Ci-Impulse, Ausgabe 3-2010

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Störer
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Headline
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Hannoversche
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Zwischenheadline
Cochlear-Implant
Gesellschaft e.V.
IMPULSE
3/2010
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Leben mit dem Cochlea-Implantat
und anderen Hörsystemen
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Hörsysteme
Sommerfest 2010
CIC Wilhelm Hirte 20 Jahre
1
WWW.HCIG.DE
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MAESTRO 2010
Verkleinert für größte Leistung.
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2
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Inhalt
Inhalt............................................................................................Seite
Was ist ein Cochlea-Implantat (CI)?...................................................................2
Welches Hörsystem bei welcher Hörminderung?.......................................4/5
Beginnende Schwerhörigkeit..............................................................................6
Mittelgradige Schwerhörikeit / Aktive Mittelohrimplantate.................... 8-10
Erfahrungsbericht zum Mittelohrimplantat.....................................................11
Bei Taubheit und hochgradiger Schwerhörigkeit /
Das Cochlea-Implantat (CI)..........................................................................12/13
Hochtontaubheit / Herkömmliche Hörsysteme........................................14-16
Erfahrungsbericht zu einem Hybrid.................................................................17
Nervenschwerhörigkeit / ABI und AMI............................................................18
Erfahrungsbericht mit einem Hirnstammimplantat.................................19-21
Nachgefragt................................................................................................... 22/23
Erfahrungsbericht zu unterschiedlichen Hörhilfen.................................24/25
Erfahrungsbericht „Ich kann wieder hören“.................................................. 26
Warum CI nicht überall operieren lassen?..................................................... 27
Rezension.............................................................................................................28
Regenerative Therapie des Innenohres bzw.
des auditorischen Systems........................................................................ 30-31
XII. Hannoverscher Cochlea-Implantat-Kongress 2010......................... 32-34
Erlebnisbericht Technik-Seminar................................................................35/36
Servicecenter im Hörzentrum Hannover........................................................37
Erlebnisbericht Sommerfest HCIG...................................................................38
Erlebnisbericht Nepal................................................................................... 40/41
Kinder-Jugend-Seite / Preisausschreiben.................................................42/43
20 Jahre „Wilhelm Hirte“.............................................................................. 44/45
Termine / Veranstaltungen................................................................................ 45
CI-Selbsthilfegruppen / Egids Glosse.........................................................46/47
Kontaktadressen...........................................................................................48/49
Beratertermine der HCIG.................................................................................. 50
Wir über uns – Die Hannoversche Cochlear-Implant-Gesellschaft e.V..... 51
Anmeldeformulare für Mitgliedschaft und Schnecke-Sammelabo........... 52
Impressum
Herausgeber:
Kontakt:
Redaktionsteam:
Herstellung:
Auflage:
Titelbild:
Hannoversche Cochlear-Implant-Gesellschaft e.V.
»Ciimpulse« • c/o HZH • Karl-Wiechert-Allee 3 • 30625 Hannover
Telefon 0511/532-6603 • Telefax 0511/532-6833
Manfred Schumacher • Susanne Herms • Hans-Jürgen Thomas
Egid Nachreiner • Peter Strobel
Verlag für faire Werbung, Winsener Straße 2, 21271 Hanstedt
E-Mail: [email protected]de
2.000 Exemplare
Peter Strobel Photodesign Köln
Die Ciimpulse erscheinen 4mal im Jahr und werden den Mitgliedern im Rahmen des Jahresbeitrages kostenlos zugesendet. Der Verkauf einzelner Exemplare ist nicht möglich.
Ihre Bilder und Manuskripte senden Sie bitte per E-Mail an: [email protected]
Redaktionsschluss für das Heft 4/2010 ist der 15. Oktober 2010.
Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion
wieder. Nicht immer wird es uns möglich sein, alle Einsendungen abzudrucken. Die Veröffentlichung eingesandter Artikel behält sich die Redaktion daher vor. Für eingesandte
Manuskripte oder Bildmaterial übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.
Die Autoren der Beiträge dieses Heftes erklären sich mit einer Veröffentlichung ihres
Artikels auf der Website der HCIG einverstanden. Für einen Widerspruch gegen die Veröffentlichung reicht ein entsprechender Vermerk schon bei der Einsendung des Beitrags.
1
Editorial
Liebe Leserinnen und Leser,
die Möglichkeiten der Versorgung hörgeschädigter
Menschen mit Hörsystemen sind vielfältig. Was
wann die optimale Wahl ist, kann ein Laie sicher
nicht entscheiden. Das Wissen und Halbwissen im
Internet kann bei der Wahl des bestmöglichen Hörsystems keine Richtschnur sein. Gut aufgehoben
sind Ratsuchende in HNO-Kliniken, die personell
und technisch die Möglichkeit haben, die Hörschädigung richtig zu diagnostizieren und die richtigen
Maßnahmen einzuleiten. Eine unverbindliche Voruntersuchung kann viele Fragen klären und auch
einen Eindruck vermitteln, ob man/frau sich mit
den Versorgungs- und Nachsorgemöglichkeiten
vor Ort gut aufgehoben fühlt. Der rapide technische
Fortschritt lässt den regelmäßigen Kontakt mit der
Klinik sinnvoll erscheinen, um sich über Neues zu
informieren.
In diesem Heft finden Sie einen Überblick über
die derzeitigen Möglichkeiten der Versorgung mit
Hörsystemen. Wenn Sie selbst – als CI-Träger – für
manche der vorgestellten Hörsysteme keine Verwendung haben, so gibt es doch sicher in Ihrem
Freundes- oder Bekanntenkreis Menschen, die von
diesen Informationen profitieren können. Geben
Sie das Heft weiter! Sie können möglicherweise
mithelfen, einen hörgeschädigten Menschen vom
„Es geht schon so…“ hinzuführen zum „Ich verstehe Sie gut!“
Auf den Artikel „Regenerative Therapie des Innenohres bzw. des auditorischen Systems“ möchte ich
besonders hinweisen. Frau Dr. Warnecke berichtet
hier über faszinierende Perspektiven für die zukünftige Behandlung hörgeschädigter Menschen.
Vielleicht ist ja Taubheit in Zukunft wirklich heilbar
und nicht nur durch eine Prothese behandelbar?
Wir Mitglieder der HCIG können durch unsere Unterstützung der Klinik und des Hörzentrums vielleicht einen kleinen Teil dazu beitragen, diesen
Traum wahr werden zu lassen – auch wenn dies
sicher noch geraume Zeit dauern wird!
Ganz herzlich bedanken möchte ich mich schließlich bei allen Mitgliedern für die Wiederwahl als
Vorstand für sozialrechtliche Belange. Ihr Vertrauen
motiviert mich, mich weiter mit dieser trockenen
Materie zu befassen und das Ganze mit gelegentlichen Glossen aufzulockern.
Egid Nachreiner
Was ist ein Cochlea-Implantat (CI)?
Advanced Bionics
Cochlear
MED-EL
Cochlea-Implantate sind künstliche Innenohren, mit denen
ertaubte und an Taubheit grenzend schwerhörige Menschen wieder ein Hörvermögen erlangen können.
Neurelec
möglichst früh erfolgen, idealer Weise bis zum Ende des
zweiten Lebensjahres.
Cochlea-Implantate wurden an der Medizinischen Hochschule Hannover im Jahre 1984 eingeführt. Durch kontinuierlichen Ausbau des Cochlear-Implant-Programmes ist die
HNO-Klinik der MHH heute das größte Cochlear-ImplantZentrum der Welt.
Cochlea-Implantate bestehen aus einem Stimulator, der in
einer Operation in Vollnarkose in das Innenohr implantiert
wird. Nach Abheilen der Operationswunde kann dieser
Stimulator von einem äußerlich getragenen, so genannten
»Sprachprozessor« angesteuert werden. Er gibt dann die
vom Sprachprozessor aufgenommenen Schalleindrücke
– codiert in elektrische Impulsfolgen – direkt an den Hörnerv weiter.
Die Sprachprozessoren gibt es bei den verschiedenen
Cochlea-Implantat-Firmen in mehreren Modellen. Die Abbildungen zeigen die aktuellen Ausführungen. Ein Hinterdem-Ohr-Prozessor (HdO-Prozessor) ist heutzutage der
Standard. Mittelfristig wird wohl ein vollimplantierbares CI
angestrebt.
Wichtig ist die Feststellung, dass fast alle ertaubten und
an Taubheit grenzend schwerhörigen Menschen von der
Cochlea-Implantat-Technologie profitieren. Der für die CIVersorgung wichtige Hörnerv ist in über 95% der Fälle ausreichend intakt. Häufig leben taube Menschen jahrelang
mit der Fehldiagnose »Hörnervenschaden«. Dies ist in der
Regel falsch; sogar bei Hirnhautentzündungen ist der Hörnerv praktisch immer unberührt. Schädigungsort ist meist
die Hörschnecke, was für die CI-Versorgung kein Hindernis
ist. Festgestellt werden kann dies allein durch eine fundierte Untersuchung an einem Cochlear-Implant-Zentrum.
Das Hörzentrum Hannover (HZH) ist angeschlossen an
die Medizinische Hochschule Hannover (MHH).
Bei erwachsenen Menschen kann man mit einiger Vergröberung annehmen, dass ca. 50% der Patienten mit CI wieder eine Telefonierfähigkeit erreichen. Bei Kurzzeitertaubten liegt dieser Prozentsatz noch beträchtlich höher. Für
nahezu alle Patienten gilt dagegen, dass sie in Verbindung
mit dem Absehen vom Mund zu einem deutlich verbesserten Sprachverstehen (mehr verstandene Wörter pro Sekunde) gelangen.
Bei Kindern sind die Erfolge durchschlagend in Bezug sowohl auf das Hörvermögen als auch bei der Erlangung der
Lautsprachkompetenz. Die Implantation sollte bei ihnen
Kontaktadresse:
Hörzentrum Hannover
CI-Sekretariat an der HNO-Klinik der MHH
Karl-Wiechert-Allee 3
30625 Hannover
Telefon: 0511/532-6603
Telefax: 0511/532-6833
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Professor Graeme Clark ist Gründer des Instituts für
HNO-Heilkunde an der Universität in Melbourne. Dank ihm
konnte bereits 1982 das erste mehrkanalige Cochlea-Implantat
angepasst werden. Seit 2002 werden in seinem Namen
jährlich weltweit studierende CI-Träger finanziell unterstützt,
die über einen Studienplatz an einer staatlich anerkannten
Universität oder Fachhochschule verfügen.
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Cochlear und das elliptische Logo sind Marken von Cochlear Limited. N34381F APR10
Fachbeitrag
Welches Hörsystem bei
welcher Hörminderung?
Übersicht über die Hörsystemversorgung im HörZentrum Hannover
Die apparative Behandlung von Schwerhörigkeiten besteht seit mehreren Jahren mittlerweile aus einer großen Bandbreite
von verschiedenen, sehr gut die Schwerhörigkeit kompensierenden Systemen. Diese Vielfalt bedeutet nicht nur, dass alle
Arten von Schwerhörigkeiten zu behandeln sind, sondern vor allem, dass die Betroffenen eine Wahl zwischen verschiedenen Therapieformen haben. Die folgende Zusammenstellung dient als Orientierungshilfe. In keinem Fall deckt sie die Möglichkeiten vollständig ab – aber sie ermöglicht eine erste Anregung, sich damit zu beschäftigen.
I Geringgradige Hochtonschwerhörigkeit
II Mittelgradige Schwerhörigkeit
Erste Einschränkungen im Sprachverstehen in geräuschvoller Umgebung, das Radio muss lauter gestellt werden
als bei normal Hörenden.
Erhebliche Einschränkung des Hörens auch in Ruhe, TVGerät und Radio müssen lauter gestellt werden, Gespräche
in Gruppen sind nur durch häufiges Nachfragen möglich
oder durch Vermeiden solcher Gespräche.
Therapie:
I.1 sog. offene Hörgeräteversorgung mit kleinen Hörschläuchen und nicht individuell aufwändig gefertigten sog. Otoplastiken, Hörgerät hängt hinter dem Ohr (HdO)
I.2 sog. RetroX-System mit Hörgerät in der Ohrmuschelfalte und Übertragung über eine kleines Metallröhrchen,
welches in den Beginn des Gehörgangs implantiert wurde
(nicht sichtbar)
I.3 sog. Gehörgangshörgeräte (IdO) sind von außen fast
nicht sichtbar, sie werden passgenau in den Gehörgang
angepasst
Therapie:
II.1 Hörgeräteversorgung mit Hörschläuchen und individuell
gefertigten sog. Otoplastiken, Hörgerät hängt hinter dem
Ohr (HdO), nur in manchen Fällen sind kleine Hörschläuche
möglich
II.2 aktive Mittelohrimplantate mit Tragen eines Audioprozessors hinter dem Ohr per Magnet über dem Hörimplantat unter der Haut
II.3 in ausgewählten Fällen Cochlea-Implantat
4
III Hochtontaubheit
Therapie:
III.1 CI und Hörgerät kombiniert
Kombinierte Therapie mit elektrischer Stimulation über ein
CI der hohen und mittleren Frequenzen und Hörgeräteversorgung auf der gleichen Seite, falls kein normales Tieftongehör mehr vorhanden ist.
In Ruhe ist auch Sprachverstehen mit teilweisem Blick auf
die Lippen gut möglich, bei geringer Geräuschbelastung
besteht eine Gehörlosigkeit für Töne und Sprache, mit Hörgeräteversorgung ist keine Besserung möglich
IV Schwerhörigkeit im Mittelohr
Schmerzen, zeitweise „laufende“ Ohren, Ohroperationen,
fortschreitende Schwerhörigkeit
Therapie:
IV.1 Ohroperation mit zusätzlicher konventioneller Hörgeräteversorgung
IV.2 Ohroperation mit aktivem implantierbaren Mittelohrimplantat
V Nervenschwerhörigkeit
Meist komplette Gehörlosigkeit oder wechselnde „Qualität“ des Hörens.
Therapie:
V.1 Hirnstammimplantat oder
V.2 Mittelhirnimplantat
5
I und IV Geringgradige Hochtonschwerhörigkeit
Beginnende Schwerhörigkeit
KIND Hörgeräte
Die ersten Zeichen einer beginnenden Schwerhörigkeit
zeigen sich in der Schwierigkeit, Unterhaltungen in geräuschvoller Umgebung zu verfolgen. Gespräche in Ruhe
und auch Gruppengespräche in bekanntem Personenkreis
sind gut möglich. Allerdings lässt das Verstehen bei zunehmender Dauer der Gespräche aufgrund der notwendigen
Konzentration nach. Auch wird es häufig schwierig, wenn
der Gesprächsinhalt oder das Beobachten der Gesichtsmimik während der Unterhaltung fehlt. Kleine Fehler im
Verstehen des Gesprächs fallen dem Betroffenen auf – den
Freunden meist nicht.
Eine solche geringe Schwerhörigkeit ist gekennzeichnet
durch ein gutes Tieftongehör und ein schlechtes Hochtongehör. Nur in seltenen Fällen sind alle Frequenzen gleichmäßig (pantonal) betroffen.
Bei der Therapie dieser sogenannten geringgradigen
Schwerhörigkeit ist eine Hörgeräteversorgung adäquat,
um bei geringer Verstärkung und hohem Tragekomfort eine
spürbare Erleichterung in geräuschvoller Umgebung zu er-
reichen. Die Neuentwicklung der letzten Jahre ermöglicht
es, dass ein Hinter-dem-Ohr-Hörgerät (HdO-Gerät) sehr
kleinen Formats mit einem sehr dünnen Hörschlauch, aber
ohne Otoplastik, und einem kleinen „Schirmchen“ eine
Kompensation erreicht. Kosmetisch günstig werden diese
kleinen technischen Wunder in unterschiedlichen Formen
und wahlweise auch Farben „verpackt“. Die Technik lässt
eine frequenzspezifische Verstärkung zu, so dass ein unangestrengtes Sprachverstehen in geräuschvoller Umgebung
erreicht wird. Die Passform und die geringe Größe des Hörgerätes erlauben ein unauffälliges Tragen.
Bei einer Hörminderung, die die tiefen Frequenzen nicht
betrifft, wären Hörgeräte mit Gehörgangsverschluss, wie
die In-dem-Ohr-Hörgeräte (IdO-Geräte) nicht sinnvoll – die
tiefen Töne müssten künstlich verstärkt werden. IdO-Hörgeräte sind gut geeignet für Patienten mit einer über alle
Frequenzen gleichmäßig verteilten Hörminderung. Ein Verschluss des Gehörgangs zieht keine akustischen Nachteile
nach sich und die Sichtbarkeit der Hörsysteme ist extrem
gering.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass bei geringgradiger / beginnender Schwerhörigkeit ein Hörsystem
akustisch sinnvoll ist. Es ist kosmetisch günstig und am Träger nahezu unauffällig .
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Autorin Prof. Dr. med. Anke Lesinski-Schiedat
Oberärztin HNO-Klinik & Hörzentrum Hannover
(Dir.: Prof. Dr. T. Lenarz) MHH
„Leserbriefe“
Gerne würden wir auch Ihren Leserbrief, Erlebnis- oder Erfahrungsbericht veröffentlichen.
Bitte schreiben Sie uns, wenn Sie Anregungen,
Erlebnisse, Fragen etc. rund ums das CI oder zu
unserer Zeitung haben.
Mehr auf der
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Ki J u -
Seite 42
Ihre Redaktion
6
Cochlea-Implantat?
Wir begleiten Ihren Weg zum Erfolg!
Schwerhörigkeit und Taubheit waren in der Vergangenheit Schicksalsschläge, denen Menschen hilflos ausgeliefert waren. Dank der modernen Wissenschaft kann heute eine hochgradige Hörschädigung
durch ein Cochlea-Implantat erfolgreich abgemildert werden und die
Betroffenen können ein erfülltes Leben führen.
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II und IV Mittelgradige Schwerhörigkeit
Aktive Mittelohrimplantate
Unter einem Mittelohrimplantat versteht man ein implantierbares Hörsystem, welches bei Innenohrschwerhörigkeit, kombinierter- oder Schallleitungsschwerhörigkeit
eingesetzt werden kann. Diese Hörsysteme eignen sich
besonders für Patienten, die aus medizinischen und audiologischen Gründen kein Hörgerät tragen können oder eine
Alternative zur Ihrem konventionellen Hörgerät suchen.
Folgende Gründe können die Implantation eines Mittelohrimplantats erfordern:
hörigkeit, Schallleitungs- und kombinierten Hörverlusten
• Diskretion: das Mittelohrimplantat wird durch die Haare
verdeckt
Mittelohrimplantate lassen sich in teil- und vollimplantierbare Hörsystem unterteilen. Je nach Art und Grad des Hörverlustes und der Wünsche des Patienten empfiehlt Prof.
Lenarz mit dem HZH-Audiologen individuell ein adäquates
Mittelohrimplantat.
• chronische Gehörgangsentzündung,
• Mittelohrentzündung, „laufende“ Ohren
• Gehörgangsfehlanlagen
• Allergien
• Zerumenüberproduktion
• schwitzende Haut
• Berufliche und psycho-soziale Indikationen
Das Vibrant® Soundbridge® von MED-EL
Das
teilimplantierbare,
aktive
Hörsystem Vibrant Soundbridge
(Abbildung 1) von
der Firma MED-EL
wird bei geringbis
mittelgradigen
Innenohr-,
Mittelohrund
kombinier ten
Schwerhörigkeiten eingesetzt.
Abbildung 1
Die Vorteile eines Mittelohrimplantates wurden in zahlreichen klinischen Studien belegt und mit unseren Erfahrungen im Hörzentrum in Hannover dokumentiert. Die resultierenden Vorteile für unsere Patienten umfassen:
• Der Gehörgang bleibt mit einem Mittelohrimplantat völlig
frei
• Ein Verschlussgefühl oder Reizungen des Gehörganges
werden vermieden
• Höchster Tragekomfort
• Natürliche Klangqualität von Sprache und Tönen ohne
Verzerrungen
• Verbesserte Leistung: Bietet eine große Hörverstärkung
ohne Okklusion des Gehörgangs und ohne Rückkopplungspfeifen. Besonders hilfreich ist dies für Patienten
mit einem Hörverlust im Hochtonbereich mit geringer
Hörminderung im Mittel- und Tieftonbereich
• Gegenüber konventionellen Hörgeräten bieten Mittelohrimplantate einen erweiterten Frequenzbereich bis 8
kHz
• Bessere Sprachergebnisse, besonders in geräuschvollen
Umgebungen
• Alternative bei medizinischen Indikationen: Die erste
wirkliche Alternative für Patienten mit einer Innenohrschwerhörigkeit sowie Schallleitungs- und kombinierten
Hörverlusten, die aus medizinischen Gründen, wie zum
Beispiel chronischen Gehörgangsentzündungen, „laufendes“ Ohr, kein Hörgerät tragen können
• Etabliertes chirurgisches Verfahren: Verwendet ein im
Bereich der Ohrenheilkunde übliches chirurgisches Verfahren
• Stabile Leistung: Langzeitergebnisse in klinischen Studien
zeigen, dass Mittelohrimplantate stabile Resultate hinsichtlich des Hörvermögens und des Sprachverstehens
aufweisen. Zahlreiche unabhängige Untersuchungen
und klinische Studien bestätigen die Mittelohrimplantate
als geeignete Behandlungstherapie bei Innenohrschwer-
Bei einer Innenohrschwerhörigkeit wird der durch das Vibrant Soundbridge verstärkte Schall auf den Amboss gegeben und versetzt so die Gehörknöchelchenkette auf
mechanische Weise in Schwingungen (Abbildung 2). Liegt
eine kombinierte oder Schallleitungsschwerhörigkeit vor,
so werden die vom Vibrant Soundbridge erzeugten mechanischen Schwingungen auf die Membran des Runden
Fensters oder einer geeigneten vibrierenden Struktur im
Mittelohr gegeben (Abbildung 3).
Das Vibrant Soundbridge besteht aus zwei Komponenten:
• dem Implantat
• dem äußerlich getragenen Audioprozessor
Abbildung 2
8
Abbildung 3
Audioprozessor
Signalverarbeitung. Das verarbeitete Signal wird an den
implantierten Teil des SIMOS übertragen. Der Button Audioprozessor wird individuell für jeden Patienten durch den
HZH-Audiologen angepasst.
Der äußere Teil des Vibrant Soundbridge ist der so genannte Audioprozessor (Abbildung 4). Dieser wird hinter dem
Ohr oberhalb der Ohrmuschel auf der Kopfhaut
platziert und magnetisch
gehalten.
MET™ Implantat
Der implantierte Teil
des SIMOS (Abbildung
8) besteht aus der
Empfängerspule, dem
Haltemagneten,
dem
Demodulator, dem Leistungskabel und dem Abbildung 8
elek tromagnetischen
Wandler (MET- Middle Ear Transducer). Der interne Empfänger liegt unter der Haut oberhalb der Ohrmuschel. Er
enthält eine Spule zum Empfang der Signale des Button
Audioprozessors. Das verstärkte Signal des Button Audioprozessors wird durch die Haut zum Implantat und über
das Leitungskabel zum Wandler weitergeleitet. Der direkt
mit dem Amboss verbundene Wandler bewirkt ein Vibrieren der Gehörknöchelchenkette. Durch diese Ankopplung
werden die verstärkten Informationen zum Innenohr, durch
die Hörschnecke zum Hörnerv übertragen.
Gehalten wird der Audio- Abbildung 4
prozessor über dem Implantat durch einen kleinen Magneten. Der Audioprozessor ist in vier Farben erhältlich (dunkelbraun, hellbraun,
sand, grau) und enthält das Mikrofon zur Schallaufnahme,
die Batterie (Standard Hörgerätebatterie), den Haltemagneten, die Sendespule zur transkutanen Signal- und Energieübertragung an das Implantat sowie die Elektronik zur
Signalverarbeitung. Der Audioprozessor wird individuell
für jeden Patienten durch den
HZH-Audiologen angepasst.
In Abbildung 5 trägt die Patientin den Audioprozessor in
dunkelbraun unauffällig unter
dem Haar. Der Gehörgang
bleibt bei einer Versorgung
mit dem Vibrant Soundbridge
Abbildung 5
System komplett frei.
Das vollimplantierbare Carina™
von OTOlogics™
Das SIMOS™ (Semi-Implantable Middle Ear
Ossicular Stimulator) von OTOlogics™
Das
vollimplantierbare
Hörsystem Carina (Abbildung 9) von der Firma
OTOlogics eignet sich für
mittel- bis hochgradige
Innenohr-, Mittelohr- und
kombinierten Schwerhörigkeiten.
Das Carina wird hinter
dem Ohr komplett unter
die Haut implantiert und Abbildung 9
ist somit von außen nicht
sichtbar. Um abhängig von der Art der Schwerhörigkeit die
optimale Schallankopplung des Carinas zu gewährleisten,
wird die Wandlerspitze mit verschiedenen vibrierenden
Strukturen im Mittelohr verbunden.
Das Carina besteht aus drei Komponenten:
• Implantat
• Ladesystem
• Fernbedienung
Das
teilimplantierbare
Hörsystem SIMOS (Abbildung 6) von der Firma
OTOlogics eignet sich
für mittel- bis hochgradige Schallempfindungsschwerhörigkeiten. Das
SIMOS besteht aus zwei
Komponenten:
• dem MET™ Implantat
• dem extern getragenen Abbildung 6
Button™ Audioprozessor
Button™ Audioprozessor
Der hinter dem Ohr getragene Button Audioprozessor (Abbildung 7) wird oberhalb der
Ohrmuschel am Kopf durch einen Magneten gehalten. Der
Button
Audioprozessor
ist
in vier Farben (beige, braun,
schwarz, grau) erhältlich. Er beinhaltet die Spule, das Mikrofon,
den Lautstärkesteller, die Batterie sowie die Elektronik zur Abbildung 7
Das Implantat
Das vollständig implantierbare Carina (Abbildung 10) besteht aus einem Mikrofonsystem, dem wiederaufladbaren
Akku, dem Schallprozessor, der Empfängerspule mit Magneten und der Zuleitung zum MET Wandler.
9
DACS
Mikrofon
Wiederaufladbarer Akku
Ein weiteres teilimplantierbares Hörsystem ist das DACS
(Direct Acoustical Cochlear Stimulation), welches sich zurzeit in der klinischen Erprobung befindet.
Das DACS eignet sich besonders gut für Patienten mit einer ausgeprägten, kombinierten Schwerhörigkeit, die beispielsweise durch Otosklerose und chronische Mittelohrentzündung entsteht. Das DACS arbeitet nach dem Prinzip
der direkten mechanischen Anregung der Hörschnecke,
wobei hier der verstärkte Schall über eine Stapesprothese
direkt in das Innenohres übertragen wird. Das DACS besteht aus einem Implantat und einem extern getragenen
Audioprozessor, der sich aus Mikrofon, Verstärker und Batterie zusammensetzt.
Wir konnten bereits Erfahrungen mit dem DASC-System an
unserer Klinik sammeln und können demnächst auch andere Produkte mit direkter Innenohrankopplung anbieten.
Digitaler Signal-Prozessor
IS-1 Konnektor
Zuleitung
Empfängerspule
Magnet
Wandler
Abbildung 10
Geräusche werden von einem empfindlichen Mikrofon erfasst und vom Schallprozessor verstärkt. Die Spitze des
Carina-Wandlers wird im Mittelohr plaziert.
Der Wandler wandelt die elektrischen Signale in eine mechanische Bewegung um, durch die die Gehörknöchelchen
direkt stimuliert werden. Auf diese Weise kann der Patient
die Geräusche wieder wahrnehmen. Der wideraufladbare
Akku kann eine Lebensdauer von circa 15 Jahren haben.
Operation
Eine Mittelohrimplantat-Operation findet in unserer HNO-Klinik stationär statt. Für den Aufenthalt sind drei bis fünf Tage
geplant.
Der Eingriff wird in Vollnarkose durchgeführt, um optimale
Bedingungen für eine Operation unter dem Mikroskop zu
haben.
Die Fernbedienung
Mit der Fernbedienung kann der Patient das Implantat einund ausschalten sowie die Lautstärke regeln. Dazu wird
die Fernbedienung einfach über dem Implantat an die Haut
gehalten.
Tabellarischer Überblick über die verschiedenen an der MHH verwendeten
aktiven Mittelohrimplantate
Hersteller
MED-EL
OTOlogics
OTOlogics
Hörsystem
Vibrant Soundbridge
Amadé
gering- bis mittelgradige
Innenohr-, Mittelohr- und
kombinierte
Schwerhörigkeiten
teilimplantierbar
digital
119 dB
250 – 8000 Hz
acht
sechzehn
ZL 675
SIMOS
Carina
mittel- bis hochgradige
Innenohr-, Mittelohr- und
kombinierte
Schwerhörigkeiten
teilimplantierbar
digital
118 dB
200 – 6250 Hz
zwei
zwölf
ZL 13
gering- bis mittelgradige
Innenohr-, Mittelohr- und
kombinierte
Schwerhörigkeiten
vollimplantierbar
digital
121 dB
200 – 6250 Hz
sieben
neun
Akku
Hörverlust
Trageform
Signalverarbeitung
Lautstärkemax.
Frequenzbereich
Kanäle
Aktive Bänder
Batterie
Internetadressen
Von allen genannten Herstellern, Kliniken usw. sind hier die jeweiligen Internetadressen aufgelistet.
Medizinische Hochschule Hannover
Herstellerfirmen
Medizinische Hochschule Hannover: www.mh-hannover.de
MED-EL:
www.vibrant-medel.com
HNO-Klinik der MHH:
www.mhh-hno.de
OTOlogics:
www.otologics.com
Hörzentrum Hannover:
www.hoerzentrum-hannover.de
Phonak Acoustic Implants : www.acousticimplants.com
Autor Thomas Giere/Anna-Lena Hinze
10
Erfahrungsbericht Frau M.
Erfahrungsbericht einer Patientin mit Mittelohrimplantat
Mit neun Jahren habe ich eine Querflöten-Ausbildung am
Konservatorium begonnen. Es folgten kurz darauf Tenorhorn und Posaune. Ich habe bei „Jugend musiziert“ einen
zweiten Platz belegt und mit 16 Jahren eine Dirigenten-Ausbildung mit dem Silberabzeichen erfolgreich abgeschlossen. Ein Leben ohne Musik ist für mich unmöglich.
Mit 18 Jahren, mit Beginn meiner Lehre, bekam ich die
ersten Hörgeräte. Damit war aber an Musik nicht zu denken. Ich habe mich dann solange ohne Hörgeräte und mit
schlechtem Hören durch mein Leben gearbeitet, bis es
nicht mehr ging. Ich musste meine eigene Kapelle und viele
andere Dinge aufgeben.
Durch eine medizinische Indikation bekam ich im Jahr 2002
endlich ein Mittelohrimplantat. Im Abstand von einem halben Jahr wurde auch am anderen Ohr implantiert, was mir
mein Leben aus früheren Tagen wieder ermöglichte. Ich
kann wieder gute Musik machen und bin sogar als stellvertretende Dirigentin in meinem Musikverein in Neuenkirchen tätig.
Frau M.
„Leserbriefe“
Durch einen Umzug kam ich 1997 als erste Posaunistin zum
Instrumental-Musikverein Neuenkirchen. Ein modernes
Blasorchester der gehobenen Klasse. Mein Gehör wurde
jedoch so schlecht, dass ich die Anweisungen und Erklärungen unseres Dirigenten nicht mehr verstehen konnte.
Wieder wurde ich mit herkömmlichen Hörgeräten versorgt.
Damit konnte ich tatsächlich vieles wieder hören, was mir
vorher unzugänglich war. Aber Musik machen, geschweige
denn als Dirigentin tätig zu sein, war völlig unmöglich.
Gerne würden wir auch Ihren Leserbrief, Erlebnis- oder Erfahrungsbericht veröffentlichen.
Bitte schreiben Sie uns, wenn Sie Anregungen,
Erlebnisse, Fragen etc. rund ums das CI oder zu
unserer Zeitung haben.
Ihre Redaktion
11
Bei Taubheit und hochgradiger Schwerhörigkeit
an Taubheit grenzend
Das Cochlea-Implantat (CI)
Das Cochlea-Implantat (Abb.1) ist eine Innenohrprothese,
die bei Taubheit und hochgradigen Schwerhörigkeiten bei
Erwachsenen und Kindern eingesetzt wird.
RADIOVERBINDUNG
MIKROFON
SPRACH-
EXTERNER
PROZESSOR
ENCODER
IMPLANTIERTER
EMPFÄNGER/
ELEKTRODE
STIMULATOR
werden in spezifische Signale umgeformt und dann an die
Elektrode gesandt. Abhängig von der Insertionstiefe der
Elektrode werden frequenzspezifisch die jeweiligen Bereiche in der Cochlea stimuliert (Abbildung 3).
Abbildung 1: Blockschaltbild eines Cochlea-Implantates (Lenarz
1998, S.71)
Das CI setzt sich aus einer internen und einer externen
Komponente (Abbildung 2) zusammen.
Die interne ist das Implantat, welches operativ hinter dem
Ohr im Felsenbein platziert wird und mit dem Elektrodenträger, der in die Cochlea (Hörschnecke) eingeführt wird.
Zu den externen Komponenten zählen die hinter dem Ohr
sitzende, von einem Magneten gehaltene Sendespule,
welche mit dem unter der Kopfhaut befindlichen Magneten des Implantates verbunden ist und dem so genannten
Sprachprozessor in Form eines Hinter-dem-Ohr-Gerätes.
Abbildung 2: Übersicht über ein CI-Systems
a: externe Komponente: HdO-Sprachprozessor Freedom;
b: interne Komponente: CI-Elektrode (eigene Abbildung)
Abbildung 3: Hörvorgang mit dem CI
1: der analoge Schalleindruck wird in ein digitales Signal umgewandelt;
2: das digitale Signal wird über die Sendespule induktiv an das
Implantat durch die Haut weitergeleitet;
3: je nach Schallsignal werden die entsprechenden Elektroden
stimuliert;
4: die Elektroden reizen dementsprechend den Hörnerv, der den
Schalleindruck an das Hirn weiterleitet. (Abbildung aus der Informationsbroschüre der Firma Cochlear Ltd.)
Genau wie beim Hörgerät nimmt das Mikrofon den Schall
aufauf und wandelt ihn in elektrische Signale um, die zum
Sprachprozessor weiter geleitet werden. Er wandelt sie
in weitere codierte Signale um. Diese Umwandlung basiert auf unterschiedlichen so genannten Sprachverarbeitungsstrategien. Der Sprachprozessor wurde zuvor individuell auf das Hörempfinden des Trägers eingestellt und
auf seinen Dynamikbereich abgestimmt. Die elektrischen
Impulse werden nun durch das Kabel an die Sendespule
weitergeleitet. Von dort wird das „Radiosignal“ (Funkwellen) drahtlos durch die Kopfhaut zur internen Komponente
des Cochlea-Implantates weitergeleitet. Hier werden die
Informationen empfangen und dekodiert. Diese Impulse
Oftmals haben Patienten eine schleichende (progrediente)
Schwerhörigkeit. Es werden zunächst die hohen Frequenzen nicht mehr gehört und somit wichtige Sprachanteile
nicht mehr richtig verstanden, dann sind tieffrequente Bereiche betroffen. Das Hörgerät ist ein Verstärker, der noch
vorhandene Haarsinneszellen im Innenohr erreichen und
stimulieren kann. Viele Patienten haben keinen Nutzen
mehr von den Hörgeräten und einen hohen Leidensdruck,
da sie ihre Mitmenschen nicht mehr verstehen und sich
somit aus der Gesellschaft immer mehr zurückziehen. Die
Elektroden des CIs sollen die Haarsinneszellen ersetzen, so
dass der gesamte Sprachbereich wieder abgedeckt wird
und der Patient Klänge, Geräusche wahrnehmen und auch
12
wieder Sprache verstehen kann. Das Sprachverstehen basiert auf elektrischer Stimulation. Bei einer beidseitigen
hochgradigen Schwerhörigkeit oder Taubheit werden heutzutage gleich zwei Implantate implantiert.
Andere Patienten haben auf der einen Seite ein CI und
auf der gegenüberliegenden (kontralateralen) Seite noch
ein Restgehör, welches noch mit einem Hörgerät versorgt
werden kann. Diese Versorgungsform ist die so genannte bimodale Versorgung. Auf der einen Seite (CI-Seite) ist
das Ohr elektrisch stimuliert und auf der Hörgeräte-Seite
akustisch. Der Patient muss eine Synergie der beiden unterschiedlichen Höreindrücke herstellen, die ihm jedoch
zu nutzen kommt. Das akustische Hören, insbesondere
wissenschaftlich erwiesen der Tieftonbereich, kann dem
Patient einen besseren Musikhörgenuss bieten sowie die
Stimmenerkennung von Männer- und Frauenstimmen sowie die Prosodie. Das CI gibt die Schärfe des Sprachverstehens. Viele haben einen deutlichen Zugewinn mit der
Hinzunahme des Hörgerätes. Den größten Zugewinn kann
man bei einem tonalen Restgehör im Tieftonbereich (250
Hz bis 500 Hz) zwischen 40dB und 80dB erzielen, jedoch
soll jeder Patient individuell mit seinen Wünschen in der jeweiligen Lebenssituation gesehen werden. Im Prozess der
lebenslangen CI-Nachsorge soll das Sprachverstehen des
Patienten immer wieder kontrolliert werden.
Wir suchen: Ihre Kunst
Die CI-Station (Station 46) der HNO-Klinik der MHH wird
umgebaut. Patientenzimmer und Badezimmer werden
erneuert; für die CI-Patienten wird es einen eigenen
Aufenthaltsbereich geben. Auch die Wände erhalten
einen neuen und farbenfrohen Anstrich. Jetzt fehlt nur
noch die Dekoration – und die darf von den CI-Patienten und -Patientinnen kommen.
Daher unser Aufruf: Sie zeichnen, malen, aquarellieren,
schwelgen in Formen, Farben und Fantasien? Dann
stellen Sie doch Ihre Werke bei uns aus! In unserer
neuen Wechselausstellung zeigen wir die Kreativität
unserer Patienten für unsere Patienten. Seien Sie dabei und bereichern Sie unsere Aktion. Formate können
von A 5 bis A 2 reichen.
Bitte schicken Sie Ihre Bilder an das
Hörzentrum Hannover
Stichwort „Kunst am Bau“
Karl-Wiechert-Allee 3
30625 Hannover
Autorin Stephanie Rühl
13
III Hochtontaubheit
Wenn herkömmliche Hörsysteme
nicht mehr ausreichen
Die Kombination aus akustisch-elektrischer Stimulation
bei Resthörigkeit mit Cochlea-Implantaten
Mark A. Schüßler1, Henrike Schultrich1, Katrin Fürsen1
1
HZH HNO-Klinik, MHH, Deutschland, (Direktor: Prof. Prof.
h. c. Dr. med. Th. Lenarz)
der Hörschnecke statt. Sind die Haarzellen für die hohen
Frequenzen bei einem Hochton-Hörverlust beschädigt, können diese nicht mehr reagieren und somit keine Hörwahrnehmung im Gehirn erzeugen. Es können also nur noch die
tiefen Frequenzen vom Gehirn verarbeitet werden.
Sind Sie nach jahrelangem Tragen ihres Hörgerätes oder
ihrer Hörgeräte an die Grenzen ihrer Versorgung gestoßen? Hat sich ihr Hören im Laufe der Zeit vielleicht soweit
verändert, dass Sie den Eindruck haben, noch ganz gut zu
hören, aber in vielen Situationen nicht mehr ausreichend
zu verstehen?
Für ein ausgewogenes Hörvermögen sind aber tiefe wie auch
hohe Töne wichtig. Tiefe Frequenzen übertragen die Vokale
der Wörter, spiegeln aber auch die Grundfrequenz der Stimme, die Stimmlage sowie die Sprachmelodie wieder.
Auf Grund des immer voran schreitenden technologischen
Fortschrittes können heutzutage auch Patienten mit einer
vorhandenen Resthörigkeit mit einem Cochlea-Implantat
versorgt werden.
Die hohen Frequenzen enthalten zum Beispiel die Zischlaute
und einige Konsonanten. Wenn Sie nun ihr Hörvermögen im
Hochtonbereich verlieren, können Sie einzelne Worte nicht
mehr voneinander abgrenzen. Sie hören zwar, aber Verstehen nicht mehr, da gewisse Elemente der Sprache fehlen.
Es ergeben sich Probleme in Situationen mit Hintergrundgeräuschen oder wenn viele Personen gleichzeitig sprechen.
Auch das Verstehen eines Sprechers, der sich in einer größeren Entfernung befindet, wird deutlich schwieriger.
Besonders Patienten mit einem stabilen geringen bis moderaten Restgehör in den tiefen Frequenzen (bis 500 Hz)
und einem schweren bis an Taubheit grenzendem Hörverlust im Hochtonbereich (Abb. 1, Abb. 2) können von den
neuen technologischen Möglichkeiten im CI-Bereich profitieren, wenn sie mit konventionellen Hörsystemen kein
ausreichendes Hörvermögen mehr erreichen.
Mit Hilfe der Wiederherstellung des Hörvermögens im
Hochtonbereich über ein CI können diese Beeinträchtigungen begrenzt werden. Zusätzlich können Sie Nutzen aus
Ihrem noch guten Restgehör im Tieftonbereich ziehen und
von der elektrisch-akustischen Stimulation profitieren.
Den Hörprozess im Innenohr können Sie sich so vorstellen, dass Schall ins Innenohr eindringt und die Haarzellen
in Schwingung versetzt werden. Dadurch wird ein Signal
an das Gehirn weitergeleitet und es werden Höreindrücke
wahrgenommen. Am Ende der Hörschnecke – also tief im
Innenohr – werden die Haarzellen für tiefe Töne stimuliert.
Die Stimulation der hohen Töne findet hingegen am Anfang
Abb. 1: audiometrischer Indikationsbereich der Fa. CochlearTM,
dunkelgrau: Standartbereich für die HybridTM-Versorgung, hellgrau: erweiterter Indikationsbereich
Abb. 2: audiometrischer Indikationsbereich der Fa. Med-El
14
Sprachprozessor und
akustische Komponente
An der MHH werden zwei unterschiedliche Systeme der
elektrisch-akustischen Stimulation implantiert: das Nucleus® HybridTM-System der Fa. CochlearTM und das EASTMSystem der Fa. Med-El.
Die Abb. 5 und 6 zeigen die Sprachprozessoren der Fa.
CochlearTM (FreedomTM HybridTM-Sprachprozessor) und der
Fa. Med-El (DUET 2 Sprachprozessor).
In den Abbildungen (Abb. 1, Abb. 2 auf Seite 14) können Sie
erkennen, ob bei Ihrem Hörverlust eine elektrisch-akustische Versorgung möglich ist.
Die Sprachprozessoren beider Hersteller werden hinter
dem Ohr getragen und stimulieren elektrisch den Hochtonbereich des Innenohres. Zusätzlich werden die tiefen Frequenzen über eine akustische Komponente auf demselben
Ohr angeboten. Dies wird bei den beiden Herstellern unterschiedlich realisiert:
Mit Hilfe des CochlearTM Hybrid- SystemsTM und des EASSystemsTM der Fa. Med-El wird das noch vorhandene Restgehör der tiefen Frequenzen genutzt und mit der elektrischen Stimulation des Hochtonbereiches über ein CI
kombiniert.
Der FreedomTM HybridTM-Sprachprozessor der Fa. CochlearTM ist eine Einheit, welche sich aus der akustischen und
aus der elektrischen Komponente zusammensetzt. Die
akustische und die elektrische Komponente sind intern aufeinander abgestimmt und werden über eine gemeinsame
Software für jeden Patienten und dessen Hörverlust individuell eingestellt. Die Signalverarbeitung beider Komponenten des FreedomTM HybridTM-Sprachprozessors ist digital.
Der akustische Teil funktioniert wie ein Lautsprecher und
stimuliert den Tieftonbereich des Innenohres akustisch,
wie Sie es von herkömmlichen Hörsystemen kennen. Der
elektrische Teil stimuliert direkt die Hörnerven über das
Implantat. Die Batterieversorgung erfolgt entweder über
ein wiederaufladbares System (Akku) oder über ein Batteriefach, das zwei oder drei Zink-Luft-Batterien enthält.
Beide Systeme bestehen aus einem Implantat und einem
externen Sprachprozessor.
Implantat
Das Implantat wird mit Hilfe eines chirurgischen Eingriffes
unter die Haut in die Hörschnecke implantiert.
Die HybridLTM-Elektrode des Nucleus® HybridL24TMImplantates der Fa. CochlearTM (Abb. 3) verfügt genauso
wie die herkömmliche Elektrode über 22 Elektrodenkontakte, ist aber mit 16 mm kürzer und filigraner.
Bei der Flex 20 -Elektrode (Abb. 4) von Med-El wurden sowohl
die Länge als auch der Durchmesser reduziert. Auf dem 20
mm langen Elektrodenträger sind 12 elektrische Kontakte
angeordnet – wie auch bei der Standard-Elektrode.
In den DUET 2 Sprachprozessor (Abb. 6) von Med-El ist zusätzlich zur Verarbeitung des CIs ein Hörgerät integriert,
so dass nur ein Gerät am Ohr getragen wird. Das Hörgerät übernimmt die Reizung des Tieftonbereiches. Die Töne
werden über einen Schallschlauch und ein Ohrpassstück
an das Ohr abgegeben. Die akustische Komponente kann
sowohl manuell über vier Regler als auch über die Software, mit der das CI angepasst wird, programmiert werden.
Die Bedienung des Sprachprozessors, z. B. für die Lautstärkeveränderung oder den Programmwechsel, erfolgt
über eine Fernbedienung. Der DUET 2 wird mit drei Batte-
Durch diese speziellen Elektrodeneigenschaften kann mit
beiden Systemen das tieffrequente Restgehör erhalten
werden.
TM
Abbildung 3 HybridL -Elektrode
Abbildung 4 SONATATI100 und FLEXEAS Elektrode
Abbildung 5 FreedomTM
HybridTM Sprachprozessor
15
Cocktail-Party-Effekt
Durch die akustische Versorgung des Gehörs wird ein feinstrukturiertes Wahrnehmen des Grundtones eines Sprechers möglich. Dadurch kann eine bekannte Stimme besser
aus dem Stimmengewirr heraus erkannt werden.
Bessere räumliche Wahrnehmung
und Orientierung im Raum
Die Patienten berichten über eine Verbesserung der räumlichen Wahrnehmung sowie über eine verbesserte akustische Orientierung im Raum, wenn eine zusätzliche akustische Stimulation zum CI stattfindet.
Geräuschquellen können leichter
differenziert werden
TM
Abbildung 6 DUET 2 EAS Sprachprozessor
Verschiedene Tests zeigen, dass Geräuschquellen besser
auseinandergehalten werden können, wenn eine zusätzliche akustische Stimulation zum CI erfolgt.
rien betrieben, die sowohl das Cochlea-Implantat als auch
das Hörgerät mit Energie versorgen. Im Vergleich zu einem
konventionellen CI wird der Energieverbrauch durch das
Hörgerät bei beiden Systemen nicht merkbar erhöht.
Verbessertes Musikempfinden
Einige Patienten berichten, dass die Freude an der Musik
wieder ein Bestandteil ihres Lebens geworden ist. Sie können dabei Töne besser voneinander unterscheiden. Sogar
das Erkennen von Instrumenten fällt ihnen leichter.
Hörbare Vorteile der elektrischakustischen Stimulation:
Verbessertes Sprachverstehen in
ruhiger und geräuschvoller Umgebung
Aufgrund der besseren Frequenzauflösung bietet die Kombination aus elektrischem und akustischem Hören viele
Vorteile. Bei der elektrischen Stimulation über ein CI werden einzelne Frequenzen in Frequenzbänder zusammengefasst, wodurch eine relativ grobe Frequenzauflösung
entsteht. Eine akustische Stimulation für die erhaltenen
Haarsinneszellen hingegen bietet zusätzlich eine feinere
Frequenzauflösung im Tieftonbereich.
Die Patienten berichten über ein verbessertes Sprachverstehen in Ruhe, im Störschall und auch bei größerer Entfernung. Die Ergebnisse einer internationalen Studie (Abb. 7)
der Fa. CochlearTM zeigen, dass das Sprachverstehen bei
Hintergrundgeräuschen durch das Hybrid-SystemTM sich
schon nach sechs Monaten enorm verbessert hat, verglichen mit dem alleinigen Gebrauch eines Hörgerätes.
Klangqualität
In Patienten-Berichten und klinischen Untersuchungen
konnten einige entscheidende Vorteile festgestellt werden:
Patienten berichten, dass sich die Klangqualität wesentlich
verbessert hat.
Bei einer Veränderung Ihres Hörverlustes oder einer starken Verschlechterung Ihres Restgehörs können beide Systeme problemlos angepasst
werden. Die Einstellung des Systems
kann dann so verändert werden,
dass auch der volle Frequenzbereich
(Tiefton- sowie auch Hochtonbereich)
komplett über das CI übertragen wird
und man alle Frequenzen über das
CI wahrnehmen kann. Dieses flexible
Vorgehen ermöglicht eine Erhaltung
des Sprachverstehens bei Hörveränderungen, ohne dass ein operativer
Eingriff notwendig ist.
Abbildung 7
16
Erfahrungsbericht Margret Janssen
Mein Leben und Hören mit Hybrid
Seit Anfang 2009 trage ich auf der linken Seite das CochlearHybrid-System und seit Anfang 2010 auf der anderen Seite
ein normales Cochlea-Implantat (CI) der Fa. Cochlear.
Im Alter von zweieinhalb Jahren erkrankte ich an einer
Hirnhautentzündung. Damals gab es noch nicht so viele
Möglichkeiten wie heute. Meine Eltern gingen mit mir zu
verschiedenen HNO-Ärzten, welche immer wieder Hörtests und andere audiologische Untersuchungen mit mir
durchführten. In der Schule musste ich immer vorne sitzen,
damit ich die Lehrer verstehen konnte. 1978 bin ich aus beruflichen Gründen von Ostfriesland nach Bad Nenndorf gezogen. Dort habe ich als Schwesternhelferin in einem Krankenhaus gearbeitet. Auf der Station war ein HNO-Arzt (Dr.
Ebert), welcher mir den Rat gab, mich doch einmal in seiner
Praxis untersuchen zu lassen. Diesen Rat habe ich dann
auch angenommen. So bekam ich dann in den 80er Jahren mein erstes Hörgerät. Als dies nicht mehr ausreichte,
habe ich mich an die Medizinische Hochschule Hannover
(MHH) gewendet. Nach einiger Zeit war es schließlich so
weit, und ich erhielt im Sommer 2005 einen Termin zur Voruntersuchung. Per Post erhielt ich dann die Entscheidung:
Bei mir sollte eine Hybrid-Operation durchgeführt werden.
Ich wusste aber zu diesem Zeitpunkt noch zu wenig über
die Hybrid-Versorgung. Deshalb ging ich bis 2008 immer
wieder zur Kontrolle in die MHH. Eine Ärztin nahm sich die
Zeit und erklärte mir das „Hybrid-CI“ genau. Danach habe
ich mich für diese Operation entschieden.
Margret Janssen
Im Januar 2009 wurde die Operation durchgeführt und im
Februar 2009 erfolgte die Erstanpassung des CIs. Das Hören mit dem CI habe ich zuerst als ungewohnt und zu laut
empfunden. Es brauchte Zeit, sich daran zu gewöhnen,
und das Hören wurde immer besser. Im Mai 2009 kam das
Hörgerät zusätzlich zum CI auf dem implantierten Ohr hinzu. Dann wurde das Hören noch besser. Mit der Zeit lernte
ich immer mehr neue Geräusche kennen und hören wie z.
B. „Vogelzwitschern“. Hier musste ich zuerst meine Familie
fragen, was das überhaupt für ein Geräusch war. Personen,
welche mich zuvor nur mit Hörgerät gekannt hatten und
mich nach der Hybrid-Operation wieder getroffen haben,
sagten mir, dass ich vorher viel lauter gesprochen hätte
und dies jetzt nicht mehr so sei.
Tag der offenen Tür im HZH
28. August 2010, 12 bis 18 Uhr
Hörtests, Infos der Selbsthilfegruppen, Vorträge, tanzende Haarzellen, Gewinnspiel, Märchenland für Kinder, Sinneswerkstatt, Buttonmaschine, und, und, und... Wir freuen uns auf
zahlreiche Besucher
HNO-Klinik der MHH und Hörzentrum Hannover, Karl-Wiechert-Allee 3, 30625 Hannover
Das Hören ist nach der Hybrid-Implantation für mich viel
besser geworden. Was momentan noch nicht so gut funktioniert, ist das Verstehen beim Auto fahren und in Situationen, wo durch mehrere Personen zu viel durcheinander
geredet wird. Wenn ich aber mit meinem Hund auf dem
Hundeplatz bin, klappt das Hören schon ganz gut. Ich bereue nicht, diesen Schritt gemacht zu haben.
Margret Janssen
(Text & Foto)
17
V Nervenschwerhörigkeit
ABI und AMI – Hirnstammund Mittelhirnimplantat
Von zentral-auditorischen Implantaten
wie dem ABI (Auditory Brainstem Implant) oder dem AMI
(Auditory
Midbrain
Implant) profitieren
Patienten, deren Hörnerv nicht intakt ist
und auch Patienten,
deren Cochlea so
stark verknöchert ist,
dass kein CochleaImplantat (CI) mehr
implantiert werden
kann. In der Vergangenheit wurden vor
allem NF2-Patienten
( Neurofibromatose
Typ 2) mit diesen Implantaten versorgt,
seit einiger Zeit aber auch Menningitis-Patienten mit stark
fortgeschrittenen Verknöcherungen der Cochlea sowie
Kinder mit nicht angelegten Hörnerven. Diese zentral-auditorischen Implantate wurden an der HNO-Klinik der MHH
mit entwickelt und weltweit erstmals implantiert. Sie stellen für diese Patientengruppe die einzige Möglichkeit dar,
das Hören wiederherzustellen.
fache Töne und Tonfolgen, wie sie aus der Cochlea an den
Nerven geleitet werden, reichen nicht aus. Da die Elektrode
im Bereich der neuralen, anders systematisch aufgebauten
Hörbahn reizt, ist die Versorgung komplexer.
Etwa zehn Prozent der ABI-Patienten können nach einer
Eingewöhnungsphase wieder einfache Telefongespräche
führen, die anderen Patienten werden durch das Lippenbild im hörenden Sprachverstehen unterstützt.
Beim ABI erfolgt die elektrische Stimulation durch einen flächig gearbeiteten Elektrodenträger mit bis zu 21 Kontakten,
der direkt auf den Nucleus Cochlearis aufgelegt wird. Die
anderen Komponenten des Implantats sowie der außen getragene Sprachprozessor sind direkt vom CI übernommen.
Das Implantat wird häufig im Rahmen einer Tumorentfernung eingesetzt, es kann jedoch auch in einer separaten
Operation eingesetzt werden. Da die Stimulation durch das
ABI an einem zentraleren Punkt der Hörbahn erfolgt als die
Stimulation durch das CI, ist die Reizung komplizierter. Ein-
Der relative Erfolg des ABI, besonders bei Patienten mit NF2,
ist zum Teil erklärbar mit der Kompression des Hirnstamms
durch den Tumor. Daher wurde in einer Zusammenarbeit
mit dem Implantathersteller Cochlear Limited ein Implantat
zur Stimulation des im Mittelhirn gelegenen Colliculus Inferior entwickelt. Dieser ist durch die Grunderkrankung nicht
beeinträchtigt. Die ersten Ergebnisse mit diesem Auditory
Midbrain Implant (AMI) stimmen optimistisch.
Bisher wurden an der HNO-Klinik der MHH (in Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus Nordstadt in Hannover und
Prof. Dr. Majid Samii vom INI Hannover) 39 Patienten mit einem ABI und fünf Patienten mit einem AMI versorgt. Unter
den 39 ABI-Patienten befinden sich vier Erwachsene, die
nach einer Meningitis nicht rechtzeitig mit einem CI versorgt wurden und nun nur noch mit Hilfe des ABI hören
können. Außerdem wurden vier Kinder mit einem ABI versorgt, deren Cochlea oder Hörnerv nicht angelegt wurde.
Das jüngste ABI-Kind ist zweieinhalb Jahre alt und macht
erfreuliche Fortschritte.
„Leserbriefe“
Gerne würden wir auch Ihren Leserbrief, Erlebnis- oder Erfahrungsbericht veröffentlichen.
Bitte schreiben Sie uns, wenn Sie Anregungen,
Erlebnisse, Fragen etc. rund ums das CI oder zu
unserer Zeitung haben.
Ihre Redaktion
Autor Gert Joseph
18
Erfahrungsbericht Ragna Sprigade
Hirnstamm-Implantat - Meine Erfahrungen mit
dem Hören vor und nach dem Erhalt eines ABI
Ich möchte mit der Geschichte meines zweiten Lebens beginnen, das ganz anders ist als das erste. Es begann, als
ich 53 Jahre alt war und mich physisch und psychisch auf
dem Höhepunkt fühlte. Ich erkrankte an Meningitis; beide
Innenohren waren lahm gelegt - sowohl die Schnecke als
auch das Labyrinth. Die Meningitis ließ mich aber immerhin
am Leben und verschonte mein Gehirn. Innerhalb von vier
Tagen war ich taub und hatte auch kein Gleichgewichtsempfinden mehr. Als die Entzündung des Innenohrs (erst)
nach einem halben Jahr abklang, war die Verknöcherung
der Schnecke schon sehr weit fortgeschritten.
gen, weil ich in einer zwanglosen geselligen Runde keine
Chance zum Verstehen hatte. Ich konnte nur ab und zu mit
jeweils einem Kollegen/einer Kollegin essen oder Kaffee
trinken gehen.
Meine Taubheit ließ mich auch in gefährliche Situationen
geraten; beispielsweise gab es bei uns im Gebäude Feueralarm, von dem ich nichts mitbekam. Es dachte auch keiner
der Kollegen daran, mich zu verständigen. Meine Studentin wollte gerade das Gebäude betreten, als die Kollegen
schon draußen waren. Sie vermisste mich unter ihnen und
durchschaute die Situation sofort. Über einen Schleichweg
erreichte sie mein Zimmer und verständigte mich. Zum
Glück war nichts passiert; das Feuer in der oberen Etage
war unter Kontrolle. Erst nach diesem Vorfall wurde ein
Feuermelder mit Lichtsignal in meinem Zimmer installiert,
der aber meist ohne besonderen Grund losging und mich
beim Arbeiten störte.
Trotz nicht eindeutiger Befunde bezüglich der Hörnerven wurde mir an der Charité (Berlin) rechts ein CochleaImplantat eingepflanzt, so gut es eben bei dem Zustand
der Schnecke möglich war. Leider war es kein Erfolg – ich
konnte nicht wirklich hören, nahm nur eine Vibration wahr,
die mein Gehirn in Dröhnen übersetzte, für alle Geräusche
gleich. Lang – kurz, stark – schwach, das war alles, was mich
aus der akustischen Außenwelt erreichte; das war aber immerhin schon mehr als vorher. Mir half, dass ich sehr guten Einzelunterricht im Absehen erhielt, so dass die direkte
mündliche Verständigung nicht unmöglich, wenn auch sehr
anstrengend war. Mit meinen Töchtern wurde auch das Fingeralphabet genutzt, das beide schnell erlernten.
Fachliche Beratung ist unverzichtbar
Auf beharrliches Anraten einer CI-Patientin entschied ich
mich für eine Reha in Bad Berleburg. Dort schöpfte ich
Hoffnung auf ein CI mit parallel array (anderer Zugang für
eine zweite Elektrode wg. Verknöcherung durch Meningitis) für das linke Ohr.
Als Ertaubte unter Normalhörenden
Zu diesem Zweck wandte ich mich der MHH zu, wo mir
auch Hoffnung gemacht und ein Termin für die OP vereinbart wurde. Zum Glück war Professor Lenarz, der mich operieren wollte, misstrauisch gegenüber den Befunden und
bestand auf einem Test direkt vor der OP. Dieser fiel negativ
aus. Es wurde ein PET-Scan veranlasst, der zweifelsfrei ergab, dass beide Hörnerven nicht funktionsfähig waren. Ein
zweites CI hätte also auch keinen Erfolg gehabt. Im gleichen Zug wurde mir aber das ABI angeboten. Meine erste
Reaktion war Entsetzen und Furcht. Ich war doch froh, dass
mein Gehirn bei der Meningitis verschont geblieben war und nun ein Eingriff direkt am Gehirn! Aber ich studierte die
Berichte im Internet und ließ mich noch einmal eingehend
in Hannover beraten. Frau Dr. Lesinski-Schiedat (damals
noch keine Professorin) machte mir - wirklich sehr geduldig - die Chancen klar und bot mir sogar an, Fragen auch
am Wochenende noch zu beantworten. Auf der Heimfahrt
hatte ich dann den Beschluss gefasst, es zu wagen. Ich
wusste: Der Zeitpunkt (61 Jahre) war noch günstig für mich,
es war ein erfahrenes, ausgezeichnetes Team und es war
die letzte Chance für mich, überhaupt noch etwas hören
zu können. Mir wurden keine großen Erfolge prophezeit,
aber allein das Wahrnehmen von Geräuschen und die Unterstützung des Absehens würden für mich einen enormen
Gewinn darstellen. Mir wurde auch mitgeteilt, dass ich die
erste Patientin mit ABI in Deutschland sein würde, die vorher keine Neurofibromatose 2 hatte.
Ansonsten wurde schriftlich kommuniziert. Bis zu meinem Ruhestand 2005 habe ich 39 Jahre lang an der Humboldt-Universität zu Berlin Englischkurse für Studenten aller Fachrichtungen gegeben; glücklicherweise hatte mich
schon vor der Ertaubung auf das Akademische Schreiben
spezialisiert. Die Arbeit nahm ich eineinhalb Jahre nach der
Erkrankung und gleich nach einer Reha in Rendsburg wieder auf. An der Arbeitsstelle hatte ich eine ausgezeichnete
studentische Hilfskraft als Arbeitsassistentin, die in Sitzungen für mich mitschrieb. In Diskussionen hatte ich es sehr
schwer, weil es so schnell ging. Ich bin zwar ein schneller
Leser, war aber trotzdem im Hintertreffen, wenn ich etwas
beisteuern wollte, weil die Kollegen dann oft schon bei
einem anderen Thema waren. Dazu kam, dass sie immer
wieder vergaßen, dass ich ertaubt war, weil sie mich ja von
vorher als gut hörend kannten. Im Unterricht (Englisches
Akademisches Schreiben) übernahm meine Assistentin
den direkten Kontakt mit den Studenten, falls etwas nicht
funktionierte. Bei mir hätte es zu lange gedauert (Zeit wäre
dem Unterricht verloren gegangen). Der eigentliche Unterricht, bei dem wir zur Verständigung ein Konferenzprogramm nutzten, fand im Computerpool statt; die Arbeiten
der Studenten und meine Kommentare dazu wurden über
E-Mail verschickt.
Natürlich gab es keine geselligen Kontakte mit den Kolle-
19
Nebenwirkungen nach der OP
Am Tag vor der OP wurde noch einmal eine MRT-Untersuchung durchgeführt, für die der Magnet des CIs kurzzeitig
entfernt wurde. Dann erfolgte die OP, die zwischen acht
und zehn Stunden dauerte, weil der technische Aufbau
und das ständige Überprüfen sehr viel Zeit kosteten. Ich
kam auf der Intensivstation zu mir. Da ich aus den Informationen im Internet wusste, dass mit unangenehmen, aber
vorübergehenden Nebenwirkungen zu rechnen war, wunderte ich mich nicht, dass die Welt auf dem Kopf stand,
doppelt erschien und sich leise hin- und herwiegte. Angeblich ist das auf die Reizung von Seh- und Gleichgewichtszentrum beim Durchführen der Elektroden vom Labyrinth
zum Hörkern zurückzuführen. - Die Welt stand einige Stunden später wieder auf den Füßen, das Doppeltsehen hielt
noch etwa 14 Tage an, das Schwanken, das eine ständige leichte Übelkeit verursachte, etwa auch so lange; ein
Flimmern an der Peripherie beim Augendrehen blieb noch
einige Wochen.
Ragna Sprigade
Vor der Entlassung durfte ich noch die vier Probetöne hören, die ersten wirklichen akustischen Signale seit meiner
Erkrankung vor sieben Jahren. Die Einheilung dauerte rund
zwei Monate. Dann kamen die Ersteinstellung und die klinische Reha in Hannover. Bei der Ersteinstellung - und auch
später, wenn Elektroden überprüft werden - muss ein Venenzugang gelegt werden und ein Arzt anwesend sein, falls
es irgendwelche gefährlichen Auswirkungen gibt. Bei mir
mussten einige Elektroden abgeschaltet werden, weil das
Augenflimmern stärker wurde oder unbestimmte Angstgefühle auftraten. Ich fand es sehr schwer, die Tonhöhen der
einzelnen Elektroden einzuordnen, weil die Töne von unterschiedlicher Qualität waren – die meisten zirpten, aber
einige quakten.
Ich konnte sogar beim Telefontraining die Antwort auf Entscheidungsfragen (Ist die Hose rot oder blau?) verstehen.
Zu Hause hatte ich dann einmal in der Woche Hörtraining in
der Logopädie-Schule, das mir sehr weiterhalf.
Erste Höreindrücke, Sprache und Stimme
Den Vorschlag, es bei einer Einstellung mal mit einem Text
zu versuchen, mochte ich nicht ernst nehmen. Es ging aber
tatsächlich gar nicht so schlecht und wurde von Einstellung
zu Einstellung besser. Beim Hörtraining gelang es mir sogar, das Thema und den roten Faden eines kurzen Textes
zu erfassen, und bei den immer noch nötigen Nachfragen
klärte sich dann der Rest.
Ich konnte mich auch am Telefon mit einer bekannten Person mit viel Nachfragen verständigen und verstand Sprecher im Fernsehen, falls ihr Gesicht zu sehen war, teilweise
ganz gut, sogar ohne Untertitel. Aus dem Off verstand ich
einzelne Brocken.
Es wurde zusehends leichter, sich mit einer Person in ruhiger Umgebung zu unterhalten; die Unterstützung des Absehens trat wirklich ein. Wir mussten immer weniger aufschreiben, und es war längst nicht mehr so anstrengend
wie vorher. Das galt für Zuhause wie auch für die Arbeit.
In Sitzungen und im Unterricht brauchte ich aber nach wie
vor einen Assistenten.
Texte verstehen
Das erste Hören war sehr merkwürdig, Autos zirpten, Menschen trillerten, dazu kam ein grunzender Tinnitus nach
dem Getriller. Aber ich konnte genau hören, wenn eine
Mitpatientin den Reißverschluss ihrer Tasche öffnete und
schloss. Ich hörte etwas im Fahrstuhl, das wohl die Ansage war und das ich bei meinen vorherigen Aufenthalten in
Hannover gar nicht hatte feststellen können. Auf der Rückfahrt im Auto konnte ich den Blinker-Ton hören und auch
den Navigator, ohne ihn allerdings zu verstehen. Das war
schon sehr beeindruckend für mich. Zu Hause tickte unser
Hund, statt zu bellen. Aber ich konnte schon die Klingel hören, was eine enorme Erleichterung für mich war; vorher
musste ich die Tür im Auge behalten, wenn jemand sich
angesagt hatte.
Prozessorwechsel
Als mein Sprachprozessor (Esprit) kaputt ging, bekam ich
einen neuen des gleichen Typs. Der klang aber anders. Das
warf mich etwa um ein halbes Jahr zurück, was sehr frustrierend war. Ich stieg dann auf den Typ Freedom um, weil
mir der Klang weicher und musikalischer erschien. Allerdings klang auch alles verschwommener.
Aus Erfahrung wusste ich, dass es eine ganze Weile dauern
würde, bis ich mich an ihn gewöhnt hätte. Und wirklich: es
Nach etwa drei Monaten begann Sprache nach Sprache
zu klingen, aber Stimme nicht nach Stimme – es war alles
flach und heiser. Bei der Reha in Berleburg konnte ich dieses Mal wirklich am Hörtraining teilnehmen. Das Mal davor
war es lediglich eine Übung im Absehen. Ich schwamm
in der schwächeren Gruppe mit und schlug mich wacker.
20
Voraussage: Unterstützung des Absehens
Stand: Trifft voll und ganz zu. In ruhiger Umgebung und bei
Personen mit gutem Mundbild und klarer Aussprache sind
Nachfragen nur noch selten nötig. Aufschreiben ist passé, außer bei einigen Personen und Fremdsprachen. Bei
einem Vortrag ohne Mitschrift konnte ich ca. 80 Prozent
verstehen, weil ich nahe am Sprecher saß; es war aber äußerst anstrengend. Im Hörtest ist das Textverständnis mit
Absehen und Hören so gut wie bei Guthörenden. Ich kann
auch vorgelesene Texte (auch auf Englisch) gut mitlesen.
Beim Fernsehen fällt mir auf, welche Unterschiede es zwischen gesprochener Sprache und Untertiteln gibt, und ich
verstehe die Unterschiede. Ich brauche aber natürlich nach
wie vor Untertitel.
dauerte etwa zwei Jahre, bis ich das Gefühl hatte, wieder
etwa so weit zu sein, wie mit dem Esprit. Dafür aber war
das Musikhören erleichtert; das war der große Gewinn. Es
klingt natürlich nicht so wie früher. Ich kann auch keine
neue Melodie erkennen; mir bekannte nur, wenn sie wirklich einfach sind, wie beispielsweise Kinderlieder. Ich höre
aber zumindest einen vibrierenden Ton, nicht wie beim Esprit kurze, abgehackte Töne, wenn ein Sänger einen langen Ton singt. Und die Stimmung des Stücks erreicht mich
– getragen, feierlich, übermütig, graziös etc. Es ist (noch?)
kein wirklicher Genuss; eher eine intellektuelle Übung und
Analyse. Es ist zumindest angenehm und kein lästiges Geräusch mehr wie beim Esprit.
Zusammenfassend: Voraussage
und heutiger Stand
Musik: Dies ist ein angenehmes Extra, das durch eine Voraussage nicht erfasst wurde.
Voraussage: Geräuschwahrnehmung und Erkennung
Stand: Wahrnehmung, wenn nicht zu weit entfernt, ca.
100%; Erkennung weniger gut; Autos, Flugzeuge, Klingel,
Telefon, Hundebellen oder Stimmen (auch von Vögeln)
usw. sind zu erkennen; jedoch keine Erkennung individueller Stimmen (auch der Unterschied zwischen männlichen
und weiblichen Stimmen ist schwer zu erkennen). Natürlich
ist kein Richtungshören möglich. Allerdings würde ich nun
auf keinen Fall den Feueralarm überhören.
Insgesamt bin ich sehr dankbar, dass mir die Möglichkeit
gegeben wurde, diesen Schritt zu wagen, der mir - bei allen noch vorhandenen Einschränkungen - eine ganz neue
Lebensqualität ermöglicht. Allerdings weiß ich, dass meine
Hörerfolge mit dem ABI leider nicht typisch sind, sondern
eine große Ausnahme darstellen.
Ragna Sprigade
CHT!!N!
U
B
E
G
S
U
A Jetzt schon
mal Hvormerken!
∙ Vorankündigung ∙ Jetzt schon mal vormerken! ∙ Vorankündigung
E UNTE
INFOS SIE
ITERE
WENachdem
wir am 06.03.2010 so erfolgreich mit der Firma MED-EL und am 05.06.2010 mit der Firma Cochlear ein Seminar durchführten, ist jetzt für den 11.09.2010 ein Seminar mit der Firma Advanced Bionics vorgesehen.
Technisches Anwenderseminar
für CI-Träger mit einem System
von Advanced Bionics
am 11.09.2010
Im HZH wollen wir die sehr guten räumlichen und technischen Möglichkeiten nutzen, um Zusatztechnik für das CI
vorzustellen und praktisch auszuprobieren. Folgende Stationen sind beabsichtigt:
1) Zusatzausrüstung und Anschlussmöglichkeiten für mein AB-CI 4) Telefonieren über Skype
5) Fernsehen und Musik / Hörbücher
2) Telefonieren mit Handy
6) FM-Anlagen
3) Telefonieren im Festnetz
Außerdem gibt es einen Informationsstand der Firma Humantechnik mit u. a. Lichtwecker, Türklingel, Feuermelder
etc. und das Angebot der Firma Kind in ihren Räumen. Wir stellen einige Möglichkeiten vor, wie Sie im Alltag besser
zurechtkommen können. Falls Sie bereits eine gute technische Lösung für das eine oder andere Hörproblem gefunden haben, möchten wir Sie einladen, Ihr Gerät (Telefon, Handy…) mitzubringen und vorzustellen.
Bitte bringen Sie in jedem Fall Ihr Audiokabel mit und überprüfen Sie, ob die T-Spule an Ihrem Prozessor aktiviert ist.
Weitere Informationen dazu werden wir auf unserer Homepage www.hcig.de veröffentlichen.
Bitte melden Sie sich für die Folgeseminare (alle Hersteller) bei Herrn Klokemann zum Eintrag in die
Vomerkliste an. Sie werden dann direkt infomiert, wenn das nächste Seminar stattfindet.
Ingo Klokemann, Hörzentrum Hannover, Karl-Wiechert-Allee 3, 30625 Hannover
Tel.: 0511/532-6802, Fax: 0511/532-6833, E-Mail: [email protected]
21
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…bei Frau Prof. Dr. Lesinski-Schiedat im Hörzentrum Hannover
Was sollte ein Ratsuchender machen, der gerne
wissen möchte, welches Hörsystem für ihn infrage
kommt?
Am besten wäre es, wenn sich ein Ratsuchender mit der
Kopie einer Hörprüfung im Hörzentrum per E-Mail oder per
Fax/Post meldet. Anhand der Hörprüfung können wir entscheiden oder empfehlen, ob sofort eine zwei- bis dreitägige Voruntersuchung sinnvoll ist oder ob wir noch weit von
einer elektrischen Hörprothese (z. B. dem CI) entfernt sind.
Im zweiten Fall wäre dann eine sehr ausführliche ambulante Vorstellung zu planen.
Bei der Möglichkeit der Planung wird dem Patienten mindestens eine zusätzliche Anreise erspart, da bereits beim
Erstkontakt sehr viel Wissen von und um den Patienten erarbeitet werden kann, um schon eine sehr klare Empfehlung
auszusprechen - auch nach einem ambulanten Besuch.
produktiv entlastetet werden und zu ihrem Ziel kommen,
nämlich einem besseren Hören und Verstehen.
Nachgefragt
Bei der stationären Voruntersuchung wird ein so
genannter „Promotoriumstest“ gemacht. Dieser
Test wird nicht überall durchgeführt oder in einem
anderen Verfahren. Verursacht der Test Schmerzen
und warum ist er in dieser Form so wichtig?
Wir haben seit vielen Jahren sehr große Erfahrung auf diesem Gebiet. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, dies zu
erläutern (in aller Kürze):
1. Der Promontoriumstest ist kein einzelner Test, sondern
er besteht aus zwei Teilen. Beide Teile benutzen eine (!)
Elektrode, die durch das Trommelfell einmal (!) gestochen
wird. Natürlich in örtlicher Betäubung.
2. Der erste Teil beinhaltet die Electrocochleographie
(ECochG). Nach akustischer Stimulation wird über die Elektrode die Restfunktion der Hörschnecke gemessen, indem
der ausgelöste Strom der Haarzellen gemessen wird. Es ist
das einzige Verfahren, welches beispielsweise bei Kindern,
sofern OAE (otoakustische Emissionen, eine Messmethode für die Haarzellen) nicht mehr registrierbar sind, eine
hochgradige cochleäre Störung diagnostizieren kann. Alle
Untersuchungen, bei denen sie nicht gemacht wird, können NIE zwischen cochlärer und/oder neuraler Schwerhörigkeit unterscheiden und gehen bei jedem Patienten das
Risiko ein, eine neurale Schwerhörigkeit zu übersehen, die
nach der Hörschnecke entsteht und entsprechend therapiert werden muss.
Das halte ich für ein großes Risiko und möglicherweise
dann auch für einen Diagnostikfehler.
3. Der zweite Teil beinhaltet die direkte künstliche elektrische Stimulation der Hörnerven (Promontoriumstest) über
die gleiche Elektrode. Sie wird nun elektrisch gereizt. Hier
muss der Patient mitarbeiten können, indem er ansagt,
ob er etwas hört, was er hört und ob er etwas spürt. Dies
Muss dazu etwas mitgebracht werden?
Bei gesetzlich Krankenversicherten wird ein Überweisungsschein (mit Kennzeichnung „E“ - wie ermächtigt)
benötigt. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen. Sofern frühere Untersuchungsergebnisse vorliegen, können sie mitgebracht werden. Es werden aber alle
notwendigen Untersuchungen aktuell in der Klinik durchgeführt, um auch auf Grundlage dieser umfassenden aktuellen Ergebnisse Auskünfte erteilen zu können.
Muss der Haus-HNO-Arzt eine solche Überweisung
ausstellen oder kann es da Schwierigkeiten geben?
Was soll als Grund für die Untersuchung angegeben
werden?
Ein Arzt hat keine Möglichkeit, eine Überweisung zu verweigern. Ein einfaches Argument überzeugt jeden Facharzt:
Das HZH möchte kein Konkurrent für den HNO-Facharzt
sein, sondern ein Assistent. Alle Patienten werden weiter
Ihren Facharzt brauchen - aber wir können helfen, dass alle
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Seite 42
22
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Nachgefragt / Erfahrungsbericht Stephan Geißler
sorgungsvertrag für ihre Versicherten in Deutschland mit
entsprechenden Kliniken ausgehandelt.
Nachgefragt
ist nur Menschen möglich, die in einer solchen Situation
mitarbeiten können, also Erwachsenen oder Jugendlichen
und jenen, die schon einmal gehört haben. Den Test mit
Gehörgangselektrode anzubieten, halten wir für falsch. Dabei wird nämlich die Elektrode in den äußeren Gehörgang
gelegt, und somit spürt der Patient mit Sicherheit zuerst
den Strom, bevor er etwas hört. In einer wissenschaftlichen Arbeit haben wir beide Test durchgeführt und mussten feststellen, dass mehr als zwei Drittel der Patienten zunächst mit der Gehörgangselektrode etwas im Gehörgang
gespürt haben und keinen Höreindruck angeben konnten
- auch nicht, nachdem der Strom erhöht wurde. Bei den
gleichen Patienten war dies im Nadeltest nicht der Fall.
Wenn eine solche oder ähnliche Untersuchung
schon einmal gemacht wurde, ist es empfehlenswert, diese zu wiederholen?
Die technische Entwicklung schreitet sehr schnell fort und
es gibt auch immer wieder neue Untersuchungs- und Therapiemöglichkeiten. Man sollte sich nochmals zu einem
Arztgespräch anmelden, dann kann entschieden werden,
ob weitere Untersuchungen empfehlenswert sind.
Anmerkung der Redaktion
Anliegen mit unserem Schwerpunktthema „Hörsysteme“
ist es, allen von einer Hörminderung Betroffenen aufzuzeigen, dass es nicht nur eine Hilfsmöglichkeit gibt, sondern
mehrere. Damit auch, Mut zu machen, sich gründlich untersuchen zu lassen.
Für diese Thematik und Zielsetzung haben sich aufgrund
unserer ausdrücklichen Bitte die Autoren bereit erklärt, einen Beitrag für die „CI-Impulse“ zu schreiben. Wir hatten
darum gebeten, dass keine umfassende wissenschaftliche
Darstellung erfolgt, sondern eine Kurzfassung, aus der erkennbar wird, dass es diese Möglichkeiten gibt. Weitergehende Informationen sind dann auch z.B. in den Kliniken
direkt abrufbar.
Verpflichtet diese Voruntersuchung zu irgendetwas, z. B. einer Operation?
Nein, sie verpflichtet zu nichts. Der Patient kann die Ergebnisse in Ruhe zuhause für sich selber verarbeiten und mit
Personen seines Vertrauens (z. B. dem Haus-HNO-Arzt)
besprechen. Zu einer weitergehenden Therapie kann er
sich dann wieder anmelden.
Ist es für die anschließende Nachsorge oder akute Behandlung wichtig, dass die Klinik wohnortnah liegt?
Nein, die Komplikationen und somit die akuten Behandlungen wie auch der Bedarf, etwas Spezifisches zu unternehmen, sind so selten, dass die Wohnortnähe nahezu
überhaupt keine Rolle spielt. Vielmehr ist es von großer Bedeutung, dass Erfahrung und Qualität des Personals breit
angelegt sind. Dies haben die führenden Krankenkassen in
Deutschland auch erkannt. Sie haben einen speziellen Ver-
Wir danken allen Autoren/Autorinnen sehr herzlich für ihre
Mitwirkung!
Die Redaktion
Erfahrungen mit unterschiedlichen Hörhilfen
Mit 40 Jahren bekam ich mein erstes Hörgerät für das rechte Ohr. Aus optischen Gründen entschied ich mich für ein
„Im-Ohr-Gerät“. Schon zwei bis drei Jahre später benötigte
ich auch eine Hörhilfe für das linke Ohr. Die Hörschwäche
setzte sich kontinuierlich auf beiden Seiten weiter fort. Aus
den „Im-Ohr-Geräten“ wurden bald „Hinter-dem-Ohr-Geräte“, weil größere Verstärkung notwendig wurde. Durch das
Tragen von Hörgeräten mit verschiedener Verstärkung kam
es dazu, dass ich mich zum Beispiel beim Singen nur mit
dem linken beziehungsweise rechten Ohr in
verschiedenen Tonlagen
hörte.
Die Geräte damals waren
noch reine Breitbandverstärker. Allerdings wurde
auch mit diesen Geräten
schon versucht, die Frequenzbereiche anzuheben, die das Gehör mehr
oder weniger schwach
wahrnahm. In meinem Stephan Geißler
Lebenskreis kam ich gut damit zurecht. Als Liebhaber klassischer Musik hatte ich immer den Eindruck eines natürlichen Musikhörens. Für den Tennissport braucht man die
Verständigung über akustische Signale vom Gegenspieler.
Hiermit hatte ich zu diesem Zeitpunkt wenige Probleme.
Ebenfalls problemlos war das Telefonieren, vorausgesetzt,
ich hielt den Lautsprecher des Telefonhörers direkt ans Mikrofon des Hörgerätes.
Stärkere Hörhilfen wurden
zunehmend erforderlich
Mit fortschreitender Schwerhörigkeit wurden die Hörhilfen
immer stärker. Gleichzeitig machte die Technik enorme
Fortschritte. Mit den digitalen Geräten kam ich gut zurecht.
Selektive Gespräche waren problemlos. Allerdings mied
ich zunehmend gesellschaftliche Veranstaltungen mit hohem Geräuschpegel. Im weiteren Verlauf der Schwerhörigkeit bekam ich dann auch zunehmend Probleme in Besprechungen mit mehreren Teilnehmern. Die Teilnehmer zum
Beispiel saßen zu weit von mir weg beziehungsweise sprachen zu leise. Nun half ein externes Mikrophon von Pho-
24
nak weiter. Mit dem „Handy-Mic“ kam ich dann sowohl im
Beruf als auch im Privatleben sehr gut über die Runden. Mit
dem Handy-Mic konnte ich mich auch direkt an das Fernsehgerät oder an HiFi-Geräte anschalten und damit in normaler Lautstärke Fernsehsendungen etc. verfolgen. Zum
Telefonieren stellte mir mein Arbeitgeber eine drahtlose
Kopfgarnitur zur Verfügung, wie diese auch Telefonistinnen
benutzen. Damit kam ich beim Telefonieren gut zurecht.
dass ich plötzlich nicht mehr nachfragte „Wie bitte, was
hast du gesagt?“ Offensichtlich war mein Hören nur mit
dem Sprachprozessor inzwischen besser als zuletzt in der
Kombination mit dem Hörgerät. Mit dem Sprachprozessor
wird dem Träger Hören in hoher Kultur angeboten. Sprachfrequenzen und auch andere normale Umweltgeräusche
werden klar und charakteristisch wiedergegeben.
Zurzeit bin ich in der Phase des Lernens, die Signale des
neu implantierten CI zu verarbeiten. Viel zu schnell hatte
ich mich auf die bilaterale Versorgung konzentriert und
musste feststellen, dass ich in den vier Wochen der beidseitigen Versorgung keine Fortschritte mehr im Hören mit
dem neu implantierten CI gemacht hatte. Deshalb trage ich
momentan nur noch diesen neuen Sprachprozessor. Verstehen kann ich eigentlich alles. Die Sprachen allerdings
klingen noch unnatürlich hoch. Das anfänglich begleitende Rauschen ist verschwunden. Der Tinnitus hat sich auch
wieder beruhigt und ist wieder wie gewohnt mal da oder
auch nicht. Vögel und sonstige Umweltgeräusche hören
sich inzwischen einigermaßen „normal“ an.
Ich glaube - und da bin ich sehr zuversichtlich - dass mich
„Hören vom Feinsten“ erwartet.
Mit CI und Hörgerät zurück in
die Welt des Hörens
2005 bekam ich dann rechts ein CI. Die Zeit bis zur Erstanpassung des Prozessors konnte ich gut mit dem Handy-Mic
und dem Hörgerät links überbrücken. Nach einigen Monaten wurde mein Ohr mit dem neuen Sprachprozessor zum
dominanten Ohr. Zunächst war ich über Geräusche überrascht, die ich nicht mehr kannte (z. B. Kochen von Wasser). Aber ich kam wieder in die Welt des Hörens zurück.
Nach einigen Änderungen bei den ersten Nachsorgen war
mein Hören „perfekt“, nachdem ich auch das Hörgerät links
durch ein moderneres und stärkeres ersetzt hatte. Klare
Verständigung und vor allem die Charakteristik der einzelnen Stimmen waren für mich wieder absolut zu hören. Man
konnte mir wieder etwas zurufen und ich verstand es. Der
Versuch, wieder ins Konzert zu gehen, wurde zum Erfolg.
Ich stellte aber fest, dass Musik mit dem Sprachprozessor
sehr „flach“ klang. In der Kombination beider Geräte, in der
Lautstärkeeinstellung 3/4 Hörgerät und 1/4 Sprachprozessor, war ich dann vom Konzert begeistert.
Stephan Geißler
(Text & Foto)
News
Advanced Bionics
teilt mit:
Weg vom Handy-Mic
C1-Harmony für ALLE: Nach der erfolgreichen Einführung des C1-Harmony für Kunden mit der CIS-Strategie,
ist es nun auch für Kunden mit der SAS-Strategie möglich,
auf das neue HdO-System zu wechseln. Erste Anpassungen von SAS-Kunden zeigen dabei hervorragende Ergebnisse. Falls Sie an einem Prozessorwechsel interessiert
sind, wenden Sie sich bitte ab Anfang September an
Frau Sabina Bednarz unter [email protected]
de oder Tel. 0511/5700882, bzw. Telefax 0511/5700883.“
Der Prozess der Hörschwäche auch auf dem linken Ohr
setzte sich fort. Zuletzt konnte ich mich allein nur mit dem
Hörgerät im linken Ohr nicht mehr verständigen. Damit hatte ich nur noch in Verbindung mit dem Sprachprozessor den
Eindruck des räumlichen Hörens. Das Hören mit dem Prozessor im Alltag funktionierte gut. Auf die Handhabung des
Handy-Mic konnte ich weitestgehend verzichten. Wegen
der umständlichen Anschaltung an den Sprachprozessor
und der Handhabung – man muss das Handy-Mic jedem
Gesprächsteilnehmer Richtung Mund halten – benutzte ich
es nur noch bei Versammlungen und Tagungen.
Zum Telefonieren gebrauchte ich einen Telefon-Adapter,
den ich direkt an den Prozessor „anstöpseln“ konnte. Bei
einer weiteren Nachsorge lies ich mir ein abgedämpftes
Programm auf einen Programmplatz des Prozessors aufspielen, um auch in lauter Umgebung direkten Gesprächen
einigermaßen folgen zu können.
„ClearVoice – Hören im Störlärm leicht gemacht!
Seit einigen Monaten ist es in der MHH möglich, dass
Kunden mit einem Harmony-Prozessor bei Nutzung der
Sprachverarbeitungsstrategie HiRes120 den zusätzlichen Modus ClearVoice aktivieren lassen. ClearVoice
bietet dabei die Möglichkeit, in geräuschvoller Umgebung einen Sprecher wesentlich leichter zu verstehen.
Dabei werden durch ClearVoice die Umgebungsgeräusche systematisch analysiert und aus dem Nutzsignal
heraus gerechnet. Wer mehr über ClearVoice erfahren
möchte, wendet sich bitte an die Mitarbeiter des ABShops im HZH, die Mitarbeitern der MHH, besucht die
(bisher noch) englischsprachige Website: http://www.
advancedbionics.com/CMS/uk/ClearVoice.aspx
oder
liest den Artikel von Frau Urban aus Ciimpulse 2/2010.
Hören „in hoher Kultur“ mit
Sprachprozessor
Im April 2010 bekam ich das zweite CI. Nun war ich bis zur
Erstanpassung des zweiten Sprachprozessors darauf angewiesen, ausschließlich mit dem „alten“ Sprachprozessor
rechts zu hören. Ich selbst habe es nicht bemerkt, aber
meine Umgebung hatte es als bemerkenswert empfunden,
25
Erfahrungsbericht Jutta Thiele
Ich kann wieder hören!
Vor einigen Jahren erhielt ich die Diagnose eines HNO-Arztes: „An Taubheit grenzend.“ – Können Sie sich vorstellen,
wie verzweifelt ich war?
Ein glücklicher Zufall brachte mich in die MHH, wo ich etliche Tests und Voruntersuchungen durchlaufen musste.
Die Operation überstand ich schmerzfrei. Ich hatte keinerlei Erwartung, als der erste Tag der fünftägigen Anpassung
mit einigen technischen Einstellungen am Computer begann und ich anschließend mit meinem ersehnten Cochlea-Implantat zum Hörtraining gebracht wurde.
Der Hörpädagoge hatte eine CD aufgelegt. Die Frage, ob
ich etwas hörte, musste ich verneinen. Ich war ein wenig
geschockt, aber er machte mir Mut. Wir übten mit Worten
und Sätzen. Auch das fand ich nicht sehr ermutigend. Am
zweiten und dritten Tag hörte ich allmählich die Stimme auf
der CD, konnte aber die Worte nicht richtig verstehen. Mein
Eindruck war zunächst: Bei mir funktioniert nicht alles so,
wie es soll – auch wenn mir geduldig erklärt wurde, dass
mein Hörnerv erst aus dem Tiefschlaf erweckt werden
müsste und die Lautstärke erst nach und nach gesteigert
werden könnte.
Gleichwohl spazierte ich von Anfang an auf dem Klinikgelände umher und konnte dabei immer mehr Geräusche
auffangen, die ich größtenteils zuordnen konnte. Es war
einfach herrlich! Menschen zuzuhören ließ bei mir den
Eindruck aufkommen: „Das Hören klappt ja schon richtig
gut“. Ich war sprachlos und dankbar. Den vierten Tag des
Hörtrainings werde ich in meinem Leben nie vergessen.
Plötzlich hörte ich die Stimme meines Pädagogen, der mir
gegenüber saß, d i r e k t in meinem Ohr beziehungsweise
Cochlea-Implantat.
Jutta Thiele
konnte. Können Sie sich das schöne Gefühl vorstellen,
plötzlich sogar hinter sich eine Stimme zu hören und auch
noch zu verstehen? Das ist überwältigend!
Meine Enkelkinder konnte ich im Laufe der Zeit immer besser verstehen. Und mein Musikgehör versetzt mich immer
mehr in Erstaunen. Ich genieße die Musik. – Beim Telefonieren mache ich es mir ein wenig zu einfach. Ich telefoniere
mit dem schlechten Ohr, das Ohr ohne Implantat. Ich stelle dann das Telefon auf Mithören (Lautsprecher), sodass
mein Implantat-Ohr mit hören kann. Und schon habe ich
keinerlei Schwierigkeiten mehr und höre alles. Ich gebe zu,
es ist reichlich bequem.
Da machte es Klick: Ich hatte begriffen, was für ein Wunderwerk der Technik ich mein Eigen nennen durfte. – Meine
Begeisterung und Dankbarkeit steigern sich zunehmend,
wenn ich an die Fortschritte denke, die ich auf dem Wege
des neuen Hörens machen durfte.
Ich hörte plötzlich Vögel singen, Frösche quaken, Gläser
klingen, das Telefon klingeln, die Blätter in den Bäumen rascheln wie auch die Schritte auf dem Asphalt. Ich hörte
den Menschen zu und konnte immer mehr verstehen, was
ich vorher nie hören konnte. Ich habe so viele herrliche Erlebnisse gehabt; mein Kopf ist randvoll von ihnen.
Ich habe nie erwartet, solche Ergebnisse zu erzielen bzw.,
dass aus der Technik soviel Potenzial heraus zu holen wäre.
Ich nehme heute an Gruppengesprächen teil, treffe mich
mit Menschen in Lokalitäten – trotz der Geräusche – und
bin dankbar für mein neues Leben.
Dieses winzige Gerät, so groß wie ein Zwei-Euro-Stück, hat
mein Gehör gerettet und mir ein ganz normales Leben ermöglicht. Es ist wie ein Wunder der Technik.
Kurz danach saß ich bei einer Geburtstagsfeier mit sieben
Leuten an einem Tisch und konnte an dem Gespräch teilnehmen und alles verstehen. Oder in der Kirchengemeinde,
mein Platz war in der letzten Reihe, dort waren die Kopfhörer installiert. Alles staunte, als ich ganz selbstbewusst
in der vierten oder fünften Reihe saß und alles verstehen
Jutta Thiele (Text & Foto)
Scheteligstraße 23
23570 Lübeck-Travemünde
26
Fachbeitrag
Warum CI nicht „überall“
operieren lassen?
Allgemein gilt für operative Maßnahmen dasselbe wie für
handwerkliche Tätigkeiten: Wer eine Sache besonders oft
macht, der wird sie – angemessene Geschicklichkeit vorausgesetzt – mit der Zeit auch besonders gut machen.
Operieren kann man nicht aus Büchern lernen, man lernt
es durch häufige Durchführung. Es ist auch auf keinen
Fall so, dass „ein guter Operateur“ „alles“ gut operieren
kann. Das gibt es nur im Fernsehen. Auch ein sehr erfahrener Chirurg wird neue Eingriffe erst einstudieren
müssen. Beispielsweise trainieren wir an der MHH-HNO
neue Implantationstechniken mit neuen Implantaten
grundsätzlich zunächst und sehr viel am anatomischen
Präparat.
Cochlea-Implantat-Operationen wiederum sind (noch) keine Alltags-Operationen – anders als etwa Mandeloperationen, die seit Jahren und mehrfach in jeder Stadt in Deutschland durchgeführt werden. Es gibt mehr Menschen, die an
einer Mandelentzündung erkranken als Menschen, die
gehörlos sind. Außerdem wird bei einer CI-Versorgung ein
medizinisches Produkt verwendet, welches auch „gehandhabt“ werden muss.
Komplikation, die schleichend auftritt, aber sicher einen
bleibenden Nervenschaden hinterlassen würde.
Die erschreckende Tatsache, dass es sogar heute vereinzelt HNO-Ärzte gibt, die diese Implantate noch gar nicht
richtig „wahrgenommen“ haben, illustriert diese „Seltenheit“ deutlich. Das bedeutet zumindest derzeit, dass angesichts sehr vieler vorhandener Implantationskliniken in
Deutschland in den kleineren Zentren die wünschenswerte
operative Erfahrung sich nicht sammeln kann. Cochlea-Implantat-Operationen sind nicht einfach „Mastoidektomien“
oder „eine andere Mittelohroperation“. Viele taube Ohren
weisen zum Beispiel Innenohrmissbildungen auf, die besondere Erfahrung mit diesem „Gerät“ wünschenswert
machen. Auch der eigentliche Zugang zur Hörschnecke,
die sogenannte posteriore Tympanotomie, bringt eine nicht
unerhebliche Gefährdung des Gesichtsnerven mit sich, die
nur in erfahrenen Händen minimiert werden kann. Alleine
eine große Patientenzahl kann zu dieser Erfahrung führen,
denn eine solche posteriore Tympanotomie wird eben fast
nur bei CI-Operationen durchgeführt.
Zusammenfassend ist deshalb derzeit zu wünschen, dass
sich die CI-Implantationen in Chirurgenhänden konzentrieren, die diesen Eingriff häufig durchgeführt haben UND
durchführen und die die Gesamtverantwortung auch dauerhaft tragen wollen und können. Deshalb ist zu fordern,
dass der Operateur über eine Infrastruktur verfügt, die eine
angemessene Anpassung/Rehabilitation und eine ebensolche Nachsorge ganzjährig und dauerhaft garantiert.
Typischerweise wird das alles nur an großen Zentren der
Fall sein.
Und schließlich: Eine angemessene Rehabilitation und kontinuierliche Nachsorge lässt sich derzeit wirtschaftlich nur
an größeren Zentren gewährleisten. Das mag sich in Zukunft, mit der weiteren Verbreitung der Implantate, ändern.
Derzeit machen wir aber die Erfahrung, dass es Kliniken
gibt, die ihren CI-Patienten nur eine minimale Rehabilitation anbieten, die bei weitem das Potential der Implantate
nicht ausschöpft. Das bedeutet, dass die Patienten zwar
besser hören als mit den Hörgeräten – aber eben deutlich
schlechter als sie eigentlich mit CI VERSTEHEN könnten!
Genauso beobachten wir, dass die meisten niedergelassenen Kollegen (verständlicherweise) bei Problemen im
Zusammenhang mit dem Implantat nicht ausreichend sicher sind in ihren diagnostischen und therapeutischen Entscheidungen. Hier stehen wir mit unserer ganzjährigen und
dauerhaften Bereitschaft gern immer zur Verfügung. Auch
dies ist eine wichtige Funktion für ein CI-Zentrum.
Autorin Prof. Dr. med. Anke Lesinski-Schiedat
Oberärztin HNO-Klinik & Hörzentrum Hannover
(Dir.: Prof. Dr. T. Lenarz) MHH
Dasselbe gilt für die Ingenieursleistungen. Auch hier zahlt
sich Erfahrung durch große Stückzahlen aus. Vor allem die
modernen Implantate mit hohen Reizfolgeraten sind nicht
immer unproblematisch in ihrer Programmierung. Fälle
spontaner Impedanzanstiege mit Verfall des Hörens und
massiven Schwindelbeschwerden bei Fehlprogrammierung
kamen wiederholt bei uns zur Vorstellung. Vereinzelt wurden solche Patienten sogar (unnötigerweise und erfolglos)
reimplantiert, da der Hörnerv gefährdet war. Dies wäre eine
27
Rezension
Cochlea-Implantat – mit dem CI leben,
hören und sprechen
Ein Ratgeber für Eltern von Dorothea Senf
Und in Anbetracht der Tatsache, dass Pädagogen in Kindergärten und Schulen immer öfter die Hände über dem
Kopf zusammenschlagen ob der mangelhaften Kommunikations- und Sprachfähigkeiten hörender Kinder, ist dieses
Büchlein auch für verantwortungsbewusste Eltern hörender Kinder zu empfehlen. Es fördert ganz sicher den Zusammenhalt zwischen Eltern und Kind(ern) und eine gute
und korrekte sprachliche Ausdrucksweise.
Als ich mich zur Erstanpassung meines CIs in der MHH aufhielt, konnte ich hautnah miterleben, was für ein Schock es
für Eltern ist, erfahren zu müssen, dass ihr Kind gehörlos
oder an Taubheit grenzend schwerhörig ist. Mittlerweile
eröffnet sich für die meisten dieser Kinder die Möglichkeit,
durch eine Operation ein CI zu bekommen, was zunächst
ein gewisser Trost ist. Jedoch entstehen in Verbindung damit natürlich Ängste, Ungewissheit, Unsicherheit und unzählige Fragen, die zunächst die Operation und danach in
erster Linie das Hören- und Sprechen-Lernen des Kindes
betreffen. Und genau dafür ist der Ratgeber „Cochlea-Implantat – mit dem CI leben, hören und sprechen“ von Dorothea Senf ein wunderbarer Leitfaden (nicht nur) für Eltern,
deren Kind Implantat-Träger ist.
Natürlich bekommt man in der untersuchenden Klinik Informationen rund um das CI, aber letztendlich sind es in
erster Linie die Eltern bzw. die Familie, die in häuslicher Atmosphäre die meiste Zeit mit dem operierten Kind verbringen und sicher größtes Interesse am Hör- und Spracherfolg
Ihres Kindes haben.
Neben den grundlegenden Fakten rund um Voruntersuchungen und die Operation beschreibt die Autorin schwerpunktmäßig eine Fülle von Möglichkeiten, wie Eltern ihrem
Kind spielerisch in den unterschiedlichen Phasen des Hören-Lernens behilflich sein können. Dabei zeigt sie auch
den Weg auf, wie sich die auditive Wahrnehmung im Laufe
der Wochen und Monate weiterentwickelt und man dementsprechend das Kind fortlaufend fördern kann.
Über die Autorin:
Dorothea Senf ist als Audiologie-Phoniatrie-Assistentin
und Logopädin in der Universitäts-Hals-Nasen-Ohren Klinik in Dresden tätig. Sie war mehrere Jahre im Sächsischen
Cochlear-Implant-Centrum tätig.
Neben der therapeutischen Arbeit ist sie beteiligt an Forschungsprojekten und Veröffentlichungen, Vortragstätigkeiten, Durchführung von Studentenkursen, Supervision
für Studenten der Logopädie sowie Lehrtätigkeit an der
Schule der Bavariaklinik in Kreischa.
Auf die Frage, was Dorothea Senf bei ihrer Arbeit mit kindlichen CI-Patienten besonders motiviert und berührt, erklärt
sie:
„ … die sprachliche Entwicklung und die dadurch erweiterten Kommunikationsmöglichkeiten – auch bei Hördefiziten
– haben mich schon immer interessiert. Ebenso war ich gespannt, wie sich die stimmlichen Ausdrucksmöglichkeiten
mit einem CI entwickeln würden.
… Ich fragte einen 9jährigen Jungen – er war postlingual
ertaubt – nach ca. drei Monaten, wie er denn jetzt höre,
und er antwortete: Wie soll ich denn jetzt hören? Ich höre
doch wieder normal!
Es berührt mich immer wieder, wie erstaunt und meist
auch neugierig die kleinsten Patienten sich bei neuen Reizen zu den Schallquellen (auch zu sprechenden, rufenden
Personen) hinwenden und welche Freude im Gesicht der
Eltern zu sehen ist, wenn die Kleinen das erste Mal auf das
Rufen ihres Namens reagieren.“
Kommunikation und
Hör-/Sprachentwicklung
Eng mit dem Hören und Verstehen von Sprache ist natürlich die eigne Sprachentwicklung verbunden. Dorothea
Senf beschreibt aus ihrer beruflichen Erfahrung heraus Anregungen für kreative Spiele und was bei der lautsprachlichen Kommunikation mit dem Kind wichtig und richtig ist.
Der Gebrauch von Bilderbüchern, Gedichten/Reimen und
das Liedersingen sind einige Möglichkeiten der kurzweiligen Beschäftigung innerhalb der Familie. Anhand eines
Überblicks über die Hör- und Sprachentwicklung hörender
Kinder bekommt man nützliche Anhaltspunkte, wie in etwa
die Fortschritte eines mit einem Implantat versorgten Kindes – entsprechend seinem „Höralter“ – verlaufen können.
Interessanterweise gibt sie auch Empfehlungen, das Kind
nicht zu überfordern und was zu tun ist, wenn das Kind
„keine Lust“ zum Üben oder Lernen hat.
Neben der Rehabilitation und der Therapie durch Logopäden und Pädagogen spielen die Eltern eine wesentliche
Rolle bei der Hör- und Sprachentwicklung ihres CI-Kindes.
Dieses Buch ist eine großartige Hilfe für Eltern und Familienangehörige.
Cochlea-Implantat –
mit dem CI leben,
hören und sprechen
Ein Ratgeber für Eltern
von Dorothea Senf.
Schulz-Kirchner-Verlag,
ISBN 3-8248-0442-5,
8.40 €
Eine Rezension von Dagmar Behnke
28
Höchste Wassersschutzklasse seit 2002
und beste Zuverlässigkeitswerte von
allen Cochlea Implantaten.
Schon seit 1991 nutzen wir modernste Technologien für bestmögliche Hörqualität,
perfekten Tragekomfort und hohe Widerstandsfähigkeit unserer Produkte. Warum
Sie mit dem AB CI-System die richtige Entscheidung treffen, erfahren Sie unter:
www.die-wahre-loesung.de
by Advanced Bionics®
interemotion.com
Nah dran, aber ...
... die Advanced Bionics Alltagstauglichkeit bleibt unerreicht.
Fachbeitrag
Regenerative Therapie des Innenohres
bzw. des auditorischen Systems
Die derzeitige Standardtherapie der hochgradigen Schwerhörigkeit bzw. Ertaubung bedient sich der direkten Stimulation der Hörnerven mittels einer elektronischen Innenohrprothese, des Cochlea-Implantates (CI). Ist der Hörnerv
geschädigt und steht er einer direkten elektrischen Stimulation nicht mehr zur Verfügung, so können mittels Hirnstamm- bzw. Mittelhirnelektroden weiter zentral gelegene
Strukturen des auditorischen Systems stimuliert werden.
Die Erfolge, welche mit dieser Therapieform erzielt werden
können, sind variabel und es kann allgemein formuliert
werden, dass die Qualität des Hörens, welche mit elektronischen Prothesen erzielt werden kann, derjenigen des natürlichen Gehörs weitaus unterlegen ist.
Die physiologische Situation im Innenohr ist dadurch gekennzeichnet, dass etwa 30 000 Nervenfasern afferent
von den inneren Haarzellen zu den bipolaren, im Modiolus
gelegenen Spiralganglienzellen und von dort weiter zentral
verlaufen. Vergegenwärtigt man sich dies, wird klar, dass
sehr feine Frequenz-Unterschiede wahrgenommen werden können. Anders ist es z. B. beim CI, wo 22 Elektroden
die Aufgabe der inneren Haarzellen übernehmen und die
Frequenz-Unterscheidung deshalb nur sehr grob möglich
ist. Es wird allgemein angenommen, dass eine verbesserte
Nerv-Elektroden-Interaktion zu einem besseren Höreindruck, insbesondere in einer Lärmsituation, führen kann.
Osmotische Pumpe für die Langzeitverabreichung von Medikamenten in das Innenohr, gekoppelt an eine aktive Elektrode.
(Aus: Scheper et al., Neuroscience Research, 2009.)
übergeordneter Wichtigkeit für die Effizienz des CochleaImplantates zu sein. Bei der Ertaubung gehen in der Regel
die Haarzellen des Corti-Organs unter; und nachfolgend
kommt es auch zu einem Untergang der Neurone. Wachstumsfaktoren sind Botenstoffe, die eine neuroprotektive
Wirkung haben, d. h. sie können trophische und regenerative Prozesse in Nervenzellen anregen. Für die Neuronen im
Innenohr, die Spiralganglienzellen, ist vor allem die neuroprotektive Wirkung von brain-derived neurotrophic factor
(BDNF), Neurotrophin-3 und Neurotrophin-4, insbesondere
nach Untergang der Haarzellen, nachgewiesen.
Deshalb sind zwei Hauptziele Gegenstand unserer Forschung im Bereich der regenerativen Therapie des Innenohres:
1. Der Erhalt und der Ersatz untergegangener Zellen
des Innenohres
2. Die Optimierung des Cochlea-Implantates
Durch die Verabreichung der Botenstoffe in das Innenohr
ließe sich also der Untergang der Spiralganglienzellen aufhalten und eine Verbessung der Hörleistung nach CochleaImplantation erzielen. Allerdings handelt es sich bei diesen
Botenstoffen um sehr instabile Faktoren, die immer wieder
in das Innenohr verabreicht werden müssten, um einen
langfristigen Effekt zu erzielen. Derzeit testen wir verschiedene andere Substanzklassen, die deutlich stabiler als
Wachstumsfaktoren sind. Sollten diese Substanzklassen
die Spiralganglienzellen vor Degeneration schützen, so
könnte die Weiterentwicklung in Richtung klinischer Anwendung erfolgen.
Erhalt und Ersatz untergegangener
Zellen des Innenohres
Die Anzahl der zur Stimulation zur Verfügung stehenden Nervenzellen (Neurone) der Hörnerven und ihre
Erregbarkeit scheinen von
Die Art der Verabreichung von Medikamenten in das Innenohr stellt eine weitere Herausforderung dar, da eine
einmalige Gabe in der Regel nicht ausreicht, um einen
langfristigen Schutz vor Degeneration zu erzielen. Es gibt
osmotische Pumpen (Abb. 1), die einmalig mit dem Arzneimittel gefüllt werden und eine Verabreichung über mehrere Tage und Wochen ermöglichen; allerdings sollte die
Genetisch veränderte Zellen
(Zelllinie von Mausfibroblasten), welche BDNF und einen
Fluoreszenzfarbstoff (green
fluorescent protein) produzieren.
30
verabreichte Substanz stabil sein. Ferner muss die Pumpe
nach definierten Zeitpunkten gewechselt werden, was in
der klinischen Anwendung nicht praktibel erscheint. In der
derzeitigen Forschung ist es möglich, Zellen mittels viraler
Vektoren genetisch so zu verändern, dass sie die labilen
Botenstoffe produzieren, die die Spiralganglienzellen vor
dem Untergang schützen. Wir haben in Zellkulturexperimenten ebenso wie im Tierversuch nachweisen können,
dass solche Zellen ausreichend BDNF produzieren (Abb. 2),
um einen protektiven Effekt auf Spiralganglienzellen auszuüben.
Kontrolle deutlich mehr Spiralganglienzellen überlebt haben. Sollte es uns möglich sein, patienteneigene Zellen genetisch zu verändern, ohne sich eines viralen Vektors bedienen zu müssen, so können Cochlea-Implantat-Elektroden
als eine biologische Fabrik zur Produktion von Faktoren
dienen, die eine Protektion der Neurone des auditorischen
Systems zur Folge haben und somit das Sprachverstehen
verbessern.
Dr. med. Athanasia Warnecke
HNO-Klinik der MHH
Die Optimierung des Cochlea-Implantates
„Leserbriefe“
Eines der Ziele der Cochlear-Implant-Forschung ist es,
Elektroden als ein lokales Drug-Delivery-System (lokales
Medikamenten-Verabreichungssystem) zu nutzen. Dies
ist möglich, indem in die Elektrode des Implantates eine
Mikropumpe eingebaut wird. Eine alternative Methode zur
Verabreichung von Medikamenten oder Botenstoffen, die
eine Langzeitapplikation garantieren, wäre die Beschichtung der Elektroden mit faktorproduzierenden Zellen.
Gerne würden wir auch Ihren Leserbrief, Erlebnis- oder Erfahrungsbericht veröffentlichen.
Bitte schreiben Sie uns, wenn Sie Anregungen,
Erlebnisse, Fragen etc. rund ums das CI oder zu
unserer Zeitung haben.
Wir haben genetisch veränderte Zellen auf Modellelektroden gezüchtet und in einem Modellversuch in das Innenohr
implantiert. Hierbei hat sich gezeigt, dass im Vergleich zur
Ihre Redaktion
CHT!!N!
U
B
E
G
S
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A Jetzt schon
mal Hvormerken!
∙ Vorankündigung ∙ Jetzt schon mal vormerken! ∙ Vorankündigung
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INFOS SIE
ITERE
WENachdem
wir am 06.03.2010 so erfolgreich mit der Firma MED-EL und am 05.06.2010 mit der Firma Cochlear ein Seminar durchführten, ist jetzt für den 11.09.2010 ein Seminar mit der Firma Advanced Bionics vorgesehen.
Technisches Anwenderseminar
für CI-Träger mit einem System
von Advanced Bionics
am 11.09.2010
Im HZH wollen wir die sehr guten räumlichen und technischen Möglichkeiten nutzen, um Zusatztechnik für das CI
vorzustellen und praktisch auszuprobieren. Folgende Stationen sind beabsichtigt:
1) Zusatzausrüstung und Anschlussmöglichkeiten für mein AB-CI 4) Telefonieren über Skype
5) Fernsehen und Musik / Hörbücher
2) Telefonieren mit Handy
6) FM-Anlagen
3) Telefonieren im Festnetz
Außerdem gibt es einen Informationsstand der Firma Humantechnik mit u. a. Lichtwecker, Türklingel, Feuermelder
etc. und das Angebot der Firma Kind in ihren Räumen. Wir stellen einige Möglichkeiten vor, wie Sie im Alltag besser
zurechtkommen können. Falls Sie bereits eine gute technische Lösung für das eine oder andere Hörproblem gefunden haben, möchten wir Sie einladen, Ihr Gerät (Telefon, Handy…) mitzubringen und vorzustellen.
Bitte bringen Sie in jedem Fall Ihr Audiokabel mit und überprüfen Sie, ob die T-Spule an Ihrem Prozessor aktiviert ist.
Weitere Informationen dazu werden wir auf unserer Homepage www.hcig.de veröffentlichen.
Bitte melden Sie sich für die Folgeseminare (alle Hersteller) bei Herrn Klokemann zum Eintrag in die
Vomerkliste an. Sie werden dann direkt infomiert, wenn das nächste Seminar stattfindet.
Ingo Klokemann, Hörzentrum Hannover, Karl-Wiechert-Allee 3, 30625 Hannover
Tel.: 0511/532-6802, Fax: 0511/532-6833, E-Mail: [email protected]
31
Veranstaltung der MHH
XII. Hannoverscher Cochlea-Implantat-Kongress 2010
Das Publikum verfolgt interessiert die Vorträge
Tiefe Einblicke in das menschliche Gehirn ermöglichte der
diesjährige Kongress. Die Organisatoren erlaubten uns dieses wichtige Organ im wahrsten Sinne des Wortes zu begehen. Nun ja, zumindest ein architektonisches Abbild dieses
Wunderwerks der Evolution konnte erkundet werden.
Elektroden und verfeinerte Operationstechniken ermöglichen sehr gute Erfolge beim Erhalt des Restgehörs. Prof.
Lenarz berichtete von Studien mit einer Erfolgsquote von
über 90 %. Voraussetzung für eine sinnvolle Nutzung des
Restgehörs ist natürlich, dass noch eine ausreichende
Funktionalität der Hörschnecke in diesem Bereich vorliegt.
Von verschiedenen Referenten wurde das hierfür notwendige Restgehör (Tonaudiogramm) definiert: kein oder geringer Hörverlust im Bereich der Frequenzen unter 1500 Hz
(Hörverlust maximal 65 dB) bei hochgradiger Schwerhörigkeit oder Taubheit in den Frequenzen darüber.
Die Rede ist vom International Neuroscience Institute (INI)
in Hannover, das vom 06.- 08.Mai 2010 Veranstaltungsort
des Kongresses war. Das aktuelle Thema „Hörerhaltende Versorgung bei Cochlea-Implantaten und die Nutzung
der cochlearen Reserve durch aktive Mittelohrimplantate“ führte zahlreiche Interessenten in dieses extravagante
– wie ein menschliches Gehirn gestaltete – Gebäude.
Die Stimulation der Hörschnecke erfolgt dann anders als
bei CI-Trägern nicht nur elektrisch, sondern elektrischakustisch. Die Fachleute sprechen hier von einer EAS (elektrisch-akustischen Stimulation) oder von einer hybriden Stimulation.
Die HCIG war natürlich wieder mit einem Stand vertreten,
an dem über unseren Verein und Literatur zum Thema Hörschädigung und CI informiert wurde. Unser Geschäftsführer Ingo Klokemann hatte uns dafür einen sehr günstig gelegenen Standort organisiert. Manfred Schumacher, Ebba
Morgner-Thomas, Susanne Herms und Dagmar Urban
harrten während der gesamten Veranstaltung aus.
Ein wichtiger Aspekt dieser Art der Versorgung ist das Bestreben, möglichst wenige Schäden durch das Einführen
der CI-Elektrode zu verursachen. Da die Elektroden für diese EAS- oder Hybridsysteme besonders flexibel und kürzer
sind als die Standardelektroden, ist die Wahrscheinlichkeit
der Schädigung des Innenohres geringer. Dies hält das
Fenster offen für mögliche künftige Therapiemethoden.
Abgesehen davon profitieren entsprechend versorgte Patienten durch dieses bimodale Hören beim Hören in Störschall und beim Musikhören. Argumente, die die Versor-
Cochlea-Implantat und Restgehör
Den ersten Themenblock „Cochlea-Implantat bei Restgehör“ moderierten Frau Prof. Lesinski-Schiedat und Herr
Prof. Timo Stöver, der neue Direktor der HNO-Klinik der
Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt. Moderne
32
gung von Kindern mit diesen Systemen attraktiv machen.
Im Bereich der Rehabilitation finden sich beim Hör- und
Kommunikationstraining keine wesentlichen Unterschiede
zu CI-versorgten Patienten. Lediglich bei der Anpassung
des Prozessors sind weitere Aspekte zu beachten.
Den Rest des ersten Tages nutzten die Firmen, ihre Produkte zu präsentieren. Wer Lust hatte, konnte anschließend an einer Führung durch das nur 100 m entfernte
neue Forschungsinstitut Vianna teilnehmen. Die dortigen
Mitarbeiter gaben sich viel Mühe, den Teilnehmern – überwiegend medizinische Laien – ihr Aufgabengebiet und ihre
Forschung zu erklären. Um nur einen Aspekt herauszugreifen: hier sollen die Grundlagen für ein CI gelegt werden,
das nicht wie gewohnt die Signale elektrisch in der Cochlea
abgibt, sondern per Laser. In der Bewertung möchte ich
mich hier Mr. Spock anschließen: „Faszinierend“.
Professor Lenarz und sein
Vorgänger Professor Lehnhardt
das Gegenohr meist gut hörend oder mit einem Hörgerät
versorgt ist. Das „Training“ des CI-Ohres und der Abgleich
des elektrischen mit dem akustischen Hören sind vor allem
im Hinblick auf das Lautheitsempfinden und die Klangqualität problematisch.
CI-Versorgung bei einseitiger Taubheit
und bei Kindern
Am Folgetag stand zunächst das Thema „Cochlea-Implantat bei einseitiger Taubheit“ im Mittelpunkt der Vorträge,
gefolgt von „Langzeitversorgung und Qualitätssicherung
bei CI-Trägern“ sowie „Cochlea-Implantat-Versorgung bei
Kindern heute“.
Etwas exotisch wirkte in meinen Augen ein Beitrag, in dem
das Implantat „Tinnilec“ vorgestellt wurde. Frau Wenzel
von der MHH beschrieb dieses Implantat als System, das
aus einer Elektrode besteht, die vor die Rundfenstermembran und einen HdO-Prozessor gelegt wird. Im Rahmen
einer Studie wurde bei einigen einseitig ertaubten Patienten mit dieser Versorgung eine Therapie des Tinnitus versucht. Die Ergebnisse der Studie waren positiv. Mir stellte
sich bei diesem Ansatz die Frage, warum nicht gleich eine
CI-Versorgung durchgeführt wurde. Schließlich hätte sich
dadurch auch die Hörsituation verbessern lassen. Beruhigend fand ich die Anmerkung der Referentin, dass durch
dieses Implantat die Möglichkeit einer späteren CI-Versorgung nicht eingeschränkt wird. Die Probanden, die sich für
diese Studie zur Verfügung gestellt haben und damit die
Tinnitusforschung fördern, haben sich in meinen Augen
großen Respekt verdient!
Während des CI-Kongresses wurde
eine Live CI-OP gezeigt
Einseitig ertaubte Menschen leiden nicht selten unter einem Tinnitus im ertaubten Ohr. Behandlungsmethoden, die auf einer akustischen Verdeckung
beruhen, sind hier nur möglich, wenn eine CI-Versorgung durchgeführt wird. Dr. Büchner berichtete
hierzu von einer Studie, die sowohl im Hinblick auf
den Tinnitus als auch im Hinblick auf die Hörsituation positive Effekte zeigte. Um hier in Zukunft
eine fundierte Indikation stellen zu können, müssen
noch weitere Kriterien erarbeitet werden. Diese
grundsätzlich positiven Aspekte werden von anderen Referenten in ihren Vorträgen bestätigt.
An die Anpassung stellen diese einseitig versorgten
Patienten natürlich besondere Anforderungen, da
33
Rechtliche Aspekte und
Integrierte Versorgung
Weniger für CI-Träger als vielmehr für Hörgeräteträger interessant waren die Beiträge, die sich mit rechtlichen Aspekten im Zusammenhang von Hörschädigung und Medizinprodukten befassten. – Hierzu stellte Herr Klokemann
die Auswirkungen des Urteils des Bundessozialgerichts
vom 17.12.2009 zur Hörgeräteversorgung sehr anschaulich
dar. Auch wenn durch dieses Urteil eine Verbesserung der
rechtlichen Situation hörgeschädigter Menschen eingetreten ist, bedeutet es keinen Anspruch auf das jeweils hochwertigste Hörgerät. Es ist immer der Einzelfall zu prüfen.
Wir dürfen also gespannt sein, wie die Krankenkassen mit
diesem Urteil umgehen werden.
Gespannt war das Publikum auch auf den Vortrag von
Herrn Blaser von der Techniker Krankenkasse Hannover,
der die Integrierte Versorgung in Hannover darstellte.
Durch einen entsprechenden Vertrag mit der MHH sollen
sowohl die Qualität der CI-Versorgung als auch die Wirtschaftlichkeit verbessert werden. Das Konzept wurde auch
von der Financial Times Deutschland in einem Wettbewerb
als eines der zehn besten Konzepte ausgezeichnet. Das
Interesse des Publikums und dem entsprechend kritische
wie hartnäckige Fragen richteten sich aber mehr auf mögliche negative Aspekte für die CI-Patienten. So wurde mehrfach die Frage gestellt, ob die freie Klinikwahl im Rahmen
dieser Integrierten Versorgung eingeschränkt werde. Eine
eindeutige und befriedigende Antwort blieb der Referent
leider schuldig.
Professor Lenarz am Mikroskop
für CI-Kinder, die Problematik der Erstellung eines Hörprofils, die akustisch optimale Gestaltung von Klassenräumen,
die Möglichkeiten der Integration hörgeschädigter Kinder
in Regelschulen, Aspekte der psychologischen Gesundheit
von CI-Jugendlichen, neue Aspekte der Pathophysiologie
des Mittelohres und die Bedeutung des Kontaktes zu anderen gleich betroffenen Kindern/Jugendlichen beschrieben.
Diese Vielfalt an Aspekten fließt in Förderkonzepte gestaltend ein; sie gibt auch Hinweise auf den Umfang der Aufgabenstellung. Hier gilt, wohl noch mehr als bei der Erziehung
nichtbehinderter Kinder: „It takes a village!“ (Es braucht ein
Dorf!)
Ähnlich spannend ist die Entwicklung neuer Hörsysteme,
die zwar ebenfalls implantiert werden, jedoch anatomisch
und physiologisch vor dem CI ansetzen. Mit diesen kann
möglicherweise in Zukunft Menschen geholfen werden,
für die ein CI noch nicht in Frage kommt, sich aber mit herkömmlichen Hörsystemen mehr schlecht als recht durch
ihren Alltag quälen. Die hierzu präsentierten Ergebnisse
lesen sich sehr vielversprechend.
Mit ähnlich kritischen Fragen sah sich Herr Winter in seinem Beitrag zu „Remote Care“ konfrontiert. Hier waren die
Sorgen und Ängste der anwesenden Patienten deutlich
spürbar, in Zukunft nicht mehr ausreichend von ihrer Klinik
versorgt zu werden. Schließlich soll bei diesem Konzept die
Anpassung bei einem geschulten Akustiker vor Ort stattfinden, der online per Bild und Ton mit einem Techniker
der betreuenden Klinik verbunden ist. Herr Winter betonte
deshalb die Freiwilligkeit der Teilnahme an dieser Form der
CI-Einstellung, zudem aber auch die wachsende Zahl an CITrägern, die neue Wege der Nachsorge erzwingt.
Zukünftige Themen rund um das CI
Hochinteressante Themen am Samstag waren „Aktuelle
Förderkonzepte bei Kindern und Jugendlichen mit CI“ und
„Implantierbare Hörsysteme: Wann ist welches Hörsystem
indiziert?“. (Ich selbst konnte leider nicht anwesend sein.)
- Zukünftig wird die CI-Versorgung bei Kindern und Jugendlichen weiter zunehmen, zumal diese einmal beruflich und
privat ihre Frau oder ihren Mann stehen müssen. Insofern
kann man die Bedeutung der Förderkonzepte ermessen,
die den Grundstein für die spätere Entwicklung (mit-)legen.
In der schriftlichen Zusammenfassung der Vorträge werden hierzu familiäre Aspekte, die Auditiv Verbale Therapie,
Ergebnisse zum Lese- und Rechtschreiblernprozess, die
Frage der Notwendigkeit einer stationären Rehabilitation
Angesichts der Vielzahl der Beiträge konnte man nicht bei
allen anwesend sein. Die Pausen waren dringend nötig, um
Luft zu schnappen und Kontakte zu pflegen. Auch in diesem Sinne war der Besuch des Kongresses für mich sinnvoll verbrachte Zeit.
(Die beschriebenen Vorträge stellen meine subjektive Auswahl dar.)
Egid Nachreiner (Text)
Fotos: Bettina S. Dörr
34
Erlebnisbericht
Wie ein erfolgreiches Technik-Seminar aussehen kann –
oder: Der Glöckner vom Hörzentrum Hannover
Für den 5. Juni 2010 hatte die HCIG
zu einem Technik-Seminar für CITräger/-innen mit Implantaten der
Fa. Cochlear ins HZH eingeladen.
Leichtsinnigerweise hatte ich
gleich zu Anfang zugesagt, hierzu
einen Bericht mit meinen Eindrücken und Erfahrungen zu verfassen. Und nun sitze ich hier und
versuche, meine Erinnerungen zu
sortieren und mit den überlassenen und eingesammelten Informationsbroschüren in Einklang zu Hier alle Teilnehmer und Unterweiser vor dem HZH auf einem Bild
bringen. Ein wenig komme ich mir
vor wie die Weltreisenden, die zu Hause beim Sortieren
gegeben, sich mit den verschiedenen Zubehörmöglichkeiihrer Bilder feststellen: „Ach, guck mal, in Gelsenkirchenten vertraut zu machen. – Und hier die Stationen im EinBuer waren wir auch“. – Aber nun der Versuch, der Veranzelnen:
staltung systematisch gerecht zu werden:
Kleine Gruppen und thematisch
getrennte Stationen
• Telefonieren mit Festnetz
Hier konnten wir schnurgebundene und schnurlose Telefone allein oder auch mit einem zwischengeschalteten Verstärkermodul testen und evtl. auftretende Probleme beim
Telefonieren ansprechen und diskutieren.
• Telefonieren mit Handy
wird mir vermutlich für alle Zukunft unheimlich bleiben, obwohl sich der junge Mann von
der HCIG alle erdenkliche Mühe
gegeben hat, mir da zu helfen.
Es muss aber wohl immer einige
handy-resistente Banausen geben dürfen, die bei ihrer nächsten Reifenpanne einfach einen
handybewehrten anderen Autofahrer anhalten, um die restliche Welt über ihr Missgeschick Andreas Beschoner erklärt
zu informieren. – Also, Ralf, Birgid Lumma im Gespräch
wenn Du Dein Vorkriegsmodell technische Details zum
irgendwann eintauschen willst, Umgang mit ihrem Handy
warten bei mir in der Schublade
die neueste Generation, Zubehör und Startguthaben – eine
Reihe formschöner Bilder meines rechten Knies inklusive.
Ich kann es Dir auch schicken.
Begrüßung durch den Vorsitzenden
der HCIG, Manfred Schumacher
Ein überschaubarer Teilnehmerkreis wurde einleitend vom Vorsitzenden der HCIG, Manfred
Schumacher, begrüßt und auf
die nachfolgend geplanten Seminarblöcke eingestimmt. Herr Pera
von der Firma Cochlear gab ergänzende Erläuterungen, so dass
- unterstützt durch begleitendes Herr Robert Pera von
Infomaterial zu Gruppenzugehö- der Fa. Cochlear
rigkeit, Inhalten und mittels eines Übersichtsplans des HZH – nach kurzer Orientierung
mit der eigentlich vorgesehenen Arbeit begonnen werden
konnte.
In den auf jeweils 25 Minuten befristeten Stationen wurde den Gruppen von drei bis fünf Teilnehmern Gelegenheit
• FM-Anlage
wurde von Vertreterinnen der Fa. Kind vorgestellt. Die Anlage könnte angesichts der einfachen Handhabung eine
wirkliche Unterstützung in für uns kritischen Situationen
sein – wenn da nicht der Preis wäre.
35
• Skype (Telefonieren oder Videogespräch per Computer)
die Gruppen mit einer
größeren Anzahl an
Teilnehmern nach 25
Minuten noch keineswegs am Ende ihres
Informationsbedarfs
angekommen waren.
stellt für uns absolut
die Alternative zum
bisherigen Telefonieren dar, sobald wir
erst einmal den engeren und weiteren Bekanntenkreis davon
überzeugt haben. Die
bildhafte Unterstützung von Gesprächen kann sicher auch für CI-Träger/-innen, die mit dem herkömmlichen Telefonieren oder mit
dem Handy (s. o.) nicht so gut klar kommen, eine sinnvolle
Alternative sein. Zeitgleich kann man unterstützend, wenn
alle Stricke reißen, zusätzlich per Tastatur kleine Sätze zum
Lesen eingeben (also schreiben). Meine Umrüstung – natürlich nur die meines Computers – ist in Arbeit.
Der Vortrag eines
Vertreters der Fa.
Cochlear zu Sonderversorgungsformen
und perspektivischen
Entwicklungen bei der Behandlung von Hörschädigungen,
von denen wir sicher nur noch begrenzt profitieren werden, wie auch die Schlussworte von Manfred Schumacher
trafen dann schon auf eine doch sichtlich mitgenommene
Runde von Teilnehmern, die die vorgesehene Diskussionsrunde nur noch eingeschränkt bestreiten konnte.
Herr Möller von der Fa. Cochlear
zeigt den Teilnehmern den Umgang
mit dem CI-Zubehör
• HearIt All (auch Hear It All) von Phonic Ear
ist eine vielseitige,
drahtlose Kommunikationshilfe, eine echte Alternative zur FMLösung, zu erschwinglichem Preis. Immer
einsetzbar, wenn eine
Tonverstärkung benötigt wird, etwa in
Herr Gnadeberg erklärt Produkte
Gesprächssituationen
der Firma Phonic Ear
oder bei der Verwendung von Tonquellen
wie Radio und TV. Gespräche vom Festnetz- oder Mobiltelefon können drahtlos übertragen werden.
Natürlich waren die Pausen mit
reichlich gutem Essen und Trinken versehen. Gespräche kamen dabei auch nicht zu kurz.
Gut gefiel mir, dass die einzelnen
Stationen von Mitgliedern der
HCIG geleitet wurden, so dass
es hier auch so manchen Tipp
oder so manches tröstliche „ …
das war bei mir anfangs auch
so.“ von Selbstbetroffenen zu
Selbstbetroffenen gab.
Es war beileibe nicht mein erstes Technik-Seminar. Ich habe
aber den Eindruck, dass mit dieser neuen Form eine wesentlich effektivere Variante gelungen ist, auch wenn ich
mich zunächst wegen der Menge an Informationen mittelschwer überfordert sah und erst mit Abstand viele weitere
Fragen aufgetaucht sind, die natürlich in einem nächsten
Seminar unbedingt zu klären sind. Für mich war dieses
Seminar der neuen Art eher ein Schnupperkurs, der ahnen
lässt, was wir an Möglichkeiten wirklich haben.
• Fernsehen und Musik
Hier wurden mehrere
Möglichkeiten aufgezeigt, wie wir uns das
Hören von Fernsehsendungen und Musik
erleichtern können.
Zum Beispiel konnten
wir mittels Induktionsschlinge zum Umhängen an einem vorhan- Christian Hartmann über technische
denen Fernsehgerät Anschlussmöglichkeiten
und ebenso an einem
MP3-Player diese Variante sofort ausprobieren. Und das
ganz ohne störendes langes Audiokabel.
Mein Wunsch für eine unbedingt notwendige Fortsetzung dieser Informationsveranstaltung ist eine Verlängerung bzw. Ausdehnung auf zwei Tage, um dadurch die
Gelegenheit zu bekommen, sich noch intensiver mit der
angebotenen Technik auseinandersetzen zu können und
durch zwischenzeitliche Rückkoppelung und im Vergleich
verschiedener Angebote die für mich optimale Lösung zu
finden.
Kann aus „Vielem“ „Noch mehr“ werden?
Nach dem Technik-Seminar ist also hoffentlich vor dem
(nächsten) Technik-Seminar. Betrachtet mich dazu jedenfalls schon mal als „fest gebucht“.
Sehr freundlich, aber auch mit einem sehr energischen
Läuten, wurde durch den Glöckner vom HZH, in Person
unseres netten Vorsitzenden der HCIG, Manfred Schumacher, auf den Wechsel zur nächsten Station hingewiesen.
Das war durchaus nötig, weil die eingeplanten Zeiten oder
Birgit Lumma (Text)
Fotos Dagmar Behnke
36
Service-Center im Hörzentrum Hannover
Liebe Leserinnen und Leser,
im Hörzentrum Hannover gibt es eine Reihe von Service-Centern, die wir Ihnen hier einmal in einer Fortsetzungsserie
vorstellen möchten. Damit werden Ihnen die räumliche Ausstattung, die Möglichkeiten vor Ort, die Kontaktdaten und die
personelle Besetzung besser bekannt.
Als erstes nun das Center der Firma MED-EL mit Herrn Hellmiß.
Ihre Redaktion
Hörimplantate-Beratung und Service aus einer Hand
Seit Mai können CI-Träger und Interessenten im Hörzentrum Hannover das gesamte
Leistungsspektrum für MED-EL Hörimplantatsysteme in Anspruch nehmen.
Das neue MED-EL Care Center™ bündelt alle nötigen Kompetenzen an einem Ort und bietet durch
kurze Wege besonders effiziente und reibungslose
Abläufe. Alle für die Beratung, Anpassung und Rehabilitation notwendigen Schritte können zentral im
neuen Hörzentrum erledigt werden – eine wesentliche Erleichterung im Alltag der Hörimplantatträger.
„Wir freuen uns, die Zusammenarbeit mit dem Hörzentrum Hannover weiter zu intensivieren“, sagt
Dr. Hansjörg Schößer, Geschäftsführer von MED-EL
Deutschland, „denn wir beide verfolgen das Ziel,
Hörverlust als Kommunikationsbarriere zu überwinden.“ Auch Prof. Dr. Thomas Lenarz, Direktor der
Hals-Nasen-Ohren-Klinik
der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH),
die Partner des MED-EL
Care Center™ Hannover
ist, betont die gute Zusammenarbeit:
„Gemeinsam
gelingt es uns, die Qualität
der
Patientenversorgung
kontinuierlich zu verbessern und im nationalen wie
auch internationalen Kontext höchstes Niveau zu
bieten. Das MED-EL Care
Center™ ist ein weiterer
Beweis für die erfolgreiche Stefan Hellmiß, Klinikingenieur
Kooperation im Sinne der und Ansprechpartner im MEDPatienten.“
EL Care Center, erklärt das MAZu den wesentlichen Leis- ESTRO 2010 CI-System
tungen des Care Centers
zählen eine kompetente und umfassende Beratung und
Service im Hinblick auf MED-EL Hörimplantatsysteme, Zusatzgeräte und Ersatzteile, sowie die fachmännische Unterstützung bei allen technischen Fragen. Des Weiteren kann
sich der Kunde hinsichtlich Rehabilitationsmaßnahmen,
Kostenerstattung und Fachveranstaltungen informieren.
Beratung zu MED-EL Hörimplantatsystemen in
schön gestalteten Räumlichkeiten
Care Centers. „Dazu gehört auch die Erläuterung der Funktion einer FM-Anlage.“ Der studierte Hörakustiker konnte
bereits mit seiner Abschlussarbeit „Tinnitusbelastung/Tinnitusreduktion durch Vibrant Soundbridge Mittelohrimplantate“ umfangreiches Fachwissen zum Thema Hörimplantate sammeln. Zudem verfügt Hellmiß über Kenntnisse
im Bereich der Audiologie und hinsichtlich Technologie und
Messtechnik von Hörsystemen. Darüber hinaus besitzt er
eine langjährige Erfahrung in der Kundenbetreuung und
Beratung. „Ich fühle ich mich in meiner neuen Arbeitsumgebung sehr wohl, denn das Care Center ist nicht nur
hochmodern und mit allem ausgestattet, was ich für meine
Arbeit brauche, sondern die Räumlichkeiten besitzen auch
ein sehr schönes Design“, fügt Hellmiß hinzu.
MED-EL Deutschland GmbH
MED-EL Care Center™ Hannover
Karl-Wiechert-Allee 3
D-30625 Hannover
Stefan Hellmiß
Tel.: 0511 2289952
E-Mail: offi[email protected]
Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag 8.30 - 17.00 Uhr
„Wir bieten sämtliche Hörimplantatsysteme von MED-EL
und demonstrieren genau deren Funktionsweise in Form
von Animationen“, beschreibt Stefan Hellmiß, Klinikingenieur und Ansprechpartner vor Ort, zentrale Leistungen des
37
Erlebnisbericht
Tolles Wochenende mit einem
Sommerfest der HCIG
Am 3. Juli 2010 fand im MERCURE Hotel in Hannover ein
Sommerfest der HCIG statt, bei dem ich mit meiner Familie
zu Gast war.
Einige Teilnehmer, so wie auch wir, reisten schon am Vortag
an und konnten beim abendlichen Büfett nette CI-Träger
und auch Nicht-CI-Träger kennenlernen. Über das gesamte
Wochenende war es eine angenehme Atmosphäre und im
klimatisierten Hotel konnte man die Hitze gut aushalten.
Für manche war die Nacht ziemlich kurz, da man bei den
Gesprächen kein Ende finden konnte.
Am nächsten Morgen nahmen wir nach einem tollen Frühstück als Gast an der Generalversammlung der HCIG teil
und bekamen erste Eindrücke über den Verein. Für die
Kinder gab es ein Betreuungsangebot, das unsere Kinder
gerne nutzten. Zudem gab es verschiedene Stände von
CI-Firmen, einer Zubehörfirma, Reha-Kliniken und einen
Bücherstand der HCIG, bei denen man sich informieren
konnte.
Gleichgesinnten ist und nicht als „Exot“ angesehen wird!
Ich habe so viele nette Leute kennengelernt und sogar alte
Bekannte wieder getroffen. Der Austausch tat mir sehr
gut und die Familie war mit eingebunden. Es war beeindruckend, wie gut das Team der HCIG die Veranstaltung
geplant und durchgeführt hat.
Im nächsten Jahr sind auch wir wieder dabei!
Herzliche Grüße,
Danach gab es im Hotel ein Public Viewing zum WM-Spiel
Deutschland gegen Argentinien, wo wir viel zu jubeln hatten - und der Saal war voll! Anschließend ging´s zum Sommerfest, bei dem gegrillt wurde. Einige Mutige - sogar der
Vorsitzende ließ sich dazu überreden - tobten im Swimmingpool herum und kühlten sich ab. Die Letzten sind wohl
erst um vier Uhr Nachts in die Falle gekommen!
Am Sonntagmorgen genossen wir erneut das reichhaltige
Frühstück und die Gespräche wurden fortgesetzt!
Endlich mal wieder ein Wochenende, an dem man unter
Ulrike Fast und Familie
(Text & Foto)
News
Cochlear teilt mit:
Die Firma Cochlear teilt mit, dass das Cochlear(tm) Nucleus® 5 System als erstes CI den red dot design award
2010 in der Kategorie Life Science und Medizin gewonnen hat. Der internationale Design-Preis „red dot“ wird
für herausragende Leistungen bei Designqualität, Innovationsgrad und Funktionalität verliehen. Mit dieser
Auszeichnung würdigt die Experten-Jury die jahrzehntelange kontinuierliche Forschungs- und Entwicklungsarbeit für Menschen mit Hörschädigung.
Weitere Informationen unter:
[email protected], http://www.cochlear.de
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Erlebnisbericht
Namaste Nepal!
Eine Trekkingreise mit CI
Februar 2010. Berlin versinkt in Eis- und Schneemassen
und ich im Winterblues. Da erzählt mir eine Freundin, dass
sie sich mit einer anderen Frau über Ostern zu einer zweiwöchigen Trekkingreise nach Nepal angemeldet hat. Ob
ich mit wolle? Wandern. Sonne. Exotik. Aber ja, keine Frage! Obwohl ich eigentlich keine organisierten Reisen mag.
Schon gar keine Gruppenreisen mit lauter Guthörenden.
Was soll ich sagen – Nepal ist ein Fest für die Sinne. In Kathmandu kann man prächtige alte Tempelanlagen und Paläste besichtigen, rund um den großen Stupa von Bodnath die
Gebetsrollen drehen und den Mönchen beim Singen der
Mantras zuhören, oder durch die Altstadtgassen schlendern und die Menschen in ihren farbenfrohen Kleidern bewundern. Besonders schön ist es am frühen Morgen, bevor
der Autoverkehr sich zum Inferno steigert. Dann dösen nur
ein paar Rikschafahrer in ihren buntbemalten Gefährten.
Dann breiten die Marktfrauen ihr Gemüse auf den Plätzen
aus, die Teehändler schöpfen ein Glas nach dem anderen
von der dampfenden Mischung aus Schwarztee, Milch und
Gewürzen aus ihren großen Töpfen. Ein buddhistischer
Mönch erbettelt sein tägliches Brot. Der Schläfer auf den
Stufen des großen Tempels ist erwacht, reckt und streckt
sich, dass man alle Rippen sieht. Beim Zeitungsjungen debattieren Leser die News des Tages. Hunde und heilige
Kühe stochern in den auf der Straße zusammengefegten
Müllhaufen. Aus den Häusern streben die Bewohner mit
einer blumengeschmückten Schale Reis einem der vielen
Hindutempel zu. Dort opfern sie, zünden ein Talglicht an,
läuten die Tempelglocke und drücken sich und ihren Familienangehörigen die Tikka auf die Stirn – einen Punkt aus
roter Farbe. Nach dem Zauber der frühen Morgenstunden
versinkt Kathmandu in Lärm und Abgaswolken. Die Menschen gehen ihrem täglichen Überlebenskampf nach. Die
meisten tun das mit einer Würde und einer gelassenen
Freundlichkeit uns reichen Fremden gegenüber, die mich
tief beeindruckt hat.
Die Autorin am Poon Hill
nicht. Eine aus unserer Gruppe meinte anfangs, so richtig
funktionieren würde mein CI ja wohl nicht, als ich sie bei einer rumpeligen Busfahrt schlecht verstand. Ich habe dann
gesagt, dass es nicht mit einer Brille, sondern eher mit einem Holzbein zu vergleichen ist und die Technik in manchen Situationen an ihre Grenzen stößt. Für meine Mitreisenden war ich wahrscheinlich sehr schwerhörig, aber im
Vergleich zu Hörgerätezeiten hörte ich unglaublich viel und
fand in der Gruppe schnell Kontakt. Bei den obligatorischen
Gruppenabendessen in Restaurants musste ich natürlich
meine Kompromisse machen; da habe ich gegen Ende des
Abends manchmal nicht mehr viel von der Unterhaltung
mitbekommen.
Beim Trekking war ich von hörtechnischen Einschränkungen
weitgehend frei, da hat man nur die kleinen Geräusche der
Natur um sich – den Wind, die Vögel und die Glöckchen der
Maultierkarawanen, die in diesen straßenlosen Gegenden
alle Güter transportieren. Da konnte ich mich wunderbar
mit allen unterhalten oder auch einfach vor mich hinwandern und die Landschaft genießen. Und nachts traumhafte
Ruhe, während andere die durch die dünnen Bretterwände
der Hütte sägenden Schnarcher verfluchten. Ich teilte das
Privileg der nächtlichen Ruhe übrigens mit einigen Touristen aus Japan, die sich in Gebärdensprache unterhielten
und denen wir mehrmals unterwegs begegneten.
Nach einigen Besichtigungstagen in Kathmandu und Umgebung brachen wir zum Trekking ins Annapurnagebiet auf,
sieben Tage von Hütte zu Hütte. Unsere Gruppe hatte sich
inzwischen gut zusammengefunden. Wir waren acht Frauen und zwei Männer zwischen
30 und 50, bis auf ein Pärchen
und uns drei Berlinerinnen
alle Alleinreisende. Ich habe
von Anfang an gesagt, dass
ich ein CI habe und im Störlärm schlecht höre. Es dauerte
dennoch ein bisschen, bis die
anderen einschätzen konnten,
Markttag in Kathmandu
was ich mitbekomme und was
Wir hatten ein wahres Luxustrekking: Vier Träger schleppten
unsere schweren Rucksäcke, sodass wir nur unser Tagesgepäck schultern mussten. Dazu kamen drei Sherpas, die
sich um alles Organisatorische kümmerten, vom Quartier
bis zum Teekochen. Die Rundumbetreuung mag überflüssig
erscheinen, hatte aber ihr Gutes: Trekking in diesem Gebiet
heißt Treppensteigen. Stundenlang geht es auf Stufen die
steilen Hänge hinauf oder hinunter. Was unsere Träger trotz
ihrer Last locker in Badelatschen bewältigten, brachte uns
zuweilen doch aus der Puste. Hinzu kam, dass wir eine von
Krankheiten geschlagene Truppe waren: Zeitweise schleppten sich acht von uns zehn mit Brechdurchfall oder Erkältungen durch die malerische Berglandschaft. Keine Mahlzeit verging ohne Witzeleien über die „plain-rice-Fraktion“
– diejenigen, die wieder einmal nur Reis oder Kartoffeln
40
ohne alles essen konnten. Ich gehörte zu den zwei Glücklichen, die von derlei Malaisen völlig verschont blieben. Dafür
lösten sich schon am ersten Wandertag die Sohlen meiner
guten Lowa-Wanderstiefel vom Schaft. Bei jedem Schritt
machte es flap-flap. Einen Schuster gab es in den Bergen
nicht. Was also tun? Meine Rettung hieß „superglue“ – der
einheimische Sekundenkleber, den es in jeder Hütte zu kaufen gibt. Mit dem pappte ich täglich aufs Neue meine Stiefel
zusammen, und die Sherpas lachten sich schlapp über die
Qualität made in Germany. So trekkte ich recht entspannt
zum Poon Hill und wieder zurück. Die Landschaft ist fantastisch, blühende Rhododendronwälder und im Hintergrund
die schneebedeckten Achttausender, dazu Wasserbüffel,
Maultierkarawanen, Terrassenfelder und hübsche kleine
Dörfer. Über den Tälern schwebt der Gesang unzähliger
Vögel, läuten die Glocken der Ziegen und Maultiere, und
abends zirpen die Grillen. Was will man mehr!
Patan, Durbar Square
nungs-Index) ist die Annapurnaregion im April klimatisch
mit Mitteleuropa im Sommer vergleichbar. Wer unbedingt
in der Monsunzeit fahren will oder im Terai Safari macht, hat
natürlich feuchteres Klima. Aber man sollte sich davon nicht
so einschränken lassen. Die Technik hält mit ein bisschen
gesundem Menschenverstand (Trocknen! Filter wechseln!)
viel aus, jedenfalls weit mehr, als die Gebrauchsanweisung
erahnen lässt. Meine Hörgeräte haben von monatelangem
Tropendunst bis zu Sandstürmen schon so ziemlich alles
klaglos überlebt.
Wer jetzt Lust auf Nepal bekommen hat und sich fragt, ob
es in puncto CI etwas zu beachten gibt: Oh ja! Man steige
nicht unbedacht mit CI und zwei Begleitern auf ein wackliges Holzbötchen, um über den Phewasee zu rudern. Es
könnte denen nämlich mitten auf dem See einfallen, dass
der Ruderer und der Steuerer jetzt der Fairness halber
die Plätze tauschen müssen. Was, wenn das bedenklich
schwankende Bötchen bei diesem Manöver kippt und die
kostbare Elektronik auf Nimmerwiedersehen in den Fluten
verschwindet? Mir wird immer noch ganz schlecht bei dem
Gedanken daran, was hätte passieren können!
Am Schluss unserer Reise wurde es noch einmal spannend: Wir hatten etwas von einer Aschewolke aus Island
gehört. Würden wir problemlos fliegen können? Dass der
gesamte deutsche Luftraum gesperrt war, haben wir erst
in Kathmandu am Check-in erfahren. Also zurück in die
Stadt. Und das Schreibseminar in Nieheim würde ich auch
verpassen. Mist! Was nun? Natürlich konnte uns keiner sagen, wann und wie es weitergehen würde. Unser Visum lief
ab. Die Stimmung in der Truppe schwankte von „Hurra, verlängerte Ferien!!!“ bis zum hysterischen „Ich will jetzt aber
heim!!!“ Ich gebe zu, dass ich eher zu der pflichtvergessenen Fraktion gehörte. Nur die Aussicht, über Peking mit
der transsibirischen Eisenbahn nach Hause zu fahren, hätte mich womöglich zur Abreise vor Freigabe des deutschen
Luftraums bewegen können. Es folgten das obligatorische
Schlangestehen beim Airline-Büro und beim Immigration
office und viele Telefonate mit dem örtlichen Subunternehmer unseres Reisebüros, der sich wirklich rührend um
seine gestrandeten Kunden kümmerte. Die Telefonate „in
English“ habe ich lieber anderen überlassen. Aber ich besorgte eine nepalesische SIM-Karte und hatte damit das
einzige funktionierende Handy und das gute Gefühl, auch
mein Scherflein zu unserer „Rettung“ beizutragen. Geflogen sind wir schließlich vier Tage später nach Zürich statt
nach Frankfurt/M. Von dort ging es mit der Bahn nach Hause. Namaste Nepal!
Ansonsten ist alles machbar. Nepal ist ein armes und in
den Bergregionen unwegsames Land. Es versteht sich von
selbst, dass bei evtl. technischen Pannen auf einer Trekkingtour außer „superglue“ nicht viel Hilfe zu erwarten ist.
Auf Nummer sicher geht, wer sich von seinem Hersteller
ein Ferien-Leihgerät mitgeben lässt. Ich hatte nur vorsorglich eine Ersatzspule, Ohrhaken und Mikrofonabdeckungen
für meinen Freedom dabei – die Verschleißteile halt. Wer
Akkus benötigt, reist in der Nachmonsunzeit (Oktober/November) vielleicht entspannter. Nepal produziert seinen
Strom überwiegend aus Wasserkraft, und gegen Ende
der Trockenzeit im Frühling gibt’s davon nicht mehr viel. In
Kathmandu herrschte für große Teile des Tages planmäßig
Stromsperre. In den Berghütten gab es abends Elektrizität,
allerdings nicht unbedingt die ganze Nacht. An den wenigen Steckdosen in den Hütten, an denen man (stundenweise gegen Entgelt) aufladen kann, konkurriert man um
die kurzen Stromlieferzeiten mit anderen Touristen, die ihre
Kameraakkus betanken wollen. Mit Batterien reist es sich
entspannter, vorausgesetzt man hat genügend dabei. Ich
will nicht ausschließen, dass es möglich ist, in Kathmandu
welche aufzutreiben, aber woanders eher nicht. Ansonsten ist CI-technisch auch nichts anderes zu beachten als
beim Wandern in den Alpen, insbesondere was die Feuchtigkeit durch Regen, Schwitzen, etc. angeht. Trocknen ist
ein Muss, wobei ein luft- und wasserdichter Beutel (vom
Trekkingladen) und Trockentabletten völlig ausreichen. Die
schweren elektrisch betriebenen Boxen sind für die Reise
viel zu unpraktisch. Nach dem NATX (Nasse-Socken-Trock-
„Namaste“ ist ein nepalesischer Gruß; er bedeutet:
„Ich grüße das Göttliche in Dir“.
Dr. Tanja Laier (Text & Fotos)
41
Kinder und Jugend
KiJu-Seite
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(Kinder und Jugend)
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Die CI-Impulse sucht für ihre KiJu-Seite
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Einsendungen, egal ob gemalt, gebastelt oder digital.
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Einsendeschluss ist der 31.10.2010, an folgende Adresse:
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E-Mail: [email protected] com
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In der nächsten Ausgabe präsentieren wir euch
dann das neue KiJu-Logo.
Sommerferien
Viele von euch fahren
sicher mit den Eltern in
den Urlaub – ans Meer
oder in die Berge. Mit
dem Auto, dem Flugzeug oder der Bahn.
Seid ihr vielleicht
schon mal mit dem
Was macht ihr in den Ferien? Sechs Wochen sind
ganz schön lang – und trotzdem ziemlich schnell
vorbei.
Finde alles heraus über die Fußball-WM!
Viel Spaß beim 3.
BUCHSTABENSALAT
Fahrrad eine
lange Tour
gefahren?
Hier könnt ihr acht Begriffe finden, die waagerecht, senkrecht oder diagonal versteckt
sind.
Fussball
Müller
Weltmeister
Finale
Elfmeter
Tor
Spieler
Klose
Viel
Spaß !
ÖZ F T
S F U S
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Außerdem gibt es viele Vereine oder Kommunen,
die Ferienfahrten mit Zeltlager oder Jugendherberge anbieten.
Besonders für Kinder und Jugendliche mit CI gibt es
auch einige Angebote in den Ferien. Zum Beispiel
das Hörcamp – eine Woche mit Hör- und Kommunikationstraining, Anpassung, Technikseminar,
Beratung usw.
In den letzten Jahren fand das Hörcamp in Werscher-
42
Ein Bewerbungsgespräch durfte im Rollenspiel geübt werden und diejenigen, die zugeschaut haben,
konnten hinterher positive und kritische Rückmeldungen geben.
Für Bewerbungsunterlagen zum Beispiel ändern
sich alle paar Jahre die Vorgaben. Zur Zeit eurer Urgroßeltern war es noch okay, einen handgeschriebenen Bericht abzugeben. Heute geht es ohne eine
am PC geschriebene Mappe mit Foto, Lebenslauf
und allen wichtigen Zeugnissen nicht mehr.
Und welches ist nun der richtige Beruf für euch? Jeder hat andere Interessen und Fähigkeiten. Manche
mögen gern mit Zahlen arbeiten – da ist vielleicht
Buchhaltung oder Steuerberatung interessant. Viele möchten gern mit Kindern arbeiten – aber wie
wird man eigentlich Erzieherin? Welchen Schulabschluss brauche ich da?
Die Agentur für Arbeit kann zum Beispiel helfen, einen geeigneten
Ausbildungsplatz zu
finden, oder sie kann
die Ausbildung finanziell fördern. Viele
Hörgeschädigte machen ihre Ausbildung
auch in speziellen
Zentren wie Fachschulen, Berufsbildungswerken
oder Landesbildungszentren.
Welche Wunschberufe haben CI-Jugendliche? Im
Grunde die selben wie alle anderen auch: von Fußballer über Erzieherin, Pferdewirtin und Arzt bis
zur Schauspielerin...Manche Wünsche werden sich
vielleicht in den nächsten Jahren noch mal ändern.
Oder die Jugendlichen stellen fest, dass es doch
nicht so einfach ist, nach Hollywood zu kommen.
Wichtig ist aber: Wie finde ich heraus, was ich kann
und was ich gerne machen möchte ...? Wie finde
ich einen Praktikumsplatz, einen Ausbildungs- oder
Arbeitsplatz? Gibt
es
besondere
Hilfen für hörgeschädigte
Auszubildende oder
Studierende?
Wie bewirbt man
sich? Reicht ein
Telefonanruf – und kann ich mit fremden Menschen
telefonieren? Sollte ich etwas schreiben und wie
soll das aussehen? Wie führt man ein Bewerbungsgespräch? Ist
es okay, in zerrissenen Jeans
und Flipflops
dahin zu gehen
und während
des Gesprächs
Kaugummi zu
kauen?
All diese Fragen sind wichtig. Und es ist
wichtig, in einer lockeren
Atmosphäre darüber
sprechen zu
können.
©Bundesagentur für Arbeit
berg statt, seit diesem Jahr in Hannover im CIC.
Teilgenommen haben diesmal zehn Jugendliche aus
unterschiedlichen Städten, die eine Woche gemeinsam Hörtraining hatten. Sie haben sich überlegt,
welche besonderen Situationen sie als Hörgeschädigte manchmal erleben und haben viel Zeit miteinander mit Reden, Musik machen und ein bisschen
Lernen verbracht.
Außerdem konnten sie einen ersten Blick in ihre berufliche Zukunft werfen.
Es gibt ein paar tolle Seiten im Internet, die weiter
helfen, z. B.:
http://www.berufskompass.at/berufskp3/
http://www.arbeitsagentur.de/nn_26266/Navigation/zentral/Buerger/Zwischenzeit/BIZ/BIZ-Nav.html
Auch so kann man also einen Teil seiner Ferien verbringen, viel Spaß haben und dazu noch etwas lernen...
Wenn ihr mögt, dann schickt uns doch ein Urlaubsfoto oder ein gemaltes Bild für die nächste Ausgabe.
Die schönsten veröffentlichen wir und dann haben
wir alle auch im Herbst noch ein kleines Urlaubsgefühl. :-)
Viele Grüße
43
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Jubiläum
20 Jahre Cochlear Implant Centrum
„Wilhelm Hirte“ in Hannover
Weltweit erste und größte therapeutische Einrichtung für Kinder mit Cochlear Implant
feiert Jubiläum
Im Sommer 1990 nahm eine wegweisende Einrichtung ihre
Arbeit auf: Das Cochlear Implant Centrum (CIC) „Wilhelm
Hirte“ begann, ertaubte oder taubgeborene Kinder mit einem Cochlear Implant in einer Therapie zu behandeln. Auf
dem Gelände in Hannover Groß-Buchholz befinden sich
das Therapiegebäude und drei Kinderhäuser mit insgesamt
21 Doppelzimmern und einem großen Spielplatz. Jede Woche können so 42 Kinder gemeinsam mit ihrer Mutter oder
ihrem Vater an den meist zwei- bis dreitägigen Therapien
teilnehmen.
zu und lernt die
Mitarbeiter im CIC
kennen. Die vielfältigen Therapieangebote fördern
sowohl die HörSprach- Ent wicklung der CI-versorgten Kinder als
auch die geistigen,
emotionalen, motorischen und sozialen Fähigkeiten.
Die
Behandlung
mit einem CI ist innerhalb der ersten
drei Lebensjahre
oder auch für Kinder mit Hörgeräten Eingangsbereich des CIC Wilhelm Hirte
(zum Beispiel nach
einem Hörsturz) sinnvoll.
Hören und Sprechen lernen
Was für viele selbstverständlich ist, müssen diese Kinder
erst lernen: Hören, denn dieses „Gefühl“, Stimmen, Geräusche oder gar Musik zu erleben, kennen die meisten von ihnen nicht. Für sie eröffnet sich eine ganz neue Welt, wenn
sie das erste Mal die Stimme ihrer Mutter oder ihres Vaters
hören und schließlich verstehen, dass aus den sich bewegenden Lippen auch liebevolle Geräusche kommen können.
Zuvor wurden die Kinder in der HNO-Klinik der MHH mit einer Innenohrprothese (Cochlear Implant = CI) versorgt. In
aller Regel beginnt dann die Arbeit der Therapeuten im CIC.
Wer nicht hören kann, kann sich in aller Regel auch nicht
artikulieren. Neben dem Hören und Verstehen müssen die
Kinder auch das Sprechen lernen. Der Ablauf der Therapie
beschränkt sich nicht auf einmalige Sitzungen.
20-jährige Erfolgsgeschichte
Seit 1990 nahmen über 1300 Kinder an den Therapien teil.
Dem hervorragenden Ruf des CIC als Vorreiter für die CITherapie entsprechend, kommen sie aus ganz Deutschland
und dem Ausland, zum Beispiel aus der Ukraine oder von
den Faröer-Inseln. Die Arbeit im CIC wurde immer weiter
optimiert. Die Erfolgsbilanz ist beeindruckend: Von 1000
Fällen haben nur 10 Behandlungen nicht angeschlagen. Vor
allem das Therapie-Team hat sich immer weiter entwickelt:
angefangen mit fünf Mitarbeitern um den damaligen Leiter, Dr. Bodo Bertram, sind heute 19 Mitarbeiter auf dem
Gelände am Stadtwald Eilenriede beschäftigt. Ingenieure,
eine Audiologieassistentin, Sprachbehindertenpädagoginnen, eine Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin, Logopädinnen, eine Heilpädagogin sowie Ergotherapeutinnen kümmern sich um die verschiedenen Therapien für die Kinder.
Eine Sekretärin und vier Hauswirtschaftskräfte sorgen für
reibungslose Abläufe im CIC und in den angeschlossenen
Eltern-Kind-Wohnhäusern. Seit 2009 leitet Dr. Barbara EßerLeyding das CIC Wilhelm Hirte.
Eine Basistherapie umfasst meist einen Zeitraum von 2 ½
bis 3 Jahren mit mehreren mehrtägigen Aufenthalten im
CIC. Schon vier bis fünf Tage nach der Operation erfolgt im
CIC ein Vortraining des Kindes. Dabei wird es auf die Erstanpassung des Sprachprozessors ca. fünf bis sechs Wochen
nach der Entlassung aus der Klinik vorbereitet. Gemeinsam
mit ihren Müttern und Vätern sieht es bei einer Anpassung
Jubiläumsfeier
Das CIC Wilhelm Hirte feiert am 25. September 2010 von 11
bis 16 Uhr auf dem Gelände an der Gehägestraße 28-30 in
Hannover. Nach einem kurzen Festakt mit Grußworten von
Hannovers Bürgermeisterin Dr. Hilde Moenig, einem Geburts-
Auch Spielen gehört dazu
44
tagsständchen des Mädchenchors Hannover und einem
Vortrag von Dr. Wittfoth von der MHH zum Thema „Musik
und Emotionen“ werden natürlich die Kinder im Mittelpunkt
stehen. Für das Kinderfest sind unter anderem Hüpfburg, Karussell, Kinderschminken, Streichelzoo sowie Mitmachzirkus
und natürlich kulinarische Genüsse eingeplant.
Für Nachfragen und Informationen stehen wir Ihnen gern
zur Verfügung:
Tel. 0511/90959-25, Fax 0511/90959-33
E-Mail: [email protected], Internet: www.cic-hannover.de
und
Björn-Oliver Bönsch
- Öffentlichkeitsarbeit Stiftung Hannoversche Kinderheilanstalt
Janusz-Korczak-Allee 12, 30173 Hannover
Mobil: 0177 / 293 33 42
Tel. 0511/8115-1117, Fax 0511/8115-99 1117
E-Mail: [email protected], Internet: www.hka.de
Dr. Barbara Eßer-Leyding MSG
Leiterin Cochlear Implant Centrum Wilhelm Hirte Hannover
Träger: Stiftung Hannoversche Kinderheilanstalt
Gehägestraße 28-30, 30655 Hannover
Text Dr. Barbara Eßer-Leyding MSG
Fotos Lucas Quentin, Zivildienstleistender im CIC
Termine
4. CI-Symposium in Zusammenarbeit mit
der SRH Heidelberg, Bosenbergklinik
Reha Klinik Bad Grönebach:
Schwerpunkt CI
05. - 06.11.2010. Die Veranstaltung rund um das Thema Cochlea-Implantat findet 2010 zum vierten Mal statt.
„Nachdem wir bereits zu den drei vorherigen CI-Symposien
jeweils über 100 Teilnehmer begrüßen durften, gehen wir
auch in diesem Jahr von einem weiter gestiegenen Interesse aus“, sagt Dr. Harald Seidler, Chefarzt der HNO-Klinik in
den MediClin Bosenberg Kliniken.
Information und Anmeldung: 06851/14261, Telefax:
06851/14300. E-Mail: [email protected]
HELIOS Klinik Am Stiftsberg, Fachklinik bei Hörbehinderung und Tinnitus, Innere Medizin, Kardiologie, Orthopädie
und Unfallchirurgie, Dr. Volker Kratzsch, MBA, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Abteilung Hörbehinderung, Tinnitus und Schwindel-Erkrankungen, Telefon: 08334/981-509,
Telefax: 08334/981-599. 01.12. - 22.12.2010
Seminar zur Entscheidungsfindung
„CI – ja oder nein?“
02.-05.09., 02.-05.12.2010.
Kaiserbergklinik Bad Nauheim, Herr Dr. Roland Zeh (Chefarzt), Am Kaiserberg 8-10, 61231 Bad Nauheim, Telefon:
06032/703-710, Telefax: 06032/703-555. E-Mail: Roland.
[email protected], Internet: www.pitzer-kliniken.de
CI-Informations-Seminare in den MediClin
Bosenberg Kliniken, St. Wendel
MediClin Bosenberg Kliniken, 66606 St. Wendel, Chefarzt
HNO-Arzt Dr. Harald Seidler.
Termine: 02.09. - 04.09., 02.12. - 04.12.2010. Im Rahmen
des Seminars erhalten Sie Informationen über CochleaImplantate, über das Hören mit dem CI und die Vorbereitungen, Möglichkeiten und Risiken. Weiterhin erhalten Sie
sämtliche notwendigen Hörtests und diagnostischen Voruntersuchungen, z. B. Kommunikationsstatus und Funktionsfähigkeit der Hörnerven (Elektro-Audiometrie). Information und Anmeldung: 06851/14261, Telefax: 06851/14300.
E-Mail: [email protected]
Infonachmittag im CIC Wilhelm Hirte für
Eltern und Interessierte in Hannover
Infonachmittag im CIC Wilhelm Hirte für Eltern und Interessierte immer freitags: 27.08. / 22.10.2010 jeweils von
14 Uhr bis 18 Uhr. Information und Anmeldung bei Fr. Asmus ([email protected]), Telefon: 0511/90959-0, Telefax:
0511/90959-33. Wir freuen uns auf Sie!
CIC Wilhelm Hirte, Gehägestr. 28-30, 30655 Hannover.
Selbsthilfegruppe für Schwerhörige
Paderborn
VI. AB-Kundentage im Herbst 2010
Der Herbst des Jahres 2010 wird durch die nunmehr 6. Kundentage bestimmt. Wir freuen uns schon heute auf ein Wiedersehen mit einer attraktiven ersten Themenauswahl:
Optimierung der Servicestruktur, Leihverträge und Urlaubslösungen, Wechsel zum C1-Harmony, Handynutzung,
Überprüfem von T-MIC und CO, Clearvoice - Störlärmhilfe
im Alltag.
HIER DIE GEPLANTEN TERMINE: 02.09. in München, 03.09.
in Frankfurt, 04.09. in Hannover, 05.09. in Hamburg, 09.10.
in Köln. Die Welt des Hörens erwartet Sie – Harmony HiResolution Bionic Ear System von Advanced Bionics.
Anmeldungen an: Advanced Bionics GmbH, Leonrodstraße
56, 80636 München, Telefax: 089/452132829 oder E-Mail:
[email protected]
Reguläre Treffen: 03.09., 01.10., 05.11., 03.12. jeweils um
18.30 Uhr, 17.-19.09. Kommunikationswochenende. 22.10.
gemeinsames Essen. 20.11. Kulturveranstaltung (Stadt Paderborn ), 11.12. Adventsfeier, 15.00 Uhr (Bleichstr. 70).
Für Fachvorträge eines HNO-Arztes, Psychologen, Akustikers und für Hörberatung sind Referenten angefragt.
Computerkurs für Mitglieder, nach Absprache die Termine
bitte erfragen. Neu: Jeden 1. Dienstag im Monat allgem. Informationen von 16-18 Uhr in der Beratungsstelle Bleichstr.
70. Tipps von Betroffen für Betroffene und Angehörige, wie
Hörgeräte-Telefonspule und Zusatzgeräte, Schwerbehinterten-Ausweis, Integrationsfachdienst. Was tun, wenn die
Krankenkasse nicht zahlt, Fristen beachten usw.
45
Selbsthilfegruppe Kiel
CI-Selbsthilfe – Neuigkeiten
aus dem hohen Norden
Ich heiße Susanne Depke und werde mich ab sofort in der
Leitung der CI-Selbsthilfegruppe Kiel engagieren. - Herr
Walter Linde wird sich allmählich aus der langjährigen Leitung zurück ziehen. Er steht aber bei Bedarf zunächst weiterhin allen bisherigen Mitgliedern der CI-Selbsthilfegruppe
und auch mir mit Rat und Tat zur Seite.
Jahren in Kiel und arbeite hier als Zollbeamtin. Seit meiner
Geburt bin ich hochgradig schwerhörig, bekam im Alter von
acht Jahren für das rechte Ohr ein konventionelles Hörgerät
und wurde im vergangenen Jahr an der MHH Hannover links
mit einem CI versorgt.
Ich hätte mir gewünscht, schon vor meiner OP mehr Informationen von Betroffenen zu erhalten. Und auch während
meiner Anschlussheilbehandlung in diesem Frühjahr in Bad
Nauheim habe ich gemerkt, wie wertvoll der Austausch mit
Gleichgesinnten ist. - Insbesondere diese Erfahrungen haben mich dazu bewogen, mich verstärkt in die Arbeit der
Selbsthilfegruppe in Kiel einzubringen.
Ich möchte an dieser Stelle
die Chance nutzen, mich
kurz vorzustellen, und dies
zugleich mit dem Angebot
an alle Interessierten / Betroffenen im Großraum Kiel
und im Norden Schleswig
- Holsteins verbinden, gemeinsam eine informative
und gesellige Selbsthilfegruppe zu gestalten.
Susanne Depke
Ich freue mich auf die vor mir liegenden Aufgaben und wünsche mir sehr, dass sich viele Interessierte bei mir melden.
Susanne Depke
Homannstraße 18
24106 Kiel
Telefon 0431/888 07 58
E-Mail: [email protected]
Ich bin gebürtige Münchnerin, 42 Jahre alt, lebe aber
schon seit mehr als zehn
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Deutschland – Serbien 0:1
Dieses Fußballspektakel bescherte mir ein
neues Idol: Lukas Podolski! In intellektueller
Hinsicht erübrigt sich bei diesem Namen jede
Diskussion. Seine menschliche Größe nötigt zur
Bewunderung! Torschüsse, die jeder Beschreibung spotten, und ein verschossener Elfmeter:
er lacht, er grinst, er lässt sich nicht unterkriegen! Diese Haltung sollten wir uns zum Maßstab machen!
Italienische Mode, griechischer Wein, portugiesische Steaks, irischer Whisky, Urlaub in Spanien – wir sollten konsumieren, was das Zeug hält.
Schließlich unterstützen wir dadurch diese Not leidenden Länder, reduzieren damit ihre Defizite und
haben auch selbst noch etwas davon!
Falls Sie es sich also noch leisten können, genießen
Sie ein gutes Essen beim Griechen und geben lächelnd
doppelt soviel Trinkgeld wie gewohnt. Es kommt uns allen
zugute!
Der Name schlägt auch den Bogen zum europäischen Gedanken: Griechenland, Portugal, Irland, Italien und Spanien
werden ihrer Schulden nicht mehr Herr und begeben sich
unter den europäischen 750-Milliarden-Euro-Schirm. Die
Rechnung werden natürlich wir Steuerzahler zu begleichen
haben. Wenn das schon so ist, so wollen wir das Beste daraus machen!
Nehmen Sie Ihre jährliche Rentenauskunft zum Anlass im
Hier und Jetzt zu leben und zu prassen. Später haben Sie
kein Geld mehr dazu!
Carpe diem!
Egid Nachreiner
46
Selbsthilfegruppe Paderborn
Selbsthilfegruppe für
Schwerhörige Paderborn
Bei so genannten „Gesundheitstagen“ und „Selbsthilfetagen“ in der Umgebung Paderborns sind wir mit einem
Infostand vertreten. Gruppenabende gestalten wir stets
zeitnah zu Fachvorträgen, die z. B. von HNO-Ärzten, Akustikern, Rechtsanwälten, Audiotherapeuten gehalten werden, oder zu Berichten von Mitgliedern, die einen Vortrag
oder ein Seminar bei befreundeten Gruppen besucht haben. Zudem informieren wir über medizinische, rechtliche
und technische Fragen und üben das Mundablesen und
das Fingeralphabet.
Auch in der Freizeit sind wir aktiv, treffen uns z. B. zum
Radfahren, Kegeln oder Grillen (hierzu auch unsere Jahresübersicht 2010). Die Gruppe ist inzwischen auf 24 Mitglieder angewachsen, darunter sind zehn CI-Implantierte.
Die genauen Termine zu unseren Treffen finden Sie auf Seite 45.
Gemütliches Kaffeetrinken in gemeinsamer Runde.
Hermann Tilles
Schlaunstraße 6
59590 Geseke
Telefon 02942/6558
Telefax 02942/5798871
[email protected]
Seit 1990 trifft sich die Selbsthilfegruppe für Schwerhörige
regelmäßig am ersten Freitag im Monat in der Bleichstraße 70 in Paderborn zum Gedankenaustausch. Da einige
Mitglieder Kontakte zu anderen Hörgeschädigten-Gruppen
hatten, kam es auch zum Erfahrungsaustausch mit anderen Gruppen und zu Besuchen gemeinsamer Veranstaltungen.
1999 schloss sich die Gruppe dem Landesverband der
Schwerhörigen und Ertaubten NRW an und trat als erste
SHG auch dem Deutschen Schwerhörigen Bund bei.
Neue Mitglieder sind der Gruppe jederzeit herzlich willkommen. Wir haben uns zur Aufgabe gestellt, die Mitglieder mit Rat und Tat zu unterstützen und zu fördern, etwa.
bei der Beantragung eines Behinderten-Ausweises, bei der
Formulierung eines Antrags oder eines Widerspruchs behilflich zu sein. Neu ab Februar 2010: Allgemeine Beratung
Betroffener durch Betroffene, jeweils am ersten Dienstag
im Monat von 16 bis 18 Uhr.
Gruppenleitersemiar in Nieheim
Selbsthilfegruppe bekannt machen?
Sie möchten auf Ihre Selbsthilfegruppe aufmerksam machen? Sie bekannt machen?
Und Sie wären bereit, sie in einem kleinen Beitrag vorzustellen?
Wenn gewünscht, gar mit einem Bild? Dann schreiben Sie uns doch!
Gerne veröffentlichen wir Ihren Artikel in einer unserer nächsten Ausgaben.
Ihre Redaktion
47
Kontaktadressen
Kontaktadressen für CI-Informationen
PLZGebiet
1
2
3
Ansprechpartner/in Anschrift
Telefon / Telefax
E-Mail / Internet
Maryanne Becker
Ketziner Weg 3
13589 Berlin
Telefon 030/91702597
Telefax 030/3756852
www.maryanne-becker.de
Matthias Schulz
Glitzaweg 8
22117 Hamburg
Telefon 040/69206613
[email protected]
Pascal Thomann
Böcklerstr. 32
22119 Hamburg
Telefon 040/65390700
Telefax 040/65390700
[email protected]
Ulrich Lüdeke
Fichtenweg 11a
29225 Celle
Tel./Fax 05141/43435
Mobil 0160/6313591
[email protected]
Susanne Herms
Danziger Straße 34
29439 Lüchow
Telefon 05841/6792
Telefax 05841/974434
[email protected]
Dagmar Urban
Mühlengraben 16
31134 Hildesheim
Telefon 05121/9344108
Telefax 05121/9344107
[email protected]
Roswitha Rother
Lobetalweg 35
33689 Bielefeld
Telefon 05205/71097
[email protected]
Egid Nachreiner
Bahnhofsallee 38
35510 Butzbach
Telefon 06033/748578
Telefax 06033/748578
[email protected]
Hans Peter Berghaus Friedrichstraße 223
42551 Velbert
Telefon 02051/808899
Telefax 02051/808899
Doris Heymann
Auf dem Hohwart 39
44143 Dortmund
Telefon 0231/5313320
Telefax 0231/5312271
[email protected]
Peter Strobel
KCIG e.V.
Ansgarstraße 31
50825 Köln
Telefon 0221/5502727
[email protected]
www.kcig-online.de
Dietrich Werne
Am Ziegelfeld 6
51107 Köln
Telefon 0221/863430
Telefax 0221/863430
[email protected]
Franz Poggel
Kunibertstraße 16
59457 Werl-Büderich
Ralf Janowsky
Wisor 31
59581 Warstein-Allagen
Telefon 02925/2579
Telefax 0721/151207686
[email protected]
Karin Zeh
Telefon 06031/1686519
Telefax 06031/1686520
[email protected]
6
Crößmannstraße 7
61169 Friedberg
Iris Eremit
Taunusstraße 7
63571 Gelnhausen
Telefon 06051/66539
Telefax 06051/66539
7
Florian Pietsch
LKHD e.V.
Provenceweg 18
72072 Tübingen
Bildtelefon 07071/968485
Telefax 07071/538068
fl[email protected]
SHV München/Obb. e.V.
8
Gottfried-Böhm-Ring 1
81369 München
Telefon 089/7809508
Telefax 089/78018340
[email protected]
www.shv-muenchen.de
Dorothea Böhme
Kormannstraße 5c
82362 Weilheim
9
Rolf Hörndlein
SH-Seelsorge der ELKB
Egidienplatz 33
90403 Nürnberg
4
5
[email protected]
[email protected]
Telefon 0911/2141550
Telefax 0911/2141552
[email protected]
www.schwerhoerigenseelsorge-bayern.de
Kontaktadressen Österreich
CI-AA
Karl-Heinz Fuchs
Obmann-Stellvertreter
Währinger Straße 6-8
A-1090 Wien
Fax 0043(0)7252/77758
Kontaktadressen Schweiz
Monika SchlachterPlüss SVEHK
Freiburgstraße 21
CH-3150 Schwarzenburg
Tel. 0041(0)317313344
Fax 0041(0)317313344
[email protected]
www.svehk.ch
CI-Interessen
gemeinschaft
Freiburgstraße 21
CH-3150 Schwarzenburg
Tel. 0041(0)443631200
Fax 0041(0)443631303
[email protected]
www.cochlea-implantat.ch
48
CI-Selbsthilfegruppen
PLZGebiet
1
2
3
4
5
7
8
9
Ansprechpartner/in Anschrift
Telefon / Telefax
E-Mail / Internet
Maryanne Becker
Ketziner Weg 3
13589 Berlin
Telefon 030/91702597
Telefax 030/3756852
[email protected]
Dagmar Behnke
Carstennstraße 43b
12205 Berlin
[email protected]
Susanne Depke
Homannstr. 18
24106 Kiel
[email protected]
Matthias Schulz
Glitzaweg 8
22117 Hamburg
Telefon 040/69206613
[email protected]
Pascal Thomann
Böcklerstr. 32
22119 Hamburg
Telefon 040/65390700
Telefax 040/65390700
[email protected]
Ingrid Harms
SHG Lüneburg
Böhmholzerweg 18
21394 Heiligenthal
Telefon 04135/7718
Telefax 04135/8520
[email protected]
Fred Supthut
Steinkamp 24
23845 Grabau
Telefon 04537/266
Telefax 04537/266
[email protected]
Lisa Plümer
Fehmarnstraße 31
27755 Delmenhorst
Telefon 04221/23332
Telefax 04221/802412
[email protected]
Susanne Herms
und
Danziger Straße 34
29439 Lüchow
Telefon 05841/6792
Telefax 05841/974434
[email protected]
www.shg-besser-hoeren.de
Birgid Lumma
Hauptstraße 3
28488 Lübbow
Telefon 05843/1386
Telefax 05843/308556
Rolf Erdmann
SHG für Hörgeschädigte
an der VHS Hannover
Linzer Straße 4
30519 Hannover
Telefon 0511/8386523
Telefax 0511/8386523
Pia Schweizer
SHG für Kinder u. Eltern
Goethestraße 4
30952 Ronnenberg
Telefon 05643/8881
Telefax 05643/8881
Gisela Mätzke
Holtrupper Weg 13
34434 Borgenteich
Telefon 0511/466492
Telefax 05643/8881
[email protected]
Doris Heymann
Auf dem Hohwart 39
44143 Dortmund
Telefon 0231/5313320
Telefax 0231/5312271
[email protected]
Stefanie Keßels
und
Im Tannenwinkel 4a
41749 Viersen
Telefon 02162/1032879
[email protected]
Irmgard Fölting
SHG im Kreis Viersen
Kapellenbruch 192
41372 Niederkrüchten
Telefon 02163/58953
Telefax 02163/58953
[email protected]
www.dazugehoeren.eu
Elvira Mager
SHG Ruhrgebiet Nord
Sadeckistraße 9
46284 Dorsten
Telefon 02362/71145
Telefax 02362/776214
[email protected]
Ingrid und
Dahlienweg 7
Hans-Jürgen Meißner 46499 Hamminkeln
SHG Ruhrgebiet West
Telefon 02852/6361
Telefax 02852/6361
[email protected]
Maria Hohnhorst
Im langen Thron 2
49424 Goldenstedt
Telefon 04444/2405
Telefax 04444/989725
[email protected]
Ricarda Wagner
und
Kärntner Straße 31
57223 Kreuztal
Tel. 02732/6147 oder 3823
Telefax 02732/6222
[email protected]
Michael Stötzel
SHG Südwestfalen
Bergstraße 6
57271 Hilchenbach
Telefon 02733/51324
[email protected]
Hermann Tilles
SHG Paderborn
Schlaunstraße 6
59590 Geseke
Telefon 02942/6558
Telefax 02942/5798871
[email protected]
Rainer und
Marlies Wulf
Am Wäldchen 19
59069 Hamm
Telefon 02385/3115
Telefax 02385/771235
[email protected]
www.ci-shg-hamm.de
Renate Stoll
Ulmenstraße 6
73066 Uhingen
Telefon 07161/32344
Telefax 07161/32374
Regine Zille
Arberweg 28
85748 Garching
Telefon 089/32928926
Fax 01805/06034592718
Adelheid Braun
Richard-Wagner-Weg 7
96450 Coburg
Elke und Karl Beck
SHG CI-Träger
in Thüringen
Kleinrettbach Brühl 33
99192 Gamstädt
Margit Gamberoni
SHG Bamberg
Auf dem Lerchenbühl 34
96049 Bamberg
[email protected]
[email protected]
[email protected]
Telefon 036208/71322
Telefax 036208/71322
[email protected]
[email protected]
www.schwerhoerige-bamberg.de
49
Hannoversche Cochlear-Implant-Gesellschaft e.V.
Wir bieten Ihnen eine kostenlose Beratung im
Rahmen der Selbsthilfe. Wir sind selber CI-Träger
und haben Hörgeräte genutzt. Im direkten Gespräch
möchten wir uns mit Ihnen austauschen. Durch unsere Erfahrungen können wir Sie unterstützen und
wichtige Hinweise geben. Profitieren Sie davon und
nehmen Sie unser Angebot in Anspruch.
ittwoch
M
n
e
d
e
J
Uhr und
0
0
:
2
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10 : 00
*
6: 00 Uhr
1
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0
:
3
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Sie finden uns im Hörzentrum Hannover
Karl-Wiechert-Allee 3 · 1. Etage · Seminarraum 1165
Wir empfehlen vorherige Terminvereinbarung!
Ihr HCIG-Beraterteam
Egid Nachreiner
Dipl. Sozialpädagoge
Audiotherapeut
[email protected]
Telefon 06033/748578
Telefax 06033/748578
Ebba Morgner-Thomas
Stellv. Vorsitzende der HCIG
ebba.morgner-thomas
@hcig.de
Telefon 02304/72631
Telefax 02304/72631
Susanne Herms
Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit der HCIG
[email protected]
Telefon 05841/6792
Telefax 05841/974434
Manfred Schumacher
Vorsitzender der HCIG
manfred.schumacher
@hcig.de
Telefon 04261/846185
Telefax 04261/846172
Jeden Mittwoch 10:00 - 12:00 Uhr und 13:00 - 16:00 Uhr *
18.08.2010 Egid Nachreiner*
22.09.2010
Ebba Morgner-Thomas
27.10.2010
Ebba Morgner-Thomas
25.08.2010 Manfred Schumacher
29.09.2010
Manfred Schumacher
03.11.2010
Susanne Herms
01.09.2010
Ebba Morgner-Thomas
06.10.2010
Ebba Morgner-Thomas
10.11.2010
Manfred Schumacher
08.09.2010
Susanne Herms
13.10.2010
Manfred Schumacher
17.11.2010
Egid Nachreiner*
15.09.2010
Egid Nachreiner*
20.10.2010
Manfred Schumacher
24.11.2010
Susanne Herms
Unser Angebot wird ermöglicht durch die Zusammenarbeit von
Hannoversche
Cochlear-Implant
Gesellschaft e.V.
*Herr Nachreiner ab 10:30 Uhr
Beratungstermine Mai - August 2010
Wir über uns
Die Hannoversche Cochlear-Implant-Gesellschaft e.V.
Wir über uns
Fragen bieten wir unseren Mitgliedern kostenlose Beratung an.
Wir veranstalten Seminare und Workshops zu vielen Themen rund um die Hörschädigung, die für Mitglieder vergünstigt angeboten werden.
Die Hannoversche Cochlear-Implant-Gesellschaft e.V. (HCIG)
wurde im Herbst 1996 an der HNO-Klinik der Medizinischen
Hochschule Hannover (MHH) gegründet. Der Verein hat das
Ziel, die Interessen aller Cochlea-Implantat-Träger der MHH
zu vertreten. Die HCIG ist von der Medizinischen Hochschule unabhängig, arbeitet jedoch mit ihr eng zusammen. Wir
verfolgen mit diesem Konzept die Absicht, das an der MHH
vorhandene Fachwissen und die dort vorhandenen Kontakte aktiv in unsere Vereinsarbeit einzubringen.
Erfahrungsaustausch
Vor allem aber verstehen wir uns auch als Erfahrungs-Vermittlungsstelle. Vielleicht kommt der eine oder andere mit
den technischen Details der CIs nicht zurecht oder es gibt
Schwierigkeiten mit Krankenkassen, Kostenträgern oder
Servicefirmen. Andere unserer Mitglieder hatten möglicherweise dieselben Probleme und haben diese bereits für
sich gelöst. An dieser Stelle setzt der Erfahrungsaustausch
ein. Denn es muss nicht jeder das Rad neu erfinden. Alle
unsere Mitglieder sind aufgerufen, unsere Vereinszeitschrift
mit ihren einschlägigen Erfahrungen mitzugestalten, sei es
als Leserbrief oder sei es als Beitrag in »Aufsatzform«.
Mitgliedschaft
Jeder kann bei uns Mitglied werden. Stimmberechtigte (ordentliche) Mitglieder müssen jedoch entweder an der MHH
versorgte CI-Träger sein, CI-Träger, die an der MHH ihre
Nachsorge durchführen lassen oder Eltern von CI-Kindern
sein, die an der MHH versorgt wurden (bei Volljährigkeit
geht das Stimmrecht auf das Kind über). Auch Mitarbeiter
des CI-Teams der MHH können ordentliche Mitglieder werden. Alle weiteren Mitglieder werden als Fördermitglieder
geführt. Wir wollen mit dieser Konstruktion gewährleisten,
dass auch wirklich die Betroffenen das letzte Wort haben.
Selbstverständlich aber haben aktive Mitglieder bei uns immer Gewicht, egal ob sie nun ordentliche oder fördernde
Mitglieder sind.
Mehr muss der Spaß nicht kosten
Mitglieder zahlen jährlich 30 Euro Beitrag. Dieser erfasst die
gesamte Breite unserer Vereinsangebote sowie den Bezug
unserer Vereinszeitschrift »Ciimpulse« viermal im Jahr.
Außerdem besteht für HCIG-Mitglieder die Möglichkeit des
Bezugs der DCIG-Zeitschrift »Schnecke« im günstigen Sammelabonnement.
Service
Wir wollen unseren Mitgliedern allgemeine Informationen
über Cochlea-Implantate und Fortschritte in diesem Bereich bieten. Dafür geben wir die Vereinszeitschrift »ciimpulse« heraus und unterhalten eine umfassende Homepage im Internet unter www.hcig.de. Für sozialrechtliche
Sie sind neugierig geworden? Dann gibt´s nur eins: Mitglied
werden! Unsere Formulare finden Sie umseitig.
Aus Gründen der Datensicherheit bitten wir Sie, Ihre Anmeldung abzutrennen und im Couvert zu versenden.
Postanschrift: c/o Hörzentrum der MHH · Karl-Wiechert-Allee 3 · 30625 Hannover
Vorsitzender:........................................................................................Manfred Schumacher, Dipl.-Verwaltungswirt
Stellvertretende Vorsitzende:...........................................................Ebba Morgner-Thomas
Schriftführer:.......................................................................................Prof. Dr. Thomas Lenarz
Kassenführer:......................................................................................kommisarisch: Ebba Morgner-Thomas
Vorstand für sozialrechtliche Belange:...........................................Egid Nachreiner, Dipl.-Sozialpädagoge
Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit:..................................................Susanne Herms
Geschäftsführer:..................................................................................Ingo Klokemann
Technikkommission:...........................................................................Ralf Janowsky, Dipl.-Ingenieur
Unser Spendenkonto: SSK Hannover · Konto 843563 · BLZ 25050180
51
Anmeldeformulare
Sichern Sie sich
Ihre Ciimpulse mit
Ihrer Mitgliedschaft
in der HCIG!
Anmeldung zur Mitgliedschaft in der HCIG
(Jahresbeitrag zurzeit 30 Euro)
Name:.......................................................................Vorname:....................................................................
Straße:..............................................................................................Geburtsdatum:..................................
PLZ/Ort:............................................................................................Beruf:..................................................
Telefon:......................................................................Telefax:......................................................................
E-Mail:............................................................................................................................................................
 Ich möchte ordentliches Mitglied werden.
 Die Implantation bei mir wurde an der MHH durchgeführt.
 Die Implantation bei mir wurde nicht an der MHH durchgeführt.
Ich werde jedoch im Rahmen der Nachsorge an der MHH betreut.
 Ich bin Elternteil eines Kindes mit Implantation an der MHH.
 Ich bin Elternteil eines CI-Kindes. Die Implantation wurde nicht an der MHH
durchgeführt. Mein Kind wird jedoch im Rahmen der Nachsorge an der MHH
oder in einem angeschlossenen CIC (Wilhelm Hirte oder Werscherberg) betreut.
Vor- und Zuname des Kindes:............................................................................................
Ihre Anmeldung zur
Mitgliedschaft
senden Sie bitte an:
Frau
Ebba Morgner-Thomas
Kirchstraße 63
58239 Schwerte
Telefax:
02304/72631
E-Mail:
ebba.morgner-thomas
@hcig.de

Geburtsdatum des Kindes:.................................................................................................
Angaben zum CI:
CI-Fabrikat:................................................................
Implantierende Klinik:.................................................................................................................................
Datum der Implantation:.......................................Datum der Erstanpassung:....................................
 Ich möchte förderndes Mitglied werden. (Obige Kriterien treffen nicht zu.)
 „Ich bin durch meine Anmeldung und Teilnahme damit einverstanden, dass zufällig von mir
angefertigte Bilder auch in den „Ciimpulsen“ (Vereinszeitschrift der HCIG) veröffentlich werden.“
Einzugsermächtigung:
 Ich willige ein, dass der Mitgliedsbeitrag von meinem Konto bis auf Widerruf abgebucht wird.
Bankverbindung:
Institut:.......................................................................
Kto.-Nr.:.................................................................... BLZ:.............................................................................
........................................................................................................................................................................
Ort, Datum
Unterschrift
Schnecke-Sammelabo
Falls Interesse besteht:
Ihre Bestellung der
Schnecke im Sammelabo
senden Sie bitte an:
Frau
Ebba Morgner-Thomas
Kirchstraße 63
58239 Schwerte
Telefax:
02304/72631
E-Mail:
ebba.morgner-thomas
@hcig.de
 Ja, ich möchte als Mitglied der HCIG die Schnecke im Sammelabonnement zum Preis von
14,50 Euro beziehen. Die für diesen Bezug notwendige Vollmacht zum jährlichen Lastschrifteinzug des Betrages erteile ich hiermit. Diese Vollmacht kann ich jederzeit widerrufen, mit Widerruf läuft auch das Abonnement aus.
Name:.......................................................................Vorname:....................................................................
Straße/Nr.:.......................................................................................Geburtsdatum:..................................
PLZ/Ort:.........................................................................................................................................................
Telefon:.....................................................................Telefax:.......................................................................
E-Mail:...............................................................................................HCIG-Mitglieds-Nr.:..........................
Bankverbindung:
Institut:.......................................................................
Kto.-Nr.:.................................................................... BLZ:.............................................................................
........................................................................................................................................................................
Ort, Datum
Unterschrift
Ich weiß, wovon ich spreche.
Und die auch!
Am besten ist, man hat jemanden, mit dem man sich
direkt versteht. Der Rest läuft dann einfach wie von selbst.
Willkommen beim Cochlear ™ Service.
Cochlear ™ Service
Telefon 0511-5 42 77 50, Fax 0511-5 42 77 81
[email protected]
www.cochlear-service.de
Ihr direkter Draht zu den Experten:
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Störer
Headline
Zwischenheadline
It lor senit nullandre ex et lam, consectet ut in vent venim
zzril dionsed eugue exerat. Dui ea con eugiat ullut amcommy nullam ipit dit init aut am, commy nostie con ectet
eugiam euisiss equismo dionulput alisl iuscilis ex ex ectet,
sed tie vel dolore dolobore tem zzrit wis augue ming eu
faccumsan velis nos nostrud dignim incipis niam zzriliquam
zzrilisim dolor sectet, conummolor aliquam, verat. Lestissi
Zwischenheadline
et venibh erciduiscip eugiam quate dolor at lum alis num
duissim zzrit lumsan vel er summodo odiam qui tetumsa
ndipis do odiamco mmodit iriliquipis nulluptat, vel ulla commodio del elis nit acin ver in ulla facidunt alis nullan vulla
facin ex el ullum quatumsan esto core tate tat.
Lut amconsenibh exero odigna feugueDuip et adignit ipiscil
ipis dolorem eugue eu faci eliqui tie erci tie delenit adipiscip
et adit init aliquam vel ut luptat. Num iusto corperos eugait
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