Frankonenstollen

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Sachstandsbericht – BVUA 10.11.2011
Bürgerbüro Bauen
Frankonenstollen
Frankonenstollen
Bürgerbüro Bauen
1. Beschreibung
• Ein als Luftschutzkeller gebautes Stollensystem aus dem Zweiten Weltkrieg
• Ausgangspunkt in den Kellern der Eisenlohrschen Brauerei aus dem 19. Jahrhundert
• Zwei parallel geführte Stollen in südwestlicher Richtung, durch Querschlag verbunden
• Nach Aufnahme Reutlingens in das Luftschutzführerprogramm:
Erweiterung ab Juli 1944 mit Kriegsgefangenen sowie Zivil- und Zwangsarbeitern
• Gemauerter Abschnitt von ca. 60 Metern Länge, ansonsten ursprünglich mit Holz verschalt
• Geplanter Ausbau für ca. 1200 Personen / tatsächlicher Ausbau für ca. 900 Personen
• Wegen des eingetretenen Kriegsendes nicht planmäßig fertiggestellt
Frankonenstollen
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2. Historische Quellen
• Dokumentation des Heimatmuseums und des Stadtarchivs „Reutlingen 1930 – 1950:
Nationalsozialismus und Nachkriegszeit“ aus dem Jahr 1995.
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Kapitel „Luftschutz in Reutlingen – Propaganda und Realität“, Seite 217-230.
Kapitel „Kriegswirtschaft und Rüstungsproduktion in Reutlingen“, Seite 231-264.
• Zwangsarbeiter-Datenbank mit mehreren tausend Namen.
• Forschungsprojekt „Zwangsarbeit für die Stadt Reutlingen und ihre heutigen
Bezirksgemeinden“ im Jahr 2001
• Zeitzeugenberichte
- Die Veröffentlichungen und Materialien können im Stadtarchiv eingesehen werden -
Frankonenstollen
3. Chronologie des aktuellen Vorgangs
Bürgerbüro Bauen
26.01.2009
Begehung des Frankonenstollens mit RP Freiburg - Landesamt für
Geologie, Rohstoffe und Bergbau.
09.02.2009
Schreiben Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau:
Frankonenstollen in weiten Teilen nicht standsicher. Potenzielle Gefahr
für die Tagesoberfläche. Gefahr durch Steinfall oder Verschüttung.
 Einziehung der Schlüssel, Gewährleistung eines Betretungsverbotes.
 Exakte Vermessung der Anlage.
 Beauftragung Ingenieurbüro Prof. Dr.-Ing. E. Vees & Partner mit
geotechnischer Beurteilung der Anlage.
08./09.04.2009
Überprüfung der Standsicherheit der Gebäude und öffentlichen
Verkehrsflächen über der Stollenanlage.
Absperrung eines Teilbereichs der Pomologie mit Bauzaun.
21.04.2009
Information im Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss.
10.07.2009
Geotechnisches Gutachten des Büros Prof. Dr.-Ing. E. Vees & Partner:
Empfehlung zur vollständigen und kraftschlüssigen Verfüllung und
Verpressung mit Dämmer- und Porenbeton.
 Antrag der Stadt auf Genehmigung zur Verfüllung der Stollenanlage bei den
zuständigen Behörden im August 2009
Frankonenstollen
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4. Genehmigungsverfahren bis Frühjahr 2011
Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB)
LGRB: zuständige Behörde für künstliche, unterirdische Hohlräume mit Volumen von mehr
als 50 m³
 besondere Polizeibehörde; Abwehr von Gefahren, durch die die öffentliche Sicherheit
und Ordnung bedroht ist.
 zuständig für ArbeitsschutzG, ArbeitszeitG, BImSchG
Position: Zustimmung zur kompletten Verfüllung
Zustimmung zur teilweisen Verfüllung und Sanierung einsturzgefährdeter
Bereiche unter der Voraussetzung, dass alle sicherheitsrelevanten Vorgaben
beachtet werden z. B:
- Beräumung (loses Gestein von Firste beseitigen; Boden für
Begehung und Transport ebnen)
- Bewetterung (Luftzufuhr, Beleuchtung)
- Brandschutz (Rettungswehr, Branderkennungssystem)
Nach Verfüllung/Sanierung regelmäßige Kontrolle
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Höhere Denkmalschutzbehörde (Regierungspräsidium Tübingen)
zuständig, da Stadt (maßgebliche) Eigentümerin
Position: Frankonenstollen ist Kulturdenkmal aus heimatgeschichtlichen Gründen
 eindrückliches Beispiel für die in Reutlingen durchgeführten Luftschutzmaßnahmen
 Erinnerungswert an wichtige historische Ereignisse und Entwicklungen
 öffentliches Interesse an der Erhaltung wegen seines exemplarischen und
dokumentarischen Wertes
Genehmigung für Teilverfüllung (Sanierung)
keine Genehmigung für Komplettverfüllung
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Untere Naturschutzbehörde (Landratsamt Reutlingen)
Position: Biotopschutz
(unterirdische Hohlräume – auch künstliche)
Verboten ist die Zerstörung oder erhebliche/nachteilige Beeinträchtigung
besondere Bedeutung: Sinterbildung
Genehmigung für Teilverfüllung (Sanierung)
Genehmigung für Komplettverfüllung bei Vorliegen eines
wichtigen Grundes
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5. Aktuelle Situation
Frankonenstollen
6. Konzept Teilverfüllung (Sanierung)
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7. Konzept Komplettverfüllung (mit Dämmer/reversibel)
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Gegenüberstellung Teilverfüllung - Vollverfüllung
*) Anmerkungen:
• favorisiert aus der Sicht der
Denkmalschutz- und
Naturschutzbehörden wird die
Teilverfüllung (Sanierung)
• aufgrund der gegebenen
Fakten (dauerhafte Sicherheit
und Kostensituation) wird aus
der Sicht der Behörden eine
Komplettverfüllung (mit
reversiblem Material) für
vertretbar gehalten.
• nach der Entscheidung durch
die Stadt sind die
erforderlichen
Genehmigungen zu
beantragen.
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Betroffene Privatgrundstücke
Friedrich-Ebert-Straße 11 und 17:
• Für Verkehrssicherheit ist grundsätzlich der jeweilige Grundstückseigentümer verantwortlich.
• Kostenermittlung nur für Stollenanteile unter städtischen Grundstücken.
• Gegebenenfalls Sicherung des Stollenanteils zu einem späteren Zeitpunkt.
• Information der betroffenen Grundstückseigentümer durch die Stadtverwaltung.
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