120 Stunden LAMATHEA - Landesverband Amateurtheater Baden

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Ausgabe 3/2015
Jahrgang 29
Verbands- und Fachzeitschrift
des Landesverbandes Amateurtheater Baden-Württemberg e.V.
120 Stunden LAMATHEA
Foto: Paul Silberberg, Workshop der Theaterjugend
Festivalfeeling
hautnah
Großes Preisträgerfestival
Feierliche Preisverleihung
LAMATHEA-Rahmenprogramm
Theaterjugend-Workshops
Fotowettbewerb 2015
LABW-Verbandstag 2015
Freilichtergebnisse
Bühnen-News
Jubiläen und Ehrungen
Volksstücke
&
KOMÖDIEN
seit 1978
Echt schwäbisch. Die schönsten Komödien
Ray Cooney u. John Chapman / M. Hirschle
Monika Hirschle
Harald Helfrich, Isabella Leicht
Dorothee Jordan
Konrad Hansen / C. Kohler
Jack Popplewell / M. Hirschle
Horst Willems / Christine Kohler
EINMAL IST KEINMAL (OIMOL ISCH KOIMOL)
5 D, 4 H, 1 Dek
AN GUADA RUTSCH!
3 D, 4 H, 1 Dek
A SCHÖNE BESCHERUNG
4 D, 4 H, 1 Dek
WEIBERWIRTSCHAFT
4 D, 1 Dek
WEIBERWIRTSCHAFT – 10 Jahre später
4 D, 1 Dek
SCHILLER OND A VIERTELE
6 D, 5 H, 1 Dek.
SHAKESPEARES WILDE WEIBER
3 D, 1 Dek.
LÄBRKÄS OND SCHAMPUS
2 D, 3 H, 1 Dek
KOI LEICHE OHNE D’LILLY
4 D, 4 H, 1 Dek
DR LANDRATSKANDIDAT(Zum Verlieben, dieser Fisher)
2 D, 4 H, 1 Dek
Für Groß und Klein. Die schönsten Klassiker
Wilhelm Jacoby u. Carl Laufs /
Rolf Heiermann
Brandon Thomas / Rolf Heiermann
Oscar Wilde / Marcus Everding
Molière / Carsten Ramm
William Shakespeare / Christine Kohler
William Shakespeare / Jens Groß
Franz von Kobell / Andreas Kern
Alexandre Dumas / Carsten Ramm
Carlo Goldoni / Herbert Rosendorfer
Carlo Goldoni / Carsten Ramm
John Louis Stevenson
Wilheim Hauff / Tatjana Rese
Miguel de Cervantes / Wilfrid Grote
die besten Stücke.
PENSION SCHÖLLER
3 D, 6 H, 1 Dek
CHARLEYS TANTE
3 D, 5 H, 1 Dek
BUNBURY
4 D, 5 H, 2 Dek
DER EINGEBILDET KRANKE
4 D, 8 H, (mind. 8 Schauspieler) 1 Dek
MASS FÜR MASS (Dr eisenerne Bäsa)
5 D, 16 H (Doppelbes. mög.) Wechseldek
EIN SOMMERNACHTSTRAUM für Kinder
7 D, 4 H, Wechseldek., Komödie
DIE G’SCHICHT VOM BRANDNER KASPER
2 D, 7 H, Wechseldek
DIE DREI MUSKETIERE
3 D, 5 H (25 Rollen) Wechseldek
MIRANDOLINA
3 D, 5 H, 1 Dek
DIENER ZWEIER HERREN
4 D 4 H, Wechseldek
DIE SCHATZINSEL
Bearbeitung von Peter Derks
2 D, 4 H, Gesamtdek., Stück für Kinder und Erwachsene
DER KLEINE MUCK
4 D, 7 H (mind. 5 Darst.) Wechseldek., Stück für Kinder
DER RITTER DON QUIXOTE
2 D, 4 H, Wechseldek., Familienstück
stückgut Bühnen- und Musikverlag GmbH
Marienplatz 1 80331 München Tel. 089/22802548 Fax 089/226757
E-mail [email protected]
www.stueckgutverlag.de
Editorial | 3/2015 Schau.Spiel 3
Liebe Theaterfreundinnen
und Theaterfreunde!
Naemi Zoe Keuler
Marcus Joos
zur aktuellen
Ausgabe
LAMATHEA 2015 – schön war‘s! Ein Fest der Begegnung, des Austauschs,
des Theaters, der Auszeichnungen. So viele schöne, spannende, tiefgründige,
unterhaltsame und neugierig machende Performances und Momente. Daher
widmen wir diese Ausgabe des Schau.Spiel einer chronologischen Rückschau
– Was war los auf den Bühnen, hinter den Bühnen, im Rahmenprogramm,
beim Landesverbandstag, bei den Workshops, dem Referententreffen, im
Volontärprogramm und im Orga-Team. Unser besonderer Dank geht an das
Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg,
an die Stadt Bruchsal, an die unterstützenden Amateurtheatergruppen vor
Ort, die Spender und Sponsoren, an die Volontäre im Vorder- und Hinterhaus
der Veranstaltungen, an die Preisträger, an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Veranstaltungsorte sowie an die Zuschauer und Besucher.
2017 steht nun auf dem Programm – Wir sehen uns in Karlsruhe!
Herzlichst
Naemi Zoe Keuler
Präsidentin
Marcus Joos
Vizepräsident & Künstlerischer Leiter
Impressum
4
Stimmung pur – 120 Stunden LAMATHEA
Herausgeber:
Landesverband Amateurtheater
Baden-Württemberg e.V. (LABW)
8
Preisträger Theater mit Kindern und Jugendlichen
Präsidentin: Naemi Zoe Keuler
E-Mail: [email protected]
LABW-Geschäftsstelle:
Brunnenstraße 5, 70372 Stuttgart-Bad Cannstatt
Telefon: 0711 46907913, Telefax: 0711 46907915
4
16
Konzeption und redaktionelle Leitung:
Katharina Weiss
E-Mail: [email protected]
Christine Binder
E-Mail: [email protected]
26
Auflage: 2.500
Die mit Namen gekennzeichneten Beiträge geben
die Meinung des Verfassers, aber nicht der Redaktion
bzw. des Herausgebers wieder. Es wird nur die
allgemeine presserechtliche Verantwortung
übernommen.
Der Nachdruck von Beiträgen ist nur nach unserer
Einwilligung und mit Quellenangabe sowie
Übersendung eines Belegexemplars gestattet.
Die nächste Ausgabe erscheint
im Frühjahr 2016
Redaktionsschluss und Anzeigenschluss:
30. März 2016
Die Arbeit des LABW wird gefördert vom Ministerium für
Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.
Gewinner Fotowettbewerb 2015
12
Preisträger Puppen- und Figurentheater
15
LAMATHEA-Rahmenprogramm Donnerstag
16
Preisträger Theater mit soziokulturellem Hintergrund
19LABW-Theaterjugend
Herstellung und Vertrieb:
Gerd Rieker Verlag, Neckartailfingen
Schau.Spiel erscheint dreimal jährlich.
10
31
Titelbild: Workshop der
Theaterjugend
Fotograf: Paul Silberberg
0
2
Preisträger Freilichttheater
22
Preisträger Innenraumtheater
24
LAMATHEA-Rahmenprogramm Freitag
25LABW-Referententreffen
26
LABW-Verbandstag 2015
28
Preisträger Mundarttheater
30
Referenten im Speed-Dating
31 Preisträger Lebenswerk und
Bürgerschaftliches Engagement
32
Die Preisverleihung – Was für ein Fest!
35
BDAT-Aufruf zur Bühne der Menschlichkeit
36
Bühnen-News, Kontaktadressen
39
Jubiläen, Ehrungen
4
Schau.Spiel 3/2015 | 120 Stunden LAMATHEA
– Wir blicken hinter
die Kulissen.
Die drei Festivaltage des
­LAMATHEA vergehen für die
Besucher und Teilnehmer wie
im Flug. Theaterfestivals sind
toll – sind sie doch Stätte für
einzigartige Begegnungen
Die letzten Kisten in
der Geschäftsstelle in
Stuttgart-Bad Cannstatt werden gepackt
und auf den Weg nach
Bruchsal geschickt.
Naemi Zoe Keuler,
Präsidentin des LABW
legt selbst Hand an:
Jetzt wird’s ernst.
11:30 Uhr
Foto: LABW
120 Stunden
5 Tage
1 Preisträgerfestival
Foto: LABW
Stimmung pur
23:54 Uhr
und wundervollen Austausch.
Sie müssen allerdings von
A bis Z durchgeplant werden.
Wie viel Aufwand und Organisation der LABW vor, während und nach den Veranstaltungstagen in dieses „Wahndabei nur am Rande wahrgenommen werden. Schau.Spiel
Foto: LABW
sinnsprojekt“ investiert, soll
war die letzten 120 Stunden
des Festivals rund um die Uhr
mit dabei.
20:36 Uhr
Kathrin Wegehaupt, Caroline Scheringer und Christina Neiden­bach (v.l.n.r.),
Mitglieder des LAMA­THEAOrga­
-Teams rücken die
Gewinnerbilder des Fotowettbewerbs zurecht.
Am Folgetag werden im
Rahmen der Vernissage
die Preisträger geehrt.
… mehr auf Seite 10.
Mittwoch, 30. September 2015
Listen, Listen, Listen – endlose Listen. Christine Binder, der LABW-Geschäftsführerin und Marcus Joos,
dem Künstlerischen Leiter
des LABW, rauchen die
Köpfe. Aber für den ersten Festivaltag soll alles
stimmen: Neben den geplanten Aufführungen der
­LAMATHEA-Preisträger ist
noch viel mehr im Festival­
angebot. Zum Beispiel:
Das Referenten­treffen am
Samstag.
… mehr auf Seite 25.
120 Stunden LAMATHEA | 3/2015 Schau.Spiel 5
Foto: LABW
120 Stunden LAMATHEA
… mehr auf Seite 8.
Foto: LABW
10:25 Uhr
Foto: LABW
Kaum geschlafen, aber
„Müdigkeit vortäuschen“
ist in den kommenden
Tagen nicht angesagt.
Vielmehr muss Wolfgang
Breuer vom SWR in Empfang genommen werden.
Naemi Zoe Keuler begrüßt die Herren, die sich
den Festivalauftakt mit
der Vorstellung der Jugend-Preisträger-Gruppe
ansehen werden.
12:45 Uhr
Wer Infos braucht, be­
kommt Infos. Vera
­Weißer steht am InfoStand des LABW, bereit
alle Fragen der Besucher und Teilnehmer
zu beantworten. Beispielsweise wann und
wo die Aufführung des
Puppen- und Figurentheaters stattfindet.
… mehr auf Seite 12.
08:57 Uhr
Und der zweite Festivaltag
bricht an. Marcus Joos lässt
sich von Nadja Kiesewetter
auf den Tag einstimmen.
Nach dem Frühstück steht
der erste Theaterbesuch
auf dem Programm. Auch
wenn die Aufführung der
Preisträger in der Kategorie Theater mit soziokulturellem Hintergrund erst
um 11 Uhr beginnt, ist das
Team hinter den Kulissen
schon längst am werkeln.
… mehr auf Seite 16.
Foto: Best of Fotokurs
Schlapp und ausgepowert?
Von wegen. Im Rahmenprogramm am Donnerstagabend zeigt unter anderem
Daniel Neumann seine Hypnosekünste.
19:12 Uhr
Donnerstag, 1. Oktober 2015
… mehr auf Seite 15
Freitag, 2. Oktober 2015
Schau.Spiel 3/2015 | 120 Stunden LAMATHEA
Foto: LABW
6
16:57 Uhr
17:02 Uhr
Die Videoaufzeichnung der Freilichtbühne aus Oberriexingen läuft im
Cineplex Kino Bruchsal. Ein Moment
Zeit für die Helfer um Inne zu halten,
eine kleine Pause einzulegen, alle
Viere von sich zu strecken, die Beine
baumeln zu lassen und Energie für die
nächsten Stunden zu sammeln.
Foto: Best of Fotokurs
… mehr auf Seite 20.
Foto: LABW
… mehr auf Seite 19.
Foto: LABW
„Stößchen“ zwischendurch.
Die Hälfte des ­LAMATHEA
ist gut über die Bühne gebracht. Auch die Theater­
jugend ist mittlerweile in
Bruchsal angekommen
und stürzt sich Hals über
Kopf in die bevorstehenden
Workshops.
09:43 Uhr
Italienisch-schwäbische
Raubtierfütterung. Bevor
es mit der Aufführung des
Innenraumtheaters weitergeht, werden die Bäuche
gefüllt und die Gemüter
gestärkt. Auch dafür hat
das LAMATHEA-Team gesorgt: Wer hungrig ist, bekommt etwas zu essen.
… mehr auf Seite 22.
Foto: Best of Fotokurs
17:38 Uhr
23:11 Uhr
Christiane Elsholz, Kinga
Marietta Szöts und Anna
Seil aus dem LABW-Team
stehen hinter dem Tresen
und warten auf den Ansturm
der Verbandsversammlung,
die auch im Rahmen des
­LAMATHEA-Festivals stattfindet. Spannende Themen stehen auf der Tagesordnung.
… mehr auf Seite 26.
Das Theater nimmt kein Ende. Nach
der Vorstellung „Das Geheimnis der
Irma Vep“ spannt das Programm auf
der Open Stage den Rahmen um den
Freitagabend. Wer noch nicht genug
hat, bekommt Theater ohne Ende.
… mehr auf Seite 24.
Freitag, 2. Oktober2015
Samstag, 3. Oktober 2015
120 Stunden LAMATHEA | 3/2015 Schau.Spiel 7
Foto: Paul Silberberg
Das Mischpult steht auf „Aus“.
Dafür durchmischen sich die
Referenten des LABW und die
Vorstände der Mitgliedsbühnen.
Speed-Dating ist angesagt.
… mehr auf Seite 30.
Kurz bevor der Vorhang fällt, ist
hinter der Bühne im Exil Theater
„Tohuwabohu“. Letzte Lidstriche
werden gezogen, der prüfende
Blick in den Spiegel geworfen,
die Krawatte richtig gerückt,
bevor der bunte Zauber auf der
Bühne anfängt.
Foto: Best of Fotokurs
12:20 Uhr
… mehr auf Seite 28.
14:49 Uhr
Foto: Paul Silberberg
… mehr auf Seite 31.
Foto: LABW
Was macht die ­Moderatorin, wenn
im Rahmen der LAMATHEA-Preisverleihung die Preisträgerin in
der Kategorie Lebenswerk und
Bürgerschaftliches Engagement
nicht vor Ort sein kann?
Sie schickt eine Video-Botschaft.
Jahr 2015: Hurra!
21:28 Uhr
21:01 Uhr
Foto: Paul Silberberg
23:13 Uhr
Das Feiern nimmt kein
Ende. Auch im Anschluss
an die krönende Preisverleihung hören Theatermenschen nicht auf,
Spaß zu haben. After­
showparty – let’s stage
dive.
Es ist geschafft: Alle Kisten
sind wieder in den Liefer­
wagen gepackt, die Bühnen
abgebaut, die Festivalbesucher abgereist, die Veranstaltungsorte besenrein gefegt,
Bruchsal wieder in seinen
Ausgangszustand versetzt.
„Prost“ auf erfolgreiche Festivaltage, ganz im Zeichen
des Amateurtheaters.
… mehr auf Seite 32.
Sonntag, 4. Oktober 2015
8
Schau.Spiel 3/2015 | LAMATHEA – Theater mit Kindern und Jugendlichen
Komplexe Geschichte –
federleicht inszeniert
Donnerstag
1. Oktober, 10:00 Uhr
Foto: Paul Silberberg
Noch eine Stunde
bis zum Auftakt
des diesjährigen
­LAMATHEA-Festivals.
Gegen­über vom
„Theater im Riff“
in Bruchsal parkt ein
Kasten­wagen des
SWR. Die Presse hat
ihr Equipment auf­
gebaut, langsam
­tröpfeln die Zuschauer
ein. Die Spannung
steigt, bis der erste
Vorhang im Rahmen
des Theaterfestivals
fällt.
Wolfgang Breuer vom SWR ist mit seinem
Technikteam bereits eine Stunde vor der ersten Veranstaltung des diesjährigen Preisträgerfestivals vor Ort. Der Lieferwagen parkt am
Donnerstagmorgen direkt gegenüber vom
„Theater im Riff“, der Heimat der renommierten Bruchsaler Theatergruppe „Die ­Koralle“.
Zur Freude von Naemi Zoe Keuler und Marcus
Joos ist kurzfristig ein Bericht für die Landesschau des SWR am selben Abend angesetzt
worden, inklusive Interview mit dem Festivalleiterteam. Doch eine Befürchtung bleibt: An
einem Werktag, um 11 Uhr, einen auch nur ansatzweise gut gefüllten Saal und stürmisches
Publikum zu erwarten, erscheint äußerst utopisch. Zudem kommt die große Verantwortung, die jeder Schauspieler spürt und die bei
einer Auftaktvorstellung auf allen Schultern
lastet. Dementsprechend groß ist die Nervosität hinter und auf der Bühne.
Was die elf Schüler und Studenten der „Jungen Bühne“ dann aber präsentieren, verdeutlicht jedem der Anwesenden sofort, warum
sie mit dem LAMATHEA 2015 ausgezeichnet
wurden. Das Publikum ist schlagartig hellwach, kommt aus dem Lachen und Staunen
kaum heraus. Auch Breuer und sein Team
bleiben, entgegen aller Erwartungen und
hinsichtlich des vollen Terminkalenders von
Fernsehreportern, bis zum Schlussakkord
des letzten Liedes. Die restlose Begeisterung
merkt man ihnen in jedem Moment an. Dementsprechend voll des Lobes fällt die Reportage aus. Die Inszenierung wird als „Brüller“,
die Aufführung als „grandiose Leistung“
bezeichnet.
Die Darstellung gleicht einem Feuerwerk an
Wortwitz, begleitet von mitreißenden Liedern – ohne dabei jedoch höchste Dramatik
und Tiefgang vermissen zu lassen. Dies ist
nicht nur dem Schöpfer dieser modernen
und äußerst schülerfreundlichen Version des
antiken Klassikers, dem Musikkabarettisten
Bodo Wartke, zu verdanken, sondern auch
der hervorragenden Regiearbeit von Daniel
Neumann. Spontan wie er ist, springt er bei
Die „Junge Bühne“ der Besigheimer
Studiobühne eröffnet mit „König Ödipus“
das Preisträgerfestival und erntet
für die beeindruckende Darstellung
tosenden Applaus.
LAMATHEA – Theater mit Kindern und Jugendlichen | 3/2015 Schau.Spiel
9
„Junge Bühne“ der Besigheimer Studiobühne e.V. –
Preisträger in der Kategorie Theater mit Kindern und
Jugendlichen mit ihrer Produktion „König Ödipus“
beiden Aufführungen in Bruchsal aufgrund
eines Krankheitsfalls als „Lehrer“ auf der
Bühne ein. Unverzichtbar an seiner Seite: der
begabte Musiker Michael Kelleni.
Beim Publikumsgespräch im Theater-Café
des Bruchsaler Bürgerzentrums am darauffolgenden Tag, erzählen die jungen Schauspieler von den ersten Phasen der Probenarbeit.
Neumann musste mit einer ähnlichen Reaktion seiner Sprösslinge kämpfen, wie der Lehrer in seiner Inszenierung: „König Ödipus“ soll
die nächste Produktion der „Jungen Bühne“
werden? Och, nö, doch nicht so ein komplexer, alter Schinken. Von wegen! Schon während der Proben und spätestens durch die
Reaktion zahlloser begeisterter Zuschauer
wird jedem klar: König Ödipus Superstar!
Christina Neidenbach
Nach dem Genuss dieser
kurzweiligen und erhellenden Fassung
steht die oftmals ungeliebte Pflichtlektüre
in einem ganz anderen Licht.
Foto: Paul Silberberg
Alexandra Laurenat
Valérie Candik
Foto: Paul Silberberg
10
Schau.Spiel 3/2015 | Fotowettbewerb 2015
Wertvolle Momentaufnahmen
Der Fotowettbewerb 2015 zeigt Bilder aus der
baden-württembergischen Amateurtheaterwelt
Donnerstag
1. Oktober, 13:45 Uhr
Noch 15 Minuten
bis zur Eröffnung
der Vernissage.
Die allerletzten Fotos
werden noch flott
auf die Stellwände
gepinnt, die Kabel
für die technischen
Geräte der LiveMusik­einlage gelegt.
Aus dem TheaterCafé strömen die
Menschen ins
Erd­geschoss, als die
ersten Gitarrenklänge
das Foyer erfüllen.
Los geht’s.
Umrahmt von den melancho­
lischen Gitarrenklängen des
Musikers Felix Gärtner (l.) eröffnet
der Donzdorfer Künstler und Jury­
vorsitzende Gerhart Kraner (r.)
die Fotoausstellung in Bruchsal.
Foto: LABW
Das Bürgerzentrum Bruchsal. Unendliche
Weiten. Wir schreiben den 1. Oktober 2015.
Im Erdgeschoss hat sich eine ansehnliche
Gruppe menschlicher Wesen versammelt,
um die Werke ihrer eigenen Spezies zu bestaunen und sich von Captain Kraner in die
Geheimnisse der Theaterfotografie einführen
zu lassen – anhand von 30 Fotografien, die
nie ein Mensch zuvor gesehen hat.
Nun, ganz korrekt ist das natürlich nicht.
Schließlich hat eine fachkundige Jury bestehend aus Gerhart Kraner, Gerd Rieker, Marcus
Joos, Christine Binder und Christina Neidenbach alle 134 Einsendungen zwei Wochen
zuvor gesichtet und sich – eine Neuerung
in diesem Jahr – für drei gleichwertige Gewinner entschieden: die Beiträge von Maria
Bonilla-Torres (Komitee Komplett, Stuttgart),
Dr. Reiner Böschen (Figurentheater Ravensburg) und Stefan Weissenrieder (Spiel und
Theaterwerkstatt Ostalb). Hinzu kommen
sieben Nominierte sowie weitere 20 Fotografien, die in die engere Auswahl genommen
wurden.
Alle Aufnahmen zieren die steingrauen Stellwände des Bürgerzentrums, eines 80er-JahreBaus im Stile der 70er-Jahre und mit Lichtverhältnissen, die dem Besucher vor allen
Dingen den sicheren Gang zur Garderobe
und zur Tiefgarage gewährleisten sollen. In
die Gesamtatmosphäre fügen sich die melancholischen Gitarrenklangcollagen von
Felix Gärtner nahtlos ein. Gärtner eröffnet
die Vernissage und rahmt die kurze Eröffnungsansprache des künstlerischen Leiters
Joos sowie die Ausführungen des Donzdorfer
Künstlers Kraner zu den formalen Gesetzen
eines Preisbildes, zu Farbe und Licht künstlerisch wertvoller Momentaufnahmen, musikalisch ein.
Zwei Tage später: die Preisverleihung unmittelbar vor der LAMATHEA-Preisverleihung.
Auf der kleinen Bühne des Theater-Cafés, ein
Stockwerk über der Ausstellung, ehren Joos
und Kraner vor den Augen zahlreicher Festivalbesucher die Gewinner mit einem symbolischen Scheck über jeweils 150 Euro.
Der Landesverband kann aufgrund des alle
zwei Jahre stattfindenden Fotowettbewerbs
maßgeblich aus dem Vollen schöpfen, wenn
es darum geht, dem Leser seiner diversen
Publi­kationen die Arbeit der Mitgliedsbühnen vor Augen zu führen. Ein herzliches Dankeschön an alle Fotografen, die ihre Werke
zur Verfügung gestellt haben und an die
Bühnen, deren Mimen in derartig ausdrucksstarken Szenen festgehalten sind.
Christina Neidenbach
Foto: Paul Silberberg
Fotowettbewerb 2015 | 3/2015 Schau.Spiel
11
Die Gewinner des diesjährigen
Fotowettbewerbs überzeugten
die Jury gleichermaßen durch ihre
künstlerisch wertvollen
Momentaufnahmen.
Fotopreis an: Maria Bonilla-Torres, Komitee Komplett, Stuttgart.
Fotopreis an: Dr. Reiner Böschen, Figurentheater Ravensburg.
Fotopreis an: Stefan Weissenrieder, Spiel- und Theaterwerkstatt Ostalb.
12
Schau.Spiel 3/2015 | LAMATHEA – Puppen- und Figurentheater
Donnerstag
1. Oktober, 15:43 Uhr
Die Marionettenbühne Mottenkäfig nimmt
den Zuschauer mit auf eine skurrile und witzige
Reise – einmal in die Unterwelt und zurück.
Foto: Marionettenbühne Mottenkäfig
Fotos: Vera Weißer
Noch Stunden
bis zur Aufführung
am Abend. Seit dem
Morgen sind die
Puppenspieler und
ihr Technikteam an
der Installation der
Bühne: Die Konstruktion hinter den
Kulissen wächst in
die Höhe. Die
Scheinwerfer werden
tiefer gelegt, die
kleine Bühne im
Bürger­zentrum aufs
Genaueste „gepimpt“.
Kurz vor dem Einlass
der Zuschauer wird
der letzte Handgriff
gemacht.
LAMATHEA – Puppen- und Figurentheater | 3/2015 Schau.Spiel
13
Erotisches Spiel mit den Schnüren
Marionettenbühne Mottenkäfig Pforzheim e.V. –
Preisträger in der Kategorie Puppen- und Figurentheater
mit ihrer Produktion „Orpheus in der Unterwelt“
Fotos: Marionettenbühne Mottenkäfig
sogar auf „Fliegen-Sex“ ein, der Zuschauer ist
entzückt: Erotik im Puppentheater, das hat
man so auch noch nicht gesehen.
Trotz allem – Cupido läßt sich nicht unter­
kriegen in seiner Hoffnung, das Paar wieder
zusammenzubringen, „weil die Liebe Wunder tut“.
Mutig und erfolgreich: Marionettentheater
mit Live-Gesang – das Ergebnis überzeugt.
Die Figuren sind originell, skurril und technisch anspruchsvoll. Die Orpheus-Figur geigt
zum Beispiel durch einen zweiten Spieler.
Bemerkenswert auch die Ensemble-Leistung:
18 Leute auf und hinter der Bühne. Spieler,
Sprecher, Sänger. Es gibt Spieler, die nicht
sprechen, Sprecher, die nicht spielen, Sänger, die sprechen, aber nicht spielen, einige
machen alles und zwischendurch werden die
Figuren gewechselt. Eine kleine Ahnung dieses ausgetüftelten Ablaufs werfen die Schatten der Akteure an die Wand im Saal des Bürgerzentrums. Sie tragen den Zuschauer auf
musikalischen Wogen durch einen höchst
unterhaltsamen Abend mit überraschendem
Happyend – weil die Liebe Wunder tut.
Vera Weißer
Fantasievoll gestaltete
und überzeugend geführte Figuren
sowie ein höchst ausgereiftes und
ästhetisch ausgewogenes, reduziertes
Bühnenbild.
Martin Bachmann
Nach der Aufführung ist das Publikum nicht
nur von der Inszenierung beeindruckt, sondern
auch von den technischen Aufbauten hinter
den Kulissen.
Fotos: Vera Weißer
Wer hat schon in der Schule aufgepasst und
kann sofort Orpheus, Euyridike, Cupido, Pluto,
Proserpina, Furien und Megären richtig einordnen? Hier gibt es Nachhilfeunterricht, und
zwar in höchst amüsanter Form. Die griechischmythologische Vorlage wurde ohne großen
Respekt von Jaques Offenbach mit vielen
Seitenhieben auf Zeitgenossen bearbeitet.
Die Fassung von Peter Hacks aus dem Jahr
1994 strotzt nur so vor Anspielungen auf die
deutsche„Wende“. Entstanden ist eine herrlich
zeitlose Persiflage auf die Liebe und ihre Folgen: Die Ehe, ihre Machtspiele und höllischen
Probleme, die sich eigentlich kaum von ­denen
aus der Oberwelt unterscheiden lassen.
Orpheus hat mehr Zuneigung zu anderen
Frauen und zu seiner Musik als zu seiner angetrauten Gattin. Eurydike findet ihn „unsäglich unerträglich“ und vergnügt sich lieber
mit dem Schäfer, der sich allerdings als impotenter Pluto entpuppt, und die Hölle erweist sich als abgehalftertes Etablissement,
in dem alle „Damen“ von Pluto in Wartestellung gehalten werden. Eurydike ist ziemlich
ernüchtert über ihr Liebesabenteuer, zumal
Pluto auch sie warten lässt: „Das Laster ist
bei Weitem nicht so unterhaltend, wie ich
annahm“. So lässt sie sich in ihrer Frustration
Sparkassen-Finanzgruppe
Unsere Kulturförderung:
Gut für Kunst und Kultur.
Gut für Baden-Württemberg.
Die Sparkassen-Finanzgruppe ist der größte Kunst- und Kulturförderer im Land – die Unterstützung von LAMATHEA ist ein
Beispiel unseres Engagements. Sparkassen-Finanzgruppe. Gut für Baden-Württemberg.
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IST GEIL“
Eine Komödie von Arno Boas über die menschliche Gier, Geister, Geld und Ganoven
„EIN
SOMMER VOLLER TRÄUME“
Hippiekomödie - Eine Reise in die wilden 60er
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LAMATHEA – Rahmenprogramm | 3/2015 Schau.Spiel
Freitag
2. Oktober, 00:10 Uhr
Ein paar vereinzelte,
benutzte Gläser
stehen noch auf
den Fenstersimsen.
Die offene Bühne
im Bürgerzentrum
ist leer gefegt. Ein
vergessener Schal
und ein Mantel
hängen noch über
den Stühlen. In der
Ecke liegt eine
verknitterte Eintrittskarte. Die Bar und
das Festivalbüro sind
bis zum kommenden
Morgen geschlossen.
Was davor geschah:
„LAMATHEA im Rahmen“ –
Der Donnerstag
„Die Sterne sind kalte Wegweiser
Der Himmel übt eisige Aufsicht
Oder die glücklose Landung gegen das Meer zischt.
Der Knall der Bierdosen
AUS DEM LEBEN EINES MANNES
Erinnerung an eine Panzerschlacht
Mein Gang durch die Vorstadt Ich.
Zwischen Trümmern und Bauschutt wächst.
DAS NEUE“
Auch das war LAMATHEA: Nachdenklich, lyrisch und erschreckend aktuell. Mit dem oben genannten Zitat von Heiner Müller eröffnete das Bruchsaler Amateurtheater„Die Koralle“ die Open
Stage, und damit das Rahmenprogramm des LAMATHEA-Preisträgerfestivals. Gezeigt wurden
Szenen von Tschechow und Ausschnitte aus der aktuellen Produktion „En suite – eine Nacht
mit Audrey Hepburn“. Die Beiträge boten einen eher leisen, fast nachdenklichen, aber zugleich
wunderbar theatralischen Auftakt am Donnerstagabend. Umrahmt wurde das Programm vom
Gitarristen Felix Gärtner, der die Szenen klanglich kommentierte und unterstrich.
Wer nach dem poetischen und witzigen Abendstück der Puppenspieler noch etwas Action
brauchte, der wurde zum Finale des Tages von Daniel Neumann belohnt. Dieser zeigte als
Show-Hypnotiseur, was die Kraft der Suggestion alles möglich macht: Der Preisträger-Regisseur
hypnotisierte fünf Freiwillige live auf der Bühne. Da schwebten Arme in die Höhe oder fielen
Köpfe nach unten und wenn es sein musste, rannte man als Agent im Auftrag seiner Majestät
durch den Raum, suchend nach Deckung hinter dem mehr als beeindruckten und amüsierten
Publikum.
Das Abschiedsgeschenk des Hypnotiseurs in die Nacht: ein tiefer, gesunder und erholsamer
Schlaf.
Marcus Joos
Daniel Neumann (l.) verblüffte das Publikum mit seiner Hypnose-Show auf der Open Stage, die von Marcus Joos (r.) moderiert wurde.
Fotos: Paul Silberberg
15
Schau.Spiel 3/2015 | LAMATHEA – Theater mit soziokulturellem Hintergrund
Das HEYOKA Theater erzählt mit
„Räubermaria“ sehr berührend
und eindrücklich von der Sehnsucht eines jeden Menschen,
in all seinen Eigenschaften
akzeptiert zu werden.
Fotos: Paul Silberberg
16
LAMATHEA – Theater mit soziokulturellem Hintergrund | 3/2015 Schau.Spiel
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Freitag
„Alle Tiere im Wald
sind Räubertiere“
HEYOKA Theater e.V. in Kooperation mit dem
ROXY Ulm – Preisträger in der Kategorie
Theater mit soziokulturellem Hintergrund
mit seiner Produktion „Räubermaria“
Für intensive Diskussionen im Rahmen des
LAMATHEA sorgt der Siegerbeitrag in der
Kate­
gorie Theater mit soziokulturellem
Hinter­grund. Allein schon die Grundsatzfrage, was unter der Begrifflichkeit „soziokul­
turell“ verstanden wird und was nicht, ist
stark umstritten. Nun also, das HEYOKA Thea­
ter mit der „Räubermaria“. Ein ungewöhn­
liches Krippenspiel, in dem Menschen mit
und ohne Behinderung, Profis und Amateure
zusammen spielen.
Unterstützt von der Band „Wir vier“, die den
professionellen musikalischen Unterbau legt,
schafft das Ensemble einen Lieblingsliederabend, der eigentlich viele Maßstäbe, die an
gutes Theater angelegt werden, schlichtweg
ignoriert. Tempo und Anschlüsse fehlen, Pannen passieren (unfreiwillig oder inszeniert?),
Einsätze werden verpasst. Warum nun ein
Preis? Das böse Wort vom „Behinderten­
bonus“ macht die Runde. Doch was passierte
wirklich bei der Aufführung des HEYOKA-Ensembles?
Der größte Teil des Publikums, das überwiegend aus Theaterschaffenden besteht,
kommt begeistert bis gerührt aus dem Exil
Theater, in dessen Räumlichkeiten die Gewinnergruppe ihr Stück dem LAMATHEAPublikum präsentiert. Warum? Weil die
Gruppe es versteht, die Menschen in und
mit ihrer Unvollkommenheit abzuholen, sie
zu faszinieren. Hier streiten Herz und Hirn
um eine korrekte Einordnung der Leistung
eines Theaterensembles. Doch die Gruppe
entzieht sich allen Kriterien und nutzt hier
keineswegs einen „Behindertenbonus“. Alle
bringen Konzentration und Bühnenpräsenz
mit, wenn was schief geht, wird im Nachhinein selbstkritisch auf die Fehler geblickt. Die
Freude am Spiel ist auch neben der Freude an
der eigenen Leistung groß.
Die „Räubermaria“ legt die Sehnsucht eines
jeden Menschen offen, in allen seinen Eigenschaften akzeptiert zu werden, und sie
schafft dies mit künstlerischen Mitteln. Das
berührende Panorama menschlicher Träume
gelingt gerade, weil auch die Schwächen eines jeden Akteurs deutlich sichtbar sind.
Auf der Homepage des Theaters steht Folgendes: „In der Kultur der Plainsindianer hatten die Heyoka die Aufgabe, die gewohnte
Form des Zusammenlebens immer wieder
infrage zu stellen. Sie stellten zum Beispiel
den Arbeitsrhythmus auf den Kopf, spielten
verrückt und brachten eine heilsame Unordnung in den Alltag. Die Bedingung für diese
wichtige Aufgabe war die grundsätzliche
Bereitschaft, anders zu sein als die anderen.“
Getreu nach ihrem Motto hat HEYOKA mit
„Räubermaria“ auch Unordnung in die ehrgeizige Welt des Amateurtheaters gebracht
– ein erfrischender Impuls. Rüdiger Erk
2. Oktober, 10:45 Uhr
Das Lampenfieber
steigt, die Freude
der Schauspieler
des HEYOKA Theaters
überwiegt. Es wird
gelacht, das Publikum
freudig erwartet.
Die Atmosphäre ist
von der ersten
Sekunde an herzlich
aufgeladen. Die
Ränge im Exil Theater
füllen sich. Vom Klein­
kind bis zur Oma
fiebern alle dem
Aufführungsbeginn
entgegen.
Es ist wunderbar anzusehen, wie sich
diese Menschen gegen­
seitig unterstützen, uneitel
zurücknehmen, wie behutsam mit jedem Einzelnen
und dessen Fähigkeiten
umgegangen wird.
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Michael könnte eigentlich mit seinem Leben zufrieden sein. Er ist verbeamtet, hat eine Frau, die ihn liebt, ein
Haus im Grünen, eine glücklich verheiratete Tochter und ist vor kurzem stolzer Großvater geworden. Doch
heut an seinem 54. Geburtstag plagt ihn der Gedanke, Chancen verpasst zu haben. Das Wissen, dass sie
niemals wiederkehren vernebelt ihm den Blick auf alles Positive in seinem Leben und er wünscht sich nichts
sehnlicher, als das Rad der Zeit zurückdrehen zu können. Was wäre, wenn er auf seinem Lebensweg die
gegenteilige Richtung eingeschlagen hätte?
Ab er ist ja wurscht, weil es geht ja eh nicht. – Oder doch…?
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LABW-Theaterjugend | 3/2015 Schau.Spiel
Nachgefragt:
LABW-Theaterjugend
Sarah Thiedig von den Festspielen Breisach e.V.,
über die Jugendworkshops im Rahmen
des LAMATHEA-Preisträgerfestivals
Freitag
2. Oktober, 14:00 Uhr
Die Theaterjugend des LABW
traf sich im Naturfreundehaus
in Bruchsal um gemeinsam
an Workshops teilzunehmen.
Im Rahmen der LAMATHEAPreis­verleihung wurden die
Ergeb­nisse dann vor großem
Publikum präsentiert.
Foto: Theaterjugend.
Die Stimmung in den
Workshop-Räumen
ist ausgelassen.
Es wird geschrieben
und gelacht, gesungen und getanzt.
Die Theaterjugend
des LABW steckt in
ihren Fortbildungskursen, mitten im
kreativen Schaffen
und in der Vorberei­
tung auf die krönen­de
Preisver­leih­ung am
Samstagabend.
Foto: Paul Silberberg
Wer bin ich – Mary Poppins und wenn ja, wie viele?
Als ich auf Facebook mitbekam, dass noch jemand spontan gesucht wurde,
mit auf den Workshop zu kommen, der während des LAMATHEA-Festivals
in Bruchsal stattfinden sollte, konnte ich nicht anders, als mich zu melden.
Es war erst mein zweiter Workshop und ich war ein wenig nervös, als wir
uns mit drei weiteren Jugendlichen unserer Bühne auf den Weg machten.
Doch die Nervosität verflog schnell wieder, als wir das 14-Bett-Zimmer
bezogen und nach und nach die anderen eintrudelten – Wir verstanden
uns alle auf Anhieb. Die Reutlinger kamen zuletzt, sie hatten sich verfahren, und wir konnten endlich Essen gehen. Dazu fuhren wir in „Die Koralle“,
ein kleines, gemütliches Theater in Bruchsal, wo uns die Köche von den
Festspielen Breisach mit einem, man kann fast schon sagen Festmahl, verköstigten. Nach dem Essen machten wir uns sogleich an die Arbeit. Die
eine Hälfte sammelte im Rahmen des Poetry-Slam-Workshops, geleitet von
Dominique Macri, bei einigen der Preisträgervorstellungen Inspiration. Die
andere Hälfte begann im Musical-Workshop, geleitet von Brigitte Leistikow,
mit Gesangsstunden zu Mary Poppins. Damit angefangen arbeiteten wir
uns voran. Am Ende hatten wir innerhalb von zwei Tagen eine vollständige
Choreografie für den Abend der Preisverleihung zusammengestellt.
Zum Essen kamen wir immer wieder alle zusammen und tauschten uns aus,
nicht ohne dass an irgendeinem Ende des Tisches Mary Poppins gesummt
wurde. Am Samstag, den 3. Oktober, war es dann soweit: Die Preisverleihung des LAMATHEA stand an. Die wundervolle Dominique führte uns mit
viel Charme und Witz durch den Abend. Für uns begann der Abend hinter
der Bühne mit gespanntem Warten auf unseren Auftritt, bei dem wir dann
schlussendlich viel Spaß hatten. Nach unserem Auftritt genossen wir die
restliche Preisverleihung und den Auftritt unserer Poetry-Slammer, „Die
Gruppe der geheimen Reimer“ genannt, mit ihrem Text „Wer bin ich“, mit
dem sie Dominique stolz und beinahe sprachlos machten. Es war in jedem
Fall ein gelungener Abend, den wir nach der Verleihung noch im Bürgerzentrum feierten und dann entspannt im Naturfreundehaus ausklingen
ließen. Als wir uns am Sonntag voneinander verabschiedeten, waren wir
alle traurig, dass das Wochenende schon vorbei war. Ich hoffe aber, dass
wir uns spätestens in zwei Jahren wieder sehen. Ich würde mich jedenfalls
freuen, wenn ich auch das nächste Mal dabei bin.
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Schau.Spiel 3/2015 | LAMATHEA – Freilichttheater
„SchwabenAufstand“
im Kino
Freitag
2. Oktober, 14:00 Uhr
Parallel zum wilden
Treiben in den
Workshop-Räumen
der Theaterjugend
ist im Kino Cineplex
in Bruchsal noch
gähnende Leere.
Zum Geräusch des
poppenden Popcorns
rollt eine Vertreterin
des LAMATHEAOrga-Teams einsam
den roten Teppich
vor dem Kinosaal
aus, auf dem die
Besucher zwei
Stunden später den
Präsentationsraum
betreten.
Und was
soll ich sagen. Starke
Leistung. Das Stück
ist im wahrsten Sinne
mitreißend.
Nadja Kiesewetter
Nach den Aufführungen der ersten drei preisgekrönten Inszenierungen „König Ödipus“,
„Orpheus in der Unterwelt“ und „Räubermaria“ wird den Festivalbesuchern auch ein
Einblick in die packende Arbeit des Theaters
unter der Dauseck aus Oberriexingen gegeben. Da Freilichttheater live natürlich nur
auf Freilichtbühnen funktioniert, muss eine
Kompromisslösung her. So steht in diesem
Fall anstatt der alten Ziegelei in Markgröningen ein großer Kinosaal zur Verfügung,
der allen Zuschauern bequem Platz bietet.
Die Inszenierung wird auf großer Leinwand
abgespielt. Luxuriös. Auch wenn damit die
klassische Theaterstimmung nicht erzeugt
werden kann, die durch die Nähe zum Schauspieler und durch die Atmosphäre des Raumes entsteht, verfolgen die Zuschauer doch
gebannt die Inszenierung eines Ensembles,
das sich seit jeher Stücken mit gesellschaftspolitischem Hintergrund widmet.
Ohne eigenes „Bühnen-Dach“ über dem Kopf
ist vor 25 Jahren aus der Not eine Idee geboren: Wenn es keine fixe Spielstätte gibt, dann
kann man doch gemeinsam mit den Zuschauern bei einem Theaterspaziergang von
Kulisse zu Kulisse wandern. Diesem Konzept
ist das Theater auch in seinem Preisträger­
stück treu geblieben. So führt es den Zuschauer neben wechselnden Orten auch in
Fotos: Birgit Berger.
LAMATHEA – Freilichttheater | 3/2015 Schau.Spiel
Theater unter der Dauseck e.V., Oberriexingen –
Preisträger in der Kategorie Freilichttheater
mit seiner Produktion „SchwabenAufstand“
die Darsteller häufig zwischen das
Publikum mischen, ihre Gefühle direkt
greifbar machen. Paradebeispiel dafür der
Zeitungsjunge, der die Freilichtzuschauer
von Szenenbild zu Szenenbild führt, direkt
mit ihnen interagiertund so die Zuschauer
damit zum Teil des Geschehens macht.
Wolfgang Gruber
Das Theater unter der Dauseck ist
bekannt für seine beeindruckend
inszenierten Theaterspaziergänge, in denen es die Zuschauer
neben wechselnden Orten auch
in unterschiedliche Epochen
führt.
Fotos: Birgit Berger.
die unterschiedlichen Epochen und berichtet
über die Aufstände der Schwaben und wie
diese sich behaupten oder eben nicht behaupten konnten.
Das Stück lebt von den unterschiedlichen
Ebenen, dem gekonnten Einsatz von Licht
und Schatten, den einfallsreichen Kostümen,
den eindrucksvollen Schauplätzen, der starken Leistung der Schauspieler, von ihrer Verzweiflung, ihrer Wut und ihrem Zorn, ihrem
Mut und dem Bedürfnis nach Gerechtigkeit.
Auch wenn man das im Kinosaal nicht miterleben kann, aber dem Medienecho nach zu
urteilen, hatten die Schauspieler des Theaters
unter der Dauseck stets einen besonders guten Kontakt zu den Zuschauern. Auch dadurch bedingt, dass sich
21
Schau.Spiel 3/2015 | LAMATHEA – Innenraumtheater
Freitag
2. Oktober, 17:38 Uhr
„Rambazamba“ im
Theater-Café. Die Fütterung der Raubtiere
liegt an. Pasta-Varia­
ti­onen stehen für die
Festivalbesucher bereit, bevor ein kleines
Konzert der Band
„Wir vier“ das Abendprogramm einleutet.
Kaum haben sie den
letzten Ton gespielt,
zieht die Meute ein
paar Schritte weiter in
den nebenan liegenden Rechbergsaal zur
Abendvorstellung.
Die Mannheimer Schauspieler Wolfgang Heuer
und Carsten Groth
begeistern das Publikum
mit ihrem d
­ ynamischen
Spiel in acht Rollen und
rund 40 Kostümwechsel.
Fotos: Paul Silberberg
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LAMATHEA – Innenraumtheater | 3/2015 Schau.Spiel
„Gemischtes Doppel“
Ensemble der Freilichtbühne Mannheim e.V. –
Preisträger in der Kategorie
Innenraum­theater mit seiner Produktion
„Das Geheimnis der Irma Vep“
Die Szenerie ist gespenstisch: Ein altes Herrenhaus irgendwo in England, der Wind
knarrt im Gebälk, draußen herrscht düstere
Nacht und im Inneren residiert, nicht weniger
skurril als die umgebende Landschaft, Lord
Edgar, Besitzer von Gut Mandacrest. Nach
dem Tod seiner Gattin hat der Lord in Irma
Vep eine neue Liebe gefunden, allerdings
fällt es der neuen Hausherrin schwer, sich auf
dem Anwesen einzuleben. Besonders Haushälterin Jane versteht es, die Frau an Edgars
Seite mit Gruselgeschichten zu verunsichern:
Sie erzählt von Vampiren und Werwölfen,
die rund um Mandacrest ihr Unwesen treiben. Schnell fürchtet man, dass die Tage der
neuen Hausherrin gezählt sind.
„Das Geheimnis der Irma Vep“ ist ein „Eingroschengrusel“ von Charles Ludlam. Angelehnt
an Alfred Hitchcocks Film „Rebecca“ verbindet Ludlam bekannte Motive aus Schauer­
literatur und Horrorfilm zu einer eigenwilligen Persiflage. Und noch etwas ist anders bei
diesem Theaterstück: Zuerst fällt auf, dass,
wie zu Shakespeares Zeiten, alle Frauenrollen von Männern gespielt werden. Dann wird
klar: Alle acht Personen im Stück werden von
nur zwei Schauspielern verkörpert – und dies
in einem atemberaubenden Wechsel.
„Kein Umzug dauert länger als 15 Sekunden“,
erklären Wolfgang Heuer und Carsten Groth
stolz. Möglich wird dies durch den unermüdlichen Einsatz der acht Anziehdamen hinter
der Bühne und durch Magnetverschlüsse an
den Kostümen, um die beiden Schauspieler
blitzschnell aus- und wieder anzuziehen.
Foto: Paul Silberberg
Im Lauf der Vorstellung erfolgen 40 Kostüm­
wechsel, die beiden Bühnenbilder, Gut
Mandacrest und ein ägyptisches Grabmal,
beeindrucken und werden durch originelle
Spezialeffekte abgerundet. Inszeniert hat
das Spektakel Holger Ohm, gespielt wird im
Zimmer­theater Mannheim, welches ein kleiner, aber feiner Ableger der zuschauerstarken Freilichtbühne Mannheim ist.
Die Lust an der Verwandlung, die Kunst am
blitzschnellen Hineinkriechen in eine andere
Rolle ist das große Thema des Abends. Das
Spiel von Wolfgang Heuer und Carsten Groth
ist auffallend übertrieben, aber genau das
ist die Absicht des Duos, denn, so sagen sie
selbst, ein solch sinnfreies Stück könne nur
übertrieben-absurd gespielt werden.
Die Jury hat diese Leistung überzeugt und
dem Ensemble der Freilichtbühne Mannheim e.V. mit seiner Produktion „Das Geheimnis der Irma Vep“ den LAMATHEA 2015 in der
Kategorie Innenraumtheater verliehen.
Stilistisch ist die Horrorpersiflage ein unterhaltsamer Mix
aus Agatha Christie, Hitchcock,
Indiana Jones und Monty Python.
Christoph Daigl
23
Jürgen von Bülow
Schau.Spiel 3/2015 | LAMATHEA – Rahmenprogramm
„LAMATHEA im Rahmen“ –
Der Freitag
Samstag
3. Oktober, 02:00 Uhr
Von Abend zu Abend
wird es später. Der
Austausch zwischen
den Besuchern geht
in die zweite Runde,
schließlich kennt
man sich mittlerweile besser, hat
bereits zwei ereig­
nisreiche Theater­tage
miteinan­der verbracht. Gemeinsam
Theater geguckt, über
Theater gesprochen,
Theater gespielt,
Theater gemacht,
Theater gelebt …
Bunt und wild und voller Leben – so könnte
man das Programm der Open Stage des Festi­
vals umschreiben. Mitten im Theater-Café,
zwischen Essen, Info-Wänden, Cocktailbar
und Festivalbüro steht die offene Bühne
und zeigt die Vielfalt des Amateurtheaters in
Baden-Württemberg zwischen den Vorstellungen. Das Theater-Café bietet auch Platz
für die Publi­kumsgespräche am Freitag- und
Samstagnachmittag, als sich die Siegergruppen, Festivalteilnehmer und Neugierigen
über ihre Eindrücke austauschen. Fragen zur
Arbeitsweise, Lob, Kritik und Hintergründe
werden diskutiert und geäußert. Vor der
Abendvorstellung am Freitag wird darüber
hinaus aufgespielt: Die Band „Wir vier“, die
das Preisträgerstück „Räubermaria“ musikalisch begleitet, bietet Stücke aus ihrem
aktuellen Programm dar und stimmt bestens auf den Abend ein. Und es wird nicht
langweilig für die Festivalbesucher. Nach der
Vorstellung zeigt „Die Koralle“ in ihrer LateNight-Impro-Show, was alles spontan auf einer Bühne möglich ist. Im Anschluss folgt ein
musikalisches Intermezzo des neuen LABWÖffentlichkeitsreferenten Wolfgang Gruber,
der auf seinem digitalen Akkordeon eigene
Kompositionen improvisiert. Abgerundet
wird der Abend erneut von Daniel Neumanns Hypnose-Show, in der die Teilnehmer
in heiße Wüsten und kalte Höhlen geschickt
werden. Dazu ein großer Applaus des Publi­
kums, das vom „Rundum-Angebot“ des LAMATHEA-Festivals an allen Tagen bestens
unterhalten wird.
Der Dank des Künstlerischen Leiters Marcus
Joos, der durch das Programm führt, geht an
alle, die zu dieser beeindruckenden Atmos­
phäre beigetragen haben: Die Künstler auf
und die Macher hinter der Bühne sowie die
Teams an den Bars, die stets jedermann bestens versorgen.
Erstmals hat der LABW mit verschiedenen
Amateurtheatern und Freunden das Rahmenprogramm selbst gestaltet und das
Versprechen von Sulz eingelöst: wir können
mehr als nur Theater! Und so wurde aus der
offenen Bühne am LAMATHEA-Festival ein
Kaleidoskop des baden-württembergischen
Amateurtheaters. Eben bunt und wild und
voller Leben! Marcus Joos
Das Theater-Café bot neben der Open Stage auch viel Platz für die Publikumsgespräche,
die von Marcus Joos geführt wurden.
Foto: LABW
24
LABW-Referententreffen | 3/2015 Schau.Spiel
Referenten des LABW –
Stark im Austausch
Im Rahmen des LAMATHEA-Preisträgerfestivals konnte nach vielen Jahren wieder ein
Treffen für die Referentinnen und Referenten
des LABW realisiert werden. Am Samstag,
den 3. Oktober, kamen in Bruchsal 15 LABWund Gastreferenten in kleiner Runde zusammen.
den Referenten stärker ausgebaut und fokussiert werden. Treffen wie dieses sollen künftig
in regelmäßigen Abständen stattfinden. Viele
Hände helfen viel und im gemeinsamen Austausch können sich die Referenten gezielter
im LABW engagieren und ihre Themen und
Anliegen kommunizieren.
Das Treffen dient als Plattform des Austausches, des Kennenlernens und ist geprägt
von Blitzlichtrunden, Fachdiskussionen kleinen Plaudereien sowie einer aufgeladenen
Theateratmosphäre durch und durch. Das
Interesse an der Arbeit des LABW ist groß, die
Unterstützungsbereitschaft entsprechend
gegeben. Da man von niemandem mehr lernen kann, als von den Kolleginnen und Kollegen, soll in Zukunft das Netzwerk zwischen
Die Organisatoren des Treffens, Rob Doornbos und Nadja Kiesewetter, haben sich dieser Thematik angenommen und werden die
Anregungen dieses spannenden Zusammentreffens mit in den künstlerischen Beirat nehmen und die Umsetzung eines regelmäßigen
Zusammenkommens vorantreiben.
Nadja Kiesewetter
Ihr wollt die Referentinnen und Referenten persönlich kennenlernen und seid an den
Workshops des LABW interessiert?
Dann werft einen Blick in das neue Fortbildungsprogramm 2016.
Dieses steht auf der Homepage zum Download bereit und kann in der Geschäftsstelle
des LABW angefordert werden: [email protected]
Samstag
3. Oktober, 09:40 Uhr
Frühstück im TheaterCafé wird angeboten.
Noch müde Gestalten
sitzen an den runden
Tischen, sind dabei
sich mit der obligatorischen Tasse Kaffee
fit für die kommen­
den Stunden zu
machen. Nach dem
dick belegten Früh­
stücksbrötchen
steht als erstes das
LABW-Referententreffen auf dem
Programm.
Foto: Paul Silberberg
Der LABW hatte im Rahmen des LAMATHEA-Preisträgerfestivals zum Referententreffen geladen. 15 Referentinnen und Referenten
nutzten die Möglichkeit, um sich untereinander kennenzulernen und zu vernetzen.
25
26
Schau.Spiel 3/2015 | LABW-Verbandstag 2015
Der LABW-Verbandstag
2015
Samstag
3. Oktober, 09:40 Uhr
Parallel zum Früh­
stück im TheaterCafé haben sich
längst schon die
Mitglieder des
Landesverbandes
im katholischen
Gemeindezentrum
versammelt. Für die
Teilnehmer wurde ein
Willkommens­buffet
aus Kaffee, Saft,
Brezeln, Hefezopf,
Anwesenheitslisten
und Festivalpässen
bereitgestellt. Perfekt
vorbereitet für die
kommenden zwei
Verbandstage.
Wie kann eine Verbandsversammlung organisiert werden, die im Rahmen eines großen
Theater­festivals stattfindet? Bunt und abwechslungsreich, spannend und gespickt mit vielen Erkenntnissen! Natürlich darf neben dem Thema Verbandsarbeit auch das Theater nicht
zu kurz kommen.
Viel hatte man sich also für den diesjährigen Verbandstag vorgenommen, und viel sollte dann
auch im Laufe der zwei Tage „g‘schafft“ werden. Neben den formalen Tagesordnungspunkten
standen in diesem Jahr auch ein gemeinsamer Vorstellungsbesuch der LAMATHEA-Preisträger
in der Kathegorie Mundarttheater (Seite 28), ein Speed-Dating mit den Referenten des LABW
(Seite 30) und eine Arbeitstagung auf dem Programm. Zunächst der Reihe nach:
Der Samstag – Grußworte, Berichte und Wahlen
Am Samstag, den 3. Oktober 2015, trafen sich 34 Mitgliedsbühnen und rund 60 Delegierte, die
vom Präsidium und der Geschäftsstelle des LABW im Pfarrzentrum St. Paul in Bruchsal herzlich
begrüßt wurden. Auch die Oberbürgermeisterin der Stadt Bruchsal, Frau Cornelia Petzold-Schick,
und der Regierungsdirektor des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Johannes
Grebe, waren zu diesem Anlass angereist, um ihre Grußworte persönlich zu überbringen.
Nach den Berichten der Präsidentin, des Schatzmeisters und des Künstlerischen Leiters, die Einblicke in die Verbandsaktivitäten der vergangenen zwei Jahre gaben, wurde Wolfgang Gruber
als neuer Vizepräsident und Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gewählt. Als letzter
Punkt wurde eine neue Beitragsordnung für Einzelmitglieder verabschiedet. Diese können nun
ebenfalls im LABW als Mitglied aufgenommen werden.
Der Sonntag – „Nachwuchs im Vorstand“ und Ehrungen
Der Sonntag stand unter dem Zeichen „Nachwuchs im Vorstand“ oder der Frage, wie junge
Menschen motiviert werden können, Verantwortung im Verein zu übernehmen. Marcus Joos,
Foto: LABW
Das Präsidium des LABW hatte zum Verbandstag 2015 ins Pfarrzentrum St. Paul nach Bruchsal geladen.
LABW-Verbandstag 2015 | 3/2015 Schau.Spiel
Künstlerischer Leiter des LABW, formulierte in einem
impulsreichen Vortrag die Herausforderung, wie ein generationenübergreifender Führungswechsel sinnvoll
vollzogen werden kann. Hierbei müsse sich ein Verein
vor allem über folgende vier Punkte klar werden: Welche
Haltung hat der Verein gegenüber dem Ehrenamt? Gibt
es eine zeitgemäße Anerkennungskultur? Welche Strukturen können einen „gesunden Wechsel“ begünstigen?
Wie wird dabei kommuniziert? In den anschließenden
Tischrunden setzten sich die Teilnehmenden mit diesen
Fragen auseinander, tauschten Erfahrungen aus und zogen zahlreiche Erkenntnisse aus den Diskussionen. Die
Quintessenz: Alles ist möglich, es muss nur gut vorbereitet werden!
Zum Abschluss des Verbandstages wurden jene offiziell
verabschiedet und geehrt, denen aufgrund ihres Einsatzes für das Amateurtheater Ehre gebührt: Christine Kümmel, die nach sechs Jahren die Leitung des Arbeitskreises
Puppenspiel abgibt, erhielt die goldene Ehrennadel des
LABW. Iris Berghold, die ehemalige Vizepräsidentin und
Öffentlichkeitsreferentin im LABW, die Ehrenmedaille in
Silber und Norbert Radermacher, der scheidende Präsident des BDAT, die Ehrenmedaille in Gold.
Herzlichen Dank für die Teilnahme und den spannenden
Austausch! Und auf ein Wiedersehen in zwei Jahren in
Karlsruhe!
Christine Binder
Das Protokoll zum LABW-Verbandstag 2015
kann in der Geschäftsstelle angefordert werden:
[email protected]
Fotos: LABW
Der Einladung der Präsidentin Naemi Zoe Keuler nach Bruchsal
gefolgt waren LABW-Ehrenpräsident Rolf Wenhardt (unten) und der
ehemalige Präsident des BDAT, Norbert Radermacher (rechts).
27
28
Schau.Spiel 3/2015 | LAMATHEA – Mundarttheater
Schwäbisch
für Fortgeschrittene
Samstag
3. Oktober, 12:25 Uhr
Der Endspurt des
LAMATHEA-Festivals
läuft. Die Vorstellung
der Preisträgergruppe
in der Kategorie
Mundarttheater steht
an. Die letzten Kräfte
des Orga-Teams werden aktiviert, als der
Ansturm auf die Kasse
nur fünf Minuten vor
der Aufführung im
Exil Theater losgeht
und die Gäste ihre
Plätze im Zuschauerraum einnehmen.
Theatergruppe Eberhardzell –
Preisträger in der Kategorie Mundarttheater
mit ihrer Produktion „Dr Kommod“
Knallbunte Kostüme, extravagante Frisuren,
kein realistisches Bühnenbild, stattdessen
ein einfacher Tisch, ein paar Stühle und zur
­Begrenzung des Raums eine Reihe von Stöcken, auf denen Perückenköpfe aufgespießt
sind. Darf man das?
Darf man im Mundarttheater
so abstrakt sein?
Natürlich darf man! Ganz besonders dann,
wenn es so souverän, so unterhaltend und
so lustvoll gelingt. Allein der herausragende
Autor Johann Martin Enderle garantiert, dass
der Theaterabend außergewöhnlich sein
wird und die gelungene Inszenierung von
Gerold Wiedenmann sowie das hohe Niveau
aller Schauspieler machen das Theatererlebnis perfekt.
Die Rede ist vom diesjährigen LAMATHEAPreisträger in der Kategorie Mundarttheater,
der Theatergruppe Eberhardzell. Sie haben
sich an Johann Martin Enderles Verskomödie
„Dr Kommod“ gewagt – ein Einakter, welcher
auf „Die Kommode“ von Curt Goetz zurückgeht. Inhaltlich ist die Geschichte überschaubar: Im Mittelpunkt steht eine Erbschaft und
wie man sie sich, bevor die Verwandtschaft sie
in die Hände bekommt, zu Eigen macht.
Doch trotz der schrillen Kostüme, trotz aller
Frisuren, die an eine abgedrehte Haute-Couture-Modenschau erinnern, ist das Spiel der
Darsteller nie übertrieben und ihre Gefühlsausbrüche bleiben immer glaubhaft. Dabei
haben die Eberhardzeller einen Text zu bewältigen, der seinesgleichen sucht: Johann Martin
Enderle schreibt in Versform und ist einer der
wenigen Autoren im Ländle, deren Schwäbisch
so fantasievoll und witzig formuliert ist. Er ver-
Foto: Paul Silberberg
Die Theatergruppe Eberhardzell überzeugte die Jury mit ihrer großartigen Darstellerleistung
und der perfekten Ästhetik von Kostüm, Maske und Bühnenbild.
LAMATHEA – Mundarttheater | 3/2015 Schau.Spiel
Das Spiel der
Eberhardzeller ist eine Hommage
an das Spiel an sich. Jeder spielt groß.
Jeder ist Hauptrolle.
Rüdiger Erk
Stefan Hallmayer
Fotos: Paul Silberberg
steht es weiterhin wie kaum ein anderer, die
Einflüsse der französischen Sprache geschickt
in seinen Text einzubinden. Ja, wer Enderle
spielt, hat einiges zu bewältigen: Fehlt beim
Spielen nur eine einzige Zeile, stimmt der Reim
nicht mehr und der Fauxpas wird offensichtlich.
Die Jury von Stefan Hallmayer und Rüdiger
Erk lobt zu Recht, mit welchem Ernst die
Theatergruppe Eberhardzell die „komische
Miniatur“ auf die Bühne gebracht hat. Etwas vollkommen Eigenständiges haben die
LAMATHEA-Gewinner da erarbeitet. In der
Jurybegründung heißt es wörtlich: „Die Eberhardzeller [...] zeichnen großartige Typen,
die eintauchen in die perfekte Ästhetik von
Kostüm, Maske und Bühnenbild. Hohes
Tempo, stimmiger Rhythmus. Man spielt in
einer Schublade, und umschifft Schubladen,
in die das Mundarttheater gerne gesteckt
wird.“ Chapeau! Jürgen von Bülow
29
30
Schau.Spiel 3/2015 | Referenten im Speed-Dating
Vorstand sucht ...
Referenten im Speed-Dating
Samstag
3. Oktober, 15:00 Uhr
Das Theater-Café
ist wieder mit Leben
und Stimmengewirr
erfüllt. Die Referenten und Vorstände
haben sich für ein
außergewöhnliches
Experiment zusammengefunden. Wo
sonst Singles nach
dem passenden
Lebenspartner
suchen, sollen in den
kommenden Stunden
Theatermacher
zusammengebracht
werden.
Um auch den Austausch zwischen den Bühnen und den Referenten zu stärken,
sorgt am Samstagnachmittag ein Speed-Dating zwischen Bühnenvorständen und
LABW-Referenten für zufällige Begegnungen.
Aufgeteilt auf etwa 14 Tische zu jeweils zwei bis vier Personen ist dieses Vorgehen
für die Damen und Herren der Bühnenvorstände doch eine eher unübliche Form
des Kennenlernens – hat der LABW doch eine große Bandbreite an unterschiedlichsten Fachkräften für Gesang, Tanzen, Theater, Zuschussanträge, Pyrotechnik
und vieles mehr zu bieten.
Die Referenten haben jeweils zweieinhalb Minuten pro Tisch Zeit, um sich den Vorständen vorzustellen: Name, Hintergrund, Tätigkeitsfeld, Spezialgebiete, Schwerpunkte. Nach weiteren zweieinhalb Minuten wird gewechselt.
Während die ersten Runden noch etwas schüchtern und verhalten über die Bühne
gehen, weicht die anfängliche Zurückhaltung doch schnell dem üblichen, ausgelassenen Festivalgeplauder und Lachen.
Ein abenteuerlicher Versuch – aber eine gelungene Aktion des modernen Kennenlernens, auf die im Rahmen des Festivals noch zahlreiche Möglichkeiten folgen, um
die ersten Eindrücke bei einer Tasse Kaffee oder einem Bier zu vertiefen.
Nadja Kiesewetter
Foto: Paul Silberberg
Am Samstagnachmittag konnten sich Referenten und Bühnenvorstände beim Speed-Dating im Theater-Café näher kennenlernen.
LAMATHEA – Lebenswerk und Bürgerschaftliches Engagement | 3/2015 Schau.Spiel
31
Ehre, wem Ehre gebührt
Elfriede Sprengel – Preisträgerin
in der Kategorie Lebenswerk und
Bürgerschaft­liches Engagement
Kommendes Jahr sind es 70 Jahre, die ­Elfriede
Sprengel im Zeichen der Amateurtheaterwelt auf dem sprichwörtlichen „Buckel“ hat.
Bereits mit 15 Jahren stand Elfriede Heni,
später verheiratete Sprengel, erstmals auf
der Bühne. Als ein Jahr später der Kulturring
Fridingen gegründet wurde, war auch sie
mit dabei und ist seither ununterbrochen
ihrer Truppe treu geblieben. Sie hat jede Generation, jeden Wandel, alles Kommen und
Gehen miterlebt.
Ihre Passion: Die Kostüme. Sprengel hat für
nahezu 100 Theaterproduktionen mehr als
700 Kostüme entworfen, produziert, gepflegt
und registriert. So verbrachte sie unzählige
Stunden bei Proben, beim Maßnehmen, an
der Nähmaschine, mit Knopf, Stoff, Nadel und
Faden, im Kostümfundus, mit ihren Freunden und Kollegen. Dabei ließ sie es sich nicht
nehmen, bei ausnahmslos jeder einzelnen
Aufführung selbst mit vor Ort zu sein, die
Kostüme der Darsteller persönlich zu kontrollieren und zu überprüfen, sicherzustellen,
dass selbst der kleinste Nebendarsteller richtig angezogen auf der Bühne steht.
„Wenn ich ein Amt übernehme, dann ganz
oder gar nicht“, sagt Sprengel selbst über sich
und ist ihrem Motto die vergangenen sieben
Jahrzehnte treu geblieben. Ob als Kostümbild-
nerin, Schriftführerin, als Ausschussmitglied
oder als Schauspielerin selbst auf der Bühne.
Ihre Familie hat sie mit ihrer Begeisterung
direkt angesteckt. Auch nachdem ihr Mann
verstarb und ihre Kinder berufsbedingt wegzogen, hat sie weiter, und die Theatermannschaft zu ihrer zweiten Familie gemacht.
Ihr ununterbrochenes Engagement, ihre
Zuverlässigkeit und Beständigkeit zeichnen
Elfriede Sprengels Charakter aus und unterstreichen, weswegen sie sich den Preis in der
Kategorie Lebenswerk und Bürgerschaftliches Engagement verdient hat.
Kurz vor der Preisverleihung, Ende September, ist Sprengel unerwartet schwer erkrankt,
weswegen sie ihren Preis nicht persönlich
entgegennehmen konnte, sondern ihr Sohn
Preis und Videobotschaft überbrachte – wir
wünschen ihr weiterhin eine gute Genesung.
Katharina Weiss
Menschen wie Elfriede
Sprengel haben in unserer schnelllebigen Arbeit und Zeit eine sehr
wichtige, ja auch eine landesweite
Vorbildfunktion.
Samstag
3. Oktober, 21:05 Uhr
Die feierliche
Preis­­verleihung ist
in vollem Gange.
Die Verkündung
in der Kategorie
Lebenswerk und
Bürgerschaftliches
Engagement steht an,
leider ohne Beisein
der Preisträgerin.
Moderatorin Dominique Macri zückt ihr
Mobil­telefon, dreht
sich mit dem Rücken
zum Publikum und
nimmt eine „Selfie“Videobotschaft
von den jubelnden
Zuschauern auf,
bevor Rolf Wenhardt
mit seiner Laudatio
beginnt.
Rolf Wenhardt
Foto: Naturbühne Steintäle
Foto: Paul Silberberg
Moderatorin Dominique Macri sendete kurzerhand eine „Selfie“-Videobotschaft an die Preisträgerin Elfriede Sprengel,
die am Abend der Preisverleihung nicht persönlich anwesend sein konnte.
32
Schau.Spiel 3/2015 | LAMATHEA – Preisverleihung
Was für ein Fest!
Samstag
3. Oktober, 17:15
Aus 137 Bewerbungen zeichnete die Jury
sieben Preisträger aus und vergab 18 Nominierungen. An insgesamt vier Spielstätten konnten die zahlreichen Besucher sich
sechs unterschiedliche Inszenierungen in
acht Vorstellungen ansehen. Den krönenden Abschluss bildete die feierliche Preisverleihung am Samstagabend im gefüllten
Bürgerzentrum von Bruchsal. Verliehen
wird der Landesamateurtheaterpreis LAMATHEA, der bundesweit einzige Staatspreis, alle zwei Jahre vom Ministerium für
Wissenschaft, Forschung und Kunst BadenWürttemberg. Ausgezeichnet wird herausragendes, impulsspendendes Amateurtheater.
Aber wie war es überhaupt, dieses zweite
Festival seiner Art? Eines vor allem: Ein großartiges Treffen Gleichgesinnter! Allein der
Haupt-Veranstaltungsort war ideal, denn dankenswerterweise stellte die Stadt Bruchsal das
Bürgerzentrum mit seinem riesigen Foyer im
oberen Stock zur Verfügung. Dort lief alles zusammen: LABW-Infopoint, Theater-Café, Bar,
Cateringbereich, Open Stage und gleich nebenan der eigentliche Veranstaltungsort mit
großer Bühne und gut 900 Zuschauerplätzen.
Selbst wenn man sich, nur wenige Gehminuten entfernt, eine Vorstellung ansah, immer
kehrte man in das Zentrum des Festivals
zurück, traf Freunde, Bekannte, knüpfte Kontakte und tauschte sich über Gesehenes aus.
Die Vorbereitungen, um solch ein aufwendiges Festival durchzuführen, sind immens:
Neben dem LABW, der Stadt Bruchsal, der
Theatergruppe „Die Koralle“, dem „Exil Theater“, dem „s’Pfläschderle“ und dem „Theaterund Kulturverein Bundschuh“, die gemeinsam den Part der Gastgeber übernahmen,
war die Geschäftsstelle des LABW unentwegt
mit der Projektkoordination beschäftigt,
Fotos: Paul Silberberg
Die ersten Menschen
in festlicher Robe
flitzen durch das
Bürger­zentrum.
Hinter der Bühne
türmt sich ein
Blumenmeer auf,
die Statuen stehen
griffbereit. Der Festsaal ist geschmückt
mit den LAMATHEAund LABW-Fahnen.
Die Stimmung steigt
und findet ihren
Höhe­punkt in der
Eröffnung der feierlichen Preis­verleihung.
Insgesamt drei volle Tage, vom 1. bis
3. Okto­ber, veranstaltete der Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg
in Bruchsal das 2. LAMATHEA-Preisträgerfestival. Und ja, der Verband kann voller
Stolz sagen: Es war ein einzigartiges, großes Theaterfest!
Am Preisverleihungsabend warten die LAMATHEA-Figuren freudig auf ihre Preisträger (links). Der Heidelberger „HardChor“ bringt mit seiner
A-Cappel­la-Show den Saal minutenlang zum Toben (mitte). LABW-Ehrenpräsident Rolf Wenhardt überreicht Elfriede Sprengels Sohn den Preis
für ihr Lebenswerk (rechts).
LAMATHEA – Preisverleihung | 3/2015 Schau.Spiel
33
Theaterfestival mit krönendem Abschluss
Die LABW-Jugend zeigt was sie im
Musical-Workshop, geleitet von
Brigitte Leistikow, in zwei Tagen alles
gelernt hat.
Fotos: Paul Silberberg
allen voran Geschäftsführerin Christine Binder und Projektkoordinatorin Kinga Marietta
Szöts. Den Vorsitz der 19-köpfigen ehrenamtlichen Jury hatte Johannes Grebe inne,
er ist Regierungsdirektor im Ministerium für
Wissenschaft, Forschung und Kunst und ein
erklärter Freund des Amateurtheaters.
Lob über das gelungene Preisträgerfestival
kam von allen Seiten, auch Ehrenpräsident
Rolf Wenhardt und Gerhart Kraner, ehemaliger Künstlerischer Leiter des Landesverbandes gratulierten herzlich. Im Gegenzug bedankte sich der LABW ganz besonders bei
Kraner für die Gestaltung der LAMATHEASkulptur.
Am Ende der höchst unterhaltsamen und
glorreichen Preisverleihung verabschiedeten die Festivalleiter Naemi Zoe Keuler und
Marcus Joos alle Gäste: Den beiden war anzusehen, dass sie überglücklich und stolz
auf ihr Team und das Festival waren. Sie
haben wahrlich allen Grund dazu!
Jürgen von Bülow
Auch die Jugendlichen aus dem Poetry-Slam-Worksop begeistern mit ihren poetisch-rhythmischen Reimen (links). Das findet auch die Moderatorin
des Abends, Dominique Macri, die den Workshop auch geleitet hat (rechts).
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Aufruf zu einer Bühne der Menschlichkeit | 3/2015 Schau.Spiel
Aufruf zu einer Bühne
der Menschlichkeit –
gegen die Spektakel
des Scheußlichen
70 Jahre nach dem Ende des menschenverachtenden und verbrecherischen Nazi-Systems werden in
Deutschland gerade wieder aus rassistischen Motiven geistige und handfeste Brände gelegt. Brandstifter und andere Verbrecher greifen hilfesuchende Menschen an, beleidigen, erniedrigen oder töten
Menschen. Menschen, die einen weiten Weg aus anderen Ländern auf sich nehmen und Hilfe suchen,
Menschen, die aus verzweifelten Lebenssitu­a­ti­onen und unbewohnbaren Kriegsländern kommend
ihre alte Heimat verlassen, um in der Fremde zu überleben und vielleicht eine neue Heimat zu finden.
Auch in unserem Land waren in der Vergangenheit Menschen von existentiellen Notlagen bedroht: als
Flüchtlingsströme haben sie in anderen Ländern, auf anderen Kontinenten Schutz vor Verfolgung und
ihr Glück gesucht.
Die Angriffe auf Flüchtlinge sind kriminell, ein Verbrechen gegen deutsche und europäische Gesetze
und ein Generalangriff auf die Menschlichkeit.
Der Bund Deutscher Amateurtheater verurteilt diese Angriffe und distanziert sich klar von jeglichen
rassistischen Haltungen. Haltungen, die dazu führen, dass Menschen Verbrecher werden und Nachbarn
Mitläufer oder Zaungäste, die durch ihr Nichtstun bösen Taten freien Lauf lassen.
Wir rufen als „bunter“ bürgerschaftlicher Verband mit den unterschiedlichsten Menschen darin, mit internationalen Partnern und mit einer 125-jährigen Geschichte alle Engagierte unserer Mitgliedsbühnen,
Freunde und Partner auf:
Verbannt die scheußlichen Spektakel, die sich gerade in Deutschland abspielen, von der Bühne! Gebt
der Menschlichkeit die Hauptrolle und der Würde jedes Menschen ihren Platz. Tretet Tag für Tag ein für
einen respektvollen Umgang mit allen Erdenbürgern. Theater bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten,
Menschen verschiedenster Nationen in einen offenen Dialog zu bringen, Vorurteile abzubauen und
gegenseitig zu profitieren von den Schätzen verschiedener Kulturen. Vermehrt die schon existierenden
guten Beispiele eurer Projekte, in denen die Theater Fremde willkommen heißen und so zeigen: hier hat
der Hass keinen Platz!
Berlin, im September 2015
Bundespräsidium
Bund Deutscher Amateurtheater e.V.
35
36
Schau.Spiel 3/2015 | Bühnen-News
Zuschüsse & Förderungen
Verwendungsnachweise 2015
Gemäß der Landeshaushaltsordnung ist die Verwendung
öffentlicher Mittel in einem sogenannten Verwendungsnachweis darzulegen. Der Verwendungsnachweis besteht aus
einem zahlenmäßigen Nach-
weis (Abrechnung) und dem
Sachbericht (Beschreibung des
Projektverlaufs).
Für die in 2015 gewährten Zuschüsse sind folgende Abgabetermine dringend einzuhalten:
Verwendungsnachweis für
Theaterprojekte und Festivals bis 31.12.2015
Verwendungsnachweis für
Freilichtaufführungen sowie Bau- und Investitionsmaßnahmen bis 15.02.2016
Die entsprechenden Vordrucke
sind dem Bewilligungsschreiben beigelegt und können in
der Geschäftsstelle angefordert werden:
christine.binder@
amateurtheater-bw.de
schussanträge für die Bereiche
Innenraumtheater, Besondere
Projekte, Kooperationen Schule
& Verein, Theatertage, Internationale Kontakte, Freilichttheater, Bau- und Investitionsvorhaben sowie Gastspiele im länd-
lich strukturierten Raum in der
Geschäftsstelle einzureichen.
Zudem können auch wieder
Zuschüsse für örtliche und regionale Bildungsmaßnahmen
(Kurse vor Ort, Regionalkurse)
beantragt werden.
Weitere Informationen zu den
Richtlinien 2016 sowie alle Antragsformulare gibt es auf der
Homepage des LABW oder
direkt in der Geschäftsstelle:
christine.binder@
amateurtheater-bw.de
Kindern und Jugendlichen,
mit Senioren, mit Menschen
mit besonderen Bedürfnissen
sowie Menschen mit Zuwanderungsgeschichte. Die Produktion muss von mindestens
einer pädagogischen Fachkraft begleitet werden. Der Zuschuss beträgt maximal 75%
der Honorar- und Sachkosten,
höchstens jedoch 2.600 Euro.“
(Auszug aus Richtlinie)
Zuschüsse 2016
Seit Dezember können über
den LABW wieder Landesmittel zur Förderung von Amateurtheaterprojekten für 2016
beantragt werden. Bis zum
1. März 2016 haben Amateurbühnen die Möglichkeit, Zu-
Neue Fördermöglichkeiten ab 2016
Erstmals können beim LABW
auch Landesmittel für Projekte der kulturellen Bildung
beantragt werden: „Gefördert
werden Projekte der Darstellenden Kunst, die im Sinne der
kulturellen Bildung zu verstehen sind. Dieses schließt die
Inklusion durch lebenslanges
Lernen explizit mit ein. Hierunter versteht sich: Die kulturpädagogische Arbeit mit
PILOTPROJEKT 2016: Unterstützung Spielleitung und Vorstand
Orientierung, Beratung, Begleitung des Inszenierungsprozesses
Aufgrund stetiger Nachfrage
installiert der LABW 2016
erstmals in Baden-Württemberg die Möglichkeit, maximal
10 Bühnen durch professionelle, ausgewählte Fachkräfte
und Künstler im Bereich Regie,
Dramaturgie oder Kulturmanagement zu begleiten. Dabei
steht die individuelle Beratung
von Spielleitern sowie Vorständen im Vordergrund. In maximal 24 Zeitstunden begleitet
ein vom LABW ausgewählter
Tutor die Produktion oder das
Produktionsmanagement.
Künstlerische Begleitung
Als Spielleiter/in suchen Sie
neue Wege für die Gruppe? Sie
erproben einen Regiestil? Sie
möchten sich individuell coachen lassen? Sie suchen Unterstützung bei der Auswahl von
Stücken, bei Strichfassungen?
Sie wollen ihren Leitungsstil
ergänzen?
Kulturmanagement
Als Vorstand oder Gruppenleiter sind Konflikte aufgetaucht?
Es gibt einen Wandel im Vorstand? Zukunftsvisionen sollen
entwickelt werden?
Dieses Programm dient der
intensiven Begleitung und
Schulung vor Ort. Die Themen
richten sich nach den Erfordernissen der Bühne. Der Inhalt
der Beratung ist bei der Beantragung klar zu definieren. Ein
Tutor wird in enger Absprache mit der Bühne vom LABW
empfohlen und entsendet.
Vorschläge für Tutoren dürfen
eingereicht werden, jedoch
obliegt die Entscheidung über
eine Zulassung dem LABW.
Ein Tutor im LABW muss über
folgende grundlegende Anforderungen verfügen:
Mindestens 5 Jahre
Berufserfahrung in dem
angeforderten Fachgebiet
Regie-, Dramaturgie- oder
entsprechende Manage­
menterfahrung im
Amateur­theater
Einschlägige Referenzen
Es wird ein Zuschuss von maxi­
mal 2/3 der Honorarkosten
über­
nommen, jedoch maxi­
mal 650,– Euro. Die Bühne trägt
Spesen wie Übernachtungen,
Reisekosten und Verpflegung.
Bühnen-News | 3/2015 Schau.Spiel
37
Aus dem LABW
Neuer LABW-Öffentlichkeitsreferent
Am 3. Oktober 2015 wurde
Wolfgang Gruber vom Verbandstag in Bruchsal in das
Amt des Vizepräsidenten als
Referent für Presse- & Öffentlichkeitsarbeit gewählt.
Der Diplom-Pädagoge ist seit
Jahren ehrenamtlich im Vorstand der Tübinger Puppenbühne e.V. aktiv. Er interessiert
sich neben dem künstlerischen
Aspekt auch für den Bildungs­
aspekt des Amateurtheaters.
„Für mich ist wichtig, dass die
Arbeit der Amateure das Theaterleben demokratisiert. Auch
die Ansprache der Verbandsmitglieder und die Möglich­
keit zur aktiven Teilhabe am
Theaterleben durch Weiterbildungsangebote erhalten die
Lebendigkeit der Kulturarbeit“,
so Gruber.
Ausschreibung
amarena – Deutscher Amateurtheaterpreis 2016
Der Bund Deutscher Amateur­
theater (BDAT) schreibt zum
vierten Mal einen bundesweiten, dotierten Preis in den fünf
Sparten Schauspiel, Kinderund/oder Jugendtheater, Seniorentheater, Musik-, Tanz- oder
Bewegungstheater und Offene
Theaterformen aus.
Bewerben können sich alle
nicht professionellen Ensem­
bles der Darstellenden Kunst
mit Inszenierungen, die zwischen dem 1. Februar 2014
und 1. Februar 2016 Premi­ere
hatten oder haben. Bewerbungs­
s chluss ist Montag,
der 8. Februar 2016. Das
Preisträger­festival findet vom
22. bis 24. September 2016 in
Offenbach (Hessen) statt.
Weitere Informationen gibt es
direkt beim BDAT:
Alexandra Heyden
Telefon: 030 263985917
E-Mail: [email protected]
Innovationsfonds Kunst – Erste Tranche 2016
Der Innovationsfonds Kunst
fördert neue Ausdrucks- und
Beteiligungsformen sowie spartenübergreifende Vorhaben.
Das Land Baden-Württemberg
schreibt den Innovationsfonds
Kunst 2016 in drei Projektlinien
aus:
Innovative Kunst- und
­Kulturprojekte
Projekte mit Schwerpunkt
Kulturelle Bildung
Kunst und Kultur für das
ganze Land
Projektanträge können bis
Sonntag, den 10. Januar 2016,
onli­ne eingereicht werden.
Weitere Informationen unter:
www.mwk.badenwuerttemberg.de/de/service/
ausschreibungen
Fragen beantwortet das Büro
Innovationsfonds Kunst
Telefon: 0711 2792967
E-Mail:
Innovationsfonds-kunst@
mwk.bwl.de
mente, Improvisations- und
Rollenarbeit. Die Spiel- und
Regie-Erfahrung kann dann
im dritten Jahr vertieft werden. Wer noch weitermachen
möchte, kann nach einem
4. und 5. Fortbildungsjahr
mit der vom Bundesverband
Theaterpädagogik e.V. zertifi­
zierten Berufsbezeichnung
des Theater­p ädagogen abschließen.
Den Kursplan mit den genauen
Terminen gibt es auf:
www.lag-theaterpaedagogik.de
Fortbildungen
Theaterpädagogik
Im Januar und Februar 2016
starten in Reutlingen, Stuttgart, Ulm, Schwäbisch Hall
und Konstanz neue theaterpädagogische Fortbildungen der
Landesarbeitsgemeinschaft
TheaterPädagogik BadenWürttemberg (LAG). Die
neben­berufliche Fortbildung
beinhaltet in den beiden
ersten Jahren als Grundlagenbildung Körper- und Bewegungsarbeit, Umgang mit
Stimme und Sprache, Grundlagen des Maskenbaus und
-spiels, tanzpädagogische Ele-
38
Schau.Spiel 3/2015 | Bühnen-News | Kontaktadressen
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LABW-Fachtag
Mundarttheater
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Haus St. Monika
in Stuttgart-Neugereut
ugend
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Badenatertag
Württe
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mberg
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Beginn: 10.00 Uhr
Kontakt:
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ruediger.erk@amateurt
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Friedric
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tage am
14.–20
shafen
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te
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Freilichttheater-Ergebnisse 2015
Die Freilichtbühnen im LABW steigern ihre Zuschauer­zahlen
Insgesamt 363.841 Zuschauer
und damit 39.754 mehr als im
letzten Jahr besuchten 2015
die Veranstaltungen der 61 Freilichttheater, die sich im Landesverband Amateurthea­ter
Baden-Württemberg (LABW)
organisiert haben. Das entspricht einer Steigerung der
Besucherzahl von 12 Prozent
im Vergleich zum Vorjahr. Das
macht Mut für die Zukunft:
Etwa 5 Mio. EUR planen die
LABW-Freilichtbühnen in den
kommenden 5 Jahren zu inves-
tieren. Davon gut 1,9 Mio. allein
im kommenden Jahr. Wie im
Allgemeinen im LABW, finden
sich auch im Bereich der Freilichtbühnen sehr große und
traditionsreiche Vereine, aber
auch eine große Zahl an kleinen Theaterinitiativen. Sie alle
tragen mit der ehrenamtlichen
Arbeit ihrer Mitglieder zu diesem beeindruckenden Ergebnis bei und zeigen die Dynamik
des baden-württembergischen
Amateurtheaters.
Nützliche
Kontaktadressen
GEMA für Amateurtheater
Bezirksdirektion Stuttgart
Jens Gaisser
Telefon: 0711 22526761
www.gema.de
Geschäftsstelle LABW
Telefon: 0711 46907913
E-Mail: christine.binder@
amateurtheater-bw.de
Facebook-Beratung
Dr. Johannes Moskaliuk
Telefon: 07127 933521
E-Mail: [email protected]
400.000
381.681
363.841
324.087
300.000
250.000
200.000
150.000
100.000
50.000
0
Versicherungen
Bund Deutscher Amateurtheater
Heidenheim
Ilse Bosch
Telefon: 07329 919 696
E-Mail: [email protected]
381.903
350.000
2012
2013
Steuertipps
für gemeinnützige Vereine
Zinger & Leicht Steuerberatung
Rainer Zinger
Telefon: 07144 8474-0
E-Mail: [email protected]
Vereinsrecht & Urheberrecht
Rechtsanwälte Hindennach,
Leuze und Partner
Telefon: 0711 1203274
E-Mail: [email protected]
2014
2015
Kostümverleih
Naturtheater Heidenheim
Telefon: 07321 925530
Öffnungszeiten:
Mo, Mi, Fr von 14 bis 18 Uhr
Naturtheater Reutlingen
Telefon: 07121 25321
Öffnungszeiten:
Mi 14.30 bis 18 Uhr
Jubiläen und Ehrungen | 3/2015 Schau.Spiel 39
Peter M. Wolko –
60-jähriges Bühnenjubiläum
Am 2. Oktober feierte der Leiter des Karlsruher Theaters „Die Spur“ Peter M.
Wolko sein 60-jähriges Bühnenjubiläum. Der Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg gratuliert einem großen Theatermacher, dessen
Schaffenskraft und Wirkungskreis weit über die Grenzen Baden-Württembergs hinausstrahlt.
Peter M. Wolko ist seit 60 Jahren
Theatermacher aus Leidenschaft.
Der LABW gratuliert ihm ganz
herzlich!
Der 1940 in Breslau, in der damaligen DDR, geborene Peter M. Wolko steht
mit 15 Jahren das erste Mal auf den Brettern, die ihm von da an die Welt bedeuten werden. Mit 19 Jahren gibt er sein Regiedebüt. Ab1960 in Karlsruhe
wohnhaft, gründet er ein Jahr später das Theater „Die Spur“, das er seither
mit seiner Frau Ulrike leitet. Der Regisseur, Schauspieler, Dramaturg, Autor,
Bühnenbildner und Theaterpädagoge ist vielseitig und bildet sich durch
zahlreiche Theaterseminare im In- und Ausland weiter. Er begreift früh das
„Theater als Gegengewicht zum Alltag“. So auch der Titel seines Buches, das
2011 erscheint.
Nach 60 Jahren kann Peter M. Wolko stolz auf 150 Inszenierungen zurückblicken, davon hat er 41 selbst als Autor verfasst und bearbeitet. In 130 Bühnenwerken war er als Dramaturg tätig, spielte in über 50 Rollen und sorgte
bei 134 Inszenierungen für das Bühnenbild. Insgesamt leitete er 2.285
Vorstellungen. Ein besonderes Anliegen ist ihm seit vielen Jahrzehnten der
internationale Austausch. Er pflegt Partnerschaften mit Bühnen in Frankreich, Italien, Ungarn, Japan, Belgien, Russland und der ehemaligen DDR.
402 Gastspiele führten ihn bis dato in über 80 Städte auf der ganzen Welt.
1972 ist er Gründungsmitglied des Landesverbands Amateurtheater
­Baden-Württemberg e.V., vier Jahre dessen Vizepräsident und über 40 Jahre
Mitglied im Präsidium. Zudem gehörte er 13 Jahre der Jury des Landespreises für Volkstheaterstücke Baden-Württemberg an.
Auch auf zahlreiche Würdigungen und Ehrungen kann Peter M. Wolko
stolz zurückblicken. 1982 erhält er den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, 1984 die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg
und 1991 die Ehrennadel des Verbands der Theater­schaffenden Russlands.
Der Bund Deutscher Amateurtheater (BDAT) zeichnet ihn 2011 mit der
Ehrenmedaille aus und der Landesverband mit der Ehrenmedail­le in Gold.
Seit 2013 ist er Ehrenmitglied im LABW.
40
Schau.Spiel 3/2015 | Jubiläen und Ehrungen
60 Jahre – ein kräftiges „Piff Paff“
für den Historischen Verein Hornberg
Seit 60 Jahren vom Spielplan des Historischen Vereins Hornberg nicht wegzudenken:
das berühmte „Hornberger Schießen“.
Diesmal ist es doch nicht wie das berühmte Hornberger Schießen ausgegangen. Also
zumindest das Feiern nicht. Mit vielen Ehrengästen beging der Historische Verein Hornberg e.V. ein Jubiläum der besonderen Art: Seit 60 Jahren spielt dieser Verein ohne Unterbrechung das Stück „Hornberger Schießen“. Nach verschiedenen Recherchen ist uns
kein Stück bekannt, das in Deutschland länger ununterbrochen gespielt wird. Und das ist
auch ein Grund zum Feiern. Zum Jubiläum gratulierten auch Christian Schulz und Marcus
Joos vom Präsidium des LABW. Das Hornberger Schießen ist Volkstheater im Besten Sinn
– von allen und für alle, ist Heimatpflege und Amateurtheater pur, mit Leidenschaft für die
eigene Geschichte. Der Dank ging an alle, die zum Erfolg dieses Dauerbrenners beitragen
und war verbunden mit den besten Wünschen für die nächsten Jahrzehnte: ein kräftiges
„Piff Paff“ auf die Hornberger!
50 Jahre – Theater unter den Kuppeln
Vereinsvorsitzender Ralph Brückner (links)
freute sich über die Glückwünsche, die
Rainer Kurze im Namen des LABWPräsidiums dem T­ heater unter den Kuppeln
überbrachte.
Im Rahmen eines großen Festakts mit buntem Programm, feierte das Theater unter den
Kuppeln in Leinfelden-Echterdingen am 19. September sein 50-jähriges Bestehen mit rund
600 Gästen. Zur Begrüßung erinnerte der ehemalige Vorsitzende Roland Illersperger an die
erste Vorstellung in dem alten Steinbruch, an die Gründung des „Naturtheaters Stetten“ zwei
Jahre später und an den Bau der markanten Kuppeln in den Jahren 1976 bis 1990, die heute
so prägend für das Freilichttheater sind.
Der Vereinsvorsitzende Ralph Brückner richtete sich in seiner Dankesrede an die vielen Unter­
stützer, Förderer und Sponsoren, an die Stadt Leinfelden-Echterdingen und die zahlreichen
Besucher, die dem Theater seit vielen Jahren treu und verbunden geblieben sind.
Rainer Kurze, der Vorsitzende des Arbeitskreises Freilichttheater, übermittelte die Glückwünsche des Landesverbandes. In seiner Laudatio lobte er die besondere Stellung des Theaters
unter den Kuppeln in der baden-württembergischen Amateurtheaterszene. Es vereint mit
seiner Freilichtbühne, der Mundart- und der Studiobühne nicht nur drei Theatersparten
unter seinen Kuppeln, sondern darf sogar eine Tanzschule und ein Theaterorchester sein
eigen nennen.
Während des Festakts präsentierten die Vereinsmitglieder Ausschnitte aus den Produktionen der vergangenen fünf Jahrzehnte sowie neue Tanz- und Gesangsstücke. Zudem gab es
einen humoristischen Einblick hinter die Kulissen und in die tägliche Probenarbeit. Natürlich
durften dabei auch die schönsten Kostüme aus dem Fundus nicht fehlen.
25 Jahre – Schwäbische Mundart im „Boulevärle“
1990 wurde das „Boulevärle“ gegründet.
Manfred Juhasz, Erwin Seydter, Christine
Fritz-Hansen, Angelika Berner und Ingeborg
Berner (v.l.n.r.) waren damals dabei.
Zum 25-jährigen Bestehen des „Boulevärle“ Schwäbisches Theater e.V. gratulierte die
LABW-Präsidentin Naemi Zoe Keuler höchstpersönlich bei der Festlichkeit am 17. Oktober.
An diesem Abend kamen Freunde, Familien und Zuschauer zusammen, um mit einem Besuch der Vorstellung „Oskar & Felix – Zwoi sodde send selda“ den Bühnengeburtstag zu
feiern. Mit der Komödie von Neil Simon wird die Neckartalstraße für ein paar Stunden zum
schwäbischen Broadway. Unterhaltsam und temporeich wurde das Stück von Jürgen von
Bülow in Szene gesetzt. Die schwäbische Bearbeitung hierzu lieferte Siggi Offenwanger.
In ihrer Rede lobte Naemi Zoe Keuler das herausragenden Engagement der Bühne, die
seit 25 Jahren die schwäbische Mundart als kulturelles Erbe pflegt. Gemeinsam mit dem
Vorstandsvorsitzenden Petros Kalakikos verlieh sie die LABW-Ehrennadeln in Gold an die
Gründungsmitglieder des Vereins, die sichtlich gerührt waren.
Jubiläen und Ehrungen | 3/2015 Schau.Spiel 41
Die LABW-Ehrenmedaille geht an einen legendären Liptinger
Günter Heim (l.) wurde von Marcus Joos (r.)
für 50 Jahre Engagement für das Amateurtheater geehrt.
Traditionell läutet der Kameradschaftsabend der Theatergesellschaft 1874 Liptingen Ende
Oktober die neue Saison ein. Und wenn es gilt, verdiente Mitglieder zu ehren, so lädt der
Vorstand gerne ein Mitglied des Präsidiums ein.
In diesem Jahr ehrte der LABW-Vizepräsident Marcus Joos einen legendären Liptinger, der
seit 50 Jahren auf und auch hinter der Bühne für das Amateurtheater aktiv ist. Günter Heim
hat in dieser Zeit zwanzig Rollen gespielt, sich handwerklich eingebracht und vor allem über
40 Jahre als Schriftführer die Chroniken des Vereins liebevoll gepflegt und gestaltet. Wahre
Schätze mit kunstvollem Pinselstrich sind hier entstanden, die vielen Mitgliedern Freude
bereiten. Standing Ovations waren hier mehr als verdient und der Landesverband verlieh
ihm mit Dank und Anerkennung die Ehrenmedaille.
Große Ehrungsrunde bei den Volksschauspielen Ötigheim
Im Rahmen des Kameradschaftsabends
wurden verdiente Mitglieder der Volksschauspiele Ötigheim geehrt, die mit ihrem
lebenslangen Engagement ein Vorbild für
nachfolgende Generationen sind.
Im Rahmen des Kameradschaftsabends der Volksschauspiele Ötigheim am 14. November
überreichte der Vorsitzende des Arbeitskreises Freilichttheater Rainer Kurze gleich acht
Ehren­medaillen des Landesverbands Amateurtheater. Mit der Ehrenmedaille wurden
Dr. Claus Becker und Petra von Rotberg ausgezeichnet, die seit 50 Jahren bei den Volksschauspielen mitspielen.
Die 60-jährige aktive Theaterarbeit von Heinz-Peter Löffler, Werner Sachsenmaier und Christel Wild sowie die 70-jährige aktive Theaterarbeit von Wolfgang und Vera Höfele und Herbert Kölmel wurden mit der Ehrenmedaille in Gold belohnt. Sie alle glänzten nicht nur in
unzähligen Rollen auf Deutschlands größter Freilichtbühne, sondern engagierten sich noch
zusätzlich in verantwortungsvollen Positionen des Vereines. „Sie alle haben die Volksschauspiele geprägt und sind Vorbilder für die nachfolgenden Generationen. Aber sie sind auch
ein kostbares Gut für das Gemeinwohl und eine Gesellschaft, in der oft nur noch Profit, Geld
und Egoismus regieren“, so Kurze.
„Köszönöm szépen“ –
Danke an die Burgschauspiele Leofels auf Ungarisch
Die Burgschauspiele Leofels brachten
mit ihrer Freilichtproduktion „Piroschka“
die ungarische Puszta ins hohenlohische
Gerabronn.
In diesem Sommer ging die Reise für den Künstlerischen Leiter Marcus Joos tief in die
ungarische Puszta. Diese lag jedoch im hohenlohischen Gerabronn. Vor der K
­ ulisse des
historischen Bahnhofs spielten die Burgschauspiele Leofels die Geschichte der bezaubernden, frechen und verliebten „Piroschka“ als Freilichttheater. Die mehr als passende
Kulisse bot nicht nur ein wunderbares Bühnenbild, sondern auch den passenden Rahmen für die Ehrung der verdienten Mitglieder Celimene Laukemann (bronzene Ehrennadel des LABW), Dieter Kraft und Thomas Neber (silberne Ehrennadel des BDAT).
Gefeiert wurde n
­ atürlich stilecht bei Gulaschsuppe und Wein. Am Ende blieb ein herzliches ­„Köszönom szépen“ – Danke­schön für diesen treuen Einsatz für die Kultur in Region
und Land.
Foto: Schwäbische Zeitung
„Umsonschd isch dr Tod“ – aber nicht der Einsatz für das
Amateurtheater in Emerkingen
Die Ehrungen, die durch den Künstlerischen
Leiter des LABW, Marcus Joos, überreicht
wurden, galten dem langjährigen Engagement aktiver Mitglieder vor, auf und hinter
der Bühne.
Die Liste der Spielorte der Theatergruppe Emerkingen für ihre Produktion „Umsonschd i­ sch
dr Tod“ liest sich beeindruckend. Neben zahlreichen baden-württembergischen Orten findet
man darunter auch Sulzbach im Saarland, wo sie Baden-Württemberg beim ersten deutschen Volkstheater- und Mundartfestival „Wurzelwerk“ würdig vertreten haben.
Am Abend der vorletzten Vorstellung überreichte Marcus Joos die bronzene Ehrennadel
des LABW an Klaus Weiher für 10 Jahre aktive Amateurtheaterarbeit. Meinrad Kopp, Hubert
Schlosser, Christine Neubrand und Rainer Missel erhielten die silberne Ehrennadel für über
20 Jahre ehren­amtliches Engagement bei der Theatergruppe Emerkingen.
Nach einem tiefgründigen Abend über den Tod, mit Einaktern von Manfred Eichhorn galt
das Feiern danach den Lebenden, deren Einsatz bestimmt nicht umsonst war.
42
Schau.Spiel 3/2015 | Jubiläen und Ehrungen
Goldene Ehrenmedaille
des Landesverbandes
Goldene Ehrennadel
des Landesverbandes
Volksschauspiele Ötigheim e.V.
Vera Höfele,
Wolfgang Höfele,
Herbert Kölmel,
Heinz-Peter Löffler,
Werner Sachsenmaier,
Christel Wild
Boulevärle
Schwäbisches Theater e.V.
Angelika Berner,
Christine Fritz-Hansen,
Manfred Juhasz,
Erwin Seydter,
Ingeborg Berner
Ehrenmedaille
des Landesverbandes
Theatergesellschaft
Liptingen 1874 e.V.
Günter Heim
Volksschauspiele Ötigheim e.V.
Dr. Claus Becker,
Petra von Rotberg
Goldene Ehrennadel
des Bunds Deutscher
Amateurtheater
Theatergemeinschaft Hirrlingen
Gerlinde Engelhardt,
Kläre Hummel,
Rosemarie Pfeiffer
Schmalzhafenbühne
Sibylle Scheer
Volkstheater Balingen
Michael Remensperger
Naturtheater Hayingen
Uli Bühl
Freilichtspiele Neuenstadt
Ute Maysenhölder,
Bernhard Scholz
Freilichtspiele Neuenstadt
Marion Fleck,
Bernhard Gehrig,
Helga Hintermeier,
Peter Zeh,
Jörg Schönbeck,
Sabrina Trupiano
Laienspielgruppe Meckenbeuren
Martin Rueß
Bauerntheater Rötenbach
Jürgen Weber
Bronzene Ehrennadel
des Landesverbandes
Burgschauspiele Leofels
Celimene Laukemann
Silberne Ehrennadel
des Landesverbandes
Boulevärle
Schwäbisches Theater e.V.
Peter Hauke,
Petros Kalakikos,
Horst vom Brocke
Boulevärle
Schwäbisches Theater e.V.
Schmalzhafenbühne
Gaby Reinhold
Uli Siegle
Naturtheater Hayingen
Tamara Kalmus,
Robin Kopp
Theaterbühne Rohrer Humorer
Gerdi Bruck,
Peter Bruck,
Karl-Heinz Krämer
Theatergruppe Emerkingen e.V.
Klaus Weiher
Silberne Ehrennadel
des Bunds Deutscher
Amateurtheater
Naturtheater Hayingen
Silvia Stoll
Burgschauspiele Leofels
Dieter Kraft,
Thomas Neber
Theatergruppe Emerkingen e.V.
Rainer Missel,
Meinrad Kopp,
Hubert Schlosser,
Christine Neubrand
Interessengemeinschaft
Volksschauspiele Nußloch (IGV) e.V.
Carmen Diemer-Stachel,
Doris Fuchs,
Markus Lang,
Annemie Seitz,
Gustav Seitz
Schwäbischer Theaterverein
Arnegg
Adelheid Fakler,
Doris Kräutle,
Angelo Veruso
Naturtheater Reutlingen
Kim-Leonie Glaunsinger,
Marco Honisch,
Heiko-Felix Raiser,
Carlos Vogt
Naturtheater Hayingen
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mittleres Alter, 2 weiblich mittleres Alter, 1 weiblich
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