Gastrointestinale Tumoren

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Gastrointestinale Tumoren
S. PETRASCH
1
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Ösophaguskarzinom . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Epidemiologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Prognose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Therapie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Magenkarzinom . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Einführung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Therapie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Kolorektales Karzinom (KRK) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Früherkennung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
HNPCC-Syndrom . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Adjuvante Therapie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Perioperative Therapie beim Rektumkarzinom . . . . . . . . . . .
Vorgehen bei Lebermetastasen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Palliative Therapie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Analkarzinom . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Pankreaskarzinom . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Pathogenese . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Präoperative Therapie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Adjuvante Therapie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Palliative Therapie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Hepatozelluläres Karzinom (HCC) . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Lebertransplantation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Molekulare Therapie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Lokale Therapie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Therapiekontrolle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Neuroendokrine Tumoren (NET) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Gallengangs- und Gallenblasenkarzinom . . . . . . . . . . . . .
Sonstiges . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Gastrointestinale Stromatumoren (GIST) . . . . . . . . . . . . . . .
Adenokarzinome des Dünndarms . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Therapie des malignen Aszites . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Übermüdete Ärzte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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S. Petrasch
1
Ösophaguskarzinom
1.1
Epidemiologie
Die Lebensgewohnheiten der Wohlstandsgesellschaft haben mit dazu beigetragen, dass die Inzidenz der Adenokarzinome der Speiseröhre in den
letzten 10 Jahren um ca. 300% zugenommen hat. Zu diesen Lebensgewohnheiten zählen neben dem Übergewicht die Einnahme von Medikamenten, die die glatte Muskulatur an der Kardia entspannen, z.B. Betablocker,
Kalziumantagonisten und Sedativa. Eine Arbeitsgruppe aus Australien
bestätigte diese Befunde [95]. Patienten mit Adenokarzinomen der Speiseröhre (n=367) oder des gastroösophagealen Übergangs (n=426) wurden mit
gesunden Kontrollen (n=1580) verglichen. Dabei errechneten die Autoren
das höchste Risiko für ein Adenokarzinom (OR: 6,1) bei einem BMI >40.
Eine Refluxsymptomatik alleine steigerte nur geringfügig das Risiko für
ein Adenokarzinom der Speiseröhre bzw. des gastroösophagealen Übergangs. Kamen jedoch beide Risikofaktoren zusammen, hoher BMI und häufige Refluxbeschwerden, dann steigerte sich das Risiko auf eine OR von
16,5. Dieser synergistische Effekt war besonders bei männlichem Geschlecht zu beobachten.
1.2
Prognose
Die Prognose des Ösophaguskarzinoms wird ganz wesentlich vom Tumorstadium (TNM-Klassifikation) bestimmt. Eine entscheidende Rolle scheint
aber auch die Länge des Karzinoms zu spielen. Die Langzeitprognose von
209 Patienten mit Ösophaguskarzinom, die zwischen 1995 und 2005 operiert worden waren, wurde von Wissenschaftlern am M.D. Anderson Cancer Center in Houston ermittelt [100]. Dabei ergab sich für Patienten mit
Tumoren <3 cm ein 5-Jahres-Überleben von 68%, bei einer Tumorausdehnung >3 cm nur noch von 10% (p=0,001). Die multivariate Regressionsanalyse errechnete die Tumorlänge als einen unabhängigen Prognosefaktor.
Die Autoren schlagen deshalb vor, die Tumorlänge in die Stadieneinteilung
der Ösophaguskarzinome einzubeziehen.
Eine Metastasierung in die zöliakalen Lymphknoten bedeutet bei Karzinomen der unteren Speiseröhre entsprechend der TNM-Klassifikationen
eine M1a-Situation, also eine palliative Situation. Zwei Publikationen analysieren den Einfluss einer M1a-Situation auf die Prognose von Patienten
mit Ösophaguskarzinom.
Trovo und Mitarbeiter [91] führten eine retrospektive Analyse durch.
Dabei verglichen sie 99 Patienten mit M0-Tumoren mit 45 Patienten in
einer M1a-Situation. Alle Patienten erhielten eine Chemoradiotherapie
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