
Eine weitere Besonderheit bei Katzen ist, dass der Eisprung erst durch den
Deckakt ausgelöst wird. Die Einteilung der Zyklusphasen erfolgt wie beim Hund
(siehe nächste Seite).
Weder bei Hunden noch bei Katzen hört der Zyklus im Alter auf. Bei den meisten Tieren nimmt mit zunehmendem Alter jedoch die Häufigkeit der Zyklen und
die Fruchtbarkeit ab.
1
2
Informationen zur medikamentellen
Brunstunterdrückung bei Hunden und Katzen
mit Medroxyprogesteronacetat
Angaben zum Wirkstoff
Medroxyprogesteronacetat ist eine Substanz mit hormonähnlicher Wirkung.
Es ist erhältlich in Tablettenform mit je 5 mg Wirkstoff pro Tablette zur Eingabe in das Maul.
Wann sollte auf den Einsatz verzichtet werden?
•
Nicht anwenden bei trächtigen oder laktierenden Tieren.
•
Nicht vor Erreichen der Geschlechtsreife anwenden.
•
Nicht anwenden bei Tieren mit Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder
anderen hormonellen Erkrankungen.
Mögliche Nebenwirkungen
Progesteron und damit auch Medroxyprogesteronacetat haben nicht nur Wirkungen auf den Fortpflanzungszyklus, sondern auf den gesamten Körper.
Anwendungsgebiete
Katzen:
Zur Verhinderung der Brunst
Hunde:
Zur kurzfristigen Verschiebung
bzw. Unterbrechung der Läufigkeit
Im Folgenden finden Sie eine Auflistung von möglichen unerwünschten Folgen
und deren Anzeichen. Wenn Sie den Verdacht auf eine Nebenwirkung haben
oder Sie sich unsicher sind, suchen Sie bitte Ihren Tierarzt auf.
•
Veränderungen an der Gebärmutter bei Hunden (Entzündungen oder
Zysten). Anzeichen hierfür sind:
Vermehrter Durst, Fieber, Mattigkeit, Ausfluss aus der Scheide.
Die Gefahr von Gebärmutterveränderungen erhöht sich um ein Vielfaches,
wenn mit der Therapie nicht im Anöstrus begonnen wird.
•
Veränderungen am Gesäuge (Vergrößerung des Gesäuges, Tumoren).
Es ist daher empfehlenswert, das Gesäuge regelmäßig abzutasten.
•
Medroxyprogesteronacetat kann zu vermehrtem Appetit führen. Sie sollten daher das Gewicht Ihres Tieres regelmäßig kontrollieren und ggf. die
Futterration reduzieren und die Aktivität Ihres Tieres erhöhen.
Wirkungsweise von Medroxyprogesteronacetat
Medroxyprogesteronacetat ist ein synthetischer Wirkstoff, der dem natürlich
vorkommenden Hormon Progesteron ähnelt. Es bindet an die Progesteronrezeptoren im Körper und hat daher ähnliche Wirkungen wie Progesteron.
Progesteron ist im Körper an der Regulation nahezu aller Vorgänge der weiblichen Fortpflanzung beteiligt und besonders wichtig für die Aufrechterhaltung
der Trächtigkeit. Im Falle einer Trächtigkeit kommt es durch die Anwesenheit
von Progesteron nicht zur Ausbildung neuer Follikel und nicht zum Eisprung.
Der Zyklus wird somit unterbrochen.
Diesen Mechanismus nutzt man durch die Gabe von Medroxyprogesteronacetat, um den Zyklus bei Hunden und Katzen zu verschieben oder zu verhindern.
Für eine genaue Aufstellung der möglichen Nebenwirkungen lesen Sie bitte die
Packungsbeilage des von Ihrem Tierarzt verordneten Arzneimittels oder fragen
Sie Ihren Tierarzt.
3
4
Anwendungshinweise zu Medroxyprogesteronacetat
•
Die Anwendung sollte nur in einer Phase der vollständigen Ruhe des Eierstocks (Anöstrus) erfolgen. Bei Hündinnen sollte die Anwendung daher
frühestens 3 Monate nach einer beobachteten und spätestens 1 Monat vor
einer erwarteten Läufigkeit stattfinden.
Dosierungsvorgabe Ihres Tierarztes
Name des Tieres:
Name des Arzneimittels:
•
•
•
•
Bei Hündinnen sollten mindestens die ersten beiden Läufigkeiten unbehandelt vorübergehen, um Informationen über Dauer und Verlauf der
Läufigkeit sowie die zu erwartenden Brunstintervalle zu erhalten.
Dosierung:
Tablette(n) pro Tag / pro Woche
Eine Behandlung von trächtig gewesenen Hündinnen sollte frühestens 60
Tage nach dem Werfen erfolgen.
Dauer der Anwendung:
Tage
Die Anwendung bei Zuchttieren ist zu vermeiden, da es nach einer
Behandlung zu einem verzögerten Einsetzen des neuen Zyklus kommen
kann.
Weitere Hinweise:
Die Tabletten sollten vor den Mahlzeiten gegeben werden, am besten in
einem Bissen der jeweiligen Lieblingsspeise versteckt.
Behandlungsbeginn:
/
/
(Datum)
Nächster Kontrolltermin:
Tierarztpraxis:
Diese Broschüre wurde erstellt von:
5
6
Dr. Otto Fischer GmbH
Herunterladen