5.23 Exkurs Atomhülle – Abspaltung von Elektronen

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5.23 Exkurs Atomhülle – Abspaltung von Elektronen
2 p+
2 n
+ e–
He+
+ e–
2 p+ –
e
2 n
He
B1 Abspaltung von
Elektronen aus Heliumatomen.
Es entstehen positiv
geladene Heliumionen
Die Bildung von Ionen aus Atomen. Schaltet
man eine Leuchtstoffröhre ein, leitet die
Gasfüllung den elektrischen Strom. Wenn das
Gas aus Helium besteht, bewegen sich
geladene Teilchen, die aus Heliumatomen
entstanden sind. Durch Abspaltung von
Elektronen werden positiv geladene Heliumatome gebildet. Atome, die als geladene
Teilchen wirken, nennt man Ionen (von griech.
ion, das Wandernde). Zur Kennzeichnung eines
Ions verwendet man das Zeichen für das Atom
und gibt zusätzlich die Ladung des Ions in
Elementarladungen an, z. B. He+, He2+ [B1]. Die
Abspaltung von Elektronen aus der Atomhülle
wird Ionisierung genannt.
Ionisierungsenergie. Die Energie, die gerade
ausreicht, um ein Elektron aus einem Atom
oder aus einem bereits vorliegenden Ion abzuspalten, bezeichnet man als Ionisierungsenergie. Damit die Energiebeträge für die Ionisierung verschiedener Atomarten vergleichbar
sind, müssen die Angaben für jeweils gleiche
Teilchenanzahlen erfolgen.
Ionisierungsenergie in MJ/mol
2,4
2,1
1,8
1,5
1,2
0,9
0,6
0,3
Kernladungszahl
0
H He Li Be B C
1 2 3 4 5 6
N O
7 8
F Ne Na Mg Al Si P S Cl Ar K Ca
9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
B2 Erste Ionisierungsenergien für die Atome mit Kernladungszahlen von 1 bis 20
198 Atombau und Periodensystem
Ionisierungsenergien von Ionen. Die erforderliche Energie zur Abspaltung eines Elektrons
aus einem einfach positiv geladenen Ion ist
größer als die erste Ionisierungsenergie. Die
Abspaltung eines weiteren Elektrons muss
gegen die stärkere Anziehung des positiv
geladenen Ions erfolgen. Für jedes weitere
abzutrennende Elektron wird die Ionisierungsenergie jeweils größer. In [B3] sind die
Ionisierungsenergien für alle Elektronen des
Aluminium- und Schwefelatoms dargestellt.
Auffällig ist ein jeweils zweimaliges sprunghaftes Ansteigen der Ionisierungsenergie bei
den Ionen, die noch 10 bzw. 2 Elektronen
besitzen (Al3+ und S6+ bzw. Al11+ und S14+). Diese
Ergebnisse geben Hinweise auf ein gemeinsames Bauprinzip für die Elektronenhüllen
aller Atome.
Die Ionisierungsenergien eines Atoms geben
Hinweise auf Energieunterschiede im Atom. Ist
zur Abspaltung eines Elektrons ein hoher
Energiebetrag erforderlich, so hat das Elektron
im Atom eine niedrige Energie. Eine kleine Ionisierungsenergie bedeutet eine hohe Energie
des Elektrons im Atom.
a)
Aluminiumatom
3. Energiestufe
2. Energiestufe
b) Schwefelatom
1. Energiestufe
3. Energiestufe
Ionenladung
Anzahl der
verbleibenden
Elektronen
1. Energiestufe
2. Energiestufe
0
13
2+
11
4+
9
6+
7
8+
5
10+
3
12+
1
0
16
2+
14
4+
12
6+
10
8+
8
10+
6
12+
4
14+
2
B3 Ionisierungsenergien für alle Elektronen des Aluminium- (a) und des Schwefelatoms (b)
Energieänderung bei der Elektronenaufnahme
von Schwefelionen. Die zugeführte Ionisierungsenergie wird wieder abgegeben, wenn
ein Ion ein Elektron aufnimmt. Nimmt ein
Atomkern nacheinander Elektronen auf, bis
das ungeladene Atom vorliegt, werden von
Elektron zu Elektron immer geringere
Energiebeträge frei. Diese sind in [B4a] für die
Entstehung des Schwefelatoms aus dem
Atomkern durch schrittweise Aufnahme von
Elektronen veranschaulicht. Diese Darstellung
entspricht dem umgekehrten Vorgang der in
[B3] gezeigten schrittweisen Abspaltung von
Elektronen. Da bei der Aufnahme von Elektronen die entsprechenden Energiebeträge frei
gesetzt werden, besitzt das jeweils entstehende Ion und am Ende das Atom eine
geringere Energie. Daher sind die Energiebeträge „nach unten“ aufgetragen.
Energiestufen in der Atomhülle. Die frei
werdenden Energiebeträge bei der Elektronenaufnahme durch Schwefelionen [B4a] lassen
auf einen großen Unterschied in der Energie
der Elektronen im Atom schließen.
Im Schwefelatom gibt es drei Gruppen von
Elektronen, die sich drei sehr verschiedenen
Energiezuständen zuordnen lassen [B4b]. Die
Elektronen einer Gruppe, deren Energien im
Atom gleich sind und sich von anderen
deutlich unterscheiden, werden jeweils einer
Energiestufe zugeordnet.
< Energie
Auch für Elektronen der gleichen Energiestufe
ist die bei der Elektronenaufnahme frei
werdende Energie für ein nachfolgend
aufgenommenes Elektron geringer als für das
vorausgegangene. Die Aufnahme jeweils eines
weiteren Elektrons erfolgt durch ein Ion,
dessen positive Ladung bei jeder Elektronenaufnahme und damit die Anziehungskraft
weiter abnimmt.
A1 Zeichne ein Diagramm für die schrittweise
Ionisierung der Atomart Sauerstoff. Die aufzuwendende Energiebeträge (in MJ/mol)
sind:
3,4; 5,3; 7,5; 11,0; 13,3; 71,3; 84,1.
1. Energiestufe
0
2. Energiestufe
3. Energiestufe
0
größtmögliche Energie
eines Elektrons in der Hülle
Energie eines
Elektrons im Atom
+ e–
Erste Ionisierungsenergien von Atomen. Ein
Elektron wird vom Kern umso stärker angezogen, je größer dessen positive Ladung ist. Man
müsste also erwarten, dass die Energie für die
Abspaltung eines Elektrons mit steigender
Kernladungszahl der Atome zunimmt. Durch
die experimentell ermittelten Ionisierungsenergien wird diese Erwartung nur zum Teil
bestätigt. In [B2] erkennt man, dass die Ionisierungsenergien bis zu den Edelgasatomen
ansteigen und zu den darauf folgenden
Alkalimetallatomen stark abfallen. Je weiter
ein Elektron vom Kern entfernt ist, desto
geringer ist der Energieaufwand, um dieses
Elektron abzuspalten, da die Anziehung durch
den Atomkern mit zunehmender Entfernung
schwächer wird. Aus der im Vergleich zu den
Edelgasatomen geringen Ionsierungsenergie
der Alkalimetallatome folgt, dass ein Elektron
dieser Atome im Mittel weiter vom Kern
entfernt ist als bei Edelgasatomen.
Ionisierungsenergie
He2+
Durch Energiezufuhr lassen sich aus der Atomhülle Elektronen abspalten. Dabei ist es
möglich, schrittweise Elektronen zu entfernen.
Damit erhält man Informationen über den
Aufbau der Atomhülle.
frei werdende Energie
e–
+ e–
Ionisierungsenergie
e–
2 p+
2 n
E xku rs A to m h ül l e – A b spal tun g v o n E lekt ronen
3. Energiestufe
2. Energiestufe
1. Energiestufe
B4 Frei werdende Energie bei der Elektronenaufnahme durch Schwefelionen
(a) und Energiestufen für die Elektronen des Schwefelatoms (b)
Atombau und Periodensystem 199
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