4.0 Präparation von Käfer und Co Findet man in der Natur tote

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4.0 Präparation von Käfer und Co
Findet man in der Natur tote Insekten, so ist beim Betrachten des Insekts eines sehr
auffällig. Die Insektenbeine sind nach innen angewinkelt. Das geschieht durch die
Beinmuskeln, die sich beim Sterben zusammenziehen (verkrampfen). Ein gut präpariertes
Insekt sollte aber möglichst natürlich aussehen.
Bild Nr. 773
Laufkäfer (Carabidae)
Bild Nr. 774
Präparierte Wildbiene
(Als Wildbienen bezeichnet man sämtliche Bienenarten der Überfamilie Apoidea mit
Ausnahme der Honigbienen)
Kommt man vom Insektensammeln erfolgreich zurück, sollten die gefangenen Insekten
nicht zu lange im Sammelbehälter aufgehoben werden, um sie nicht unnötig zu quälen.
Aus diesem Grunde ist eine schnelle Tötung erforderlich. Verschiedene Chemikalien
werden zur Tötung von gefangenen Insekten verwendet.
Der Essigether ist ein schnell wirkendes und universell einsetzbares Tötungsmittel für alle
Insektenarten. Auch Chloroform kann als Tötungsmittel, für viele Insektenarten
eingesetzt werden. Die Nikotin-Ammoniaklösung ist ein schnell wirkendes Tötungsmittel
und besonders für sehr große Falter und Zygaenidae geeignet. Die Schmetterlinge aus
der Überfamilie Zygaenoidea, dazu gehören die Widderchen oder Blutströpfchen, sind
nicht mit einfachen Mitteln zu töten. Die Schmetterlinge enthalten Blausäure, die zwar
auch in mehreren Futterpflanzen der Raupen enthalten sind, aber von den Tieren aus
Aminosäuren biosynthetisiert werden. Darüber hinaus können alle diese Arten Blausäure
(Cyanwasserstoff) durch enzymatische Spaltung freisetzen. Gleichzeitig können sie
Blausäure durch ein Enzym abbauen und unschädlich machen. Deswegen sind die
erwachsenen Tiere äußerst schwer mit den von Insektensammlern in der Regel
verwendeten Cyaniden abzutöten.
Beim Einsatz all dieser Mittel müssen die Warnhinweise der
Gesundheitsgefährdung und Umweltschutz unbedingt beachtet werden!
Hersteller
auf
Insekten aus alten Sammlungen oder Insekten die man schon tot in der Natur findet,
müssen zum anschließenden präparieren wieder aufgeweicht werden. Dazu benutzt man
so genannte Weichmacher. Die Aufgabe der Weichmacher ist es die Chitinhülle so zu
erweichen, das man ein Insekt für den Sammelkasten präparieren kann, ohne es dabei zu
zerstören.
Als Weichmacher dienen bevorzugt Glycerin, Ethylenglykol oder Polyethylenglykol im
Anteil zwischen 0,5 bis 10 Teilen. Diese Weichmacher sind gebrauchsfertig im Handel
erhältlich. Auch Frostschutzmittel für das Auto bestehen zu ca. 93 % aus Glykolen, wie
zum Beispiel Ethandiol, Ethylenglykol, Diethylenglykol, Glyzerin und können als
Weichmacher verwendet werden (Achtung Farbstoff). Die als Quell- und Weichflüssigkeit
bezeichnete Weichessenz kann zum Aufweichen von Insekten und Insektenteilen und für
die Genitalpräparation benutzt werden. Sie verkürzt die Aufweichzeit von Insekten und
verhindert die Schimmelbildung. Natronlauge nimmt man ebenfalls für die Matzeration
(Erweichung, Auslaugen) von Chitinteilen und zur Genitalpräparation. Pepsinlösung
dagegen wird zum Aufweichen von "hartschaligen" Insekten benutzt. Dazu löst man 1 g
Pepsin in 100 ml destillierten Wasser. Zum Aufweichen von Insekten kann man auch
einfaches Wasser nehmen. Der Nachteil ist die lange Zeit, die benötigt wird um Insekten
aufzuweichen (mehrere Tage).
Es gibt zwei wichtige Faktoren die zu beachten sind, bevor man die toten Insekten in
einen „chemischen“ Weichmacher legt. Der eine Faktor ist die Größe des Insekts und der
zweite Faktor die Stärke des Chitinpanzers. Nicht die Größe des Insekts ist gleich
bedeutend mit einem dicken Chitinpanzer. Bevor man die toten Insekten in den
„chemischen“ Weichmacher legt, sollte man die Tiere, gut unter einer Lupe betrachten,
um ungefähr die Chitinstärke der Flügeldecken, der Beine und des Körpers beurteilen zu
können.
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