Philharmonie-Newsletter - Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz

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frühjahr 2017
Das Magazin der
Südwestdeutschen Philharmonie
konstanz – gehört gelesen
Ihr Link zum neuen
letter
Philharmonie-News
Seite 50
2
TAKT | frühjahr 2017
fischmarktzwei
TAKT | frühjahr 2017
Danke!
Seefelchen
medienpartner
von rouven schöll
EDITORIAL
Liebe Leserinnen und Leserer,
VERANSTALTUNGSTECHNIK
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frei nach der Volksweise von Hermann Adam von Kamp
könnte diese Ausgabe auch »Alles neu, macht das Frühjahr«
heißen. Nun ja, bestimmt nicht alles … aber mit einem
neuen Philharmonie-Newsletter halten wir Sie auf dem
Laufenden. Sie sind herzlich eingeladen, sich unverbindlich
anzumelden. Einen neuen Anstrich haben unsere Werktexte
bekommen, die nun je Konzert aus der Feder eines einzigen
Autoren stammen, und Ihnen noch vielfältiger über die
Komponisten und Werke des Abends zu berichten. Auch ein
neues Konzertereignis finden Sie, das bisher noch nicht
angekündigt wurde: Am 8. Juli sind wir wieder auf der Insel
Mainau zu Gast.
partnerorganisationen
Farbenmarkt
Farbengroßhandel
Neu sind auch zwei Kolleginnen und ein Kollege, die
wir Ihnen vorstellen. Neu? Ja, es haben uns auch zwei
Mitarbeiterinnen verlassen. Eva Maria Seefelder hat sich in
den Ruhestand verabschiedet. Achtzehn Jahre lang war sie
als Chefsekretärin die Ansprechpartnerin für Alle und Alles
im philharmonischen Haus und dabei allzu oft die gesuchte
Hilfestellung, wenn es irgendwo hakte. Dass sie dabei
immer offen für Neues war, habe ganz besonders ich an ihr
geschätzt. Und diese Wertschätzung zeigt die Anrede, die
einige von uns verwendeten: Seefelchen.
Wir wünschen ihr und Lena Jaeger, die sich wieder ganz dem
Thema Musikvermittlung widmen wird, alles Gute und Ihnen
allen viel Freude beim Entdecken all des Neuen.
träger und zuschussgeber
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Komfortabler geht’s nicht.
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3
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inhaltsverzeichnis
Konzerte
 6 kritik Philharmonisches Konzert
10 happy hour Sonderkonzert
12 al mio caro amico haydn Kammerkonzert
15die königin der farben Sitzkissenkonzert
18 letzte fahrt Sonderkonzert
22 hommage à schubert Kammerkonzert
28exzess Philharmonisches Konzert
32 konzert junger meister Sonderkonzert
34parallele Philharmonisches Konzert
39 wir wollen eine reise machen Familienkonzert
40 optimismus Philharmonisches Konzert
Wissen
11MUSIPEDIA Was ist gute Akustik?
26 konzert um acht! Seite für Kinder
51programmüberblick/impressum
TAKT | frühjahr 2017
titelthema
TAKT | frühjahr 2017
Auf einen
Blick
von intendantKOLUMNE
beat fehlmann
Titelthema
 5 schicksal Von Intendant Beat Fehlmann
Fischmarktzwei
17 kurz vorgestellt Neue Mitarbeiter der Philharmonie
25mode, gesundheit und technik
38mainau open air & kurz berichtet
45taktzahl
47professionell ist, wenn es trotzdem klappt!
Kolumne von Tobias Bücklein
48mehr mut zu verrückten ideen
Nachbetrachtung Liebe Macht Nass
50der philharmonie-newsletter
Schicksal
Das Schicksal schlägt zu oder es erheischt einen. Jedenfalls
scheint es etwas zu sein, was nicht gänzlich beeinflussbar
ist und wogegen man sich nur bedingt wehren kann. Wir
sind ihm in vielen Bereichen deshalb ausgeliefert, und
jeder hat sein eigenes und persönliches Schicksal. So
zusammengefasst die Ausgangslage für die Verortung dieses
Begriffs. Selbstverständlich ist, dass auch Komponisten
ein Schicksal teilen und auch nicht verwunderlich scheint,
dass das Schicksal die Tonschöpfer in manchen Fällen zu
besonders eindrücklichen Werken inspiriert hat.
Schostakowitsch ist ein Musiker, dessen Leben und seine
Kunst ganz stark vom politischen Umfeld geprägt wurden.
Dabei hat er dem System gedient und sich gleichzeitig
dagegen aufgelehnt. Der Protest war aber kein äußerlicher,
sondern ein sehr subtiler, oft unter der Oberfläche
verborgener. So ist sein Werk nie eindimensional. Er bricht
und schichtet immer wieder neu und stellt das eine dem
anderen gegenüber. Die Elemente führen quasi einen inneren
Kampf und sind so im übertragenen Sinn auch eine Metapher
für die Zerrissenheit des Komponisten. Er fügt sich und lehnt
sich gleichzeitig gegen das Schicksal auf.
… UND JEDER HAT SEIN PERSÖNLICHES SCHICKSAL
Die beiden Findelkinder Daphnis
und Chloé haben auch ein ganz
besonderes Schicksal. Sie werden
getrennt voneinander in der Natur
von Tieren aufgezogen. Das neue
Werk von Bernd Konrad mit dem Titel
Gnadensee wiederum handelt von
einem besonders schicksalshaften
Moment. So konnten früher Straftäter
zwar auf der Insel Reichenau verurteilt
werden, die Strafe selber wurde aber
nicht vor Ort, sondern in Allensbach
vollzogen. Am Tag der Vollstreckung
des Urteils wurden die Verklagten
jeweils mit einem Boot überführt.
Begannen während dieser Fahrt die
Glocken zu läuten, so signalisierte dies
die Begnadigung des Verurteilten.
Der türkische Pianist Fazıl Say ist
ein Musiker, der sich dem Schicksal
stellt und der politischen Führung in
seinem Heimatland die Stirn bietet.
Für diese kritische Haltung wurde er
in Abwesenheit verurteilt, was zur
Folge hat, dass er mittlerweile sein
Heimatland nicht ohne Konsequenzen
besuchen kann.
Sicherlich auch schicksalshaft war die
Wahl in den USA. Der neue Präsident
dieses Landes könnte, wenn er seine
Wahlversprechen umsetzt, manches
Schicksal prägen.
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philharmonisches konzert
KRITIK
TAKT | frühjahr 2017
philharmonisches konzert
TAKT | frühjahr 2017
Mittwoch, 8. März 2017 | 20 Uhr | Konzil Konstanz Abo A
Freitag, 10. März 2017 | 20 Uhr | Konzil Konstanz Abo B
Sonntag, 12. März 2017 | 18 Uhr | Konzil Konstanz Abo D
Einführungsvortrag eine Stunde vor Konzertbeginn | Konzertdauer: ca. 115 min
Karten: 48 · 38 · 28 · 18 Euro | Inklusive kostenlose
- Benutzung zu den Konzerten
Öffentliche Generalprobe
Mittwoch, 8. März 2017 | 9.30 Uhr | Konzil Konstanz
Die Karten erhalten Sie zu jeweils 5 Euro an der Tageskasse.
Michail Glinka 1804 – 1857
Ouvertüre zu Ruslan und Ludmilla
Presto
Dimitri Schostakowitsch 1906 – 1975
Cellokonzert Nr. 1 Es-Dur op. 107
Allegretto
Moderato
Cadenza – Più mosso
Allegro con moto
* Pa use *
Dimitri Schostakowitsch
Symphonie Nr. 5 d-Moll op. 47
Moderato – Allegro non troppo – Poco sostenuto – Largamente – A tempo con tutta forza – Moderato
Allegretto
Largo – Largamente
Finale: Allegro non troppo – Allegro – Più mosso – Poco animato
Schluss mit lustig
Die Kritik hat es in diesen Tagen auch nicht leicht. Alle
schreien nach ihr, viele nehmen sie für sich in Anspruch, ihre
Popularität hat aber eine jämmerlich kurze Halbwertzeit. Sie
endet oft abrupt, sobald sie den Fokus auf jene richtet, die
ihr gerade noch zugejubelt haben. Für einen vernünftigen
Umgang mit Kritik braucht es eine gewisse Größe. Eine
Einheit, die sich nicht in Zentimetern, sondern in Taten
bemisst. Das liegt nicht jedem. Weil Kritikfähigkeit eben auch
bedeutet, die Möglichkeit der eigenen Fehlbarkeit zumindest
in Betracht zu ziehen. Auch diese Einsicht ist nicht jedem
gegeben. Das Problem ist: Kritikfähigkeit ist vor allem dort
abwesend, wo sie bitter nötig wäre – in den Machtzentren
unserer Welt. Sei es im Weißen Haus oder im Rathaus um
die Ecke. Fast scheint es so, als schwinde die Offenheit für
Kritik Andersdenkender im gleichen Maße wie die eigene
Machtfülle zunimmt.
EIN SONDEREINSATZKOMMANDO
MACHT SICH AUF DEN WEG,
DIE SCHÖNE ZU RETTEN
Julian Steckel violoncello
Markus Huber dirigent
Wie schnell man bei Herrschern in Ungnade fallen kann,
hat Alexander Puschkin (1799 – 1837) selbst erlebt. Noch in
seinen Jugendjahren wurde der später zum Nationaldichter
Russlands avancierte Literat für seine patriotischen Verse
gelobt. Als er es in seinen Zwanzigern wagte, Zar und
Minister in seinen Gedichten zu verspotten, war Schluss mit
lustig. Puschkin musste St. Petersburg Richtung Südrussland
verlassen. In dieser Zeit entstand auch sein Versepos Ruslan
und Ludmilla. Eine volksmärchenhafte Geschichte über die
Entführung einer Prinzessin (Ludmilla) durch einen Schurken
(Zwerg Tschernomor). Ein Sondereinsatzkommando,
bestehend aus drei früheren und
aktuellen Geliebten, macht sich auf
den Weg, die Schöne zu retten. Und,
oh Wunder, am Ende gelingt natürlich
genau das. Der starke Ruslan hält am
Ende seine Frau in den Armen. Der
Zwergenzauber ist besiegt.
Die bescheidene zeitgenössische
Resonanz auf das Werk hielt den
Komponisten Michail Iwanowitsch
Glinka (1804 – 1857) nicht davon ab,
aus Puschkins Märchen eine Oper
zu machen. Glinka hatte Puschkin
persönlich kennengelernt. Die beiden
Männer verstanden sich so gut, dass
sie vereinbarten, Puschkin solle doch
das Libretto zur Oper verfassen. Dazu
kam es nicht mehr, der Dichter starb
in einem Duell. So fuhr der Komponist
alleine fort. Die Oper wurde erstmals
am 9. Dezember 1842 in St. Petersburg
aufgeführt. Ihr Erfolg blieb mäßig.
Heute sind komplette Aufführungen
der gesamten Oper Ruslan und
Ludmilla außerhalb Russlands selten.
7
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philharmonisches konzert
TAKT | frühjahr 2017
Die Ouvertüre allerdings hat sich als Repertoirestück
durchgesetzt. Glinka selbst war kein allzu revolutionärer
Typ. Aufgewachsen als Sohn eines Adligen verhielt er sich
sein Leben lang politisch eher unauffällig. In Berlin, hier
verbrachte er seine letzten Lebensjahre, gibt es ein großes
Wandrelief mit dem Kopf Glinkas. Dazu sein Ausspruch »Es
ist das Volk, das die Musik schafft. Wir Musiker arrangieren
sie nur«.
RÜCKKEHR DES VERLORENEN SOHNES
Obgleich Dmitri Schostakowitschs (1906 – 1975) politische
Gesinnung nicht so einfach zu fassen war, verehrte er
Michail Glinka. »Ich liebe Glinka sehr«, ließ sich der
berühmte Komponist in seinen Memoiren vernehmen,
»und es ist mir kein bisschen peinlich, dass auch Stalin ihn
liebte«. Tatsächlich war Schostakowitschs Verhältnis zur
Macht im Allgemeinen und zu Josef Stalin im Speziellen
undurchsichtig. 1936, der Komponist saß gerade an seiner
4. Symphonie, erschien in der Staatszeitung Prawda
ein Artikel, der Schostakowitschs Musik als volksfremd,
chaotisch, unmelodisch und formalistisch geißelte. Anlass
war eine Aufführung der damals seit zwei Jahre laufenden
Erfolgsoper Lady Macbeth zwei Tage zuvor. Stalin und weitere
Polit-Getreue hatten die Inszenierung im Bolschoi-Theater
gesehen, waren nicht amüsiert und initiierten den PrawdaText. Danach wurden alle Aufführungen gestoppt.
Geschockt von dem Urteil ließ der Komponist die Arbeit an
der 4. Symphonie fallen, reiste auf die Krim und begann mit
dem nächsten Werk – der 5. Symphonie.
stark
Zurück in St. Petersburg erfuhr Schostakowitsch, dass der
Mann seiner Schwester verhaftet und sie selbst nach Sibirien
deportiert worden war. Schostakowitsch vollendete dennoch
seine Symphonie am 20. Juli 1937. Die Gewerkschaft
der »Leningrader Komponisten« hatte beschlossen, der
in Ungnade gefallene Komponist solle ihnen sein Werk
präsentieren, damit sich feststellen ließ, ob es »der
Öffentlichkeit zugemutet werden könne«. Die Uraufführung
fand schließlich am 21. November 1937 im Großen Saal der
damals so genannten Leningrader Philharmonie statt. Der
Beifall soll enorm gewesen sein. Die politische Interpretation
folgte sogleich: Die fünfte Symphonie galt fortan als Symbol
der Rückkehr des verlorenen Sohnes unter die Fittiche der
linientreuen Kulturpolitik.
Lange galt diese Sichtweise als verbrieft. Das Bild wurde
1979 verschwommener als das Buch Testimony – die
Memoiren des Dmitri Schostakowitsch – erschien. Der
Musikwissenschaftler Solomon Wolkow veröffentlichte darin
seine Gespräche mit dem schon verstorbenen sowjetischen
Komponisten. Demnach war es mit der Linientreue des
Komponisten nicht so weit her. Wolkow schreibt von
notwendigen Kompromissen, die Schostakowitsch
eingegangen sei, um sich und die seinen zu schützen. In der
Zeit nach Stalin versuchte sich der Komponist vom Diktator
zu distanzieren. Als Beleg dafür wird oft sein Konzert für
Violoncello und Orchester aus dem Jahr 1959 herangezogen.
Es gilt manchen gar als Teil der musikalischen Abrechnung
Schostakowitschs mit Stalin. Am 4. Oktober 1959 wurde das
Cellokonzert im Großen Saal der Leningrader Philharmonie,
heute Sankt Petersburger Philharmonie, uraufgeführt.
Wie auch immer man es deuten mag, es bleibt wohl so, wie
Solomon Wolkow vermutete: Das Verhältnis zwischen Stalin
und Schostakowitsch war komplex. Der Biograf sah hier
sogar ein konkretes historisches Vorbild: Die ähnlich heikle
Beziehung von Zar Nikolaus I. zu Alexander Puschkin. Und so
schließt sich der Kreis am Ende.
Michael Lünstroth
philharmonisches konzert
TAKT | frühjahr 2017
Julian Steckel begann im Alter von fünf
Jahren mit dem Cellospiel. Nach Unterricht
bei Ulrich Voss studierte er bei Gustav
Rivinius, Boris Pergamenschikow, Heinrich Schiff und Antje
Weithaas. 2010 gewann er den ersten Preis beim Internationalen
ARD-Wettbewerb. Zuvor war er Preisträger internationaler Wettbewerbe in Paris, Berlin und Kronberg. 2012 erhielt Julian Steckel
den begehrten ECHO Klassik. Er konzertierte unter anderem mit
Orchestern wie dem Symphonieorchester des Bayerischen
Rundfunks, dem Royal Philharmonic Orchestra London, den
Rundfunk-Sinfonieorchestern Berlin, Stuttgart, dem Orchestre de
Paris und der Kremerata Baltica unter Dirigenten wie Sir Roger
Norrington, Mario Venzago, Christopher Hogwood, Heinrich
Schiff und Michael Sanderling. Neben der solistischen Tätigkeit
gilt Julian Steckels Passion der Kammermusik. Seit dem Sommersemester 2011 unterrichtet er als Professor für Violoncello an der
Hochschule für Musik und Theater Rostock.
Markus Huber wurde 1968 in München
geboren. Als Solist des Tölzer Knabenchores
arbeitete er schon in früher Jugend mit Musikerpersönlichkeiten wie Herbert von Karajan, James Levine,
Wolfgang Sawallisch und Nicolaus Harnoncourt. Sein Musikstudium absolvierte er an den Hochschulen in München und Wien.
Seine Dirigentenkarriere begann Markus Huber 1996 als Solorepetitor mit Dirigierverpflichtung am Landestheater Detmold. Ein
Jahr später wechselte er in gleicher Position sowie als 2.Chordirektor an das Opernhaus Chemnitz und wurde 1999 zusätzlich
Chefdirigent des Collegium Instrumentale Chemnitz. Von 2002
bis 2007 war er erster Gastdirigent des Bulgarischen Kammerorchesters, 2003 wurde Markus Huber Chefdirigent des Leipziger
Symphonieorchesters.
Seit 2008 ist Markus Huber Generalmusikdirektor des Theaters
Pforzheim. Markus Huber stand am Pult zahlreicher renommierter Orchester, darunter das Philadelphia und San Francisco
Symphonie Orchestra, Philharmonie Südwestfalen, das ORFSymphonieorchester, Saarländischer Rundfunk, Minneapolis,
Florida, Tokio, Singapur, Hamburger Symphoniker und die
Münchner Symphoniker.
INTERNATIONALE
SCHLOSS
KONZERTE
MEERSBURG
So 14.05.17 18.00 Uhr · Neues Schloss Meersburg, Spiegelsaal
APOLLON MUSAGÈTE QUARTETT Bodenseefestival
So 28.05.17 18.00 Uhr · Neues Schloss Meersburg, Spiegelsaal
PINDAKAAS SAXOPHON QUARTETT Bodenseefestival/Droste-Literaturtage
So 25.06.17 18.00 Uhr · Neues Schloss Meersburg, Spiegelsaal
GÉMEAUX QUARTETT
EXTRAS 2017
So 28.05.17 11.00 Uhr, vineum bodensee - Bodenseefestival
KINDERKONZERT Die zauberhafte Welt des Herrn Alexander. Pindakaas Saxophon Quartett, F. Dukowski
So 25.06.17 11.00 Uhr, vineum bodensee
KINDERKONZERT Ein Quartett für Kaiser Franz. Gémeaux Quartett und Ilona Schulz
Do 01.06.17 20.00 Uhr, Kath. Pfarrkirche
SÜDWESTDEUTSCHE PHILHARMONIE KONSTANZ
Dirigent: Marcus Bosch, Anton Bruckner, Sinfonie Nr. 3 d-Moll WAB 103
Stadt Meersburg, Abteilung Kultur und Museum
Tickets: 07532/440 400, www.meersburg.de
9
10 sonderkonzert
TAKT | frühjahr 2017
Samstag, 11. März 2017 | 18.30 Uhr | Konzil Konstanz
Karten: 15 Euro (freie Platzwahl)
Für
Neugier
ige
HAPPY HOUR
Kein Vorw
kein Dress issen,
nur 45 Min code,
. Musik !
Dimitri Schostakowitsch 1906 – 1975
Symphonie Nr. 5 d-Moll op. 47
Moderato – Allegro non troppo – Poco sostenuto – Largamente – A tempo con tutta forza – Moderato
Allegretto
Largo – Largamente
Finale: Allegro non troppo – Allegro – Più mosso – Poco animato
Markus Huber dirigent | Beat Fehlmann moderation
In Zusammenarbeit mit dem
Treffpunkt Konstanz e.V.
Happy Hour = glückliche Stunde. Auch wenn die Dauer des Konzerts lediglich 45 Minuten beträgt, trifft der Titel die Sache
doch genau: Im Übergang zwischen Ladenschluss und Abendprogramm präsentiert dieses Format moderierte Programme.
Angeregt, inspiriert, entspannt, ohne Dresscode und Vorwissen mit klassischer Musik den Abend beginnen.
wein
kultur
geschichte
Ein Museum für alle Sinne
Öffnungszeiten
April bis Oktober: Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen 11 – 18 Uhr
November bis März: Samstag, Sonntag und an Feiertagen 11 – 18 Uhr
Vorburggasse 11 | 88709 Meersburg | [email protected]
Tel.: +49(0)7532-440-260 / -2632 | www.vineum-bodensee.de
TAKT | frühjahr 2017
wissen
MUSIPEDIA
Was ist gute Akustik?
Im Umfeld der Eröffnung der Elbphilharmonie ist das
Thema einer guten Akustik in aller Munde. Dieser
kürzlich eröffnete Konzertsaal ist in vielerlei Hinsicht
das absolute Gegenprogramm zum Konstanzer Konzil.
Doch was ist eigentlich eine gute Akustik; kann man
diese auch so leicht beurteilen wie Sichtbehinderungen
durch historische Holzsäulen? Die Berichterstattungen
aus Hamburg haben deutlich gemacht, dass ein
solches Urteil eine stark subjektive Komponente
haben kann: Nur so ist zu erklären, dass der Saal
überwiegend gelobt, aber in manchen Fällen kritisiert
wurde. Sicherlich wird das Hörerlebnis auch von
atmosphärischen Eindrücken beeinflusst. Es gibt
aber einige objektive Messgrößen, welche für die
Qualität der Klangausbreitung entscheidend sind. Ein
wichtiger Faktor ist dabei die Nachhallzeit. Unverstärkte
und analog produzierte Klänge benötigen – damit
sich die Klangfarben verschiedener Instrumente gut
mischen, und die einzelne Noten schön verbunden
werden können – eine Nachhallzeit von rund 2,2
Sekunden. Wichtig ist aber auch, dass ein Raum das
gesamte Frequenzspektrum abbildet. Ansonsten
könnten gewisse Tonhöhen besonders scharf oder
dumpf klingen. Ebenfalls wichtig ist die regelmäßige
Schallausbreitung. Man möchte sicherlich an möglichst
vielen Positionen innerhalb eines Raumes ein analoges
Klangerlebnis haben und nicht an gewissen Stellen
einzelne Instrumente schlecht oder besonders laut
hören müssen. Dennoch ist ein Konzert immer auch
ein Gesamterlebnis, welches von vielen und ganz
unterschiedlichen Faktoren abhängig ist. Manchmal
liegt es auch einfach an der eigenen Verfassung, ob ein
Konzertabend schön wird oder nicht. Aber machen wir
uns nichts vor, schwierige Umstände kann man nicht
grundsätzlich schön hören.
BF
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12 kammerkonzert
AL MIO CARO
AMICO HAYDN
Maurice Ravel 1875 – 1937
Streichquartett F-Dur op. 35
Allegro moderato. Très doux
Assez vif. Très rythme
Très lent
Vif et agité
* Pa use *
Wolfgang Amadeus Mozart 1756 – 1791
Streichquartett A-Dur KV 464
Allegro
Menuetto
Andante
Allegro
Katharina Vogt violine | Agata Michalec-Stahl violine
Berenice Guerrero Ogando viola | Ilya Ryabokon violoncello
TAKT | frühjahr 2017
kammerkonzert
TAKT | frühjahr 2017
Donnerstag, 16. März 2017 | 18 Uhr | Tertianum Konstanz
Karten: 18 Euro · ermäßigt 14 Euro
verlockend
Entlassene Kinder
Die Widmung lief ins komplett Leere. »À mon cher Maître
Gabriel Fauré« schrieb Maurice Ravel in die Partitur seines
ersten und einzigen Streichquartetts. Aber Meister Fauré,
der »Maître«, bei dem Ravel am Consérvatoire de Paris
studiert hatte, konnte und wollte dem viersätzigen Werk in
F-Dur nicht viel abgewinnen. 113 Jahre später kommt das
Fachportal classical.com zu dem Schluss, Ravels Opus 35
zähle zu den »fünf besten Streichquartetten aller Zeiten«.
Und auch jenseits von hellseherischen Fähigkeiten kann
man festhalten: Mit der Wahl von Ravels Opus 35 haben sich
die Musiker für ein zu Recht kanonisiertes Meisterwerk des
Impressionismus entschieden.
EIN ÖFFENTLICHKEITSWIRKSAMES
ENTRÉE IN DIE MUSIKGESCHICHTE
Noch ärgerlicher als Faurés Verriss war für Ravel die
entgangene Rom-Reise. Der 28-Jährige durfte sich mit
seinem Streichquartett gar nicht erst auf den hochbeliebten
Prix de Rome bewerben. Es war bereits Ravels vierter
Anlauf, der Preis höchst verlockend: Ein 40-monatiges (!)
Stipendium für die Villa Medici in Rom. Doch die Jury machte
formale Bedenken geltend, das Werk entspreche nicht den
Kompositions-Normen.
Claude Debussy, eigentlich kein Freund Ravels, setzte
sich vergeblich für das Quartett ein. Sogar der LiteraturNobelpreisträger Romain Rolland ritt eine scharfe Attacke
gegen den Direktor des Konservatoriums, Théodore Dubois,
wegen dessen Ablehnung von Ravels Werk. Derart scharf
war Rollands Angriff, dass Dubois den Abschied vorzog. Wer
davon profitierte, war wiederum Fauré – er wurde Dubois‘
Nachfolger als Direktor. Heutigen Streichquartetten wird
selten eine solche Wirkung zuteil.
Was die alte Konservatoriums-Garde erbost hatte, begann
das Publikum zu lieben: die speziellen Bogentechniken,
die, vor allem in höheren Lagen eingesetzt, eigentümlich
flirrende Stimmungen hervorrufen. Den anti-konventionellen
Aufbau des Werkes mit seinem Scherzo-ähnlichen zweiten
Satz. Die vielfältigen Tempo- und Tonartwechsel des dritten
Satzes, der einen geradezu rhapsodischen Charakter besitzt.
Und dann das Finale: Basierend auf einem chromatischen
Fünftonmotiv, lässt Ravel, Kind einer Baskin, die komplexe
Rhythmik des Zortzico-Tanzes anklingen. Wechselnde Fünferund Dreiertakte, und das im Tempo »Vif et agité«, verlangen
den Musikern viel ab – dem Publikum zur Freude.
Das zweite Werk ist ebenfalls einem deutlich älteren Musiker
und Mentor gewidmet: Mozart empfahl sein Streichquartett
in A-Dur (gemeinsam mit dessen fünf Schwesterwerken)
dem besonderen »Schutz« seines »caro amico Haydn«.
Schließlich handele es sich, schreibt Mozart, um seine
»Kinder«, die er nun »in die Welt entlasse«. Anders als Fauré
nahm Haydn die Widmung freudig an und revanchierte sich
mit dem an Vater Leopold gerichteten Lob: »Ihr Sohn ist
der größte Componist, den ich von Person und dem Namen
nach kenne; er hat Geschmack, und überdas die größte
Compositionswissenschaft.«
Unter Mozarts eigenen »Kindern« ist das Quartett in A-Dur
das introvertierteste. Das Dissonanzen- und das Jagdquartett
sind mit ihren charakteristischen Effekten deutlich populärer.
Gleichwohl wird dem KV 464 der kompositorisch höchste
Rang zugemessen. Beethoven bewunderte es derart, dass
er den dritten Satz Note für Note abschrieb, um dessen
Variationskunst zu studieren.
Schon der erste Satz besticht durch seine beschwingte
Eleganz. Spannend wird er, wenn Mozart harmonische
Verfremdungen und chromatische Kontrastierungen in den
Themenwiederholungen auskostet, um erst nach allerlei
Wandlungen unvermittelt wieder in A-Dur anzulangen. Auch
ER HAT GESCHMACK, UND ÜBERDAS DIE
GRÖSSTE COMPOSITIONSWISSENSCHAFT
in Menuett und Trio nutzt Mozart Momente harmonischer
Verunsicherung, um dem tradierten Genre neue Dimensionen
abzugewinnen. Dann folgen die Violinarabesken der
»Variationen«, der Höhepunkt des Quartetts – mit dem
paukenhaften Cello-Staccato in Variation Nr. 6, die dem
Quartett im englischsprachigen Raum den Spitznamen
»Drum« bescherte. Der letzte Satz, Allegro non troppo,
steigert die chromatische Grundierung der vorherigen Sätze
durch gewagte kontrapunktische Engführungen – eine
finale Bestätigung, wie berechtigt Haydns Sentenz von
»Geschmack« und »größter Compositionswissenschaft« ist.
henning bleyl
13
Konstanzer MusikFestival
12. bis 20. Juli 2017 - Inselhotel Konstanz Festsaal
Klassik, Jazz, Crossover
Im Juli 2017 kommt es im Steigenberger Inselhotel Konstanz zur dritten
Auflage des Konstanzer MusikFestivals. 2014 aus einer Idee engagierter und
kulturbegeisterter Konstanzer Bürger entstanden, fand das Festival in 2015
seine erste Umsetzung. Nach den ersten beiden erfolgreichen Jahren wird
den Gästen auch in 2017 wieder ein hochkarätiges und abwechslungsreiches
Musikprogramm geboten. Den Rahmen des Festivals bilden zwei Orchesterkonzerte mit jeweils mehreren Solisten. Am Mittwoch, den 12. Juli, gastiert
die Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz im Festsaal des Steigenberger
Inselhotel. Das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim bildet am
Donnerstag, den 20. Juli den Abschluss der mitreißenden Musiktage. Zu den
international renommierten Solisten, die bei den Orchesterkonzerten zu
hören sein werden, zählen Andrej Bielow, Violine; Özgür Aydin, Klavier;
Alexey Stadler, Cello und Bernhard Plagg, Trompete. Wie in den vergangenen Jahren gehören ein Jazzkonzert sowie ein Kammermusikabend ebenfalls zum Festivalprogramm.
eduart-konzert
TAKT | frühjahr 2017
Sonntag, 19. März 2017 | 11 und 15 Uhr
Wolkenstein-Saal im Kulturzentrum am Münster, Konstanz
Karten: Erwachsene 10 ∙ Kinder 5 ∙ Familien 20 Euro
Geeignet für Kinder ab 4 Jahren.
eduart
sitzkissenkonzert
Die Königin
der Farben
nach einem Kinderbuch von Jutta Bauer
Özgür
Aydin
Andrej
Bielow
Alexej
Stadler
Peter
Vogel
Johannes
Fleischmann
Bernhard
Plagg
Christian
Maurer
Alexandrina
Simeon
Programmübersicht:
Mittwoch | 12. Juli | 20:00 h
Orchesterkonzert Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz
Leitung: Naci Öcgüz
Solisten: Alexey Stadler, Cello | Andrej Bielow, Violine,
Özgür Aydin, Klavier
P.I. Tschaikowsky
Rokokovariationen
für Violoncello und Orchester A-Dur op. 33
D. Schostakowitsch
Violinkonzert Nr. 1 a-moll op. 77
P. Vogel
Mouvements für Orchester (UA)
P.I. Tschaikowsky
Klavierkonzert Nr. 1 b-moll op. 23
Donnerstag | 13. Juli | 20:00 h
Kammermusikabend
Andrej Bielow, Violine | Johannes Fleischmann, Violine,
N.N., Viola | Alexey Stadler, Violoncello,
Özgür Aydin, Klavier
R. Schumann
Klavierquartett Es-Dur op. 47
Klavierquintett Es-Dur op. 44
Mittwoch | 19. Juli | 20:00 h
Classic meets Jazz
Peter Vogel und sein Ensemble
stellen ihre aktuelle CD WINGS live vor:
Alexandrina Simeon, vocals | Christian Maurer, saxophone,
Peter Vogel, Klavier | Dragan Trajkovski, bass,
Wolfi Rainer, drums | Special Guest: Andrej Bielow, Violine
Donnerstag | 20. Juli | 20:00 h
Orchesterkonzert
Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim
Leitung: Timo Handschuh
Solisten: Andrej Bielow, Violine | Bernhard Plagg, Trompete,
Özgür Aydin, Klavier
J.S. Bach
Violinkonzert E-Dur BWV 1042
F. Mendelssohn
Konzert d-moll für Violine,
Klavier und Orchester MWV O4
G. Torelli
Sonata in D für Trompeter,
Streicher und Continuo
D. Schostakowitsch
Konzert für Klavier, Trompete
und Streichorchester c-moll op. 35
www.konstanzer-musikfestival.de
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Wenn Malwida, die Königin, ihre
Untertanen ruft, kommt erst das Blau,
es ist sanft und mild. Dann kommt das
Rot, es ist wild und gefährlich. Und
zum Schluss das Gelb, es ist so schön
warm und hell, aber es kann auch
zickig und gemein sein. Wie Malwida
selbst. Und wenn sie es beide sind,
kommt es zum Streit …
Eine musikalische Farbexplosion
für Groß und Klein!
Anna Hertz Schauspielerin
circolo quartett
Kyoko Tanino violine
Pawel Katz violine
Margit Bonz viola
John Wennberg violoncello
fischmarktzwei
TAKT | frühjahr 2017
17
LUTHERKIRCHE KONSTANZ | KARFREITRAG, 14. APRIL 2017 | 17 UHR
Johann Sebastian Bach
MATTHÄUSPASSION
KURZVORGESTELLT
Neue Mitarbeiter bei der Philharmonie
Corinna Bruggaier
Simone Eckardt
Andrij Lukyanets
Das mache ich bei der Philharmonie:
Stellvertretende Leitung
Kommunikation und Organisation
= für ein wunderbares Orchester
arbeiten.
Das mache ich bei der Philharmonie:
Assistentin des Intendanten.
Das mache ich bei der Philharmonie:
Orchesterwart.
Da komme ich her:
Geboren und aufgewachsen in Gera.
Bis November 2016 habe ich an der
TPT (Theater & Philharmonie Thüringen
GmbH) gearbeitet.
Da komme ich her:
Aus Kiew, Ukraine.
Da komme ich her:
Gebürtig aus dem Taunus, zuletzt habe
ich über 20 Jahre in Bremen gelebt.
Mechthild Bach | Sopran
Philipp Nicklaus | Tenor (Evangelist, Arien)
Mechthild Seitz | Alt
Kai Florian Bischoff | Bass (Jesusworte)
Tobias Scharfenberger | Bass (Arien) Bach-Chor Konstanz
Vokalensemble UniSono (Einstudierung: Johannes Heieck)
KinderchorParadies (Einstudierung: Marina Niedel)
Kammerphilharmonie Bodensee-Oberschwaben
Claus Gunter Biegert | Leitung
BuchKultur
Opitz - St. 45,
Stephansplatz
45 | Konstanz
Vorverkauf:
BuchKultur Opitz,
St. Stefansplatz
78462 Konstanz
KARTENVORVERKAUF:
Tourist-Information Konstanz - Bahnhofplatz | Konstanz
Tourist-Information
Konstanz, Bahnhofplatz, 78462 Konstanz
www.reservix.de
Internet: www.reservix.de
Weitere Informationen finden Sie unter: www.kultur-forum-lutherkirche.de
Das mag ich an Konstanz am liebsten:
Den See mit seinen immer
verschiedenen Farben, den Roten
Gugelhan, die Altstadt mit den vielen
kleinen schönen Geschäften, dass
es hier Jahreszeiten gibt (nicht so im
Norden). …
Könnte ich es bestimmen,
sähe der Konzertabend so aus:
Viel Brahms, Hornkonzerte,
Mahler und Bach.
Das mag ich an Konstanz am liebsten:
Meinen Ausblick aus dem Bürofenster
auf den See, die Imperia und die
multikulturelle Vielfalt.
Könnte ich es bestimmen,
sähe der Konzertabend so aus:
Ich mag Phil Glass, vielleicht ein
Siegfried Matthus – aber auch die
Klassiker Chopin, Debussy, Händel,
Haydn.
Das mag ich an Konstanz am liebsten:
Den traumvollen Blick am Bodensee.
Ich genieße ihn während der Arbeit
und zu Hause.
Könnte ich es bestimmen,
sähe der Konzertabend so aus:
Ich mag am liebsten
Cross Over-Projekte, Jazz, Pop, Klassik
und Filmmusik. Und vieles mehr.
Herzlich
willkommen !
18 sonderkonzert
TAKT | frühjahr 2017
sonderkonzert
TAKT | frühjahr 2017
Freitag, 24. Marz 2017 | 19 Uhr | Bodenseeforum Konstanz
Karten: 54 · 43 · 31 · 20 Euro
LETZTE FAHRT
kompromisslos
Alles geben
Bernd Konrad *1947
Gnadensee
Sucht man im Internet nach Bernd Konrad, findet man dort
Konzertaufnahmen vom Jazz Festival Frankfurt 1976, in
denen einige ziemlich haarige junge Männer als »Clarinet
Contrast« wirklich alles geben. Egal ob Free Jazz oder Neue
Musik, diese Klänge entzogen sich einer Kategorisierung
und scherten sich herzlich wenig um Tonalität und ähnlich
antiquierte Publikumserwartungen. Man verstand sich
als Teil einer musikalischen Avantgarde, die sich in den
sechziger Jahren gefunden hatte und authentische Musik
machen wollte. »Wir haben damals keine Rücksicht aufs
Publikum genommen, die Leute mussten da durch, ›keine
Kompromisse‹ war unsere Devise«, erinnert sich Bernd
Konrad. Er wird zwar gern als »erster deutscher JazzProfessor« bezeichnet, aber es lässt sich kaum überhören,
dass er auch elektronische Musik und Komposition studiert
hat und bis heute als Komponist gänzlich undogmatisch in
der Neuen Musik verwurzelt ist.
»Meine Kompromisslosigkeit habe ich mir bis heute
erhalten«, resümiert Konrad in Bezug auf seine Werke der
letzten Jahre. »Aber heute beschäftige ich mich einfach viel
mehr mit Details, mit Farben und Schattierungen. Früher
habe ich öfter mal was einfach so hingeschrieben, heute
bin ich selbstkritischer. Mein Anspruch an mich selbst ist
gewachsen, deshalb arbeite ich auch langsamer. Manchmal
sitze ich an einer einzigen Partiturseite zwei Wochen lang.«
Das Ergebnis dieses Prozesses: »Meine heutige Musik ist
leichter zu hören, aber anbiedernd ist sie sicher nicht.«
Uraufführung
* Pa use *
Maurice Ravel 1875 – 1937
Daphnis et Chloé
Fragments symphoniques
1. Suite
Nocturne: Modéré
Interlude: Même movement
Danse guerrière: Animé et très rude
2. Suite
Lever du jour: Lent
Pantomime: Lent
Danse générale: Lent
Bernd Konrad saxophon
Greetje Bijma stimme
Sinfonischer Chor Konstanz
Wolfgang Mettler einstudierung chor
Ari Rasilainen chefdirigent
Im Rahmen der
Tage für Chor- und Orchestermusik 2017
Ein Komponist muss für die Besetzung arbeiten,
die ihm bei der Uraufführung zur Verfügung steht,
und dabei die musikalischen Möglichkeiten der
Mitwirkenden berücksichtigen, das sind ganz normale
Entstehungsbedingungen von Musik. (Zumindest heutzutage,
denn noch Beethoven fertigte einen Geiger, der seine
Stimme für unspielbar erklärte, mit den unsterblichen
Worten ab: »Was schert mich seine elende Geige, wenn der
Geist zu mir spricht?«) Für den Sinfonischen Chor Konstanz
hat Konrad daher einen singbaren, zum Teil traditionellen
Part komponiert, der sich ganz bewusst an schlichter
mittelalterlicher Kirchenmusik orientiert, in der die lange
praktizierte Einstimmigkeit noch nachklingt. Der Chor
schwelgt also nicht in spätromantischer Glaubensgewissheit,
sondern gemahnt an schlurfende Bastsandalen in einer
kalten Kirche.
Das Orchester hingegen ist groß besetzt, und Konrad, der
seit 50 Jahren mit der Südwestdeutschen Philharmonie
zusammenspielt und immer wieder für sie komponiert hat,
verlangt ihr bewusst einiges ab. »Ich habe schon in den
sechziger Jahren als Klarinettist im Orchester ausgeholfen.
Als wir damals mal Bernsteins West Side Story spielen
wollten, wusste keiner im Orchester, wie das gehen soll. Kein
Wunder, viele Musiker kamen noch aus der »Stadtpfeife«
und hatten kein Studium absolviert. Heute aber hat dieses
Orchester eine ganz besondere Klasse im deutschen
Konzertbetrieb, es kann einfach alles und begreift auch
Neues sehr schnell, wenn auf dem Pult jemand steht, der
sein Handwerk beherrscht.«
SCHLURFENDE BASTSANDALEN
IN EINER KALTEN KIRCHE
Die Geschichte hinter Gnadensee ist fiktiv und schnell
erzählt: Zu einer unbestimmten Zeit im Mittelalter kommt
eine Mutter mit ihrem Kleinkind auf der Flucht von weither an
den Bodensee. Sie versucht in der Nacht, mit ihrem Kind auf
dem Rücken auf die Reichenau zu schwimmen, um bei den
dortigen Mönchen Asyl zu finden. Doch die beiden schaffen
es nicht: Die Frau wird zwar halbtot ans rettende Ufer der
Reichenau gezogen, und bald darauf, als die Leiche ihres
Kindes im See gefunden wird, zum Tode verurteilt. Da auf
der Insel keine Hinrichtungen stattfinden dürfen, lassen die
Mönche die Frau aufs Festland rudern. Sie soll in Konstanz,
in einen Sack eingenäht, am Frauenpfahl ertränkt werden.
Doch es gilt ein altes Recht: Wenn der Abt die Klosterglocken
läuten lässt, ehe das Boot das Festland erreicht, wird die
Verurteilte begnadigt und ist frei …
Läuten die Glocken am Ende oder nicht? »Daraus bezieht das
Stück seine Spannung. Ich habe sogar daran gedacht, das
Publikum darüber abstimmen zu lassen. Wie wird das Stück
enden?«
19
20 sonderkonzert
TAKT | frühjahr 2017
Gnadensee steht in einer persönlichen Traditionslinie, die
in diesem Werk erstmals um einen Chor erweitert wird.
Konrad hat in den letzten Jahrzehnten mehrere Werke für die
Südwestdeutsche Philharmonie komponiert, in denen jeweils
eine tragische Frauenpersönlichkeit im Mittelpunkt stand,
beginnend 1986 mit Marilyn, gefolgt von Werken mit Bezug
zu Billie Holiday (Strange Fruit, 1995) und Janis Joplin (Red
Shoes, 1998). Kontinuität verkörpert auch die renommierte
Jazzsängerin Greetje Bijma. Sie wird die weibliche Hauptrolle
singend zum Leben erwecken, unter anderem auch
improvisierend. Sie hat schon mehrfach mit Konrad und
dem Orchester zusammengearbeitet, etwa in Red Shoes und
Stepping Stone – I Have a Dream.
Bleibt eigentlich nur noch eine Frage zu klären: Was erwartet
ein bald siebzigjähriger Komponist vierzig Jahre nach seinem
Statement »das Publikum muss da durch« heute von seinen
Zuhörern? »Ein gewisses Maß an Anerkennung brauche
ich als Musiker schon, und es ist auch sehr schön, wenn
etwas zurückkommt, nachdem ich so lange an einem Stück
gearbeitet habe. Heute ist mir das Publikum nicht mehr
egal.« Na bitte.
VOLL HINGABE AN DAS
GRIECHENLAND MEINER TRÄUME
Der Balletttruppe Ballets Russes von Sergei Djagilew hatte
Paris kurz vor dem ersten Weltkrieg einige der schönsten
Skandale der Musikgeschichte zu verdanken. Unvergessen
ist der 29. Mai 1913, als die Choreographie zu Le sacre du
printemps von Igor Strawinsky das Publikum im Théâtre
des Champs-Élysées in die Raserei trieb – und Strawinsky
berühmt machte. Selbst Debussys L’Après-midi d’un faune
von 1894 konnte im Mai 1912 als Ballett einen veritablen
Eklat provozieren. Dies war einer Interpretation des Tänzers
Vaslav Nijinsky zu verdanken, die recht unverhohlen auf die
erotische Bedürftigkeit des Fauns abhob.
Maurice Ravel (1875 – 1937) hatte mit seiner
choreographischen Symphonie Daphnis et Chloé, einem
Auftragswerk des Ballets Russes, also gute Chancen auf
eine breite öffentliche Aufmerksamkeit. Das Werk in der
Version des legendären Choreographen Michel Fokine war
mit Nijinsky und Tamara Karsawina in den Hauptrollen sowie
dem Dirigenten Pierre Monteux prominent besetzt, aber
die Uraufführung am 8. Juni 1912 verpuffte. Das Libretto
nach dem Roman des Longos von Lesbos aus dem zweiten
Jahrhundert, den auch Goethe sehr schätzte, hatte allerdings
durchaus Potenzial: Zwei Hirtenkinder, die sich seit früher
Kindheit kennen, entbrennen als Teenager in Liebe und
Begierde füreinander. Nach einigen Irrungen und Wirrungen
stellt sich heraus, dass beide eigentlich aus reichen Familien
in der Stadt stammen – aber sie entschließen sich am Ende,
auf dem Lande zu bleiben. »Solange sie lebten, führten sie
die meiste Zeit ein Hirtenleben, verehrten die Götter, die
Nymphen, den Pan, den Eros, schafften große Herden von
Schafen und Ziegen an und kannten keine süßere Kost als
Obst und Milch.«
Das mit Chor (ohne Text) und großem Orchester aufwendig
besetzte Stück ist ein schwer fassbarer Ohrwurm und
verkörpert den musikalischen Impressionismus wie wenige
andere Werke. Ravel hat sich bei der mehrjährigen, oft
zermürbenden Arbeit daran seine eigene, unbeschwert
klingende Welt geschaffen: »Was mir vorschwebte, war ein
ausladendes musikalisches Fresko, weniger archaisierend
als voll Hingabe an das Griechenland meiner Träume,
welches sich sehr leicht mit dem identifizieren lässt, das die
französischen Künstler des späten 18. Jahrhunderts nach
ihren Vorstellungen gemalt haben.«
Die beiden Orchestersuiten, die in etwa 30 Minuten
die musikalischen Highlights des einstündigen Stücks
zusammenfassen, hat Ravel zur Zeit der Entstehung von
Daphnis et Chloé zusammengestellt.
Interview Bernd Konrad und Text: Harald Borges
Bernd Konrad wurde 1947 geboren, wuchs in Konstanz auf
und ist bis heute in der Konzilstadt zuhause. 1986 – 2012 hatte er
an der Stuttgarter Musikhochschule die erste deutsche Professur
für Jazz und Popularmusik inne. Konrad ist seit Jahrzehnten als
Musiker und Komponist weltweit erfolgreich und hat zahlreiche
renommierte Preise erhalten. Sein Oratorium Gnadensee für
Orchester, Chor und Jazz-Solisten ist 2016 entstanden und der
zweite Teil einer Bodensee-Trilogie, die mit Der Ritt 2011 begann.
TAKT | frühjahr 2017
Der Sinfonische Chor Konstanz wurde 1834 gegründet und
kann damit auf eine lange Tradition zurückblicken. Ihm gehören
heute etwas über 100 aktive Sängerinnen und Sänger an,
durchweg Laien, die stimmbildnerisch betreut werden.
Im künstlerischen Mittelpunkt seiner Arbeit steht Sinfonische
Chorliteratur wie Oratorium und Messe, wobei immer wieder
spektakuläre Wiederentdeckungen oder selten aufgeführte
Werke große Aufmerksamkeit beim Publikum erregt haben.
Darüber hinaus deckt der Chor unter seinem künstlerischen Leiter
sonderkonzert
Wolfgang Mettler gern auch ein inhaltlich und musikalisch
breiteres Spektrum ab. Auftritte mit Filmklassikern auf der Insel
Mainau, beim Konstanzer Zeltfestival oder die „Classical Spectacular« mit dem Royal Philharmonic Orchestra London im Züricher
Hallenstadion haben dies bereits eindrucksvoll gezeigt.
Für seine innovativen Aktivitäten wurde der Sinfonische Chor
Konstanz 2011 und im April 2016 mit der Badischen Chorprämie
des Badischen Chorverbandes ausgezeichnet. Seit 1992 wird der
Sinfonische Chor Konstanz von Wolfgang Mettler geleitet.
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22 kammerkonzert
TAKT | frühjahr 2017
kammerkonzert
TAKT | frühjahr 2017
Sonntag, 2. April 2017 | 11.15 Uhr | Festsaal Inselhotel Konstanz
Karten: 18 Euro · ermäßigt 14 Euro
Kombikarte Konzert und Essen: 48 Euro | Kinder essen à la carte
Veranstaltungsbüro des Inselhotels, Telefon: 07531 125-466
HOMMAGE À SCHUBERT
Johannes Brahms 1833 – 1897
Als Vorbereitung für das Musikabitur
wird dieses Programm auch als moderiertes
Werkstatt-Konzert für Schüler angeboten!
Klavierquintett f-Moll op. 34
1. Allegro non troppo
2. Andante, un poco adagio
3. Scherzo. Allegro
4. Finale. Poco sostenuto – Allegro non troppo – Presto non troppo
Dienstag, 28. März 2017 | 19 Uhr | Studio Philharmonie
Anmeldung und Information:
Gesine Mayer-Herrbold, Musikvermittlung
[email protected]
Telefon: 07531 900-840
orgelmus
i
k
zur marktzeit
Jeweils am 1. Samstag im Monat | März – September
11.30 Uhr | 30 Minuten Orgelmatinée | Eintritt frei
TERMINE 2017:
  4. März
Irene Roth-Halter konstanz/kreuzlingen
  1. April
Zeno Bianchini stockach
  6. Mai
Markus Uhl heidelberg
  3. Juni
Orgelklasse Martin Weber
  1. Juli
Eun-Hye Lee arbon (ch)
  5. August
Jorin Sandau darmstadt
  2. September Richard Garczik stuttgart
Jubiliäumskonzert „3 Jahre Konzilsorgel“
ruppig
Eine schwere Geburt
Johannes Brahms war ein Zweifler. Über 20 Streichquartette hat er komponiert, bevor er sein erstes als op. 51/1
veröffentlichte. Den Rest habe er verbrannt, wie er einem
Freund gestand. Auch sein Klavierquintett in f-Moll op. 34
war eine schwere Geburt. Ursprünglich hatte der Komponist
das Werk als Streichquintett mit zwei Celli nach dem Vorbild
von Schuberts C-Dur-Quintett verfasst. Der eng befreundete
Geiger Joseph Joachim, dem er die Noten schickte, reagierte
zurückhaltend (»So wie das Quintett ist, möchte ich es nicht
öffentlich produzieren«) und kritisierte vor allem die Instrumentation: »Klangreiz, um‘s annähernd mit einem Wort zu
bezeichnen, ist‘s, was mir daran zum ungetrübten Genuß
fehlt«, schreibt er Brahms am 15. April 1863 aus Hannover.
Der nahm sich die Kritik zu Herzen und arbeitete das Quintett
zu einer Sonate für zwei Klaviere um, die er später als op.
34b veröffentlichte. Aber auch diese Gattung erschien Clara
Schumann für dieses Stück unpassend.
FOLGE NUR DIESMAL,
ARBEITE DAS WERK NOCHMALS UM
»Es ist keine Sonate, sondern ein Werk, dessen Gedanken Du
wie aus einem Füllhorn über das ganze Orchester ausstreuen
könntest – und müßtest! […] Lieber Johannes, folge nur
diesmal, arbeite das Werk nochmals um«, schreibt Clara in
unmissverständlichen Worten am 22. Juli 1864 aus Baden-Baden an ihren Freund. Brahms tat, wie ihm geheißen und
fand durch die Kombination des Klaviers mit dem warmen,
dunklen Streicherklang im Klavierquintett die Besetzung, die
diesem gewichtigen, thematisch streng gearbeiteten Kammermusikwerk die angemessene Form und Klanglichkeit gab.
Bereits das viertaktige Motto des Kopfsatzes, das von der
ersten Violine, dem Cello und dem Klavier im Unisono zu
Beginn vorgestellt wird, zeigt die Prozesshaftigkeit von
Brahms’ Kompositionsstil. Die eintaktige, wellenförmige
Phrase wird schon im zweiten Takt wiederholt und
weiterentwickelt. Und auch die ruppig-dramatische
Sechzehntelfigur nach der Generalpause entwickelt Brahms
aus dieser Wellenbewegung. Im wiegenden, liedhaften
Andante, un poco Adagio in As-Dur hat zunächst das Klavier
die Melodie, ehe im E-Dur-Mittelteil Violine 2 und Viola
mit einem emphatischen Thema im Molto Espressivo die
Initiative übernehmen. Das bedrohlich beginnende c-MollScherzo entwickelt durch die gezupften Achtel im Cello von
Beginn an einen klaren Puls, der die Basis für die immer
wieder zugespitzte Motorik des Satzes bildet. Im Finale
wird nach einer spannungsgeladenen, von Dissonanzen
geschärften langsamen Einleitung im Cello ein scheinbar
harmloses Thema vorgestellt, das Brahms schon bald
motivisch aufspaltet, um aus den Bruchstücken neue
Gedanken zu formen. Dieses groß dimensionierte Allegro
non troppo wechselt zwischen kammermusikalischer
Intimität und orchestraler Wucht. »Das Quintett ist über
alle Maaßen schön; wer es nicht unter den früheren Firmen:
Streichquintett und Sonate gekannt hat, der wird nicht
glauben, daß es für andere Instrumente gedacht und
geschrieben ist«, schreibt der Dirigent Hermann Levi am 9.
November 1864 kurz nach der Umarbeitung der Sonate zum
Klavierquintett an Johannes Brahms. Und schwärmt von
einem »Musterstück an Klangschönheit«.
Georg Rudiger
Konzert mit Präsentation der neuen CD der Orgel
Andreas Jetter klavier
Sonntag, 16. Juli 2017 | 16 Uhr
circolo quartett
Kyoko Tanino violine
Pawel Katz violine
Margit Bonz viola
John Wennberg violoncello
FRANZ LISZT 1811–1886
„Dante-Sonate“
und weitere Werke
PROF. HELMUT DEUTSCH (STUTTGART) ORGEL
JULIUS REUBKE 1834–1858
Orgelsonate „Der 94. Psalm“
23
Himmel &
TAKT | frühjahr 2017
Erde
W. A. Mozart Grosse Messe c-moll
L. van Beethoven 9. Sinfonie
3. und 4. Satz
Vokalensemble Gaienhofen
Kantorei der Evangelischen Schule
Schloss Gaienhofen
Südwestdeutsche Philharmonie
Konstanz
Maya Boog – Sopran
Franziska Gottwald – Mezzosopran
Prof. Jörg Dürmüller – Tenor
Armin Kolarczyk – Bass
Dirigent: Siegfried Schmidgall
Samstag, 1. April 2017 um 19 Uhr
Kirche St. Meinrad Radolfzell
Sonntag, 2. April 2017 um 19 Uhr
Liebfrauenkirche Singen
Karten zu 29 € / 22 € bzw. 24 € / 17 € für Schüler und Studenten mit Ausweis - Vorverkauf ab 15. Februar 2017
Kultur- und Gästebüro Gaienhofen Im Kohlgarten 1, Christliche Buchhandlung Jona, Radolfzell Seestrasse 48, Buchhandlung Greuter Radolfzell
Schützenstraße 11, Buchhandlung Greuter Singen, Hegaustrasse 11, Bücherstube Rielasingen, Rielasingen Niedergasse 6.
Telefonische Kartenreservierung zur Abholung an der Abendkasse nicht möglich.
Internet: www.vokalensemble-gaienhofen.de/Kartenreservierungen
Vorbestellte und bezahlte Karten an der Abendkasse abzuholen. Abendkasse: 1 Stunde vor Konzertbeginn
fischmarktzwei
Mode, Gesundheit
und Technik
Optik Hepp im Spiegel der Zeit
Bereits im Jahr 1924 wurde das traditionsreiche OptikerGeschäft von Josef und Eugen Hepp gegründet. Bereits
damals umfasste das Sortiment nebst Brillen auch Ferngläser
und Fotoapparate. Nicht nur diese Angebotspalette,
sondern auch die Ladenausstattung und der Schriftzug
an der Fassade sind bis heute gleich geblieben. Die
Entwicklung des Geschäfts ist aber alles andere als statisch
und nichts wirkt hier verstaubt. Vielmehr arbeitet man mit
modernster Technik, um den komplexen Bedürfnissen der
Kunden gerecht zu werden. Dennoch gab es im Verlauf
der Geschichte immer auch wieder besonders schwierige
Momente. Während der NS-Zeit wurde Optiker Hepp in der
Stadt vorgeführt, beschimpft und bespuckt, weil er entgegen
den damaligen Gepflogenheiten in seinem Geschäft Juden
bedient hatte. Nach dem Krieg übernahm dann Gerhard
Hepp das Geschäft und führte dieses über viele Jahre bis
MODERNSTE TECHNIK, UM DEN KUNDEN
GERECHT ZU WERDEN
zu seinem Tod. Im Jahre 1986 trat der Sohn und heutige
Geschäftsführer Michael Hepp ins Unternehmen ein. Zuerst
mit einer Berufsausbildung im elterlichen Betrieb. Dies war
für ihn deshalb besonders wichtig, weil er die spezifischen
Anforderungen an dieses in der Kombination eher seltene
Sortiment von Grund auf erlernen wollte. Nach der
Ausbildung folgte dann ein Studium zum Diplom-Ingenieur
der Augenoptik.
Heute arbeiten rund 20 Menschen in diesem Betrieb, der
sich als innovativer Fachbetrieb auszeichnet. So spielt
auch in dieser Branche die Digitalisierung eine wichtige
Rolle. Die Vermessung der Augen und die Bestimmung der
erforderlichen Sehstärken-Korrekturen können heute so
exakt nachvollzogen werden, dass man die Dioptrie auf
1⁄100 genau bestimmen kann. Die präzise Erfassung und die
Herstellung von Gläsern mit dieser Genauigkeit ermöglichen
es, dass man die Brillengläser äußerst individuell auf den
Kunden anpassen kann. Sehhilfen werden dadurch immer
praktischer und effizienter, was uns Kunden natürlich
eine enorme Erleichterung bringt. Jeder Brillenträger
weiß, dass die Gläser zwar besonders wichtig sind, dass
es aber ganz entscheidend ist, in welchem Gestell diese
eingepasst werden sollen. Oft ist die Auswahl eines Gestells
keine einfache Angelegenheit. Immerhin trägt man ja
dieses »Kleidungsstück« täglich und sehr prominent im
Gesicht. Letztlich ist es für Michael Hepp auch genau diese
Spannbreite aus Mode, Gesundheit und Technik, welche
die Faszination für seinen Beruf ausmacht und ihn auch
nach vielen Jahren immer noch motiviert, das Erbe seiner
Beat Fehlmann
Vorfahren weiter zu treiben.
25
Konzert um acht!
In einer Stunde beginnt das Konzert im Konzil. Die Musiker der Südwestdeutschen Philharmonie
machen sich auf den Weg um rechtzeitig dort zu sein. Wer wird wohl als erstes ankommen
und spielbereit auf seinem Platz im Orchester sitzen?
SPIELANLEITUNG:
Ihr benötigt einen Würfel und so viele Spielfiguren wie
Mitspieler.
illustration: Susanne Smajić
Jeder Spieler bekommt eine Spielfigur und setzt diese auf
Start. Der jüngste Spieler fängt an. Es wird der Reihe nach
gewürfelt und so viele Felder vorgerückt wie der Würfel Punkte
hat. Kommt ihr auf ein Aktionsfeld, so folgt den Anweisungen.
Würfelt ihr eine 6, dürft ihr ziehen und gleich noch einmal
würfeln (Kommt ihr bei der ersten 6 auf ein Aktionsfeld
entfällt der zweite Wurf). Kommt ihr auf ein bereits besetztes
Feld, dürft ihr den entsprechenden Mitspieler ein Aktionsfeld
zurücksetzen. Für ihn findet dort keine Aktion statt. Das Ziel
muss genau erwürfelt werden.
Aktionsfelder: 1 Du bist spät dran. Wie der Wind schlüpfst du in deine Konzertkleidung und packst dein Instrument ein. Springe schnell drei Felder vor, um etwas Zeit aufzuholen. 2 Deine Konzertkleidung ist zerknittert. Um wenigstens
die Vorderseite deines Hemdes zu bügeln, benötigst du Hilfe. Hole einen Kollegen deiner Wahl zu dir aufs Feld! 3 Oje, du hast deine Noten vergessen und musst schnell noch einmal zurück nach Hause. Gehe zurück auf Start. 4 Du hast
gerade noch den direkten Bus in die Stadt bekommen und sparst so eine ganze Menge Zeit. Fahre mit der Buslinie 4 bis zum Bahnhof. 5 Oh nein, dein Instrumentenkoffer ist runtergefallen. Mach schnell einen Abstecher zum Geigenbauer und
lasse checken, ob alles in Ordnung ist. 6 Ein Kollege hat verschlafen und benötigt deine Hilfe. Würfle noch einmal und bewege den letzten Mitspieler auf dem Spielfeld um die gewürfelte Augenzahl nach vorne. 7 Die belegten Brötchen
beim Bäcker sehen verlockend aus. Setze einmal aus und stärke dich vor dem Konzert. 8 Oje, die Seerheinbrücke ist gesperrt. Ein Motorboot nimmt dich mit und setzt dich freundlicherweise direkt am Hafen vor dem Konzil ab. 9 Vor dir
läuft der Dirigent. Lege einen kleinen Spurt hin, um ihn einzuholen und hüpfe zwei Felder vor. 10 Die Bahnschranke am Konzil ist leider gerade runtergegangen. Pfeife ein Liedchen, um dir die Wartezeit zu verkürzen und setze eine Runde aus. 11 Du hast in den letzten Tagen mehr geübt als deine Kollegen. Schiebe alle Mitspieler zwei Felder zurück. 12 Ein Kollege wird im Treppenhaus des Konzils von begeisterten Konzertbesuchern aufgehalten. Du überholst ihn im Eilschritt. Setze
dich ein Feld vor den Mitspieler vor dir. Bist du der erste, hast du leider Pech gehabt. 13 Puh, endlich in der Garderobe. Schnell das Instrument auspacken und auf die Bühne mit dir! Hüpfe ein Feld vor. 14 Fast am Ziel. Vielleicht solltest du
aber besser vor dem Konzert noch einmal schnell Pipi machen. Nimm den kleinen Umweg über die Toilette. 15 Hurra, du hast es geschafft! Dirigiere deine Kollegen, während diese »Hoch soll er/sie leben« singen.
28 philharmonisches konzert
EXZESS
Nikolai Rimski Korsakow 1844 – 1908
TAKT | frühjahr 2017
philharmonisches konzert
TAKT | frühjahr 2017
Mittwoch, 5. April 2017 | 20 Uhr | Konzil Konstanz Abo A
Donnerstag, 6. April 2017 | 20 Uhr | Milchwerk Radolfzell Abo Radolfzell
Freitag, 7. April 2017 | 20 Uhr | Konzil Konstanz Abo C
Sonntag, 9. April 2017 | 18 Uhr | Konzil Konstanz Abo E
Einführungsvortrag eine Stunde vor Konzertbeginn | Konzertdauer: ca. 100 min.
Karten: Konzil 48 ∙ 38 · 28 · 18 Euro | Milchwerk 24 · 21 · 18 Euro
Inklusive kostenlose
- Benutzung zu den Konzerten im Konzil
Öffentliche Generalprobe
Mittwoch, 5. April 2017 | 9.30 Uhr | Konzil Konstanz
Die Karten zu jeweils 5 Euro erhalten Sie an der Tageskasse
Capriccio espagnol op. 34
Alborada: Vivo e strepitoso
Variazioni: Andante con moto
Alborada
Scena e canto gitano (Szene und Lied der Zigeuner): Allegretto
Fandango asturiano
Sergei Rachmaninoff 1873 – 1943
Rhapsodie über ein Thema von Paganini a-moll op. 43
* Pa use *
Béla Bartók 1881 – 1945
Konzert für Orchester
Introduzione – Andante non troppo – Allegro vivace
Giuoco delle coppie (Spiel der Paare): Allegretto scherzando
Elegia: Andante, non troppo
Intermezzo interrotto (Unterbrochenes Intermezzo): Allegretto
Finale: Presto
Unter freiem Himmel
In Spanien war der russische Komponist Nikolai RimskiKorsakow wohl nie. Spanien war damals – da der Mensch
noch nicht fliegen konnte – noch sehr weit weg von Russland.
Aber seit Erfindung des Notendrucks waren Komponisten
in Europa immer problemloser in der Lage, Musik anderer
Ländern zu studieren, sich diese anzueignen und so
zumindest auf dem Papier ihrem Fernweh Luft zu machen.
So mag auch Rimski-Korsakow 1887 die entscheidenden
Impulse für sein Capriccio espagnol aus einer Sammlung
spanischer Volkslieder und -tänze, den Ecos de España von
José Inzenga, gewonnen haben. Da ging im kalten russischen
Winter die spanische Sonne auf, und Rimski-Korsakow
schuf fünf wunderbare, südländischen Flair verströmende
musikalische Bilder.
DA GING IM KALTEN RUSSISCHEN WINTER
DIE SPANISCHE SONNE AUF
Einen Sonnenaufgang feiert die Alborada tatsächlich:
ein Tanz, der seinen Ursprung in der nordspanischen
Region Asturien hat. Eine solche Alborada eröffnet das
Capriccio espagnol, eine festliche, zackige, stürmische,
schlagwerkbefeuerte Musik mit rasanten solistischen
Einlagen einer Klarinette und einer Sologeige.
Andreas Jetter klavier
Ari Rasilainen chefdirigent
Der zweite Satz, »Variazioni« überschrieben, beginnt mit
einer sehr romantischen Melodie des Hörner-Quartetts.
»Variazioni« meint hier vor allem Klangfarbenvariationen.
Das Capriccio solle »glänzen durch die virtuosen Farben
des Orchesters«, so Rimski-Korsakow. Die Hörner-Melodie
wird anschließend von den Celli übernommen, geht dann im
Duett von Englischhorn und Horn auf, wird im Tutti variiert.
Es erklingt noch einmal die fetzige Alborada vom Beginn,
jetzt anders instrumentiert, deutlich dominiert die Sologeige.
Der vierte Satz, »Scena e canto gitano« (Szene und Lied
der Zigeuner) eröffnet mit Trompetenfanfaren, es folgt
eine Geigen-Solokadenz. Über zarten Schlagwerk-Wirbeln
entfalten sich Harfenkaskaden und arabeske Melodien von
Flöte, Klarinette, Violine und Oboe. Eine geheimnisvolle
Atmosphäre: Man meint das Zirpen der Zikaden zu hören
in einer spanischen Nacht unter freiem Himmel. Aus der
Ruhe entspringt ein feuriger, leidenschaftlicher Tanz im
Dreivierteltakt, in dem die Streicher den Klang von Gitarren
imitieren. Ohne Pause wird der letzte Satz erreicht. Als Finale
gibt es einen Fandango, einen explosiven Tanz, der neben
Jota, der Seguidillas und dem Bolero einer der am weitesten
verbreiteten Tänze Spaniens ist. Themen der vorherigen
Sätze scheinen noch einmal auf, auch die Alborada des
Beginns, und Kastagnetten und kleine Trommel befeuern das
immer stürmischer werdende Finale. Lebensfreude pur!
29
30philharmonisches konzert
Niccolo Paganini gilt als Teufelsgeiger par excellence. Was
muss man nicht alles beherrschen, um seine Kompositionen
zu bewältigen: Pizzicati mit der linken Hand, Doppelgriffe
jeglicher Art, so auch im Flageolett, perfektes Staccato- und
Flageolett-Spiel, Doppeltriller, Trillerketten, das Spiel auf
nur einer Saite, rauschende Arpeggi, mehrstimmiges Spiel,
Passagen in parallelen Terzen, Sexten, Oktaven und Dezimen.
An diesen Anforderungen scheitert auch heute noch so
mancher Solist. Paganini konnte das alles. Weshalb ihm oft
genug magische Kräfte nachgesagt wurden. Der Legende
nach verkaufte der große Geiger zwecks Perfektion auf
seinem Instrument seine Seele an den Teufel.
Wie es damals noch üblich war, komponierten sich Virtuosen
ihre eigenen Werke in die Finger: »Ich habe meine eigene
Spielmethode, nach dieser habe ich meine Compositionen
eingerichtet. Um die Compositionen anderer Tondichter
zu spielen, müßte ich diese nach meinem genre ganz
ummodeln; eben so leicht componire ich mir eine Pièce,
wo ich meiner Gedankenfreiheit keine Fesseln anzulegen
brauche«, so Paganini.
Sein berühmtestes Opus ist wohl die Sammlung 24 Capricci
für Violine solo (Erstdruck 1820), und geradezu ein Welthit
wurde daraus die Nummer 24 – ein Thema, das in elf
Variationen verarbeitet wird. Paganini hat sich dieses
finale Capriccio selbst gewidmet, mit dem mysteriösen
Zusatz »sepolto pur troppo«, meint: um begraben zu sein.
Das Thema wurde von diversen Komponisten für eigene
Variationen verwendet: Brahms hat’s getan und Franz
Liszt. Und auch Sergei Rachmaninoff, der große MollMelancholiker, hat es seiner üppigen, dunkel-romantischen
und unverkennbar russischen Musik einverleibt.
DER LEGENDE NACH VERKAUFTE ER
SEINE SEELE AN DEN TEUFEL
Was Paganini auf der Geige konnte, wollte Rachmaninoff,
selbst Virtuose auf Weltniveau, auf dem Klavier noch
überbieten. Im Sommer 1934 greift er auf Paganinis geniales
Thema zurück und macht ein Werk für Klavier und großes
Orchester daraus: seine Rhapsodie über ein Thema von
Paganini. Das Thema wird nach einer Einleitung in 24
Variationen verarbeitet. Aber der Russe will damit nicht nur
seine Beherrschung der Variationstechnik demonstrieren
– der Kunst also, möglichst viel Originelles aus einem
Gedanken herauszukitzeln. Er möchte auch eine Geschichte
erzählen. In einem Brief an den Choreographen Michail
Fokine erläutert er seine Vorstellungen: »Sollte man nicht die
Legende des Paganini beleben, der seine Seele an den bösen
Geist verkauft, um seine Kunst zu vervollkommnen und eine
Frau zu erlangen? Alle Variationen mit dem ›Dies irae-Thema‹
sind der böse Geist«.
TAKT | frühjahr 2017
»Dies irae-Thema«? Damit ist ein weiteres berühmtes Thema
der Musikgeschichte gemeint: Die mittelalterliche »Dies
irae-Sequenz« der lateinischen Totenmesse (Requiem), die
im Kontext der Schilderungen vom Jüngsten Gericht erklingt.
Rachmaninoff verwendet es in seiner Rhapsodie für den
Teufel, das Paganini-Thema für den Geiger selbst. Erstmals
erscheint das »böse« Thema in Variation VII: Es wird dort
in langsamem Tempo vom Fagott und den tiefen Streichern
gespielt. Vor allem in Variation X wird es mit dem PaganiniThema konfrontiert, und es erscheint noch einmal kurz vor
dem kulminierenden Ende der Rhapsodie. Die Rhapsodie ist
dreiteilig angelegt: Im langsamen, lyrischen Mittelteil (Var. XI
bis XVIII) darf man getrost Liebes-Episoden assoziieren.
Konzert für Orchester? Ein ungewöhnlicher Titel. Eigentlich
übernimmt das Orchester in der Gattung Konzert ja stets den
Gegenpart zum Solo-Instrument. Das ist die Grundidee des
Konzerts: Brillante solistische Virtuosität und individueller
Ausdruck werden der »neutralen« Kollektiv-Aussage
des Orchesters gegenübergestellt. Aber selbst auf die
traditionelle Dreisätzigkeit der Konzertform verzichtete
Béla Bartók, als er 1943 sein Konzert für Orchester schrieb.
Es gehört heute zu seinen populärsten Werken, was wohl
den extrem kontrastierenden und vielfältigen Tonfällen zu
verdanken ist, die der Komponist in diesem kurzweiligen,
mitreißenden Werk mit einer zukunftsweisenden,
expressiven Tonsprache verband. Das Orchester gleitet
durch fünf unterschiedlichste Klangwelten: von der feierlichdüsteren Introduktion über ein turbulent spaßendes Scherzo,
eine schmerzerfüllte »Elegie«, ein folkloristisches und
sarkastisches »Intermezzo« bis hin zum optimistischen
Finale. Oder wie es Bartók selbst im Programmheft zur
Uraufführung formuliert hat: »Die Grundstimmung des
Werkes stellt – vom scherzohaften zweiten Satz abgesehen –
einen stufenweisen Übergang vom Ernst des ersten und dem
Klagelied des dritten Satzes zur Lebensbejahung des Finales
dar.« Diese Lebensbejahung muss den Komponisten einige
Kraft gekostet haben.
stürmisch
philharmonisches konzert
TAKT | frühjahr 2017
Er befand sich im Jahr der Komposition 1943 in einer
schweren Krise. Er war unglücklich im US-amerikanischen
Exil, in das er 1940 zusammen mit seiner Frau wegen des
Zweiten Weltkriegs und als Gegner des Nationalsozialismus
und Faschismus geflohen war, konnte im amerikanischen
Musik- und Lehrbetrieb nur schwer Fuß fassen. Seine
finanzielle Lage war genauso bedenklich wie sein
Gesundheitszustand, denn 1942 war bei ihm eine LeukämieErkrankung diagnostiziert worden, die eine feste Anstellung
mit geregeltem Einkommen unmöglich machte. Bartóks
Schaffenskraft war am Ende. Das änderte sich noch einmal,
als er einen Kompositionsauftrag der Koussevitzky-Stiftung
für ein großes Orchesterwerk, das Konzert für Orchester,
erhielt. Der Gründer der 1942 zur Förderung neuer Musik
ins Leben gerufenen Stiftung, der russische Dirigent Serge
Koussevitzky, besuchte Bartók persönlich am Krankenbett
und überreichte ihm den dringend benötigten Vorschuss von
tausend Dollar.
DAS ORCHESTER GLEITET DURCH FÜNF
UNTERSCHIEDLICHSTE KLANGWELTEN
Bartók schrieb das Werk in nur knapp zwei Monaten.
Einerseits weist es eine ungeheure stilistische Vielfalt auf,
die Elemente ungarischer, rumänischer oder bulgarischer
Volksmusik genauso amalgamiert wie kontrapunktischbarocke Techniken, Choralähnliches, romantischen
Schmelz, impressionistische Farbspiele à la Debussy oder
sarkastische Tonfälle – in Satz IV wird gar verfremdet »Heut
geh’ ich ins Maxim« aus Lehárs Operette Die lustige Witwe
zitiert. Andererseits besitzt es eine klar konstruierte und
symmetrische Anlage. »Der langsame Satz bildet den Kern
des Werkes«, so Bartók, »die übrigen Sätze schichten sich
um diesen. Und zwar ist der IV. Satz eine freie Variation des
II., die Sätze I und V wiederum haben gleiches Material, das
heißt: um den Kern (III. Satz) bilden die Sätze I und V die
äußere, II und IV die innere Schicht.«
Das Konzert für Orchester ist zusammen mit der Sonate
für Violine solo Sz 117 das letzte Werk, das Bartók noch
vollenden konnte. Er starb am 26. September 1945 an den
Folgen der Leukämie.
Verena Grosskreutz
Andreas Jetter wurde 1978 in Ebingen geboren.
Gefördert durch namhafte Musikerpersönlichkeiten wie
Boris L’vov, Viktor Merzhanov, Alexandr Alexandrov
oder Wei Tsin Fu trat Andreas Jetter nicht nur international als Solist zahlreicher Orchester in Erscheinung,
sondern erlangte auch durch regelmäßige Soloauftritte
im Rahmen verschiedener Festivals weit über die Landesgrenzen hinaus Rang und Namen.
Im Wesentlichen erhielt er seine künstlerischen Impulse
als Pianist am Rachmaninov-Institut der Stadt Tambov
(Russische Föderation), am Moskauer TschaikowskiKonservatorium sowie seit frühester Jugend auch an der
Musikakademie Tübingen. Ein bedeutender musikalischer Schwerpunkt liegt auf der russischen Literatur,
vor allem auch Werken für Klavier und Orchester des 19.
und 20. Jahrhunderts.
Er ist künstlerischer Leiter des Musikprogrammes von
Schloss Salem. Seit 2010 ist Andreas Jetter Dommusikdirektor an der Kathedrale von Chur [CH], seit 2013 hat
er zusätzlich noch das Amt des Münsterkantors am
Radolfzeller Münster inne. Andreas Jetter ist Preisträger
verschiedener Wettbewerbe, sowohl als Pianist, als
auch als Organist. Seine musikalische Tätigkeit auf
beiden Instrumenten wird durch zahlreiche Radio- und
Fernsehproduktionen in Ländern auf der ganzen Welt
abgerundet.
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32 sonderkonzert
TAKT | frühjahr 2017
KONZERT JUNGER MEISTER
Sergej Prokofjew 1891 – 1953
Klavierkonzert Nr. 2 in g-Moll op. 16
Andantino – Allegretto
Scherzo: Vivace
Intermezzo: Allegro moderato
Finale: Allegro tempestoso
Xingyu Lu klavier
Camille Saint-Saëns 1835 – 1921
Klavierkonzert Nr. 2 g-Moll op. 22
Andante sostenuto
Allegro scherzando
Finale: Presto
Shaun Choo klavier
* Pa use *
sonderkonzert
TAKT | frühjahr 2017
Samstag, 22. April 2017 | 20 Uhr | Konzil Konstanz
Karten: 32 · 24 · 18 · 14 Euro | Konzertdauer ca. 105 min.
Weiteres Konzert am Sonntag, 23. April 2017 | 19.30 Uhr | Festspielhaus Bregenz [A]
Xingyu Lu wurde 1999 in China geboren und begann
das Klavierspiel im Alter von vier Jahren. Bereits mit
neun Jahren begann er ein Frühstudium am Central
Conservatory of Music in China bei Prof. Chen
Manchun und Prof. Zhou Guangren. Während seines
Studiums konnte er bis 2012 jedes Semester ein Stipendium erlangen, um seine Ausbildung komplett zu
finanzieren. Bevor er das Bachelorstudium bei Prof.
Bernd Goetzke an der Hochschule für Musik, Theater
und Medien Hannover aufnahm, erhielt er ebenfalls
ein Stipendium für ein Studium in den USA. Xingyu Lu
trat in Recitals, Konzerten und auf Festivals in China,
USA und Europa auf und konnte bereits einige Preise
gewinnen, darunter den 1. Preis beim »Zhou Guangren
Young Pianist Award« 2011, den 1. Preis bei der »M.N.
USA Schubert Club Piano Competition« 2013 und den
1. Preis bei der »Yamaha Music Scholarship Competition« 2014.
Xingyu Lu nimmt zum ersten Mal am Internationalen
Klavierfestival junger Meister teil.
Shaun Choo wurde 1991 in Singapur geboren und
begann das Klavierspiel im Alter von sieben Jahren.
Nach Erhalt seines »Piano Diploma« mit 14 Jahren
setzte er seine musikalischen Studien am Mozarteum
Salzburg fort.
Shaun Choo nimmt bereits zum vierten Mal am Internationalen Klavierfestival junger Meister teil, da der
Bodensee für ihn in seiner künstlerischen Entwicklung eine bedeutende Rolle spielt: Im Jahr 2006, kurz
nachdem er in die Hochbegabtenklasse von Prof.
Kämmerling aufgenommen wurde, gewann er den 1.
Preis des internationalen Klavierwettbewerbs um den
»Rotary Jugend-Musikpreis« des RC FriedrichshafenLindau. 2007 feierte er im Rahmen des Internationalen Klavierfestivals junger Meister sein umjubeltes
Orchesterdebüt, zwei Jahre später beeindruckte er im
gleichen Rahmen erneut als Solist mit Orchester.
Geradezu folgerichtig gewann er im Jahr 2010 unter
anderem den internationalen Klavierwettbewerb um
den »ZF-Musikpreis«. Darüber hinaus ist er Preisträger zahlreicher weiterer Internationaler Wettbewerbe,
darunter 2009 der »Grotrian Steinweg Piano Competition« in Peking (China) sowie der vier Chopin-Wettbewerbe in Ungarn, Frankreich, China und Südkorea
(2010 und 2012).
Mittlerweile ist er auf den großen Bühnen der Welt
zuhause. So führte ihn seine umfangreiche Konzerttätigkeit in viele Länder Europas und Asiens und in die
USA.
Aaron Pilsan wurde 1995 in Dornbirn geboren und
weg Wettbewerb in Braunschweig oder beim Internationalen Klavierwettbewerb um den »ZF-Musikpreis«
(1. Preis in 2014). Das renommierte Fachmagazin
»Fono Forum« kürte ihn 2011 zum besten Nachwuchskünstler des Jahres. Seine erste CD-Aufnahme mit
Beethovens »Eroica-Variationen« und Schuberts
»Wandererfantasie« erschien im September 2014 und
erhielt von der Presse begeisterte Rezensionen. 2017
erschien Pilsans zweite CD, Schumanns »Kreisleriana«, die »Geister-Variationen« und die »11 Humoresken« von Jörg Widmann. Für die Saison 2014/15
wurde Aaron Pilsan von der European Concert Hall
Organisation (ECHO) zum »Rising Star« gewählt,
verbunden mit Klavierabenden in international
renommierten Konzersälen.
Aaron Pilsan nimmt zum fünften Mal am Internationalen Klavierfestival junger Meister teil.
Robert Schumann 1810 – 1856
Klavierkonzert in a-Moll op. 54
Allegro affettuoso
Intermezzo: Andantino grazioso
Rondo: Allegro vivace
Aaron Pilsan klavier
Ari Rasilainen chefdirigent
begann im Alter von fünf Jahren mit dem Klavierspiel.
2007 wurde er in der Bodenseeregion beim Internationalen Klavierfestival junger Meister entdeckt und
vom damaligen Dozenten des Meisterkurses, Prof.
Karl-Heinz Kämmerling, sofort in seine Hochbegabtenklasse am Mozarteum in Salzburg übernommen,
später an das Institut zur Frühförderung musikalisch
Hochbegabter (IFF) an der Hochschule für Musik,
Theater und Medien in Hannover. Bei Kämmerling
studierte er bis zu dessen Tod 2012. Derzeit studiert
Aaron Pilsan bei Lars Vogt in Hannover. Meisterkurse
bei András Schiff, Matti Raekallio und Alfred Brendel
ergänzten seine Ausbildung. Er profilierte sich bereits
bei einigen internationalen Wettbewerben wie dem
»Rotary Jugend-Musikpreis« des RC FriedrichshafenLindau (1. Preis | 2010), bei »Prima la Musica« auf
österreichischer Bundesebene, dem Grotrian-Stein-
33
34 philharmonisches konzert
PARALLELE
Johann Severin Svendsen 1840 – 1911
Festpolonaise op. 12
FazIl Say *1970
Klarinettenkonzert zu Omar Khayyam
Allegro
Andantino – Allegretto
Andante
* Pa use *
Georges Bizet 1838 – 1875
L’Arlésienne
Suite Nr. 1
Prélude: Allegro, Tempo di marcia
Menuett: Allegro giocoso
Adagietto
Carillon: Allegretto moderato
Suite Nr. 2
Pastorale: Andante sostenuto assai – Andantino
Intermezzo: Andante moderato
Menuett: Andantino quasi allegretto
Farandole: Allegro deciso – Allegro vivo e deciso
Reto Bieri klarinette
Ari Rasilainen chefdirigent
TAKT | frühjahr 2017
philharmonisches konzert
TAKT | frühjahr 2017
Mittwoch, 26. April 2017 | 20 Uhr | Konzil Konstanz Abo A
Freitag, 28. April 2017 | 20 Uhr | Konzil Konstanz Abo B
Weitere Konzerte: Samstag, 29. April 2017 | 20 Uhr | Stadthalle Singen
Sonntag, 30. April 2017 | 19 Uhr | Graf-Burchard-Halle Frickingen
Einführungsvortrag eine Stunde vor Konzertbeginn. Konzertdauer: ca. 100 min.
Karten: 48 · 38 · 28 · 18 Euro | Inklusive kostenlose
- Benutzung zu den Konzerten
Inspiration fürs Ohr
Mit Pauken und Trompeten, prächtigen Beckenschlägen und
trotzdem filigranen Figuren der Flöten und Streicher eröffnet
Chefdirigent Ari Rasilainen sein Programm. Die Festpolonaise
von Johan Severin Svendsen, komponiert 1873 anlässlich des
Besuchs des neu gekrönten Königs Oskar II. in der damals
noch Kristiania genannten norwegischen Hauptstadt, ist ein
Gruß aus der (erweiterten) nordischen Heimat des Dirigenten.
Denn ein Wunsch des finnischen Maestros ist es ja, die Musik
des Nordens generell auch in unseren Breiten bekannter zu
machen.
EIN GRUSS AUS DER NORDISCHEN
HEIMAT DES MAESTROS
Wie sein Landsmann Edvard Grieg oder der dänische Kollege
Niels W. Gade, hat auch der 1840 geborene Svendsen am
Leipziger Konservatorium Violine und Komposition studiert
– eine schmeichelnde Violinromanze gehört zu seinen
beliebtesten Werken. Auf seinen musikalischen Reisen
lernte er auch Richard Wagner kennen – was man vielleicht
in einer gewissen Nähe der Polonaise zum MeistersingerVorspiel hören kann – und wirkte ab 1871 als Dirigent in
Leipzig, Kristiania und die längste Zeit bis zu seinem Tod in
Kopenhagen.
Bei der Polonaise, einem der
polnischen Nationaltänze, denken
wir natürlich an Frédéric Chopin und
seine stolzen Klavierpolonaisen,
aber auch an Tschaikowski und seine
festlichen Tänze in Dornröschen und
Eugen Onegin und andere feierliche
Tanzsätze von Mussorgski oder Anatol
Ljadow. Gemeinsam ist allen ein
gemessen schreitendes Tempo im
Dreiertakt mit den charakteristischen
rhythmischen Figuren. Stolz ist die
Haltung der Tänzer, Verbeugungen
voreinander. Fantasievolle Figuren
im Reigen der Tanzpaare sind auch
für den Zuschauer ein Fest. Bei der
Uraufführung auf einem öffentlichen
Platz führte der König mit seiner Gattin
den Tanz an. Den repräsentativen Tanz
können wir uns beim Konzert im Konzil
natürlich nur vorstellen, doch der
Schwung, die fünfteilige Rondoform
mit einem Hauptthema, leichteren
und charmanten Zwischenteilen und
gefälligen Varianten bringen auch dem
Ohr reichlich Inspiration.
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36 philharmonisches konzert
TAKT | frühjahr 2017
Beim Bodenseefestival vor bald drei Jahren konnten
die Musikfreunde rund um den Bodensee den in Ankara
geborenen Pianisten und Komponisten Fazıl Say als
leidenschaftlichen und durchaus eigenwilligen Vollblut­
musiker erleben. Ob in Klaviersonaten von Mozart, die er mit
wunderbarer Freiheit ausgestaltet, ob als Solist in Orchester­
konzerten, ob als Klavierpartner in der Kammermusik oder
als Komponist: Immer begibt sich Say voll und ganz hinein in
die Musik, lässt sich von ihr davontragen zu schwingenden
und jazzigen Improvisationen (von Mozarts Türkischem
Marsch gibt es eine Jazz-Variante, bei der einem Hören und
Sehen vergeht!) und ist zugleich eng verbunden mit seinen
türkischen Wurzeln. Auch 2011 war beim Schleswig-Holstein
Festival die türkische Kultur im Mittelpunkt gestanden: Für
Sabine Meyer, mit der er auch Kammermusik macht, hatte
Fazıl Say für das Eröffnungskonzert das Klarinettenkonzert
komponiert, das in diesem Konzert von Reto Bieri
interpretiert wird.
DAS PARADIES IST EINE KNEIPE
Fazıl Say ist auch ein politisch engagierter Künstler, der
sich zur Kulturpolitik seines Landes äußert und deswegen
bekanntermaßen auch schon des Öfteren in Schwierigkeiten
geriet. Indem er, der Atheist ist, Verszeilen des persischen
Universalgelehrten und Dichters Omar Khayyam zitierte und
via Twitter ironisch kommentierte (»Du sagst, in den Flüssen
des Paradieses wird Wein fließen – ist denn das Paradies
eine Kneipe?«), geriet er ins Visier der Religionswächter
und erhielt 2013 eine Strafe über zehn Monate Haft auf
Bewährung. Dabei ist das Klarinettenkonzert eine klingende
Verbeugung vor diesem Dichter, seinem Leben und Denken
vor gut tausend Jahren.
fantasievoll
Dazu sagt Reto Bieri, der vor zwei
Jahren in Luzern die Schweizer
Erstaufführung spielte, in einem
Interview mit dem Schweizer Rundfunk:
»Omar Khayyam war Dichter,
Philosoph, Mathematiker, Astronom,
kurz: ein Universalgelehrter, der im 11.
Jahrhundert in Persien lebte. Seine teils
religionskritischen Schriften werden
noch heute in der muslimischen Welt
und im angelsächsischen Raum stark
diskutiert … Das dreisätzige Stück
schildert Stationen und Themen von
Khayyam: Kindheit und Jugend, die
Wissenschaft, die Religionskritik, vor
allem aber auch die Liebe zu seiner
Frau. Es gibt einen starken Bezug
zu Fazıl Say … Ich kenne ihn als
jemanden, der sich inbrünstig mit sich
und der Welt auseinandersetzt und
leidenschaftlich gerne diskutiert. Wie
Khayyam ist auch er äußerst vielseitig
und von dem, was er macht, besessen.
… Ich fühle mich stark an Istanbul
erinnert, wo ich als Musiker schon oft
gespielt habe. Ich liebe diese Stadt,
mich fasziniert das melancholische
Lebensgefühl, ›Hüzün‹ genannt. Es ist
ein Istanbuler Phänomen, das etwa
der türkische Schriftsteller Orhan
Pamuk eindrücklich beschreibt. Wer
dieses Gefühl der stillen Tristesse,
der wunderbaren Aufgelöstheit
dort erlebt hat, erhält zu Fazıl Says
Musik noch einmal einen ganz neuen
Zugang.« So erlebt man in diesem
mit großem Orchester und reichlich
Schlagwerkinstrumenten besetzten
Konzert einerseits spielerische
Leichtigkeit mit scharf akzentuierten
Rhythmen, andererseits große
Melancholie und Sehnsucht. Eine Art
klingendes Lebensgefühl.
philharmonisches konzert
TAKT | frühjahr 2017
Vom türkischen Mittelmeer nach Südfrankreich führt
das Programm der Südwestdeutschen Philharmonie mit
den beiden Arlésienne-Suiten von Georges Bizet. Der
Komponist der berühmten Oper Carmen stammte aus einem
musikalischen Elternhaus und erhielt hier auch seinen
ersten Klavierunterricht. Bereits im Alter von neun Jahren
wurde er am Pariser Konservatorium aufgenommen und
beeindruckte als Pianist und Komponist. 1857 gewann er den
begehrten Rompreis und konnte drei Jahre in Rom studieren.
Auf der Reise nach Rom lernte der gebürtige Pariser die
südfranzösische Landschaft kennen und war so beeindruckt
davon, dass deren Atmosphäre noch 15 Jahre später in seine
Arlésienne-Suiten eingeflossen ist. In Rom entstand seine
erste, heute vergessene Oper Don Procopio. Der Oper galt
weiterhin seine große Liebe, wie Die Perlenfischer und Das
Mädchen von Perth zeigten. Doch den Siegeszug seiner
Carmen erlebte der Komponist nicht mehr: Der setzte erst
nach seinem frühen Tod im Alter von nur 36 Jahren ein.
EINE TRAGISCH ENDENDE
LIEBESGESCHICHTE
Bizet komponierte auch eine spritzige lebhafte Symphonie
in C-Dur und die Schauspielmusik zu L’Arlésienne (Das
Mädchen aus Arles) des französischen Dichters Alphonse
Daudet. Auch diese Musik ist in ihrer typisch französischen
Leichtigkeit und Heiterkeit sehr beliebt geworden, denn
fast können wir das besondere Licht, die Landschaft
Südfrankreichs und die temperamentvollen Leute vor
uns sehen. Daudets tragisch endende Liebesgeschichte
um einen einfachen, liebenswerten Mann zwischen zwei
Frauen hatte allerdings keinen Erfolg. Aus den 27 kurzen
Charakterstücken für ein kleines Ensemble wurden zwei
beliebte viersätzige Suiten für Orchester zusammengestellt:
Die erste schuf Bizet selbst, die zweite Ernest Guiraud, ein
guter Freund des Komponisten, im Jahr 1879, also bereits
vier Jahre nach Bizets Tod. Guiraud übernahm die Sätze nicht
unverändert aus der Schauspielmusik, sondern bearbeitete
sie und fügte auch als dritten Satz ein Stück aus der Oper
Das Mädchen von Perth ein. Bizet zitierte in seiner Partitur
ein paar alte provenzalische Volksweisen, die er so mit
seinem persönlichen Stil verschmolz, dass sie zusammen mit
seiner eigenen malerischen Musik ein ebenso einheitliches
Lokalkolorit bewirken wie das der Carmen. Herausgehoben
aus der üblichen Orchesterbesetzung ist die Verwendung
eines Saxophons, das bis dahin nur in der Militärmusik
eingesetzt worden war. Ähnlich wie bei Schuberts
Schauspielmusik zu Rosamunde sind Bizets ArlésienneSuiten heute bekannter als das zugehörige tragisch endende
Stück von Daudet, in dem die Titelfigur, das »Mädchen aus
Arles«, übrigens nie auftritt. Angeregt vom Erfolg der beiden
L’Arlésienne-Suiten setzten sich geschäftstüchtige Verleger
später auch für Konzertsuiten vor allem von Melodien aus
Carmen ein.
Katharina von Glasenapp
Geboren in Zug (Schweiz), studierte Reto Bieri zunächst an der Musikhochschule Basel
bei François Benda, später bei Charles Neidich in New York. Der Kammermusikunterricht
beim Komponisten György Kurtag und dem Pianisten Krystian Zimerman sowie die
Begegnungen mit dem Schriftsteller Gerhard Meier beeinflussten seine Arbeit wesentlich. Reto Bieri war 2001 Preisträger der »Tribune International des Jeunes Interprètes«,
dem Wettbewerb der europäischen Radiostationen. Seitdem ist er international als Solist
und Kammermusiker tätig. Reto Bieri spielte mit zahlreichen Orchestern – u.a. Tschaikowsky-Sinfonierorchester des Moskauer Rundfunks, Bruckner Orchester Linz, Zürcher
Kammerorchester, Basler Sinfonieorchester unter bekannten Dirigenten wie Vladimir
Fedoseyev und Kurt Masur.
Seine Passion gilt vor allem der Kammermusik. Er musiziert regelmäßig mit Partnern wie
Heinz Holliger, Gidon Kremer, Patricia Kopatchinskaja und Fazıl Say, sowie mit diversen
Streichquartetten wie dem Borusan Quartett (Istanbul), dem Carmina Quartett (Zürich)
und dem Rosamunde Quartett (München). Er ist Mitglied des Ensemble Raro (München).
2012 wurde Reto Bieri als Professor für Kammermusik an die Musikhochschule Universität Würzburg berufen. Seit 2014 ist er künstlerischer Leiter und Intendant des legendären
und alljährlich in den Schweizer Alpen stattfindenden DAVOS FESTIVAL – young artists in
concert, eine Plattform für junge, hochbegabte Musiker aus aller Welt.
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38 fischmarktzwei
TAKT | frühjahr 2017
KURZBERICHTET
Sonntag, 7. Mai 2017 | 15 Uhr
Schänzle-Halle Konstanz
Karten: Erwachsene 12 ∙ Kinder 6 ∙ Familien 25 Euro
Ein Konzert für Kinder ab 6 Jahren.
Lauschangriff — gemeinsam ins Konzert
Der Berg ruft
Nach erfolgreichem Start in 2016, geht es nun in eine neue
Runde: Rund 40 Studierende der HTWG Konstanz besuchen
ausgewählte Konzerte, bereiten diese zusammen vor
und diskutieren darüber – Wir treffen uns mit Musikern,
Dirigenten und blicken hinter die Kulissen der Philharmonie.
Seit über zehn Jahren ist die Südwestdeutsche Philharmonie
regelmäßiger Gast auf »unserem Hausberg« am Bodensee.
Am 27. Mai 2017 bringt unser stv. Konzertmeister René
Kubelík, zusammen mit der Sopranistin Maya Boog und dem
Pianisten Simon Bucher den »holden Frühling« auf 2.502
Meter über Null. Für Hungrige gibt es nach dem Konzert ein
passendes Menü vor der prächtigen Alpenkulisse.
Nähere Informationen und Karten gibt es unter dieser
Tel.-Nummer: +41 71 3656545 oder www.saentisbahn.ch
Im Kalender vormerken:
23. Juli 2017
KlassikNight auf dem Säntis
Traditionell klingt die philharmonische Saison mit einem
Open Air Konzert im Stadtgarten aus. Nun haben wir auch
für Klassik am See in diesem Jahr einen Termin gefunden:
Sonntag, 23. Juli um 11 Uhr im Stadtgarten Konstanz.
Wie immer ist der Eintritt frei.
Samstag, 8. Juli 2017 | 20 Uhr | Schlossgarten Insel Mainau (wettersicheres Sonnendach)
Karten: 18 Euro · ermäßigt 14 Euro
Telefon: 07531 303-303 | [email protected] www.philharmonie-konstanz.de
Mit der Konzertkarte erhalten Sie ab 17 Uhr freien Eintritt auf die Insel Mainau.
Das Parken auf dem Festlandparkplatz und die Fahrt mit dem Inselbus sind für Konzertgäste kostenfrei.
eduart-konzert
TAKT | frühjahr 2017
NEU!
Mit Werken von
Verdi, Rossini, Mozart, Puccini und Bizet
National Chorus of Korea | Ari Rasilainen chefdirigent
familienkonzert
Wir wollen eine
Reise machen,
die geht um die Welt
Hast du dir schon einmal überlegt, wie
spät es anderswo auf der Welt ist, wenn du
morgens aus dem Bett hüpfst? Schlafen die
Eisbären in Grönland dann noch? Tanzen
die Menschen in Rio de Janeiro oder putzen
sich die Kinder in Asien gerade die Zähne
zum Schlafengehen?
Gemeinsam begeben wir uns auf eine
musikalische Weltreise, um zu schauen,
wie die Uhren anderswo ticken.
MAINAU OPEN AIR
OPERN GALA
eduart
Laura Lippmann und Thomas Fritz Jung Schauspieler
Ingo Putz Regie
Reto Parolari Dirigent
in kooperation mit dem
jungen theater Konstanz & hsg konstanz
Mit diesem Programm
besucht die Philharmonie
auch Grundschulen
in Konstanz
und Umgebung!
39
40philharmonisches konzert
OPTIMISMUS
Leonard Bernstein 1918 – 1990
Ouvertüre zu Candide
George Gershwin 1898 – 1937
Klavierkonzert in F-Dur
Allegro (alla breve)
Adagio – Andante con moto
Allegro agitato
* Pa use *
John Adams *1947
The Chairman Dances
Foxtrott für großes Orchester
Leonard Bernstein
Symphonische Tänze aus der West Side Story
Allegro moderato (Prolog) – Scherzando misterioso – Furioso – Adagio (»Somewhere«) – Twice as fast,
Andante con moto – Vivace e leggiero (Scherzo) – Marcato e staccato – Presto (Mambo) –
Andantino con grazia (Cha-cha) – Meno mosso (Meeting Scene) – Allegretto (»Cool«, Fugue) –
Molto allegro (Rumble) – Adagio (Finale)
Benjamin Engeli klavier
Tobias Engeli dirigent
TAKT | frühjahr 2017
philharmonisches konzert
TAKT | frühjahr 2017
Freitag, 12. Mai 2017 | 20 Uhr | Konzil Konstanz Abo C
Sonntag, 14. Mai 2017 | 18 Uhr | Konzil Konstanz Abo D
Weiteres Konzert am Dienstag, 16. Mai 2017 | 20 Uhr | Dreispitz Kreuzlingen [CH]
Einführungsvortrag eine Stunde vor Konzertbeginn. Konzertdauer: ca. 100 min.
Karten: 48 · 38 · 28 · 18 Euro | Inklusive kostenlose
- Benutzung zu den Konzerten im Konzil
Freche Hemmungslosigkeit
George Gershwins Musiker-Werdegang war typisch für
die damalige Zeit. 1898 als Sohn russisch-jüdischer
Einwanderer in Brooklyn geboren, wuchs er in bescheidenen
Verhältnissen auf. Er war ein eher mittelmäßiger Schüler
und erweiterte seinen Horizont lieber durch ausgiebige
Streifzüge durch die Stadt. Schließlich fand er zum Klavier,
entpuppte sich zwar nicht als Wunderkind, aber als durchaus
begabt. Auf seinem Unterrichtsprogramm standen Bach
und die gesamte europäische Musiktradition. Doch in
New York erlebte er natürlich auch hautnah mit, was die
aufblühende amerikanische Musikbranche zu bieten hatte,
zumal er 1914, als 16-Jähriger, einen Job als »Song Plugger«
in einem Verlag in der Tin Pan Alley bekam, jener den
Broadway kreuzenden 28. Straße, in der sich damals die
mächtigen unterhaltungsmusikalischen Kommerzbetriebe
aneinanderreihten. Gershwins Aufgabe war es, das neueste
Notenmaterial den potentiellen Kunden vorzuspielen
und schmackhaft zu machen. Auf den Geschmack kam er
dabei vor allem selbst. Schnell entstanden seine ersten
eigenen Songs und Musiknummern für den Broadway.
ER SCHERTE SICH NICHT UM GENRE-GRENZEN
Und während man auf dem europäischen Kontinent
noch die Richard-Wagner-Ära kompositorisch verdaute,
Debussy in neuen impressionistischen Klangfarben
experimentierte und Schönberg ab den 1920er-Jahren
die Zwölftonmusik austüftelte, begann Gershwin im Land
der unbegrenzten Möglichkeiten einen ganz eigenen,
spezifisch amerikanischen Stil zu kreieren: Er scherte
sich nicht um Genre-Grenzen und durchmischte in seinen
Werken die sogenannte klassische »ernste Musik« mit
Jazz und Unterhaltungsmusik. Dabei wollte sich Gershwin
nicht auf ein Dasein als Songwriter und Bühnenkomponist
beschränken (der mit seinen Musicals und seiner Oper Porgy
and Bess später zum Broadway-Star avancieren sollte). Er
wollte seinen Landsleuten auch »klassische« Konzertstücke
und Symphonisches auf seine neue amerikanische Art
komponiert präsentieren.
virtuos
1924 schritt er mit der Rhapsody
in Blue für Klavier und Orchester
zur musikalischen Tat und landete
einen absoluten Hit. Als der Dirigent
Walter Damrosch ihm im Namen der
New York Symphony Society einen
Kompositionsauftrag für die Carnegie
Hall erteilte, nutzte Gershwin die
Gunst der Stunde, um die eigene
Messlatte noch ein Stück höher zu
legen, und entschied sich, ein virtuoses
Klavierkonzert in traditioneller
Dreisätzigkeit zu schreiben – dessen
Inneres jedoch ganz den Roaring
Twenties entsprach: jazzig leicht und
in mitreißendem rhythmischen Drive
komponiert, mit Ragtime- und BluesAnklängen und kurz aufscheinenden
Momenten romantischer Schwermut.
Und auch mit seinem Concerto
in F traf er beim amerikanischen
Publikum genau den richtigen Nerv:
»Gershwin erfindet die Melodien
unserer Zeit mit all ihren frechen
Hemmungslosigkeiten, ihrem fiebrigen
Vorwärtsdrängen, aber auch mit der
ganzen tiefen Melancholie, der wir
so oft ausgeliefert sind«, schrieb die
Presse nach der Uraufführung 1925.
41
42 philharmonisches konzert
Für die nachfolgende Musiker- und Komponistengeneration
der USA war George Gershwin ein wegbereitendes Vorbild.
Als er 1937 mit nur 38 Jahren an einem Hirntumor starb, war
Leonard Bernstein 20 Jahre alt. Auch er war als Kind russischjüdischer Immigranten in den USA zur Welt gekommen,
wuchs allerdings in Massachusetts in etwas komfortableren
Verhältnissen als Gershwin auf, studierte in Harvard Klavier
und Komposition. 1943 wurde er bereits Assistant Conductor
beim New York Philharmonic Orchestra. Als er im selben
Jahr bei einem Konzert für den erkrankten Bruno Walter
einsprang, war dies der Startschuss für seinen Aufstieg
zu einem der bedeutendsten und außergewöhnlichsten
Dirigenten des 20. Jahrhunderts, einem Pultstar zum
Anfassen, mit der dazugehörigen Portion Egozentrik, versteht
sich.
»Ein Leben ohne Musik ist unvorstellbar, Musik ohne Leben
ist akademisch. Deshalb ist meine Beziehung zu Musik die
totale Hingabe«, lautete Bernsteins Credo, das er perfekt
zu inszenieren wusste, wenn er etwa beim Dirigieren
die ganze Welt zu umarmen schien oder mit seiner von
Nikotin und Whisky angekratzten und trotzdem irgendwie
wohltönenden Baritonstimme die komplizierteste Musik
unterhaltsam erklärte. Und er vermittelte es in seinen
Bühnenkompositionen, die Entertainment auf höchstem
Niveau in enormer Stilvielfalt lieferten und dabei auf die
kulturelle und gesellschaftliche Gegenwart seines Landes
reagierten. So wie sein 1957 uraufgeführter größter Coup in
Sachen Musical: der West Side Story. Die shakespearesche
Liebestragödie von Romeo und Julia wird hier zur tragischen
Lovestory zwischen Tony und Maria. Die Fehde der beiden
verfeindeten Adelsfamilien aktualisierte Bernstein zum
Teenager-Bandenkrieg zwischen den amerikanischen Jets
und den Sharks (eingewanderten Puerto Ricanern) im
heruntergekommen Manhattan der 1950er-Jahre. Ein Musical
als Sozialdrama, ganz ohne Happy End, mit einer ungemein
mitreißenden und zu Herzen gehenden Musik, aus der
Bernstein 1960 einige Glanznummern als Symphonische
Tänze aus der West Side Story für den Konzertsaal
zusammenfügte.
VON NIKOTIN UND WHISKEY ANGEKRATZT
Kurz vor der West Side Story war Bernsteins Candide zum
Flop geraten und 1956 am Broadway frühzeitig abgesetzt
worden. Die schmissige Candide-Ouvertüre wurde jedoch
schnell zu einem beliebten Auftakt-Knaller in Konzerten.
Der Stoff der »Comic Operetta« Candide war für das
amerikanische Publikum aber wohl »too sophisticated«, zu
schwere Kost. Das Stück, an dem Bernstein noch jahrelang
weiterbastelte, basiert auf Voltaires Roman Candide oder der
Optimismus, einer satirisch-ironischen Auseinandersetzung
TAKT | frühjahr 2017
mit dem »Alles was ist, ist gut«-Prinzip und der These
des Philosophen Leibniz, man lebe in der »besten aller
möglichen Welten«. Deren Schrecken und Abgründe führte
Voltaire in grotesker Komik vor, ein gefundenes Fressen
für den mit allen Wassern gewaschenen Musikdramatiker
Bernstein. Candide war seine historisch getarnte Replik auf
die McCarthy-Ära der 1950er-Jahre, Bernsteins Äußerungen
darüber – frappierend ins Heute passend: »Dies war eine
Zeit [...], wo alles, wofür Amerika stand, von diesem JuniorSenator aus Wisconsin, Joseph McCarthy, und seinen
inquisitorischen Handlangern mit Füßen getreten wurde [...],
in der halb Hollywood auf der schwarzen Liste stand, die Zeit
der Fernsehzensur, der verlorenen Jobs, der Selbstmorde und
Ausbürgerungen – und die Zeit, in der jedem, der irgendwie
verdächtig erschien, weil er einen verdächtigen Kommunisten
kannte, der Pass verwehrt wurde. Mir wurde von meiner
eigenen Regierung der Pass verweigert, übrigens genauso,
wie man seinerzeit Voltaire den Pass verweigerte. Seine
Antwort war die Satire, das Lächerlichmachen.«
philharmonisches konzert
TAKT | frühjahr 2017
Benjamin Engeli (*1978) wuchs in Kreuzlin-
gen in einer Musikerfamilie auf und begann
schon früh, sich für die verschiedensten Instrumente zu begeistern. Seine Ausbildung als
Pianist erhielt er bei Adrian Oetiker, Homero
Francesch, Lazar Berman, Andrzej Jasinski, Maurizio Pollini und
Andràs Schiff. Mittlerweile konzertiert in den meisten Ländern
Europas, in Australien, Brasilien, China, Indien, Kanada, Libanon und
den USA. Er musiziert mit Orchestern wie dem Sinfonieorchester des
Bayerischen Rundfunks, dem Tschaikowsky-Sinfonieorchester
Moskau oder dem Tonhalle Orchester Zürich. Neben seiner solistischen Tätigkeit widmet er sich mit Begeisterung der Kammermusik:
als Mitglied des Tecchler Trios gewann er 2007 den ARD-Musikwettbewerb in München. Mit dem Gershwin Piano Quartet, dem Zurich
Ensemble und weiteren Formationen konzertiert er derzeit weltweit.
Seit 2009 ist er als Dozent für Kammermusik an der Hochschule für
Musik in Basel tätig, und seit 2013 leitet er eine Klavierklasse am
Landeskonservatorium Vorarlberg in Feldkirch.
KEINE OPER ÜBER TRUMP
Nein, eine Oper über einen »Soziopathen« wie Donald Trump
zu schreiben, das liege ihm momentan gänzlich fern, »er
ist kein interessanter Charakter, er hat keinerlei Fähigkeit
zur Empathie«, so John Adams Anfang Februar 2017 in
einem Interview. Adams ist seit Jahrzehnten der führende
Kopf der US-amerikanischen Gegenwartskomponisten,
der – inzwischen 70 Jahre alt – mit wachem Auge stets
alle stilistischen Entwicklungen diesseits und jenseits des
Atlantiks aufnimmt, um dann unbeirrt seinen ganz eigenen
Weg zu gehen. Erfahrungen damit, Staatsmänner auf die
Opernbühne zu bringen, hat Adams schon. Seine 1987
uraufgeführte Oper Nixon in China basiert auf dem 1972 von
aller Welt beäugten Besuch des amerikanischen Präsidenten
Richard Nixon beim »Chairman«, dem »großen Vorsitzenden«
Mao Tse-tung. Das Orchesterstück The Chairman Dances ist
eine 1985 für den Konzertsaal entstandene Vorabversion
einer später auch in die Oper eingegangenen wahrlich
abstrusen, surrealen Szene: Beim Präsidenten-Bankett
unterbricht Maos Frau, die berüchtigte »Madame Mao«, die
fade Veranstaltung, hängt Papierlaternen auf, legt um ein
Haar einen Strip hin und fordert schließlich Mao zum Tanz
auf. Der große Vorsitzende beginnt mit Madame Mao zu
tanzen: einen Foxtrott.
Andrea Hechtenberg
43
Tobias Engeli absolvierte zu Beginn seiner
Karriere Cellostudien bei den Solocellisten des
NDR und der Tonhalle Zürich. Seine pianistischen Fähigkeiten führten zu einer Aufnahme in
die Menuhin-Stiftung Hamburg. Bereits während
des Kapellmeisterstudiums an der Hamburger Hochschule für Musik
und Theater bei Christof Prick dirigierte Tobias Engeli die Hamburger
Symphoniker, das Hamburger Barockorchester und diverse freie
Opernproduktionen. Später war er zu Gast bei den Landesbühnen
Sachsen, der Badischen Staatskapelle Karlsruhe, dem BeethovenOrchester Bonn und vielen mehr. Bereits vor seinem offiziellen Studienabschluss wurde der junge Dirigent als Korrepetitor und Kapellmeister an das Staatstheater Darmstadt verpflichtet, wo er unter
anderem eine Uraufführung des Komponisten Augustí Charles
leitete. Es folgten Dirigate bei der Biennale München und eine enge
Zusammenarbeit mit der Oper und dem Beethovenorchester Bonn
(BOB), welches er zum einen als Pianist, zum anderen als Dirigent
begleitete. Tobias Engeli war von 2009 bis 2014 erster Kapellmeister
und stellvertretender GMD am Theater Plauen-Zwickau. Heute ist er
als Kapellmeister an der Oper und der musikalischen Komödie
Leipzig.
Entfliehen Sie dem Alltag nicht, entschweben Sie ihm!
Das hier ist der Ausblick vom Säntisgipfel. Genauso grenzenlos sind auch die Freizeit-Möglichkeiten,
die Ihnen der Säntis und die Schwägalp-Region bieten. Fernab des Alltags erwarten Sie hier echte Erlebnisse in unverfälschter Natur.
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TAKT | frühjahr 2017
45
FRÜHJAHRTAKTZAHL
Georg Philipp Telemann
Der Tod Jesu
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Reichweite unserer Facebook-Fan-Seite
Seit Jahresbeginn 2017 bis zum Redaktions­schluss
haben insgesamt 70.486 Nutzer unsere Fan-Seite
auf Facebook aufgerufen und erfahren, was wir
erleben: in den Proben, bei Konzerten oder hinter
der Bühne …
Karfreitag
14. April – 20:00 Uhr Münster
Solistenquartett
Vokalensemble Konstanz
Münsterorchester Konstanz
Wer dabei sein möchte
– in Form von kleinen Filmen, Fotos oder
Nachrichten immer informiert über uns – einfach
www.facebook.com/PhilharmonieKonstanz
klicken und Fan werden.
Wichtig: Auch wer nicht Mitglied bei facebook
ist und kein eigenes Konto besitzt, kann unsere
Seite aufrufen und verfolgen, was wir dort
veröffentlichen.
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artet Sie das h
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Ihrer reise in
der Arena di V
erona –
je nach Termin
: Aida / Tosca
/ nabucco /
Gala mit Pláci
do Domingo
Dirigent Steffen Schreyer
weitere Konzerte
Ludwig Güttler
30.4.2017 | Münster
Cameron Carpenter
Orgel
23.5.2017 | Münster
Informationen zum Ticketvorverkauf finden Sie
unter www.muenstermusik-konstanz.com
oder bei www.reservix.de
Fan
werden!
Verona
3 Tage: 11.-13.7.2017 (A) – 12.7. nabucco
2.-4.8.2017 (A) – 3.8. Aida
4 Tage: 19.-22.7.2017 (A) - Aida + Gala Domingo Preise inkl.
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Kartenkategorien und Preise pro Vorstellung:
1.Tag _______________________________________________________________________________
Anreise mit Zwischenstopp in Brixen oder Bozen (je nach Verkehrslage, 2 Std. Aufenthalt). Nach Ihrem Check-in im Hotel machen Sie heute Abend gleich noch einen Ausflug nach Verona.
Zeit zu einem Bummel durch die Gassen der Festspielstadt und zum Abendessen in einem der netten
Restaurants in der Altstadt.
2.Tag _______________________________________________________________________________
Vormittags Stadtführung in Verona. Abends Möglichkeit zum Besuch der Opernfestspiele (Karte nach Wahl, s. Kartenpreise).
3.Tag (nur bei 4-Tages-Reise) ___________________________________________________________
Ausflug nach Sirmione, die „Perle des Gardasees“. Abends Gelegenheit zu einer weiteren
Vorstellung in der Arena di Verona (Karte nach Wahl, s. Kartenpreise).
Letzter Tag _________________________________________________________________________
Rückreise über Mailand und den San Bernardino.
Abf.-Route (A): Radolfzell P - Überlingen - Meersburg - Friedrichshafen - Lindau P - Hohenems P
Abf.-Route (B): Freiburg - Kirchzarten/Himmelreich P - Titisee - Donaueschingen P - Radolfzell P - Konstanz Hohenems P
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Verona (3 Tage), bzw.
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✔ Stadtführung Verona
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4-Tages-Reise)
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Nicht im obigen Leistungsblock genannte Eintritte nicht inklusive
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38,-- €
88,-- €
111,-- €
113,-- €
145,-- €
137,-- €
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4-Tages-Termin (19.7.+15.8.)
EZ-Zuschlag E 115,–
TAKT | frühjahr 2017
Professionell ist, wenn es trotzdem klappt!
Was unterscheidet den Profi vom Dilettanten? Letzterer
beschäftigt sich (wie der lateinische Ursprung »dilettare
= erfreuen, ergötzen« schon besagt) aus Freude und
Leidenschaft mit einer Sache. Der Profi tut es von Berufs
wegen – und empfindet dabei hoffentlich manchmal
ebenfalls noch Freude und Leidenschaft … Für Menschen,
die berufsmäßig auf der Bühne arbeiten – also zum Beispiel
Politiker, Schauspieler, Kabarettisten, Musiker – ist das
sogar eine zwingende Notwendigkeit. Denn nach dem
Spiegelneuronen-Prinzip kommt beim Publikum nur an, was
auf der Bühne empfunden wird.
DEN CHIRURG FRAGT NACH DER
OPERATION AUCH KEINER, WIE GUT ER
GESCHLAFEN HATTE. ENTSCHEIDEND IST,
DASS DER BLINDDARM WEG IST — UND
NICHT DIE NIERE …
KONSTANZ FÄHRT ROT.
Nicht nur in die Grundversorgung fließt unsere Energie. Mobilität ist mindestens
genau so wichtig. Sonst geht nichts. Wo man auch hinmöchte – unser Roter Arnold
fährt quer durch Konstanz und darüber hinaus. Dabei legt er auf 15 Linien pro Jahr
knapp drei Millionen Kilometer zurück. Wenn‘s also um Konstanz geht, fährt man
mit Rot garantiert besser.
Mehr Konstanz im Leben. Ihre Stadtwerke.
Sicher haben auch Sie schon mal einen mittelmäßigen
Festredner erlebt, der mit ernstem Gesichtsausdruck
stockend aus seinem Manuskript vorlas: »Ich bin sehr
froh und stolz, dass wir dieses Plus von drei Prozent
erreichen konnten. Und ich danke Ihnen von Herzen für
Ihr Engagement.« Kamen da bei Ihnen Stolz, Freude oder
herzliche Dankbarkeit auf? Wohl kaum. Ihre Spiegelneuronen
waren längst an der Mimik des Redners festgefroren
und eingeschlafen. (Darum schreien Politiker oder
Gewerkschaftsführer bei Ihren Reden auch oft so laut: Damit
man ihnen die Wut und den Ärger auch glaubt, den sie
ausdrücken wollen. Und leider lassen sich Wut und Ärger
eben auch viel einfacher ausdrücken als Stolz, Freude und
Dankbarkeit.)
Der Bühnenprofi kann also auf Bestellung empfinden. Und
so ist das im Prinzip auch bei Musikern: Natürlich spielt der
Solo-Oboist eine wunderbare Mahlersymphonie nicht zwei
Stunden lang mit Wasser in den Augen. Diese braucht er ja,
um gleichzeitig Noten zu lesen, Pausen zu zählen und dem
Dirigenten auf die Finger zu schauen. Vielleicht hört er die
anrührende Streicherkantilene vor sich sogar nicht einmal,
weil ihm von hinten gerade Schlagzeug und Posaunen den
Marsch blasen …
fischmarktzwei
von tobias bücklein
KOLUMNE
Aber seine Professionalität und Berufserfahrung sorgen
dafür, dass ihn weder Schlagzeug und Posaunen, noch der
Streit mit der Ehefrau, die pubertierenden Kinder und die
Kündigung des Mietvertrages daran hindern, beim Einsatz
des Dirigenten seine wunderbare Melodie auf höchstem
Niveau und mit allen positiven Gefühlen dieser Welt zum
Klingen zu bringen.
Das ist der eigentliche Unterschied zwischen dem guten
Amateur und dem Profi: Dass es immer klappt, unter allen
Umständen. Vielleicht kann auch ein gutes Schulorchester
eine Brahmssymphonie so vortragen, dass wir zu Recht
begeistert sind. Nur brauchen sie dafür eben ein halbes
Jahr wöchentliche Proben und unendlich viel Übezeit. Das
Profiorchester darf dafür wenige Stunden mit dem Dirigenten
arbeiten. (Und dass man dann die Hälfte der geprobten
Feinheiten mangels geeigneten Aufführungsorts gar nicht
hört ist ein anderes Thema.)
»Professionell ist, wenn es trotzdem klappt«, habe ich
in meiner Zeit beim Theater gelernt. Die Programmhefte
bräuchten viele Seiten mehr, wenn alle Gründe darin
aufgeführt würden, warum das Ergebnis möglicherweise
nicht optimal ist. Aber letztlich interessiert das niemanden.
Den Chirurg fragt nach der Operation auch keiner, wie gut er
geschlafen hatte. Entscheidend ist, dass der Blinddarm weg
ist – und nicht die Niere …
Wie kam ich jetzt nur auf dieses Thema. Keine Ahnung.
Vielleicht weil diese Kolumne in Druck muss, wenige Stunden
bevor ich mit dem Phasnachtskonzert der Filharmonie
Premiere habe …
Ich hoffe, Sie haben es nicht gemerkt!
Tobias Bücklein ist Kabarettist, Musiker, Moderator und pro-
duziert seit vielen Jahren Shows für Unternehmen, die Bühne und
das Fernsehen. Er unterhält sich gerne mit inspirierenden Persönlichkeiten und präsentiert ab 12. März jeden Sonntag eine neue
Folge dieser Gespräche (und anderer inselGEDANKEN) unter
www.inseldenker.de.
47
48 fischmarktzwei
TAKT | frühjahr 2017
Mehr Mut zu verrückten Ideen
Liebe Macht Nass in der Nachbetrachtung von Felix Strasser
werden sollte. Ein solch fantastischer Raum, mit den damit
verbundenen Gegebenheiten wie Wasser, Temperatur
und Luftfeuchtigkeit, musste von Anfang an ins Konzept
integriert werden. Die spielerische Verbindung des Ortes
mit verschiedenster Beleuchtungstechnik, Animation und
Filmkunst, klassischer Musik sowie energetischem und
choreographiertem Schauspiel – das ist schon ein wichtiger
Schlüssel zum Erlebnis Liebe Macht Nass.
Was hat dir in dem gesamten Zeitraum
am meisten Freude gemacht?
Es gab natürlich viele unvergessliche Momente während des
gesamten Probenzeitraums. Ich möchte drei herausgreifen:
Sicherlich gehören die Nachtproben in der Bodensee-Therme
zu den unvergesslichen Momenten in meinem Regiealltag.
Nach Bäderschluss in der Therme mit einer wilden Horde
studentischer Schauspieler probieren zu können, ist
vermutlich das Verrückteste was ich jemals getan habe. Dabei
fällt mir immer der Moment ein, als uns der Schwimmmeister
Stefan in einer Nacht einen Aufguss in der Sauna gemacht
hat. Hinterher haben wir dann noch einen ganzen Durchlauf
gespielt – was für eine phänomenale Leistung meiner
Schauspieler – aber auch ein Kraftakt!
Unvergesslich war auch der Moment, als ich zum ersten
Mal in meinem Leben dabei sein durfte, wie eine Partitur
geschrieben wird. Paul Amrod lud uns (die Sängerin Mela
Breucker und mich) zu sich nach Hause in sein Tonstudio ein.
Dort haben wir dann einen ganzen Mittag damit verbracht,
einen Song für ein Orchester umzuarbeiten und zu gestalten.
Die positive Energie dieses Mittags wirkte sich stark auf die
weitere Arbeit aus.
Und letzten Endes sind es dann natürlich die Vorstellungen,
in denen das Publikum da ist. Da sieht man und hört, ob das
Konzept, das man sich überlegt hat, aufgeht. Wenn sich das
einlöst, sind das wirklich sehr sehr glückliche Momente.
Liebe Macht Nass war ein Riesenerfolg: Volles Haus,
begeisterte Presse, rundherum wunderbare Künstler
auf der Bühne – wie ist dein Fazit?
Ich bin überglücklich, dass das Theater der Hochschule
Konstanz mit der Südwestdeutschen Philharmonie, der
Bodensee-Therme und dem Kulturbüro der Stadt dieses
Projekt gemeinsam angegangen sind und uns niemals der
Mut verlassen hat. Der gemeinsame Traum »Liebe Macht
Nass« in der Therme zu spielen, hat das gesamte Team stets
enorm befeuert. Selten habe ich eine Mannschaft so stark,
mit Willen und Kraft an einem Strang ziehen sehen. Wenn
ich also ein Fazit ziehen muss, dann ist dieses Fazit auch
ein Aufruf für meine persönliche Arbeit, aber vielleicht auch
gesellschaftspolitisch zu sehen: Mehr Mut zu verrückten
Ideen!
Die Fragen an Felix Strasser stellte Corinna Bruggaier.
Genießen Sie zwei romantische Opernabende in
der antiken Arena und lassen Sie sich tagsüber
von Ihrem Reiseleiter die schönsten Ecken
Veronas, Mantuas und – wenn Sie Lust haben –
auch Vicenzas zeigen.
Festspiele in Verona
5 Reisetage mit Fluganreise, 4 Übernachtungen
im guten Mittelklassehotel, 1 Abendessen im
Restaurant, 2 Festspielkarten, Eintrittsgelder,
speziell qualifizierte Studiosus-Reiseleiter
Unser Preis p.P. ab
1.495,- €
Events und Kulturtrips weltweit
mit Studiosus und
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Neugasse 9 • 78462 Konstanz • Tel.: 07531 908710
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Studiosus Reisen München GmbH • Riesstraße 25 • 80992 München
Richentalchronik (c) Rosgartenmuseum Konstanz
Mit welchen Wünschen,
Vorstellungen und Gedanken bist
du vor einem Jahr in das Projekt
gestartet?
Im Mittelpunkt dieser »Crossover­
produktion« stand vor allem das
große Ziel, alle beteiligten Kräfte
wie Musik, Schauspiel sowie
die gegebenen Örtlichkeiten
und Menschen gleichberechtigt
zusammen zu führen. Im Nachhinein
denke ich das auch noch: Hätte ein
Teil nicht seine gesamten Stärken ausspielen können bzw.
wäre einer »zu kurz« gekommen, wäre es nicht zu diesem
wunderbaren Gesamtergebnis gekommen. Außerdem war
von Anfang an der Gedanke zentral, dass wir eine Geschichte
erzählen wollten, die für Konstanz eine gewisse Relevanz
und Brisanz innehat. Und letzten Endes war mir wichtig,
dass der Abend ein ganzheitliches künstlerisches Erlebnis
fischmarktzwei
TAKT | frühjahr 2017
2017 • PAPST MARTIN V. • JAHR DER RELIGIONEN
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TAGE DER CHOR- UND ORCHESTERMUSIK
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Freitag, 24. März
19 Uhr AUFTAKTKONZERT Letzte Fahrt — mit Uraufführung „Gnadensee“
Bodenseeforum Konstanz
Samstag, 25. März
11 Uhr
14 Uhr
16 Uhr
19 Uhr
Sonntag ,26. März
11 Uhr FESTAKT — Verleihung der Zelter- und der Pro Musica-Plakette
Bodenseeforum Konstanz
FORUM — Diskussion „Musik im Ringen mit Religion“ Lutherkirche
OFFENES SINGEN UND MUSIZIEREN, Innenhof Sparkasse
ÖKUMENISCHER GOTTESDIENST, Münster
NACHT DER MUSIK — 40 Konzerte an 10 Orten, Innenstadt
www.tagedermusik.de
Konzilstadt Konstanz . Marktstätte 1 . D - 78462 Konstanz . Tel. +49 7531 363-27 0 . www.konstanzer-konzil.de
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TAKT | frühjahr 2017
NEU!
51
TAKT | frühjahr 2017
März | April |
Mai 2017
März 2017
Der
Philharmonie-Newsletter
Montag, 5. März 2017 | 17 Uhr
Kreuzkirche Wil [CH]
Szymanowski: Stabat Mater
Cherubini: Requiem
Kammerchor Wil
Felicitas Gadient Dirigentin
Karten: www.kammerchorwil.ch
n Wir halten Sie regelmäßig auf dem Laufenden.
Mittwoch, 8. März 2017 | 9.30 Uhr
Konzil Konstanz
öffentliche generalprobe
Glinka: Ruslan und Ludmilla
Schostakowitsch: Cellokonzert Nr. 1
Schostakowitsch: Symphonie Nr. 5
Julian Steckel violoncello
Markus Huber dirigent
n Sie sind immer bestens über unser Orchester informiert.
Melden Sie sich kostenlos und unverbindlich an.
www.philharmonie-konstanz.de/newsletter.html
Mittwoch, 8. März 2017 | 20 Uhr Abo A
Freitag, 10. März 2017 | 20 Uhr Abo B
Konzil Konstanz
kritik
Glinka: Ruslan und Ludmilla
Schostakowitsch: Cellokonzert Nr. 1
Schostakowitsch: Symphonie Nr. 5
Julian Steckel violoncello
Markus Huber dirigent
Jede 100. Anmeldung gewinnt zwei Freikarten zum Konzert
Junger Meister am 22. April 2017 im Konzil Konstanz!
Katharina Vogt violine
Agata Michalec violine
Berenice Guerrero viola
Ilya Ryabokon violoncello
Sonntag, 19. März 2017 | 11 Uhr und 15 Uhr
Wolkenstein-Saal im Kulturzentrum am Münster
Konstanz
eduART-Sitzkissenkonzert
Die Königin der Farben
Hoffnungszeichen | Sign of Hope e.V. · Schneckenburgstr. 11 d · 78467 Konstanz · 07531 / 9450160
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Spender zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank!
Anna Hertz Konzept und Schauspiel
Circolo Quartett
Vielen Dank!
April 2017
Samstag, 1. April 2017 | 19 Uhr
St. Meinard Radolfzell
Mozart: Messe c-Moll
Beethoven: Symphonie Nr. 9
Siegfried Schmidgall Dirigent
Karten: www.vokalensemble-gaienhofen.de
Samstag, 22. April 2017 | 20 Uhr
Konzil Konstanz
Sonntag, 23. April 2017 | 19.30 Uhr
Festspielhaus Bregenz [A]
Konzert junger Meister
Klavierkonzerte von Prokofjew,
Saint-Saëns und Schumann
Ari Rasilainen Dirigent
Karten bregenz: www.konzertverein.com
Mittwoch, 26. April 2017 | 20 Uhr Abo A
Freitag, 28. April 2017 | 20 Uhr Abo B
Konzil Konstanz
Samstag, 29. April 2017 | 20 Uhr
Stadthalle Singen
Sonntag, 30. April 2017 | 19 Uhr
Graf-Buchard-Halle Frickingen
Parallele
hommage à schubert
Svendsen: Festpolonaise
Say: Klarinettenkonzert zu Omar Khayyam
Bizet: L’Arlésienne Suite Nr. 1 und Nr. 2
Reto Bieri Klarinette
Ari Rasilainen ChefDirigent
Karten frickingen: www.salemertal-konzerte.de
karten singen: www.tourismus.in-singen.de
Mittwoch, 5. April 2017 | 9.30 Uhr
Konzil Konstanz
Mai 2017
Rimski-Korsakow: Capriccio espagnol
Rachmaninoff: Rhapsodie
über ein Thema von Paganini
BartÓk: Konzert für Orchester
Andreas Jetter Klavier
Ari Rasilainen ChefDirigent
Wir wollen eine Reise Machen,
die geht um die Welt!
Andreas Jetter Klavier
Circolo Quartett
al mio caro amico haydn
Spendenkonto:
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Hoffnungszeichen e.V.
Ev. Bank (BIC: GENODEF1EK1)
Konrad: Gnadensee
Ravel: Daphnis et Chloé
Sinfonischer Chor Konstanz
Ari Rasilainen chefDirigent
Schostakowitsch: Symphonie Nr. 5
Markus Huber dirigent
Beat Fehlmann moderation
Donnerstag, 16. März 2017 | 18 Uhr
Tertianum Konstanz
Kammerkonzert
Hoffnungszeichen – Ihre Menschenrechtsund Hilfsorganisation aus Konstanz.
Letzte Fahrt
Sonntag, 2. April 2017 | 11.15 Uhr
Festsaal Inselhotel Konstanz
Inselkonzert
Sonntag, 12. März 2017 | 18 Uhr Abo D
Konzil Konstanz
kritik
Glinka: Ruslan und Ludmilla
Schostakowitsch: Cellokonzert Nr. 1
Schostakowitsch: Symphonie Nr. 5
Julian Steckel violoncello
Markus Huber dirigent
Besuchen Sie uns auf
www.hoffnungszeichen.de
Freitag, 24. März 2017 | 19 Uhr
Bodenseeforum Konstanz
Samstag, 11. März 2017 | 18.30 Uhr
Konzil Konstanz
happy hour
AugenBlicke
(Be)wirken
PROGRAMM
ÜBERBLICK
öffentliche generalprobe
Mittwoch, 5. April 2017 | 20 Uhr Abo A
Konzil Konstanz
Donnerstag, 6. April 2017 | 20 Uhr
Abo Radolfzell
Milchwerk Radolfzell Freitag, 7. April 2017 | 20 Uhr Abo C
Sonntag, 9. April 2017 | 18 Uhr Abo E
Konzil Konstanz
Exzess
Rimski-Korsakow: Capriccio espagnol
Rachmaninoff: Rhapsodie
über ein Thema von Paganini
BartÓk: Konzert für Orchester
Andreas Jetter Klavier
Ari Rasilainen ChefDirigent
Sonntag, 7. Mai 2017 | 15 Uhr
Schänzle-Halle Konstanz
eduART-Familienkonzert
Laura Lippmann und Thomas Fritz Jung schauspieler
Ingo Putz regie
Reto Parolari dirigent
Freitag, 12. Mai 2017 | 20 Uhr Abo C
Sonntag, 14. Mai 2017 | 18 Uhr Abo D
Konzil Konstanz
Dienstag, 16. Mai 2017 | 20 Uhr Dreispitz Kreuzlingen [CH]
Optimismus
Bernstein: Ouvertüre zu Candide
Gershwin: Klavierkonzert
Adams: The Chairman Dances
Bernstein: Symphonische Tänze
aus der West Side Story
Benjamin Engeli Klavier
Tobias Engeli Dirigent
Karten kreuzlingen: www.gml-kreuzlingen.ch
karten und vorverkauf:
07531 900-150 | Theaterkasse | Tourist-Information
Philharmonie | Ortsteilverwaltungen
… und bequem von zu Hause:
[email protected] www.philharmonie-konstanz.de
Das Magazin der Südwestdeutschen Philharmonie konstanz
impressum
Herausgeber Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz, Fischmarkt 2, 78462 Konstanz | ausgabe Frühjahr 2017
Redaktion Beat Fehlmann BF, Corinna Bruggaier cb, Rouven Schöll RS, Gesine Mayer-Herrbold gm
Fotos Ilja Mess, Archiv | illustrationen eduart Susanne Smajić | gestaltung albers | mediendesign Konstanz
Druck Druckerei Konstanz GmbH | auflage 61.000 Exemplare
Bild- und Tonaufnahmen der Konzerte durch jede Art elektronischer Geräte sind nur in Absprache und mit Genehmigung der Südwestdeutschen Philharmonie gestattet. Zuwiderhandlungen sind nach dem Leistungsschutz- und Urheberrechtsgesetz (UrhG) strafbar. Wir bitten Mobiltelefone im Konzertsaal auszuschalten sowie während des Konzertes auf Essen und
Trinken zu verzichten.
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