Physikalische Phänome: Durch starken Regen, Nebel, Schnee oder

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Geräusche und Felder
Warum es knistern
und brummen kann
Physikalische Phänome:
Durch starken Regen, Nebel, Schnee oder Raureif kann
die Randfeldstärke an den Leiterseilen von Freileitungen
Werte erreichen, die eine lokale Ionisation der Luft zur
Folge haben. Das nennt man Korona-Entladungen.
Diese Korona-Entladungen kann man als hochfrequentes
Geräusch wahrnehmen, das beispielsweise als Knistern
oder Prasseln beschrieben wird.
Zusätzlich können Wassertropfen auf den Leiterseilen zu
Schwingungen angeregt werden. Diese Schwingungen
erfolgen mit der zweifachen Netzfrequenz von 100 Hertz
und können als Brummen wahrgenommen werden.
Bei trockenem Wetter gibt es in der Regel keine
Korona-Entladungen, die zu diesen hörbaren Effekten
führen.
Mehr Spannung, mehr Geräusche:
Die elektrische Randfeldstärke an den Leiterseilen wird
weitestgehend durch die Betriebsspannung beeinflusst.
Dabei ist erst ab einer Betriebsspannung von
220 Kilovolt mit einer wesentlichen Geräuschentstehung
durch Korona-Entladungen zu rechnen.
Bei Betriebsspannungen von 110 Kilovolt ist dagegen nur
mit einer sehr geringen Geräuschentstehung zu rechnen.
Neben der Betriebsspannung wird die Randfeldstärke
auch durch die spezifische Leitergeometrie (Anzahl der
Leiterseile je Leiterbündel, Leiterdurchmesser) beeinflusst.
Gesetzliche Grundlagen zur
Beurteilung von Geräuschimmissionen
Zur Beurteilung von gewerblichen und industriellen Anlagen nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) ist
die Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm
1998) heranzuziehen.
Die in der TA Lärm enthaltenen Immissionsrichtwerte sind
ein Maßstab für Geräuschimmissionen, die erhebliche Nachteile oder erhebliche Belästigungen für die Allgemeinheit
oder die Nachbarschaft herbeiführen können.
Immissionsrichtwerte in Dezibel dB(A) nach TA Lärm in Abhängigkeit von der Gebietseinstufung:
Gebietseinstufung
Immissionsrichtwerte in dB(A)
tags (06:00 bis 22:00 Uhr)
nachts (22:00 bis 06:00 Uhr)
Kurgebiete, Krankenhäuser, Pflegeanstalten
45
35
reine Wohngebiete (WR)
50
35
allgemeine Wohngebiete (WA), Kleinsiedlungsgebiete (WS)
55
40
Misch-, Kern- und Dorfgebiete (MI/MD/MK)
60
45
Gewerbegebiete (GE)
65
50
Industriegebiete (GI)
70
70
In der Tabelle sind die Immissionsrichtwerte in Abhängigkeit von der Gebietseinstufung aufgeführt. Diese gelten 0,5 Meter
außerhalb des geöffneten Fensters des vom Geräusch am stärksten betroffenen schutzbedürftigen Raums.
Als Immissionsorte sind Orte im Einwirkungsbereich einer
Anlage festzulegen, an denen eine Überschreitung
der Immissionsrichtwerte am ehesten zu erwarten ist.
Für Immissionsorte in beplanten Gebieten erfolgt die
Gebietseinstufung nach der Festsetzung zur Art der
baulichen Nutzung in den jeweiligen Bebauungsplänen.
Liegen für das zu betrachtende Gebiet keine Bebauungspläne vor, so sind die Immissionsorte entsprechend
ihrer tatsächlichen Schutzbedürftigkeit zu beurteilen.
Elektrische und
magnetische Felder
Ein elektrisches Feld entsteht, sobald an einem Gerät oder
einer Stromleitung eine Spannung anliegt. Wenn Strom
fließt, entsteht zusätzlich ein Magnetfeld. Daher sind elektrische Geräte und Leitungen, in denen Strom fließt,
von elektrischen und magnetischen Feldern umgeben.
Haushaltsgeräten und elektrischen Hausleitungen im Vergleich zu den geltenden Grenzwerten in der Regel gering.
Bei manchen Geräten sind höhere magnetische Flussdichten
möglich, allerdings handelt es sich dann meist um sehr
kleinräumige Belastungen (zum Beispiel Rasierapparat, Fön).
Feldstärken und Maßeinheiten:
Die Stärke des elektrischen Feldes steigt mit der Spannung,
die an der Leitung anliegt. Maßeinheit für die Spannung ist
Volt (V). Die elektrische Feldstärke wird in Volt pro Meter
(V/m) angegeben.
Die Belastung der Bevölkerung mit niederfrequenten Feldern
ist daher normalerweise niedrig. Dies gilt auch für Personen,
die in der Nähe einer Hochspannungsleitung wohnen.
Mit zunehmendem Abstand nehmen elektrische und magnetische Felder schnell ab.
Die Stärke des Magnetfeldes hängt davon ab, wie stark der
Strom ist, der darin fließt. Die Stromstärke wird in Ampere
(A), die Stärke des Magnetfeldes in Ampere pro Meter (A/m)
angegeben. Üblicherweise verwendet man statt der Magnetfeldstärke die magnetische Flussdichte, weil diese zusätzlich
die Magnetisierbarkeit des vom Magnetfeld durchdrungenen
Materials berücksichtigt. Die Maßeinheit ist Tesla (T) beziehungsweise Mikrotesla (µT).
Grenzwerte für elektrische und magnetische Felder:
In Deutschland wurde zum Schutz der Bevölkerung vor
elektromagnetischen Feldern 1996 die Verordnung über
elektromagnetische Felder (26. BImSchV) erlassen und
im August 2013 novelliert. Die Verordnung legt Grenzwerte
für den Gesundheitsschutz fest, die auf international
anerkannten Empfehlungen basieren.
Elektrische und magnetische Felder im Alltag:
Die elektrischen Feldstärken und die magnetischen Flussdichten sind im üblichen Gebrauchsabstand von elektrischen
Die Anlagen sind so zu errichten und betreiben, dass in
ihrem Einwirkungsbereich in Gebäuden oder auf Grundstücken bei höchster betrieblicher Anlagenauslastung
die Grenzwerte eingehalten werden.
Grenzwerte für Niederfrequenzanlagen gemäß 26. BlmSchV:
Frequenz in Hertz (Hz)
110-kV-Leitung
Bahnstromleitung
Elektromagnetische Felder
bei Haushaltsgeräten:
Elektrische Feldstärke
in Kilovolt pro Meter (kV/m)
Magnetische Flussdichte
in Mikrotesla (µT)
50
5
100
16 2/3
10
300
Elektromagnetische Felder
an der neuen Leitung
Anhand der technischen Daten der geplanten 110-kV-Leitung
und des Umspannwerks in Ursheim werden die elektromagnetischen Felder im Querschnitt der Freileitung beziehungsweise in der Umgebung des Umspannwerks berechnet.
Anschließend werden die Abstände zur Achse der Freileitung
angegeben, ab denen die Grenzwerte der 26. BImSchV eingehalten werden.
Für das Umspannwerk werden die Maximalwerte der
elektrischen Feldstärke und der magnetischen Flussdichte
an der Grundstücksgrenze angegeben.
Für alle Berechnungen werden die höchstmöglichen
Belastungswerte gewählt.
Abstände zur Einhaltung der Grenzwerte der 26. BImSchV für die magnetische Flussdichte und elektrischen Feldstärke:
Mastgeometrie
Abstand zur Trassenachse,
in dem die zulässigen Werte gemäß 26. BImSchV
in jeder Höhe eingehalten werden
Abstand zum unteren Leiterseil,
in dem die Grenzwerte gemäß 26. BImSchV
eingehalten werden
magnetische Flussdichte
elektrische Feldstärke
magnetische Flussdichte
elektrische Feldstärke
Einebenenmast 110 kV
5,4 m
5,9 m
1,5 m
2,1 m
Lyramast 110 kV
4,8 m
5,4 m
1,3 m
1,8 m
Donaumast 110 kV/20 kV
8,0 m
8,6 m
1,3 m
2,0 m (110 kV)
0,5 m (20 kV)
Bestandsmast 20 kV/20 kV
6,8 m
6,0 m
1,2 m
0,5 m
1,2 m
2,0 m (110 kV)
0,5 m (20 kV)
Bestandsmast 110 kV/20 kV
6,8 m
Maximalwert der magnetischen Flussdichte Bmax an
der Erdbodenoberfläche für ein 110-kV-Erdkabel
mit unterschiedlichen Geometrien:
Kabelgeometrie
Bmax
Dreieck
30,6 µT
Flach
31,5 µT
Ergebnisse der Gutachten:
Die Grenzwerte der 26. BImschV werden für die
110-kV-Freileitung für alle berechneten Spannfelder in
zwei Metern Höhe über Grund stets eingehalten.
Für die Erdkabel gilt, dass der Grenzwert für die magnetische Flussdichte (die elektrische Feldstärke ist hier nicht
relevant) an der Erdbodenoberfläche eingehalten wird.
7,3 m
Maximalwerte der magnetischen Flussdichte Bmax
und der elektrischen Feldstärke Emax am
Zaun des Betriebsgeländes des Umspannwerks:
Beurteilungsort
Einfahrtsseite des Umspannwerks
Bmax
13,27 µT
Der maximale Wert der magnetischen Flussdichte am
Zaun des Umspannwerks Ursheim beträgt 13,27 µT, der
maximale Wert der elektrischen Feldstärke 0,57 kV/m.
Die Grenzwerte der 26. BImSchV werden somit außerhalb des Zauns überall eingehalten.
Emax
0,57 kV/m
Umspannanlage
Freileitung
Erdkabel
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