Ihr Gesundheitsamt informiert zu infektiöser Gelbsucht durch das

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Gesundheitsamt
Dr. Becker, Medizinaloberrätin
Ihr Gesundheitsamt informiert zu
infektiöser Gelbsucht durch das Hepatitis-B-Virus
Die Hepatitis B ist eine akute oder chronische Entzündung der Leber, die durch das
Hepatitis B-Virus verursacht wird. Die Hepatitis B ist eine der häufigsten
Infektionskrankheiten. Nach Angaben der WHO haben 2 Mrd. Menschen weltweit
eine Hepatitis B-Infektion durchgemacht und ca. 5% der Weltbevölkerung (350 Mio.)
sind chronisch mit dem Virus infiziert, in Deutschland schätzungsweise 0,6% der
Bevölkerung.
Weltweit wird mit ca. 600.000 Todesfällen durch Hepatitis-B-Virus verursachte
chronische Lebererkrankungen gerechnet.
Übertragungswege:
Die Übertragung erfolgt über Körpersekrete von akut oder chronisch infizierten
Personen, insbesondere wenn die Infektion symptomlos und damit unerkannt
aufgetreten ist. Das Virus findet sich im Blut, aber in geringer Konzentration auch in
Speichel, Tränenflüssigkeit, Sperma, Vaginalsekret und Colostrum (Vormilch).
Bereits die Übertragung von kleinsten Mengen infektiösen Blutes über Schleimhäute
oder – auch geringfügige – Verletzungen der Haut kann zu einer Infektion führen.
Auch die sexuelle Übertragung spielt eine große Rolle.
Inkubationszeit:
45 – 180 Tage, im Durchschnitt 60 – 120 Tage.
Verlauf der Erkrankung:
Eine Hepatitis B-Infektion kann sehr unterschiedlich verlaufen: bei etwa 1/3 der
infizierten Erwachsenen tritt eine akute Leberentzündung auf mit Appetitlosigkeit,
Übelkeit, Erbrechen, Fieber und Gelenkschmerzen. Einige Tage später erscheint die
Gelbsucht mit Gelbfärbung der Haut und auch Bindehaut sowie Entfärbung des
Stuhls und Dunkelfärbung des Urins. Die Gelbfärbung blasst innerhalb von zwei bis
vier Wochen ab. Bei einem weiteren Drittel der Infizierten verläuft die Erkrankung
ohne Gelbsucht und bei dem letzten Drittel ohne jegliche Symptomatik, also
unerkannt. Bei 0,5 – 1% der Infizierten tritt eine schwere Erkrankung mit akutem
Leberversagen auf.
Bei 90% der infizierten Erwachsenen heilt die Erkrankung vollständig aus und führt
zu lebenslanger Immunität, bei 10% der infizierten Erwachsenen entwickelt sich eine
chronische Infektion. Tritt die Erkrankung im frühen Kindesalter auf, so muss zu 90%
mit einem chronischen Verlauf gerechnet werden, bei Immungeschwächten zu
30 – 90%. Von einer chronischen Infektion spricht man, wenn das Virus länger als
sechs Monate im Körper persistiert. Eine chronische Infektion kann sich auch im
Anschluss an eine symptomlose Infektion und damit völlig unbemerkt entwickeln. Bei
einer chronischen Infektion besteht neben der ständigen Infektiosität für andere das
Risiko, eine Leberzirrhose oder ein Leberzellkarzinom zu entwickeln.
Diagnostik:
Typische Symptome und vor allem die gezielte Blutuntersuchung führen zur
Diagnose und zur Überwachung des Infektions- bzw. Heilungsverlaufs. Zusätzlich
werden gelegentlich Untersuchungen mit Ultraschall oder Leberbiopsie notwendig.
Therapie:
In den meisten Fällen symptomatisch, d.h. Bettruhe und Diät. Nur bei Komplikationen
werden antivirale Medikamente verabreicht. Auch bei Patienten mit chronischer
Hepatitis sollte eine längerfristige antivirale Behandlung überlegt werden.
Schutz vor Ansteckung:
Seit 1982 steht eine aktive Impfung zur Verfügung, die zunächst dem medizinischen
Personal wegen besonderer Gefährdung angeboten wurde. Seit 1995 sollten gemäß
der ständigen Impfkommission alle Säuglinge und Kleinkinder geimpft werden sowie
alle bisher ungeimpften Kinder und Jugendliche. Das Ziel ist auf Dauer eine
vollständig immunisierte Bevölkerung.
Eine Impfung wird auch empfohlen bei besonderen Risiken wie z.B. Dialyse,
chronischen Lebererkrankungen, Fernreisen sowie bei privatem oder beruflichem
Kontakt zu Hepatitis-B-Infizierten.
Auch bei erfolgreicher Grundimmunisierung ist ein lebenslanger Schutz nicht
garantiert, so dass bei möglicher Infektionsgefahr eine Auffrisch-Impfung
durchgeführt werden sollte. Eine Wiederholungsimpfung zehn Jahre nach Impfung im
Säuglings- und Kleinkinderalter ist derzeit für Kinder und Jugendliche nicht generell
empfohlen, jedoch für Kinder und Jugendliche, die einer Risikogruppe angehören.
Eine passive Immunisierung mit sofortiger Schutzwirkung sollte durchgeführt
werden nach versehentlicher Aufnahme virushaltiger Körperflüssigkeit wie z.B. nach
einer Nadelstichverletzung.
Weitere Maßnahmen für ungeimpfte Personen:
Tragen von Schutzhandschuhen bei vorhersehbarem Kontakt mit Blut oder
Körpersekreten, Einhaltung von Hygienemaßnahmen in Piercing- oder
Tätowierstudios, Kondomgebrauch bei wechselnden Sexualpartnern.
Falls sie weitere Fragen zu dieser Erkrankung haben, wenden Sie sich bitte an ihr
Gesundheitsamt (für Ingolstadt Tel.: 0841/305-1461, e-mail:
gesundheitsamt@ingostadt.de) oder Ihren Hausarzt bzw. Kinderarzt.
Informationen auch unter www.rki.de.
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