Informationstechnologie – Grundlagen - BuchPlus - HERDT

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Informationstechnologie – Grundlagen
Geschichte der Datenverarbeitung
Beginn der automatischen Datenverarbeitung
Die automatische Datenverarbeitung begann mit der Möglichkeit, Informationen dauerhaft zu
speichern. Dies gelang im Jahr 1805 Joseph-Marie Jacquard (Frankreich) mit der Lochkarte, die zur
Steuerung von Webstühlen eingesetzt wurde. Sieben Jahre später waren bereits 10.000
lochkartengesteuerte Webstühle im Einsatz.
Hermann Hollerith (USA) entwickelte, basierend auf dieser Technik, 1886 eine elektromagnetische
Sortier- und Zählmaschine zur Auswertung von Lochkarten. Mit diesem System erledigte Hollerith die
Erfassung und Auswertung der 11. amerikanischen Volkszählung mit 50 Mitarbeitern in nur vier
Wochen. Zehn Jahre zuvor hätten 500 Personen sieben Jahre für die gleiche Arbeit benötigt.
Der erste funktionsfähige Computer wurde von Konrad Zuse (Deutschland) im Jahr 1941 gebaut. Er
arbeitete auf elektromagnetischer Basis und trug den Namen Z3, nachdem die ersten beiden Versuche
Z1 und Z2 erste Erfolge gezeigt hatten. Hier wurden erstmals Informationen in einem binären
Zahlensystem (0 und 1) gespeichert. Die Speicherung erfolgte auf Lochstreifen. Der Computer selbst
bestand aus 2600 Fernmelderelais. Er benötigte für eine Multiplikation etwa 3 bis 5 Sekunden.
Ein Nachbau des Z1 steht im Deutschen Technikmuseum Berlin (http://www.sdtb.de).
Zur selben Zeit entwickelte Howard H. Aiken (USA) den Mark I im Auftrag von IBM. Er war dem Z3 sehr
ähnlich, obwohl beide Entwickler keinen Kontakt miteinander hatten. Der Mark I bestand aus 700.000
Einzelteilen und erledigte 10 Rechenoperationen pro Sekunde.
Vom Großcomputer zum Personal Computer
Die Großcomputer (Mainframes) hatten sich zu Beginn der Siebzigerjahre bereits als wichtige Bestandteile der Datenverarbeitung ihren Platz geschaffen. Dabei handelt es sich um große Computer, die in den
Rechenzentren der Firmen sehr personalintensiv betreut werden und über Kabelverbindungen mit den
Anwendern verbunden sind. Die Anwender arbeiten an sogenannten „dummen“ Terminals (Bildschirme
mit Tastaturen). Alle Befehle werden an den Großrechner weitergegeben und dort nach vorgegebenen
Richtlinien verarbeitet.
Die große Zuverlässigkeit und damit die hohe Verfügbarkeit machen auch heute noch Mainframes in
Bereichen von Banken und Versicherungen, staatlichen und öffentlichen Behörden sowie großen Firmen
unabdingbar.
Von Mainframes werden sowohl Bankgeschäfte oder Buchungen von Flügen als auch in Krankenhäusern
Patientendaten verarbeitet oder die Steuern im Finanzamt berechnet. Großrechner (Verkehrsleitrechner)
steuern über die Ampelschaltungen den Verkehrsfluss.
Großrechner im Krankenhaus-Informationssystem übernehmen in der Patientenversorgung die
Speicherung und Bereitstellung von Patientendaten, die Steuerung von Diagnose-, Anästhesie- und OPSystemen sowie in der Verwaltung die Abrechnung, Finanzbuchhaltung und Personalplanung.
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Geschichte der Datenverarbeitung
Die ersten Homecomputer (1974)
1974 kam mit dem ALTAIR-8800 der erste Homecomputer für 395 US-Dollar als Bausatz in den Handel.
Sehr erfolgreich waren anschließend die Firmen Commodore mit dem PET und Tandy Radio Shack mit
dem TRS-80. Programmiert wurden die Computer mit der Programmiersprache BASIC.
Der Apple-Computer (1977) und der Apple Macintosh (1987)
Drei Studenten (Wozniak, Jobs und Markkula) entwickelten den ersten einsatzfähigen Bürocomputer
(Apple II) im Silicon Valley und gründeten die Firma Apple. Erste farbige Bildschirme hielten in den
Büroalltag Einzug. Die Einsatzgebiete lagen hauptsächlich im Bereich der Kalkulation.
Mit Einführung des Apple Macintosh wurde die grafische Benutzerführung bei der Computerbedienung
bekannt. Statt Befehle einzutippen, werden Arbeiten durch Anklicken von Symbolen (mit der Maus) auf
dem Bildschirm eingeleitet. Bereits 1982 hatte die Firma Xerox die erste grafische Benutzeroberfläche
entwickelt.
Der IBM Personal Computer (1981)
Die Firma IBM entwickelte gemeinsam mit Intel den IBM-PC, der den Grundstein für den heutigen
Personal-Computer-Standard bildet.
Der Begriff „Personal Computer“ beruht auf dem Umstand, dass in einem PC alle Bestandteile für die
eigenständige Arbeit eines Anwenders vorhanden sind, also ein eigenständiger Computer für eine
Person existiert.
Intel lieferte den Prozessor und Microsoft entwickelte das Betriebssystem MS-DOS für diesen Prozessor. Trotz anderer, teilweise fortschrittlicherer Entwicklungen richteten sich viele Computerhersteller nach diesem Standard. Innerhalb kürzester Zeit bot fast jeder Hersteller IBM-kompatible
Personal Computer an. Zwar verlor IBM dadurch im PC-Bereich etwas an Marktdominanz, Intel und
Microsoft haben sich aber zu den führenden Prozessor- bzw. Softwareherstellern entwickelt.
Der zweite große Mikroprozessorhersteller für Personal Computer ist das Unternehmen AMD
(Advanced Mikro Devices). AMD liefert sich seit Jahren mit Intel ein ständiges Wettrennen um den
schnellsten Prozessor. Gewonnen hat hier insbesondere der Kunde durch die stetig fallenden
Prozessorpreise. Andere Prozessorhersteller wie beispielsweise die Firma Cyrix sind inzwischen völlig
vom Markt verschwunden.
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Informationstechnologie – Grundlagen
Die Vernetzung von Computern (ab 1985)
Die letzten drei Jahrzehnte wurden hauptsächlich geprägt von der Einführung,
Optimierung und Vernetzung der Personal Computer. Man unterscheidet
D lokale Netze (LAN = Local Area Network) innerhalb von Gebäuden;
D das Weitverkehrsnetz (WAN = Wide Area Network), das Daten über
Telefonleitungen oder Standleitungen der Post austauschen (z. B. die
Filialen eines Konzerns);
D globale Verbindungen (GAN = Global Area Network), z. B. das Internet, in dem
Rechner aus der ganzen Welt miteinander verbunden sind und Daten
austauschen.
Die Anbindung staatlicher Großrechner an das Internet und die weite Verbreitung von PCs im privaten
Bereich ermöglichen es heute, mithilfe des Computers Behördengänge elektronisch zu erledigen (EGovernment). Sie können z. B. bei Stadtverwaltungen Urkunden bestellen, ein Gewerbe anmelden
oder beim Finanzamt eine elektronische Steuererklärung einreichen.
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