Was verstehen wir unter der Auferstehung Jesu Christi?

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Die Auferweckung Jesu Christi
Ansprache zur Atempause am 24.Februar 2013
von Pfarrer Jisk Steetskamp
Alle christliche Rede von der Auferstehung der Toten hat ihren Grund in der
Auferweckung Jesu Christi. Der Apostel Paulus hat diesen Zusammenhang ganz
unmittelbar als den zum Ausdruck gebracht, der für den christlichen Glauben
entscheidend ist:
Wenn aber verkündigt wird, dass Christus von der Toten auferweckt worden ist,
wie können dann einige unter euch sagen, es gibt keine Auferstehung der Toten?
Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, dann ist auch Christus nicht
auferweckt worden. Ist aber Christus nicht auferweckt worden, so ist unsere
Verkündigung leer, leer auch euer Glaube (1. Korinther 15, 12-15).
Gerade die Auferweckung Christi von den Toten als das eigentliche Herzstück
des christlichen Glaubens auszurufen, ist in unseren Augen heikel. Dass Jesus
geboren wurde, entspricht unserer Erfahrung vom menschlichen Leben; dass er
durch Kreuzigung starb, können wir geschichtlich einordnen: Wir wissen, dass
die Römer die grausame Hinrichtung von entlaufenen Sklaven und politischen
Rebellen tausendfach vollzogen haben. Die Auferweckung Jesu von den Toten
bleibt ein einmaliges Geschehen, das weder mit geläufigen historischen
Ereignissen verglichen noch von unseren Erfahrungen bestätigt werden kann.
Damit fällt die Auferstehung Jesu außerhalb unserer Vorstellungswelt. Ich
möchte anhand eines Evangelientextes aufzeigen, dass schon die Autoren des
Neuen Testaments vor dem gleichen Problem standen – und wie sie dennoch
versuchen, von der Auferweckung Jesu so zu erzählen, dass ihre Wirklichkeit
aufleuchtet, ja vielleicht sogar einleuchtend wird.
Hier ist der Text, Lukas 24, 13-53, der Schluss des Evangeliums (Neue Zürcher
Übersetzung):
24, 13 Und da waren am selben Tag zwei von ihnen unterwegs zu einem Dorf namens Emmaus,
das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist.
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Und sie redeten miteinander über all das, was vorgefallen war.
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Und es geschah, während sie miteinander redeten und sich besprachen,
dass Jesus selbst sich zu ihnen gesellte und sie begleitete.
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Doch ihre Augen waren gehalten, so dass sie ihn nicht erkannten.
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Er aber sagte zu ihnen: Was sind das für Worte, die ihr da unterwegs
miteinander wechselt? Da blieben sie mit düsterer Miene stehen.
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Der eine aber, mit Namen Klopas, antwortete ihm: Du bist wohl der
Einzige, der sich in Jerusalem aufhält und nicht erfahren hat, was sich
in diesen Tagen dort zugetragen hat.
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Und er sagte zu ihnen: Was denn? Sie sagten zu ihm: Das mit Jesus von
Nazaret, der ein Prophet war, mächtig in Tat und Wort vor Gott und dem
ganzen Volk,
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und wie unsere Hohen Priester und führenden Männer ihn ausgeliefert
haben, damit er zum Tod verurteilt würde, und wie sie ihn gekreuzigt haben.
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Wir aber hofften, er sei es, der Israel erlösen werde; doch jetzt ist
es schon drei Tage her, seit dies geschehen ist.
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Doch dann haben uns einige Frauen, die zu uns gehören, in Schrecken
versetzt. Sie waren frühmorgens am Grab,
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und als sie den Leib nicht fanden, kamen sie und sagten, sie hätten
gar eine Erscheinung von Engeln gehabt, die gesagt hätten, er lebe.
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Da gingen einige der Unsrigen zum Grab und fanden es so, wie die
Frauen gesagt hatten; ihn aber haben sie nicht gesehen.
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Da sagte er zu ihnen: Wie unverständig seid ihr doch und trägen
Herzens! Dass ihr nicht glaubt nach allem, was die Propheten gesagt haben!
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Musste der Gesalbte nicht solches erleiden und so in seine
Herrlichkeit eingehen?
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Und er fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was
in allen Schriften über ihn steht.
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Und sie näherten sich dem Dorf, wohin sie unterwegs waren, und er tat
so, als wolle er weitergehen.
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Doch sie bedrängten ihn und sagten: Bleibe bei uns, denn es will Abend
werden, und der Tag hat sich schon geneigt. Und er ging hinein und blieb
bei ihnen.
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Und es geschah, als er sich mit ihnen zu Tisch gesetzt hatte, dass er
das Brot nahm, den Lobpreis sprach, es brach und ihnen gab.
31
Da wurden ihnen die Augen aufgetan, und sie erkannten ihn. Und schon
war er nicht mehr zu sehen.
32
Und sie sagten zueinander: Brannte nicht unser Herz, als er unterwegs
mit uns redete, als er uns die Schriften aufschloss?
33
Und noch zur selben Stunde standen sie auf und kehrten nach Jerusalem
zurück und fanden die elf versammelt und die, welche zu ihnen gehörten;
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die sagten: Der Herr ist tatsächlich auferweckt worden und dem Simon
erschienen.
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Und auch sie erzählten, was unterwegs geschehen war und wie er von
ihnen am Brechen des Brotes erkannt worden war.
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Während sie noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte, und er
sagt zu ihnen: Friede sei mit euch!
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Da gerieten sie in Angst und Schrecken und meinten, einen Geist zu sehen.
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Und er sagte zu ihnen: Was seid ihr so verstört, und warum steigen
solche Gedanken in euch auf?
39
Seht meine Hände und Füsse: Ich selbst bin es. Fasst mich an und seht!
Ein Geist hat kein Fleisch und keine Knochen, wie ihr es an mir seht.
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Und während er das sagte, zeigte er ihnen seine Hände und Füsse.
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Da sie aber vor lauter Freude noch immer ungläubig waren und staunten,
sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier?
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Da gaben sie ihm ein Stück gebratenen Fisch;
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und er nahm es und ass es vor ihren Augen.
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Dann sagte er zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt
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habe, als ich noch mit euch zusammen war: Alles muss erfüllt werden, was
im Gesetz des Mose und bei den Propheten und in den Psalmen über mich
geschrieben steht.
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Dann öff nete er ihren Sinn für das Verständnis der Schriften
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und sagte zu ihnen: So steht es geschrieben: Der Gesalbte wird leiden
und am dritten Tag von den Toten auferstehen,
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und in seinem Namen wird allen Völkern Umkehr verkündigt werden zur
Vergebung der Sünden - in Jerusalem fängt es an -,
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und ihr seid Zeugen dafür.
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Und seid gewiss, ich sende, was der Vater mir verheissen hat, auf euch herab; ihr aber
sollt in der Stadt bleiben, bis ihr mit Kraft aus der Höhe ausgerüstet werdet.
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Und er führte sie hinaus bis in die Nähe von Bethanien. Und er hob die Hände und
segnete sie.
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Und es geschah, während er sie segnete, dass er von ihnen schied und in den Himmel
emporgehoben wurde.
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Sie aber fielen vor ihm nieder und kehrten dann mit grosser Freude nach Jerusalem
zurück.
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Und sie waren allezeit im Tempel und priesen Gott.
Lasst uns beginnen mit einer wichtigen Beobachtung gegen Ende des Textes:
Die Auferweckung Jesu ist offensichtlich kein Selbstzweck, sondern dass in
seinem Namen allen Völkern Umkehr verkündigt werde zur Vergebung der Sünden
– in Jerusalem fängt es an – und ihr seid Zeugen dafür (24, 47).
Diese Zweckbestimmung am Ende der Auferweckungserzählung des Lukas gibt
Antwort auf ein grundsätzliches Problem: Gottes Recht als Schöpfer ist durch
die Gewalt von Menschen und Mächten verletzt. Die Bibel nennt die Verletzung
„Sünde“. Diese Rechtsverletzung, Sünde, zerstört die Beziehung des Schöpfers
zu seinen Geschöpfen und die der Geschöpfe untereinander. Zerstörte
Beziehunge ist der Raum des Todes. In Psalm 88 klagt der Dichter: Ich bin unter
die Toten gestoßen, bin den Erschlagenen gleich, die im Grab liegen, deren du
nicht mehr gedenkst; von deiner Hand sind sie getrennt (6). Im Gleichnis jubelt
der Vater, der seinen verlorenen Sohn wieder in die Arme schließen kann: Dieser
mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist
gefunden worden (Lk 15, 24) und am Ende: Dieser dein Bruder war tot und ist
lebendig geworden, war verloren und ist gefunden worden (31): Der von den Toten
auferstandene Sohn wird der lebendige Bruder.
So vollzieht sich Vergebung der Sünden: Der Schöpfer findet uns wieder als
seine Geschöpfe, die auch einander jenseits aller Gewalt und Zerstörung wieder
finden. Aufhebung der Verletzung des Schöpferrechtes ist Ziel der
Auferweckung Jesu als seines verlorenen Sohns, der Opfer einer grausamen
Rechtsverletzung wurde. In dem neugeschaffenen Beziehungsraum zwischen
Gott und Christus hat der Tod als Beziehungszerstörer keinen Platz mehr. Dies
ist der Beginn der Neuschöpfung, deren Vollendung in Jerusalem (24, 48)
beginnt, anders gesagt: Neuschöpfung, um die es in der Geschichte Gottes mit
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seinem Volk Israel von Anfang an ging und die allen Völkern zuteil wird (24, 47).
Von einer Haltung der Jünger, die wirklich als gläubig bezeichnet werden kann,
ist erst ganz am Ende, sogar erst nach der kurzen Himmelfahrtsnotiz, in den
beiden letzten Versen die Rede: Sie fielen vor ihm nieder... kehrten mit grosser
Freude nach Jerusalem zurück... waren allezeit im Tempel und priesen Gott (24,
52.53). Und es fällt uns auf, dass der Evangelist die nun endlich vertrauensvollen
Jünger in die große Erzählung Israels mit Gott einführt. Denn Christus ist
zuletzt selbst in den Bereich des Gottes Israels mithineingenommen worden
mit den Worten: Und es geschah, dass er... in den Himmel emporgehoben wurde
(24, 51). Das ist hebraisierend formuliert, also in der Art und Weise, wie das Alte
Testament geschrieben ist; 'Himmel' ist - in dieser Tradition - ein anderes Wort
für Gott. Das heißt, die Überzeugung der Jünger und Jüngerinnen, dass Jesus
Christus für immer lebendigen Anteil an Gottes Geschichte mit Israel und den
Völkern hat, ist Voraussetzung ihres Glaubens an die Auferstehung Jesu von den
Toten.
Wenn also erst dieses Ende rückwirkend das feste Vertrauen weckt, dass
Christus nach seiner Hinrichtung am Kreuz eben als der Gekreuzigte auf ganz
neue Art und Weise der Lebendige ist, also der, der von den Toten auferweckt
wurde, ist es sehr aufschlussreich, in der Erzählung des Lukas zu sehen, was
eben zuvor noch nicht endgültig zu diesem Auferweckungsglauben führt. Es hilft
dabei vor Augen zu halten, dass Lukas seine Geschichte so erzählt, dass wir als
Leserinnen und Leser sehr viel mehr sehen als seine Protagonisten innerhalb der
Erzählung.
Die beiden Jünger, die Jerusalem verlassen, um nach Emmaus zu gehen,
begegnen einem Dritten, von dem Lukas uns mitteilt, dass Jesus selbst sich zu
ihnen gesellte. Sie aber können ihn nicht erkennen. Die beiden Jünger berichten
von der Hinrichtung Jesu und dem Auferweckungszeugnis der Frauen, von der
halbherzigen Bestätigung der Osterbotschaft durch andere Jünger: Da gingen
einige der Unsrigen zum Grab und fanden es so, wie die Frauen gesagt hatten, ihn
aber haben sie nicht gesehen (24, 24). Also auch der Bericht der
Auferstehungszeuginnen führt nicht zum Glauben an die Auferweckung
Christi! Auch dass der auferstandene Christus selbst den beiden die JesusChristus-Geschichte von der Passion, Kreuzigung und „Verherrlichung“, also
Auferweckung als göttliche Bestätigung seines Wirkens, im Rahmen des ganzen
Alten Testamentes entfaltet, führt zuerst noch nicht zum Glauben an die
Auferstehung. Der Durchbruch dazu geschieht beim Lobpreis, also beim
jüdischen Tischgebet, und beim Brotbrechen. Aber auch dann noch bleibt es ein
für Zweifel anfälliger Glaube, denn als der Auferstandene, wie Lukas uns als
Leser und Leserinnen vermittelt, ihnen und dem erweiterten Jünger- und
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Jüngerinnenkreis erscheint, sagt Lukas: Da gerieten sie in Angst und Schrecken
und meinten, einen Geist zu sehen (24, 37). Sogar als er seine Identität mit dem
Gekreuzigten durch die Wundmale an Händen und Füssen erweist, hören wir
Lukas sagen, dass sie vor lauter Freude noch immer ungläubig waren und
staunten (24, 41).
Wenn nun weder das unmittelbare Osterzeugnis noch die Begegnung mit dem
auferweckten Christus noch die Verankerung dessen, was ihm geschieht, im
Ganzen des Alten Testamentes durch den Auferweckten selbst den
Auferstehungsglauben sicher festigt, auf was gründet dann bei den
Hauptdarstellern der Erzählung eigentlich der Glaube an die Auferweckung
Jesu? All das könnte auch uns betreffen: Wir könnten dem auferweckten
Christus begegnet sein, denn wie die Jünger erkennen wir ihn nicht. Wir hören
das Osterevangelium, aber das reicht zum Glauben an die Auferstehung nicht
aus. Auch uns ist das ganze Alte Testament als 'Wahrheitsraum' des Christus
zugänglich, doch er bleibt uns mitunter verschlossen. Es geht den Jüngern nicht
anders als uns: Sie und wir können den auferweckten Christus nicht sehen.
Diese Unfähigkeit begründet unseren und ihren Zweifel und Unglauben. Dass
es trotz dieser Unfähigkeit dennoch das Sehen und Erkennen des
Auferstandenen gibt, ist nur in der Wirkmächtigkeit Gottes begründet: Und es
geschah, als er sich mit ihnen zu Tisch gesetzt hatte, dass er das Brot nahm, den
Lobpreis sprach, es brach und ihnen gab. Da wurden ihnen die Augen aufgetan,
und sie erkannten ihn (24, 30-31). Dass das Nicht-Sehen oder Sehen dessen, was
Gott tut, nicht zu den natürlichen menschlichen Fähigkeiten gehört, sondern zu
den Dingen gehört, die uns gegeben werden müssen, ist keine fromme
Behauptung des Evangelisten, sondern das Ergebnis seiner Auseinandersetzung
mit dem prophetischen Elia- und Elisazyklus aus dem Alten Testament (vgl.
2.Könige 2, 10 und 6, 16-18). Also ist der Kern der Auferweckung Jesu das in der
Geschichte Gottes mit Israel begründete Wunder, dass wir den gekreuzigten
Christus als den Lebendigen erkennen, der er für uns ist.
Die Auferstehung Jesu geschieht in der Beziehung, die zwischen ihm und uns
hergestellt wird. Gibt es diese Beziehung? In der Erzählung des Evangelisten
Lukas speist sich diese Beziehung der Jünger und Jüngerinnen aus ihren
Erfahrungen mit dem auferweckten Gekreuzigten. In dessen Gegenwart und also
unter seiner Anleitung wird ihnen das Alte Testament zum offenen Buch, und
sie stellen fest: Brannte nicht unser Herz, als er unterwegs mit uns redete, als er
die Schriften aufschloss. Auf den Osterruf der Jerusalemer Jüngergemeinschaft:
Der Herr ist tatsächlich auferweckt worden und dem Simon erschienen! reagieren
sie mit ihrem eigenen Ostererlebnis. Die Erkennung der Wundmale des
Gekreuzigten in der Gegenwart des Auferstandenen ruft eine tiefe Freude hervor.
Erst unter dem Segen des Auferweckten, werden sie endlich zu dem, was sie
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sind: Zeugen der Auferstehung. Diese Erfahrungen bilden die emotionale Basis
der Beziehung zum auferweckten Christus. Jede dieser Erfahrungen setzt ein
Zeichen, das über sie hinausweist. In das Linienspiel dieser Zeichen zeichnet der
Evangelist Lukas die Gestalt des Auferstandenen, die an sich weder für die
Jüngergemeinschaft noch für uns sichtbar ist. Lukas zeichnet seine Gestalt
sozusagen im Nachhinein in seine Erzählung ein. Er hilft uns sehen.
Was sehen wir nun?
1. Wir sehen, dass der Auferstandene in Wort und Tat mit dem Gekreuzigten
identisch ist, und zwar als Ausleger der Schriften der Hebräischen Bibel,
als der, der mit der Jüngergemeinschaft die Mahlgemeinschaft feiert und
als Träger der Foltermale des Gekreuzigten.
2. Wir sehen, das der Gekreuzigte als der Auferstandene keine mythisches
oder spirituelles Phantom ist, sondern der lebendige Christus, der ganz
konkret, um mit Lukas zu sprechen, tastbar mit Fleisch und Knochen (24,
39) da ist. Die Wirklichkeit des Auferstandenen ist nicht irgendein
unfassbares Jenseits, sondern sie ist mitten in unserer Wirklichkeit
wirklich zugegen.
3. Wir sehen, dass der Auferstandene nicht ein erkennbarer, wiederbelebter
Leichnam ist, sondern die Gestalt, die nur im Augenblick seines Wortes
und seiner Tat und mitunter unerkannt bei den Jüngern und damit auch
bei uns ist. Als die beiden Jünger den Auferstandenen nach dem
Tischgebet und beim Brotbrechen erkennen, heißt es sofort: Und schon
war er nicht mehr zu sehen (24, 31). Und später in Jerusalem erfährt die
Jüngergemeinschaft seine Gegenwart im Ostergespräch: Während sie noch
darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte, und er sagte zu ihnen: Friede
sei mit euch! (24, 36), aber sie erkennen ihn nicht: Sie meinten einen Geist
zu sehen (24, 37).
Die emotionale Basis, das brennende Herz, die Osterfreude ist kein Privileg der
damaligen Jüngergemeinschaft, sie ist auch uns zugänglich. Und aufgrund der
emotionalen Basis wird auch uns die Osterwirklichkeit erschlossen als
Begegnung mit dem Gekreuzigten als dem, der lebt, der uns als Lebendiger in
die Geschichte Gottes mit seinem Volk Israel und mit den Völkern hineinnimmt,
der uns wieder beziehungsfähig macht, und so die Todesherrschaft der
Zerstörung bricht. Als Zeugen dieser Ostererschließung unserer Wirklichkeit
wird es auch uns möglich gemacht, die Nachzeichnung der Gestalt des
auferweckten Christus, wie sie uns der Evangelist Lukas vor Augen führt,
wirklich zu sehen als den Gekreuzigten, der für und mit uns lebt, und als den
Auferstandenen, der mitten in unserer Welt, in unserer Gemeinschaft, in
unserer Lebensgeschichte sein Wort spricht und sein Werk tut – und schließlich
zu glauben, wie die Jüngergemeinschaft glaubte.
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