Venus- der Abend“stern“ trifft auf den blauen Neptun Blickt man

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Venus- der Abend“stern“ trifft auf den blauen Neptun
Blickt man abends sobald es dunkel genug ist an den südlichen Sternenhimmel, so erkennt man
linkerhand, im SO, das bekannte Wintersternbild Orion. Über ihm steht der rötlich leuchtende alte
Riesenstern Aldebaran im Stier. Etwas höher sieht man eine kleine Gruppe von jungen Sternen, das
Siebengestirn oder die Plejaden. Diese Sterne sind erst vor etwa einer Millionen Jahren aus eine Gasund Staubwolke entstanden.
Ein solches Sternentstehungsgebiet befindet sich auch im Orion, unterhalb der drei schräg stehenden
Gürtelsterne. Dort erkennt man einen kleinen Lichtfleck, der sich im Fernglas als prächtige Gas- und
Staubwolke zeigt. Die vier hellsten Sterne, die sich dort schon gebildet haben, nennt man wegen ihrer
Anordnung das Trapez.
Geburt und Tod sind auch am Sternenhimmel dicht beieinander. Beteigeuze, der linke obere
Schulterstern des Orion, hat sich gewaltig aufgebläht und wird astronomisch gesehen bald explodieren
und zu einem Schwarzen Loch werden.
Ganz auffällig im Südwesten ist der Planet Venus. Da dieser Planet eine dichte Wolkenhülle hat,
reflektiert sie 75 % des auffallenden Sonnenlichtes. Deshalb erscheint sie uns immer als heller
Lichtpunkt am Himmel, den man schon während der Dämmerung gut erkennen kann.
Deutlich lichtschwächer steht über ihr der rötlich leuchtende Planet Mars, der sich nun vom
abendlichen Sternenhimmel verabschiedet.
Ein besonderes Ereignis wartet am 12.1. auf uns: Der sonst nur schwer auffindbare Gasplanet Neptun,
der als äußerster Planet die Sonne umkreist, steht fast genau in der gleichen Blickrichtung wie Venus
am Himmel. Am Abend vom 12.1. wird man ihn neben der Venus als kleines blaues Scheibchen im
Fernrohr sehen.
Wolken aus Schwefelsäure
Sieht man Venus, wie jetzt im Januar, am Abendhimmel, so nennt man sie Abendstern. Dann muss sie
links von der Sonne stehen, also nach ihr im Westen untergehen. Steht Venus auf der anderen
Sonnenseite, so geht sie morgens vor der Sonne auf und wir nennen sie dann Morgenstern.
Aber Venus ist kein Stern, sie leuchtet nicht selbst, sie ist einer der acht Planeten unseres
Sonnensystems: Etwa so groß wie die Erde umkreist sie die Sonne innerhalb der Erdbahn in einem
Abstand von 108 Millionen Kilometern. Dadurch erhält sie mehr Energie von der Sonne als unsere Erde.
Aber durch die sehr dichte Atmosphäre aus CO2 heizt sich die Oberfläche über den Treibhauseffekt
noch weiter bis zu 465 °C auf. Wasser gibt es somit auf der Venus nicht, es herrscht ein extrem
trockenes und heißes Wüstenklima vor. Nur selten würde man die Sonne durch die dichten Wolken
sehen. Diese Wolken haben es auch in sich, sie bestehen aus konzentrierter Schwefelsäure. Und wenn
es regnet, dann regnet es Schwefelsäure. Der Regen kommt aber nie auf der Oberfläche an, wegen der
extremen Hitze verdunstet die Säure schon in großen Höhen.
Im Fernrohr sieht man von allem dem nichts. Die äußeren Atmosphärenschichten reflektieren das
Sonnenlicht und schirmen die Oberfläche für unsere Blicke ab. Aber Radaruntersuchungen und die
Bilder von Raumsonden deuten auf eine tote vulkanische Wüstenlandschaft hin.
Da Venus innerhalb der Erdbahn um die Sonne läuft, zeigt sie im Fernrohr Lichtgestalten (Phasen) wie
unser Mond. Zurzeit sehen wir eine „Halbvenus“ am Himmel, aber nur in einem Teleskop.
Am 12.1. hat Venus den größten Winkelabstand zur Sonne erreicht, danach nähert sie sich wieder
langsam der Sonne. Ihre Phase nimmt ab und sie erscheint deutlich größer, wenn wir sie im Fernglas
beobachten.
Planeten im Januar:
Merkur: In der Monatsmitte während der Morgendämmerung im SO
Venus: Abendstern
Mars: verabschiedet sich nach Sonnenuntergang im Westen
Jupiter: dominiert in der zweiten Nachthälfte als heller Lichtpunkt den Himmel
Saturn: taucht in der Morgendämmerung im SO auf
Uranus: Am Abendhimmel im Fernglas zu sehen (Sternbild Fische)
Neptun: steht am 12.1. um 19.00 Uhr genau neben Venus (Fernglas)
Angebot:
Sonderöffnung der Sternwarte auf dem SFN
Am Do, 12.1. öffnet die Sternwarte zwischen 17.30 Uhr und 18.30 Uhr bei wolkenfreiem Himmel und
ermöglicht die gleichzeitige Beobachtung von Venus und Neptun in den Fernrohren und im
Riesenfernglas der Sternwarte.
Sternkarte südlicher Abendhimmel. gegen 18.30 Uhr zur Monatsmitte (B. Holstein, AAK)
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