Jun 2014 - AstroVis

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AKTUELLES AM HIMMEL
Im April 2013 konnte Horst Ziegler den
Ringplaneten Saturn bei guten Bedingungen beobachten. In diesem Jahr erscheinen
die Ringe mit rund 22 Grad noch weiter
Horst Ziegler
geöffnet und erinnern in ihrem Anblick an
eine schräg ins Licht gehaltene analoge
Schallplatte.
Saturn am Abendhimmel:
weit geöffnete Ringe
Der Ringplanet kulminiert nach seiner Opposition im Mai nun an unserem
Abendhimmel. Am 10. Juni bekommt er dabei auch Besuch vom Mond. Da die
Saturnringe derzeit schon annähernd unter ihrem optimalen Öffnungswinkel
erscheinen, können wir im Fernrohr ihre volle Pracht bewundern.
N
üchtern betrachtet ist Saturn ledig-
nun einige hundert Millionen oder gar
lich ein kleiner Bruder des Giganten
Milliarden Jahre beträgt. Manche Plane-
Jetzt ein guter Blick
auf die »Schallplatte«
Jupiter, eben ein großer Gasplanet mit
tenforscher gehen davon aus, dass es sich
Im besten Fall öffnen sich die Saturnringe
immerhin zehn Erddurchmessern (Jupi-
im Vergleich zum Alter des Planetensys-
für uns unter einem Winkel von 27 Grad.
ter: 12). Er besitzt nur ein Drittel der Masse
tems um ein kurzlebiges Phänomen han-
Mit mehr als 22 Grad zeigen die Ringe in
von Jupiter und seine mittlere Dichte ist
delt. Die Ringsysteme, die Raumsonden
diesem Monat den besten Anblick seit neun
mit 0,7 Gramm pro Kubikzentimeter deut-
auch bei Jupiter, Uranus und Neptun ge-
Jahren (siehe Bild oben). Wegen der großen
lich geringer als diejenige seines inneren
sichtet haben, legen die Vermutung nahe,
Bahnhalbachse des Saturn­orbits verklei-
Nachbarn mit 1,3 Gramm pro Kubikzenti-
dass solche Planetenringe häufiger entste-
nert sich der Anblick der Saturnkugel und
meter. Durch die mehr als doppelt so gro-
hen, nicht nur bei Saturn. Dabei schlägt
seiner Ringe auch außerhalb der Opposi-
ße Oppositionsentfernung des Saturn von
ein Asteroid auf einen kleinen Mond ein
tionszeit nur unwesentlich. So genießen
acht anstatt vier Astronomischen Einhei-
und zertrümmert ihn. Andere Theorien
wir jetzt mit mehr als 41 Bogensekunden
ten wie bei Jupiter erscheint die Saturnku-
gehen davon aus, dass es sich bei den Rin-
Ringdurchmesser und mehr als 18 Bogense-
gel noch viel kleiner, als sie es eigentlich
gen aller Gasplaneten um Überreste aus
kunden bei der Planetenkugel immer noch
ist. Sie wird von einem etwas dunkleren,
ihrer Entstehung handelt.
fast die Optimalwerte. Die Gesamthellig-
schon in kleineren Teleskopen sichtbaren
wirken
keit liegt bei +0,1 mag. Viel wichtiger ist es
Äquatorband geziert, was die Verwand-
durch ihre Gezeitenkräfte auf das Ring-
bei der niedrigen Stellung des Saturn, der
schaft zum großen Bruder deutlich unter-
system von Saturn ein und geben diesem
derzeit bei –15 Grad Deklination mitten im
streicht. Ohne seine Ringe würde Saturn
seine schallplattenartige Struktur. So
Sternbild Waage steht, seine Kulminations-
aber nur von wenigen Blicken gewürdigt
ist der innerste Saturnmond Mimas für
zeit gut abzupassen – im Juni zu recht ange-
werden.
die Cassinische Teilung verantwortlich.
nehmer Stunde, nämlich zwischen 22 und
Der majestätisch ruhig daliegende Sa-
Seine Umlaufzeit steht in einem Verhält-
23 Uhr (siehe Grafik rechts). Die höchste
turnring ist aber nicht statisch, sondern
nis von 2:1 zu derjenigen von Teilchen in
Stellung bietet eine ruhigere Luft und ver-
er besteht aus vielen Eisbrocken, die ihn in
dieser Ringlücke – eine so genannte Reso-
spricht eine bessere Sichtbarkeit von feinen
einer bemerkenswert scharfen Ebene um-
nanz. So summieren sich die Bahnstörun-
Details. Allerdings sind die wetterbeding-
kreisen. Wir wissen zwar nicht, ob die dy-
gen auf und drängen die Teilchen aus der
ten Unterschiede von Nacht zu Nacht recht
namische Lebensdauer des Ringsystems
Teilung.
groß. Da hilft es nur, die Beobachtungen bei
50
Juni 2014
Nahe
umlaufende
Monde
STERNE UND WELTRAUM
M 11: falscher Kugelsternhaufen oder Kometendoppelgänger?
D
ie wahre Natur des kompakten offenen Sternhaufen
Messier 11 im Sternbild Schild, rund zwei Grad südöstlich
von Beta Scuti (b Sct), ist im Fernglas nicht zu erkennen. In einer
dunklen Nacht geht man am besten von der auffälligen Schild­
wolke in der südlichen Sommermilchstraße aus und entdeckt
M 11 als einen kompakten runden Nebel von rund zehn Bogen­
minuten Durchmesser an ihrem Nordostrand. Der erste Eindruck
ist derjenige eines Kugelsternhaufens. Ein größerer Feldstecher
westliche Rand des »Nebels« erscheint nun diffuser. So sieht
Walter Koprolin
zeigt einen rund 8 mag hellen Stern nahe des Zentrums und der
14 Bogenminuten
M 11 aus wie ein Komet! Dies war auch der Eindruck seines
Entdeckers Gottfried Kirch im Jahr 1681. M 11 ist außerdem mehr
24 Lichtjahre
als 6000 Lichtjahre von uns entfernt. Daher leuchten alle Haufen­
sterne, abgesehen von der erwähnten Ausnahme, schwächer als
10 mag. Es ist diese Helligkeitslücke, die M 11 im Fernglas wie
In einer dunklen Nacht erscheint M 11 im Fernglas als runder
einen Kometen wirken lassen. Mit einem Durchmesser von rund
Nebel am Nordostrand der Schildwolke. Er sieht eher einem
20 Lichtjahren ist dieser Sternhaufen jedoch ein ungleich größe­
Kugelsternhaufen oder Kometen als einem offenen Sternhaufen
res Objekt.
ähnlich.
KLAUS-PETER SCHRÖDER
jeder Gelegenheit zu wiederholen. Schon
Wie viele Saturnmonde sehen Sie?
Bei Letzterem benötigen Sie eine gute
ein Refraktor mit einer Öffnung von acht bis
Im Gegensatz zu Jupiter besitzt Saturn
Aufsuchkarte, um ihn von Hintergrund-
zehn Zentimetern zeigt die Cassinische Tei-
zwar keine sehr hellen Monde, dafür lie-
sternen unterscheiden zu können. Bei
lung. Schwieriger ist es, die weit außen im
gen aber mehr Saturntrabanten in der
den inneren Monden besteht das Pro-
A-Ring liegende, sehr subtile Encke-Teilung
Reichweite von Amateurteleskopen (siehe
blem der Überstrahlung und Blendung
zu beobachten. Dazu benötigen Sie schon
Tabelle unten). Die Öffnung und die Luft­
durch die nahen Ringe. Hier helfen nur
eine Öffnung von 14 Zoll. Zudem sollte sich
ruhe entscheiden dabei, wie viele dieser
eine möglichst starke Vergrößerung und
Ihre Optik im besten Justagezustand befin-
Monde Sie sichten können, was diese Be-
eine scharfe Optik. Daher benötigt man
den, um auch eine Vergrößerung von etwa
obachtung in jeder Nacht zu einem span-
für Tethys meist schon einen Achtzöller,
400-fach ausnutzen zu können. Unter solch
nenden Test macht.
obwohl dieser Mond der Helligkeit von
günstigen Umständen erscheint die knapp
Schon ein Vierzöller zeigt Titan und
Dione nicht nachsteht. Ab zehn Zoll kön-
eine Bogensekunde weite Cassinische Tei-
Rhea, während mit sechs Zoll Öffnung
nen Sie auch schon Enceladus erkennen,
lung bereits so breit, dass man versucht ist,
auch der innere Mond Dione und der
nach Mimas der zweitinnerste klassische
in ihr Hintergrundsterne zu suchen.
äußere Satellit Iapetus sichtbar werden.
Mond.
Mit Amateurteleskopen bis 12 Zoll Öffnung
sichtbare Saturnmonde
9. und 10. Juni, 23:30 MESZ
Jungfrau
Waage
Mond
Saturn
10.6.
9.6.
KLAUS-PETER SCHRÖDER
Spika
siderische
Umlaufzeit
(in Tagen)
maximale
Elongation
visuelle Oppositionshelligkeit
(in mag)
II
Enceladus
1,3708
380
11,7
III
Tethys
1,8878
480
10,2
IV
Dione
2,7369
19010
10,4
V
Rhea
4,5175
19250
9,7
VI
Titan
15,9454
39170
8,3
VIII
Iapetus
79,3302
99350
11,1
SuW-Grafik
15°
Die niedrige Stellung des Saturn im Sternbild Waage erfordert es,
S
www.sterne-und-weltraum.de
seine Kulminationszeit gut abzupassen. Am 10. Juni erhält der
Ringplanet Besuch von unserem Mond.
Juni 2014
51
AKTUELLES AM HIMMEL: DER HIMMEL IM ÜBERBLICK
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M 81/82
80
Zeichenerklärung
Gasnebel
Offene Sternhaufen
Kugelsternhaufen
Galaxien
S
Benutzung der Sternkarten: Die Ränder der Karten entsprechen
–1 0 1 2 3 4
Sternhelligkeit [mag]
dem Ho­ri­zont, ihre Mitten dem Punkt senkrecht über unseren
Köpfen (dem Ze­nit). Für die rechts genannten Zeiten gibt die Karte
den ungefähren Anblick des Sternenhimmels wieder. Drehen Sie
dabei die Karte so, dass sich die Himmelsrichtung, in die Sie gerade
blicken, unten befindet. Beispiel: Beim Blick in Richtung Norden
drehen Sie die Karten um 180°, so dass das »N« am Rand der
Karten unten steht. Auf etwa halber Höhe zwischen dem Horizont
und dem Ze­nit sehen Sie dann den Po­lar­stern im Kleinen Bären und
unweit davon den Großen Wagen, einen Teil des Sternbilds Gro­ßer
Bär. Auffinden der hellsten Planeten: Der Mond und die Planeten
befinden sich stets in der Nähe der Ekliptik, die in den Karten als
rote Linie markiert ist. Die Ekliptik durchzieht die zwölf Sternbilder
des Tierkreises.
52
Juni 2014
Himmelsanblick am Abend (linke Karte) für:
1. Maihälfte 2013
2. Maihälfte 2013
1. Junihälfte 2013
2. Junihälfte 2013
1:00 Uhr MESZ
24:00 Uhr MESZ
23:00 Uhr MESZ
22:00 Uhr MESZ
24:00 Uhr MEZ
23:00 Uhr MEZ
22:00 Uhr MEZ
21:00 Uhr MEZ
Himmelsanblick am Morgen (rechte Karte) für:
1. Maihälfte 2013
2. Maihälfte 2013
1. Junihälfte 2013
2. Junihälfte 2013
5:00 Uhr MESZ
4:00 Uhr MESZ
3:00 Uhr MESZ
2:00 Uhr MESZ
4:00 Uhr MEZ
3:00 Uhr MEZ
2:00 Uhr MEZ
1:00 Uhr MEZ
STERNE UND WELTRAUM
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MORGENHIMMEL
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Dämmerung, Mond und Planetenlauf
SuW-Grafik
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SuW-Grafik
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Südlicher Fisch
Mikroskop
-40°
Südliche
Krone
α
Grabstichel
Pendeluhr
-50°
Teleskop
Oben ist
der Sternhimmel in einem Streifen von +40 bis –40
Grad
Kranich
Phönix
Positionen der Planeten
um den Himmelsäquator
dargestellt. Die rote geschwungene Linie
Inder
repräsentiert die Ekliptik (den Schnittkreis der Erdbahnebene mit
Altar
Süden
1 Astronomische Einheit
α
der Himmelskugel). Die Positionen der Sonne und der Planeten
am 15. Juni 2014, 0h ME
sind jeweils für den Monatsanfang eingezeichnet, die Pfeile zeigen
Achernar
–60°
die bis zum Monatsende zurückgelegte Bahn am Himmel an. Der
Mond kann sich maximal fünf Grad oberhalb oder unterhalb der
Ekliptik aufhalten. Seine Positionen und Phasen sind für jeden
zweiten Tag, jeweils für Mitternacht, angegeben.
Links sehen Sie die Planetenbahnen im inneren Sonnensystem,
wie sie sich einem Betrachter darbieten würden, der von oben auf
die Erdbahnebene schaut. Gezeigt sind die Po­si­tionen der Planeten
Merkur, Venus, Erde und Mars zu Mo­nats­an­fang, die Pfei­le ge­ben
die bis zum Mo­nats­en­de zu­rückgelegte Strecke an. Das Widdersymbol  markiert die Richtung zum Frühlingspunkt. Die Pfeile
außerhalb der Marsbahn geben die Richtungen zu den äußeren
Planeten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun an und sind mit ihrem
jeweiligen Symbol markiert.
Unten sind die Planeten mit ihren Phasen aus der Fernrohrper­
spektive zum angezeigten Datum beziehungsweise zur Monats-
SuW-Grafik
mitte in einem einheitlichen Maßstab dargestellt: Ein Millimeter
entspricht einer Bogensekunde.
10 Bogensekunden
5.6.
5.6.
Ernst E. von Voigt
15.6.
25.6.
54
Juni 2014
25.6.
STERNE UND WELTRAUM
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b
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50°
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Luchs
b
40°
Jagdhunde
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Jungfrau
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7.6.
α
8h
Nördliche
Wasserschlange
9.6.
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Einhorn
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-30°
b
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Segel des Schiffes
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3. 6.
MESZ
Ereignis
-40°
Grabstichel
α
n
-50°
1. Juni, 14 Uhr MESZ = JD 2 456 810,0
Schiffskiel
t
Kanopus
α
Maler
Mond nahe Jupiter (Abenddämmerung)
6h
Mond in Erdferne (Apogäum, 404 954 km)
23:50
Eintritt von ω Leo (5,5 mag) am dunklen Mondrand
5. 6.
22:39
zunehmender Halbmond (erstes Viertel)
So
8. 6.
~1h
Mo
9. 6.
~2h
10. 6.
4h
Do
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Achterschiff
Astronomische Ereignisse
-10°
Hase
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Sternhelligkeit in Größenklassen
1. 6.
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Luftpumpe
So
Rigel
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Schiffskompass
Datum
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α
Antares
Tag
g
Prokyon
Kleiner
Hund
α
α
Winkelmaß
10°
Beteigeuze
α
b
9h
α
Aldebaran
27.6.
1.6.
29.6.
3.6.
5.6.
11h
Sonne
Stier 20°
Praesepe
Becher
11.6.
Waage
d
b
Merkur
Jupiter
g
b
α
M5
30°
Löwe
Arktur
Bärenhüter
16h
Fuhrmann
α
Zwillinge
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Pollux
Haar der
Berenike
Nördliche
Krone
b
α
Kleiner Löwe
d
α
Kapella
b
-60°
Mond nur 2,5 Grad südlich von Mars, tief am Westhimmel
Mirastern R Boo (7,2 – 12 mag, P = 223,4 Tage) im Maximum
Mond nur 50 Bogenminuten nördlich von Spika, tief im Südwesten
Mirastern c Cyg (5,1 – 13,5 mag, P = 408 Tage) im Maximum
Di
Neptun Stillstand, wird rückläufig
20:48
Mond 38 Bogenminuten südlich von Saturn, tief im Südosten
Vollmond
Fr
13. 6.
06:12
So
15. 6.
~02:25
Eintritt von ρ1 Sgr (3,9 mag) am hellen Mondrand, Austritt erfolgt 65 bis 70 min später
(genaue Zeiten sind standortabhängig)
5h
Mond in Erdnähe (Perigäum, 362 065 km)
Südwende des Mondes
Do
19. 6.
20:39
abnehmender Halbmond (letztes Viertel)
Fr
20. 6.
1h
Merkur in unterer Konjunktion mit der Sonne (0,55 AE von der Erde)
Sa
21. 6.
03:50
Mond 44 Bogensekunden nördlich von Uranus
12:51
astronomischer Sommeranfang, Sommersonnenwende
Di
24. 6.
00:50
Cepheide δ Cep (3,5 – 4,4 mag, P = 5,3663 Tage) im Minimum
Mi
25. 6.
04:45
Do
26. 6.
~14:00 – 14:45
Fr
27. 6.
10:09
Mo
30. 6.
21h
Mond in Erdferne (Apogäum, 405 930 km)
22:10
erste Abendsichtbarkeit der zunehmenden Mondsichel
Mond nahe Venus (Morgendämmerung)
letzte Morgensichtbarkeit der abnehmenden Mondsichel
Mirastern o Ceti (Mira 3,4 – 9 mag, P = 334 Tage) im Maximum
Merkurbedeckung durch den Mond am Taghimmel. Vorsicht: nur 10 Grad südwestlich der Sonne!
Beste Durchsicht und Fernrohrabschattung erforderlich.
Nordwende des Mondes
Neumond
Maximum der Juni-Bootiden, siehe S. 60
Kleinplanet (39) Laetitia (9,9 mag) in Opposition zur Sonne, siehe S. 59 und 60
www.sterne-und-weltraum.de
Juni 2014
55
AKTUELLES AM HIMMEL: SONNENSYSTEM
1. Juni, 22:30 MESZ
8. und 9. Juni, 00:30 MESZ
Jungfrau
Kastor
Pollux
Spika
Jupiter
9.6.
Mars
8.6.
7.6.
Zwillinge
15°
Rabe
15°
W
SuW-Grafik
SuW-Grafik
Merkur
SW
Am 1. Juni finden wir Jupiter mit Hilfe des Mondes in der Abend-
In drei Nächten steht der zunehmende Mond in der Nähe von Mars
dämmerung in den Zwillingen.
und Spika in der Jungfrau.
Der Lauf des Mondes
Nach Neumond am 28. Mai leuchtet der
natlichen Gestaltwechsels ist am 19. Juni
Horizont; durch beide Effekte gewinnt der
Erdtrabant zunächst als zunehmende Si�
beim Eintritt in die Fische erreicht.
Planet einen leichten Höhenvorsprung
chel in der abendlichen Dämmerung. Am
Als schmale abnehmende Sichel nähert
Abend des 1. Juni bietet er mit dem Pla�
sich der Mond am Morgen des 24. Juni der
1. Juni geht die Venus um 03:54 Uhr auf;
neten Jupiter einen schönen Anblick über
Venus an, die als Morgenstern dicht über
die Sonne folgt 84 Minuten später. Bis zum
dem Westhorizont (siehe Bild oben links).
dem Osthorizont steht (siehe Bild rechts
Monatsende verschiebt sich die Aufgangs�
Drei Tage später zieht er südlich des hel�
unten). Einen Tag später ist der Mond so
zeit auf 03:25 Uhr, was eine Differenz von
len Sterns Regulus im Löwen vorbei. Am
nahe an die Sonne gerückt, dass wir ihn
111 Minuten zum Aufgang der Sonne be�
5. Juni hat seine Phase das erste Viertel er�
letztmals vor Neumond (am 27. Juni) in
deutet. Der scheinbare Durchmesser der
reicht, es ist zunehmender Halbmond.
der Morgendämmerung sehen können.
Venus sinkt im Monatsverlauf von 14 auf
Weiter ostwärts am Firmament entlang
gegenüber der Sonne. Am Morgen des
12 Bogensekunden, während der Anteil
wandernd, passiert der Mond in der Nacht
Die Planeten
vom 7./8. Juni den Planeten Mars in nur
Merkur entzieht sich nach der Abend�
zent steigt. Als Folge nimmt die schein�
2,5 Grad südlichem Abstand (siehe Bild
sichtbarkeit im Mai nun schnell unseren
bare Helligkeit nur leicht von – 4,0 auf
oben rechts). In der Folgenacht zieht er nur
Blicken. Allenfalls bis zum 3. Juni können
– 3,9 mag ab.
ein Grad nördlich von Spika, dem hellsten
wir ihn knapp über dem Westhorizont in
Mars im Sternbild Jungfrau bewegt
Stern in der Jungfrau vorbei; die dichtes�
der Abenddämmerung wahrnehmen; da�
sich im Lauf des Monats vom Stern Por�
te Annäherung erfolgt an Pfingstmontag,
nach bleibt er im Licht der Sonne verbor�
rima (Gamma Virginis, g Vir) auf Spika
dem 9. Juni, um 01:30 Uhr MESZ, etwa
gen. Am 20. Juni befindet sich Merkur in
(Alpha Virginis, a Vir) zu. Der Rote Planet
eine Stunde vor seinem Untergang. Am
unterer Konjunktion mit der Sonne.
hat nun bei Einbruch der Dunkelheit seine
der beleuchteten Fläche von 77 auf 85 Pro�
10. Juni hat der Mond nach Einbruch der
Venus tritt am 1. Juni von den Fischen
höchste Stellung im Süden bereits hinter
Dunkelheit bereits den Planeten Saturn
in das Sternbild Widder und wechselt am
sich. Am Monatsanfang kulminiert er um
im Sternbild Waage passiert. Zu Vollmond
18. Juni in den Stier. Ihre rechtläufige Be�
21:16 Uhr, am Monatsende um 18:52 Uhr.
am Morgen des 13. Juni sehen wir ihn im
wegung am Firmament ist schneller als
Sein Untergang verschiebt sich in diesem
südlichen Teil des Schlangenträgers, un�
diejenige der Sonne, so dass sich die Elon�
Zeitraum von 03:02 Uhr auf 01:16 Uhr.
weit vom rötlichen Antares im Skorpion.
gation von 37 Grad am Anfang des Monats
Wegen der kurzen Juni­nächte verbleibt
Weitere enge Begegnungen mit hel�
bis Ende Juni auf 30,5 Grad verkleinert.
uns Ende des Monats nur etwa eine Stun�
len Gestirnen bleiben nun zunächst aus.
Dennoch verbessert sich ihre Sichtbarkeit
de für die Beobachtung. Die scheinbare
Durch den Schützen, Steinbock und Was�
als Morgenstern im Lauf des Monats et�
Helligkeit des Planeten verringert sich im
sermann ziehend, ist der jetzt abnehmen�
was: Zum einen nähert sich die Venus von
Monatsverlauf von – 0,5 auf 0,0 mag, sein
de Mond zudem ein Objekt der zweiten
Süden her der Ekliptik wieder an, zum an�
scheinbarer Durchmesser von 11,7 auf
Nachthälfte. Das letzte Viertel seines mo�
deren neigt sich diese immer steiler zum
9,5 Bogensekunden.
56
Juni 2014
STERNE UND WELTRAUM
West
Jupitermonde
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
Europa
Ganymed
Kallisto
Saturnmonde
Ost
S
Ganymed
VE
Titan
VE
N
VA, VE = Anfangs- und Endpunkte der
Verfinsterung durch den Schatten Jupiters
System II
1. 5.
00:00 MESZ
56,8°
185,9°
0,102
0,101
1 min
0,610
0,604
10 min
6,095
6,042
1h
36,569
36,251
10 h
5,688
2,509
1d
157,652
150,021
10 d
135,642
60,207
Erscheinungen
der Galileischen Jupitermonde
Hyperion
Tag
Mond
Uhrzeit (MESZ), Ereignis
1
Europa
22:48 BA
Io
23:27 BA
2
Io
22:58 DE
9
Io
22:43 DA
10
Io
22:56 VE
11
Kallisto
22:27 BE
V = Verfinsterung durch Jupiters Schatten,
S = Schattenwurf auf Jupiter,
B = Bedeckung durch Jupiter,
D = Durchgang vor der Jupiter­scheibe,
A und E = Anfang und Ende der Erscheinung
Iapetus
messer seiner Ringe unter einem Winkel
von 41 Bogensekunden.
Uranus taucht nun langsam am Mor�
W
O
genhimmel auf. Er befindet sich mit ei�
ner scheinbaren Helligkeit von 5,9 mag
im Sternbild Fische, wo wir ihn etwa ab
S
VA
System I
Rhea
N
Kallisto
Uhrzeit
Dione
S
N
Tag
Zunahme in 10 s
S
N
VE
Zentralmeridiane des Jupiter
kel von 18 Bogensekunden, den Durch�
S
VE
Europa
Oliver Montenbruck / SuW-Grafik
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
Io
Io
West
Ost
N
scheinbare Bahnen der Saturnmonde
am Himmel
der Mitte des Monats mit einem Fernglas
in niedriger Höhe über dem Osthorizont
ausmachen können.
Neptun kommt am 9. Juni im Sternbild
Wassermann zum Stillstand, wird rückläu�
24. Juni, 04:00 MESZ
15°
Plejaden
fig und setzt zu seiner Oppositionsschleife
Ende Juli entgegen. ���������������������
In den ersten Junita�
an. Der 7,9 mag helle Planet geht am 1. Juni
gen sehen wir den – 1,9 mag hellen Pla�
um 02:04 Uhr im Osten auf, drei Stunden
neten gegen 21:50 Uhr in der Abenddäm�
vor der Sonne. Bis zum 30. Juni verfrüht
merung über dem westlichen Horizont
sich der Aufgang auf 00:10 Uhr. Die Son�
auftauchen. Rund zwei Stunden später
ne geht dann erst fünf Stunden später auf,
geht er unter. Tag für Tag sinkt die Stelle,
wenn Neptun gerade zu seinem Meridian�
an der wir den Planeten in der hellen Däm�
durchgang ansetzt.
merung ausmachen können, tiefer zum
Venus
O
SuW-Grafik
Jupiter strebt nun seiner Konjunktion
Horizont. Spätestens am 25. Juni dürfte er
Zwergplaneten
unauffindbar bleiben.
(1) Ceres im Sternbild Jungfrau ist in der
Saturn bewegt sich nach seiner Oppo�
ersten Junihälfte nach Mitternacht zu be�
sitionsstellung am 10. Mai noch rückläufig
obachten. Ihre scheinbare Helligkeit be�
durch das Sternbild Waage. Im Lauf des
trägt noch 7,8 mag.
Juni nimmt seine scheinbare Helligkeit
(134340) Pluto im Sternbild Schütze ist
von 0,2 auf 0,4 mag ab. Für
�����������������
eine Beobach�
14,1 mag hell und während der mondlo�
tung empfehlen sich die Stunden um Mit�
sen Zeit zwischen etwa 1 und 3 Uhr über
Am Morgen des 24. Juni weist die Sichel des
ternacht. Den Äquatordurchmesser des
dem Südhorizont ausfindig zu machen.
abnehmenden Mondes auf die Venus.
Ringplaneten sehen wir unter einem Win�
www.sterne-und-weltraum.de
UWE REICHERT
Juni 2014
57
Durch das Erlahmen der in den Vormonaten
sehr hohen Fleckenaktivität der Südhalbkugel kam es im März wieder öfters zu einer
ausgeglichenen Nord-Süd-Fleckenvertei-
Wolfgang Lille
lung, wie hier am 27. März 2014.
Im März 2014 ereigneten sich die beiden
stärksten Flare-Ausbrüche auf der NordNASA / SDO
halbkugel, hier die Eruption vom 29. März
im Licht der H-alpha-Linie, aufgenommen
von Wolfgang Lille.
Sonnenaktivität aktuell
Nachdem die Sonne in den letzten vier
übertraf dabei aber immer noch deutlich
Aktivität zu einem »richtigen« Hauptma-
Monaten vor allem auf der Südhalbkugel
das Niveau der Interimsjahre 2012/2013. In
ximum, mit einer geglätteten Relativzahl
sehr aktiv war und ein deutliches zweites
jener Zeit zwischen den beiden Aktivitäts-
von deutlich mehr als 100. Die derzeitigen
Maximum in diesem 24. Zyklus konstitu-
maxima bewegten sich die Monatsmittel
Monatsmittel geben dies nach Glättung
ierte, erlahmte die Aktivität der südlichen
der Sonnenflecken-Relativzahlen meist
sicherlich nicht her, auch das zweite Ma-
Hemisphäre im März. Da die Nordhalb-
in einem Bereich zwischen 40 und 70. Das
ximum ist bislang in der Nähe von Re = 80
kugel jedoch ihr Aktivitätsniveau hielt,
SONNE-Netz der Vereinigung der Stern-
zu verorten. Ein Aktivitätsanstieg wäre in
gab es nach langer Zeit auch Tage, die
freunde e. V. (VdS) ermittelte für März 2014
Form weiterer, noch stärkerer Aktivitäts-
hinsichtlich der Nord-Süd-Verteilung der
dagegen eine provisorische Relativzahl
schübe der Südhalbkugel denkbar, wobei
Fleckengruppen wieder ausgewogen aus-
von immerhin Re = 89,1, nach zuletzt 104
die Nordhalbkugel zeitgleich ebenfalls
sahen (siehe Bild oben). Insgesamt ging
im Februar und 82,1 im Januar.
noch etwas mehr zulegen müsste. Auf
die Fleckenaktivität im März zwar zurück,
SIDC-Daten
140
Relativzahl
120
100
Prognose
80
60
SuW-Grafik
40
20
0
9
12
2013
3
6
2014
Die Flare-Aktivität, die auch diesmal in
Grund des nun aber auch schon im Süden
der Anfangsphase des Aktivitätsschubs
recht weit fortgeschrittenen Zyklusab-
der letzten Monate besonders hoch war,
laufs erscheint es allerdings glaubhafter,
dann aber viel rascher abnahm als die Fle-
dass die kommenden Aktivitätsschübe
ckenzahlen, verringerte sich im März wei-
eher wieder schwächer ausfallen werden.
ter. Der einzige X-Flare am 29. März mit der
Somit leiten sie die lange Ausklingphase
Stärke X 1.0 ereignete sich bezeichnender-
des 24. Zyklus ein und lassen ein sehr sym-
weise in einer kleineren Gruppe auf der
metrisches Doppelmaximum zurück. Ein
Nordhalbkugel, weit westlich des schein-
gewichtiges Anzeichen dafür liefern die
baren Sonnenzentrums (siehe Bild oben
bereits weit an den Sonnenäquator heran-
rechts). So war die Eruption nicht auf die
gerückten Fleckengruppen.
Erde gerichtet und ein geomagnetischer
Trotzdem, oder gerade deshalb, sollten
Sturm blieb aus. Der zweitstärkste Flare
Sie nun nicht Ihr Sonnenteleskop an den
erreichte mit M 9,3 fast die X-Klasse und
sprichwörtlichen Nagel hängen! Vielmehr
trat am 12. März ebenfalls am nördlichen
befinden wir uns in der spannendsten
Seit Mitte des Jahres 2013 liegen die Wer-
Westrand der Sonne auf. Die Südhalbkugel
Phase eines wirklich ungewöhnlichen Fle-
te der Sonnenfleckenrelativzahlen mäßig
schien sich dagegen nach ihrer eindrucks-
ckenzyklus, der auch in seiner Abklingpha-
hoch. Seit Oktober 2013 ist die Relativzahl
vollen Vorstellung der letzten Monate erst
se noch so manche Überraschung für uns
nach einem Einbruch im September deut-
einmal regenerieren zu müssen.
bereithalten wird, in Form der einen oder
lich gestiegen. Die Prognose geht weiter-
Wie geht es nun in den nächsten Mona-
anderen eindrucksvollen Gruppe und viel-
hin von leicht fallenden Relativzahlen für
ten weiter? Viele Sonnenbeobachter hof-
leicht sogar noch einer besonders starken
die nächsten Monate aus.
fen ja noch auf ein weiteres Ansteigen der
Eruption. 58
Juni 2014
KLAUS-PETER SCHRÖDER
STERNE UND WELTRAUM
Kleinplaneten
Im Juni ereignen sich relativ viele enge Begegnungen von Kleinplaneten mit nichtstellaren Objekten, darunter befinden
Kleinplaneten: Nahe Begegnungen mit anderen Himmelskörpern
Tag
MESZ
Planetoid
mpl
[mag]
1. 6. 2. 6. 4. 6. 4. 6. 4. 6. 8. 6. 11. 6. 15. 6. 15. 6. 23. 6. 26. 6. 28. 6. 29. 6. 02:00
02:00
01:00
02:00
02:00
00:00
00:00
00:00
01:00
00:00
01:00
02:00
00:00
(12) Victoria
(660) Crescentia
(192) Nausikaa
(39) Laetitia
(471) Papagena
(22) Kalliope
(15) Eunomia
(349) Dembowska
(198) Ampella
(15) Eunomia
(198) Ampella
(259) Aletheia
(179) Klytaemnestra
10,6
12,2
11,3
10,2
11,4
10,9
9,6
11,7
11,1
9,7
11,3
11,7
12,0
sich zwei Kugelsternhaufen, eine Galaxie
und ein Planetarischer Nebel (siehe Tabelle rechts). Um die Ereignisse erfolgreich
zu beobachten, benötigen Sie jedoch ein
Fernrohr mit mindestens 15 Zentimeter
Öffnung. Auch eine gute Horizontsicht ist
hilfreich, denn die beteiligten Planetoiden
stehen zum Teil recht weit südlich.
Am 6. Juni kommt der am 8. Januar 1908
von Joel H. Metcalf in Taunton entdeckte
Planetoid (660) Crescentia im Sternbild
Schlangenträger in eine relativ günstige
Opposition zur Sonne und wird 12,2 mag
hell. Bei ungünstigen Oppositionen sind
es nur 13 mag. Der 42 Kilometer große
Abstand
und P.W.
5,09
3,5
5,0
3,5
5,0
6,0
9,5
2,5
9,5
5,0
3,5
3,0
2,0
337°
175
308
142
19
243
172
307
143
66
3
48
241
Objekt
mobj Position 2000
[mag] α δ
SAO 146004
PPM 163303
57 Hya
NGC 6712 1)
4 Sgr
43 Oph
SAO 207480
NGC 3384 2)
SAO 185374
SAO 207282
NGC 6325 3)
IC 4634 4)
SAO 161227
6,4
8,6
5,8
8,2
4,8
5,3
5,9
10,0
6,2
6,0
10,7
10,7
6,1
22h18 m, 1 -0°149
17 09,6 +3 56
14 48,0 -26 39
18 53,1 -8 42
17 59,8 -23 49
17 23,4 -28 09
16 14,4 -33 01
10 48,3 +12 38
17 25,1 -24 15
16 03,6 -32 00
17 18,0 -23 46
17 01,6 -21 50
18 15,5 -18 40
1) Kugelsternhaufen, Durchmesser 7,2 Bogenminuten,
2) Galaxie Typ E7, Größe 5,9 3 2,6 Bogenminuten,
3) Kugelsternhaufen, Durchmesser 4,3 Bogenminuten, 4) Planetarischer Nebel, Größe 9 Bogensekunden
Himmelskörper umrundet die Sonne auf
einer leicht exzentrischen (e = 0,11) und
Bahn von (39) Laetitia
Morgen des 2. Juni steht er 3,5 Bogenminuten südlich vom 8,6 mag hellen Stern
15.5.
-10°
PPM 163303 und lässt sich dann leichter
auffinden. Der Name Crescentia stammt
Der Zwergplanet (1) Ceres und der helle Planetoid (4) Vesta sind weiterhin im
1.6.
15 δ
µ
1.7.
ν
15
Schild
1.8.
15
Schütze
aus dem Lateinischen und bedeutet »die
Wachsende«.
Schlange
α
ten Bahn innerhalb von 4,06 Jahren. Am
1.9.
γ
3
-15°
19h
4
5
6
7
8
18h
18h30m
Ernst E. von Voigt
um gut 15 Grad gegen die Ekliptik geneig-
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Juni 2014 59
Sternbild Jungfrau zu finden und Anfang
miniert weiterhin sehr tief im Süden, die
Anfang Juni um 03:27 Uhr und am Monats-
Juni 7,8 beziehungsweise 6,5 mag hell, am
Deklination beträgt weniger als –30 Grad.
ende um 01:04 Uhr.
Monatsende nur noch 8,3 und 7,0 mag. Die
Anfang Juni erreicht sie um 01:17 Uhr sei-
(39) Laetitia wird erst Mitte Juni wieder
Untergangszeiten von (1) Ceres verfrühen
nen Höchststand, zur Monatsmitte um
heller als 10 mag und steht im Sternbild
sich im Verlauf des Juni von 04:30 Uhr auf
00:08 Uhr. In dieser Zeit verringert sich ihre
Schild. Am Monatsletzten erreicht der Pla-
02:25 Uhr, die von (4) Vesta von 04:24 Uhr
Helligkeit leicht von 9,5 auf 9,6 mag, danach
netoid mit einer Helligkeit von 9,8 mag sei-
auf 02:23 Uhr (alle Zeiten sind in MESZ und
zieht sie sich vom Abendhimmel zurück.
ne Opposition zur Sonne (siehe Karte auf
(29) Amphitrite ist den letzten Maita-
S. 59). Die Kulmination erfolgt Mitte Juni
(2) Pallas bewegt sich durch das Stern-
gen wieder heller als 10 mag geworden und
um 02:43 Uhr, am Monatsende bereits um
bild Löwe, ist Anfang Juni 8,9 mag hell und
steht am 24. Juni mit einer Helligkeit von
01:32 Uhr.
geht um 02:36 Uhr unter. Am Monatsende
9,5 mag im Sternbild Schütze in Opposi­
sinkt der 9,3 mag helle Asteroid bereits um
tion zur Sonne. Auch dieser Kleinplanet ist
01:22 Uhr unter den Horizont. Im Juli ver-
ein sehr schwieriges Objekt. Seine Dekli-
Die Aufsuchkarten auf den Seiten
schwindet er dann von unserem Abend-
nation beträgt im Juni sogar nur –33 Grad.
59 und 61 finden Sie rotlichtfähig
himmel.
beziehen sich auf Mannheim).
MICHAEL SARCANDER
Daher benötigen Sie eine sehr gute Hori-
zum Ausdrucken unter: www.sterne-
(15) Eunomia wechselt am 18. Juni vom
zontsicht und Sie müssen den Zeitpunkt
und-weltraum.de/artikel/1282931
Sternbild Skorpion in den Wolf und kul-
der Kulmination gut nutzen. Sie erfolgt
Meteore – Grüße vom Kometen Pons-Winnecke
Die Juni-Bootiden sind ein Meteorstrom
Meteoroide. Und dieser Effekt ist bei den
zu erwarten ist. Jedoch könnte durch gravi-
mit sehr veränderlicher Aktivität. Ihr Ma-
langsamen Juni-Bootiden besonders ausge-
tative Störungen des bereits freigesetzten
ximum wird in diesem Jahr in der Nacht
prägt: Da die Bahnablenkung in Richtung
Materials sporadisch und völlig unvorher-
vom 27. zum 28. Juni erwartet und fällt
zum Massenschwerpunkt der Erde erfolgt,
sehbar trotzdem eine erhöhte Rate auftre-
günstigerweise mit dem Neumond zu-
nimmt der Beobachter eine steilere Ein-
ten. Während die Maximumsnacht auf der
sammen. Der Radiant befindet sich bei
trittsbewegung wahr. Er registriert somit ei-
größten Annäherung an die Kometenbahn
etwa a = 224 Grad, d = +48 Grad im Nord-
nen scheinbaren Radianten, der einige Grad
basiert, wurde 2004 ein solcher sporadischer
teil des Sternbilds Bärenhüter. Damit steht
höher am Himmel steht als der theoretische
Ausbruch bereits am 23. Juni beobachtet.
er in der frühen Abenddämmerung nahe
Radiant. Diese so genannte Zenitattrak­tion
Die Anthelionquelle wandert mit ih-
des Zenits und hat in den Morgenstunden
hängt nicht nur von der geozentrischen
rem Radiantenzentrum durch den Schüt-
immer noch eine Höhe von rund 40 Grad.
Geschwindigkeit ab, sondern auch von der
zen und liefert trotz der sehr geringen Ra-
Es bieten sich also die ganze Nacht über
aktuellen Radiantenhöhe. Da sie zum Zenit
diantenhöhe noch den einen oder anderen
gute geometrische Bedingungen. Wegen
hin auf null geht, ändert sie sich im Lauf der
ekliptikalen Meteor. Obwohl die Eintritts-
ihrer deutlich dunkleren Nächte sind Be-
Nacht und hängt auch vom Standort ab. Vor
geschwindigkeit von rund 30 Kilometern
obachtungsorte in Süddeutschland und
allem bei der Zuordnung der beobachteten
pro Sekunde auch nicht sehr groß ist, er-
den Alpenländern im Vorteil.
Meteore zum Strom muss man diesen Radi-
scheinen die Anthelion-Meteore dennoch
antenversatz berücksichtigen.
sichtlich schneller als die Juni-Bootiden.
Das Besondere an den Juni-Bootiden ist
ihre sehr geringe Eintrittsgeschwindigkeit
Für die Aktivität der Juni-Bootiden wird
von rund 18 Kilometern pro Sekunde. In
in diesem Jahr kein Ausbruch vorhergesagt.
RAINER ARLT
diesem Wert ist bereits die Beschleunigung
Der Mutterkomet 7P/Pons-Winnecke be-
durch die Erdanziehung enthalten, welche
sitzt eine kurze Umlaufzeit von etwa 6,4 Jah-
Radiant der Anthelionquelle
die geozentrische Geschwindigkeit der Teil-
ren und hat seit seiner Entdeckung im Jahr
Datum
a
d
chen von etwa 14 Kilometern pro Sekunde
1819 die Sonne bereits 30-mal umrundet.
bis zum Erreichen der Erdatmosphäre deut-
Das Perihel der Kometenbahn liegt inzwi-
30. Mai
262°
-23°
lich anwachsen lässt. Doch die Gravitation
schen auch schon mehr als 0,2 AE außerhalb
10. Juni
272°
-23°
der Erde verändert nicht nur die Geschwin-
der Erdbahn, so dass neues Material von
20. Juni
281°
-23°
digkeit, sondern auch den Radianten der
dem schwachen Schweif­stern nicht mehr
30. Juni
291°
-21°
Kometen: Die Sichtbarkeitsperiode von C/2012 K1 (PANSTARRS) geht zu Ende
Im Juni mit seinen kurzen Nächten lassen
natsanfang bis zum 5. Juni und ein zweites
chenspektrum im Staubschweif über ei-
sich Kometen nur in der Zeit um die wah-
Fenster vom 17. bis zum Monatsende.
nen Ausbruch bis hin zu ersten Zeichen
re Mitternacht beobachten, also von etwa
Der Komet C/2012 K1 (PANSTARRS)
der beginnenden Spaltung oder Auflö-
0 Uhr bis 2 Uhr Ortszeit. Dies schränkt
zeigte Anfang März 2014 eine irregulä-
sung. Auf jeden Fall lohnt es sich, diesen
die Beobachtungsmöglichkeiten ein. In
re, ungewöhnliche Schweifstruktur. Die
Kometen so lange wie möglich zu ver-
diesem Monat gibt es um Mitternacht ein
möglichen Erklärungen dafür sind viel-
folgen. Zu Monatsanfang finden Sie den
mondfreies Beobachtungsfenster vom Mo-
fältig: Von einem ungewöhnlichen Teil-
8 mag hellen Schweifstern im südlichen
60
Juni 2014
STERNE UND WELTRAUM
Teil des Großen Bären, er bewegt sich von
dort in den Kleinen Löwen. Gegen 0 Uhr
MESZ steht er noch knapp 40 Grad hoch
und ist gut sehen. Im zweiten Beobachtungsfenster haben sich die Verhältnisse
verschlechtert, der Abstand zum Horizont wird nur noch 20 Grad betragen,
und das bei insgesamt stärker aufgehelltem Himmel. Allerdings ist PANSTARRS
dann auch etwas heller. In der Nacht vom
23. auf den 24. Juni zieht der Komet ein
halbes Grad westlich der 12 mag hellen
Kometenbahndaten im Juni
Komet
C/2012 K1 (PANSTARRS) 134P/Kowal-Vavrova
Periheldurchgangszeit T 2014 Aug. 27,6550
117P/Helin-Roman-Alu
2014 Mai 21,4878
2014 März 27,1940
Periheldistanz q [AE]
1,054575
2,571358
3,056336
Exzentrizität e
1,000163
0,587282
0,253834
Perihel w
203,°1069
18,°5818
222,°6883
Knoten W
317,°7379
202,°1202
58,°8982
Inklination i
142,°4282
4,°3489
8,°6975
H0 [mag]/n
4,5/4,0
11,5/4,0
2,5/8,0
Quelle
MPEC 2014-C43
MPC 87068
MPC 84321
Galaxie NGC 3067 vorbei. Wenn sich der
Schweif gut entwickelt, wird er die Galaxie sogar überdecken.
134P/Kowal-Vavrova ist auch im Juni
Kometenephemeriden im Juni
Datum
noch zu sehen. Am Monatsanfang steht er
um 0h Uhr MESZ in einer Höhe von rund
20 Grad. Da die Helligkeit nur 13 mag betragen wird, benötigen Sie eine große Teleskopöffnung. Der Komet bewegt sich in
der Jungfrau ostwärts und damit der Sonne entgegen. In der zweiten Monatshälfte
können Sie ihn bei einer Höhe von nur
zwölf Grad viel schwieriger auffinden.
Der Komet 117P/Helin-Roman-Alu hat
eine nahezu kreisförmige Bahn, die er in
acht Jahren umläuft. Trotz der geringen
Exzentrizität von e = 0,2 ist er im Perihel
über einen langen Zeitraum recht hell –
relativ gesehen. Er erreicht im Juni seine
Maximalhelligkeit von 13 mag und bleibt
damit ebenfalls Benutzern großer Instrumente vorbehalten. Am Monatsende steht
er gegen 01:30 Uhr MESZ zehn Grad über
Position 2000
α
δ
D
[AE]
r
[AE]
m1 [mag]
Elong.
Phase
C/2012 K1 (PANSTARRS)
25. 5. 11h14m
, 04
30. 5. 10 53,58
4. 6. 10 37,23
9. 6. 10 23,47
14. 6. 10 12,36
19. 6. 10 03,23
24. 6. 9 55,44
29. 6. 9 49,20
+45°189
+43 12
+40 58
+38 44
+36 31
+34 23
+32 18
+30 19
1,5817
1,6319
1,6868
1,7443
1,8025
1,8599
1,9149
1,9661
1,8255
1,7672
1,7093
1,6520
1,5955
1,5400
1,4855
1,4325
8,1
8,0
8,0
7,9
7,8
7,7
7,6
7,5
86,°5
80,1
73,8
67,7
61,7
55,9
50,2
44,6
33,°6
34,4
34,8
34,6
34,1
33,1
31,7
29,9
134P/Kowal-Vavrova
25. 5. 13h49m
, 55
30. 5. 13 49,46
4. 6. 13 50,09
9. 6. 13 51,05
14. 6. 13 52,33
19. 6. 13 54,33
24. 6. 13 57,05
29. 6. 14 00,07
-8°559
-8 46
-8 42
-8 41
-8 44
-8 51
-9 01
-9 14
1,6747
1,7101
1,7500
1,7940
1,8416
1,8926
1,9465
2,0031
2,5715
2,5723
2,5737
2,5758
2,5786
2,5820
2,5860
2,5907
12,7
12,8
12,8
12,9
12,9
13,0
13,1
13,1
145,°1
140,2
135,5
130,9
126,5
122,3
118,1
114,1
13,°0
14,6
16,0
17,3
18,5
19,4
20,3
21,0
17,°8
117P/Helin-Roman-Alu
25. 5. 21h05m
, 28
-25°369
2,5442
3,0702
13,3
112,°0
Horizontsicht können Sie versuchen, die-
30. 5. 21 07,33
-25 48
2,4862
3,0726
13,2
116,3
17,2
4. 6. 21 09,05
-26 01
2,4309
3,0753
13,2
120,7
16,5
sen Kometen aufzufinden.
dem Horizont. An Standorten mit guter
9. 6. 21 10,05
-26 18
2,3787
3,0781
13,1
125,2
15,6
Der erst Mitte März 2014 entdeckte Ko-
14. 6. 21 10,31
-26 36
2,3299
3,0811
13,1
129,9
14,7
met C/2014 E2 Jacques ist im Juni nicht zu
19. 6. 21 10,23
-26 56
2,2850
3,0843
13,1
134,6
13,6
24. 6. 21 09,40
-27 18
2,2445
3,0877
13,0
139,4
12,4
29. 6. 21 08,25
-27 41
2,2088
3,0913
13,0
144,2
11,1
sehen, er zeigt sich in unseren Breiten erst
ab Ende Juli.
UWE PILZ
Bahn von C/2012 K1 (PANSTARRS)
15.5.
12h
Großer Bär
+40°
1.6.
Jagdhunde
Roland Fichtl
15
+30°
NGC 3067
Kleiner Löwe
Anfang März 2014 zeigte der Komet
C/2012 K1 (PANSTARRS) einen irregulären
2
3
4
5
6
12h
7
Ernst E. von Voigt
1.7.
15
11h
10h
Staubschweif.
www.sterne-und-weltraum.de
Juni 2014
61
AKTUELLES AM HIMMEL: OBJEKTE DES MONATS
w Ser
l Oph
109 Vir
t Vir
Schlange
Jungfrau
m Ser
d Oph
e Oph
m Vir
Schlangenträger
i Vir (Syrma)
NGC 5634
b Lib
37 Lib
z Oph
Waage
k Vir
x Lib
g Lib
n Sco
a Lib
i Lib
k Lib
b Sco
NGC 5897
d Sco
Skorpion
s Sco
a Sco (Antares)
s Lib
Die Jungfrau, die Waage und der im Süd-
p Sco
osten angrenzende Skorpion enthalten
M 4
drei recht unterschiedliche Kugelsternhaufen. M 4 und NGC 5634 sind eher leichte
r Sco
t Sco
Objekte, dagegen ist NGC 5897 eine echte
Herausforderung für den Beobachter.
Peter Wienerroither
Kugelsternhaufen en detail
In die Sternbilder Skorpion, Waage und
wölkchen von M 4. Seine Gesamthelligkeit
Mit etwa sechs Prozent der solaren Me-
Jungfrau schweifen wir diesmal auf un-
lässt sich wegen seiner großen Ausdeh-
tallhäufigkeit ist M 4 sonst jedoch ein eher
serer Himmelsreise und schauen uns drei
nung nicht einfach ermitteln und ältere
normaler Vertreter der Kugelsternhaufen
Kugelsternhaufen mit unterschiedlichem
Angaben unterschätzen sie meistens. Mo-
des inneren galaktischen Halos, die meist
Erscheinungsbild einmal genauer an.
derne Quellen gehen von etwa 5,8 mag aus.
weniger metallarm sind als diejenigen des
M 4: sehr nah und klein
Neuere Arbeiten geben für M 4 eine ver-
äußeren Halos. Und auch seine Konzen­
gleichweise geringe Entfernung von »nur«
tration in Richtung zum Zentrum ist völlig
Dieser uns nächste aller Kugelsternhaufen
5600 Lichtjahren an. Demzufolge besitzt er
normal: Die Skalenhöhe der Sterndichte
aus dem Messier-Katalog steht im Kopf des
trotz seiner scheinbaren Größe nur einen
(definiert durch die Zunahme um den Fak-
Skorpions. Nur 1,3 Grad westlich vom hel-
kleinen wahren Durchmesser von 55 Licht-
tor e = 2,72) beträgt neun Lichtjahre wie
len, orange leuchtenden Überriesen Anta-
jahren. Die große Nähe ist einer der Haupt-
bei vielen anderen Kugelsternhaufen. Das
res entfernt, können Sie ihn leicht finden
gründe dafür, dass sich M 4 viel leichter als
lockere Aussehen von M 4 kommt also nur
(siehe Übersichtsbild oben). Er ist schon
andere Vertreter seiner Klasse in Einzel­
durch die relative Nähe zustande, gepaart
im Fernglas attraktiv anzusehen und erste
sterne auflösen lässt. Im Vergleich zum gut
mit einem geringen Sternenreichtum.
Sterne blitzen auf, eine dunkle und klare
bekannten M 13 im Herkules (siehe SuW
Am Okular eines etwas größeren Fern-
Nacht vorausgesetzt. Mit 35 Bogenminu-
5/2014, S. 61) steht er uns sogar viermal
rohrs ist es schon wirklich verblüffend,
ten erscheint er zudem ungewöhnlich
näher. Auch der prächtige M 22 ist doppelt
wie hell und gut voneinander getrennt
groß für einen Kugelsternhaufen, er ist so-
so weit entfernt wie M 4! Leider besitzt
die Sterne von M 4 erscheinen, sie errei-
gar etwas größer als die Vollmondscheibe.
M 4 eine erheblich kleinere Zahl von Ster-
chen rund 11 mag. Der Anblick dieses
Bereits mit einem kleinen Teleskop erken-
nen und eine magere Gesamtmasse, sonst
rundlichen Sternengefunkels ist atem-
nen Sie viele Einzelsterne im runden Licht-
wäre er wesentlich heller als jene beiden.
beraubend, selbst wenn Luftunruhe und
62
Juni 2014
STERNE UND WELTRAUM
Astronomik
XL Clip-Filter System
Dunst so tief am Südhimmel den Anblick
beeinträchtigen. Die optimale Vergröße-
Im wahrsten Sinne eine neue Dimension in
der Astrofotografie: Astronomik Filter für die
großen Canon EOS Kameras. Von vielen
Astrofotografen sehnlichst gewünscht, von
der Astronomik-Entwiklungsabteilung für Sie
umgesetzt:
Astronomik Qualität für EOS Vollformat!
rung wird dadurch meist auf etwa 80-fach
begrenzt, vielfach ist aber auch 120-fach
durchaus noch drin.
Die Herausforderung: NGC 5897
Dieser rund 40 000 Lichtjahre ferne Kuein schwieriges Objekt, dabei aber höchst
ungewöhnlich und interessant. Er führt
dem Beobachter vor Augen, welch geringe
Wolf Bickel
gelsternhaufen im Sternbild Waage ist
it !
5,5 Bogenminuten
e
Neuh
65 Lichtjahre
Flächenhelligkeit ein extrem locker aufgebauter Vertreter dieser sonst eigentlich
Der geisterhaft blasse NGC 5897 ist eine
doch sehr kompakten Objektklasse haben
echte Herausforderung für den Beobachter:
kann. NGC 5897 dehnt sich über mehr als
Er ist ein nur ganz schwach konzentrierter
170 Lichtjahre aus. Vor allem ist aber auch
und dabei ferner Kugelsternhaufen.
die Skalenhöhe seiner Dichteverteilung
ungewöhnlich groß, sie beträgt 25 Lichtjahre, etwa dreimal mehr als diejenige
er also das entgegengesetzte Extrem. Ein
eines durchschnittlichen Kugelsternhau-
Sechs-Zoll-Teleskop zeigt nur eine matte
fens (siehe Van den Bergh, S., Astrophy-
Andeutung des Zentralbereichs, erst ein
sical Journal 746:189, 2012). Dies weist
Zwölf-Zoll-Spiegelteleskop offenbart die
auf eine sehr geringe Konzentration von
wahre Größe dieses geisterhaft schwach
Sternen zum Zentrum hin und auch dort
glimmenden
bleibt die Sterndichte klein.
selbst mit einer so großen Optik ist es
Kugelsternhaufens.
Aber
Für den Beobachter stellt sich das Pro-
noch sehr schwierig, einzelne Sterne in
blem wie folgt dar: Eine Helligkeit von
NGC 5897 zu erkennen, denn sie leuchten
nur 8,5 mag verteilt sich auf einen stattli-
schwächer als 15 mag. Die starke Luftun-
chen scheinbaren Durchmesser von zwölf
ruhe so tief am Himmel sabotiert die Be-
Bogenminuten. Während viele Kugel­
obachtung zusätzlich.
sternhaufen schöne Objekte für Stadtbe-
Auch ihn am Himmel zu finden ist nicht
obachter sind, wird für NGC 5897 ähnlich
ganz einfach, denn NGC 5897 bleibt im Su-
einem schwachen galaktischen Nebel ein
cher unsichtbar. Ausgehend vom 2,6 mag
sehr dunkler Nachthimmel benötigt, um
hellen Stern Beta Librae (b Lib) können Sie
sichtbar zu sein. Im Vergleich zu M 4 ist
jedoch das Teleskop relativ leicht mit dem
Kamera nicht im Lieferumfang enthalten.
• für Canon EOS 5D Mk2, 5D Mk3 und 6D
• Aufnahmen mit allen Objektiven ab 28mm
Brennweite möglich
• keine Vergrößerung der optischen Tiefe
• alle Funktionen außer dem optischen
Sucher bleiben erhalten
• optimaler Staubschutz von Mattscheibe
und CMOS-Sensor
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32 Lichtjahre
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kleinen Teleskopen in seine hellsten Sterne auflösen.
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Juni 2014 63
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Ein Kugelsternhaufen in der Jungfrau
M
it einer Entfernung von 85 000 Lichtjahren zählt der
nur 9,5 mag helle Kugelsternhaufen NGC 5634 zu den
Aus Herschels Aufzeichnungen geht bereits hervor, dass auch
er den Haufen nicht in Einzelsterne auflösen konnte. Sein Sohn
schon relativ weit entfernten Vertretern seiner Art in unserer
John schrieb dann 1828: »Ein feiner komprimierter Kugelstern­
Milchstraße. Ähnlich wie NGC 5694 in der Wasserschlange oder
haufen. Ich kann kaum seine Sterne erkennen …«, und selbst
NGC 6229 im Herkules ist dieser Kugelsternhaufen jedoch an
Lord Rosse hatte an seinem 72-Zöller offenbar Mühe, das Objekt
sich ein eher einfaches Beobachtungsobjekt, selbst in kleinen Te­
aufzulösen, denn er notierte: »Obwohl eindeutig ein Sternhau­
leskopen. Eine deutliche Auflösung in Einzelsterne gelingt aber
fen, würde er aber in einer sehr schlechten Nacht als ein runder
erst in Instrumenten mit mehr als zwölf Zoll Öffnung. NGC 5634
Nebel erscheinen, der in seinem Zentrum geringfügig heller ist
»passt« so gar nicht in das ja eigentlich für Galaxien stehende
und milchig wirkt«. Die absolute Helligkeit von NGC 5634 beträgt
Sternbild Jungfrau. Dort wurde er am 5. März 1785 von William
–7,8 mag, dies entspricht ziemlich genau dem Durchschnitts­
Herschel entdeckt und als »sehr hell, ziemlich groß, unregelmä­
wert der galaktischen Kugelsternhaufen. Seine Masse wird mit
ßige Gestalt, geringfügig heller in der Mitte« beschrieben.
150 000 bis 300 000 Sonnenmassen angegeben. Manche As­
Der Kugelsternhaufen steht 3,4 Grad in genau östlicher
tro­nomen vermuten eine Zugehörigkeit zur Sagittarius-Zwerg­
Richtung vom 4,1 mag hellen Stern Syrma (ι Virginis, ι Vir), fast
galaxie. Sie ist ein Begleiter unseres Milchstraßensystems, der
auf halber Strecke von diesem zum gleichhellen My Virginis
gerade von diesem »verspeist« wird. Der Kugelsternhaufen M 54
(μ Vir), und damit rund sieben Grad westlich vom hellen Kugel­
im Schützen könnte in Wirklichkeit der ehemalige Kern dieser
sternhaufen M 5. Die genaue Position von NGC 5694 ist 14h29m
,6
Zwerggalaxie sein. MICHAEL FRITZ
und –05°599. Im 7350-Feldstecher konnte ich NGC 5634 nicht
von einem nur anderthalb Bogenminuten östlich gelegenen,
7 mag hellen Stern trennen.
Auch bei 20-facher Vergrößerung im 130-Millimeter-StarfireRefraktor »versteckt« sich der winzig anmutende Nebelfleck
noch im Glanz dieses prächtig orangefarbenen Sterns. Bei mittle­
ren Vergrößerungen zeigt sich dann neben dem sehr kompakten
Kugelsternhaufen auch ein 12 mag heller Stern, der anderthalb
Bogenminuten nordwestlich steht. Selbst mit indirektem Sehen
erstreckt sich der Halo von NGC 5634 nicht bis zu diesen beiden
Sternen, so dass der visuell erfasste Durchmesser nur zwei Bo­
genminuten beträgt – fotografisch erreicht der Kugelsternhau­
fen dagegen fünf Bogenminuten.
Im Verhältnis zur Gesamtgröße von NGC 5634 wirkt der helle­
re, nur wenig verdichtete Kernbereich mit geschätzten 0,7 Bo­
eine leichte Verlängerung in Richtung Nordnordost nach Süd­
südwest. Bei Vergrößerungen von 150- und 255-fach erscheint
3 Bogenminuten
dieser Bereich granuliert, aber ob es sich bei den aufblitzenden
71,5 Lichtjahre
Michael Fritz
genminuten Durchmesser ungewöhnlich groß. Ich sehe dabei
Sternchen um Einzelsterne (die hellsten liegen um 15,0 mag)
oder um Zusammenballungen mehrerer Sterne handelt, lässt
sich mit nur fünf Zoll Öffnung nicht sagen. Im Halo befinden sich
Den recht weit entfernten Kugelsternhaufen NGC 5645 im
jedenfalls keine eindeutig sichtbaren Sterne. Insgesamt erinnert
Sternbild Jungfrau zeichnete der Autor an seinem 13-Zentime-
mich das Erscheinungsbild von NGC 5634 an den »Intergalakti­
ter-Refraktor. Das Bildfeld erstreckt sich über zwölf Bogenminu-
schen Wanderer« NGC 2419 im Sternbild Luchs.
ten, Norden ist oben.
Sucher an den richtigen Ort dirigieren. Dazu
Luftruhe über die Wahl der Vergrößerung.
noch höheren Vergrößerung zu versu-
müssen Sie nur in Deklina­tion zwölf Grad
Bei einem Teleskop mit einer Öffnung
chen, ob sich vielleicht doch einzelne Ster-
nach Süden schwenken. Zur lokalen Orien-
kleiner als zehn Zoll sollte das scheinbare
ne in NGC 5897 auflösen lassen.
tierung im Sucher können Sie den 4,5 mag
Gesichtsfeld mindestens 20 Bogenminu-
Sie weisen nur gut ein Prozent der Me-
hellen Stern Iota Librae (ι Lib) nutzen, er
ten betragen, damit sich der blasse Kugel­
tallhäufigkeit der Sonne auf, was für einen
steht zwei Grad nordwestlich von NGC 5897.
sternhaufen gegenüber seinem Umfeld
Kugelsternhaufen in solch einer Entfer-
Am richtigen Ort angekommen, können
abheben kann. Mit einem solchen Fern-
nung zum galaktischen Zentrum normal
Sie im Teleskop mit einem Weitfeld­okular
rohr können Sie aber die Einzelsterne
ist. Diese Sterne entstanden schon bevor
niedriger Vergrößerung nach dem schwie-
nicht erkennen, denn die sinnvolle Ver-
unsere Galaxis eine Scheibe und Spiralar-
rigen Kugelsternhaufen suchen.
größerung ist auf etwa 150-fach begrenzt.
me ausbildete, mehr als sieben Milliarden
Haben Sie ihn dann bei niedriger Ver-
Nur mit einem größeren Teleskop und bei
Jahre vor der Bildung unserer Sonne und
größerung gefunden, so entscheidet die
ganz ruhiger Luft ist es sinnvoll, mit einer
der Erde. 64
Juni 2014
KLAUS-PETER SCHRÖDER
STERNE UND WELTRAUM
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