Probeklausur (PDF 97 KB)

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Probeklausur Makroökonomie I
Wintersemester 2011/12
Prof. Dr. Gerhard Illing
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Beachten Sie folgende allgemeine Bearbeitungshinweise:
1.
Die Klausur besteht aus 16 Multiple-Choice-Fragen und 2 offenen Fragen. Alle Aufgaben
sind zu bearbeiten.
2. Bei jeder Multiple-Choice-Aufgabe sind 5 Statements vorgegeben: (a) bis (e). Sie müssen
entscheiden, welche der Statements richtig sind. Alle kombinatorischen Möglichkeiten von
„kein Statement richtig“ bis „alle Statements richtig“ sind möglich. Fünf korrekte Antworten
werden mit 5 Punkten bewertet, vier mit 3 Punkten und drei mit 1 Punkt. Weniger als drei
korrekte Antworten werden mit 0 Punkten bewertet.
3. Maßgeblich für die Bewertung der MC-Aufgaben in der Klausur sind Ihre Eintragungen auf
dem MC-LÖSUNGSBLATT. ÜBERTRAGEN Sie daher Ihre Lösungen auf das MCLösungsblatt. Die Aufgaben sind durchnummeriert. MARKIEREN Sie nur diejenigen
Statements, die Sie für richtig halten. Die richtige und saubere Übertragung ist Bestandteil
der Prüfungsaufgabe.
4. Alle Markierungen auf dem MC-LÖSUNGSBLATT dürfen nur mit einem BLEISTIFT
vorgenommen werden. Schwärzen Sie die zu markierenden Felder gleichmäßig kräftig und
deutlich sichtbar (nicht ankreuzen!). Bei Korrekturen ist ein sauberes Radieren erforderlich.
Sie können sich auch jederzeit ein neues MC-Lösungsblatt geben lassen.
5. Offene Fragen: Es gibt zwei offene Fragen mit insgesamt 40 erreichbaren Punkten.
Verwenden Sie für die Beantwortung der Aufgaben die jeweiligen Antwortkästen. Bei
Platzmangel verwenden Sie die Rückseiten. Beschriften Sie Ihre Graphiken vollständig und
begründen Sie Ihre Antworten. Achten Sie darauf, dass Ihre Berechnungen und
Argumentationen eindeutig und nachvollziehbar sind.
6. Bearbeitungszeit: 120 Minuten einschließlich der Übertragungen auf das MC-Lösungsblatt.
7. Zugelassene Hilfsmittel: Nicht-programmierbarer Taschenrechner.
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-0-
Multiple Choice Teil
Abschnitt I: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung und Preisindizes.
1. Aufgabe
a. Wenn das nominale Bruttoinlandsprodukt (BIP) steigt, muss auch das reale BIP
steigen.
b. Wenn das nominale BIP von 1000 auf 1200 Mrd. Euro steigt, während der BIPDeflator von 5,0 auf 6,0 steigt, beträgt die Veränderung des realen BIP 0%.
c. Das Volkseinkommen kann größer sein als das BIP.
d. Um zum Nettonationaleinkommen zu gelangen, müssen ausgehend vom
Volkseinkommen die indirekten Steuern abgezogen und die Subventionen
hinzuaddiert werden.
e. Ausgehend vom BIP wird für die Berechnung des Bruttonationaleinkommens (BNE)
der Saldo der Primäreinkommen aus der übrigen Welt hinzuaddiert.
2. Aufgabe
In einer Volkswirtschaft existieren zwei Güter. In Periode t = 0 beträgt deren Preis p1 = 2
und p 2 = 3 . In Periode t = 0 wird von jedem Gut eine Einheit gehandelt. In Periode t = 1
betragen die Preise p1 = 1 und p 2 = 4 . Die jeweiligen Mengen entsprechen q1 = 1,5 und
q 2 = 0,5 . Welche der folgenden Aussagen trifft zu?
a. Der Laspeyres-Index in Periode t = 1 nimmt den Wert von
b. Der Paasche-Index in Periode t = 1 nimmt den Wert von
4
an.
5
4
an.
9
c. Der Paasche-Index unterschätzt tendenziell den tatsächlichen Preisanstieg.
d. Gemäß dem Paasche-Index herrscht in der Volkswirtschaft Deflation.
e. Der hedonische Preisindex liefert eine Methode, um den Preisanstieg um
Qualitätsveränderungen zu bereinigen.
-1-
3. Aufgabe
Über die geschlossene Volkswirtschaft von Ruritanien ist folgendes bekannt: Es gibt zwei
Unternehmen, Firma A und Firma B. Firma A produziert Holz im Wert von 460 €. Davon
wird Ware im Wert von 340 € an Firma B verkauft, der Rest geht an die Endverbraucher (zum
Heizen). Firma B stellt aus dem an sie gelieferten Holz Möbel her, die sie für 770 € an die
Endverbraucher verkauft. Die Arbeitseinkommen der Inländer betragen 406 €, die
Einkommen der Inländer aus Vermögen und Unternehmertätigkeit 270 €. Es werden keine
indirekten Steuern erhoben und keine Subventionen gezahlt.
a. Die Vorleistungen betragen 746 €.
b. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt 890 €.
c. Das Volkseinkommen ist gleich dem Nettonationaleinkommen.
d. Der Außenbeitrag beträgt 430 €.
e. Die Abschreibungen betragen 276 €.
Abschnitt II: IS-LM Modell.
4. Aufgabe
a. Mit steigendem Zins nehmen die Opportunitätskosten der Bargeldhaltung ab, somit
steigt die Geldnachfrage.
b. Steigt der Marktzins, so sinkt der Kurs eines Wertpapiers mit unendlicher Laufzeit und
fixem Coupon.
c. Ein Anstieg der Nachfrage auf dem Gütermarkt bewirkt einen Zinsanstieg und damit
eine Verminderung der zinsabhängigen Investitionen. Diesen Effekt nennt man
partielles zinsbedingtes Crowding-Out.
d. Ist der Gütermarkt im Gleichgewicht, so befindet sich auch der Kapitalmarkt im
Gleichgewicht.
e. Nettoinvestitionen können niemals negativ werden.
-2-
5. Aufgabe
a. Für alle Kombinationen von Zinssatz und Einkommen (i,Y) oberhalb der LM-Kurve
herrscht auf dem Geldmarkt ein Überangebot an Geld.
b. Sind in einer geschlossenen Volkswirtschaft die privaten Ersparnisse kleiner als die
Investitionen, so ist das Budgetdefizit größer Null.
c. Im Schnittpunkt von IS- und LM Kurve herrscht auf dem Gütermarkt, dem
Kapitalmarkt, dem Geldmarkt und dem Wertpapiermarkt ein simultanes
Gleichgewicht.
d. Das Sparparadoxon besagt, dass eine Senkung des autonomen Konsums zu keinem
Anstieg der privaten Ersparnis führt.
e. Ist die Investitionsnachfrage vollkommen zinsunelastisch (Investitionsfalle), ist
expansive Geldpolitik zur Steigerung der Produktion sehr wirkungsvoll, expansive
Fiskalpolitik hingegen wirkungslos.
Abschnitt III: Offene Volkswirtschaft.
6. Aufgabe
a. Ein Handelsbilanzdefizit muss immer mit einem Defizit in der Leistungsbilanz
einhergehen.
b. Ein Leistungsbilanzdefizit muss immer mit einem Überschuss in der Kapitalbilanz im
weiteren Sinne einhergehen.
c. Aufgrund des Systems der doppelten Buchführung ist die von den staatlichen
Behörden ermittelte Zahlungsbilanz in der Realität immer ausgeglichen.
d. Die Exportquote eines Landes (= Exporte/BIP) kann nie größer als 1 sein.
e. Wenn private und staatliche Ersparnis unverändert bleiben, spiegelt sich eine
Zunahme der Investitionen in einer Verschlechterung der Leistungsbilanz wider.
-3-
7. Aufgabe
Betrachten Sie zwei Volkswirtschaften, Euroland und Dollarland. In Euroland beträgt der
Zins auf Wertpapiere 5%, in Dollarland nur 3%. Der aktuelle Wechselkurs liegt bei 1,25
Dollar/EUR. Beantworten Sie die Fragen aus Sicht von Euroland.
a. Die Zinsparitätstheorie erklärt den Zinsunterschied in beiden Ländern aufgrund von
Transaktionskosten und unterschiedlicher Bonität der Wertpapiere.
b. Wenn die Zinsparität gilt, bedeutet dies, dass die Anleger eine Abwertung des Euro
gegenüber dem Dollar um 2% erwarten.
c. Gemäß der Zinsparitäten-Bedingung ergibt sich ein erwarteter Wechselkurs von 1,23
Dollar/EUR (gerundet auf 2 Dezimalstellen).
d. Bei gegebenem zukünftig erwarteten Wechselkurses und bei gegebenem Zinssatz in
Dollarland führt ein Zinsanstieg in Euroland zu einer Abwertung des Euro gegenüber
dem Dollar.
e. Angenommen der Wechselkurs von Dollar und Euro ist dauerhaft fixiert. Dann
müssten gemäß der Zinsparitäten-Bedingung die Zinsen in Dollarland und in Euroland
exakt gleich sein.
8. Aufgabe
Nehmen Sie an, dass weltweit nur ein einziges Gut gehandelt wird, der BigMac. Der Preis für
einen BigMac in Stockholm beträgt 40 Schwedische Kronen (SEK). In München hingegen
wird für einen BigMac 4 Euro (€) verlangt. Der aktuelle SEK/€ - Wechselkurs beträgt E = 8,5
SEK/€.
a. Der BigMac ist in Stockholm real billiger als in München.
b. Nach der Theorie der absoluten Kaufkraftparität ist die Schwedische Krone relativ
zum Euro unterbewertet und müsste auf 10 SEK/€ aufwerten.
c. Angenommen BigMacs wären nicht verderblich und ohne Transaktionskosten
handelbar. Dann könnten Gütermarktarbitrageure den BigMac gewinnbringend von
München nach Stockholm exportieren und damit zu einer Aufwertung des Euro
beitragen.
d. Der reale Wechselkurs gibt den relativen Preis inländischer Güter ausgedrückt in
Einheiten ausländischer Güter an. Bei Gültigkeit der Theorie der absoluten
Kaufkraftparität muss der reale Wechselkurs immer gleich eins sein.
e. Die Theorie der relativen Kaufkraftparität erklärt Wechselkursänderungen durch
Unterschiede in den Inflationsraten verschiedener Länder.
-4-
9. Aufgabe
Betrachten Sie die kleine offene Volkswirtschaft Makronomia mit einem flexiblen
Wechselkursregime. IS- und LM-Kurve haben einen normalen Verlauf und es gilt die
Zinsparität.
a. Ein Zinsanstieg in Makronomia führt zu einer Abwertung der inländischen Währung
und stimuliert über den Wechselkurskanal die inländische Nachfrage.
b. Bei einer Rezession sollte Makronomia nur expansive Fiskalpolitik einsetzen, da
Geldpolitik bei flexiblen Wechselkursen wirkungslos ist.
c. Wenn die marginale Importneigung in Makronomia sinkt, hat expansive Fiskalpolitik
einen größeren Effekt auf die inländische Produktion.
d. Angenommen, Makronomia wechselt nun zu einem fixen Wechselkursregime. Dann
hat ein Anstieg des ausländischen Einkommens keinen Einfluss auf das
gleichgewichtige inländische Einkommen.
e. Angenommen das Inland hat seine Währung einseitig fest an die ausländische
Währung gekoppelt (= fixes Wechselkursregime). Dann führt ein Zinsanstieg im
Ausland zu einem Rückgang der inländischen Produktion.
-5-
10. Aufgabe
Die folgende Tabelle zeigt die geschätzten Preiselastizitäten für den internationalen Handel
mit Industrieprodukten. In der Ausgangsposition sind die Nettoexporte beider Länder
ausgeglichen. (Hinweis: Die in der Tabelle angegebenen Werte beziehen sich auf eine 1%-ige
reale Aufwertung der inländischen Währung).
Elastizität der Exportnachfrage
Elastizität der Importnachfrage
Land
Sofortige
Wirkung
In der langen
Frist
Sofortige
Wirkung
In der langen
Frist
Japan
Schweiz
-0,59
-0,28
-1,61
-0,73
0,16
0,25
0,97
0,25
a. Eine reale Abwertung des Schweizer Franken um 10% führt zu einem unmittelbaren
Anstieg der Schweizer Exporte um 2,8% und einem unmittelbaren Rückgang der
Importe um 2,5%. Die Nettoexporte steigen mengenmäßig also mit sofortiger
Wirkung um 0,3% an.
b. Eine reale Aufwertung des japanischen Yen um 10% führt in der langen Frist zu
einem mengenmäßigen Rückgang der japanischen Nettoexporte um 25,8%.
c. In der Schweiz ist die Marshall-Lerner-Bedingung in der langen Frist verletzt.
Betrachten Sie die folgende Abbildung aus Sicht des Inlandes:
Nettoexporte, NX
+
t
t+1 t+2 t+3
t+4
0
Zeit
d. Obige Abbildung zeigt den von Ökonomen als J-Kurve bezeichneten
Anpassungsprozess der Nettoexporte nach einer Abwertung der inländischen
Währung.
e. Gegeben einer realen Abwertung der inländischen Währung zum Zeitpunkt t, ist ab
Zeitpunkt t+2 in obiger Abbildung die Marshall-Lerner Bedingung für das Inland
erfüllt.
-6-
11. Aufgabe
Betrachten Sie folgendes graphisches Modell einer kleinen offenen Volkswirtschaft mit
flexiblem Wechselkurs. Der Euroraum ist das Inland, die USA sind das Ausland. In den USA
kommt es nun bei einem konstanten amerikanischen Zins zu einer Rezession, welche die
inländischen Nettoexporte zurückgehen lässt.
i
IS
LM
i
Y
Zinsparitätenbeziehung
E
a. Dies führt zu einer nominalen Abwertung des Euros.
b. Die Rezession in den USA führt zu einem Anstieg der Produktion im Inland.
c. Mittels expansiver Fiskalpolitik lassen sich sowohl der Zins, als auch das Einkommen
auf ihrem alten Niveau stabilisieren.
d. Die Investitionen hängen nur vom Zins und Einkommen ab, also I=I(i,Y). Eine
expansive Fiskalpolitik, die die Produktion auf dem alten Niveau stabilisiert, führt hier
– verglichen zur Situation vor der Rezession in den USA – zu einem Rückgang der
Investitionen.
e. Expansive Geldpolitik führt hier zu einer Senkung des Zinses, bei gleichzeitigem
Anstieg der Investitionsnachfrage.
-7-
Abschnitt IV: Mittlere Frist.
Hinweis: Die betrachtete Volkswirtschaft befindet sich nicht in einer Liquiditäts- oder
Investitionsfalle und es werden adaptive Erwartungen ( Pte = Pt −1 ) über das allgemeine
Preisniveau unterstellt, es sei denn in der Angabe ist es explizit anders spezifiziert. Für alle
Aussagen gilt die ceteris-paribus Annahme.
12. Aufgabe
Der Arbeitsmarkt einer Volkswirtschaft sei durch folgende Gleichung charakterisiert:
Produktionsfunktion:
Y = 2⋅ N
W
Preissetzungsgleichung:
P = [1 + µ ]⋅ = W
2
e
W = P ⋅ z ⋅ N = P e ⋅ 3,5 ⋅ [(1 − u ) ⋅ L] .
Lohnsetzungsgleichung:
a. Die kurzfristige AS-Kurve wird beschrieben durch: P = P e ⋅ 1,75 ⋅ Y .
b. Das natürliche Beschäftigungsniveau beträgt N n =
2
.
7
c. Bei unvollständiger Konkurrenz beträgt µ = 0 und die Preise liegen oberhalb der
Grenzkosten.
d. Die Variable z steht für alle Faktoren jenseits von N, welche – wie bspw. der
Kündigungsschutz – die Höhe des geforderten Lohns beeinflussen.
e. Der Potentialoutput Yn wird einzig durch strukturelle Faktoren bestimmt.
13. Aufgabe
a. Die kurzfristige Phillipskurve sei gegeben durch π t = π te + 0,1 − 2u t . Die natürliche
Arbeitslosenquote liegt dann bei 5%.
b. Unter der Annahme adaptiver Erwartungen (z.B. π te = π t −1 ) beschreibt die kurzfristige
Phillipskurve einen Zielkonflikt zwischen Inflationsrate und Arbeitslosigkeit.
c. Je höher der Anteil der Arbeitsverträge, der durch Lohnindexierung an das aktuelle
Preisniveau gekoppelt ist, desto wirksamer kann die Geldpolitik Arbeitslosigkeit
bekämpfen.
d. Laut Phillipskurve sinkt die Inflationsrate, wenn die tatsächliche Arbeitslosenquote
unter ihrem natürlichen Niveau liegt.
e. Bei einem negativen Angebotsschock besteht für die Zentralbank ein Trade-off
zwischen der Stabilisierung der Preise zum einen und der Stabilisierung des Outputs
sowie des Arbeitsmarkte zum anderen.
-8-
Abschnitt V: Finanzkrise.
14.Aufgabe
a. Im Rahmen des IS-LM Modells lassen sich die Auswirkungen einer Finanzkrise in die
IS-Kurve integrieren. Die LM-Kurve bleibt davon jedoch unberührt.
b. In einer Finanzkrise kann es sein, dass aufgrund der Verunsicherung der Anleger die
Liquiditätsnachfrage steigt, obwohl Einkommen Y und der Zinssatz i sich nicht
verändert haben.
c. Eine „Flucht in Cash“, d.h. eine erhöhte Liquiditätsnachfrage der Anleger wirkt im
Rahmen des IS-LM-Modells wie eine Reduktion der Geldmenge durch die
Zentralbank: Die LM-Kurve verschiebt sich nach unten.
d. Der Risikoaufschlag der Geschäftsbanken bei der Kreditvergabe führt zu einer
Verschiebung der IS-Kurve nach links, da der Marktzins trotz konstantem Leitzins
steigt.
e. Der Risikoaufschlag der Geschäftsbanken bei der Kreditvergabe führt zu einer
Verschiebung der LM-Kurve nach oben, da der Marktzins trotz konstantem Leitzins
steigt.
15. Aufgabe
a. Im Zuge der Krise hat die EZB die Laufzeit ihrer Repo-Geschäfte zeitweise von drei
Monaten auf zwölf Monate erhöht.
b. Die US-Zentralbank Fed hielt im Verlauf der Finanzkrise konsequent daran fest, nur
Wertpapiere bester Bonität als Sicherheiten zu akzeptieren.
c. Die Geldbasis (also die Zentralbankgeldmenge M 0 ) ist in den USA im Verlauf der
Finanzkrise stark gefallen.
d. Durch ein erfolgreiches Schüren von Inflationserwartungen kann die Zentralbank auch
in der Liquiditätsfalle stimulierend auf die Wirtschaft wirken.
e. Der Geldschöpfungsmultiplikator, d.h. der Zusammenhang der Geldmenge M2 und
dem Zentralbankgeld, ist im Verlauf der Finanzkrise konstant geblieben.
-9-
16. Aufgabe
a. Zur Stabilisierung der Wirtschaft sollten in einer Finanzkrise zuerst fiskalpolitische
Maßnahmen erwogen werden, bevor die Geldpolitik Maßnahmen ergreift, da
Steuererhöhungen und Staatsausgaben schneller umgesetzt werden können.
b. Ein Problem staatlicher Rettungsaktionen für Banken ist der sog. Moral Hazard:
Banken könnten dazu verleitet werden, in Zukunft höhere Risiken einzugehen, da sie
im Krisenfall mit staatlicher Unterstützung rechnen.
c. Das Eigenkapital einer Geschäftsbank ist eine Residualgröße: Es ergibt sich aus der
Differenz der Aktiva (d.h. der ausstehenden Forderungen wie Kredite oder erworbener
Anleihen) und der Passiva (d.h. der ausstehenden Verbindlichkeiten wie Sichteinlagen
oder ausgegebene Schuldverschreibungen)
d. Kauft der Staat faule Wertpapiere bei den Banken auf, wird deren Eigenkapitalbasis
nur dann gestärkt, wenn der gezahlte Preis über dem bilanzierten Wert liegt.
e. Ist eine Bank solvent, so kann sie keinem Bank-Run zum Opfer fallen.
- 10 -
Offene Fragen
Vorbemerkung: Bitte achten Sie auf sorgfältige Beschriftung der Graphen
argumentieren Sie kurz unter Zuhilfenahme von Wirkungsketten!
und
Teil I: Kurze Frist und IS-LM Modell
In der kleinen geschlossenen Republik „Griesenland“ lässt sich die gesamtwirtschaftliche
Nachfrage im Gütermarkt für die kurze Frist mit folgender Gleichung beschreiben:
•
Z = C + I + G , mit
C = c0 + c1 ⋅ (Y − T ) mit 0 < c 0 und 0 < c1 < 1
I = b0 + b1 ⋅ Y − b2 ⋅ i mit 0 < b0 und 0 < b1 < 1 , sowie c1 + b1 < 1 .
a) Bestimmen Sie den Einkommensmultiplikator einer Zinserhöhung und dessen Vorzeichen
im Gütermarktgleichgewicht. Leiten Sie die IS-Kurve graphisch ab (Graphen auf nächster
Seite), indem Sie die Auswirkung einer Zinserhöhung auf das gleichgewichtige
Einkommen im Gütermarkt betrachten. Erläutern Sie kurz den Anpassungsprozess, der
sich bei einer Zinserhöhung abspielt. (6 Punkte).
(Fortsetzung des Antwortkastens auf der nächsten Seite)
- 11 -
- 12 -
Nominale Geldnachfrage und nominales Geldangebot im Geldmarkt für die kurze Frist sind
durch folgende Gleichungen gegeben.
•
•
M D = P ⋅ (d1 ⋅ Y − d 2 ⋅ i ) mit 0 < d1 und 0 < d 2
MS =M
b) Leiten Sie die LM-Kurve aus dem Geldmarktgleichgewicht graphisch ab, indem sie die
Auswirkung einer Einkommenserhöhung auf den gleichgewichtigen Zins im Geldmarkt
betrachten. Erläutern Sie den Anpassungsprozess, der sich bei einer
Einkommenserhöhung ergibt. (3 Punkte)
- 13 -
Nehmen Sie nun an, dass die Volkswirtschaft von „Griesenland“ in der kurzen First konkret
durch folgendes Gleichungssystem beschrieben ist.
•
•
C = 150 + 0,8 ⋅ (Y − T )
I = 100 + 0,1 ⋅ Y − 5000 ⋅ i
•
M D = P(0,2 ⋅ Y − 4000 ⋅ i ) , wobei P=1
M S = 400 .
•
Zins und Steuern sind gegeben durch
•
•
i = 0,1
T = 500.
c) Berechnen Sie die Staatsausgaben und das Budgetdefizit im gesamtwirtschaftlichen
Gleichgewicht. (Tipp: Bestimmen Sie zunächst die gleichgewichtige Produktion indem
Sie den Geldmarkt betrachten.) (3 Punkte)
- 14 -
d) Die Staatsverschuldung von „Griesenland“ ist enorm. Zur Konsolidierung des Haushalts
muss die Regierung nun eine Steuererhöhung durchführen (Erhöhung der
einkommensunabhängigen Kopfsteuer T). Stellen Sie die Auswirkungen der restriktiven
Fiskalpolitik im IS-LM-Diagramm graphisch dar und erläutern Sie alle
Anpassungsprozesse der gleichgewichtigen Produktion sowie des gleichgewichtigen
Zinssatzes auf dem Güter- und Geldmarkt. (6 Punkte)
(Fortsetzung des Antwortkastens auf der nächsten Seite)
- 15 -
e) Die Steuererhöhung führt zu einem massiven Produktionseinbruch in „Griesenland“.
Welche Möglichkeit hat die Zentralbank, dem entgegenzuwirken? Welche Gefahr birgt
die von Ihnen vorgeschlagene Politik in der mittleren Frist? (2 Punkte)
- 16 -
Teil II: Analyse der mittleren Frist
Eine geschlossene Volkswirtschaft sei beschrieben durch:
C = 180 + 0,6Y V
I = 100 − 520i
G = 500
T = 0,2Y
M D = P (0,2Y − 1000i )
M S = 600
a) Leiten Sie die AD-Kurve analytisch anhand der Angaben her. Achten Sie darauf, dass Ihre
Rechenschritte eindeutig und nachvollziehbar sind? (5 Punkte)
- 17 -
b) Die Unternehmen in der Volkswirtschaft haben eine gewisse Marktmacht und setzen
deshalb ihre Preise gemäß
P = 1,25W
Ihre Produktionsfunktion ist gegeben durch
Y =N
Weiterhin ist die Lohngleichung
W = P e ⋅ 0,0004 N
Bestimmen Sie die kurzfristige AS-Kurve und den Potentialoutput. Beeinflusst das
erwartete Preisniveau P e das tatsächliche Preisniveau positiv oder negativ? Begründen
Sie knapp verbal. (4 Punkte)
- 18 -
c) Die Regierung beschließt eine Senkung des Arbeitslosengeldes. Zeigen Sie die
kurzfristigen Auswirkungen dieser Politikmaßnahme graphisch im untenstehenden IS-LM
und AS-AD Diagramm auf. Wie ändern sich Zins, Output und Preisniveau im Vergleich
zum ursprünglichen Gleichgewicht (A)? Erläutern Sie knapp verbal. (Hinweis:
Unterstellen Sie adaptive Erwartungen bezüglich des Preisniveaus, Pt e = Pt −1 ) (4 Punkte)
i
LM
A
i0
IS
Y
P
AS
langfristig
AS
kurzfristig
A
P0
AD
Yn
(Fortsetzung des Antwortkastens auf der nächsten Seite)
- 19 -
Y
d) Übertragen Sie Ihr Ergebnis aus c) in die unterstehenden IS-LM und AS-AD Diagramme
und zeigen Sie nun graphisch die mittelfristige Anpassung. Erläutern Sie knapp verbal.
(4 Punkte)
i
LM
A
i0
IS
Y
P
AS
langfristig
AS
kurzfristig
A
P0
AD
Yn
(Fortsetzung des Antwortkastens auf der nächsten Seite)
- 20 -
Y
e) Durch welche weitere Maßnahme ließe sich das Produktionspotential (Potentialoutput)
des Landes steigern? Schlagen Sie eine Maßnahme vor und begründen Sie verbal. (3
Punkte)
- 21 -
Schmierpapier
- 22 -
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