Aktuelles Theaterjournal

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THEATER journal
THEATER OSNABRÜCK
6. Ausgabe | Spielzeit 2016/2017 | 4. April 2017 bis 9. Mai 2017 | Verlagsbeilage
LEITARTIKEL
HANS GÁL
TANZ
Eva Fox-Gál
über das bewegte
Leben ihres Vaters
Wiederentdeckung
eines beinahe
vergessenen Komponisten
BIOGRAFIA DEL CORPO II
von Rafaële Giovanola
und Mauro de Candia
Seite 2
BERNARDA ALBAS HAUS
Seite 3
Seite 4
Seite 2 | Dienstag, 4. April 2017
HANS GÁL – UMBRUCH UND KONTINUITÄT
Eva Fox-Gál über das bewegte Leben ihres Vaters
Wie Paul Hindemith, Walter
Braunfels und Manfred Gurlitt
wurde auch der Komponist Hans
Gál von den Nationalsozialisten
als „entartet“ deklassiert und seine
Werke mit einem Aufführungsverbot belegt. Das Theater Osnabrück entdeckt nun Gáls Bühnenwerk DAS LIED DER NACHT (1926)
neu. Eva Fox-Gál, die Tochter des
Komponisten, schreibt über ein
bewegtes langes Musikerleben:
1890 im Wien der Jahrhundertwende geboren, 1987 in Edinburgh, Schottland, gestorben, erlebte Hans Gál aus erster Hand die
ungeheuren Umwälzungen des
20. Jahrhunderts.
Gáls Leben wurde durch tiefe Einschnitte und Brüche geprägt. Mit
dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs war nicht bloß seine eigene
Musikerlaufbahn auf Jahre durch
Kriegsdienst unterbrochen, sondern auch das „alte Österreich“, in
dem er aufgewachsen war, unwiederbringlich zu Ende.
Äußerst hart dann die Jahre des
Wiederaufbaus seiner Musikerexistenz in Wien, nachdem er Ende
1918 heil aus dem Krieg zurückkehrte. Eine galoppierende Inflation reduzierte im Jahre 1922 den
Geldwert auf etwa ein Vierzehntausendstel des Vorkriegswertes.
Dennoch hielt sich Gál in den frühen 20er-Jahren als freischaffender
Komponist durch vielseitige Nebenarbeit einigermaßen über Wasser – durch Klavierunterricht, pianistische Tätigkeit, HerausgeberArbeit (circa 100 Miniatur-Partituren in der Philharmonia Reihe
der Universal Edition) sowie ein
Lektorat für Musiktheorie an der
Universität. Und dank einer Stelle
an der Neuen Wiener Bühne, wo
er für Bühnenmusik zuständig
war, darunter für ein Drama von
Karl Michael Freiherr von Levetzow, dem Textdichter aller seiner
künftigen Opern.
Gleichzeitig bedeuteten diese
Nachkriegsjahre für Gál als Komponist einen rapiden Aufstieg, vor
allem in Deutschland. Der entscheidende Durchbruch kam 1923
mit der erfolgreichen Düsseldorfer
Uraufführung der Oper DIE HEILIGE ENTE. Sie wurde von weiteren
sechs Theatern sofort aufgenommen und stand bis 1933 auf den
Spielplänen. Seine Opern, Orchesterwerke, Kammermusik, Chor-
Eva und Hans Gál beim gemeinsamen Klavierspiel, 1966.
und Klavierwerke wurden überall
aufgeführt; der Verleger Simrock
bot ihm von 1924 bis 1929 einen
Exklusivvertrag.
1929 wurde er zum Direktor der
Städtischen Musikhochschule in
Mainz berufen. Aber die Machtergreifung Hitlers 1933 bedeutete für
Gáls Laufbahn in Deutschland
aufgrund seiner jüdischen Herkunft ein jähes Ende. Mit einem
Schlag verlor er seine Stelle. Aufführungs- und Veröffentlichungsverbot folgten, er verlor jegliche
Existenzmöglichkeit in Deutschland.
Nach Wien zurückgekehrt, musste
er zwischen 1933 und 1938 auf
Privatunterricht und Gelegenheitsarbeit zurückgreifen. Faschistische
Tendenzen bereiteten schon den
Weg zum „Anschluss“ Österreichs
an das Dritte Reich. Als dies im
März 1938 eintrat, entschloss sich
Gál, sofort nach England zu fliehen.
Großbritannien bedeutete einen
völligen Neuanfang, denn er war
dort noch nicht bekannt. In London lebten die Gáls abwechselnd in
schäbigen Mietsquartieren und bei
gutherzigen Gastgebern. Ein Treffen mit Sir Donald Francis Tovey,
Professor für Musik an der Universität Edinburgh, verschaffte Hans
Gál für sechs Monate eine will-
kommene Arbeitsmöglichkeit in
Edinburgh. Im Herbst 1939 brach
der Krieg aus, und die Familie zog
nach Edinburgh. Gál fühlte sich in
dieser kultivierten Umgebung
durchaus wohl, komponierte, gab
Konzerte, bildete ein Madrigalensemble und ein Flüchtlingsorchester.
Pfingsten 1940 kam der nächste
Schlag: Gál wurde als „feindlicher
Ausländer“ verhaftet und in britischen Lagern in Huyton bei Liverpool und dann auf der Isle of Man
interniert. Es dauerte viereinhalb
Monate, bevor er wegen eines
schweren Hautleidens frühzeitig
entlassen wurde.
Nach Kriegsende 1945 bekam Gál
Eva Fox-Gál
endlich eine Dozentenstelle an der
Universität Edinburgh. Dennoch
waren die Kriegsjahre für Gál –
den äußeren Umständen zum
Trotz – eine durchaus produktive
Zeit, bedeutende Kompositionen
stammen aus diesen Jahren.
Schwierig war für ihn sicherlich die
neue Musikkultur der Nachkriegszeit unter völlig neuen Maßstäben,
die dazu führten, dass Gál zunehmend – vor allem ab den 60er-Jahren – zu einer Randfigur wurde
und sein Werk in Vergessenheit geriet.
Das Wunder ist, dass bei allen Diskontinuitäten seines Lebens sein
inneres Wesen und vor allem seine
Schaffenskraft heil blieben. Sieben
Jahrzehnte umfasst die Spanne seiner veröffentlichten Kompositionen. Die erste Oper stammt aus
den Felddienstjahren (im Winter
1917/18); im britischen Internierungslager schuf er die HUYTON
SUITE und die Musik zu einer Lager-Revue; seine VIERUNDZWANZIG
PRÄLUDIEN FÜR KLAVIER entstanden durch einen Spitalaufenthalt.
Was er 1957 über seinen Lehrer
Eusebius Mandyczewski (zum 100.
Geburtstag) schreibt, könnte man
gänzlich auf ihn selbst übertragen:
„[…] das Eigentliche, Wesentliche,
das er dem Schüler gab, war er
selbst: seine Gesinnung, seine un-
beirrbare Wahrhaftigkeit, seine
künstlerische und menschliche Integrität, […] die Autorität eines
unbedingten Glaubens an die wirkende Kraft dessen, was der Geist
der Großen, Unsterblichen im Lauf
der Jahrhunderte geschaffen hat.“
Das praktische Musikmachen, ob
durch Chor, Orchester, Kammermusik oder vierhändiges Klavierspielen, förderte er in allen Lebensstationen. Bis zum Ende seines Lebens spielte er fast täglich Klavier,
meistens Bach. Noch sechs Tage vor
seinem Tod spielten mein Sohn
und ich mit ihm Trio.
Eva Fox-Gál
Eva Fox-Gál wurde 1944 als drittes Kind von Hans und Hanna
Gál in Edinburgh geboren. Sie
wuchs zweisprachig auf. An der
Universität Edinburgh studierte
sie Fremdsprachen mit Schwerpunkt Germanistik und graduierte 1966 mit einem M.A. Honours
Degree, First Class. 1971 bis 2001
unterrichtete sie als Dozentin für
Literatur an der Universität York.
Seit längerer Zeit ist sie hauptberuflich als Homöopathin und nebenberuflich als Musikerin (Klavier und Geige) tätig. Der 2005
gegründeten
Hans-Gál-Gesellschaft sitzt sie als Ehrenpräsidentin vor.
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DAS LIED DER NACHT
Das Theater Osnabrück entdeckt Hans Gáls und Karl Michael von
Levetzows vergessenes Bühnenwerk wieder
Es ist kein historisch-authentisches, sondern ein symbol-, fast
märchenhaftes
sizilianisches
Königreich, in das der Komponist Hans Gál und der Dichter
Karl Michael von Levetzow im
LIED DER NACHT entführen. Ein
Reich in einer Umbruchphase,
der König tot. Aufstand und
Bürgerkrieg sieht der Kanzler
aufziehen, wenn Lianora sich
nicht endlich für einen der Werber, der die königliche Nachfolge antritt, am besten für ihren
Vetter Tancred, entscheidet. Lianora aber will keine Verantwortung und am allerwenigsten einen Gemahl. Sie bittet bei ihrer
Tante, der „steinernen“ Fürstin-Äbtissin, um Aufnahme ins
Kloster. Die verweigert den Eintritt, bis Lianora einmal „in ihre
Nacht“ hineingehört und sich
zur Liebe bekannt hat. Die
strengen Worte der Äbtissin finden ihren Weg durch den Trotz
Lianoras hindurch bis in ihre
tiefverborgenen Seelengründe.
Die innere und die äußere
Nacht verbinden sich, denn
schon länger lauscht Lianora im
Dunkeln der Stimme eines
Mannes, dessen sehnsuchtsvoller Gesang umso faszinierender
erscheint, da niemand etwas
über die Herkunft, noch über
die Identität des schwarzgewandeten und maskierten Sängers
weiß. Dieses Lied schlingt mehr
und mehr ein Liebesband um
Lianora und den geheimnisvollen Fremden und drängt Lianora, sich zu bekennen …
Hans Gáls (1890-1987) dritte
Bühnenkomposition DAS LIED
DER NACHT entstand 1924/25
und konnte am 24. April 1926
Uraufführung DAS LIED DER NACHT, Breslau 1926.
am Stadttheater Breslau eine gefeierte Uraufführung erleben.
Bis 1930 folgten Inszenierungen
in Düsseldorf, Königsberg und
Graz. Doch die politischen, antisemitischen
Entwicklungen
zunächst in Deutschland, dann
auch in Gáls Heimat Österreich
sollten weitere Aufführungen
verhindern (s. S. 2, Leitartikel
von Eva Fox-Gál). Wie so viele
andere Arbeiten Hans Gáls geriet DAS LIED DER NACHT in
Vergessenheit, und auch eine
Einspielung liegt bis heute nicht
vor.
Die vormalige Begeisterung für
dieses Werk schien auszudrücken, wie genau Hans Gál und
Karl Michael von Levetzow den
Nerv der Zeit erfassten, ihn sorg-
DAS LIED DER NACHT
Von Hans Gál
Dramatische Ballade in drei Bildern von Karl Michael von Levetzow
PREMIERE:
SAMSTAG, 29. APRIL 2017,
19.30 UHR,
THEATER AM DOMHOF
Musikalische Leitung:
Andreas Hotz
Inszenierung:
Mascha Pörzgen
Bühne/Kostüme:
Frank Fellmann
Choreinstudierung:
Markus Lafleur
Dramaturgie:
Ulrike Schumann
Mit:
Gritt Gnauck, Lina Liu, Elzbieta Schiffer,
Susann Vent-Wunderlich; Ferdinand von
Bothmer, José Gallisa, Rhys Jenkins
Chor und Extrachor des Theaters
Osnabrück
Osnabrücker Symphonieorchester
sam durch eine musikalisch
schichtenreiche und bildhaft-poetische Sprache zu spiegeln
wussten. „Gáls Musik ist in bestem Sinne modern, fein und lebendig schon deshalb, weil sie
inmitten freiesten und schillernden Modulierens den tonartliebenden Boden nicht unter den
Füßen verliert. Seine Lyrik, das
Kraftzeichen des urtümlichen
Musikers, ruht auf abseitiger, nur
ihm eigentümlicher Melodik
und Harmonie“ (Schlesische
Volkszeitung, 1926).
Die Untersuchung der menschlichen Psyche mag in der Alltagspraxis der 1920er Jahre
noch wenig anerkannt gewesen
sein, in allen künstlerischen
Gattungen spielte sie seit der
Jahrhundertwende eine große
Rolle. Und so öffnete Levetzow
in seiner „dramatischen Ballade“ (so der Untertitel) seelische
Räume, die Gáls Musik bis in
die dunkelsten Ecken zu erforschen wusste. Eine alte Welt war
zerbrochen,
jahrhundertalte
Gewissheiten
zerstört,
ein
Großteil
der
Bevölkerung
kriegstraumatisiert und unter
den Folgen der Weltwirtschaftskrise leidend. Frauen erkämpften ihr Wahlrecht und rüttelten
mit neuem Selbstbewusstsein
an den Grundfesten des Patriarchats, die Arbeiterklasse verbündete sich international. Die
Moderne bahnte sich rasant ihren Weg, wer das Tempo nicht
mithalten konnte, blieb auf der
Strecke. Im LIED DER NACHT
finden sich die Spuren dieser
Weltbewegung wieder – eine
orientierungslose Gesellschaft,
die nach dem starken Herrscher
ruft, die Angst vor dem Leben
als ein existenzielles Grundgefühl, das keine öffentliche Akzeptanz erfährt, die Angst vor
(der Gewalt) der Sexualität, vor
allem aber die Verweigerung der
weiblichen Grundbestimmung:
Kinder gebären und somit den
Kreislauf des Lebens am Leben
erhalten.
Auch die Biografie und Familiengeschichte Karl Michael von
Levetzows drängt sich bei der
Beschäftigung mit dem LIED DER
NACHT in den Blick. Levetzow,
einer alteingesessenen mecklenburgischen Adelsfamilie entstammend, war ein anerkannter
Autor von Poetik und Dramatik,
arbeitete neben Hans Gál mit
den
Komponisten
Arnold
Schönberg, Eugen d’Albert und
Ottmar Gerster zusammen sowie mit Ernst von Wolzogen und
dessen Kabarett ÜBERBRETTL.
Nach Jahrzehnten eines antibourgeoisen Lebens im Ausland
an der Seite seines Lebensgefährten ließ er sich auf dem südmährischen Familiengut nieder. 1945
arrestierte ihn die Rote Armee.
Er starb im Gefängnis, mutmaßlich nach Misshandlung durch
einen Wärter.
Levetzows Verweigerung einer
standesgemäßen Ehe und Vaterschaft, seine gelebte Homosexualität erinnern an Lianoras Eheverweigerung. In der steinernen
Äbtissin scheinen sich gleich
mehrere Schicksale Levetzowscher Frauen wiederzufinden.
Darunter eine Nonne, die sich
lebendig einmauern ließ. Und
schließlich die Großtante Ulrike
von Levetzow, die als 19-Jährige
den Heiratsantrag des 74-jährigen Johann Wolfgang von Goethe abwies, unverheiratet blieb
und noch viele Jahre später erklärte, dass sie noch keine Lust
zu heiraten gehabt hätte. Über
ihr Verhältnis zu Goethe äußerte sie sich am Ende ihres langen
Lebens so abweisend wie salomonisch: „Keine Liebschaft war
es nicht.“
(US)
RAHMENPROGRAMM:
Dienstag, 18.4.2017, 19 Uhr, Theater am Domhof/Oberes Foyer
Ausstellungseröffnung: „ZUFALL
ENTSCHEIDET SO VIEL IM LEBEN …“ –
ÜBER LEBEN UND WERK HANS GÁLS
Dienstag, 18.4.2017, 20 Uhr, Theater am Domhof/Oberes Foyer
Podiumsgespräch: URAUFFÜH-
MUSIKTHEATER – 1920 Sonntag, 23.4.2017, 11.30 Uhr,
Theater am Domhof/Oberes Foyer
Mit Violeta Dinescu (Komponistin), Einführungsmatinee zur PremieProf. Dr. Dietrich Helms (Musikwis- re: DAS LIED DER NACHT
senschaftliches Institut der Universi- Samstag, 29.4.2017, 15 Uhr, Theatät Osnabrück);
ter am Domhof/Oberes Foyer
Moderation: Ulrike Schumann, Ale- Podiumsgespräch: HANS GÁL
xander Wunderlich
UND SEINE ZEIT Mit Eva Fox-Gál
RUNGEN IM
UND HEUTE
Seite 4 | Dienstag, 4. April 2017
BIOGRAFIA DEL CORPO II
Ein Abend von Rafaële Giovanola und Mauro de Candia
Das Faszinierende der Tanzkunst ist zugleich eine ihrer
Schwächen. Im Unterschied
zur musikalischen Komposition oder zum dramatischen
Theatertext existiert im Tanz
kein allgemein verständliches
Schrift- oder Notationssystem,
das Überlieferung und unabhängige Lektüre ermöglichen
würde. Bereits im Moment ihres Entstehens verflüchtigen
sich Tanz und Bewegung
schon wieder, hinterlassen
nichts als eine immaterielle
Spur im Gedächtnis des Betrachters. Mit welchem „Text“,
mit welchem „Material“ arbeiten also Choreografen und
Tänzer? Eine unvermeidliche
Frage, die sich überaus anschaulich bei einem Projekt
zum Tanzerbe, dem DANSE
MACABRE stellt – der letzten
Premiere der Dance Company
Theater Osnabrück.
Aber mehr noch als bei der Rekonstruktion eines einflussreichen Werks der Tanzgeschichte
spielen diese Faktoren bei der
Entstehung eines zeitgenössischen Werks eine schöpferische
Rolle. BIOGRAFIA DEL CORPO,
das nun in die Endphase des
über zwei Jahre angelegten Kooperationsprojekts der Dance
Company Theater Osnabrück
mit dem freien Ensemble
CocoonDance Bonn geht und
am 8. April Premiere feiert, beschäftigt sich in einer ungewöhnlichen Recherche genau
mit diesem Thema. Denn
nachdem im vergangenen Jahr
die beiden Choreografen und
Tänzer Rafaële Giovanola und
Mauro de Candia mit dem
Doppelabend BIOGRAFIA DEL
CORPO: FRAGMENTE und STUDIO IN DIVENIRE den wieder ins
Bewusstsein gerufenen Einfluss
Probe zu dem Rechercheprojekt BIOGRAFIA DEL CORPO II mit Mitgliedern der Company CocoonDance Bonn, der Dance Company Theater Osnabrück und Osnabrücker Geflüchteten.
ihrer beider Ballettpädagogin
Marika Besobrasova in jeweils
sehr persönlicher Weise zum
Thema machten, geht es nun
um die Biografien der Tänzerinnen und Tänzer beider Ensembles, wie auch um die geflüchteter, in Osnabrück lebender Menschen.
Jeder einzelne der in der Choreografie auf der Bühne versammelten individuellen Tänzerkörper verweist zugleich –
über seine Funktion als Bedeutungsträger im Interesse der
Inszenierung hinaus – als quasi
lebendiges Archiv sowohl auf
die allgemeine Körper-, Tanzund Kulturgeschichte, wie auch
auf eine individuelle biografische Körpergeschichte. Vor allem Letztere wird nun im laufenden Probenprozess herausgearbeitet und künstlerisch
fruchtbar gemacht.
Zeichnend und fotografierend
begleiten zwei Geflüchtete aus
dem Sudan den Rechercheprozess. Ihre dokumentierten Eindrücke werden in einer Ausstellung im emma-theater zu sehen
sein.
(RE)
BIOGRAFIA DEL CORPO II (UA)
Von Rafaële Giovanola und Mauro de Candia
PREMIERE:
SAMSTAG, 8. APRIL 2017,
19.30 UHR, EMMA-THEATER
Choreografie, Bühne,
Kostüme:
Rafaële Giovanola, Mauro de Candia
Dramaturgie:
Rainald Endrass, Patricia Stöckemann
Mit:
M. Hussein Al-Dabash, Talal Alnayer,
Fa-Hsuan Chen, Keith Chin, Cristina
Commisso, Martina De Dominicis,
Neven Del Canto, Faisal Ghassan,
Lennart Huysentruyt, Ayaka Kamei,
Péter Dániel Matkaicsek, Omar Meslem,
Katherina Nakui, Marine Sanchez Egasse,
Jayson Syrette, Rosa Wijsman
Gefördert im Fond Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes und durch
die Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte.
TANZPATEN: Eine besondere Osnabrücker Initiative
Seit 2015 gibt es die Tanzpaten –
dank der Initiative der Osnabrücker Juwelierin Hilde Middelberg.
Die Tanzpaten unterstützen die
jährliche TANZGALA finanziell mit
mehr als 10 000 Euro und ermöglichen es dadurch, dass mehr Einblicke in die zeitgenössische Tanzlandschaft gewährt und internationale Künstler von Rang und Na-
men nach Osnabrück eingeladen
werden können.
Hilde Middelberg denkt begeistert
an das Highlight der aktuellen
Tanzsaison, den vierteiligen Abend
DANSE MACABRE zurück, und fiebert bereits jetzt der Tanzgala im
Juni entgegen: „Tief beeindruckt
waren alle Besucherinnen und Besucher nach der Premiere DANSE
MACABRE am 11. Februar. Im Verbund von vier Osnabrücker Kulturträgern hat auch die Dance Company des Theaters Osnabrück eine
Höchstleistung erbracht. Die Wertschätzung, die Mauro de Candia
und Patricia Stöckemann entgegengebracht wird, ist umwerfend.
Bereits zum fünften Mal kommen
Tänzer aus der ganzen Welt nach
Osnabrück, um mit der Dance
Company eine Gala zu feiern. Sie
kommen aus Anerkennung,
Freundschaft und Liebe zum
Tanz. Diese jährliche TANZGALA
wurde und wird aus privaten Geldern finanziert.
Werden auch Sie Tanzpate für
drei Jahre mit einem Obolus
von jährlich 200 Euro! Dann
hat die TANZGALA in Osnabrück eine Zukunft!
Ich sage Danke im Voraus und
natürlich geht auch ein herzlicher Dank an alle Tanzpaten.
Wir freuen uns auf die nächste TANZGALA am 10. Juni
2017!“
Kontakt:
[email protected]
Dienstag, 4. April 2017 | Seite 5
WAS GLAUBT IHR DENN? WER WIR SIND?
WAS WIR GLAUBEN?
Die Jugendclubs des Theaters Osnabrück zeigen
Bickers Rechercheprojekt zu Religion und Glaube URBAN PRAYERS
In den vergangenen Jahren sind
unsere Städte zu Orten der religiösen Vielfalt geworden. Der
Text URBAN PRAYERS von Björn
Bicker ist das Ergebnis eines Rechercheprojekts, das dem Phänomen Glauben auf den Grund
geht. Seit Beginn der Spielzeit
arbeiten 41 junge Menschen aus
den Jugendclubs AMIGOS BANDIDOS und MANIA sowie aus
dem neu gegründeten STUDENTENCLUB vom Theater Osnabrück an Bickers Text. Das
Stück macht die verschiedenen
religiösen Stimmen einer Stadt
in ihrer Vielfalt – ihren Unterschieden, aber auch ihren Gemeinsamkeiten – hörbar. Er
wurde von den beteiligten jungen Osnabrückern mit zusätzlichem Recherchematerial unterfüttert.
Das dreigeteilte Stück wird bewusst an religiös signifikanten
Orten der Stadt gezeigt. Der erste
Teil ALLES WAS WIR GLAUBEN
MUSSTEN, in Szene gesetzt vom
Jugendclub MANIA, wird in der
Evangelisch-reformierten
Jugendkirche zu sehen sein, der
zweite Teil des Stücks, DOORWAYS vom STUDENTENCLUB in
der Yeni Camii Moschee (später
in der St.-Franziskus-Kirche).
Gefolgt vom letzten Teil NACH
BABEL – UND NOCH WEITER in der
Jüdischen Gemeinde Osnabrück,
aufgeführt vom Jugendclub AMIGOS BANDIDOS. Darstellerin Greta Kemper berichtet im Interview mit Theaterpädagoge Simon Niemann und Dramaturg
Sven Kleine von ihren Erfahrungen mit der Produktion.
Simon: Du spielst ja schon länger in den Jugendclubs mit. Was
ist für dich das Besondere an
diesem Projekt?
Greta: Das Besondere an dem
Projekt ist erst mal, dass wir
mit zwei anderen Jugend-
weichen die Haltungen zu
jetzt „zugeteilt“ ist. Arbeitet
Glaube und Religion voneinihr nur mit dem Text, der
ander ab?
vom Autor stammt, oder habt
Greta: Natürlich ist es so, dass wir
ihr auch eigene Recherche mit
verschiedene Auffassungen von
dem Fokus auf das Judentum
Glauben in der Gruppe haben,
betrieben?
zum Beispiel haben wir ein Mäd- Greta: Die Grundlage ist der
chen, das dem muslimischen Text von Björn Bicker. Aber
Glauben angehört. Manche glau- es hat sich ganz vieles im
ben eigentlich eher weniger oder Kontakt mit der Gemeinde
sogar so gut wie gar nicht an ir- ergeben. Wir waren einmal
gendwelche Religionen. Aber so- zu einem Gespräch in der Sybald es dann ins Spiel geht, ist es nagoge. Wir haben sehr viel
Der Jugendclub AMIGOS BANDIDOS mit Interviewpartnerin Greta eigentlich so, dass jeder sich da über das Judentum und die
Kemper (unten rechts).
gut einfinden kann.
Lebensart geredet und dabei
Sven: Wie ist es denn mit der viel über das Judentum erclubs kooperieren. Also, dass mer Leute sind, die unterschiedliReligion, der eure Gruppe fahren.
drei Jugendclubs zu dem glei- che Ansichten haben.
chen Thema, an dem gleichen
Sven: Wie nimmst du denn
URBAN PRAYERS
Stück arbeiten und letztlich
eure Gruppe wahr? Wie weit
Von Björn Bicker
bei allen was ganz anderes
OSNABRÜCK I: ALLES WAS WIR GLAUBEN MUSSTEN
rauskommt.
PREMIERE:
SONNTAG, 30. APRIL 2017,
Sven: Als du gehört hast, das
SEI DABEI UM DREI
19.30 UHR, EV.-REF. JUGENDStück handelt im weitesten
KIRCHE/KLÖNTRUPSTR. 6
Sinne von Religion und GlauWas glaubt ihr denn? Wer wir
Spielleitung:
Simon Niemann
sind? Was wir glauben? Alle
ben, dachtest du dann „Super,
Mit:
Jugendclub MANIA
drei Teile des Stücks URBAN
das ist ein Thema, mit dem
PRAYERS von Björn Bicker
möchte ich mich gerne näher
OSNABRÜCK II: DOORWAYS
werden am Sonntag, 21.5.,
PREMIERE:
SAMSTAG, 6. MAI 2017,
beschäftigen“, oder dachtest
und am Sonntag, 28.5., um je19.30 UHR, YENI CAMII
du „Oh, bisher hatte ich eher
weils 15 Uhr (Ende ca. 20.30
MOSCHEE/FRANKENSTR. 13
weniger damit zu tun“?
Uhr an der Jugendkirche),
Spielleitung:
Simon Klösener
Greta: Ich fand es auf jeden Fall
hintereinander in drei GlauMit:
STUDENTENCLUB
interessant. Nicht unbedingt, weil
benseinrichtungen (Jugendkirche, Jüdische Gemeinde,
ich jetzt selbst total gläubig bin,
OSNABRÜCK III: NACH BABEL – UND NOCH WEITER
Yeni Camii Moschee/St.-Fransondern weil ich das Konzept
PREMIERE:
DONNERSTAG, 11. MAI 2017,
ziskus-Kirche) von den Ama„Glauben“ an sich interessant
19.30 UHR, JÜDISCHE GEMEINteurtheatergruppen gezeigt.
finde – wie es in dem Text kritiDE OSNABRÜCK/IN DER BARZwischen den Spielorten gibt
LAGE 41–43
siert wird und gleichzeitig auch
es einen Bustransfer, ein koSpielleitung:
Dietz-Ulrich von Czettritz
die guten Seiten dargestellt werscherer Imbiss ist im Preis inMit:
Jugendclub AMIGOS BANDIDOS
den. Es ist auch ein gutes Thema
begriffen.
Mit freundlicher Unterstützung der Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung
für einen Jugendclub, weil da im-
PLÖTZLICH … AUF DER
ERDE (UA)
PREMIERE: SONNTAG,
30. APRIL
2017, 15 UHR,
EMMA-THEATER
Spielleitung: Marie-Louise Tralle
Mit:
THEATERMÄUSE
Mit freundlicher Unterstützung der
Friedel & Gisela BohnenkampStiftung
Literaturspot
Foyer der Städtischen Bühnen Osnabrück
Autorenlesung
Uwe Neumahr stellt sein Buch »Miguel de Cervantes
– Ein wildes Leben« passend zur Spielzeit vor:
6. Mai 2017, 20.00 Uhr. Eintritt 12,– €
PLÖTZLICH … AUF DER ERDE: Premiere der THEATERMÄUSE
Der Motor stottert, es knirscht und
knackt, und plötzlich landet ein
Raumschiff samt Alien auf der Erde. Um seinen Planeten zu retten,
muss es herausfinden, wie man
„vernünftig“ ist. Mit seinem Lexikon, Funkgerät und anderen nützlichen Gegenständen im Gepäck,
begibt sich das Alien auf eine Reise
in unsere Welt, um zu entdecken,
was es überhaupt bedeutet, vernünftig zu sein. Dabei lernt es die
beiden Kinder Coco und Sophia
kennen, die ihm dabei helfen.
Im Rahmen des STADTPROJEKTS
NATHAN beschäftigen sich die
THEATERMÄUSE in ihrer aktuellen
Produktion mit dem Thema Vernunft und die Kinder bringen in
selbst erfundenen Szenen, Liedern und Choreografien ihre eigene Vorstellung von und ihren
Umgang mit Vernunft auf die
Bühne.
Uwe Neumahr
Miguel de Cervantes
Ein wildes Leben. Biografie.
368 Seiten mit 30 Abbildungen. Gebunden. € 24,95.
Dom Buchhandlung · Domhof 2 · 49074 Osnabrück
Tel. 0541 357 38 20 · [email protected]
Mo.– Fr. 9.30 –18.30, Sa. 9.30 –14 Uhr
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19.30-21 Uhr | Stadion Bremer Brücke
AKTUELLES I
SCHULE:KULTUR
Das neue jahrgangsübergreifende Fach „Theater“ an der
Inte-grierten Gesamtschule
Melle inszeniert erstmalig das
Jugendstück HERR DER DIEBE
von Cornelia Funke. Mitarbeiter des Theaters Osnabrück beraten die Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte bei der gesamten Umsetzung. Initiiert wurde das
Projekt durch das niedersächsische
Programm
SCHULE:KULTUR. Die Premiere findet am Freitag, 5.5.2017, 19
Uhr, in der IGS Melle statt
(weitere
Vorstellungen:
6.5.2017, 19 Uhr; 9.5.2017
und 10.5.2017, jeweils 10 Uhr.
Karten
unter
Telefon
05422/951101).
VIS-À-VIS UND
OFFENE TANZTRAININGS
1982 wurde vom Internationalen Theaterinstitut der
UNESCO erstmals der Welttanztag ausgerufen, um den
Tanz als universelle Sprache
in der Welt zu würdigen. Er
findet weltweit jedes Jahr am
29. April statt, dem Geburtstag des französischen Tänzers
und
Choreografen
JeanGeorges
Noverre
(17271810), dem Gründer des modernen Balletts. Wer Noverre
war und welche Neuerungen
er in den Tanz eingeführt hat,
darum geht es in der AprilAusgabe des VIS-À-VIS – am
Freitag, 21.4.2017, 19.30 Uhr,
Tanzsaal (Treffpunkt um
19.15 Uhr an der Bühnenpforte).
Die nächsten Termine für die
OFFENEN
TANZTRAININGS
sind: 60+ am 11.4.2017 und
28.4.2017, 19-20 Uhr; 16+ am
22.4.2017 und 6.5.2017, 1011.30 Uhr. Anmeldung über
[email protected] oder Telefon
05 41/76 00-151 (Treffpunkt
jeweils 15 Minuten vor Beginn an der Bühnenpforte).
FINALE DER LESEREISE
Im Finale der LESEREISE zu
Heinrich Manns DIE JUGEND
UND DIE VOLLENDUNG DES KÖNIGS HENRI QUATRE muss der
„gute König“ noch einmal
seine Stärke beweisen. Nach
dem Verlust seiner großen
Liebe, Gabriele, soll mit Marie von Medici eine fremde
Braut zur Königin Frankreichs gekrönt werden und so
den Frieden sichern. Mit einem Völkerbund aus fünfzehn Kleinstaaten rückt Henri
auch seinem großen Plan zur
Vereinigung des zukünftigen
Europas näher. Allgemeiner
und innerer Frieden und die
Liebe des Volkes – sieht so am
Ende das Glück des Henri
Quatre aus? Die letzte Station
der LESEREISE findet am Donnerstag, 6.4.2017, 20 Uhr, im
Kapitelsaal der Johanniskirche statt. Es lesen Klaus Fischer und Stefan Haschke.
TANZ-WORKSHOP
Mit einem besonderen Rundgang und einem anschließenden Workshop sind Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren eingeladen, die Ausstellung des Felix-NussbaumHauses in Bewegung zu setzen. Zusammen mit einem
Theaterpädagogen und zwei
Mitgliedern der Dance Company Theater Osnabrück, machen sich die Teilnehmer auf
die Suche nach dem Tanz, der
in den Bildern steckt. Nach
dem Rundgang werden die
gefundenen Bewegungen gemeinsam und unter professioneller Anleitung zu einer
kleinen Choreografie zusammengefügt – am Mittwoch,
26.4.2017, 17-17.30 Uhr (Anmeldung unter [email protected]; Telefon
0541/323 2064).
FÜNF JAHRE KUKUK
Mittlerweile
sind
2857
„Kunst-und-Kultur-Unterstützungs-Karten“ im Umlauf, über 70 Kulturveranstalter öffnen ihre Türen für KUKUK-Inhaber. Gute Gründe
also, zu feiern – aber auch eine Gelegenheit, um auf die
soziale Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft hinzuweisen, die Initiativen wie KUKUK überhaupt nötig macht.
Am Dienstag, 2.5.2017, 19.30
Uhr, findet die Jubiläumsfeier
im Theater am Domhof, Oberes Foyer mit Musik, Theater,
Gaukelei und Märchen statt.
Mit dabei sind u. a.: Grüner
Bereich, Olaf to Ossenbrügge,
Christoph Sieber, Trio Rio,
Manfred Pomorin und Stadtspieler Osnabrück. Der Eintritt ist frei.
DER ROTE LÖWE
UNTERWERFUNG
Schauspiel von Patrick Marber, f. V., PK E2,
in Kooperation mit dem VfL Osnabrück,
Einlass am Kassenhäuschen Nord
19.30-22.30 Uhr | Theater am Domhof
Spielplan
April 2017 / Mai 2017
April
Di | 04.04.2017 | 19.30-21.30 Uhr |
emma-theater
DANTONS TOD
MANON LESCAUT
Oper v. Giacomo Puccini, Di 1, f. V., PK T4
19 Uhr Einführung, Oberes Foyer
Mi | 05.04.2017 | 9.30 Uhr | emma-theater
DER DICKE STERNSCHNUPPE (UA)
Stück von Julia Penner für alle ab 8 Jahren, f. V., PK E7
19.30-21.30 Uhr | emma-theater
DANTONS TOD
Schauspiel von Georg Büchner,
SSP Mi 2, f. V., PK E3
19.15 Uhr Einführung, emma-Foyer
19.30-21.15 Uhr | Theater am Domhof
NATHAN DER WEISE
Schauspiel von Gotthold Ephraim Lessing,
Mi 1/SSP Mi 1/VB grün + DGB, f. V., PK T8
19 Uhr Einführung, Oberes Foyer
Do | 06.04.2017 | 15.30 Uhr |
Theater am Domhof/Oberes Foyer
PURZELKONZERT: Von Feen und Zauberwesen
Für alle ab 0 Jahren, f. V., 5 Euro
19.30 Uhr | Felix-Nussbaum-Haus
DER TOD UND DAS MÄDCHEN
Konzert und Lesung, f. V., 16 Euro
DER ROTE LÖWE
Fr | 21.04.2017 | 19.30-21.05 Uhr |
emma-theater
FRAU MÜLLER MUSS WEG
Komödie von Lutz Hübner, TuM 1 + 2, f. V.,
PK E1
19.30 Uhr | Theater am Domhof/Tanzsaal
VIS-À-VIS
Treffpunkt Bühnenpforte 19.15 Uhr, Eintritt frei
THE ADDAMS FAMILY
Musical von Andrew Lippa, Do 2, f. V.,
PK T4
20 Uhr | St. Johanniskirche
LESEREISE: Die Vollendung des Königs
Henri Quatre
6. Station: Das Herz des Königs, f. V., 5 Euro
Fr | 07.04.2017 | 19.30-22.30 Uhr |
Theater am Domhof
Schauspiel von Georg Büchner, f. V., PK E3 THE ADDAMS FAMILY
Musical v. Andrew Lippa, Fr 2, f. V., PK T3
19.15 Uhr Einführung, emma-Foyer
19.30-22 Uhr | Theater am Domhof
Sa | 08.04.2017 | 18 Uhr |
19.30-21.30 Uhr | Theater am Domhof
DANSE MACABRE
Aula der Universität/Schloss
Choreografie
von Mary Wigman, Marco Goe3. SCHLOSSKONZERT – Haydn PLUS
cke
und
Mauro
de Candia, Mi 2, f. V., PK T7
Haydn aufgeklärt, Kooperation mit der Uni19
Uhr
Einführung,
Oberes Foyer
versität Osnabrück, f. V., 20 Euro
Fr | 14.04.2017 | 19.30-22 Uhr |
19.30 Uhr | emma-theater
Theater am Domhof
PREMIERE BIOGRAFIA DEL CORPO II (UA)
Tanzstück von Rafaële Giovanola und Mauro Zum letzten Mal MANON LESCAUT
Oper von Giacomo Puccini, Fr 1, f. V., PK T3
de Candia, f. V., PK E2
19 Uhr Einführung, Oberes Foyer
19.30 Uhr | Theater am Domhof
BERNARDA ALBAS HAUS
So | 16.04.2017 | 19.30-21.30 Uhr |
Schauspiel von Federico García Lorca,
Theater am Domhof
Wo 1/Wo 3, f. V., PK T9
DANSE MACABRE
19 Uhr Einführung, Oberes Foyer
Choreografie von Mary Wigman, Marco Goecke und Mauro de Candia, f. V., PK T5
So | 09.04.2017 | 11 Uhr |
19 Uhr Einführung, Oberes Foyer
Theater am Domhof/Oberes Foyer
PURZELKONZERT: Von Feen und Zauberwesen Mo | 17.04.2017 | 17-19.30 Uhr |
Für alle ab 0 Jahren, f. V., 5 Euro
Theater am Domhof
15-18 Uhr | Theater am Domhof
Zum letzten Mal DIE LUSTIGE WITWE
Operette von Franz Lehár, f. V., PK T2
Zum letzten Mal in dieser Spielzeit
DIE ZAUBERFLÖTE
19.30-21.05 Uhr | emma-theater
Oper von W. A. Mozart, SoNa 2, f. V., PK T2
FRAU MÜLLER MUSS WEG
Komödie von Lutz Hübner, f. V., PK E2
19.30-21 Uhr | emma-theater
UNTERWERFUNG
20 Uhr | Theater am Domhof/Oberes Foyer
Schauspiel nach Michel Houellebecq,
EXTRA: Uraufführungen im Musiktheater –
VB SPD, VB SSP, f. V., PK E2
1920 und heute
Eintritt
frei
Di | 11.04.2017 | 19-20 Uhr |
Theater am Domhof/Tanzsaal
OFFENES TANZTRAINING 60+
Treffpunkt 18.45 Uhr Bühnenpforte, Eintritt frei
19.30-21 Uhr | Stadion Bremer Brücke
DER ROTE LÖWE
Schauspiel von Patrick Marber, f. V., PK E2,
in Kooperation mit dem VfL Osnabrück,
Einlass am Kassenhäuschen Nord
19.30 Uhr | Theater am Domhof
BERNARDA ALBAS HAUS
Schauspiel von Federico García Lorca,
Di 2/ SSP Di 2, f. V., PK T9
19 Uhr Einführung, Oberes Foyer
Mi | 12.04.2017 | 19.30-21.05 Uhr |
emma-theater
FRAU MÜLLER MUSS WEG
Komödie von Lutz Hübner,
SSP Mi 3, f. V., PK E2
19.30-22.30 Uhr | Theater am Domhof
THE ADDAMS FAMILY
Musical von Andrew Lippa, Do 1 VB rot, f. V.,
PK T4
Sa | 22.04.2017 | 10-11.30 Uhr |
Theater am Domhof/Tanzsaal
OFFENES TANZTRAINING 16+
Treffpunkt 9.45 Uhr Bühnenpforte, Eintritt frei
19.30 Uhr | emma-theater
VLUN – VIEL LÄRM UM NICHTS
Gastspiel des Instituts für Musik der Hochschule Osnabrück nach der Komödie von William Shakespeare, 17 Euro/ erm. 8,50 Euro
19.30-22.30 Uhr | Theater am Domhof
THE ADDAMS FAMILY
Musical von Andrew Lippa, CDU-Spezial/
Schnupper 2, f. V., PK T3
So | 23.04.2017 | 11.30 Uhr |
Theater am Domhof
EINFÜHRUNGSMATINEE zu Das Lied der Nacht
Eintritt frei
19.30 Uhr | emma-theater
BIOGRAFIA DEL CORPO II (UA)
Tanzstück von Rafaële Giovanola und Mauro
de Candia, Tanz, f. V., PK E2
19.30 Uhr | Theater am Domhof
BERNARDA ALBAS HAUS
Schauspiel von Federico García Lorca, VB EAN
1/VB EAN 2/VB SPD/VB SSP, f. V., PK T8
19 Uhr Einführung, Oberes Foyer
Mo | 24.04.2017 | 19 Uhr | Theater am Domhof
ÖFFENTLICHE PROBE: Das Lied der Nacht
Oper von Hans Gál, Eintritt frei
18.45 Uhr Einführung, Oberes Foyer
Di | 25.04.2017 | 9.30 + 11.30 Uhr |
emma-theater
DIE UNBEKANNTE STADT (UA)
Mi | 19.04.2017 | 18 Uhr | Hasefriedhof
Schauspiel von Anis Hamdoun, ab 14 Jahren,
MEMENTO MORI
f. V., PK E7
Rundgang über den Hasefriedhof, Treffpunkt
1. Eingang Bramscher Straße/Nähe Friedhofs- 19.30-21.30 Uhr | Theater am Domhof
straße, Eintritt frei
DANSE MACABRE
Choreografie
von Mary Wigman, Marco Goecke
19.30 Uhr | emma-theater
PREMIERE DIE UNBEKANNTE STADT (UA) und Mauro de Candia, Di 2, VB or, f. V., PK T7
19 Uhr Einführung, Oberes Foyer
Schauspiel von Anis Hamdoun, ab 14 Jahren,
f. V., PK E6
Mi | 26.04.2017 | 9.30 + 11.30 Uhr |
emma-theater
Do | 20.04.2017 | 19.30 Uhr | emma-theater
DIE UNBEKANNTE STADT (UA)
BIOGRAFIA DEL CORPO II (UA)
Schauspiel
von Anis Hamdoun, ab 14 Jahren,
Tanzstück von Rafaële Giovanola und Mauro
f.
V.,
PK
E7
de Candia, VB Alt. 2, f. V., PK E3
16-17.30 Uhr | Felix-Nussbaum-Haus
19.30-21 Uhr | Stadion Bremer Brücke
BEWEGTES BILD
DER ROTE LÖWE
Schauspiel von Patrick Marber, f. V., PK E2 Tanzworkshop zur Ausstellung DANCE MACABin Kooperation mit dem VfL Osnabrück, RE für Jugendliche von 14-20 Jahre
Einlass am Kassenhäuschen Nord
Fortsetzung auf Seite 8
Di. 18. April 2017 · OsnabrückHalle
Bundesjugendorchester
Liza Ferschtman Violine · Nils Mönkemeyer Viola
Mozart Sinfonia Concertante · Rachmaninow Sinfonie Nr. 3
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Bramsche
auf Eintrittskarten
im Theater Osnabrück und Emma-Theater
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EILSK
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Seite 8 | Dienstag, 4. April 2017
19.30-21 Uhr | emma-theater
UNTERWERFUNG
Schauspiel nach Michel Houellebecq, VB Alt. 1,
f. V., PK E3
THE ADDAMS FAMILY
Do | 27.04.2017 | 9.30 + 11.30 Uhr |
emma-theater
DIE UNBEKANNTE STADT (UA)
Schauspiel v. A. Hamdoun, ab 14 Jahren, f. V., PK E7
19.30-21 Uhr | Stadion Bremer Brücke
DER ROTE LÖWE
Schauspiel von Patrick Marber, f. V., PK E2
in Kooperation mit dem VfL Osnabrück,
Einlass am Kassenhäuschen Nord
Fr | 28.04.2017 | 9.30 + 11.30 Uhr | emma-theater
MOMO
Stück von Michael Ende für alle ab 10 Jahren, f. V.,
PK E7
19-20 Uhr | Theater am Domhof/Tanzsaal
OFFENES TANZTRAINING 60+
Treffpunkt 18.45 Uhr Bühnenpforte, Eintritt frei
19.30-21 Uhr | emma-theater
UNTERWERFUNG
Schauspiel nach Michel Houellebecq, Schnupper-Abo 3, f. V., PK E2
19.30-21 Uhr | Stadion Bremer Brücke
DER ROTE LÖWE
Schauspiel von Patrick Marber, f. V., PK E2
in Kooperation mit dem VfL Osnabrück,
Einlass am Kassenhäuschen Nord
19.30 Uhr | Theater am Domhof
BERNARDA ALBAS HAUS
Schauspiel von Federico García Lorca,
Fr 2/VB blau/VB grün + DGB, f. V., PK T8
19 Uhr Einführung, Oberes Foyer
So | 30.04.2017 | 11.30 Uhr |
Theater am Domhof/Oberes Foyer
EINFÜHRUNGSMATINEE zur Don Quijote
Eintritt frei
15 Uhr | emma-theater
PREMIERE PLÖTZLICH ... AUF DER ERDE (UA)
Die Theatermäuse, ab 5 Jahren, f. V., PK E7
15-16.45 Uhr | Theater am Domhof
NATHAN DER WEISE
Schauspiel von Gotthold Ephraim Lessing,
SoNa 1/ VB silber, f. V., PK T7
14.30 Uhr Einführung, Oberes Foyer
19.30 Uhr | Ev.-ref. Jugendkirche
PREMIERE URBAN PRAYERS – ALLES WAS
WIR GLAUBEN MUSSTEN
Jugendclub Mania, f. V., PK E7
19 Uhr | Integrierte Gesamtschule Melle
PREMIERE HERR DER DIEBE
Stück von Cornelia Funke,
f. V., 6 Euro/erm. 3 Euro
19.30-21.05 Uhr | emma-theater
FRAU MÜLLER MUSS WEG
Komödie von Lutz Hübner, GEW, f. V., PK E1
19.30 Uhr | Theater am Domhof
DAS LIED DER NACHT
Oper von Hans Gál, Text von Karl Michael von
Levetzow, Fr 1, f. V., PK T4,
19 Uhr Einführung, Oberes Foyer
Sa | 06.05.2017 | 10-11.30 Uhr |
Theater am Domhof/Tanzsaal
OFFENES TANZTRAINING 16+
Treffpunkt 9.45 Uhr Bühnenpforte, Eintritt frei
19 Uhr | Integrierte Gesamtschule Melle
Mai
HERR DER DIEBE
Stück v. Cornelia Funke, f. V., 6 Euro/erm. 3 Euro
Di | 02.05.2017 | 19.30-21 Uhr |
Sa | 29.04.2017 | 15 Uhr |
emma-theater
19.30-21 Uhr | emma-theater
Theater am Domhof/Oberes Foyer
UNTERWERFUNG
UNTERWERFUNG
PODIUMSGESPRÄCH zu Hans Gál und seine Zeit Schauspiel nach Michel Houellebecq,
Schauspiel nach Michael Houellebecq,
Eintritt frei
SSP Di 1A, f. V., PK E3
VB EAN 2, f. V., PK E2
19.30-21.30 Uhr | emma-theater
19.30 Uhr | Kino in der Lagerhalle
19.30 Uhr | Yeni Camii Moschee
DANTONS TOD
FITZCARRALDO
PREMIERE URBAN PRAYERS –
Schauspiel von Georg Büchner,
Film von Werner Herzog, Filmvorführung
OSNABRÜCK II: DOORWAYS
Ju 1/Ju 3, f. V., PK E2
im Rahmen der Uraufführung SWEAT OF
Stück
von Björn Bicker, Studentenclub f. V., PK E7
19 Uhr Einführung, Oberes Foyer
THE SUN, 6 Euro/erm. 5 Euro
20 Uhr | Theater am Domhof/Oberes Foyer
19.30 Uhr | Theater am Domhof
19.30-21 Uhr | Stadion Bremer Brücke
MIGUEL DE CERVANTES – EIN WILDES LEBEN
PREMIERE DAS LIED DER NACHT
DER ROTE LÖWE
Literaturspot mit Uwe Neumahr, 12 Euro/erm.
Oper von Hans Gál, Text von Karl Michael von
Schauspiel von Patrick Marber, f. V., PK E2, 8 Euro
Levetzow, Pr 1/ Pr 3, f. V., PK T3
in Kooperation mit dem VfL Osnabrück,
So | 07.05.2017 | 11-12 Uhr | emma-theater
19 Uhr Einführung, Oberes Foyer
Einlass am Kassenhäuschen Nord
DER DICKE STERNSCHNUPPE (UA)
19.30 Uhr | Theater am Domhof/Oberes
Stück
von Julia Penner für alle ab 8 Jahren, f. V.,
Foyer
MOMO
PK
E6
FÜNF JAHRE KUKUK OSNABRÜCK
Jubiläumsfeier mit Programm, Eintritt frei 15-18 Uhr | Theater am Domhof
THE ADDAMS FAMILY
Do | 04.05.2017 | 19.30-21.30 Uhr |
Musical von Andrew Lippa, SoNa 2, fr. V., PK T3
emma-theater
16
Uhr | emma-theater
DANTONS TOD
PLÖTZLICH ... AUF DER ERDE (UA)
Schauspiel von Georg Büchner,
Die
Theatermäuse, ab 5 Jahren, f. V., PK E7
ZA, f. V., PK E3
19.15 Uhr Einführung, emma-Foyer
Fr | 05.05.2017 | 15-17 Uhr |
Theater am Domhof
„MEHR DRAMA, BABY!“
Workshop für alle ab 12 Jahren
Mo | 08.05.2017 | 20 Uhr | OsnabrückHalle
7. SINFONIEKONZERT – Himmlisches Leben
Mo/Konzert So plus/TuK, f. V., PK S3
19.15 Uhr Einführung, Tagungsraum
(Angaben ohne Gewähr. Änderungen vorbehalten!)
Dienstag, 4. April 2017 | Seite 9
DIE UNBEKANNTE STADT
Uraufführung von Anis Hamdoun/Tugsal Mogul/Maria Schneider
Renata kann sich an nichts mehr
erinnern: „Ich habe tausend Küken im Kopf!“. Und außerdem ist
ihre Sprache sehr seltsam. Das
findet auch Michael, der sie in
der Cafeteria einer psychiatrischen Klinik kennenlernt. Renata
kellnert hier und Michael recherchiert gerne über innovative
Therapieansätze ohne Nebenwirkungen. Die beiden kommen
sich über Umwege immer näher.
Michael ist fasziniert von der
jungen Frau, die durch ein Trauma ihr Gedächtnis verloren hat
und nun in sehr eigensinnigem
Deutsch mit ihrer Umwelt kommuniziert. Sie schließen einen
Pakt: Michael wird versuchen,
mithilfe von selbsterfundenen
Methoden einen Zugang zu ihrer
abgespaltenen Geschichte zu bekommen und dadurch herausfinden, wie Renata wirklich
heißt. Aber auch Michael hat seine Geheimnisse. Mithilfe und im
Austausch ihrer Geschichten
werden die beiden ans Meer gespült, um dort ihre Wunden heilen zu können.
Der syrische Theatermacher Anis
Hamdoun,
Jahrgang
1985,
schrieb DIE UNBEKANNTE STADT
für das Theater Osnabrück. Er
floh 2013 aus der zerbombten „Renata und Michael sind am Meer angekommen. Der Schatten hat die beiden begleitet und lässt sie nicht aus den Augen.“
Millionenstadt Homs in Syrien.
Hamdoun übersetzte seine Trau- mat und einige Schicksalsschläge und Bewusstsein für die grausa- gab ihm die Möglichkeit, für das arzt Tugsal Mogul studierte
er über das Verlassen seiner Hei- in Kunst. Er will Aufmerksamkeit men Geschehnisse in Syrien Festival SPIELTRIEBE 6 sein Stück neun Jahre parallel Medizin und
schaffen. Mit diesem Ziel vor Au- auf die Bühne zu bringen und Schauspiel. Als Autor erarbeitet
gen ging er ans Theater Osna- selbst zu inszenieren. Sein Stück er dezidiert politische Stoffe. In
DIE UNBEKANNTE STADT (UA)
brück und begann, verschiedene erreichte bei einem Voting auf seinen Recherchearbeiten am
Von Anis Hamdoun/Tugsal Mogul/Maria Schneider
Praktika zu machen. Zeitgleich dem
Online-Theaterportal Theater Münster, am Theater
Ab 14 Jahren
entwickelte er mit einem Freund „nachkritik.de“ den ersten Platz Dortmund, am Ballhaus NauPREMIERE:
MITTWOCH, 19. APRIL 2017,
einen Video-Blog, in welchem beim virtuellen, alternativen nynstraße Berlin, am Theater an
19.30 UHR, EMMA-THEATER
ankommende Geflüchtete Tipps Theatertreffen 2016.
der Glocksee Hannover und am
Inszenierung:
Tugsal Mogul
für
ihr
Leben
in
Deutschland
beIm
Kollektiv
mit
dem
Autor
Theaterhaus Stuttgart bezieht er
Bühne, Kostüme:
Ariane Salzbrunn
kommen
können.
Er
schrieb
das
und
Regisseur
Tugsal
Mogul
sich auf dringende Fragen zu
Dramaturgie:
Michael Letmathe
Theaterstück THE TRIP, eine au- kommt nun DIE UNBEKANNTE Identität und Integration. Die
Mit:
Johanna Franke; Jost op den Winkel,
Benjamin Werner
tobiografische Hommage an die STADT für OSKAR am Theater Kombination von Anis HamMit freundlicher Unterstützung durch die Caritas-GemeinschaftsstifOpfer des Krieges und die ratlo- Osnabrück zur Uraufführung. doun und Tugsal Mogul führt
tung Osnabrück, Stiftung Umverteilen und Richtlinie „Demokratie
sen Menschen, die vieles verloren Der diplomierte Schauspieler, zwei ambitionierte Theatermaund Toleranz“
haben. Das Theater Osnabrück Regisseur, Anästhesist und Not- cher zusammen.
(ML)
PURZELKONZERT:
Von Feen und Zauberwesen
„MEHR DRAMA, BABY!“
Dritter bundesweiter Tag der Theaterpädagogik
Konzerte sind nur was für Große?
Stimmt nicht! Die PURZELKONZERTE richten sich an die allerkleinsten
Zuhörer und ihre Begleiter. Ein
Konzert dauert 30 Minuten, in denen alles erlaubt ist: Krabbeln, rumlaufen, singen, oder mit Purzel tanzen. Musik ist voller Magie und bei
Im Rahmen des dritten bundesweiten Tages der Theaterpädagogik veranstaltet das THEATER
HAUTNAH-Team einen kostenlosen Workshop für alle Theaterbegeisterten. Kommt vorbei, probiert euch aus und lernt dabei
noch etwas über den Beruf des
den Konzerten im April nimmt uns
ein Streichquartett mit auf eine
musikalische Reise in die Welt der
Feen, Hexen und Zauberer.
Am Donnerstag, 6.4., 15.30 Uhr,
und am Sonntag, 9.4., 11 Uhr, Theater am Domhof/Oberes Foyer, ab
0 Jahren, 5 Euro.
Theaterpädagogen kennen. Nach einem praktischen Teil soll über die
Arbeit in der Theater- und Musiktheaterpädagogik gesprochen werden: Was machen die eigentlich genau? Wozu und wo? Wie wird man
Theaterpädagoge oder Musiktheaterpädagoge? Und und und …
Der Workshop für alle Theaterbegeisterten findet am Freitag,
5.5., von 15 bis 17 Uhr im Theater Osnabrück statt. Alle ab 12
Jahren sind willkommen. Bitte
bis zum Freitag, 28.4., anmelden
über [email protected].
Seite 10 | Dienstag, 4. April 2017
3 Fragen JUNG UND ROMANTISCH
Die Orchesterakademie im 7. Sinfoniekonzert
an ...
… den Sänger Daniel Ochoa.
Was verbinden Sie mit Osnabrück?
Mit Osnabrück verbinde ich neben Erich Maria Remarque,
dessen Bücher ich fast alle begeistert gelesen habe, ein sehr
schönes Konzerterlebnis: Carl
Orffs CARMINA BURANA mit Andreas Hotz und dem Osnabrücker Symphonieorchester auf
dem Domvorplatz. Trotz des
ziemlich rauen Wetters hatten
sich damals unglaublich viele
Osnabrücker eingefunden und
lauschten unserer Aufführung
bei Wind und Kälte gebannt.
Absolut Einmalig!
Haben Sie eine Lieblingsstelle
in den GOETHE-LIEDERN, auf
Daniel Ochoa
die die Zuhörer besonders achten sollten?
Von Hans Sommers GoetheLiedern ist AN DEN MOND mein
absoluter Liebling! Für mein
Empfinden sticht es aus diesem
zauberhaften Zyklus heraus,
weil Sommer hier aus einem der
ergreifendsten Goethe-Gedichte
ein absolut atemberaubendes
Orchesterlied geschaffen hat.
Ich freue mich schon darauf, es
bald für das Osnabrücker Publikum singen zu dürfen!
Wären Sie nicht Sänger geworden, welcher andere Beruf hätte Sie reizen können?
Wäre ich nicht Sänger geworden, dann hätte ich wohl den
Beruf des Dolmetschers ergriffen! Schon als Kind fand ich es
absolut reizvoll, mit verschiedenen Sprachen umzugehen. Eine
Leidenschaft, der ich allerdings
auch als Sänger ausgiebig nachgehen kann: beim Singen ... und
auf meinen vielen Reisen!
Wagner – Brahms – Strauss
(und damit die gesamte Bandbreite der Komponisten des 19.
Jahrhunderts) sind wohl die
musikalischen Wegmarken des
Mathematikers Hans Sommer,
der neben der Forschung und
der Leitung der Technischen
Hochschule Braunschweig ein
zweites Leben als Komponist
führte. Seine Orchesterlieder
bereiteten den Weg für das romantische Orchesterlied Hugo
Wolfs und weisen über die Werke Mahlers und Berg hinaus.
In seinen letzten Lebensjahren
vertonte Hans Sommer eine
Reihe von Gedichten Johann
Wolfgang von Goethes, aus denen eine Auswahl, wie zum Beispiel WANDERERS NACHTLIED
und DES HARFNERS GESANG, in
diesem Konzert zu hören sind.
ROMANTISCHE hat Anton Bruckner seine 4. Sinfonie selbst benannt. Aber ob ihm tatsächlich
Das Osnabrücker Symphonieorchester freut sich auf das Musizieren mit den Teilnehmerinnen und
Teilnehmern der Orchesterakademie.
in der Tradition der neudeutschen Schule bei der Komposition seiner vierten Sinfonie ein
Programm vor Augen stand, das,
ganz der Romantik verhaftet,
Szenen mittelalterlichen Rittertums skizzierte – oder ob dies
von außen herangetragen bzw.
7. SINFONIEKONZERT – ORCHESTERAKADEMIE
ROMANTISCH
Hans Sommer Goethe-Lieder
Anton Bruckner Sinfonie Nr. 4 Es-Dur, ROMANTISCHE
Montag, 8. Mai 2017, 20 Uhr
OsnabrückHalle/Europasaal
Einführung: Montag, 19.15 Uhr, Tagungsraum
Dirigent:
Andreas Hotz
Solist:
Daniel Ochoa, Bariton
Mit:
Osnabrücker Symphonieorchester,
Orchesterakademisten
Die Orchesterakademie wird ermöglicht durch die freundliche Unterstützung der Felicitas und Werner Egerland-Stiftung.
von ihm selbst aus „Werbezwecken“ kolportiert worden war,
lässt sich nicht mehr belegen.
Ebenso ist auch die Deutung des
Finales als Bild der entfesselten
Natur wohl nicht wörtlich zu
nehmen. Schon der Quintruf des
Horn-Hauptthemas vor einem
Klangteppich eines Streichertremolos im ersten Satz beschwört
allerdings eine sehr romantische
Atmosphäre herauf. Neben seiner 7. Sinfonie zählt die 4. Sinfonie heute zu den meistgespielten
Sinfonien von Bruckner.
Eine besondere Form der Nachwuchsförderung findet in diesem Konzert seinen krönenden
Abschluss, denn mit dieser
Bruckner-Sinfonie lädt das Osnabrücker Symphonieorchester
jugendliche Musiker zum Mit-
machen ein: Im Rahmen einer
Orchesterakademie
erhalten
junge Instrumentalschüler und
-studenten die Möglichkeit, gemeinsam mit dem Osnabrücker
Symphonieorchester
dieses
Werk zu erarbeiten. Zunächst
findet während der Osterferien
eine Probenphase statt, in der
die Teilnehmer der Akademie
innerhalb ihrer Stimmgruppen
an ihren Partien feilen. In einer
zweiten Arbeitsphase im unmittelbaren Vorfeld des Konzertes
proben sie gemeinsam mit dem
Osnabrücker
Symphonieorchester. In dem Konzert werden
sie größtenteils zum ersten Mal
mit einem professionellen Orchester zusammen auf der Bühne stehen und für ihr Publikum
spielen.
(CB)
3. SCHLOSSKONZERT: Haydn PLUS
Im dritten SCHLOSSKONZERT
Haydn PLUS ist sein Freund
aus Wiener Tagen, Paul Wranitzky, zu erleben. Wranitzky
war Komponist, Direktor des
Orchesters der Wiener Hofoper
und einer der angesehensten
Dirigenten seiner Zeit, der von
Haydn auch öfters um das Dirigat seiner SCHÖPFUNG gebeten
wurde. Haydn und Wranitzky
nahmen mit ihren Sinfonien
beide direkt oder indirekt teil
an dem Diskurs über die Französische Revolution. Wranitzky,
Mitglied in derselben Freimaurerloge wie Mozart, bezog sich
mit seiner Grande Sinfonie ausdrücklich auf die Revolution
und ihre Folgen. Auch die Jani- Militärsinfonie wurde vom Pre- rischen Auseinandersetzungen
tscharenmusik mit ihrem Klang mierenpublikum 1794 wohl mit Frankreich assoziiert.
nach Militärkapellen in Haydns vor allem mit den kriege- 3. SCHLOSSKONZERT
Haydn PLUS
Joseph Haydn Sinfonie Nr. 100
G-Dur, MILITÄRSINFONIE
Paul Wranitzky Grande Sinfonie
caractéristique pour la paix avec
la République française
8.4.2017, 18 Uhr, Aula der Universität Osnabrück, Schloss
Dirigent: Andreas Hotz
Moderation: Stefan Hanheide
Mit: Osnabrücker Symphonieorchester
In Kooperation mit dem Institut
für Musikwissenschaft und MuSchauplatz des 3. SCHLOSSKONZERTS ist die Aula der Universität sikpädagogik der Universität OsOsnabrück im Schloss.
nabrück
Dienstag, 4. April 2017 | Seite 11
DANSE MACABRE
DANSE MACABRE
KAMMERKONZERT UND LESUNG
Das ANDANTE CON MOTO des viersätzigen Streichquartetts (1824)
ist eine Variation auf Schuberts
1817 geschaffenes Kunstlied DER
TOD UND DAS MÄDCHEN zum
gleichnamigen Gedicht von Matthias Claudius. Dieses gab auch
dem Quartett den Beinamen und
macht es zu einem prominenten
Beispiel des seit der Renaissance
bekannten Sujets vom „Tod und
Mädchen“.
Anna Seghers Erzählung DER AUS-
FLUG DER TOTEN MÄDCHEN entstand 1944 im mexikanischen Exil.
Auf einer Wanderung in fremder
karger Gebirgslandschaft erinnert
sich die Autorin an einen lang vergangenen Schulausflug an den
Rhein, erinnert sich an die Kameradinnen, von denen keine mehr
lebt. Vergangenheit und Gegenwart, Fluss und Gebirge, Jugend
und Alter scheinen für einen Moment untrennbar ineinander aufzugehen.
Donnerstag, 6.4.2017, 19.30 Uhr,
Felix-Nussbaum-Haus
DER TOD UND DAS MÄDCHEN,
Streichquartett Nr. 14, d-Moll
von Franz Schubert (17971828)
Es spielen: Michal Majersky (1.
Violine), Nikola Pancic (2. Violine), Kaori Yoshida (Viola), Susanne Lamke (Violoncello)
DER AUSFLUG DER TOTEN MÄDCHEN, Text von Anna Seghers
Es liest: Helene Stupnicki
MEMENTO MORI
Rundgang über historische Friedhöfe
in Osnabrück
Auf Friedhofsmauern, in Kirchen und Klöstern ermahnten
Totentänze im Mittelalter die
Menschen zum „Memento
mori“: Gedenke des Todes! Bedenke, dass du sterblich bist!
Bis heute sind Friedhöfe nicht
nur Orte der Bestattung, sondern auch des Erinnerns und
Gedenkens. Führungen über
den Hase- und Johannisfriedhof laden ein, die faszinierende Bilderwelt dieser Trauersymbole kennenzulernen. Der
Eintritt ist frei.
19. April 2017, 18 Uhr,
Hasefriedhof
3. Mai 2017, 18 Uhr,
Johannisfriedhof
Treffpunkte:
1. Eingang Bramscher Straße/
Nähe Friedhofsstraße (Hasefriedhof)
2. Friedhofskapelle (Johannisfriedhof)
Veranstalter: Förderkreis Hasefriedhof-Johannisfriedhof e. V.
OSTERN IM THEATER UND OSTERGESCHENKE
Die Ostertage am Theater bieten
ein mehr als abwechslungsreiches
Programm – und teilweise die
letzte Chance, zwei absolut sehenswerte Musiktheaterproduktionen zu erleben: Giacomo Puccinis MANON LESCAUT ist am Kar-
freitag zum letzten Mal im Theater
am Domhof zu sehen, für DIE LUSTIGE WITWE hebt sich am Ostermontag (bereits um 17 Uhr) ein letztes
Mal der Vorhang. Tanzfreunde erleben am Ostersonntag mit DANSE
MACABRE eines der Highlights der
laufenden Saison. Als kleines Ostergeschenk gibt das Theater Osnabrück 20 Prozent Rabatt auf
den regulären Kartenpreis für
BERNARDA ALBAS HAUS (11.4.),
MANON LESCAUT (14.4.) und
DANSE MACABRE (16.4.).
THEATER OSNABRÜCK
Domhof 10/11 | 49074 Osnabrück | Intendant: Dr. Ralf Waldschmidt
ANFAHRT/BUS Theater am Domhof,
Domhof 10/11 (Haltestelle Theater):
Erreichbar vom Hbf mit den Linien 81, 82
und vom Altstadtbahnhof mit der Linie 41
emma-theater,
Lotter Str. 6/Ecke Arndtstraße (Haltestelle Heger Tor):
Erreichbar vom Hauptbahnhof mit den Linien 31, 32, 33
und vom Altstadtbahnhof mit den Linien 51, 52, 53 –
umsteigen am Neumarkt: Linien 11, R11
OsnabrückHalle,
Schloßwall 1-9 (Haltestelle OsnabrückHalle):
Erreichbar mit den Linien 51, 52, 91, 92, 491
PARKHÄUSER Theater am Domhof: Nikolaizentrum oder L+T-Parkhaus
emma-theater: Nikolaizentrum oder Stadthaus
OsnabrückHalle: Ledenhof (www.parken-os.de)
KARTENVORVERKAUF
Der Vorverkauf beginnt, sobald die Termine veröffentlicht sind,
und zwar am ersten möglichen Werktag, an dem die Theaterkasse geöffnet ist. Seit dem 2.8.2016 sind alle Vorstellungen im
Theater am Domhof sowie die Sinfoniekonzerte in der
OsnabrückHalle für die gesamte Spielzeit 2016/17 buchbar.
THEATERKASSE/KASSENZEITEN
Dienstag bis Freitag: 10.30 bis 18.30 Uhr
Samstag: 10.30 bis 14 Uhr, Montag geschlossen
(24 Stunden tägl. unter www.theater-osnabrueck.de)
KARTENRESERVIERUNG
Dienstag bis Freitag: 11 bis 18 Uhr
Samstag: 11 bis 14 Uhr
Karten-Telefon: 05 41/7 60 00 76
Abonnenten-Telefon: 0541/76 000 66
Fax: 0541/76 000 77
E-Mail: [email protected]
THEATERJOURNAL
Verlagsbeilage
Herausgeber: Verlag Neue Osnabrücker Zeitung GmbH & Co. KG,
Breiter Gang 10-16, 49074 Osnabrück, Telefon 05 41/310-0
Redaktion: Neue Osnabrücker Zeitung GmbH & Co. KG,
Verantwortlich i.S.d.P.: Ralf Geisenhanslüke
Konzeption und Umsetzung: NOW-Medien GmbH & Co. KG,
Große Straße 17-19, 49074 Osnabrück, Jürgen Wallenhorst
Redaktionelle Mitarbeit: Rainald Endrass, Sophia Grüdelbach, Sven Kleine, Milena
Kowalski, Michael Letmathe, Simon Niemann, Jens Peters, Dorit Schleissing, Maria Schneider, Ulrike Schumann, Marie Senf, Patricia Stöckemann, Marie-Louise Tralle, Nora Vogt,
Dr. Ralf Waldschmidt, Alexander Wunderlich
Fotos: Dietz-Ulrich von Czettritz, Faisal Ghassan, Marek Kruszewski,
Jörg Landsberg, Michael Letmathe, Uwe Lewandowski
ANZEIGEN-/WERBEVERKAUF:
MSO Medien-Service GmbH & Co. KG, Große Straße 17-19, 49074 Osnabrück
Geschäftsführer: Sven Balzer, Sebastian Kmoch (V.i.S.d.P.)
Anzeigen-/Werbeverkauf: Sven Balzer, Wilfried Tillmanns, Marvin Waldrich
E-Mail: [email protected]
Druck: NOZ Druckzentrum, Weiße Breite 4, 49084 Osnabrück
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Im Felde 2 | 49076 Osnabrück
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Seite 12 | Dienstag, 4. April 2017
ZUM TOD VON ERDMUT C. AUGUST UND ROLF WILKEN
Am 23. bzw. 24. Februar verstarben der ehemalige Intendant des
Theaters Osnabrück Erdmut
Christian August und der ehemalige Chefdramaturg Rolf Wilken
im Alter von 85 bzw. 83 Jahren.
Gemeinsam prägten sie das Gesicht des Theaters in den Jahren
1981 bis 1990, in denen das emma-theater eröffnet wurde und
modernes Tanztheater und ein
zeitgemäßes Kinder- und Jugendtheater Einzug hielten. Klaus Fischer kam damals nach Osnabrück und ist bis heute als Mitglied des Schauspielensembles aktiv. Im Gespräch erinnert er sich
an eine aufregende Theaterära.
Herr Fischer, als Sie 1986 von
Hildesheim nach Osnabrück
kamen, war Erdmut C. August
bereits fünf Jahre im Amt. Was
hat Sie damals bewogen, nach
Osnabrück zu wechseln und was
sind bleibende Eindrücke aus jener Zeit?
Klaus Fischer: In Osnabrück
herrschte damals Aufbruchs-
Erdmut C. August
Rolf Wilken
çois Monnard, Matthias Otto
war Oberspielleiter der Oper.
Was war das Besondere am
Leitungsstil von August und
Wilken?
August war ein sehr zugewandter, leidenschaftlicher Theatermann. Diplomatie war weniger
seine Stärke, dafür war er ein
aufrechter Kämpfer, der kein
Blatt vor den Mund nahm. Das
gefiel nicht allen in der Stadt.
Nach innen gab es große Offenheit. Die Ensemblesprecher, darunter auch ich, waren in die
Spielplandiskussionen und Vorsprechen immer eingebunden.
Rolf Wilken war ein Mann des
Wortes im besten Sinne. Oft gab
es nach den Vorstellungen heftige Diskussionen mit dem Publikum. Wir saßen auf der Bühnenkante und sprachen mit den
Zuschauern im Saal, von Rolf
Wilken moderiert. Er schrieb
fast jedes Jahr ein wunderbares,
vielschichtiges Weihnachtsmärchen, in dem meine Frau und
ich oft mitspielten.
Welche Namen sind Ihnen in
besonderer Erinnerung aus
den 80er Jahren?
Wir hatten ein wunderbares Ensemble, auf das August zu Recht
stolz war. Stellvertretend für
viele denke ich an Barbara Auer,
die Intendant August für Osnabrück entdeckt hat. Viele
Künstler aus der DDR erhielten
ihre erste Chance in Osnabrück,
vor der Wende alles andere als
selbstverständlich. Neben Heiner Müller spielten wir Stücke
von Stefan Schütz. Gaston Salvatores STALIN, viele Stücke von
Brecht, ROMULUS DER GROßE
von Dürrenmatt standen auf
dem Programm, LINIE 1 hatte
über 120 Vorstellungen.
Was bleibt aus dieser Zeit?
Das Theater Osnabrück erlangte erstmals viel überregionale
Aufmerksamkeit. August, Wilken und das damalige Team haben den Aufbruch in die Gegenwart gewagt und den Weg geebnet für vieles, was dann kam, bis
heute.
Die Fragen stellte Ralf Waldschmidt.
lung nicht. Ich kann Ihnen versichern, dass es noch sehr viel
ernster ist“ (Bill Shankly). Aber
gibt es noch das Ideal des „reinen“ Sports jenseits der immer
neuen Korruptionsaffären? Welchen Preis zahlen junge Menschen, die es in diesem Sport
zum Profi bringen wollen? Und
gibt es eine gemeinsame Philosophie für Fußball, Theater und
Leben?
In begleitenden Gesprächen zur
Produktion DER ROTE LÖWE diskutieren hochkarätige Gäste
über die Licht- und Schattenseiten des Sports – am Dienstag,
2.5.2017, 18.30 Uhr, sowie am
Mittwoch, 24.5.2017, 18.30 Uhr,
THEATER TRIFFT FUSSBALL ball sei eine Frage von Leben im Presseraum des VfL Osna„Es gibt Leute, die denken, Fuß- und Tod. Ich mag diese Einstel- brück. Der Eintritt ist frei.
LITERATURSPOT
Miguel de Cervantes zählt neben Homer, Dante, Shakespeare und Goethe zu den fünf
Großen der europäischen Literatur. Mit seinem DON QUIJOTE
hat er den modernen Roman
erfunden und eine der herrlichsten Figuren der Weltliteratur geschaffen. Uwe Neumahrs
neue Biografie MIGUEL DE CERVANTES – EIN WILDES LEBEN
blättert den Kosmos von Cervantes’ Werk auf und erzählt
das abenteuerliche Leben des
Dichters, das selbst einem Roman gleicht. Im nächsten Literaturspot stellt der Autor sein
Buch vor – am Samstag,
6.5.2017, 20 Uhr, Theater am
Domhof/Oberes Foyer.
stimmung. Meine Frau Rosemarie und mich lockte die Aussicht auf zeitgemäßes Theater,
die Begegnung mit modernen
Autoren und Themen der Gegenwart. Als erste Rolle spielte
ich den Weisskopf in GHETTO
von Joshua Sobol. Das Theater
wurde damals saniert, wir spielten im Zelt. Publikum und
Künstler verstanden den ungewöhnlichen Spielort als Herausforderung im besten Sinne. Mit
dem Wiedereinzug ins frisch sanierte Haus wollte August dann
ein Zeichen setzen und spielte
GERMANIA TOD IN BERLIN von
Heiner Müller. Die Aufregung
war groß.
Wie war das Leitungsteam
des Theaters damals aufgestellt?
Neben August als Intendant
und Rolf Wilken als Chefdramaturg gab es mit Goswin Moniac und Helmut Maßel zwei
fest engagierte Regisseure im
Schauspiel. GMD war erst
Heinz Finger, dann Jean-Fran-
AKTUELLES II
EINFÜHRUNGSMATINEE
DON QUIJOTE
Am Sonntag, 30.4.2017, gibt das
Produktionsteam um 11.30 Uhr
im Rahmen einer Matinee im
Oberen Foyer im Theater am
Domhof erste Einblicke in die
Schauspielproduktion
DON
QUIJOTE. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.
FITZCARRALDO
1981 drehte der deutsche Regisseur Werner Herzog den Spielfilm FITZCARRALDO mit Klaus
Kinski in der Hauptrolle. Herzog kommentierte die schwierigen Dreharbeiten im Amazonasgebiet in einem Tagebuch,
das unter dem Titel EROBERUNG
DES NUTZLOSEN veröffentlicht
wurde. Die radikal subjektive
Perspektive des Textes wird in
David Fennessys Musiktheater
SWEAT OF THE SUN intensiviert,
das als Koproduktion des Theaters Osnabrück mit der Münchener Biennale Anfang Juni
2017 in einer kurzen En-SuiteFolge auf der Bühne des Theaters am Domhof zu erleben ist.
Als Einstimmung zeigt die Lagerhalle Werner Herzogs Film,
mit einer kurzen Einführung
von
Musiktheaterdramaturg
Alexander Wunderlich zu Beginn – am Dienstag, 2.5.2017,
19.30 Uhr (Ticketverkauf an der
Abendkasse in der Lagerhalle).
DER ROTE LÖWE
AUSBLICK: Nächstes THEATERjournal am 09.05.2017
FANTASTISCH
DON QUIJOTE (UA)
Von Miguel de Cervantes/
Rebekka Kricheldorf
Premiere: Samstag, 13. Mai 2017
ABWÄGEND
TERROR
Von Ferdinand von Schirach
Premiere: Sonntag,
14. Mai 2017
FRISCH
OPEN WINDOWS V (UA)
Junge Choreografen
Premiere: Samstag,
27. Mai 2017
INTENSIV
SWEAT OF THE SUN (UA)
Von David Fennessy
Premiere: Freitag,
2. Juni 2017
VERBINDEND
8. SINFONIEKONZERT
JEANNE D’ARC AU BÛCHER
Sonntag, 11. Juni 2017/
Montag, 12. Juni 2017
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