Factsheet Universum

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Entstehung des Universums:
Schöpfungsmythen und Wissenschaft
Griechische Mythologie
Die schwarz geflügelte Nacht,
eine Göttin,
vor der selbst Zeus in Ehrfurcht stand,
wurde vom Wind umworben
und legte ein silbernes Ei
in den Schoß der Dunkelheit;
Eros, den manche Phanes nennen,
entschlüpfte diesem Ei
und setzte das All in Bewegung.
Die Göttin selbst zeigte sich in der Dreiheit
von Nacht, Ordnung und Gerechtigkeit.
Indische Überlieferung
Es gibt eine Sage von einem Feigenbaum,
dem riesigen Acvatha, dem immer lebenden,
der wurzelt im Himmel,
die Zweige abwärts gerichtet ...
Seine wahre Gestalt, sein Ursprung, sein Ende,
sein wirkliches Wesen,
kann keiner auf Erden erfahren.
Wissenschaftliche Befunde
Erzählungen der Navaho-Indianer
Dunkel und unsichtbar war die erste Welt
am Anfang allen Seins,
so dunkel wie die Wolle schwarzer Schafe.
Diese Welt der dunklen Erde war klein,
eine winzige Insel
auf dem unendlichen Weltennebel.
Vier Himmelsrichtungen gab es,
und über jeder lag eine Wolke.
In der Mitte aber wuchs die Weltenkiefer,
von der alle Kiefern
ihren Anfang genommen haben.
Die vier Wolken enthielten das Wesen
dieser ersten Welt,
die gestaltlos war,
und jede Wolke hatte eine bestimmte Farbe.
Japanische Überlieferung
Izanagi und Izanami standen auf der
schwebenden Brücke des Himmels
und beratschlagten und sprachen:
,Ist unten am Boden nicht etwa gar ein Land?'
Hierauf stießen sie mit dem
himmlischen Juwelenspeer nach unten
und rührten damit im blauen Meer herum.
Als sie die Salzflut gerührt hatten,
bis sie sich zäh verdickte,
und sie den Speer wieder heraufzogen,
häufte sich das vom Ende des Speeres
herabtropfende Salz des Wassers an
und wurde eine Insel,
die den Namen bekam Ono-goro-zima:
"Von selbst verdichtet und geronnen."
1900:
Das
Universum
ist
ein
fester,
unbeweglicher Raum, starr wie ein Tierkäfig, aber
unvorstellbar groß. Darin bewegen sich die
Sterne. Die Astronomen wissen, dass es
Sterneninseln, also Galaxien, gibt. Sie sind sich
aber noch uneins darüber, ob diese Sterneninseln
innerhalb unserer Milchstraße liegen oder ob sie
noch viel weiter entfernt sind.
1930: Es gibt Galaxien weit außerhalb der
Milchstraße. Die Milchstraße steht nicht mehr im
Zentrum, sie ist nur eine von vielen Galaxien, und
diese Galaxien entfernen sich alle voneinander,
wie Rosinen in einem aufgehenden Hefeteig. Der
Weltraum hat keine starre, ewige Struktur mehr,
sondern er hat eine dynamische Geometrie. Er
bläht sich auf.
1980: Der Kosmos hat einen Anfang - den
Urknall. Er expandiert zu Beginn explosionsartig,
und wurde nach einigen hundert tausend Jahren
durchsichtig. Die Dunkle Materie bildete die
ersten filamentartigen Strukturen und großen
Klumpen. Sie zog die gewöhnliche Materie an
und verdichtete sie zu Sternen, Galaxien und
Galaxienhaufen. Die Konstante Lambda, also die
Dunkle Energie, taucht in den Gleichungen der
Kosmologen zur Relativitätstheorie kaum noch
auf. Sie ist aus der Mode gekommen.
2003: Die Astronomen haben sich in
ungewohnter Eintracht auf das so genannte
Konkordanz-Modell geeinigt: Das Weltall ist 13,7
Milliarden Jahre alt. Es besteht zu 70 Prozent aus
der Dunklen Energie, die Expansion des Kosmos
vorantreibt, zu 25 Prozent aus einer noch
unbekannten Dunklen Materie und zu 5 Prozent
aus gewöhnlicher, sichtbarer Materie.
Quelle: Deutschlandfunk, „Das große Schwarze“, die Schattenseiten des Universums,
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wib/275796/
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