lautlose Begegnungen am morgenhimmel

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Aktuelles am Himmel
Eine dichte Annäherung der Mondsichel
mit der hellweiß strahlenden Venus, wie
am Morgen des 27. März 2014, erscheint
gerade am farbigen Dämmerungshimmel
sehr attraktiv.
SuW-Grafik
Venus
15°
SO
Hubertus Giefer
Ein enges Rendezvous von Mond und Venus
konnte Hubertus Giefers über dem Dom
von Paderborn am 21. Mai 2004 verfolgen
und fotografieren.
Lautlose Begegnungen
am Morgenhimmel
Es lohnt sich, dem Mond bei seiner monatlichen Wanderung über den Himmel zu
verfolgen. So wird vor allem auch der stadtgebundene Beobachter immer wieder Zeuge
von spannenden Begegnungen unseres Trabanten mit hellen Planeten oder Sternen,
die an seinem Weg liegen.
U
nser Mond begegnet entlang sei­
Die unterschiedlichen Helligkeiten
Saturn auch einen Anreiz für die tele­
ner Himmelsbahn in diesem Monat
der drei beteiligten Planeten sind of­
skopische Beobachtung. Allerdings soll­
gleich drei hellen Planeten: Von West nach
fensichtlich, aber achten Sie doch auch
ten Sie die Vergrößerung niedrig halten,
Ost ist dies zuerst der Mars, den der noch
einmal
unterschiedlichen
sie sollte 30-fach nicht überschreiten.
recht volle abnehmende Mond am frühen
Farben: Mars leuchtet orange, Saturn
Dann können Sie Mond und Saturn noch
Morgen des 19. März vier Grad südlich
gelblich, Venus bei transparenter Luft
zusammen im gleichen Gesichtsfeld se­
passiert. Dann folgt am 21. Saturn, bei
strahlend weiß. Da der Mond einen ge­
hen. Fotografisch ist diese Konstellation
dem sich der nun noch dreiviertelvolle
wissen Farbabgleich hergibt, lassen sich
allerdings eine gewisse Herausforde­
Mond gegen 4 Uhr auf wenig mehr als ein
die Unterschiede zwischen den Planeten
rung, weil der fast volle Mond eine sehr
Grad südlich annähert. In der Morgen­
besonders gut erkennen, auch weil ihre
viel höhere Flächenhelligkeit aufweist
dämmerung des 27. sehen wir schließlich
Begegnungen mit dem Erdtrabanten in
als der sonnenferne Saturn (siehe Bild
die hübsche Konstellation der nun schon
relativ kurzen Zeitabständen aufeinan­
rechts). In einem gemeinsamen Bild er­
schmalen abnehmenden Mondsichel mit
der folgen.
scheint er zudem wegen der nie­drigen
auf
ihre
Venus (siehe Grafik und Bild oben). In die­
Während Begegnungen vom Mond
Vergrößerung auch recht winzig. Daher
sem Fall wählt der Erdtrabant die nördli­
mit einem Planeten oder einem hellen
sollten Sie mit verschiedenen Belich­
che Seite und steht am Firmament rund
Stern stets einen schönen Anblick für
tungszeiten
drei Grad höher am Osthimmel als der
das bloße Auge oder im Fernglas erge­
können Sie aus den dabei gewonnenen
strahlend helle Morgenstern.
ben, bietet der recht enge Vorbeigang an
Bildern ein passgenaues Komposit er­
54
März 2014
experimentieren.
Später
Sterne und Weltraum
Die Krippe im Krebs
D
ie Praesepe (M 44) ist nach den Plejaden der wohl bekannteste offene Sternhaufen an unserem Himmel. Mit einer
Ausdehnung von mehr als einem Grad und einer Helligkeit von
3 mag erscheint er in einer dunklen Nacht dem bloßen Auge
jedoch eher als ein großes milchiges Lichtwölkchen im unscheinbaren Sternbild Krebs, gut 15 Grad westlich des Sternbilds Löwe.
Im Gegensatz zu den Plejaden erkennen nur sehr scharfsichtige
Beobachter einzelne Sterne in der Praesepe (Griechisch für:
Krippe). Erst ein Fernglas zeigt die wahre Pracht dieses rund
600 Lichtjahre entfernten offenen Sternhaufens und löst ihn in
viele Sterne auf. Kleinere Feldstecher lassen etwa 15 bis 20 Ster-
ne erkennen. Mit einer größeren Optik, montiert auf einem
Stativ, wird unter dunklem Himmel sogar ein ganzer Teppich
aus vielen schwachen Einzelsternen sichtbar, von dem sich die
Klaus-Peter Schröder
Walter Koprolin
helleren Sterne funkelnd abheben! 23 Bogenminuten
Schon ein kleiner Feldstecher zeigt die wahre Sternenpracht der
4 Lichtjahre
Praesepe im Sternbild Krebs.
zeugen, das dann beiden Objekten in der
und kann sich innerhalb des deutschen
Sogar gegen den hellen Mondrand
Belichtung gerecht wird.
Sprachraums um gut zehn Minuten von
dürfte sich der 3,9 mag helle Stern Rho Sa­
der angegebenen Richtzeit für Frankfurt
gittarii (ρ1 Sag) durchsetzen, wenn er von
am Main unterscheiden. Auch der jewei­
diesem am 25. März gegen 05:35 Uhr ver­
Auch in diesem Monat können Sie eine
lige Aus- oder Eintrittsort am Mondrand
deckt wird. Der abnehmende Mond hat
ganze Reihe von Sternbedeckungen verfol­
hängt wegen der Parallaxe etwas von der
dann schon um einen Tag sein letztes
gen, siehe unsere Tabelle astronomischer
Viertel überschritten und leuchtet des­
Ereignisse auf S. 59. Richtig eindrucksvoll
geografischen Lage des Beobachters ab.
Wegen des Dämmerungshimmels
wird dies jedoch bei helleren Sternen,
und der am 7. März schon fortgeschrit­
diesem Fall eine hohe Vergrößerung, um
die sich schon im Fernglas oder in einem
tenen Mondphase ist der dunkle Rand
den Stern gut vom unaufhaltsam näher
kleinen Teleskop gut neben dem hellen
dann nicht sichtbar. Wie eigentlich bei
heranrückenden, gleißend hellen Mond­
Mond wahrnehmen lassen. So ist der Ein­
tritt vom 4,3 mag hellen Stern Delta3 Tau­
allen Austritten möchte ich eine eher
rand zu trennen (siehe Bild unten). Und
niedrige Vergrößerung empfehlen, mit
was ihm im Weg steht, das knipst er ein­
ri (δ3 Tau) in der Abenddämmerung am
der sich der gesamte in Frage kommen­
fach aus – ganz plötzlich und lautlos. In
7. März gegen 18:20 Uhr am dunklen Rand
de Mondbereich überblicken lässt. So
unserer lebhaften Welt mag gerade diese
des zunehmenden Halbmonds leicht zu
vermeiden Sie, auf die falsche Stelle zu
Stille von astronomischen Ereignissen so
beobachten. Die genaue Zeit ist je nach Be­
blicken und den Austritt dabei zu ver­
manchen Beobachter faszinieren.
obachtungsort deutlich unterschiedlich
passen.
Stern im Weg? – Ausgeknipst!
halb nicht mehr so hell. Trotzdem hilft in
Klaus-Peter Schröder
Nur selten kommt der Mond dem
sonnenfernen Saturn näher als am
21. März 2014, wenn er den Ringplaneten in rund einem Grad Abstand
Klaus-Peter Schröder
Klaus-Peter Schröder
passiert.
Hellere Sterne lassen sich gut bei ihrer
Annäherung an den gleißend hellen Mondrand verfolgen, wobei eine hohe Vergrößerung sehr nützlich ist.
www.sterne-und-weltraum.de
März 2014
55
Aktuelles am Himmel: Der Himmel im Überblick
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Abendhimmel
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Zeichenerklärung
Gasnebel
Offene Sternhaufen
Kugelsternhaufen
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Benutzung der Sternkarten: Die Ränder der Karten entsprechen
dem Ho­ri­zont, ihre Mitten dem Punkt senkrecht über unseren
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Sternhelligkeit [mag]
Köpfen (dem Ze­nit). Für die rechts genannten Zeiten gibt die Karte
den ungefähren Anblick des Sternenhimmels wieder. Drehen Sie
dabei die Karte so, dass sich die Himmelsrichtung, in die Sie gerade
blicken, unten befindet. Beispiel: Beim Blick in Richtung Norden
drehen Sie die Karten um 180°, so dass das »N« am Rand der
Karten unten steht. Auf etwa halber Höhe zwischen dem Horizont
und dem Ze­nit sehen Sie dann den Po­lar­stern im Kleinen Bären und
unweit davon den Großen Wagen, einen Teil des Sternbilds Gro­ßer
Bär. Auffinden der hellsten Planeten: Der Mond und die Planeten
befinden sich stets in der Nähe der Ekliptik, die in den Karten als
rote Linie markiert ist. Die Ekliptik durchzieht die zwölf Sternbilder
des Tierkreises.
56
März 2014
Himmelsanblick am Abend (linke Karte) für:
1. Februarhälfte 2014
2. Februarhälfte 2014
1. Märzhälfte 2014
2. Märzhälfte 2014
24:00 Uhr MEZ
23:00 Uhr MEZ
22:00 Uhr MEZ
21:00 Uhr MEZ
Himmelsanblick am Morgen (rechte Karte) für:
1. Februarhälfte 2014
2. Februarhälfte 2014
1. Märzhälfte 2014
2. Märzhälfte 2014
6:00 Uhr MEZ
5:00 Uhr MEZ
4:00 Uhr MEZ
3:00 Uhr MEZ
Sterne und Weltraum
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Oben ist der Sternhimmel in einem Streifen von +40 bis –40 Grad
PositionenInder
der Planeten
um den
Himmelsäquator dargestellt. Die rote geschwungene Linie
Winkelmaß
Altarrepräsentiert
1 Astronomische Einheit
Seg
Zentaur
die Ekliptik (den Schnittkreis der Erdbahnebene mit
Süden
der Himmelskugel). Die Positionen der Sonne und der Planeten
am 15. März 2014, 0h M
sind jeweils für den Monatsanfang eingezeichnet, die Pfeile zeigen
–60°
die bis zum Monatsende zurückgelegte Bahn am Himmel an. Der
Mond kann sich maximal fünf Grad oberhalb oder unterhalb der
Ekliptik aufhalten. Seine Positionen und Phasen sind für jeden
zweiten Tag, jeweils für Mitternacht, angegeben.
Links sehen Sie die Planetenbahnen im inneren Sonnensystem,
wie sie sich einem Betrachter darbieten würden, der von oben auf
die Erdbahnebene schaut. Gezeigt sind die Po­si­tionen der Planeten
Merkur, Venus, Erde und Mars zu Mo­nats­an­fang, die Pfei­le ge­ben
die bis zum Mo­nats­en­de zu­rückgelegte Strecke an. Das Widdersymbol  markiert die Richtung zum Frühlingspunkt. Die Pfeile
außerhalb der Marsbahn geben die Richtungen zu den äußeren
Planeten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun an und sind mit ihrem
jeweiligen Symbol markiert.
Unten sind die Planeten mit ihren Phasen aus der Fernrohrper­
SuW-Grafik
spektive zum angezeigten Datum beziehungsweise zur Monats-
mitte in einem einheitlichen Maßstab dargestellt: Ein Millimeter
entspricht einer Bogensekunde.
10 Bogensekunden
5.3.
5.3.
Ernst E. von Voigt
15.3.
25.3.
58
März 2014
25.3.
Sterne und Weltraum
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Datum
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Ereignis
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Sa
So
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18h
21h
22:00
18:09
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4h
20h
17:57
4h
6h
21h
18h
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24. 3. 25. 3. 26. 3. Do
27. 3. Fr
So
28. 3. 30. 3. Mo
31. 3. α
Neumond
erste Abendsichtbarkeit der zunehmenden Mondsichel
Eintritt von δ3 Tau (4,3 mag) am dunklen Mondrand
Mond in den Hyaden, nahe Aldebaran (Abendhimmel)
zunehmender Halbmond (erstes Viertel)
Eintritt von HIP 29616ab (5,9 mag) am dunklen Mondrand
Mond nahe Jupiter (Abendhimmel)
Nordwende des Mondes
Merkur-Dichotomie (Halbphase)
Mond in Erdferne (Apogäum, 405364 km)
Eintritt von 50 Cnc (5,9 mag) am dunklen Mondrand
Eintritt von ω Leo (5,5 mag) am dunklen Mondrand
Merkur in größter westlicher Elongation (28 Grad, wegen flacher Lage der Ekliptik nicht sichtbar)
Mond 5,5 Grad südlich von Regulus
Kleinplanet (2) Pallas (7,1 mag) 15 Bogenminuten nördlich von SAO 136993 (7,0 mag)
Bedeckungsveränderlicher b Per (Algol, 2,1 – 3,4 mag, P = 2,867 Tage) im Minimum
Vollmond
Kleinplanet (2) Pallas (7,4 mag) 1 Grad östlich von t2 Hya (4,6 mag)
Mond 3 Grad südlich von Mars
Zwergplanet (1) Ceres (7,3 mag) 37 Bogenminuten südlich von SAO 120339 (5,0 mag)
astronomischer Frühlingsanfang (Tagundnachtgleiche)
Mond nur 1 Grad südlich von Saturn
Zwergplanet (1) Ceres (7,3 mag) 33 Bogenminuten nördlich von SAO 120334 (6,4 mag)
Venus in größter westlicher Elongation (47 Grad, flache Morgensichtbarkeit)
Venus-Dichotomie (Halbphase)
Südwende des Mondes
abnehmender Halbmond (letztes Viertel)
Eintritt von r1 Sgr (3,9 mag) am hellen Mondrand
Kleinplanet (2) Pallas (7,4 mag) 40 Bogenminuten östlich von SAO 117757 (6,1 mag)
Zwergplanet (1) Ceres (7,3 mag) 55 Bogenminuten östlich von SAO 120269 (6,3 mag)
Mond 3 Grad nördlich von Venus, Morgenhimmel
Mond in Erdnähe (Perigäum, 365703 km)
letzte Morgensichtbarkeit der abnehmenden Mondsichel
Beginn der Sommerzeit
Neumond
Kleinplanet (4) Vesta (5,9 mag) 27 Bogenminuten nördlich von 92 Vir (5,9 mag)
erste Abendsichtbarkeit der zunehmenden Mondsichel
www.sterne-und-weltraum.de
-40°
-50°
1. März, 13 Uhr MEZ = JD 2 456 718,0
Tag
02:47
05:35
19h
23h
6h
20h
05:40
2h
20:45
23h
20:10
-30°
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Wassermann
-10°
Walfisch
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Sextant
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α
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Aldebaran
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Widder
Plejaden
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11.3.
15.3.
M45
Jupiter
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α
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Praesepe
13.3.
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Dreieck
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Pollux
Krebs
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Achernar
-60°
März 2014
59
Aktuelles am Himmel: Sonnensystem
17., 18. und 19. März, 23:00 MEZ
9. und 10. März, 20:00 MEZ
21. und 22. März, 05:00 MEZ
Waage
Kastor
Zwillinge
Pollux
17.3.
Jungfrau
22.3.
Saturn
21.3.
Jupiter
Mars
9.3.
Spika
18.3.
Antares
10.3.
19.3.
S
15°
An zwei Abenden begleitet der zuneh-
S
und Mars im Sternbild Jungfrau.
SuW-Grafik
mende Mond Jupiter in den Zwillingen.
Der noch fast volle Mond begegnet Spika
SuW-Grafik
SuW-Grafik
15°
O
Am Morgen des 21. März flankiert der
Mond den Planeten Saturn.
Der Lauf des Mondes
Am 1. März um 09:00 Uhr MEZ ist Neu­
Sein letztes Viertel erreicht der Mond
gen, bevor sie im Tageslicht verschwindet.
mond. Einen Tag später können wir den
am Morgen des 24. März im Schützen.
Der Aufgang verfrüht sich bis Monatsen­
Erdtrabanten gegen 18:30 Uhr als schmale
Weiter abnehmend wandert er durch den
de weiter auf 04:28 Uhr MEZ (05:28 Uhr
Sichel in der einsetzenden Abenddämme­
Steinbock in Richtung Venus, der er in der
MESZ); die Sichtbarkeit endet dann gegen
rung über dem Westhorizont erblicken.
Morgendämmerung des 27. März begeg­
05:45 Uhr MEZ.
An den folgenden Abenden sehen wir den
net. Letztmals können wir die schmale
Am Morgen des 27. März erhält die
zunehmenden Mond weiter durch die
Sichel am Morgen des 28. März vor Son­
Venus Gesellschaft vom abnehmenden
Sternbilder Fische und Widder wandern.
nenaufgang über dem östlichen Horizont
Mond, der drei Grad nordwestlich von ihr
Am Abend des 7. März hat er den offenen
wahrnehmen. Neumond ist am 30. März,
steht. Die scheinbare Helligkeit sinkt bis
Sternhaufen der Hyaden im Stier erreicht.
an dem auch die Sommerzeit beginnt.
Monatsende nur leicht auf – 4,4 mag.
Bis zum Untergang des Mondes können
Mars kommt am 1. März in der Nähe
wir verfolgen, wie er sich immer näher an
Die Planeten
des Sterns Spika in der Jungfrau zum Still­
den 0,9 mag hellen Stern Aldebaran heran­
Merkur erreicht am 14. März eine größte
stand. Danach beginnt er mit seiner Oppo­
schiebt.
westliche Elongation von 27,6 Grad. Das ist
sitionsschleife und bewegt sich rückläufig
Erstes Viertel ist am 8. März. An den
der größte Winkelabstand, den der inners­
am Himmel. Seine Sichtbarkeit verlängert
beiden Folgeabenden zieht der Mond un­
te Planet des Sonnensystems in diesem
sich deutlich: Am 1. März geht der Rote
terhalb des Planeten Jupiter vorbei, der als
Jahr zu unserem Tagesgestirn einnimmt.
Planet um 22:08 Uhr auf, am 31. März be­
hellstes Objekt in den Zwillingen leuch­
Dennoch reicht dieser Wert nicht für eine
reits um 19:39 Uhr MEZ (20:39 Uhr MESZ).
tet (siehe Grafik oben links). Nach Durch­
Morgensichtbarkeit aus. Das hängt mit
Seine scheinbare Helligkeit steigert sich in
wandern des Sternbilds Krebs sehen wir
der in unseren Breiten ungünstigen Lage
diesem Monat von – 0,4 mag auf –1,3 mag;
den dann schon recht vollen Mond in der
der Ekliptik am Frühjahrs-Morgenhimmel
sein scheinbarer Durchmesser nimmt von
Nacht vom 14./15. März in der Nähe des
zusammen: Sie verläuft zu flach zum Hori­
11,6 auf 14,6 Bogensekunden zu. Das sind
1,4 mag hellen Sterns Regulus im Löwen.
zont, so dass sich der große Winkelabstand
nun schon optimale Bedingungen, und
zur Sonne nicht in einem großen Winkel
wir sollten klare, mondlose Nächte für die
über dem Horizont auszahlt.
Beobachtung nutzen.
Vollmond ist am 16. März, wenn unser
Trabant gerade das Sternbild Jungfrau er­
reicht hat. Zwei Tage später sehen wir ihn
Venus ist Morgenstern. Am 1. März geht
Jupiter beendet seine Oppositions­
schon bei seinem Aufgang zwischen der
sie um 04:55 Uhr auf. Mit einer scheinba­
schleife. Am 6. März kommt er im Stern­
1,0 mag hellen Spika, dem Hauptstern der
ren Helligkeit von – 4,6 mag ist sie das bei
bild Zwillinge zum Stillstand und wird
Jungfrau, und dem rötlich leuchtenden
Weitem hellste Objekt am Morgenhim­
wieder
Mars stehen – ein hübsches Fotomotiv
mel. Erst gegen 06:50 Uhr verschwimmt
Helligkeit nimmt im Monatsverlauf von
(siehe Bild oben Mitte). Und am Morgen­
ihr Licht in der hellen Dämmerung.
–2,4 mag auf –2,2 mag ab. Anfang März
rechtläufig.
Seine
scheinbare
himmel des 21. März zieht der noch zu
Ihre größte westliche Elonga­tion von
sehen wir den Riesenplaneten nach Ein­
80 Prozent beleuchtete Mond nur 1 Grad
46,6 Grad erreicht die Venus am 22. März.
bruch der Dunkelheit bereits hoch im
südlich an Saturn im Sternbild Waage vor­
Der Aufgang erfolgt nun um 04:38 Uhr;
Südosten; die Kulmination erfolgt dann in
bei (siehe Bild oben rechts).
Bis 06:00 Uhr können wir die Venus verfol­
einer Höhe von 63 Grad um 20:27 Uhr. Ge­
60
März 2014
Sterne und Weltraum
West
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
Jupitermonde
Io
Europa
Ganymed
Kallisto
Io
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
Saturnmonde
Ost
VE
Dione
Rhea
Hyperion
Iapetus
S
N
S
VA
VE
W
O
N
Kallisto
S
VA
VE
N
VA, VE = Anfangs- und Endpunkte der
Verfinsterung durch den Schatten Jupiters
N
scheinbare Bahnen der Saturnmonde
am Himmel
nau acht Stunden später geht er im Nord­
am 2. April entgegen; im Verlauf des Mo­
westen unter. Jupiters Äquatordurchmes­
nats März verringert sich seine östliche
ser erscheint uns unter einem Winkel von
Elongation von 30 auf 1 Grad.
etwa 40 Bogensekunden.
Neptun im Wassermann erhöht seine
Saturn im Sternbild Waage wird am
westliche Elongation im Lauf des März
2. März rückläufig und beginnt mit seiner
zwar auf 34 Grad, doch reicht dies nicht für
Oppositionsschleife. Am 1. März geht er
eine Sichtbarkeit am Morgenhimmel. Erst
um 00:34 Uhr auf, am 31. März zwei Stun­
ab Mai ergeben sich gute Beobachtungs­
den früher, um 22:28 Uhr MEZ (23:28 Uhr
bedingungen für den nur +8,0 mag hellen
MESZ). Der scheinbare Äquatordurchmes­
Planeten.
ser des Ringplaneten vergrößert sich im
Monatsverlauf auf 18, der Durchmesser
Zwergplaneten
des Ringsystems auf 41 Bogensekunden
(1) Ceres ist ein Objekt der zweiten Nacht­
Die scheinbare Helligkeit nimmt leicht
hälfte und hält sich nahe des Kleinplane­
von +0,4 mag auf +0,3 mag zu.
ten Vesta in der Jungfrau auf (siehe S. 63).
Uranus im Sternbild Fische entzieht
(134340) Pluto im Schützen steht noch
sich in diesem Monat unserem Blick. Er
zu nah an der Sonne und ist deshalb nicht
strebt seiner Konjunktion mit der Sonne
sichtbar.
www.sterne-und-weltraum.de
Uhrzeit
System I
System II
1. 2 .
00:00 MEZ
343,3°
93,8°
0,102
0,101
1 min
0,610
0,604
10 min
6,095
6,042
1h
36,569
36,251
10 h
5,688
2,509
1d
157,652
150,021
10 d
135,642
60,207
Erscheinungen
der Galileischen Jupitermonde
S
Ganymed
Tag
Titan
N
VE
Zentralmeridiane des Jupiter
Zunahme in 10 s
S
Europa
Oliver Montenbruck / SuW-Grafik
West
Ost
Uwe Reichert
Tag
Mond
Uhrzeit (MEZ/MESZ), Ereignis
1
Io
01:01 SA; 02:10 DE; 03:17 SE;
21:15 BA
2
Io
00:38 VE; 19:30 SA; 20:38 DE;
21:46 SE
3
Kallisto
00:45 BA
Io
19:07 VE
5
Europa
00:19 BA
6
Ganymed
00:26 BA
Europa
19:28 DA; 21:47 SA; 22:08 DE
7
Europa
00:29 SE
8
Io
01:46 DA; 02:57 SA; 23:06 BA
9
Io
02:33 VE; 20:14 DA; 21:25 SA;
22:29 DE; 23:41 SE
Ganymed
19:07 SA; 22:24 SE
10
Io
21:02 VE
11
Kallisto
22:10 SA
12
Kallisto
02:02 SE
Europa
02:49 BA
13
Europa
21:58 DA
14
Europa
00:23 SA; 00:37 DE
15
Europa
21:19 VE
16
Io
00:58 BA; 22:07 DA; 23:21 SA
Ganymed
21:19 DE; 23:07 SA
Io
00:21 DE; 01:36 SE; 19:26 BA;
22:57 VE
17
Ganymed
02:24 SE
18
Io
20:05 SE
19
Kallisto
21:07 BE
21
Europa
00:29 DA
22
Europa
23:57 VE
23
Ganymed
22:02 DA
24
Io
00:00 DA; 01:16 SA; 02:15 DE;
21:19 BA
Ganymed
01:12 DE
25
Io
00:52 VE; 19:45 SA; 20:44 DE;
22:01 SE
26
Io
19:21 VE
27
Ganymed
20:27 VE
28
Kallisto
20:11 SE
29
Europa
21:12 BA
31
Io
02:55 DA
Ganymed
02:59 DA
Europa
22:35 SE
V = Verfinsterung durch Jupiters Schatten,
S = Schattenwurf auf Jupiter,
B = Bedeckung durch Jupiter,
D = Durchgang vor der Jupiter­scheibe,
A und E = Anfang und Ende der Erscheinung
März 2014
61
NASA / SDO
Der Anblick der Sonne im ultravioletten Licht am 7. Dezember 2013 könnte
eine Vorschau auf dieses Jahr sein: Es finden sich noch mehrere kleine Gruppen auf der Südhalbkugel, aber die Nordhalbkugel ist bereits inaktiv.
Sonnenaktivität aktuell
Nach zwei recht aktiven Monaten schien
Erst in der Silvesternacht ereignete sich
zwischen den Aktivitätsmaxima der bei-
die Sonne im Dezember 2013 zunächst ein
wieder ein starker Flare der Kategorie M.
den Halbkugeln ein Anzeichen für ein
wenig ruhiger zu sein, tatsächlich stieg die
Somit erlebten wir im Dezember also eine
»Grand Minimum«? Dies ist eine mehrere
Sonnenfleckenrelativzahl sogar ein we-
leichte Verschnaufpause, die aber sicher
Jahrzehnte lange Flaute im etwa 100-jähri-
nig an (Re = 85,0 gegenüber 80,8 und 80,4
gen, aber nicht allzu regelmäßigen »Gleiß-
nach dem SONNE-Netz der Vereinigung
nur vorübergehender Natur ist.
Interessant ist die derzeit besonders aus-
der Sternfreunde e. V.). Dies lag aber eher
geprägte Asymmetrie der Sonnenfleckenak-
Verhalten zeigt sich in den neuesten und
an einer größeren Zahl kleiner Gruppen
tivität. Die Nordhalbkugel war im Dezember
rechenintensivsten
(die Gruppenanzahl geht mit dem star-
zur Hälfte der Zeit frei von Flecken, teilweise
eines stellaren Dynamos mit langfristigen
ken Gewicht von 10 in die Relativzahl ein),
gab es sogar keine Fackelgebiete. Sie brachte
Aktivitätsschwankungen: Der Dynamo-
denn im Dezember fehlten große komple-
sonst nur eine, an wenigen Tagen auch mal
Ablauf wird bei Eintritt in eine Schwä-
xe Gruppen und somit traten auch kaum
zwei Gruppen hervor. Die Südhalbkugel
chephase asynchron, das heißt er kommt
starke Eruptionen auf. Beides wären Zei-
hielt hingegen mit vier bis sechs Gruppen
quasi aus dem richtigen Takt. Zuletzt war
chen für eine wirklich kräftige Aktivität.
eine recht starke Aktivität aufrecht, aber
die Sonnenaktivität vor einem Jahrhun-
Tages-Sonnenfleckenrelativzahlen um 100
dert derart niedrig, ein Elf-Jahres-Zyklus
ließen sich so nur selten erreichen. Das Bild
hatte damals nur etwa ein Drittel der
oben vom 7. Dezember zeigt diese Situation
uns bekannten Aktivität der 1970er und
besonders deutlich. Vermutlich ist dies zu-
1980er Jahre, die sozusagen das »Grand
SIDC-Daten
140
Relativzahl
120
berg-Zyklus«. Genau solch ein irreguläres
Computermodellen
100
gleich auch die Vorschau auf den typischen
Maximum« bildete. Vor zwei Jahrhunder-
80
Anblick im weiteren Verlauf dieses Jahres,
ten lagen gleich drei Elf-Jahres-Zyklen bei
denn die Nordhalbkugel wird in ihrer Akti-
nur einem Viertel besagter Aktivität, das
vität wohl immer mehr nachlassen. Wenn
»Dalton-Minimum«. Das Spannende da-
sie nur noch einige Monate durchhält und
bei ist, dass solch ein »Grand Minimum«
die Südhalbkugel unterstützt, dann dürfte
auch einmal länger andauern kann. Das
es auch in den geglätteten Monatsmitteln
bekannteste Beispiel ist das Maunder-Mi-
für ein zweites Maximum in diesem Win-
nimum von 1645 bis 1715, dessen Relevanz
ter reichen, fast genau zwei Jahre nach dem
für das Klima Gegenstand anhaltender
ersten, das damals von der Nordhalbkugel
Prognose
60
SuW-Grafik
40
20
0
6
9
2013
12
3
2014
Seit Anfang des Jahres 2013 sind die Werte
ausging. Jedoch wird es vermutlich etwas
Diskussion und Forschung ist.
All dies verheißt also für den Liebhaber
der Sonnenfleckenrelativzahlen mäßig
niedriger ausfallen, denn bisher kam keiner
großer Sonnenflecken nicht viel Gutes für
hoch. Im Juni brachen die Werte für drei
der letzten Herbst- und Wintermonate auch
die nächsten Jahrzehnte, aber der gegen-
Monate ein, seit Oktober liegen sie höher.
wärtige 24. Zyklus ist ja noch lange nicht
Die Prognose geht weiterhin von leicht
nur nahe an ein Relativzahlmittel von 100.
Warum sehen Sonnenfachleute in der-
fallenden Relativzahlen für die nächsten
art ausgeprägter Asymmetrie und Zeit-
scheint noch einiges für uns »auf Lager«
Monate aus.
versetzung von zwei Jahren (oder länger)
zu haben. 62
März 2014
zu Ende, und vor allem die Südhalbkugel
Klaus-Peter Schröder
Sterne und Weltraum
Kleinplaneten
Im März ist die enge Begegnung zwischen
der mit 11,6 mag allerdings recht lichtschwachen (11) Parthenope und dem Mi-
Kleinplaneten: Nahe Begegnungen mit anderen Himmelskörpern
Tag
MEZ
Planetoid
mpl
[mag]
ra-Stern R Geminorum recht interessant.
Abstand
und P.W.
Objekt
mobj Position 2000
[mag] α δ
Er erreichte sein Helligkeitsmaximum
2. 3. 20:00 (532) Herculina
10,4
7,09 335°
SAO 77413
6,6
5h41m, 9
+23°209
Mitte Januar und wird nun allmählich
6. 3. 23:55 (51) Nemausa
11,6
4,0
145
SAO 95599
6,0
6 22,6
+12 34
wieder lichtschwächer. Zur Beobachtung
13. 3. 22:00 (511) Davida
11,4
5,0
228
SAO 94112
6,0
4 46,3
+18 44
der weiteren in der Tabelle rechts aufgelis-
20. 3. 03:00 (313) Chaldaea
10,9
6,0
183
83 Leo
6,5
11 26,8
+3 01
teten Ereignisse empfehle ich wegen der
20. 3. 21:40 (511) Davida
11,4
3,0
339
SAO 94199
6,4
4 55,0
+19 29
25. 3. 00:00 (469) Argentina
12,3
9,5
176
SAO 157226
5,1
12 20,9
-13 34
25. 3. 21:00 (324) Bamberga
11,6
7,5
24
59 Ari
5,9
3 19,9
+27 04*
26. 3. 02:00 (11) Parthenope
11,6
3,5
315
44 Gem
6,0
7 05,3
+22 38
29. 3. 01:00 (11) Parthenope
11,6
3,0
241
R Gem1)
var.
7 07.4
+22 42
geringen Helligkeit der beteiligten Kleinplaneten ein leistungsfähiges Teleskop
mit einer Öffnung von etwa 10 bis 20 Zentimetern.
Am 30. März kommt der am 20. Februar 1901 von Luigi Camera in Heidelberg
1) Mira-Stern (6 – 14 mag, P = 370 Tage,) Maximum Mitte Januar 2014
entdeckte Planetoid (469) Argentina im
Opposition zur Sonne und wird 12,3 mag
hell. Wegen der recht exzentrischen
Bahn (e = 0,16) schwanken seine Opposi-
Die Bahnen von (1) Ceres und (4) Vesta
2
+5° +5°
3
4
tionshelligkeiten zwischen 11,9 mag und
Himmelskörper umrundet die Sonne auf
neigten Bahn einmal in 5,7 Jahren. Am
Morgen des 25. März lässt sich der Klein-
4
t
0°
2
3
des 5,1 mag hellen Sterns SAO 157226
f
leichter auffinden.
Sternbild Jungfrau und sind Anfang März
6
7
z 7
u
1
(4) Vesta
2
Der Zwergplanet (1) Ceres und (4) Vesta bewegen sich weiterhin durch das
-5°
q
7,8 beziehungsweise 6,6 mag und am Monatsende 7,1 und 5,9 mag hell. Die Kul-
8
d
(1) Ceres
1
3
planet etwa neun Bogenminuten südlich
7
6
4
einer um 11,5 Grad gegen die Ekliptik ge-
6
5
5
Jungfrau
etwa 14 mag. Der 126 Kilometer große
5
Ernst E. von Voigt / SuW-Grafik
Sternbild Rabe in eine relativ günstige
h
h
m
h
14
14 30
m
13 30
minationszeiten von (1) Ceres verlagern
Apollo-Asteroid 2013 WT44 in Erdnähe
D
er erst am 27. November 2013 entdeckte Apollo-Asteroid 2013 WT44
nähert sich unserem Planeten am 18. März bis auf 0,034 Astronomi-
sche Einheiten (AE) oder rund die 13-fache Entfernung des Mondes von
der Erde. Dies ist der geringste Abstand im Zeitraum von 1950 bis 2100.
Die Helligkeit des Kleinplaneten steigt bis zum 21. März auf 13,1 mag. So-
Topozentrische Ephemeride des Planetoiden 2013 WT44
Tag
Position (2000)
a
d
Δ [AE]
r [AE]
m [mag]
mit lässt er sich in Teleskopen ab Öffnungen zwischen 20 und 25 Zentime-
18. 3. 9h49m28s -35°359430
0,035
1,019
13,8
ter auch visuell beobachten. Der Kleinplanet umrundet die Erde auf einer
19. 3. 10 34 30
-30 24 11
0,034
1,023
13,5
mit e = 0,57 stark exzentrischen und um gut zwölf Grad gegen die Ekliptik
20. 3. 11 14 08
-24 25 23
0,035
1,027
13,3
21. 3. 11 47 20
-18 22 15
0,037
1,031
13,2
22. 3. 12 14 26
-12 47 09
0,040
1,036
13,1
23. 3. 12 36 23
-7 55 29
0,044
1,040
13,2
24. 3. 12 54 10
-3 49 40
0,048
1,044
13,5
25. 3. 13 08 40
-0 25 29
0,053
1,049
13,8
geneigten Bahn einmal in 3,46 Jahren. Im Perihel ist er 0,98 AE und im
Aphel 3,58 AE von der Sonne entfernt. Vom 18. bis 25. März bewegt er
sich durch die Sternbilder Luftpumpe, Wasserschlange, Becher, Rabe und
Jungfrau. Danach wird er wieder schwächer als 14 mag. Positionsmessungen solcher erst kürzlich entdeckter Planetoiden sind für eine genaue
Bahnbestimmung außerordentlich hilfreich. Die in der Tabelle rechts gedruckte Ephemeride stammt vom Minor Planet Ephemeris Service (www.
minorplanetcenter.net/iau/MPEph/MPEph.html) und ist möglicherweise
gültig für Mannheim und 00:00 MEZ,
D = Entfernung von der Erde,
r = Entfernung von der Sonne,
m = scheinbare Helligkeit
noch mit Fehlern behaftet. Daher empfehle ich, sich rechtzeitig vorher zu
informieren.
www.sterne-und-weltraum.de
M. S.
März 2014
63
13h
sich im Monatsverlauf von 04:11 Uhr auf
steht um 23:35 Uhr im Süden. Am Mo-
02:57 Uhr, die von (4) Vesta von 04:00 Uhr
natsende kulminiert der noch 7,6 mag
auf 02:48 Uhr (alle Zeiten sind in MEZ, ab
helle Asteroid um 22:26 Uhr.
30. März in MESZ, gültig für Mannheim).
(7) Iris wechselt am 17. März von den
Vesta nähert sich Ceres immer weiter. Der
Fischen in den Widder und ist den ganzen
gegenseitige Abstand beträgt am Monats-
Monat über 9,8 mag hell. Anfang März
ende noch 2,5 Grad (siehe Übersichtskarte
geht der Asteroid um 21:51 Uhr unter, am
Die Aufsuchkarten auf den Seiten
auf der vorigen Seite).
Ende des Monats um 22:37 Uhr. Danach
63, 65 und 67 finden Sie rotlichtfähig
(2) Pallas wechselt am 4. März vom
ist der Kleinplanet in der Abenddämme-
zum Ausdrucken unter: www.sterne-
Sternbild Sextant in die Wasserschlange,
rung nicht mehr zu sehen.
Michael Sarcander
und-weltraum.de/artikel/1220584
ist am Monatsanfang 7,0 mag hell und
Meteore: Videokameras sehen auch kleine Ströme
Das Netz der Videobeobachter der Inter-
tungen müssen die vom Computer be-
Radiantenposition von a = 182 Grad,
national Meteor Organization (IMO) ist im
merkten Ereignisse auf ihre Echtheit als
d = +3 Grad (Referenzzeitpunkt: 15. März),
zurückliegenden Jahr auf rund 80 Kame-
Meteore untersucht werden. Ein gut ein-
etwas nordwestlich der in der Tabelle un-
ras angewachsen. Selbst in Monaten wie
gestelltes System liefert eigentlich nur
ten angegebenen, mittleren Anthelionpo-
dem März, in denen ein visueller Beobach-
relativ wenige Fehlnachweise pro Nacht.
sition liegt. Das Videonetz der IMO liefert
ter wegen des Fehlens großer Ströme und
Besonders störend sind aber bei Mond-
eine sehr ähnliche Position für diesen Ra-
der wenigen sporadischen Meteore vor
licht durchziehende, tiefe Wolken, die
dianten, etwa a = 184 Grad, d = +4 Grad
Mitternacht kaum Erfolgserlebnisse ver-
ja ebenfalls bewegte helle Objekte auf
zur Monatsmitte. Als Ursprungskörper
spürt, sammeln die Videokameras um die
dunklem Hintergrund sind.
Im März beschränken sich die beob-
für diesen speziellen Strom wurde der Ko-
10 000 Sternschnuppen-Datensätze.
met D/1766 G1 (Helfenzrieder) vermutet,
Eine solche Ausrüstung lässt sich
achteten Radianten auf ekliptikale Quel-
der seit seinem Periheldurchgang im Jahr
auch nahezu vollständig automatisieren.
len, von denen die am deutlichsten wahr-
1766 nicht mehr gesichtet wurde. Von
Mit einem wetterfestem Gehäuse mit
nehmbare hier stets als Anthelion­quelle
ihm gibt es nur recht ungenaue Bahnda-
kleinem Fenster, einer Zeitschaltuhr und
bezeichnet wird. Ob dieses im März
ten, obwohl es sich sehr wahrscheinlich
der MetRec-Software von Sirko Molau
durch das Sternbild Jungfrau bewegen-
um einen kurzperiodischen Kometen
können Sie Videokameras praktisch auf
de Radiantengebiet aus jährlich wieder-
handelt.
jedem beliebigen Balkon installieren und
kehrenden Einzelströmen besteht, lässt
dauerhaft betreiben. Das Gehäuse sollte
sich durch visuelle Beobachtungen kaum
eine Heizung von etwa 40 Watt Leistung
entscheiden, weil sie die Meteorbahn am
Radiant der Anthelionquelle
besitzen. Man sollte diese ununterbro-
Himmel nicht genau genug auflösen und
Datum
chen laufen lassen, um so auch bei Auf-
dabei zu wenige Ereignisse zusammen-
klarungen nach Regen oder Schneefall
kommen. Hochempfindliche Videobeob­
schnell wieder ein freies Sichtfenster zu
achtungen gaben hier in den letzten Jah-
haben und auch die Elektronik vor der
ren jedoch ganz neue Impulse: Als einen
andernfalls eindringenden Feuchte zu
Teilstrom der Anthelionquelle listet die
schützen. Nach erfolgreichen Beobach-
IAU jetzt die Eta-Virginiden auf, deren
Rainer Arlt
a
d
28. Februar
172°
+2°
5. März
177°
0°
10. März
182°
-2°
15. März
187°
-4°
20. März
192°
-6°
Kometen: C/2012 K1 (PANSTARRS) wird stetig heller
Der Komet C/2012 K1 (PANSTARRS) steigert im Frühjahr seine Helligkeit stetig
Kometenbahndaten im März
und erreicht im März rund 10 mag. Damit
Komet
C/2012 K1
(PANSTARRS)
C/2013 R1
(Lovejoy)
C/2013 V3 (Nevski)
290P/Jäger
tes Ziel für mittelgroße Teleskope. Der
Periheldurchgangszeit T
2014 Aug.
27,6478
2013 Dez.
22,7337
2013 Okt.
27,8308
2014 März
12,5125
Schweifstern bewegt sich im Lauf des
Periheldistanz q [AE]
1,054808
0,811822
1,391295
2,156167
Monats vom nördlichen Schlangenträger
Exzentrizität e
1,000238
0,998403
1,000000
0,648637
in den Herkules. Bemerkenswert ist die
Perihel w
203,°0883
67,°1668
337,°4282
180,°7382
Knoten W
317,°7289
70,°7111
101,°5936
303,°4254
Inklination i
142,°4278
64,°0399
31,°5445
19,°0540
H0 [mag]/n
4,5/4,0
10,0/4,0
14,0/4,0
10,5/4,0
ist der Schweifstern zwar kein auffallend
helles Objekt, aber zumindest ein leich-
Annäherung an Alpha Ophiuchus (a Oph)
um die Monatsmitte. Der geringste Abstand wird am 12. März erreicht – weniger als ein halbes Grad. Zu dieser Zeit ist
Neumond, der Komet lässt sich am Mor-
64
März 2014
Sterne und Weltraum
obachten. Der Schweifstern sollte sich bis
Bahn von C/2012 K1 (PANSTARRS)
Anfang Juli von unseren Breiten aus sichten lassen, seine Helligkeit wird auf 7 mag
ansteigen.
Die Beobachtungssaison von C/2013 R1
(Lovejoy) nähert sich dem Ende. Viele Wochen lang war dies ein Komet für das Fern-
z
e
+30°
i
Herkules
+25°
Nördliche θ
Krone
b
e
15.3.
d
glas, für einige Zeit sogar mit dem freien
Auge sichtbar. Im März erwartet uns am
Morgenhimmel ein etwa 11 mag heller
1.4.
+20°
1.3.
Schweifstern. Lovejoy zeigte einen ausge-
g
März noch nachweisen lassen sollte.
17h
C/2013 V3 (Nevski) steht im März im
15.2.
a
Schlange
b
prägten Schweif, der sich fotografisch im
d g
16h30m
k
g
16h
2
b
3
4
5
6
Ernst E. von Voigt
genhimmel in rund 50 Grad Höhe gut be-
7
15h30m
a
Großen Bären, er ist den ganzen Monat über
in weniger als fünf Grad Entfernung von
Beta Ursae Majoris (b UMa) zu finden. Dieser Stern kann als Ausgangspunkt für das
Aufsuchen dienen. Er steht am Abend sehr
Kometenephemeriden im März
Datum
hoch am Himmel – die äußeren Beobach-
Position 2000
α
δ
D
[AE]
r
[AE]
m1 [mag]
Elong.
Phase
tungsbedingungen sind günstig. Dies ist ein
C/2012 K1 (PANSTARRS)
Ausgleich für die nur moderate Helligkeit
25. 2. , 22
16h36m
+19°069
2,6596
2,8682
11,2
91,°9
20,°2
2. 3. 16 35,00
+20 40
2,5261
2,8110
11,0
96,2
20,5
7. 3. 16 32,42
+22 25
2,3948
2,7535
10,8
100,4
20,8
12. 3. 16 29,17
+24 22
2,2668
2,6958
10,6
104,7
20,9
17. 3. 16 24,32
+26 31
2,1433
2,6378
10,4
108,8
20,9
22. 3. 16 18,08
+28 54
2,0255
2,5797
10,1
112,7
20,9
27. 3. 16 09,45
+31 29
1,9149
2,5214
9,9
116,3
20,8
kompakt ist und günstig in den Zwillingen
1. 4. 15 58,55
+34 16
1,8132
2,4628
9,7
119,4
20,7
steht, ist er in mittelgroßen Teleskopen
6. 4. 15 45,09
+37 10
1,7220
2,4041
9,5
121,7
20,7
von etwa 12 mag, die sich im Lauf des Monats auf 13 mag verringern dürfte.
Der Komet 290P/Jäger ist auch im März
noch zu sehen. Seine Helligkeit liegt dann
bei etwa 13 mag. Da der Komet aber recht
sichtbar. Jäger ist ein Objekt des Abendhimmels und lässt sich am besten gleich nach
Ende der Dämmerung beobachten. Er steht
Uwe Pilz
dann mehr als 60 Grad hoch.
C/2013 R1 (Lovejoy)
25. 2. , 32
18h29m
+1°279
1,5868
1,4086
11,5
61,°2
38,°0
2. 3. 18 31,33
+0 17
1,5902
1,4754
11,7
65,0
37,5
7. 3. 18 32,54
-0 51
1,5885
1,5427
11,9
69,0
36,9
12. 3. 18 33,30
-1 59
1,5822
1,6100
12,1
73,4
36,3
17. 3. 18 33,19
-3 08
1,5722
1,6774
12,2
78,0
35,5
22. 3. 18 32,16
-4 17
1,5592
1,7448
12,4
83,0
34,5
27. 3. 18 30,19
-5 28
1,5439
1,8119
12,5
88,2
33,4
1. 4. 18 27,23
-6 40
1,5274
1,8788
12,7
93,7
32,1
6. 4. 18 23,24
-7 55
1,5106
1,9455
12,8
99,6
30,5
C/2013 V3 (Nevski)
25. 2. , 12
11h04m
+54°479
1,2647
2,0782
13,7
134,°0
20,°0
2. 3. 10 59,20
+55 03
1,3261
2,1236
13,9
132,3
20,2
7. 3. 10 54,47
+55 05
1,3913
2,1693
14,1
130,3
20,4
12. 3. 10 50,48
+54 54
1,4600
2,2154
14,3
128,1
20,7
17. 3. 10 47,31
+54 32
1,5321
2,2617
14,5
125,7
20,9
22. 3. 10 45,01
+54 00
1,6073
2,3082
14,7
123,2
21,2
27. 3. 10 43,20
+53 20
1,6856
2,3550
14,9
120,5
21,4
1. 4. 10 42,27
+52 34
1,7667
2,4018
15,1
117,9
21,6
6. 4. 10 42,21
+51 43
1,8504
2,4488
15,3
115,1
21,7
25. 2. , 58
6h19 m
+25°549
1,5077
2,1612
12,7
118,°4
23,°8
2. 3. 6 23,50
+24 53
1,5530
2,1585
12,8
114,3
24,7
7. 3. 6 28,23
+23 55
1,6009
2,1569
12,9
110,3
25,6
12. 3. 6 33,34
+22 59
1,6511
2,1563
12,9
106,6
26,2
17. 3. 6 39,18
+22 05
1,7031
2,1567
13,0
103,0
26,7
22. 3. 6 45,32
+21 12
1,7568
2,1581
13,1
99,5
27,1
27. 3. 6 52,13
+20 21
1,8119
2,1606
13,1
96,2
27,3
1. 4. 6 59,18
+19 30
1,8684
2,1641
13,2
93,0
27,5
6. 4. 7 06,44
+18 41
1,9258
2,1686
13,3
89,9
27,5
Michael Jäger
290P/Jäger
Der Komet 290P/Jäger wurde hier von
seinem Entdecker aufgenommen, dem österreichischen Kometenfotografen Michael
Jäger.
www.sterne-und-weltraum.de
März 2014
65
Aktuelles am Himmel: Objekte Des Monats
Die Galaxie Messier 82 im Sternbild Großer Bär fällt durch rötliche Wolken
ionisierten Wasserstoffs auf, der aus
dem Zentralbereich entweicht. Im Januar
2014 leuchtete die Supernova SN 2014J in M 82 auf (Inset). Seiichiro Kiyota in
Japan fotografierte sie am 22. Januar bei
Großes Bild: Michael Schröder, kleines Bild: Seiichiro Kiyota
einer Helligkeit von 11,7 mag.
5,4 Bogenminuten
19 000 Lichtjahre
Messier 82 – eine außergewöhnliche Galaxie
im Großen Bären mit heller Supernova
Im Nordwesten des Großen Bären, oberhalb
Gesichtsfeld bei einer Vergrößerung um 40-
Heftige Sternentstehung
der markanten Sternenfigur des Großen
fach in Ihrem Tele­skop beobachten können.
Das ungewöhnliche Aussehen von M 82
Wagens befinden sich die Galaxien Mes-
M 81 erscheint in klaren Nächten als ein
verleitete frühere Galaxienforscher zu
sier 81 und 82, die eine der bekanntesten
milchiges Oval von bis zu 10  8 Bogenmi-
Spekulationen über einen Explosions-
Paarungen am Himmel bilden. Im Januar
nuten Ausdehnung, M 82 zeigt sich dage-
vorgang. Heute gilt sie als Prototyp einer
2014 machte M 82 auf sich aufmerksam, als
gen langgestreckt mit 3  8 Bogenminuten,
»Starburst-Galaxie«. Eine nahe Begeg-
in ihr die Supernova SN 2014J aufleuchtete,
was ihr auch die Bezeichnung »Zigarren-­
nung mit der deutlich massereicheren
eine der uns nächsten Sternexplosionen
Galaxie« eintrug. M 81 leuchtet 6,8 mag
Welteninsel M 81 sorgte für eine starke
des Typs Ia seit rund 130 Jahren (siehe S. 67).
hell, M 82 rund 8,4 mag. Trotzdem kann es
Welle an gleichzeitiger Sternentstehung
Um das Galaxienpaar aufzusuchen,
bei dunstigem oder aufgehelltem Himmel
in M 82, da durch die Gezeitenwechsel-
sollten Sie sich zunächst grob an der hin-
vorkommen, dass M 82 deutlicher hervor-
wirkungen viele Gaswolken zum Kollaps
teren Kante des Wagenkastens orientieren,
tritt als ihre hellere Schwester.
angeregt wurden. Die massenhaft neu
die von den Sternen Beta und Alpha Ursae
Um M 82 optimal zu beobachten, sollten
entstandenen Sterne sorgten mit ihren
Majoris (b und a UMa) gebildet wird. Vom
Sie eine Vergrößerung um 100-fach wäh-
starken Sternwinden und ihren wuchtigen
nördlich gelegenen Stern a UMa schwenken
len. Dann enthüllt diese Welteninsel ihre
Supernovae zu dem heute explosionsarti-
Sie im Winkel von 120 Grad westnordwest-
kontrastreichen Strukturen, unter ande-
gen Aussehen von M 82, insbesondere im
lich auf den 4,2 mag hellen Stern 24 UMa zu
rem werden ihre chaotisch angeordneten
Licht der roten Wasserstofflinie H-alpha
(siehe Karte rechts oben). Etwa zwei Grad
Dunkelwolken vor dem hellen Balkenkör-
(siehe Bild oben). Allerdings ist bis heute
südöstlich von diesem Stern stoßen Sie
per sichtbar (siehe Bilder oben). Auch und
nicht eindeutig geklärt, ob M 81 wirklich
dann auf Messier 81 und 82, beide sind rund
gerade bei einem etwas aufgehellten Him-
der Täter war, da ihre Struktur sehr eben-
zwölf Millionen Lichtjahre von uns entfernt.
Die Welteninseln trennen nur rund 2/3 Grad
mel können Sie bei M 82 eine Vergrößerung
mäßig erscheint. Es zeigen sich in ihr kei-
verwenden, die sogar der vollen Millimeter-
ne Hinweise auf eine Deformation durch
voneinander, so dass Sie beide im gleichen
zahl Ihrer Teleskopöffnung entspricht.
ausgeprägte Gezeiteneffekte.
66
Februar 2014
Sterne und Weltraum
24
M 82
M 81
k
α
Drache
λ
o
Ernst E. von Voigt / SuW-Grafik
α
z
ε
υ
Großer Bär
δ
b
f
η
u
γ
Die Supernova 2014J
wenig Beachtung. Spezialisten allerdings
Das Galaxienpaar M 81/M 82 befindet
In M 82 leuchtete am 15. Januar 2014 eine
widmen sich dem Thema unermüdlich.
sich im westlichen Großen Bären, in einer
Supernova auf, deren Ort auf dem Bild
Eine Aufnahme des japanischen Veränder-
Region nahe des Kopfes der Sternfigur. Eine
links im Inset mit einem Pfeil markiert ist.
lichenbeobachters Seiichiro Kiyo­ta zeigt
Aufsuchhilfe bietet der 4,2 mag helle Stern
Am 22. Januar strahlte die Sternexplosion
die Supernova in M 82 deutlich als Licht-
24 UMa.
mit einer Helligkeit von rund 11,7 mag.
punkt nahe dem Zentrum der Galaxie, der
Zwar wird nahezu täglich gemeldet, dass in
seine Helligkeit innerhalb einer Woche
einer fernen Galaxie ein gealterter masse-
deutlich steigerte (siehe Bilder links).
reicher Stern seinen Entwicklungsweg als
Inzwischen steht fest, dass die Super-
Supernova beendet, aber diese Ereignisse
nova zur hellsten Kategorie explodieren-
finden wegen ihrer geringeren Helligkeit
der Sterne gehört, der Klasse Ia. Diese Ei-
bei den meisten Amateuras­tronomen
genschaft und die nach astronomischen
GROSS, PR AK TISCH, WET TERFEST:
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Februar 2014
67
10,5
In den ersten elf Tagen nach dem Ausbruch
stieg die Helligkeit der Supernova SN 2014J noch permanent an.
11,0
Explosion. Dabei wird er völlig zerstört,
zurück bleibt nur eine heiße Gaswolke.
V-Helligkeit in mag
Eine weitere Möglichkeit, eine Supernova
11,5
des Typs Ia zu erzeugen, ist die Kollision
zweier Weißer Zwerge, wobei die kritische
Masse ebenfalls überschritten wird.
Einen Rekord kann SN 2014J bereits
jetzt für sich verbuchen: Sie ist eine der
12,0
uns räumlich nächsten Sternexplo­sionen
AAVSO-Daten / SuW-Grafik
vom Typ Ia seit 1885. Damals leuchte12,5
13,0
18.1.
20.1.
22.1.
24.1.
26.1.
28.1.
Datum 2014
te in der Andromeda­galaxie Messier 31
eine Supernova auf, die eine scheinbare
Helligkeit von rund 6 mag erreichte. In
Messier 82 wurden bereits mehrere Supernovae beobachtet, unter anderem die
Stern­explosionen 2004 am und 2008 iz.
Die Supernova in Messier 82 leuchtete bereits am 15. Januar auf, allerdings wurde sie von den automatischen
Maßstäben geringe Distanz der Galaxie
tung des Drehimpulses eine Scheibe aus
Suchprogrammen ignoriert, da sie zu
von »nur« zwölf Millionen Lichtjahren,
heißem Gas aus. Die Materie strömt aus
hell war. Somit wurde sie als vermeint-
machten die Supernova auch für »Spa-
dieser schließlich auf die Oberfläche der
liches Vorder­grundobjekt in unserem
zierengucker« mit kleinen Teleskopen zu
kompakten Sternleiche und sammelt sich
Milchstra­ßen­system ausgesondert. Er-
einem interessanten Ziel.
dort an. Überschreitet nun die Masse des
kannt wurde die Supernova schließlich
Supernova-Explosionen vom Typ Ia
Weißen Zwergs einen kritischen Wert von
am 21. Januar 2014 von einer Gruppe von
ereignen sich in engen Doppelsternsys-
rund 1,4 Sonnenmassen, dann kann die
Astronomie-Studenten und ihrem Do-
temen, in denen ein Weißer Zwerg einen
entartete Materie den Druck- und Tempe-
zenten vom University College London
Hauptreihenstern oder einen Roten Rie-
raturbedingungen im Inneren nicht mehr
bei einer Beobachtung unter dem aufge-
sen umrundet. Von diesen strömt Mate-
standhalten. Schlagartig setzen heftige
rie in Richtung des Weißen Zwergs und
Fusionsreaktionen ein, und der gesamte
hellten Himmel der Metropole.
Tilmann Althaus,
bildet dort zunächst wegen der Erhal-
Weiße Zwerg verpufft in einer gewaltigen
Klaus-peter Schröder
Geheimtipp für Südreisende: Der Sternhaufen IC 2488
Diesmal möchte ich mit dem offenen
-50°
Segel
des Schiffes
Sternhaufen IC 2488 ein Objekt des Südhimmels vorstellen, das wohl nur wenigen Lesern bekannt sein dürfte. Bei der
, 5 und –56°599 ist IC 2488
Posi­tion 09h25m
das
südlichste
Deep-Sky-Objekt
f
k
des
Sternbilds Segel, lateinisch: Vela. Es ist
-55°
N
damit selbst von meinem Standort auf La
d
IC 2488
Palma nicht mehr gut zu beobachten. Die
Schiffskiel
südlichsten Mitglieder dieses lockeren
i
Sternhaufens gehören bereits zum Sternbild Carina, die Sternbildgrenze verläuft
also durch IC 2488. Genau wie beim
e
-60°
Im südlichen Sternbild Segel befindet sich
der rund 4000 Lichtjahre entfernte offene
2
10h30m
10h
9h30m
9h
3
4
8h30m
5
6
7
8h
Sternhaufen IC 2488.
68
Februar 2014
Sterne und Weltraum
Ernst E. von Voigt
PP
Nordhimmelobjekt IC 4665 stellt sich
eine Fläche von 20 Bogenminuten verteilt.
die Frage, warum der schon vom fran-
Allerdings ist das Umfeld sehr sternreich,
zösischen Astronomen Nicolas Louis de
und nur im Osten und im Süden ist der
Lacaille in den Jahren 1751/52 entdeckte
Haufen durch sternärmere Gebiete gut ab-
und später auch von James Dunlop (1827)
gegrenzt. Mit Ausnahme zweier von Nord
aufgeführte Sternhaufen nicht in den
nach Süd ausgerichteter und durch ein
New General Catalogue (NGC) aufgenom-
dunkles Band getrennter Sternketten im
men wurde. Höchstwahrscheinlich liegt
östlichen Teil des Haufens, welche die hells-
das daran, dass der britische Astronom
ten Mitglieder beinhalten, weist IC 2488 kei-
John Herschel dieses Objekt nicht in seinem General Catalogue von 1864, dem
ne nennenswerten Merkmale auf.
IC 2488 ist rund 4000 Lichtjahre von uns
direkten Vorläufer des NGC, aufgeführt
entfernt, hat einen wahren Durchmesser
hat. IC 2488 war vermutlich zu zerstreut
von 40 Lichtjahren und enthält insgesamt
für das nur ein viertel Grad große Ge-
rund 400 Sonnenmassen. Der Sternhaufen
sichtsfeld von Herschels bescheidenem
ist in unserem Spiralarm angesiedelt und
18,7-Zoll-Spiegelteleskop.
So bemerkte auch Dunlop mit seinem
befindet sich etwa 300 Lichtjahre unter-
Neun-Zoll Reflektor nur den dichtesten
veröffentlichte ein Forscherteam um Juan
Haufenbereich: »Ein schwacher Haufen
J. Clariá von der argentinischen Universi-
aus kleinen Sternen unterschiedlicher
dad Nacional de Cordoba ihre Studie von
halb der galaktischen Ebene. Im Jahr 2003
Helligkeit, mit zwei bis drei recht hellen
119 Sternen im Bereich von IC 2488; etwa
Sternen darin … der Haufen hat einen
die Hälfte wurden als echte Mitglieder
Durchmesser von etwa fünf Bogenminu-
identifiziert. Das Haufenalter wird von
ten, ist unregelmäßig geformt und enthält
den Astronomen mit 180 Millionen Jahren
keinen Nebel.« IC 2488 liegt nur ein halbes
Grad westlich des 3,1 mag hellen Sterns
beziffert.
Der mit 8,9 mag hellste Haufenstern
N Velorum und zeigt sich von Namibia
HD 302223 ist besonders interessant, da
aus im 9 3 63-Fernglas als ein kompakter
es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um
Sternknoten, der aus den hellsten Haufen-
einen »Blue Straggler« handelt: Offensicht-
mitgliedern mit 9 bis 10 mag Helligkeit
lich kann HD 302223 (Spektraltyp B8) als
besteht und von einem leicht granulierten
leuchtkräftigstes und damit massereichs-
Leuchten umgeben ist.
Im 130-Millimeter-Refraktor erkenne
tes Mitglied nicht weniger weit entwickelt
ich den 7 mag hellen IC 2488 bei 20-facher
Straggler entstehen, wenn zwei masseär-
Vergrößerung und einem Gesichtsfeld von
mere Sterne miteinander verschmelzen,
drei Grad als einen sehr auffälligen Stern-
was den scheinbaren Widerspruch aus frü-
haufen aus etwa 50 Sternen mit 12 mag
hem Entwicklungszustand und so großer
Michael Fritz
Masse erklärt.
des offenen Sternhaufen IC 2488 im
südlichen Sternbild
Segel gelang dem
Autor in Namibia
an seinem 13-Zentimeter-Refraktor.
Michael Fritz
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H-alpha und SII und
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sein als drei frühe K-Riesen in IC 2488. Blue
Diese Zeichnung
15 Bogenminuten
Norden ist oben,
17,5 Lichtjahre
das Gesichtsfeld
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