UNRIC 243

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NATIONS UNIES
UNITED NATIONS
Centre régional d’information des
Nations Unies pour l’Europe occidentale
United Nations Regional Information
Centre for Western Europe
UNRIC
VEREINTE NATIONEN
Regionales Informationszentrum der
Vereinten Nationen für Westeuropa
UNRIC-Pressemitteilung Nr. 243
28. Mai 2008
UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon:
„Schluss mit der CO2-Abhängigkeit“
Erklärung zum Welt-Umwelttag. 5. Juni 2008
BONN, 28. Mai (UNRIC) – Sucht ist eine schreckliche Sache. Sie zerstört und
kontrolliert uns, lässt uns wichtige Wahrheiten leugnen und macht uns blind für
die Konsequenzen unseres Handelns. Unsere Welt ist fest im Griff einer
gefährlichen CO2-Abhängigkeit.
Kohle und Öl ebneten den Weg für den industriellen Fortschritt der
Industriestaaten. Sich rasch entwickelnde Länder schlagen nun auf ihrer Suche
nach gleichen Lebensstandards denselben Weg ein, während den Armen in den
am wenigsten entwickelten Ländern lediglich weniger nachhaltige
Energiequellen, wie Holzkohle, als einzige Alternative zur Verfügung stehen.
Unsere Abhängigkeit von Energie auf CO2-Basis führte zu einem beträchtlichen
Anstieg von Treibhausgasen in der Atmosphäre. Im vergangenen Jahr widerlegte
die Zwischenstaatliche Sachverständigengruppe über Klimaänderungen, die mit
dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, letztendlich die Skeptiker der
Klimaerwärmung. Wir wissen, dass Klimawandel stattfindet, und wir wissen, dass
Kohlendioxid sowie andere vom Menschen ausgestoßene Treibhausgase die
Ursache sind.
Nicht genug, dass wir Kohlenstoff in Form von fossilen Energieträgern
verbrennen. Im gesamten Tropengebiet werden wertvolle Wälder gefällt, um die
Versorgung mit Bauholz und Papier zu gewährleisten, um Weide- und Ackerland
zu gewinnen sowie zunehmend um Plantagen zu errichten, die die wachsende
Biosprit-Nachfrage decken. Diese weitere Erscheinungsform unserer CO2-Sucht
setzt nicht nur riesige Mengen an CO2 frei, sie zerstört auch wertvolle
Ressourcen, die atmosphärisches Kohlendioxid absorbieren, und sie trägt somit
zum Klimawandel bei.
Die Folgen der Klimaerwärmung für Umwelt, Wirtschaft und Politik sind
tiefgreifend. Ganze Ökosysteme – Gebirge und Ozeane, Pole und Tropen –
unterliegen einem raschen Wandel. Tiefliegende Städte sind von
Überschwemmungen bedroht, fruchtbare Gegenden verwandeln sich in Wüsten
und das Wettergeschehen wird immer unvorhersehbarer.
Regionales Informationszentrum der Vereinten Nationen für Westeuropa (UNRIC)
Verbindungsbüro in Deutschland
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Die Kosten werden alle tragen. Die Armen werden von wetterbedingten
Katastrophen und Preissteigerungen für Grundnahrungsmittel am härtesten
getroffen. Aber auch die reichsten Staaten stehen vor einer wirtschaftlichen
Rezession und einer Welt im Konflikt um knappe Ressourcen. Um den
Klimawandel abzuschwächen, die Armut zu beseitigen sowie die wirtschaftliche
und politische Stabilität zu fördern, ist ein und dieselbe Lösung geboten: Wir
müssen mit der CO2-Abhängigkeit Schluss machen und dies ist auch das Motto
des Welt-Umwelttags 2008. „Schluss mit der Abhängigkeit! Für eine CO2-arme
Wirtschaft“. Dieser Leitspruch erkennt das zerstörerische Ausmaß unserer
Abhängigkeit an und zeigt uns, wie es weitergehen soll.
Oftmals ist eine Krise nötig, die uns wachrüttelt und uns die Realität vor Augen
führt. Angesichts der drohenden Klimakrise begreifen Unternehmen und
Regierungen, dass sich mit der globalen Erwärmung auseinanderzusetzen in der
Tat Geld sparen und die Wirtschaft stärken kann, ohne ein Vermögen zu kosten.
Während die voraussichtlichen Kosten des Klimawandels unvorhersehbar sind,
könnte der Preis für seine Bekämpfung niedriger sein als wir gedacht hätten.
Manche Schätzungen veranschlagen die Kosten auf weniger als ein Prozent des
weltweiten Bruttoinlandsprodukts.
Eine noch bessere Nachricht ist, dass bereits Technologien existieren oder in
Entwicklung sind, die die Nutzung von Treibstoffen auf Kohlenstoffbasis sauberer
und effizienter gestalten und die erneuerbare Energie von Sonne, Wind und
Wellen nutzbar machen. Besonders die Privatwirtschaft konkurriert um die
Vermarktung der als riesige Geschäftschancen erkannten Technologien.
Rund um die Welt ziehen Staaten, Städte, Organisationen und Unternehmen
erneut grüne Alternativen in Erwägung. Den Vereinten Nationen habe ich
auferlegt, dass die Renovierung des Hauptquartiers in New York strengen
Umweltrichtlinien unterliegen soll. Ebenso habe ich die Leiter aller UNOProgramme, Fonds und Sonderorganisationen ersucht, rasch den Weg in
Richtung CO2-Neutralität einzuschlagen.
In diesem Jahr hat das Umweltprogramm der Vereinten Nationen mit CN Net ein
klimaneutrales Netzwerk gegründet, um diesen wachsenden Trend anzukurbeln.
Seine Gründungsmitglieder – darunter Länder, Städte und Unternehmen – sind
Pioniere in einer Bewegung, die, wie ich glaube, in den kommenden Jahrzehnten
zunehmend den ökologischen, wirtschaftlichen und politischen Diskurs und die
Entscheidungsfindung bestimmen wird.
Die Botschaft des Welt-Umwelttags 2008 ist, dass wir alle Teil der Lösung sind.
Ob als Individuum, Organisation oder Regierung, man kann zahlreiche Schritte
unternehmen, um die CO2-Bilanz zu reduzieren. Diese Botschaft müssen wir uns
alle zu Herzen nehmen.
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