Das Projekt KUNST SCHAFFT STADT (KSS) ist seit dem 4ten

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KUNST SCHAFFT STADT
Joscha Hendricksen / künstlerische Leitung
[email protected]
ein Projekt der
Zeche Carl
Wilhelm-Nieswandt-Allee 100
45326 Essen
zechecarl.de
Essen, den 06.03.2013
„Altenessen Jetzt“
Bericht des künstlerischen Leiters KUNST SCHAFFT STADT zur Vermittlung des Künstlers
Gigo Propaganda für die Entwicklung des Quartiers um den Altenessen Bahnhof
Das Projekt KUNST SCHAFFT STADT (KSS) ist seit dem 4ten Quartal 2012 an der Zeche Carl
angesiedelt. Das Anliegen des Projektes ist es Kunst an der Schnittstellen zu sozialen Themen und
Stadtentwicklungsprozessen anzusiedeln. Dabei wollen wir innovative, avantgardistische
künstlerische Arbeiten im Stadt-Kontext fördern und während des dreijährig angesetzten Projekts die
Beziehung zwischen Kunst und Stadt (Raum & Menschen) theoriepraktisch erfassen.
Bereits vor der offiziellen Auftaktveranstaltung von KSS am 7.12.2012 entstand ein Kontakt zur ISSAB
Mitarbeiterin Tanja Rutkowski. Durch meine Vermittlung konnte der Künstler Gigo Propaganda mit
seinem Konzept "Altenessen Jetzt" für die Entwicklung des Quartiers um den Altenessener Bahnhof
gewonnen werden.
Eine ausführliche Darstellung des Projekts finden Sie auf www.gigopropaganda.com. Ich werde im
Folgenden einige besonders verdienstvolle Aspekte der künstlerischen Arbeit hervorheben.
Aus der Perspektive des Projekts KSS ist das Projekt von Gigo Propaganda in vielerlei Hinsicht
wegweisend. Mit seinem Portrait der Bewohner*innen, der Bemalung der Tankstelle, der Bespielung
des benachbarten Wohnhauses des Ladenlokals und, insbesondere, seiner intensiven Interaktion mit
den Menschen vor Ort hat er ein Beispiel für das erbracht, was Kunst in Stadträumen aktuell leisten
kann. Zum Verständnis seiner Arbeit sind zwei Aspekte zu betonen:
1. Der avantgardistische Einsatz künstlerischer Mittel und die damit verbundene
Weiterentwicklung der „Mural Art“ in weltweit einzigartiger Weise.
2. Die ortsspezifische und inhaltsreiche Kommunikation im Quartier und die konzeptionelle
Stringenz bezüglich der verschiedenen Phasen des Projekts.
Zu 1:
Der Einsatz verschiedener bildnerischer Techniken an der Gastankstelle und dem benachbarten
Wohnhaus ist als bezugsreiches und komplexes Zusammenspiel zu verstehen. Die künstlerische
Sprache der Mural Art wird von Gigo Propaganda mit Elemente visueller Poesie zusammen gebracht.
Gigo verwischt dabei bewusst die Grenzen zwischen Kunst und öffentlicher Text-Äußerung, um den
Blick für die Inhalte zu schärfen. Unabhängig davon, dass es sich um ein Portrait des Quartiers um
den Altenessener Bahnhof handelt ist die Arbeit ein Zeugnis der systematisch-kritischen Reflexion
über die Möglichkeiten von Sprache und Typografie in der Kunst (hier insbesondere: der Kunst im
öffentlichen Raum). Gigo Propaganda bezeugt mit dieser Arbeit seine Vorreiterstellung in der
internationalen Entwicklung der Mural Art.
Zu 2:
Auch auf der sozialen Ebene stellt die Arbeit Maßstäbe auf. Für die künstlerische Portrait-Arbeit hat
sich der Künstler mit allen verfügbaren Akteuren in Verbindung gesetzt und die Themen des Ortes
fortlaufend in seine Arbeit integriert. Die Zusammenarbeit mit dem ISSAB ist dabei von
herausragender Wichtigkeit. Es ist bemerkenswert, dass für die abschließende Ausstellung mehr als
15 Ehrenamtliche zur Mithilfe gewonnen werden konnten. Institutionelle Unterstützung leisteten
dabei u.a.:
-
Zeche Carl, Soziokulturelles Zentrum.
Computainer Vogelheim
Storp9 – Haus für Bildung und Kultur
Wohnquartier 4
ISSAB
Die im Rahmen der zweitägigen Ausstellung gezeigten Videos der Interviews mit den Anwohnern
(Kamera & Schnitt: Robert Sczech), waren zudem von sehr guter Qualität und sind ebenso als
eigenständige Ergebnisse des Projektes bemerkenswert. An beiden Tagen der Ausstellung fanden
Musikaufführungen statt. Am Samstag spielte der deutschlandweit gefragte Klangkünstler St
Kirchhoff ein Konzert und am Sonntag führte ich eine ortsspezifisch komponierte „Symphonie des
Offensichtlichen“ auf.
Dass Gigo Propaganda die Abschließende „Weißung“ (Weiß-Streichen) der Arbeit selbst
konzeptionell geplant und den Aufschrei derjenigen, die Angst zum Machtmittel erkoren haben,
vorweggenommen hatte, spricht für die erfahrungs-gesättigte und konzeptionell avancierte
Arbeitsweise des Künstlers!
Nach Abschluss des Projekts setzt der Künstler Gigo Propaganda mit Unterstützung von "Kunst
Schafft Stadt" seine künstlerische Arbeit für Altenessen und den Essener Norden fort. Wir freuen uns
sehr einen Künstler von dieser Qualität im Projekt präsentieren zu dürfen.
Joscha Hendricksen / künstlerische Leitung KUNST SCHAFFT STADT / 06.03.2013
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