Gesund ernähren mit Rheuma - MSD

Werbung
Gesund ernähren
mit Rheuma
Rezepte und
es
Wissenswert
INHALT
2
INHALT
Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
Wissenswertes – Ernährungsformen
Schulmedizin oder alternative Heilverfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
Gibt es eine Rheumadiät? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
Empfehlenswert: Die Mittelmeerkost . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
Bemerkenswertes – Nahrungsmittel
Gibt es „gute“ und „schlechte“ Nahrungsmittel? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
Kurzporträts. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
Kohlenhydrate und Ballaststoffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
Proteine. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
Fette . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
Vitamine . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
Calcium . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
Spurenelemente – Selen, Zink, Eisen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
Kochsalz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
Beachtenswertes – Rheuma
Idealgewicht oder Übergewicht: Wo liegt die goldene Mitte? . . . . . . . . . . . . . . 37
Heilfasten: Nützlich oder riskant? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
Auf ein Wort: Alkoholische Getränke. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
Unterstützen Nahrungsergänzungsmittel?. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43
Ein Sonderfall: Die Gicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45
Hilfreiches – Alltag
Nützliche Küchenhelfer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49
Tipps zur Zubereitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50
Saisonkalender . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
Rezepte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56
3
VORWORT
Prof. Dr. med. Gernot Keyßer
Liebe Leser,
wenn eine Patientin oder ein Patient mit der Diagnose einer entzündlichen Gelenkerkrankung
konfrontiert wird, ergeben sich viele Fragen. Eine davon lautet: Habe ich durch falsche
Ernährung zur Entstehung der Erkrankung beigetragen? Außerdem wird der Arzt oft gefragt:
Wie muss ich mich ernähren, damit meine Erkrankung möglichst wenige Probleme bereitet?
Zusammenhänge zwischen der Krankheitsentstehung und der Ernährung wurden zwar immer
wieder vermutet, es gibt aber nur wenige – und zudem sehr schwache - Hinweise darauf, dass
Nahrungs- oder Genussmittel an der Auslösung einer Rheumatoiden Arthritis (RA) beteiligt
sein könnten. Der stärkste vom Patienten beeinflussbare Faktor, der eine RA begünstigt, ist das
Rauchen. Zigaretten sind zwar keine Nahrungsmittel, aber der griechische Begriff „Diät“
bedeutet „Lebensweise“ – und dazu gehört das Rauchen ohne Zweifel. Außerdem gibt es
Grund zur Annahme, dass ein geringer (!) Alkoholgenuss, der den Umfang eines alkoholischen
Getränks pro Tag nicht überschreitet, einen gewissen Schutz vor einer RA gewähren könnte.
Wesentlich spärlicher, aber dennoch begründet sind Hinweise, wonach ein regelmäßiger
4
VORWORT
Genuss von fettem Seefisch (wie z.B. Lachs, Thunfisch) und von Obst und Gemüse das Risiko
vermindern kann, eine RA zu bekommen. Andererseits wurde vielfach angenommen – oder
auch im Brustton der Überzeugung behauptet – dass zu viel „rotes“ Fleisch (also Rind- und
Schweinefleisch sowie Wild) Auslöser für eine RA seien. Auch wenn wir aus Gründen, die wir
weiter später erläutern werden, von einem übermäßigen Fleischverzehr abraten, ist diese
Annahme bisher nicht eindeutig bewiesen – und das, obwohl gerade diese Frage an
Bevölkerungsstudien mit Tausenden von Teilnehmern intensiv geprüft worden ist.
Was auch immer wissenschaftliche Studien in Zukunft erbringen werden: Es ist für den
einzelnen Rheumapatienten weder sinnvoll noch hilfreich, nach „falschen“ Ernährungsweisen
in der Vergangenheit zu forschen und diesen eine Schuld am Ausbruch der Erkrankung
zuzuweisen.
Ist der oder die Betreffende jedoch an einer RA erkrankt, lohnt sich in jedem Fall der Blick nach
vorn: Es ist wichtig für Sie als Rheumapatienten zu wissen, welche Lebensmittel positiv, und
welche negativ auf Ihre Gesundheit wirken könnten.
Und damit dieses Wissen nicht nur trockene Theorie bleibt, sind passende Rezepte für Sie
ausgewählt worden, die einfach zu kochen, gesund – und lecker sind!
Viel Freude, gutes Gelingen und vor allem einen guten Appetit wünscht
Prof. Dr. med. Gernot Keyßer
5
WISSENSWERTES – ERNÄHRUNGSFORMEN
6
WISSENSWERTES – ERNÄHRUNGSFORMEN
Das Dauerthema:
Schulmedizin oder alternative Heilverfahren?
In der Rheumatherapie gibt es kein „Entweder – Oder“: Es geht bei der Behandlung
entzündlicher Erkrankungen nicht darum, das Leiden entweder mit der klassischen
„Schulmedizin“ oder „sanften Methoden“, wie etwa einer Ernährungsumstellung zu behandeln.
Unsere Rheumamedikamente sind bei vielen Patienten im Allgemeinen wirksam und verträglich,
und können oft vor Gelenkzerstörung schützen. Eine Ernährungstherapie allein kann dagegen
den Krankheitsverlauf nicht zufriedenstellend beeinflussen, sondern wird immer Ergänzung
bleiben. Dennoch gilt: Mit der richtigen Ernährung beeinflussen Sie Ihre Gesundheit positiv.
Doch was bedeutet „richtige Ernährung“ für Sie als Rheumapatienten? Welche Lebensmittel
sind gut für Sie, wo verstecken sich ungesunde Zutaten?
7
WISSENSWERTES – ERNÄHRUNGSFORMEN
8
WISSENSWERTES – ERNÄHRUNGSFORMEN
Vollwertkost, Vegetarisch, Vegan, Glutenfrei,
Hypoallergen – gibt es eine Rheumadiät?
Die verwirrende Vielzahl unterschiedlicher Diätformen erfordert zunächst eine
Begriffsbestimmung einiger Exemplare:
Als Vollwertkost wird eine überwiegend pflanzliche Ernährungsweise bezeichnet, die von der
Annahme ausgeht, dass ein Lebensmittel umso wertvoller sei, je geringer es verarbeitet ist. So
gilt rohes Gemüse als wertvoller im Vergleich zu gekochtem Gemüse. Die Ernährungsform ist
überwiegend pflanzlich, geringe Mengen an Milchprodukten und Fleisch sind jedoch erlaubt.
Auch wenn einige Prinzipien dieser Ernährung modernen Grundsätzen einer vollwertigen Kost
gemäß der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (s.u.) entsprechen, hält die einfache
Unterteilung in „gute“, weil gering verarbeitete und „weniger gute“, weil verarbeitete Nahrung
heute einer wissenschaftlichen Prüfung nicht mehr stand. Ganz davon abgesehen, dass einige
Nahrungsmittel erst durch Zubereitung bekömmlich werden (z.B. Kartoffeln).
Als Vegetarismus wird eine Ernährung bezeichnet, die auf Fleisch und Fleischprodukte wie
Wurst oder Schinken sowie Fisch verzichtet. Häufig wird jedoch der Genuss von Eiern und
Milch sowie Milchprodukten einbezogen (Ovo-Lacto-Vegetarismus).
Veganismus: Diese rein pflanzliche Ernährung verzichtet grundsätzlich auf alle Lebensmittel,
die irgendeinen tierischen Bestandteil enthalten. Das bedeutet, dass Veganer weder Eier noch
Milch, aber auch keinen Honig zu sich nehmen. Ebenso werden Produkte abgelehnt, die
Gelatine enthalten. Diese Ernährungsform macht die Zufuhr von Vitamin B12 notwendig, da
dieses Vitamin ausschließlich in tierischen Produkten enthalten ist. Außerdem muss auf eine
ausgewogene Eiweißzufuhr geachtet werden, um keinen Mangel an bestimmten Aminosäuren
entstehen zu lassen.
9
WISSENSWERTES – ERNÄHRUNGSFORMEN
Glutenfreie Kost schließt alle Getreideprodukte aus, die Gluten, das sogenannte „Klebereiweiß“ enthalten. Dazu gehören v.a. Weizen, Roggen und Gerste. Diese Kostform ist
lebenswichtig für Patienten mit einer Zöliakie, also einer angeborenen oder erworbenen
Überempfindlichkeit gegen Gluten.
Hypoallergene Diätformen verzichten auf bestimmte Nahrungsmittelbestandteile, die
Allergien auslösen. Oft wird vor Beginn einer solchen Diät eine Testung auf
Nahrungsmittelallergene durchgeführt, und die entsprechenden Allergene dann von dem
Speiseplan ferngehalten.
Ist eine der o.g. Diätformen als Rheumadiät geeignet? Wissenschaftliche Untersuchungen
mit Rheumapatienten gibt es zu den meisten der o.g. Kostformen. Allerdings hat keine Studie
überzeugend nachweisen können, dass eine bestimmte Ernährung über längere Zeit und
nachhaltig den Krankheitsverlauf beeinflussen kann. Darüber hinaus stellt eine radikale
Umstellung der Ernährung oft einen großen Eingriff in die Lebensqualität der Betroffenen dar.
Daher gilt es bei der Beratung von Rheumapatienten immer Extreme zu vermeiden. Statt einer
bestimmten „Rheumadiät“ zu vertrauen, sei die Betonung auf eine vollwertige Ernährung
gelegt. Darunter versteht man nach der Definition der Deutschen Gesellschaft für Ernährung
(DGE) eine Kost, die alle lebensnotwendigen Nährstoffe in der richtigen Menge, im richtigen
Mischungsverhältnis und in der richtigen Form enthält. Dieses Ziel kann man mit einer
Mischkost oder einer vegetarischen Kost erreichen.
10
WISSENSWERTES – ERNÄHRUNGSFORMEN
Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln
der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V.
1.
Vielseitig essen – Genießen Sie die Lebensmittelvielfalt
2.
Reichlich Getreideprodukte (wie Brot, Nudeln, Reis, Getreideflocken)
– und Kartoffeln
3.
Gemüse und Obst – Nimm „5 am Tag“ (5 Portionen)
4.
Täglich Milch und Milchprodukte; ein- bis zweimal in der Woche Fisch;
Fleisch, Wurstwaren sowie Eier in Maßen
5.
Wenig Fett und fettreiche Lebensmittel
6.
Zucker und Salz in Maßen
7.
Reichlich Flüssigkeit – Trinken Sie rund 1,5 Liter täglich – bevorzugen
Sie Wasser und andere energiearme Getränke
8.
Schmackhaft und schonend zubereiten – bei möglichst niedrigen
Temperaturen, mit wenig Wasser und wenig Fett
9.
Sich Zeit nehmen und das Essen genießen
10. Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben
modifiziert nach DGE
(ww.dge.de/pdf/10-Regeln-der-DGE.pdf; Einsicht 21.07.2013)
Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Homepage der
Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (www.dge.de).
11
WISSENSWERTES – ERNÄHRUNGSFORMEN
12
WISSENSWERTES – ERNÄHRUNGSFORMEN
Empfehlenswert: Die Mittelmeerkost
Es gibt eindeutige wissenschaftliche Beweise für die günstigen Effekte der Mittelmeerkost:
Sie beugt der Entstehung von Diabetes und Übergewicht vor und kann bei Patienten mit einer
Rheumatoiden Arthritis (RA) ein Nachlassen von Gelenkschwellung und Gelenkschmerzen
begünstigen. Dieser Effekt entspricht zwar in seinem Ausmaß nicht dem einer gut
eingestellten medikamentösen Behandlung, kann aber die Wirksamkeit von Arzneimitteln
sinnvoll ergänzen. Außerdem ist mittlerweile bekannt, dass Patienten mit RA ein deutlich
erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. Daher sollte ein Rheumatiker
besonders sorgfältig auf ein ausgewogenes Verhältnis der zugeführten Nahrungsfette achten
– und dafür ist die mediterrane Ernährungsform ein geeignetes Instrument.
Die Grundzüge der Mittelmeerkost
Bei der Mittelmeerkost liegt die Betonung besonders auf pflanzlichen Speisen: Viel Gemüse in
zahlreichen Zubereitungsformen, dazu Getreideprodukte wie Pasta aus Hartweizengrieß, ohne
Beimischung von Eiern. Hauptlieferant von Fettsäuren sind Olivenöl und andere pflanzliche Öle.
Dafür wird die Zufuhr von rotem Fleisch deutlich reduziert, zugunsten von Fisch und
Meeresfrüchten. Reiner Zucker wird durch Früchte ersetzt, Milchprodukte in mageren
Zubereitungsformen genossen: Joghurt, Käse, Quark. Dazu kommt die verdauungsfördernde
Wirkung reichlich verwendeter Gewürze und der maßvolle Genuss von (Rot-)wein direkt zu den
Mahlzeiten.
Rheumatiker haben von dieser Art der Ernährung somit einen mehrfachen Nutzen. Dazu
kommt, dass diese Küche ausgesprochen schmackhaft und abwechslungsreich ist.
Der Freude an einem guten Essen steht somit nichts im Wege.
13
BEMERKENSWERTES - NAHRUNGSMITTEL
14
BEMERKENSWERTES - NAHRUNGSMITTEL
Gibt es „gute“ und „schlechte“ Nahrungsmittel?
Rheumapatienten fragen sich oft, ob ihre Erkrankung durch Nahrungsmittel verschlimmert
oder unterhalten wird. Wissenschaftliche Untersuchungen, mögliche Arthritis-verstärkende
Nahrungsmittel durch allmählichen Kostaufbau zu finden, haben jedoch keine schlüssigen
Ergebnisse erbracht. Wenngleich ein Teil der Patienten berichtet, nach Aufnahme bestimmter
Speisen und Getränke mehr Gelenkschmerzen und –schwellungen zu haben. Dabei werden
jedoch ganz verschiedene Lebensmittel genannt: häufig Fleisch, aber auch Süßwaren, Wein,
Zitrusfrüchte oder Kaffee.
Zudem gibt es in der Tat Fälle von Lebensmittelallergien, die (z.B. auf Kuhmilch) mit
Gelenkschmerzen einhergehen – das ist jedoch nur sehr selten der Fall. Dennoch gilt:
Beobachten Sie eine Zunahme Ihrer Gelenkschmerzen unter einer bestimmten Kost, sollte
dies ernst genommen und die entsprechenden Lebensmittel gemieden werden.
15
BEMERKENSWERTES - NAHRUNGSMITTEL
Kurzporträt Nahrungsmittel
Kohlenhydrate und Ballaststoffe
Zu einer vollwertigen Ernährung gehört eine ausgewogene, auf Gewicht und Situation des
Patienten abgestimmte Versorgung mit Kohlenhydraten. Diese dienen dem menschlichen
Körper als Hauptenergielieferant. Werden mehr Kohlenhydrate aufgenommen als der Körper
benötigt, werden sie in Form von Depotfetten gespeichert – der Mensch nimmt zu.
Allerdings schwächen entzündlich-rheumatische Erkrankungen den Körper häufig stark und
können zu einem Gewichtsverlust führen. Daher ist es wichtig, bei Normal- oder Untergewicht
auf eine ausreichende Kohlenhydratzufuhr zu achten, um eine Mangelernährung zu vermeiden.
16
BEMERKENSWERTES - NAHRUNGSMITTEL
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt gesunden Erwachsenen, mindestens
50 % ihrer täglichen Energiezufuhr in Form von Kohlenhydraten zu essen. Dabei sollen
vorzugsweise komplexe Kohlenhydrate aufgenommen werden, wie sie Getreide,
Getreideerzeugnisse aus Vollkorn, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten (z.B. Erbsen, Bohnen) und
Kartoffeln bieten. Denn diese Nahrungsmittel enthalten nicht nur Kohlenhydrate, sondern auch
Ballaststoffe. Diese Bestandteile pflanzlicher Lebensmittel sind ebenfalls Kohlenhydratverbindungen. Sie werden nicht oder nur teilweise abgebaut und somit weitgehend unverdaut
wieder ausgeschieden.
Dennoch haben Ballaststoffe wichtige Funktionen:
Durch ihre Fähigkeit Wasser zu binden, erhöhen sie die Stuhlmenge und regen die
Darmtätigkeit an. Dafür ist es auch wichtig ausreichend zu trinken.
Zusätzlich verstärkt der besser gefüllte Darm das Sättigungsgefühl - eine wichtige
„Ess-Bremse“ für Übergewichtige.
Ballaststoffe führen dazu, dass Kohlenhydrate mit einer zeitlichen Verzögerung aus dem
Darm in das Blut abgegeben werden. Der Blutzuckerspiegel steigt dadurch langsamer:
Ballaststoffe sind daher insbesondere für Diabetiker zur Steuerung des Blutzuckerspiegels
wichtig.
Außerdem binden Ballaststoffe Cholesterin und Gallensäuren und haben so positive
Auswirkungen auf den Fettstoffwechsel.
Auch wenn nicht alle wissenschaftlichen Studien eine positive Wirkung von Ballaststoffen
zeigen konnten, weisen zahlreiche Untersuchungen darauf hin, dass Ballaststoffe das Risiko
von Herzinfarkt und Darmkrebs vermindern können.
Neben Obst und Gemüse sind Ballaststoffe vor allem in Getreide zu finden. Da sie besonders in
den Randschichten der Getreidekörner vorhanden sind, ist der Verzehr von Vollkornprodukten zu
empfehlen.
17
BEMERKENSWERTES - NAHRUNGSMITTEL
Proteine (Eiweiß)
Proteine sind mit Kohlenhydraten und Fetten die wichtigsten Bestandteile unserer Ernährung.
Sie dienen als unersetzbare Bausteine für den Aufbau körpereigener Proteine, die für alle
Wachstums- und Entwicklungsvorgänge notwendig sind, aber auch den Körper gegen Stress
schützen und die Leistungsfähigkeit steigern. Dabei sind Qualitätsunterschiede zu beachten:
Nicht jedes Protein ist gleich wertvoll. Wichtig ist ein hoher Anteil an sogenannten essentiellen
Aminosäuren – also denjenigen Proteinbausteinen, die unser Körper nicht selbst herstellen kann
und daher mit der Nahrung aufgenommen werden müssen. Fettarme Milchprodukte und
Fleisch sind beispielsweise reich an diesen unentbehrlichen Aminosäuren.
18
BEMERKENSWERTES - NAHRUNGSMITTEL
Fisch ist als Protein-Quelle für Rheumatiker gut geeignet – er enthält alle essentiellen
Aminosäuren in einer für den Körper besonders leicht verfügbaren Form. Fetter Seefisch ist
außerdem reich an wertvollen Omega-3-Fettsäuren (siehe Kapitel Fette).
Es ist eine weit verbreitete Annahme, dass eine ausreichende Eiweißzufuhr nur über tierisches
Protein erreicht werden kann. Dabei enthalten auch viele pflanzliche Nahrungsmittel
nennenswerte Mengen an Eiweiß. Wenngleich eine ausschließlich pflanzliche (also vegane)
Ernährung für Rheumatiker nicht empfohlen wird, können Veganer mit einer bewusst
ausgesuchten Mischung pflanzlicher Speisen eine ausreichende Eiweißversorgung erreichen.
Bei einer Ernährung, die pflanzliche Produkte in den Vordergrund stellt, nicht auf Milchprodukte
und Eier verzichtet und sich im Wesentlichen auf eine Fleischmahlzeit pro Woche beschränkt,
ist ein ernährungsbedingter Eiweißmangel nicht zu erwarten.
Bei tierischen Nahrungsmitteln ist „rotes“ Fleisch (also Schwein, Rind und Wild) wegen der oft
hohen Anteile an entzündungsfördernden Omega-6-Fetten und Arachidonsäure mit
Zurückhaltung zu genießen (siehe Kapitel Fette). Als Grundsatz gilt: Ein bis maximal zwei
Fleischmahlzeiten pro Woche sollten ausreichen. Besonders bewusst sollten Rheumapatienten
mit Fleischprodukten wie Wurst, Schinken, Aufschnitt etc. umgehen. Diese enthalten zusätzlich
zu ihrer ungünstigen Fett-Komposition oft große Mengen Kochsalz, die bei entsprechender
Veranlagung mitverantwortlich für die Entstehung von Bluthochdruck sein können.
19
BEMERKENSWERTES - NAHRUNGSMITTEL
Proteingehalt ausgewählter Lebensmittel in g pro 100 g*
Sojabohnen (getrocknet)
35
Hüttenkäse (10% F.i.Tr.)
14
Gouda (40% F.i.Tr.)
25
Hühnerei
13
Leinsamen
24
Quark (10% F.i.Tr.)
12
Thunfisch
22
Mozzarella (20% F.i.Tr.)
12
Rindfleisch (mager)
22
Teigwaren / Nudeln ohne Ei
12
Schweinefleisch (mager)
22
Linsen (Konserve)
10
Weiße Bohnen (getrocknet)
21
Weiße Bohnen (Konserve)
9
Forelle
20
Kidneybohnen (Konserve)
9
Lachs
20
Erbsen
7
Hühnerfleisch
20
Joghurt (1,5% Fett)
4
Makrele
19
Brokkoli
4
Hering
18
Grünkohl
4
Dinkel / Grünkern
17
Rosenkohl
4
Frischkäse mit Kräutern (10% F.i.Tr.)
16
Zuckermais
3
15
Kuhmilch (1,5% Fett)
3
14
Kartoffeln
2
Wildreis
F.i.Tr.:
Fett in Trockenmasse
Walnuss
F.i.Tr. = Fett in Trockenmasse
*verzehrbarem Anteil
modifiziert nach Heseker, 20121
Der Eiweißgehalt von Kartoffeln ist zwar nicht übermäßig hoch, dafür ist das in ihnen enthaltene
Protein sehr wertvoll.
20
BEMERKENSWERTES - NAHRUNGSMITTEL
Fette
Fette spielen bei der Ernährung eine wichtige, aber auch eine zwiespältige Rolle. Zum einen
sind sie gute Energielieferanten. Ferner kann unser Körper nur mit Ihrer Hilfe die
lebensnotwendigen fettlöslichen Vitamine (A, D, E, K) aufnehmen. Im Körper dienen Fette als
Energiespeicher, polstern mechanisch beanspruchte Körperregionen und schützen uns vor
Auskühlung.
Andererseits kann eine zu hohe Zufuhr von tierischen und von gehärteten Fetten das Risiko für
Gefäßschäden erhöhen, die wiederum zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen können.
Industriell gefertigte Lebensmittel enthalten oft gehärtete Pflanzenöle und sogenannte
Trans-Fettsäuren. Gerade letztere führen zu einer ungünstigen Zusammensetzung der Blutfette
in unserem Körper und sollten nur selten verzehrt werden.
Meiden Sie daher gehärtete Fette in Fertigprodukten wie Pommes frites und Kartoffelchips, in
Margarine, Nuss-Nougat-Cremes und Kuchen, gesättigte Fette in fetter Wurst (Fleischwurst,
Leberwurst) und fetthaltigem Käse, sichtbares Fett wie den Fettrand an Fleisch und Schinken
oder Lebensmittel mit dem Hinweis: Öle/ Fette gehärtet.
Gesättigte & ungesättigte Fettsäuren
Fette lassen sich anhand der enthaltenen Fettsäuren in gesättigte und einfach bzw. mehrfach ungesättigte Fettsäuren unterscheiden. Die Bezeichnung „ungesättigte Fettsäuren“
beruht auf der Struktur - die Fettsäuren enthalten eine bis mehrere Doppelbindungen und
gelten chemisch somit als „ungesättigt“.
Nahrungsmittel tierischer Herkunft sind reich an gesättigten Fettsäuren (z.B. Fleisch,
Wurstwaren, Butter, Sahne), die zu ungünstigen Blutfettwerten beitragen können.
O
C
OH
gesättigte Fettsäuren
OH
einfach ungesättigte Fettsäuren
O
C
O
C
OH
mehrfach ungesättigte Fettsäuren
21
BEMERKENSWERTES - NAHRUNGSMITTEL
Bei den mehrfach ungesättigten Fettsäuren kann man u.a.entzündungshemmende (Omega-3,
bzw. n-3) und entzündungsfördernde Fettsäuren (Omega-6, bzw. n-6) unterscheiden. Da der
Körper diese Fettsäuren nicht selbst bzw. nicht in ausreichender Menge herstellen kann,
müssen sie mit der Nahrung zugeführt werden. Omega-3-Fettsäuren regen im Körper die
Bildung entzündungshemmender Botenstoffe an und wirken sich positiv auf das
Herz-Kreislauf-System aus. Hauptlieferant sind pflanzliche Öle (z.B. Lein-, Raps-, Olivenöl) und
fetter Seefisch (zum Beispiel Hering, Makrele oder Lachs).
Omega-6-Fettsäuren wirken dagegen entzündungsfördernd, sind jedoch in geringen
Dosierungen lebenswichtig für den Körper. Zuverlässige Lieferanten sind Linolsäure (pflanzlich,
z.B. in Sonnenblumenöl, Maiskeimöl) und Arachidonsäure (tierisch, z.B. in Fleisch, Eigelb).
Die DGE (www.dge.de) empfiehlt, einmal pro Woche fetten Seefisch (70 g, z.B. Hering, Lachs,
Makrele, Thunfisch) und zusätzlich eine Portion fettarmen Seefisch (80 – 150 g, z.B. Kabeljau)
zu essen und von o.g. Pflanzenölen Gebrauch zu machen. Der Bedarf an ungesättigten
Fettsäuren kann z.B. durch einen Esslöffel Rapsöl pro Tag bereits nahezu gedeckt werden.
22
BEMERKENSWERTES - NAHRUNGSMITTEL
Gehalt an entzündungsfördernder Arachidonsäure (Omega-6) und verschiedenen
entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren in ausgewählten Lebensmitteln
(Angabe in mg pro 100 g*):
Arachidonsäure
Omega-3-Fettsäuren
Olivenöl
0
860
Rapsöl
0
9600
230
227
Rinderfilet
30
40
Schweinefilet
0
20
Thunfisch
250
3680
Hering (Atlantik)
40
3140
Hering (Ostsee)
60
2120
Makrele
170
2030
Lachs
190
2970
Forelle
30
680
Hühnerei
70
100
Eigelb
210
440
Hühnerfleisch
*verzehrbarem Anteil
Darstellung von MSD nach Leitzmann, 20092
23
BEMERKENSWERTES - NAHRUNGSMITTEL
Fette – Beachtenswertes
Fett sparsam verwenden und die Fettsäuren günstig kombinieren
Pflanzliche Öle und Fette bevorzugen, da sie reich an ungesättigten
Fettsäuren sind (Ausnahme Frittierfette)
Tierische Fette aufgrund der oft hohen Anteile gesättigter Fettsäuren
einschränken (Ausnahme Fisch)
Trans-Fettsäuren und gehärtete Fette, die vor allem in Fertiglebensmittel
vorkommen, vermeiden
Je flüssiger ein Fett bei Raumtemperatur erscheint, desto günstiger ist
das Fettsäuremuster: mehr ungesättigte und weniger gesättigte Fettsäuren
Anteil einfach +
mehrfach ungesättigter Fettsäuren
(g/100 g)
Olivenöl
70,6 + 9,2
Rapsöl
57,9 + 32,0
Walnussöl
18,4 + 64,6
Butterschmalz
Darstellung von MSD nach Heseker, 20121
24
26,7 + 2,3
BEMERKENSWERTES - NAHRUNGSMITTEL
Vitamine
Vitamine sind Nahrungsbestandteile, die unser Körper nicht selbst herstellen kann sondern aus
der Nahrung aufnehmen muss. Fehlen sie, können Krankheitserscheinungen auftreten, da sie
an vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt sind. Es war scheinbar naheliegend, Patienten mit
chronischen Erkrankungen vor einem Vitaminmangel zu schützen, auch weil man annahm, dass
die Erkrankten einen höheren Bedarf an diesen lebensnotwendigen Stoffen haben könnten.
Allerdings gibt es bis heute keine wissenschaftliche Begründung dafür, Vitamine außerhalb der
normalen Ernährung zusätzlich einzunehmen. Eine ausgewogene Ernährung, die den
genannten Grundsätzen folgt, sollte immer in der Lage sein, den Bedarf an Vitaminen zu
decken. Es gibt nur ein einziges Vitamin, dass hier eine Ausnahme machen kann: das für den
Knochenstoffwechsel unverzichtbare Vitamin D (siehe nächste Seite). Alle anderen Vitamine
sollten nur dann zusätzlich zugeführt werden, wenn ein vom Arzt festgestellter Vitaminmangel
vorliegt. In den letzten Jahren wurde bekannt, dass einige Vitaminpräparate sogar durchaus
schädliche Wirkungen haben können.
Von den 13 Vitaminen werden die kurz dargestellt, die häufiger im Zusammenhang mit
chronisch-entzündlichen Gelenkerkrankungen erwähnt werden.
25
BEMERKENSWERTES - NAHRUNGSMITTEL
Vitamin C
Die bekannteste Vitaminmangel-Krankheit war in früheren Jahrhunderten der sogenannte
Skorbut. Dieser Krankheit fielen vor allem Seefahrer zum Opfer, die kein frisches Obst und
Gemüse mitführen konnten – die Hauptquelle für Vitamin C. Durch einen Mangel an Vitamin C
kam es zu Zahnausfall, gestörter Wundheilung, Haut- und Schleimhautschäden sowie Blutungen.
Der tägliche Bedarf liegt bei mindestens 60 mg - beispielweise sind in 100 g roter Paprika
140 mg Vitamin C enthalten, oder 45 mg in der gleichen Portionsmenge Orangen.
Da Vitamin C zum Aufbau von Bindegewebe benötigt wird und dies bei rheumatischen
Erkrankungen geschädigt wird, wurde ein Mehrbedarf für dieses Vitamin diskutiert. Ein
positiver Effekt einer vermehrten Vitamin C-Aufnahme bei entzündlichen Gelenkerkrankungen
konnte jedoch bisher nicht bewiesen werden.
26
BEMERKENSWERTES - NAHRUNGSMITTEL
Vitamin D
Vitamin D ist eigentlich kein Vitamin, sondern steht den Hormonen näher. Seine Vorstufen
werden im Körper gebildet. Das eigentliche Vitamin D entsteht unter Einwirkung des
Sonnenlichts in der Haut. Sonnenlichtmangel betrifft häufig Menschen in Alten- und
Pflegeheimen, die sich nicht mehr aus eigener Kraft im Freien bewegen können. Empfohlen
wird ein täglicher Aufenthalt an der Sonne von mindestens 30 Minuten, wobei Gesicht und
Unterarme der Sonne ausgesetzt sein sollten. In Lebensmitteln kommt Vitamin D nur begrenzt
vor. Dazu zählen fettreicher Fisch und einige Pilze.
Der Körper benötigt Vitamin D, um das über die Nahrung aufgenommene Calcium in die
Knochen einzubauen. Fehlen Sonne und Vitamin D, kann Calcium nicht mehr ausreichend in
den Knochen eingelagert werden, Knochen und Wirbelkörper werden brüchig, es kann zur
Osteoporose kommen.
Da Rheumatiker durch ihre chronische Erkrankung und die eventuelle Einnahme von Kortison
einem erhöhten Osteoporose-Risiko ausgesetzt sind, ist es wichtig, auf eine ausreichende
Vitamin-D-Zufuhr zu achten. Außerdem ist bekannt, dass bei Patienten mit zu geringem
Vitamin-D-Spiegel Muskelkraft und Geschicklichkeit eingeschränkt sind. Somit sind Patienten
mit Vitamin-D-Mangel doppelt gefährdet: Sie können häufiger stürzen, und durch die
herabgesetzte Knochenqualität können diese Stürze leichter zu Knochenbrüchen führen.
27
BEMERKENSWERTES - NAHRUNGSMITTEL
Vitamin D hat zusätzlich eine Reihe wichtiger Funktionen für das Wachstum, die Funktion und
die Vermehrung von Zellen. Ein Vitamin-D-Mangel wird daher verdächtigt, an der Entstehung
zahlreicher Erkrankungen beteiligt zu sein– nicht nur an der Osteoporose. Eine Mitwirkung zu
niedriger Vitamin-D-Spiegel wird für bestimmte Tumorarten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und
rheumatische Erkrankungen diskutiert. Allerdings wirken an der Entstehung dieser Leiden viele
Faktoren mit, und die Rolle eines Vitamin-D-Mangels muss noch genauer erforscht werden.
Wird ein Vitamin-D-Mangel vermutet und eine zusätzliche Einnahme in Erwägung gezogen,
sollte dies ärztlich verschrieben und die Blutspiegel kontrolliert werden, da sehr hohe
Dosierungen auch schädigende Folgen haben können.
Vitamin-D-Gehalt ausgewählter Lebensmittel
Hoher Gehalt (> 3 μg/100 g Lebensmittel)
Hering
40,5
Aal
37,5
Forelle
33,0
Lachs
24,5
Champignons
24,0
Thunfisch
9,0
Steinpilze
8,0
Scholle
6,0
Mittlerer Gehalt (0,5 – 3 μg/100 g Lebensmittel)
Hühnerei
2,9
Butter
1,2
Geringer Gehalt (< 0,5 μg/100 g Lebensmittel)
Kuhmilch (3,5% Fett)
modifizert nach Leitzmann, 2009
28
0,2
2
BEMERKENSWERTES - NAHRUNGSMITTEL
Vitamin E
Das fettlösliche Vitamin E hilft, Körperzellen zu schützen, z.B. in dem Zellschädigungen durch
freie Radikale abgewehrt werden. Der tägliche Bedarf an Vitamin E wird in der Regel mit einer
gesunden Ernährung gedeckt, zudem kann es auch im Körper gespeichert werden.
Mangelerscheinungen treten demnach äußerst selten auf. Hochwertige Pflanzenöle (z.B.
Rapsöl, Weizenkeimöl, Olivenöl), Fisch und viele Obst- und Gemüsesorten sind gute
Lieferanten des Vitamins.
Hochdosiertes Vitamin E wurde früher als „Radikalfänger“ und „Antioxidans“ Patienten mit
Rheumatoider Arthritis verschrieben – heute mehren sich die Hinweise einer schädigenden
Wirkung, so dass eine Einnahme von Vitamin-E Präparaten nicht empfohlen werden kann.
29
BEMERKENSWERTES - NAHRUNGSMITTEL
Calcium – starke Knochen
Calcium ist der Hauptbestandteil von Knochenmineralien. Ebenso wie ein Vitamin-D-Mangel
kann eine zu geringe Calcium-Zufuhr von Nachteil für die Knochenfestigkeit sein. Daher werden
Calciumpräparate häufig zur Behandlung und Vorbeugung der Osteoporose verwendet.
Allerdings gilt auch hier: Vor einer unkritischen Einnahme ist zu warnen, da eine zu hohe
Calcium-Zufuhr Gefäßschäden begünstigen könnte. Die Einnahme von Calciumpräparaten sollte
daher immer mit dem behandelnden Rheumatologen abgesprochen werden.
Es ist im Alltag sehr wichtig, auf eine ausreichende Calcium- Zufuhr in der Nahrung zu achten.
Milch ist eine wichtige und gut verfügbare Calciumquelle. Es gibt calciumreiches Gemüse, auch
Fisch enthält nennenswerte Mengen. Patienten, die Milch wegen einer Laktose-Intoleranz nicht
vertragen, können auf laktosereduzierte Milchprodukte ausweichen. Dazu gehören viele
Käsesorten – insbesondere die mit längerer Reifungszeit, da die Reifung mit Laktoseabbau
einhergeht. Ferner enthalten bestimmte Mineralwässer nennenswerte Mengen Calcium - mit
mindestens 150 mg pro Liter gilt ein Mineralwasser als „calciumreich“.
30
BEMERKENSWERTES - NAHRUNGSMITTEL
Gut zu wissen, dass es auch knochenschädigende Aspekte der Ernährung gibt. So behindern
stark phosphathaltige Lebensmittel wie Cola oder manche Wurstsorten die so wichtige
Aufnahme von Calcium aus dem Darm. Große Mengen an Coffein und Alkohol führen zu einem
vermehrten Calciumverlust über die Niere, während ein moderater Genuss von Kaffee und
alkoholischen Getränken ohne Einfluss auf die Knochendichte bleibt.
Calciumgehalt in mg pro 100 g Nahrungsmittel* – eine Auswahl
Parmesan
Gouda (40% F.i.Tr.)
1.600
960
Edamer (30% bzw. 40% F.i.Tr.)
800
Sesamsamen
780
Mandeln (süß)
250
Haselnüsse
225
Rucola (Rauke)
160
Grünkohl (zubereitet)
130
Kuhmilch (3,5% bzw. 1,5% Fett)
120 bzw. 118
Joghurt (3,5% bzw. 1,5% Fett)
120 bzw. 115
Buttermilch
110
Brokkoli (zubereitet)
85
*verzehrbarer Anteil
modifiziert nach Heseker, 20121
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für gesunde Jugendliche und Erwachsene eine Zufuhr von
1.000 – 1.200 mg Calcium pro Tag.
31
BEMERKENSWERTES - NAHRUNGSMITTEL
Spurenelemente:
Selen, Zink
Spurenelemente wie Selen und Zink werden für viele Stoffwechselvorgänge im Körper benötigt.
Sie unterstützen die Wirkung von Enzymen und wirken anti-oxidativ. Bei Rheumapatienten
wurden verminderte Spiegel von Selen und Zink gemessen. Das muss allerdings nicht
automatisch bedeuten, dass diese Substanzen zusätzlich eingenommen werden müssen. Es ist
durchaus umstritten, ob Rheumapatienten von Zink- oder Selenpräparaten profitieren. Auf jeden
Fall sollten diese Fragen mit den behandelnden Rheumatologen besprochen werden.
Eisen
Eisen ist das wichtigste Spurenelement für die Blutbildung. Rheumapatienten leiden nicht
selten unter einer Blutarmut, und diese kann viele Ursachen haben. Eine hochaktive
Gelenkentzündung führt z.B. dazu, dass der Körper das aufgenommene Eisen nicht verarbeiten
kann – dann nützen Eisentabletten wenig, können bei zu hoher Zufuhr sogar schaden.
Allerdings leiden manche Rheumapatienten auch an unbemerkten Blutverlusten über die
Magen- und Darmschleimhaut. In diesem Fall könnte ein echter Eisenmangel vorliegen und Ihr
Rheumatologe würde ein Eisenpräparat verordnen.
Eisen ist ein wichtiger Nahrungsbestandteil. Fleischprodukte enthalten Eisen in gut
verwertbarer Form. Weniger bekannt ist jedoch, dass auch viele pflanzliche Nahrungsmittel
nennenswerte Eisenmengen enthalten.
32
BEMERKENSWERTES - NAHRUNGSMITTEL
Vorkommen in Nahrungsmitteln - eine Auswahl
Selen
Linsen, Spargel
Paranüsse, Kokosnüsse
Hering, Rotbarsch, Kabeljau
Naturreis
Muskelfleisch (Schwein, Rind, Huhn)
Weizenvollkornbrot
Champignons, Steinpilze
Eier
Darstellung von MSD nach Leitzmann, 20092;
DGE - Die Nährstoffe, 20113;
Vitalstoff-Lexikon (www.vitalstoff-lexikon.de; Einsicht Juli 2013)
Zink (mg/100 g*)
Schweineleber
6,5
Rinderfilet
4,4
Edamer 30% F.i.Tr.
5,0
Emmentaler 45% F.i.Tr.
5,8
Gouda 45% F.i.Tr.
4,2
Haferflocken
4
Kürbiskerne
6,1
Leinsamen
5,5
Milch
0,4
F.i.Tr. = Fett in Trockenmasse
*verzehrbarem Anteil
modifiziert nach Heseker, 20121
33
BEMERKENSWERTES - NAHRUNGSMITTEL
Vorkommen in Nahrungsmitteln - eine Auswahl
Eisen (mg/100 g*)
Pfifferling (getrocknet)
17,2
Sonnenblumenkerne
Schweineleber
17,0
Haferflocken
5,5
Weizenkleie
16,0
Basilikum
5,5
Kakaopulver
12,5
Thymian
5,0
Blutwurst
10,8
Erbsen
5,0
Schweineniere
10,0
Kürbiskerne
4,9
Amarant
9,0
Knäckebrot
4,7
Steinpilz (getrocknet)
8,4
Aprikosen, getrocknet
4,4
Leinsamen
8,2
Spinat
4,1
Linsen
8,0
Haselnuss
3,8
Kalbsleber
7,9
Tofu
3,7
Jakobsmuscheln
7,5
Hackfleisch (Schwein)
3,0
Leberwurst
7,5
Corned Beef
2,5
Hirse
6,9
Rindfleisch (Filet)
2,3
Sojabohnen
6,6
Weizenvollkornbrot
2,0
Weiße Bohnen
6,5
Hühnerfleisch (Brust)
1,1
*verzehrbarem Anteil
modifiziert nach Heseker, 20121
Tipp:
Durch gleichzeitigen Verzehr Vitamin-C-reicher
Produkte (z.B. Orangensaft, Paprika) kann die
Verwertung des Eisens aus pflanzlichen
Lebensmitteln noch optimiert werden.
34
6,3
BEMERKENSWERTES - NAHRUNGSMITTEL
Kochsalz
Unsere Vorfahren nahmen viel weniger Kochsalz zu sich als wir. Als der Mensch lernte Salz zu
gewinnen, war es über Jahrhunderte hinweg eine gefragte und teure Handelsware. Heute ist
es ein Cent-Artikel, und obendrein verstecken sich z.T. erhebliche Mengen in vielen industriell
gefertigten Lebensmitteln: Backwaren, Fertiggerichte, Snacks, Wurstwaren, Käse, Fastfood.
Das Minimum für die tägliche Salzaufnahme von 1,4 g pro Tag wird so im Alltag häufig um ein
Mehrfaches überschritten.
Viele Menschen reagieren auf zu hohe Kochsalzmengen in der Nahrung mit einem erhöhten
Blutdruck. Bluthochdruck stellt einen Risikofaktor für Herz-Kreislauf- und Nierenschäden dar.
Da Rheumapatienten ohnehin ein erhöhtes Risiko für diese Krankheiten haben, sollten sie eine
übermäßige Kochsalzzufuhr meiden. Besonders wichtig ist dieser Ratschlag für Patienten, die
bereits einen Bluthochdruck aufweisen. Nach den Empfehlungen der DGE sollten möglichst
nicht mehr als 6 g Kochsalz pro Tag aufgenommen werden.
Zur Begrenzung der Kochsalzzufuhr gehört zum Beispiel auf salzhaltige Snacks zu verzichten
und Gerichte eher mit Kräutern und Gewürzen zu verfeinern als nachzusalzen. Lebensmittel,
die natrium- oder kochsalzarm sind, sind häufig besonders gekennzeichnet. Gerichte, die frisch
und mit hochwertigen Zutaten zubereitet sind, haben in der Regel einen intensiveren
Eigengeschmack und benötigen weniger Kochsalz als „Geschmacksverstärker“.
Kochsalzgehalt ausgewählter Lebensmittel (g /100 g*)
Salzhering
Tomatenketchup
3,0
Roher Schinken
6,3
Gouda (45% F.i.Tr.)
2,8
Oliven, gefüllt mit Paprika
5,5
Rollmops
2,2
Salzstangen
4,5
Brötchen
1,9
Rolle Harzer (Magerkäse)
3,8
Champignons (Konserve)
1,2
Salami
3,1
Pumpernickel
1,1
Schmelzkäse (45% F.i.Tr.)
3,0
Erbsen (Konserve)
0,6
F.i.Tr. = Fett in Trockenmasse
*verzehrbarem Anteil
modifiziert nach DGE - Die Nährstoffe, 20113
15,0
35
BEACHTENSWERTES – RHEUMA
36
BEACHTENSWERTES – RHEUMA
Idealgewicht oder Übergewicht:
Wo liegt die goldene Mitte?
Starkes Übergewicht hat für Rheumatiker negative Auswirkungen: Zu hohes Gewicht bedeutet
eine zusätzliche Belastung der Gelenke. Außerdem ist wichtig, an welcher Stelle des Körpers
sich die überschüssigen Pfunde befinden: Menschen mit einer starken Fettleibigkeit im
Taillenbereich haben ein höheres Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle als Menschen, die ihr
Übergewicht an Gesäß und Oberschenkeln konzentrieren.
Interessanterweise mehren sich in der letzten Zeit Hinweise darauf, dass ein Rheumapatient
nicht unbedingt ein „Idealgewicht“ aufweisen muss.
Als Idealgewicht gilt ein Bereich des BMI zwischen 18,5 bis 24,9. Allerdings haben nach
statistischen Berechnungen Rheumapatienten sowohl einen günstigeren Verlauf ihrer
Gelenkentzündung, als auch ein geringeres Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen, wenn
ihr BMI im leicht übergewichtigen Bereich liegt .
Es ist daher nicht unbedingt ein Nachteil, einige wenige Kilogramm Übergewicht zu haben.
Wichtiger ist es, körperlich fit zu bleiben, sich regelmäßig an der frischen Luft zu bewegen
und einseitige körperliche Belastungen zu meiden.
Der Body-Mass-Index (BMI) beschreibt das Verhältnis von Gewicht zu Größe
und wird wie folgt berechnet:
BMI =
Körpergewicht in kg
(Körpergröße in m)2
Beispiel: Sie wiegen 70 kg
und sind 1,72 m groß:
BMI =
70
(1,72 x 1,72)
= 23,7
37
BEACHTENSWERTES – RHEUMA
38
BEACHTENSWERTES – RHEUMA
Heilfasten: Nützlich oder riskant?
Fastenkuren sind oft Bestandteil „alternativer“ Heilkonzepte für Rheumatiker. In der Tat sind die
Auswirkungen von Fastenperioden in wissenschaftlichen Studien untersucht worden. Dabei
ließen sich positive Effekte feststellen: Einige Patienten berichteten über nachlassende
Schmerzen, einen geringeren Schmerzmittelbedarf und ein gesteigertes Wohlbefinden.
Fasten führt zu Gewichtsverlust. Allerdings dauert es u.U. Wochen, bis der Körper das angreift,
was die Fastenden am ehesten loswerden wollen: Die Fettreserven. Zunächst werden die
Energiespeicher der Leber geleert, außerdem kann es – je nach Art des Fastens – zu einem
nicht unerheblichen Verlust von Muskelmasse kommen.
Die Wirkung von Fastenkuren wird häufig auf die Folge einer „Entschlackung“ zurückgeführt:
Der Nahrungsverzicht hätte eine reinigende Wirkung, schädliche Stoffwechselprodukte würden
aus dem Körper entfernt. Leider ist weder diese Vermutung, noch die Annahme, dass
Gelenkentzündungen in irgendeiner Weise durch „Schlackenstoffe“ hervorgerufen werden,
bewiesen. Eine möglicherweise plausiblere Erklärung für die Wirkung ist die Beobachtung,
dass Nahrungsentzug die Freisetzung von Hormonen im Körper bewirkt. Eines dieser Hormone
ist Cortisol, also genau jener entzündungshemmende Stoff, der in Form von Cortisonpräparaten
auch durch die behandelnden Ärzte bei Rheumatoider Arthritis verschrieben wird.
Alles in Allem sind Fastenkuren nicht zu empfehlen, wenn eine nennenswerte entzündliche
Aktivität der Erkrankung besteht. Auf keinen Fall sollten untergewichtige Patienten fasten, und
es wäre wünschenswert, wenn eine Fastenkur von einem in der Ernährungsmedizin erfahrenen
Arzt begleitet wird.
39
BEACHTENSWERTES – RHEUMA
40
BEACHTENSWERTES – RHEUMA
Auf ein Wort: Alkoholische Getränke
Alkoholhaltige Getränke in geringen Mengen sind bei gesunden Erwachsenen im Allgemeinen
nicht schädlich. Es gibt Hinweise, dass der sparsame Genuss v.a. von Rotwein einen
schützenden Effekt vor Herz-Kreislauferkrankungen bieten könnte. Daher wird zumindest von
maßvollem Genuss von Rotwein zu den Mahlzeiten nicht generell abgeraten.
Doch das gilt im Wesentlichen für Menschen, die keine Erkrankung haben und die auch nicht
regelmäßig Medikamente einnehmen oder spritzen. Das ist ein nicht zu vernachlässigender
Aspekt, denn Medikamente werden meistens über die Leber verarbeitet und dann die
Endprodukte über den Darmtrakt ausgeschieden. Patienten, die von einer entzündlichen
rheumatischen Erkrankung betroffen sind und das Fortschreiten der Erkrankung verhindern
möchten, werden häufig auf die Einnahme von unterschiedlichen Medikamenten angewiesen
sein, die entweder eingenommen oder gespritzt werden. Jetzt stellt sich die Frage, ob geringe
Mengen an alkoholhaltigen Getränken trotzdem verzehrt werden können? Geringe Menge
bedeutet in diesem Zusammenhang 125 ml/Tag Wein oder Sekt bei einer gesunden Frau und
250 ml/Tag bei einem gesunden Mann. Diese Menge entspricht dem Richtwert von 10 g
Alkohol pro Tag bei gesunden Frauen bzw. 20 g bei gesunden Männern. Über diesen Richtwert
hinaus überwiegen die negativen Einflüsse von Alkohol.
Fakt ist, dass es keine individuell „zulässige“ Höchstgrenze für einen risikofreien Alkoholkonsum
gibt. Es kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob diese „geringe“ Menge an Alkohol bei
Patienten mit einer entzündlich rheumatischen Erkrankung schädigende Auswirkungen hat, aber
es gibt ja auch keinen Grund sich unnötig diesem Risiko auszusetzen. Warum also dann nicht
gleich auf regelmäßigen Alkoholgenuss verzichten? Es ist sicherlich nichts dagegen einzuwenden, wenn zu bestimmten Festlichkeiten wie Geburtstag, Hochzeit usw. freudig angestoßen
wird. Generell kann aber keine Empfehlung für einen regelmäßigen Genuss von alkoholhaltigen
Getränke ausgesprochen werden. Nutzen Sie auch die Gelegenheit diesen Punkt und weitere
Fragen stets mit Ihrem behandelnden Rheumatologen oder Hausarzt zu besprechen!
41
BEACHTENSWERTES – RHEUMA
42
BEACHTENSWERTES – RHEUMA
Unterstützen Nahrungsergänzungsmittel?
In Reformhäusern, Drogerien und in Zeitschriften werden häufig pflanzliche oder mineralische
Präparate, Vitaminmischungen oder Spurenelemente angeboten, denen die Werbung
gesundheitsfördernde Kräfte zuschreibt. Wissenschaftliche Beweise für diese Eigenschaften
fehlen oft oder halten einer gründlichen Prüfung nicht stand. Allgemeine Aussagen wie „Stärkung
der Abwehr“, „Entschlackung“ oder „Gelenkschutz“ verschleiern oft, dass ein messbarer,
positiver Effekt der angebotenen Stoffe fehlt. Zudem sind viele dieser Mittel ausgesprochen teuer.
Fordern Sie gegebenenfalls schriftliche Informationen zu Inhaltsstoffen und wissenschaftliche
Untersuchungen zu Ihrer Erkrankung bei den Herstellern an.
Fragen Sie sich zuvor, was Sie konkret mit Nahrungsergänzungsmitteln bewirken möchten
und prüfen Sie anschließend, ob das gewünschte Ziel damit erreicht wurde.
Bitte wenden Sie sich stets an Ihren behandelnden Arzt, bevor Sie Produkte dieser Art
anwenden.
Fischölkapseln bei Rheuma?
Für Rheumatiker ist die Wirkung von Fischölkapseln bzw. den darin enthaltenen Omega-3Fettsäuren auf die Krankheitsaktivität intensiv untersucht worden. Diese können zu einer
Schmerzlinderung, einer Abnahme der Morgensteifigkeit und des Schmerzmittelverbrauchs
führen. Allerdings sollten diese Kapseln nicht unkritisch und schon gar nicht als Ersatz für die
vom Rheumatologen verschriebenen Medikamente verwendet werden. Der Gehalt an
ungesättigten Fettsäuren kann außerdem je nach Anbieter stark schwanken, und das teuerste
Präparat muss noch lange nicht das Beste sein.
Sinnvoller als die Einnahme von Fischölkapseln ist sicher die bewusste Ernährung an sich:
Weg von übermäßigem Fleischkonsum, hin zu einer Kostform, die der sogenannten
Mittelmeerkost entspricht.
43
BEACHTENSWERTES – RHEUMA
44
BEACHTENSWERTES – RHEUMA
Ein Sonderfall: Die Gicht
„Rheuma“ und „Gicht“ werden oft in einem Atemzug genannt, auch wenn es sich bei der Gicht
um eine reine Stoffwechselerkrankung handelt: Bei dieser Erkrankung sammelt sich ein
Stoffwechsel-Endprodukt, die Harnsäure, im Körper an. Harnsäure entsteht aus Purinen, einem
Bestandteil des Zellkerns. Eine übermäßige Zufuhr von Purinen überfordert die Fähigkeit der
Niere, Harnsäure über den Urin auszuscheiden. Die Harnsäure kann sich dann in Gelenken, aber
auch in anderen Körpergeweben in Form kleiner Kristalle ablagern und einen starken
Entzündungsreiz auslösen. Die Folge sind z.B. heftige, anfallsartige Gelenkentzündungen.
Die Ernährung spielt eine entscheidende Rolle, denn eine purinreiche Kost kann die Entstehung
einer Gicht-Arthritis fördern. Purinreiche Nahrungsmittel sind überwiegend tierischen Ursprungs
(siehe Tabelle). Interessanterweise ist bisher nicht belegt, dass purinreiche pflanzliche
Lebensmittel ebenfalls Gichtanfälle auslösen können. Allerdings sind auch andere
Nahrungsfaktoren mitbeteiligt, wenn sie oder ihre Abbauprodukte beispielsweise die
Ausscheidung von Harnsäure über die Niere behindern. Dies erklärt, warum purinfreie
alkoholische Getränke wie klarer Schnaps, aber auch stark zuckerhaltige Limonaden das Risiko für
Gichtanfälle erhöhen können.
Zudem geht ein hohes Körpergewicht mit einem erhöhten Risiko für eine Gicht-Arthritis einher.
Personen mit einem BMI über 30 haben ein mehr als doppelt so hohes Anfallsrisiko, verglichen
mit normalgewichtigen Menschen.
45
BEACHTENSWERTES – RHEUMA
Mittlerer Purin- und Harnsäuregehalt einiger Lebensmittel
(grün = purinarm; blau = mittlerer Purin-Gehalt; rot = purinreich)
Lebensmittel
Purine pro 100 g
(in mg)
gebildete
Harnsäure
pro 100 g (in mg)
Milch
0
0
Joghurt
0
0
Quark
0
0
Eier
2
4,8
Salatgurke
3
7,2
Hartkäse
4
7,2
Tomaten
4,2
10
Paprikaschoten
4,2
10
Kartoffeln
6,3
15
4,2-12,6
10-30
8,4-21
20-50
Walnüsse
10,5
25
Spargel
10,5
25
10,5-14,7
25-35
Weißbrot
16,8
40
Blumenkohl
18,9
45
Champignons
25,2
60
Rosenkohl
25,2
60
Obst
Eiernudeln, gekocht
Reis, gekocht
26
62
Erdnüsse
Mettwurst
29,4
70
Weizen
37,8
90
modifiziert nach Berufsverband Deutscher Internisten
(www.internisten-im-netz.de/de_purin-gehalt-von-lebensmitteln_1658.html; Einsicht am 10.06.2013)
46
BEACHTENSWERTES – RHEUMA
Lebensmittel
Purine pro 100 g
(in mg)
gebildete
Harnsäure
pro 100 g (in mg)
Bratwurst
40
96
Apfelsaft
42
100
Cola Getränk
42
100
Bier, alkoholfrei
42
100
Kabeljau
45
108
42-54,6
100-130
Wurst
Haferflocken
42
100
Fischstäbchen
46,2
110
Putenschnitzel
50,4
120
Fleischbrühe
58,8
140
Erbsen
63
150
Fisch, gegart
63
150
Fleisch (Schwein, Rind, Kalb), mager, frisch
63
150
75,6
180
Linsen
84
200
Schinken
58
204
Schweineschnitzel
88
211,2
Ölsardinen
200
480
Sprotten
335
802
Hähnchenbrustfilet, frisch
modifiziert nach Berufsverband Deutscher Internisten
(www.internisten-im-netz.de/de_purin-gehalt-von-lebensmitteln_1658.html; Einsicht am 10.06.2013)
47
BEACHTENSWERTES – RHEUMA
Die Obergrenze für Purine liegt bei 500 Milligramm täglich. Während eines Gichtanfalls
empfiehlt es sich, sich besonders streng purinarm zu ernähren. Die Nahrung sollte dann
höchstens 300 Milligramm Purin pro Tag und höchstens 2 Gramm Purin pro Woche enthalten.
Die Einhaltung eines normalen Körpergewichts ist eine wichtige vorbeugende Maßnahme gegen
die Gicht. Bereits die Abnahme von 5-10 kg führt zu einer Senkung des Harnsäurespiegels im
Blut. Als Getränke eignen sich Mineralwasser, Saftschorlen, Kräuter- und Früchtetees. Dabei wird
empfohlen bei einer Gichterkrankung bis zu 3 Liter pro Tag zu trinken und so die Harnsäurekonzentration im Urin zu verringern. Gichtpatienten wird empfohlen möglichst alkoholische
Getränke zu meiden, insbesondere Bier (auch alkoholfreies), da es einen hohen Purin-Gehalt hat.
Durch medikamentöse und diätetische Maßnahmen sowie eine Änderung des Lebensstils ist die
Gicht in der Mehrzahl der Fälle heilbar bzw. gut behandelbar – vorausgesetzt, die Patienten sind
motiviert und bereit dazu, gegebenenfalls negativ beeinflussende Gewohnheiten aufzugeben.
48
HILFREICHES – ALLTAG
Nützliche Küchenhelfer
Gutes Werkzeug erleichtert die Arbeit – das gilt auch in der Küche. Achten Sie auf Geräte
mit einer möglichst einfachen, kraftsparenden Handhabung. Zum Beispiel: Elektrische
Rührgeräte, Zerkleinerer und Mixer.
Mehr Reichweite
Mit speziellen Greifhilfen kommen Sie bequem auch an Gegenstände in den oberen Regalfächern,
ohne sich strecken zu müssen oder auf Stühle oder Leitern zu klettern.
Dose öffne dich!
Lassen Sie knifflige Arbeiten automatisch erledigen: Beispielsweise mit einem elektrischen
Dosenöffner.
Gut im Griff
Kleine Helfer mit gelgefüllten Griffen haben den Vorteil, dass man sie leichter greifen kann und
weniger Kraft aufwenden muss, um sie zu verwenden. Nutzen Sie Töpfe und Pfannen mit Griffen,
die Ihre Handgelenke entlasten und somit mehr Sicherheit bieten. Auch beim Besteck sollten Sie
auf gute Greifbarkeit achten.
49
HILFREICHES - ALLTAG
Tipps zur Zubereitung
Als Rheumapatient kann sich eine gesunde Ernährung auch auf Ihr Wohlbefinden auswirken.
Folgende Tipps helfen Ihnen, sich ohne viel Zeit- oder Arbeitsaufwand gesund zu ernähren.
Zubereitung
Garen Sie Speisen möglichst kurz, bei niedrigen Temperaturen, mit wenig Wasser bzw. mit wenig
Fett - das schont die wertvollen Inhaltsstoffe und fördert das natürliche Aroma.
Mikrowelle
In der Mikrowelle können Sie Tiefgefrorenes und Reste des Vortages erhitzen, ohne Fett zuzugeben
– so sparen Sie unnötige Kalorien. Achten Sie auf eine bequeme Arbeitshöhe des Mikrowellenherdes.
50
HILFREICHES – ALLTAG
Eintöpfe und Aufläufe
Mit vorgeschnittenem Gemüse und Fleisch oder Geflügel lassen sich ganz einfach leckere und
kalorienarme Aufläufe und Eintöpfe zubereiten. Weiterer Vorteil: Weniger Geschirr, weniger Abwasch.
Dinner for 2 (Tage)
Kochen Sie gleich für zwei Tage. So reduzieren Sie den Arbeitsaufwand erheblich – und genießen
trotzdem jeden Tag ein gesundes, selbstgekochtes Essen.
Setzen Sie sich
Richten Sie sich Ihre Arbeitsflächen in der Küche idealerweise auf eine angenehme Höhe ein.
Bereiten Sie möglichst viel im Sitzen am Tisch oder mit einem Barhocker an der Küchenzeile vor. Auch
das Kochen, Rühren und Würzen können Sie so im Sitzen erledigen.
Sicher zugreifen
Benutzen Sie Küchenutensilien mit dickeren Griffen und achten Sie darauf, dass Ihr Kochgeschirr mit
einem Handgelenk schonenden Henkel ausgestattet ist.
Schneiden
Viele Zutaten gibt es bereits geschnitten – tiefgefrorenes Gemüse beispielsweise erleichtert Ihnen das
Kochen und enthält trotzdem beinahe alle Vitamine. Zudem gibt es beispielsweise Küchenbrettchen
mit Fixierhilfen für Lebensmittel, die das Schneiden vereinfachen.
51
HILFREICHES - ALLTAG
52
HILFREICHES – ALLTAG
Saisonkalender
Weintrauben zu Ostern und Feldsalat im Sommer? Was für uns heute in der Frischeabteilung im
Supermarkt ganz selbstverständlich ist, widerspricht häufig der Tatsache, dass verschiedene
Obst- und Gemüsesorten nur zu bestimmten Jahreszeiten reifen.
Dass diese Sorten trotzdem außerhalb ihrer Saison verfügbar sind, geht meistens zu Lasten
von Umwelt, Geschmack und Nährstoffgehalt – und wirkt sich auch auf den Preis aus. Es ist
also in vielerlei Hinsicht sinnvoll zu wissen, wann welche Sorte bei uns frisch aus der Region
zu kaufen ist.
Mit dem folgenden Saisonkalender haben Sie die Verfügbarkeiten aller gängigen Obst- und
Gemüsesorten im Blick.
53
HILFREICHES - ALLTAG
Artischocken
Ananas
Auberginen
Äpfel
Blumenkohl
Apfelsi
Bohnen (Busch- u. Stangen-)
Aprikos
Brokkoli
Avocad
Chicorée
Banane
Chinakohl
Birnen
Dicke Bohnen
Brombe
Eisbergsalat
Erdbee
Endivien
Esskast
Erbsen, Zuckererbsen
Feigen
Feldsalat/Rapunzel
Grapef
Gemüsefenchel
Haselnü
aid-Saisonkalender
aid-Saisonkale
Gemüse
Obst
Gemüse
Gemüsepaprika
Heidelb
Grünkohl
Himbee
Gurken, Salat-
Johann
Kohlrabi
Johanni
Kopfsalat
Kirsche
Kürbis
JAN
54
FEB
MÄRZ APRIL
MAI
JUNI
JULI
AUG
SEP
OKT
NOV
DEZ
Lollo Rossa, L. Bionda
Kirsche
Kiwis
JAN JAN FEB FEBMÄRZ
MÄRZ
APRIL
APRILMAI MAIJUNIJUNIJULI JULIAUGAUGSEP SEP OKT OKTNOVNOVDEZ DEZ
Mangold
Ananas
Artischocken
Limette
Ananas
Auberginen
Möhren
Äpfel
Auberginen
Litschis
Äpfel
Blumenkohl
Porree/Lauch
Blumenkohl
Apfelsinen/Orangen
Manda
Apfelsi
Bohnen (Busch- u. Stangen-)
Radicchio
Aprikosen
Bohnen (Busch- u. Stangen-)
Mango
Aprikos
Brokkoli
Radieschen
Brokkoli
Avocados
Melone
Avocad
Chicorée
Rettich
Bananen
Chicorée
Mirabe
Banane
Chinakohl
Rhabarber
Birnen
Chinakohl
Pampel
Birnen
Dicke Bohnen
Rosenkohl
Brombeeren
Dicke Bohnen
Papaya
Brombe
Eisbergsalat
Rote Bete/Rote Rüben
Erdbeeren
Eisbergsalat
Pfirsich
Erdbee
Endivien
Rotkohl
Esskastanien
Endivien
Pflaum
Esskast
Erbsen, Zuckererbsen
Rucola
Feigen
Erbsen, Zuckererbsen
Preisel
Feigen
Feldsalat/Rapunzel
Schwarzwurzeln
Grapefruit
Feldsalat/Rapunzel
Quitten
Grapef
Gemüsefenchel
Spargel
Haselnüsse
Gemüsefenchel
Stachel
Haselnü
Gemüsepaprika
Spinat
Heidelbeeren
Gemüsepaprika
Tafeltra
Heidelb
Grünkohl
Spitzkohl
Himbeeren
Grünkohl
Walnüs
Himbee
Gurken, Salat-
Stangen-/Bleichsellerie
Gurken,
Salat- rot
Johannisbeeren,
Kohlrabi
Tomaten
Johannisbeeren,
Kohlrabi
schwarz
Kopfsalat
Weißkohl
Kirschen,
Kopfsalat
sauer
Kürbis
Zucchini
Kirschen,
Kürbis süß
Lollo Rossa, L. Bionda
Zwiebeln
Kiwis
Lollo Rossa, L. Bionda
Mangold
Limetten
Mangold
Möhren Monat mit
starken Importen
Porree/Lauch
Radicchio
Monat mit
geringen Importen
MonatLitschis
mit großem Angebot
Möhren
aus heimischem Anbau
Mandarinengruppe
Porree/Lauch
Mangos
Radicchio
© aid infodienst e.V.
Artischocken
Wasser
Johann
Zitrone
Johanni
Erklärung
Kirsche
Monat
mit starken
Importen
Kirsche
Kiwis
© aid infodienst e.V. Die Nutzu
bedarf ausdrücklich seiner vor
Monat mit großem Angebot
aus heimischem Anbau und
gleichzeitig geringen Importen
Limette
Litschis
Manda
Mango
Artischocken
Ananas
Auberginen
Äpfel
Blumenkohl
Apfelsinen/Orangen
Bohnen (Busch- u. Stangen-)
Aprikosen
Brokkoli
Avocados
Chicorée
Bananen
Chinakohl
Birnen
Dicke Bohnen
Brombeeren
Eisbergsalat
Erdbeeren
Endivien
Esskastanien
Erbsen, Zuckererbsen
Feigen
Feldsalat/Rapunzel
Grapefruit
Gemüsefenchel
Haselnüsse
Grünkohl
Gurken, SalatKohlrabi
aid-Saisonkalender
Obst
Gemüse
Obst
Heidelbeeren
Himbeeren
Johannisbeeren, rot
Johannisbeeren, schwarz
Kopfsalat
Kirschen, sauer
Kürbis
OKT
NOV
DEZ
Lollo Rossa, L. Bionda
Kirschen, süß
JAN JANFEB FEBMÄRZMÄRZ
APRILAPRILMAI MAIJUNI JUNIJULI JULIAUG AUGSEP SEPOKT OKTNOV NOVDEZ DEZ
Kiwis
JAN
Mangold
Ananas
Artischocken
Limetten
Ananas
Möhren
Äpfel
Auberginen
Litschis
Äpfel
Porree/Lauch
Blumenkohl
Apfelsinen/Orangen
Mandarinengruppe
Apfelsinen/Orangen
Radicchio
Aprikosen
Bohnen (Busch- u. Stangen-)
Mangos
Aprikosen
Radieschen
Brokkoli
Avocados
Melonen
Avocados
Rettich
Bananen
Chicorée
Mirabellen,
Bananen Renekloden
Rhabarber
Birnen
Chinakohl
Pampelmusen
Birnen
Rosenkohl
Brombeeren
Dicke Bohnen
Papayas
Brombeeren
Rote Bete/Rote Rüben
Erdbeeren
Eisbergsalat
Pfirsiche, Nektarinen
Erdbeeren
Rotkohl
Esskastanien
Endivien
Pflaumen,
Zwetschen
Esskastanien
Rucola
Feigen
Erbsen, Zuckererbsen
Preiselbeeren
Feigen
Schwarzwurzeln
Grapefruit
Feldsalat/Rapunzel
Quitten
Grapefruit
Spargel
Haselnüsse
Gemüsefenchel
Stachelbeeren
Haselnüsse
Spinat
Heidelbeeren
Gemüsepaprika
Tafeltrauben
Heidelbeeren
Spitzkohl
Himbeeren
Grünkohl
Walnüsse
Himbeeren
Stangen-/Bleichsellerie
Gurken,
Salat- rot
Johannisbeeren,
Wassermelonen rot
Johannisbeeren,
Tomaten
Johannisbeeren,
Kohlrabi
schwarz
Weißkohl
Kirschen,
Kopfsalat
sauer
Zucchini
Kirschen,
Kürbis süß
Zwiebeln
Kiwis
Lollo Rossa, L. Bionda
FEB
MÄRZ APRIL
MAI
JUNI
JULI
AUG
SEP
OKT
NOV
DEZ
© aid infodienst e.V.
aisonkalender
Gemüsepaprika
HILFREICHES – ALLTAG
Zitronen
Johannisbeeren,
schwarz
Erklärung
Kirschen, sauer
Monat
mit starken
Importen
Kirschen, süß
Monat
mit geringen
Importen
Monat
mit großem Angebot
aus heimischem Anbau
Monat mit großem Angebot
aus heimischem Anbau und
gleichzeitig geringen Importen
Kiwis
© aid infodienst e.V. Die Nutzungsrechte an den Inhalten dieser Datei liegen ausschließlich beim aid infodienst, Bonn. Die Nutzung der Inhalte (ganz oder auch in Teilen)
bedarf ausdrücklich seiner vorherigen Zustimmung. Eine Bearbeitung oder Veränderung der Datei ist unzulässig; eine Weiterlizenzierung an Dritte ist ebenfalls unzulässig.
Limetten
Mangold
Limetten
Möhren
Litschis
Litschis
Mandarinengruppe
Porree/Lauch
Mandarinengruppe
Mangos
Radicchio
Mangos
55
REZEPTE
REZEPTE
modifiziert nach Müller, 20074
Gratinierter Wirsing
(Läßt sich gut vorbereiten)
Zutaten für 2 Portionen
Wirsingblätter . . . . . . . . . . . . . . . . . . 400 g
2 Zweige Petersilie
4 EL Kondensmilch, 7,5 % Fett . . . . . 60 ml
4 EL saure Sahne, 10 % Fett. . . . . . . . 60 g
Fluoridiertes Jodsalz
Pfeffer, Cayennepfeffer, Muskatnuss
4 dünne Scheiben Mozzarella . . . . . . . 60 g
56
Zubereitungszeit: 15 Minuten
Backzeit: 25 Minuten
REZEPTE
Die Zubereitung
Den Backofen auf 200 °C (Gas Stufe 3, Umluft 180 °C) vorheizen.
Die Wirsingblätter portionsweise in reichlich Salzwasser ca. 3 Minuten blanchieren,
bis sie so weich sind, dass sie sich zusammenfalten lassen. Die Blätter mit einem
Schaumlöffel herausnehmen, gut abtropfen lassen und zu kleinen Kugeln formen.
Diese in eine Auflaufform setzen.
Petersilie waschen, abzupfen, trocken tupfen und fein hacken.
Die Kondensmilch mit der glatt gerührten sauren Sahne, der gehackten Petersilie
und den Gewürzen verquirlen und über die Wirsingkugeln gießen.
Die Kugeln mit den Käsescheiben belegen und im Ofen ca. 25 Minuten überbacken,
bis der Mozzarella leicht gebräunt ist.
Nährwert pro Portion
• 195 Kilokalorien
• 14 g Eiweiß
• 12 g Fett
• 7 g Kohlenhydrate
• 5 g Ballaststoffe
TIPP:
Falls der Käse zu schnell bräunt, die Auflaufform mit Aluminiumfolie
oder einem Deckel abdecken.
Cayennepfeffer fördert – wie andere scharfe Gewürze – die Thermogenese.
Das hilft beim Abnehmen.
57
REZEPTE
Möhrensuppe
(geht schnell)
Zutaten für 2 Portionen
1 kleine Zwiebel . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60 g
2 TL Rapsöl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 ml
2 mittlere Möhren . . . . . . . . . . . . . . . 200 g
2 TL Tomatenmark . . . . . . . . . . . . . . . . 10 g
2 Tassen Gemüsebrühe . . . . . . . . . . 300 ml
Fluoridiertes Jodsalz
grob gem. schwarzer Pfeffer
2 Prisen Zucker . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30 g
2 EL saure Sahne, 10 % Fett
½ Bund Kerbel
58
Zubereitungszeit: 20 Minuten
REZEPTE
Die Zubereitung
Die Zwiebel schälen und fein hacken. Öl erhitzen und die Zwiebel glasig dünsten.
Die Möhren waschen, putzen und in kleine Würfel schneiden.
Mit den Zwiebeln andünsten.
Das Tomatenmark dazugeben, kurz mitrösten, mit der Gemüsebrühe aufgießen und mit den
Gewürzen abschmecken.
Die saure Sahne glatt rühren, unter die Suppe rühren, nicht mehr kochen lassen.
Die Kerbelblättchen waschen, abzupfen und fein gehackt über die Suppe streuen.
Nährwert pro Portion
• 123 Kilokalorien
• 5 g Eiweiß
• 7 g Fett
• 9 g Kohlenhydrate
• 5 g Ballaststoffe
TIPP:
Anstelle der Möhren eignen sich auch Paprika zur Herstellung dieser Suppe.
59
REZEPTE
Hülsenfruchteintopf
(braucht etwas mehr Zeit)
Zutaten für 2 Portionen
getrocknete Linsen. . . . . . . . . . . . . . . 150 g
2 kleine Zwiebeln . . . . . . . . . . . . . . . . 120 g
2 kleine Lauchstangen . . . . . . . . . . . . 200 g
½ kleine Sellerieknolle . . . . . . . . . . . . 100 g
2 mittlere Möhren . . . . . . . . . . . . . . . 160 g
½ Petersilienwurzel
2 TL Rapsöl
4 Scheiben magerer, roher Schinken. . 40 g
2 EL Tomatenmark . . . . . . . . . . . . . . . . 40 g
4 Tassen Gemüsebrühe. . . . . . . . . . . 600 ml
60
2 mittelgroße Kartoffeln . . . . . . . . . . . 160 g
2 TL Dijonsenf
4 Zweige Petersilie und ½ Bund Kerbel
Fluoridiertes Jodsalz und bunter Pfeffer
Zubereitungszeit: 20 Minuten
Einweichzeit: 10 Stunden
Kochzeit: ca. 35 Minuten
REZEPTE
Die Zubereitung
Linsen über Nacht in reichlich Wasser einweichen.
Die Zwiebeln, den Lauch, den Sellerie, die Möhre, die Petersilienwurzel waschen,
putzen und in große Stücke schneiden.
Die Gemüsestücke in heißem Olivenöl kräftig anbraten, Tomatenmark und klein
gewürfelten Schinken dazugeben, kurz mitbraten und mit Gemüsebrühe aufgießen.
Die Kartoffeln waschen, putzen, in feine Würfel schneiden, zusammen mit den abgetropften
Linsen in den Topf geben und 30 bis 40 Minuten abgedeckt köcheln lassen.
Die Kräuter waschen, putzen, von den Stängeln zupfen und fein wiegen.
Kräuter und Senf mit den Gewürzen zum Eintopf geben und einmal kurz aufkochen lassen.
Nährwert pro Portion
• 355 Kilokalorien
• 24 g Eiweiß
• 11 g Fett
• 39 g Kohlenhydrate
• 15 g Ballaststoffe
TIPP:
Anstatt der Linsen können Sie den Eintopf auch mit getrockneten Erbsen zubereiten.
Besonders lecker gelingt das Rezept mit einem halben geriebenen Apfel, den Sie
30 bis 40 Minuten mitgaren. In diesem Rezept passt gekochter Schinken besser als roher
Schinken. Verwenden Sie anstatt des Senfs Tomatenmark und löschen den Eintopf mit
Balsamicoessig ab, schmeckt sehr lecker.
61
REZEPTE
Bunter Kartoffelsalat à la Mama
(gelingt leicht)
Zutaten für 2 Portionen
4 mittelgroße Kartoffeln . . . . . . . . . . . 320 g
4 EL Gemüsebrühe. . . . . . . . . . . . . . . 40 ml
1 kleine Zwiebel . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60 g
½ Salatgurke. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 200 g
½ rote Paprikaschote . . . . . . . . . . . . . . 80 g
½ gelbe Paprikaschote . . . . . . . . . . . . . 80 g
1 EL Rapsöl. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15 ml
1 EL Weißweinessig. . . . . . . . . . . . . . 15 ml
2 Scheiben gekochter Schinken . . . . . . 60 g
62
Petersilie, Schnittlauch
weißer Pfeffer
Fluoridiertes Jodsalz
Zubereitungszeit: 25 Minuten
Kochzeit: 20 Minuten
REZEPTE
Die Zubereitung
Die Kartoffeln waschen und als Pellkartoffeln garen. Die Kartoffeln pellen, in Scheiben
schneiden und abkühlen lassen. Die abgekühlten Kartoffelscheiben mit heißer Gemüsebrühe
übergießen.
Zwiebel schälen und in Scheiben schneiden. Die Salatgurke und die Paprikaschoten gründlich
waschen und in Würfel schneiden.
Ein Dressing aus Öl, Essig, Kräutern und Gewürzen herstellen und über die Kartoffeln geben.
Das Gemüse dazu geben und unterheben. Den Schinken würfeln und darüber streuen.
Nährwert pro Portion
• 290 Kilokalorien
• 13 g Eiweiß
• 12 g Fett
• 29 g Kohlenhydrate
• 8 g Ballaststoffe
TIPP:
Anstatt der Salatgurke können Sie auch Essig- oder Salzgurken verwenden.
Mit Gurke und anderen Gemüsesorten, die zu mehr als 90% aus Wasser bestehen,
können Sie die „Kalorienbombe“ Kartoffelsalat problemlos und lecker entschärfen.
63
REZEPTE
Gefüllte Fleischtomaten mit Mozzarella und Weizen
(braucht etwas mehr Zeit)
Zutaten für 2 Portionen
4 EL Weizenkörner . . . . . . . . . . . . . . . . 60 g
4 Tassen Gemüsebrühe
2 Fleischtomaten. . . . . . . . . . . . . 300/400 g
1 kleine Zwiebel
2 Knoblauchzehen
2 Scheiben roher Schinken ohne Fettrand
2 TL Olivenöl, 1 TL Balsamessig
2 TL geriebener Parmesan . . . . . . . . . . . 6 g
2 Basilikumblätter und Thymian
64
Fluoridiertes Jodsalz und Pfeffer
4 dünne Scheiben Mozzarella. . . . . . . . 60 g
1 Tasse Tomatensaft . . . . . . . . . . . . . 150 ml
Zubereitungszeit: 25 Minuten
Einweichzeit: 10 Stunden
Kochzeit: 45 Minuten
REZEPTE
Die Zubereitung
Die über Nacht eingeweichten Getreidekörner in der Gemüsebrühe 30 Minuten köcheln
lassen. Den Backofen auf 200 °C (Gas Stufe 3, Umluft 180 °C) vorheizen.
Von der Fleischtomate an der dem Strunk gegenüberliegenden Seite einen Deckel abschneiden, das Fruchtfleisch aushöhlen und beiseite legen. Die Zwiebel und die Knoblauchzehen
schälen und fein hacken. Den Schinken fein würfeln.
Öl erhitzen, die Zwiebel- und Knoblauchwürfel andünsten, Schinken und das fein geschnittene Fruchtfleisch der Tomate dazugeben. Mit Essig ablöschen und mit Parmesankäse, den
Gewürzen und klein geschnittenen Kräutern abschmecken.
Die gegarten Getreidekörner zu der Gemüsemasse geben und kurz mitköcheln lassen.
Die Masse in die ausgehöhlte Tomate einfüllen und mit den Mozzarellascheiben belegen.
Den Deckel in kleine Würfel schneiden und über die Käsescheiben streuen.
Die Tomate in eine kleine Auflauform setzen, mit dem Tomatensaft aufgießen und im Backofen solange überbacken, bis der Käse zerläuft.
Nährwert pro Portion
• 360 Kilokalorien
• 22 g Eiweiß
• 17 g Fett
• 30 g Kohlenhydrate
• 6 g Ballaststoffe
65
REZEPTE
Kabeljaufilet im mediterranen Gemüsebett
(geht schnell)
Zutaten für 2 Portionen
2 Portionen Kabeljaufilet. . . . . . . . . à 120 g
2 EL Balsamessig. . . . . . . . . . . . . . . . 30 ml
1 kleine Aubergine . . . . . . . . . . . . . . . 200 g
1 kleine gelbe Paprikaschote. . . . . . . . 160 g
1 kleine Zucchini . . . . . . . . . . . . . . . . . 150 g
2 kleine Knoblauchzehen
1 kleine rote Zwiebel. . . . . . . . . . . . . . . 60 g
2 TL Olivenöl. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 ml
2 EL Tomatenmark . . . . . . . . . . . . . . . . 30 g
66
2 EL Kondensmilch, 7,5 % Fett. . . . . 30 ml
Fluoridiertes Jodsalz, 2 Prisen Zucker
bunter Pfeffer aus der Mühle
Oregano, Thymian, Basilikum, Petersilie,
Dill, Schnittlauch
Zubereitungszeit: 15 Minuten
Kochzeit: ca. 8 Minuten
REZEPTE
Die Zubereitung
Das Kablejaufilet säubern, mit Essig säuern und salzen. Gemüse waschen, putzen und in
grobe Stücke schneiden.
Öl erhitzen, die Gemüse, Zwiebeln und Knoblauch darin andünsten, das Tomatenmark kurz
mitrösten und mit der Kondensmilch ablöschen.
Das Fischfilet auf das Gemüsebett setzen und ca. 5-10 Minuten bei geringer Hitze gar
ziehen lassen.
Mit den Gewürzen und den gewaschenen und fein gehackten Kräutern abschmecken.
Nährwert pro Portion
• 262 Kilokalorien
• 30 g Eiweiß
• 8 g Fett
• 15 g Kohlenhydrate
• 8 g Ballaststoffe
TIPP:
Kräuter enthalten neben Aromastoffen ein breites Spektrum an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Verwenden Sie möglichst frische oder tiefgefrorene,
aber keine getrockneten Kräuter. Und kochen Sie sie nicht zu lange, sonst verflüchtigt
sich der Geschmack.
67
REZEPTE
Überbackene Spinatkartoffeln
(preisgünstig)
Zutaten für 2 Portionen
Spinat, tiefgekühlt oder frisch. . . . . . 200 g
2 kleine Tomaten. . . . . . . . . . . . . . . . . 120 g
16 Frühlingszwiebeln. . . . . . . . . . . . . 160 g
1 Knoblauchzehe
je 2 Zweige Petersilie, Thymian, Rosmarin
2 TL Olivenöl. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 ml
4 EL passierte Tomaten a. d. Dose. . . 140 g
Fluoridiertes Jodsalz
Pfeffer, Cayennepfeffer, Muskatnuss
68
4 mittlere Kartoffeln . . . . . . . . . . . . . 320 g
2 EL saure Sahne . . . . . . . . . . . . . . . . . 30 g
8 EL geriebener Käse, 45 % F. i. Tr. . . 40 g
Zubereitungszeit: 30 Minuten
Garzeit: ca. 35 Minuten
REZEPTE
Die Zubereitung
Den frischen Spinat putzen (den tiefgefrorenen Spinat auftauen lassen). Die Tomaten
waschen, in Würfel schneiden. Die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden.
Die Knoblauchzehe schälen und zusammen mit den gewaschenen Kräutern fein hacken.
Öl erhitzen und zuerst die Tomaten mit den Frühlingszwiebeln andünsten, danach den Spinat,
die Knoblauch-Kräuter-Masse und die passierten Tomaten dazugeben. Mit den Gewürzen
pikant abschmecken.
Kartoffeln waschen, schälen und auf einem Gemüsehobel in dünne Scheiben hobeln.
Den Backofen auf 200 °C (Gas Stufe 3, Umluft 180 °C) vorheizen.
Die saure Sahne in die Gemüsemasse rühren. Diese und die Kartoffelscheiben schichtweise
in eine Auflaufform füllen. Mit dem geriebenen Käse bestreuen und ca. 30–40 Minuten
backen.
Nährwert pro Portion
• 310 Kilokalorien
• 15 g Eiweiß
• 14 g Fett
• 30 g Kohlenhydrate
• 9 g Ballaststoffe
TIPP:
Falls der Käse zu schnell bräunt, die Auflaufform mit Aluminiumfolie oder einem
passenden Deckel abdecken. Zu den überbackenen Spinatkartoffeln passt ein
Fischfilet und ein großer bunter Salatteller.
69
REZEPTE
Thunfisch-Sandwich „Vitale“
(gelingt leicht)
Zutaten für 2 Portionen
4 Scheiben Vollkorntoastbrot . . . . . . . 80 g
4 Blätter Eisbergsalat
1 Dose Thunfisch naturell a. d. Dose . 180 g
1 kleine Zwiebel . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60 g
½ rote Paprikaschote . . . . . . . . . . . . . 80 g
4 TL Joghurt, 1,5 % Fett. . . . . . . . . . . . 20 g
4 TL saure Sahne, 10 % Fett. . . . . . . . 20 g
2 TL Senf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 g
Fluoridiertes Jodsalz
70
Pfeffer, Paprika edelsüß
2 Zweige Petersilie
Zubereitungszeit: 20 Minuten
REZEPTE
Die Zubereitung
Den Vollkorntoast im Toaster toasten.
Eisbergsalat waschen, putzen, trockentupfen und auf die Toastscheiben legen. Den Thunfisch
in mundgerechte Stücke teilen, die Zwiebel schälen und in dünne Scheiben schneiden. Die
Paprikaschote waschen, putzen und in sehr feine Streifen schneiden.
Den Joghurt mit der sauren Sahne und dem Senf vermischen und mit den Gewürzen kräftig
abschmecken.
Die Soße mit dem Fisch und dem Gemüse vermischen, unterheben und auf das Salatblatt
geben, mit Petersilie garnieren und die zweite Toastscheibe darüberlegen.
Nährwert pro Portion
• 371 Kilokalorien
• 27 g Eiweiß
• 19 g Fett
• 24 g Kohlenhydrate
• 4 g Ballaststoffe
TIPP:
Anstatt Thunfisch: Dünsten Sie ein kleines Stück Fischfilet (Kabeljau oder Schellfisch)
in einem Essig-Piment-Wassersud 2–3 Minuten. Das Fischfilet aus dem Sud nehmen,
trocken tupfen und gut abkühlen lassen. Den Sud durchsieben und einen Teelöffel davon
in die Soße geben. Für einen mediterranen Touch, ein oder zwei schwarze Oliven
in die Soße würfeln. Anstatt Vollkorntoastbrot können Sie auch ein Vollkornbrot
verwenden. Vollkornbrot schmeckt getoastet auch lecker.
71
REZEPTE
Gebratenes Rindfleisch „Hong Kong“
Zutaten für 2 Portionen
2 kleine Rindersteaks. . . . . . . . . . . . . 200 g
1 kleine Knoblauchzehe
1 kleines Stück Ingwer . . . . . . . . . . ca. 10 g
2 TL Weizenstärke . . . . . . . . . . . . . . . . 10 g
1 Esslöffel Sojasoße (für das Fleisch). 15 ml
2 kleine Frühlingszwiebeln . . . . . . . . . 80 g
1 rote Paprikaschote. . . . . . . . . . . . . 160 g
8 kleine Champignons. . . . . . . . . . . . . 80 g
2 Teelöffel Erdnussöl . . . . . . . . . . . . . 10 ml
72
2 EL Sojasoße (für das Gemüse) . . . 30 ml
Curry, Paprika, Kurkuma, Cayennepfeffer
2 EL Cashewkerne . . . . . . . . . . . . . . . . 30 g
Zubereitungszeit: 25 Minuten
Marinierzeit: ca. 30 Minuten
REZEPTE
Die Zubereitung
Das Rindfleisch in schmale Streifen schneiden.
Den Knoblauch und den Ingwer schälen und in kleine Würfel schneiden. Die Fleischstreifen
zusammen mit dem Knoblauch und dem Ingwer in eine Schüssel geben.
Die Stärke mit der Sojasoße glatt rühren und über das Fleisch geben, das Ganze 30 Minuten
marinieren.
Die Frühlingszwiebeln und die Paprikaschote in kleine Stücke schneiden. Die Champignons
putzen, den unteren Teil des Stiels abschneiden und die Pilze vierteln.
Die Hälfte des Öls in eine beschichtete Pfanne geben, die Fleischstreifen darin scharf anbraten und warm stellen. Das restliche Öl in die Pfanne geben und die Gemüsesorten darin
anbraten. Das Fleisch dazu geben und mit Sojasoße und den Gewürzen abschmecken.
Die Cashewkerne kurz vor dem servieren über das Gericht streuen.
Nährwert pro Portion
• 363 Kilokalorien
• 36 g Eiweiß
• 17 g Fett
• 17 g Kohlenhydrate
• 5 g Ballaststoffe
TIPP:
Bei Geschnetzeltem, Gulasch oder Hackfleischsoße können Sie auch ganz leicht die
empfohlene Fleischportion reduzieren. Rechnen Sie einfach die entsprechende Menge
mehr an Gemüse für das jeweilige Gericht.
73
REZEPTE
Basilikum-Reisbällchen auf Tomaten-Lauch-Gemüse
(preisgünstig)
Zutaten für 2 Portionen
6 gehäufte EL Vollkornreis. . . . . . . . . . 120 g
4 gehäufte EL Magerquark. . . . . . . . 120 g
2 EL Semmelbrösel . . . . . . . . . . . . . . . 40 g
2 EL geriebener Parmesan . . . . . . . . . . 10 g
4 Zweige Basilikum
2 TL Olivenöl. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 ml
4 kleine Tomaten. . . . . . . . . . . . . . . . . 220 g
4 kleine Stangen Lauch. . . . . . . . . . . 400 g
2 Knoblauchzehen
74
2 EL saure Sahne, 10 % Fett. . . . . . . . . 40 g
Fluoridiertes Jodsalz und weißer Pfeffer
Zubereitungszeit: 25 Minuten
REZEPTE
Die Zubereitung
Reis nach Packungsanleitung garen und abkühlen lassen.
Den Quark mit den Semmelbröseln und dem Parmesankäse unter den Reis mischen.
Basilikum waschen, abzupfen, hacken und zusammen mit Salz und Pfeffer unter die Masse
geben.
Aus dem Teig sechs kleine Bällchen formen und in heißem Olivenöl goldbraun anbraten.
Die Bällchen herausheben und warm stellen.
Den Lauch und die Tomaten waschen und putzen, Lauch in Ringe und Tomaten in große
Würfel schneiden.
Den Knoblauch abziehen und fein würfeln. Im restlichen, heißen Öl die Gemüsemischung
anschwitzen, würzen und ca. 5 Minuten köcheln lassen.
Die saure Sahne verrühren und über das Gemüse geben. Nicht mehr kochen lassen.
Zusammen mit den Bällchen servieren.
Nährwert pro Portion
• 488 Kilokalorien
• 23 g Eiweiß
• 12 g Fett
• 71 g Kohlenhydrate
• 8 g Ballaststoffe
TIPP:
Dazu passt ein Feldsalat mit Walnussöl oder Rotweinessig und trocken
angerösteten Walnusskernen.
75
REZEPTE
Italienisches Gemüsegratin
(gelingt leicht)
Zutaten für 2 Portionen
1 mittlere Zucchini . . . . . . . . . . . . . . . 300 g
8 kleine Champignons. . . . . . . . . . . . . 80 g
4 kleine Tomaten . . . . . . . . . . . . . . . . 240 g
2 Knoblauchzehen
2 TL Olivenöl. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 ml
1 Pck. Mozzarella . . . . . . . . . . . . . . . . 120 g
Basilikum, Thymian, Oregano
Fluoridiertes Jodsalz
Weißer Pfeffer
76
Zubereitungszeit: 20 Minuten
Backzeit: ca. 10 Minuten
REZEPTE
Die Zubereitung
Die Zucchini und die Champignons in Scheiben schneiden. Die Tomaten halbieren,
Stängelansatz herausschneiden und das Fruchtfleisch in Scheiben schneiden.
Die Knoblauchzehen abziehen und fein würfeln.
Öl erhitzen, Gemüse kurz darin anschwitzen und die gewaschenen, fein gehackten
Kräuter dazugeben. Mit den Gewürzen kräftig abschmecken.
Den Backofen auf 200 °C (Gas Stufe 3, Umluft 180 °C) vorheizen.
Den Mozzarella in feine Scheiben schneiden, das Gemüse in eine kleine Auflaufform
geben, mit dem Käse belegen und im Backofen überbacken, bis der Käse geschmolzen
und leicht gebräunt ist.
Nährwert pro Portion
• 256 Kilokalorien
• 16 g Eiweiß
• 18 g Fett
• 7 g Kohlenhydrate
• 4 g Ballaststoffe
TIPP:
Anstatt Zucchini können Sie Auberginen verwenden und frisch geschnittene feine
Parmesankäsescheiben anstelle des Mozzarellas.
Die Champignons werden nicht braun, wenn Sie sie mit wenig Zitronensaft beträufeln.
Zum italienischen Gemüsegratin passt mit Knoblauch eingeriebenes und kurz gegrilltes
Baguette.
77
REZEPTE
Gemüsepfanne mit Lachs
(gelingt leicht)
Zutaten für 2 Portionen
2 kleine Karotten . . . . . . . . . . . . . . . . 100 g
1 kleine Zucchini . . . . . . . . . . . . . . . . 100 g
1 kleiner Kohlrabi. . . . . . . . . . . . . . . . . 100 g
2 Frühlingszwiebeln . . . . . . . . . . . . . . . 20 g
2 TL Sojaöl. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 ml
2 Portionen Lachs. . . . . . . . . . . . . . à 100 g
Fluoridiertes Jodsalz und bunter Pfeffer
2 TL Zitronensaft. . . . . . . . . . . . . . . . . 10 ml
2 EL Wasser . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 ml
78
2 EL Weißwein. . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 ml
2 EL Kondensmilch, 4 % Fett. . . . . . 30 ml
Zubereitungszeit: 10 Minuten
Garzeit: 5 Minuten
REZEPTE
Die Zubereitung
Das Gemüse waschen, putzen und in sehr feine Streifen schneiden.
Das Öl erhitzen und das klein geschnittene Gemüse darin kurz andünsten, den Lachs darauf
geben und kurz anbräunen, mit den Gewürzen abschmecken und mit der Flüssigkeit aus
Zitronensaft, Wasser, Wein und Kondensmilch aufgießen. Abgedeckt 5 Minuten garen.
Nährwert pro Portion
• 601 Kilokalorien
• 36 g Eiweiß
• 23 g Fett
• 59 g Kohlenhydrate
• 14 g Ballaststoffe
79
EIGENE NOTIZEN
REZEPTE
80
EIGENE REZEPTE
NOTIZEN
81
82
Quellen:
1. Heseker / Heseker, Die Nährwerttabelle, 2. Auflage, 2012, Neuer Umschau Buchverlag.
2. Leitzmann, Ernährung in Prävention und Therapie, 3. Auflage, 2009, Hippokrates.
3. Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Die Nährstoffe - Bausteine für Ihre Gesundheit, 3. Auflage, 2011.
4. Rezepte: Müller / Weißenberger, Ernährungsratgeber Rheuma - genießen erlaubt, 2. Auflage, 2007, Schlütersche.
Impressum
Herausgeber:
MSD SHARP & DOHME GMBH
Lindenplatz 1 · 85540 Haar
Stand:
Oktober 2015
83
84
RHEU-1087855-0002 09/16
MSD SHARP & DOHME GMBH
Lindenplatz 1
85540 Haar
www.msd.de
Herunterladen