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"Carl Suppan" <[email protected]>
Carl Suppan 7b 1999
Prenatale Entwicklung
Eileitertransport und Furchung
Während einer 4-bis 5 tägigen Wanderung durch den Eileiter zur Gebärmutter teilt sich die in
der Ampulle des Eileiters befruchtete Eizelle und kommt etwa im 16-Zellen-Stadium im
Uteruslumen an. Die befruchtete Eizelle wird mit Hilfe eines Flüssigkeitsstroms und durch
den uteruswärts gerichteten Zilienschlag der Flimmerzellen im Richtung Gebärmutter
transportiert. Im nächsten Stadium erreicht der Kern den Uteruslumen. Hier entwickelt sich
innerhalb der Keim weiter und die Placenta wird ausebildet.
Aufbau des Mutterkuchens
Der Reife, das heist der voll ausgebildete Mutterkuchen ist Scheibenförmig mit einem
Durchmesser von etwa 18cm und wiegt zwischen 450 und 500g und hat die Gestalt eines
Flachen Topfes. Das mütterliche Blut strömt über Spiralarterien in die Intervillösen Räume
einer reifen Placenta, die enthalten etwa 150ml Blut, das 3-bis4mal pro Minute ausgetauscht
wird. Die Placenta löst sich nach der Geburt des Kindes von der Uteruswand ab und wird
ebenfalls „geboren“ (Nachgeburt). Neben den Gas- und Stofftransport hat die Placenta
zahlreiche weitere Aufgaben. Sie sichert den Fortbestand der Schwangerschaft, indem sie
Aufgabend der Hypophyse und des Ovars übernimmt und wichtige Hormone, wie z.B.
Östrogene, Progesterone und Choriongonadotropine (placentares Hormon) bildet
Nabelschnur
Das in der Placenta mit Sauerstoff angereicherte kindliche Blut gelangt über eine unpaare
Nabelvene (Vena umbilicalis) zum kindlichen Orgsanismus. Über 2 Nabelarterien (Arteriae
umbilicales) fließt das sauerstoffarme Blut zurück zur Placenta. Nabelarterien und Nabelvene
verlaufen, eingehüllt in gallertartiges Bindegewebe, in der etwa 1,5 cm dicken bis zu 1m
langen Nabelschnur.
Embrionalentwicklung:
Die Zellen des Embryoblasten bilden nach vollständiger Implantation eine zweiblättrige
Keimblattscheibe, die aus dem inneren (Entotherm) und dem äußeren Keimblatt (Ektotherm)
besteht und aus der sich der Embryo entwickelt. Dem Entotherm und dem Ektotherm liegt
jeweils ein flüssigkeitsgefülltes Bläschen, das Entothermbläschen (Dottersack) und das
Ektothermbläschen (Schafshaut oder das die Amnionhöhle bildende Amnion). Während der
Dottersack sich langsam zurückbildet, wächst der Embryo in die von Amnion gebildete
Amnionhöhle hinein. Diese enthält am Endeder Schwangerschaft etwa 1l Fruchtwasser
(Amnionflüssigkeit), das eine schützende und ernährende Funktion ausübt. Bei einem etwa 16
Tage alten Embryo erscheint auf der Oberfläche des Ektotherms der Primitivstreifen, eine
schmale Rinne, die sich vertieft und zur Primitivrinne wird. Das vordere Ende des
Primitivstreifens (Primitivknoten) wird zur Primitivgrube, von der sich in Richtung des
späteren Kopfes ein sogenannter Kopffortsatz (Chordaanlage) unter das Ektotherm schiebt. In
diesem Gebiet finden umfangreiche Zellwandverschiebungen statt (Gastrulation). Im bereich
des Primitivstreifens wandern Zellen in die Tiefe und bilden zwischen dem Entotherm und
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dem Ektotherm das mittlere Keimblatt, das Mesotherm (Ausbildung der dreiblättrigen
Keimscheibe).
Abkömmlinge der Keimblätter
Aus dem drei Keimblättern, die am Bwginn der Embryonalentwicklung
(3.Schwangerschaftswoche) angelegt sind, entwickeln sich die Organanlagen. Das äußere
Keimblatt bildet im Wesentlichen die Anlage des Zentralnervensystems (Gehirn-und
Rückenmark sowie Ohrbläschen, Riechgrube und Augenlinsen) und das Oberflächenepithel
(Epidermis). Aus dem mittleren Keimblatt entstehen Skelett, die Skelettmuskulatur, die
Kreislauforgane sowie die Harn- und Geschlechtsorgane. Das Entotherm (inneres Keimblatt)
schließlich liefert in der weiteren Entwicklung vor allem die epithelialen Anlagen der
Verdauungs- und Atemwege.
Ausbildung der Körperform
Der zunächst flache, schildförmige Embryo beginnt sich am Vorder- und Hinterende
einzuschnüren. Am Ende der 4. Woche ist die Grundform des Rumpfes herausgearbeitet. Der
Kopf wächst sehr schnell und nimmt etwa ein Drittel der Gesamtlände des Embryos an. Seine
Form wird den drei Gehirnbläschen und den Augenanlagen bestimmt. Zu Beginn der 5.
Woche treten die oberen und unteren Gliedmaßen (Extremitätenknospen) als plumpe Knospen
an der seitlichen Rumpfwand im Erscheinung. Der Rumpf ist durch die Anlage des
Herzschlauches und der Leber vorgewölbt. Nach hinten verjüngt er sich zum gebogenen
Steiß.
Im Verlauf des 2.Monats krümmt sich der Embryo stark, wobei besonders die Nacken-und
Scheitelbeuge betont werden. Der Kopf nimmt bereits die Hälfte der Gesamtlänge ein; die
Anlage des Vorderhirns tritt hier besonders hervor. Die Augenlieder werden in Form von
Falten angelegt, und Nase, Lippen und Kinn sind erkennbar. Am Übergang zum Hals sind die
Ohrmuscheln zu erkennen. Finger- und Zehenstrahlen werden an den Extremitätenknospen
sichtbar.
Fetalentwicklung
Vom Beginn des 3. Schwangerschaftsmonats an nennt man den Keim Fetus. Innerhalb der
Fetalentwicklung kommt es zum Wachstum und zu Differentierung der Organsysteme.
Hierbei verlaufen Wachstumsvorgänge in Schüben. Während die Wachstumsgeschwindigkeit
bis zur 16. Schwangerschaftswoche gering ist, beschleunigt sich das Körperwachstum bis zur
27. Woche. Danach folgt eine Periode maximalen Wachstums, die bis zur 37. Woche anhält.
In dieser Zeit wächst auch die Amnionhöhle zu einer endgültigen Größe heran.
Zu Beginn des 3. Monats nimmt der Kopf fast die Hälfte der Gesamtkörperlänge ein, im 5.
Monat ein Drittel und zum Zeitpunkt der Geburt ein Viertel.
Den Zusammenhang zwischen Körperlänge und Alter menschlicher Feten zeigt die HaaseRegel, die anhand von Längenmaßen einen Anhalt für das Alter zu geben vermag. Danach
spricht die Gesamtlänge (Scheitel-Fersen-Länge) des Fetus im 4. und 5. Fetalmonat dem
Quadrat der Monatszahl, ab dem 6.Monat dem Fünffachen der Monatszahl. Zwischen dem 1.
Schwangerschaftsmonat und der Geburt nimmt die Körperlänge um das 50fache zu, während
das Körpergewicht in etwa vertausendfacht wird. Nach der Geburt vergrößert sich die
Körperlänge bis zum Abschluß des Wachstums nur noch um etwa das 3,5fache, das
Körpergewicht hingegen um das 20fache.
Eine sehr genaue Kontrolle des fetalen Wachstums ist mit Hilfe des Ultraschalls möglich.
Hierbei wird z. B. der Abstand der beiden Scheitelbeine gemessen (biparietaler Durchmesser),
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da der Kopf des Fetus bei der Ultraschalluntersuchung gut sichtbar ist. Eine annähernde
Längenbestimmung des Fetus erfolgt nach der Formel:
Biparietaler Durchmesser * 5,5 = Körperlänge in cm.
Zum Zeitpunkt der Geburt beträgt der biparietale Durchmesser etwa 9 cm.
Reifezeichen
Reife Kinder haben bei der Geburt eine Scheitel-Fersen-Länge von etwa 49-51cm mit einer
Sitzbeinhöhe von etwa 33cm. Das Gewicht beträgt durchschnittlich 3200g (Mädchen) und
3400g (Jungen), mindestens aber 2500g. Wollhaare (Lanugohaare) sind kaum mehr
anzutreffen, und die Kopfhaare haben eine Länge von etwa 2cm. Die Finger-und Zehennägel
überragen die Fingerkuppen. Beim männlichen Neugeborenen hat der Hoden das Skrotum
erreicht und beim weiblichen Neugeborenen werden die kleinen Schamlippen von den großen
gerade Bedeckt.
Weitere Kriterien zur Beurteilung von Neugeborenen sind der Zustand der Haut (Farbe,
Spannung, Unterhautfettgewebe), die Festigkeit des Nasen-und Ohrknorpels, das
Vorhandensein bestimmter neuromuskulärer Reflexe sowie der Zustand der Atmung, der
Herzschlagfrequenz und des Muskeltonus. Röntgenologisch ist am unteren Gelenkende des
Oberschenkelknochens ein Knochenkern in der Epiphyse sichtbar.
Schwangerschaftsdauer und Errechnung des Geburtstermins
Der Zeitpunkt der letzten Menstruationsblutung bildet den Bezugspunkt für die Bestimmung
der Schwangerschaftsdauer. Hierbei beträgt die durchschnittliche Dauer, berechnet von 1. Tag
der letzten Regelblutung, 280 Tage, die mittlere Tragezeit hingegen, berechnet von Zeitpunkt
des Eisprungs, 266 Tage.
Der Geburtstermin ist nach der Naegele-Regel der 1. Tag der letzten Menstruation minus drei
Kalendermonate plus 7 Tage plus 1 Jahr.
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