Triumph des Willens von Leni Riefenstahl

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Triumph des Willens von Leni Riefenstahl
Kontext:
Im Jahre 1932 hatten weder die demokratischen Parteien noch das Bündnis aus NSDAP
(Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei) und DNVP (Deutschnationale Volkspartei) die
Mehrheit für eine Regierungsbildung. Der Reichspräsident Paul von Hindenburg ernannte Hitler am
30. Januar 1933 zum Reichskanzler: Hitler kam legal an die Macht. Diesem neuen Präsidialkabinett
gehörten nur zwei weitere Minister der NSDAP an (Wilhelm Frick und Hermann Göring). Die anderen
Kabinettposten übernahmen die NDVP und Parteilose; So sollte Hitler „gezähmt“ (domestiquer)
werden. Aber die Terrorherrschaft begann sofort:
- 27. Februar 1933: das Reichtagsgebäude brannte infolge einer Brandstiftung nieder.
- 28. Februar 1933: SA und SS erhalten Polizeivollmacht
- 5. März 1933: neue Reichstagswahl. Trotz Verfolgung der politischen Gegner,
Versammlungsverbot und Telefonabhörungen konnte Hitler die absolute Mehrheit nicht
erreichen.
- 13. März 1933: Bildung des neuen Ministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. Leiter
wurde Joseph Goebbels.
- 10. Mai 1933: die SA verbrannte in Berlin und anderen Städten Bücher, die nicht der NSIdeologie entsprachen.
- 22. Juni 1933: „freiwillige“ Auflösung der Parteien (am 14. Juli 1933 wurde die NSDAP einzig
zugelassene Partei).
- 22. September 1933: Gründung der Reichskulturkammer, die unter Leitung des
Propagandaministeriums stand. Sie kontrollierte das kulturelle Leben (Musik, Literatur,
bildende Kunst, Theater, Film, Rundfunk, Presse).
- 2. August 1934: Tod Hindenburgs, Vereidigung der Reichswehr auf „Führer und
Reichskanzler Adolf Hitler“.
Vokabel:
 SA: Sturmabteilung. Leicht bewaffnete Kampf- und Schlägertruppe der NSDAP unter Befehl
von Ernst Röhm, einem früheren Reichswehroffizier. (1931: 77 000 Mitglieder; 1933: 700 000)
Die SA verlor nach 1934 (Röhm-Putsch, auf französisch, Nuit des longs couteaux) an
Bedeutung.
 SS: Schutzstaffel. Die unter Heinrich Himmler gebildeten Truppen waren anfangs die
Schutztruppen Hitlers und der NSDAP-Führung. Sie hatte 1939 240 000 hauptberufliche
Mitglieder.
 Gestapo: Geheime Staatspolizei. Sie verhaftete ab April 1933 Menschen ohne richterlichen
Beschluss und verschleppte sie in Gefängnisse oder Konzentrationslager.

Propaganda: eine gezielte politische Beeinflussung durch Wort, Bild, Schrift, Musik und
Veranstaltungen. Man versucht so, auf die Menschen Einfluss zu nehmen. Die
Nationalsozialisten nutzten dazu besonders Großveranstaltungen, den Rundfunk sowie
Zeitungen und Zeitschriften.
Pädagogische Verarbeitung
Der Nationalsozialismus nutzte alle damals modernen Medien, neben der Presse insbesondere den
Rundfunk und den Film.
- Warum hat L. Riefenstahl die Massenbewegungen gefilmt?
Auf dem Parteitagsgelände fanden mehrere 100 000 Menschen Platz.
Die Ideologie der großen Volksgemeinschaft aller Deutschen wurde in dem Film heraufbeschworen.
Um möglichst tiefgehend Einfluss auf das Volk zu nehmen bedienten sich die Nazis magischer Kult:
Führerkult, Fahnenkult, Treuekult. Das gigantische Ausmaß der Bewegungen war eindrucksvoll.
Damit wurden auch die von den Nationalsozialisten besetzten Werte wie Heimat, Nation, Ordnung,
Disziplin gezeigt.
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- Wie ist Hitler gefilmt? Beachten Sie auch seine Stimme, seine Sprache und seine Gestik.
Seine Sprache ist klar, leicht, anschaulich für alle Schichten des Volks
Seine Stimme ist eindringlich, beschwörend, faszinierend, überschlägt sich oft.
Seine Hände sind kraftvoll beherrscht, unterstreichen das Gesagte.
Eine Seite des Rechtecks war begrenzt durch eine gewaltige Treppenanlage von 390 Meter Länge,
flankiert von zwei riesigen Flammenschalen und dem gewaltigen steinernen Rednerpodest in der
Mitte, auf dem Hitler ganz allein aus der Masse herausgehoben sprach, umgeben von einem Wald
von Hakenkreuzfahnen und Standarten.
Die Person Hitlers wurde geradezu göttlich verehrt. Der Parteitag verlief wie ein Gottesdienst.
-
Welches Ziel hat dieser Film?
Um die Bevölkerung an den Staat zu binden nutzte die nationalsozialistische Partei
Propaganda. In der minutiös geplanten Zeremonie des Reichsparteitages 1934 und ihren
Aufmärschen sollten sich die Einzelnen als Teil der Masse fühlen. Der eindrucksvoll und pompös
inszenierte Feiertag war ein wichtiges Mittel der Propaganda.
Text von Joseph Goebbels, Reichspropagandaminister am 12. Juni 1933
Die Gleichschaltung, das sind die ersten Konturen des Zustandes, der einmal der
Normalzustand in Deutschland sein wird, dass es in Deutschland nur eine Meinung, eine Partei, eine
Überzeugung gibt, dass diese Meinung, dieses Volk, diese Überzeugung sich nicht gegen den Staat
richten darf, dass der Staat die oberste Organisation des öffentlichen wie des privaten Lebens ist,
dass der Staat das Volk darstellt und dass alle Kräfte des öffentlichen Lebens sich in den Staat einund sich ihm unterordnen müssen.
J. und R. Becker, Hitlers Machtergreifung, München, 1983, S. 340
Zum Schluss nahm Leni Riefenstahl eine Sonderstellung unter den NS-Regisseuren ein, die ihre
Begeisterung für Hitler in diesem Dokumentarfilm zum Ausdruck brachte. Die künstlich gefilmten
Aufmärsche, Schlagworte, Militärmusik, Fahnen, Scheinwerfer hatten auf den Zuschauer einen
großen Effekt.
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