Lagerstätten von mineralischen und Energierohstoffen (Lothar

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Lagerstätten von mineralischen und Energierohstoffen
Lothar Lahner und Walter Lorenz
Deutschland ist nach heutigen Gesichtspunkten relativ arm an mineralischen Rohstoffen, zählt aber zu den
wichtigsten Verbraucherländern. Durch
die seit Jahrhunderten andauernde bergmännische und geologische Erkundung
sind zwar zahlreiche Lagerstätten in
Deutschland bekannt, ein Abbau ist
aber in den meisten Fällen heute nicht
mehr rentabel. Nur bei den Baurohstoffen, wie Steine und Erden, kann sich
Deutschland selbst versorgen ( Beitrag
Schroeder, S. 38). Erhebliche Vorräte
gibt es an Braunkohle und Salzen, die
übrigen Rohstoffe müssen importiert
werden. Das war nicht immer so.
Im Mittelalter war Deutschland eines
der führenden Bergbauländer (z.B. Silber, Salz), das auch viel zur bergtechnischen Entwicklung beigetragen hat. Mit
Beginn des Industriezeitalters gewannen
die Massenrohstoffe wie Eisenerz und
Kohle große Bedeutung. Nach dem
Zweiten Weltkrieg wuchs mit der Öffnung der Weltmärkte das ausländische
Angebot an Rohstoffen ganz erheblich,
so dass die einheimischen Lagerstätten
an Bedeutung verloren.
Unter Lagerstätten versteht man eine
Anreicherung von Rohstoffen, die
möglicherweise wirtschaftlich abgebaut
werden können. Ihre Entstehung kann
durch das Magma, aber auch durch
Sedimentation, Abtragung und spätere Anreicherung erfolgt sein .
Ist ein Magma (z.B. Granit), das im
Erdinneren unter hohem Druck und hoher Temperatur stand, in die obere Erdkruste eingedrungen, hat es sich abgekühlt und der Druck ließ nach. Dadurch
entstanden Absonderungen, die wertvolle Rohstoffe enthalten können. Auf
diese Weise haben sich Erzgänge gebildet, wie wir sie aus dem Harz, dem Erzgebirge oder dem Schwarzwald kennen.
Bei der Entstehung von Massenrohstoffen hat die Sortierung durch Wasser
eine große Rolle gespielt. Je nachdem
ob der Fluss schnell oder langsam floss
bildeten sich Kies, Sand oder Ton.
Viele Lagerstätten sind an der Erdoberfläche durch klimatische Vorgänge
entstanden. Herrschte ein warmes, trockenes Klima und waren SalzwasserlaAnhydrit – gesteinsbildendes Mineral, das ein wesentlicher
Bestandteil von Salzlagerstätten ist. Bei Wasseraufnahme
geht er in Gips über.
gunen verbreitet, kam es zu Ausfällungen von Steinsalz und Kalisalz
. Unter warmen, feuchten Bedingungen wuchsen üppige Urwälder, die im
Rahmen einer Gebirgsbildung in große
Tiefen versenkt und durch hohe Drucke
und Temperatur in Steinkohle umgewandelt wurden. Fehlten Druck und
Temperatur, so bildete sich die weniger
wertvolle Braunkohle. Auch KaolinLagerstätten sind unter feucht-warmen
Bedingungen entstanden.
Erdöl und Erdgas haben sich in geologischen Zeiten aus tierischen und
pflanzlichen Kleinstlebewesen gebildet,
meist in Meeresablagerungen in Faulschlämmen unter Abwesenheit von
Sauerstoff. Die kleinen Öltröpfchen
verblieben jedoch zum großen Teil
nicht in diesem Erdölmuttergestein,
sondern wanderten in poröse Speichergesteine, vorwiegend Sandsteine. Dort
haben sie sich in so genannten Fallen
angesammelt . Zugleich mit dem Erdöl ist Erdgas, überwiegend Methan, entstanden.
Lagerstättentypen
Schema
Schwerspat/Flussspat
Erdgas
Eisen
Blei/Zink/Silber
Erdöl Braunkohle
Kupfer
Salz
Granit
Kaliflöz
Steinkohle
geologische Grenze
Känozoikum
Störung
Mesozoikum
Paläozoikum
© Institut für Länderkunde, Leipzig 2003
Beispiele für Erdöl-/ Erdgasfallen
Schema
Bohrung
Verbreitung von Lagerstätten Erdöl – Erdgas
Die Gewinnung von Erdöl aus heimischen Quellen in 48 Feldern deckt nur
etwa 2,5% des Verbrauchs. Die Hauptliefergebiete liegen in Niedersachsen
(51%) und in Schleswig-Holstein
(42,6%). Die zur Zeit bekannten Vorräte reichen noch für etwa 16 Jahre.
Günstiger ist die Situation beim Erdgas.
Die Felder in Niedersachsen und in geringem Umfang in Sachsen-Anhalt,
Thüringen und Bayern liefern etwa 19%
des deutschen Bedarfs. Die Vorräte betragen zur Zeit etwa 377 Mrd. m³, d.h.
eine Nutzungsdauer von 17 Jahren.
Steinkohle
Die Förderung der ehemals für die Energieversorgung Deutschlands sehr wichtigen Steinkohle geht seit mehr als 40
Jahren zurück. Sie betrug Mitte der
1950er Jahre etwa 150 Mio. t/Jahr, im
Jahr 2000 noch 33,6 Mio. t und soll bis
zum Jahre 2005 auf 25 Mio. t zurückgefahren werden. Gründe dafür sind die
dichtes Gestein
Erdöl
poröses
Gestein
Salzstock
dichtes Gestein
aufsteigende
Öltröpfchen
Erdölmuttergestein
© Institut für Länderkunde, Leipzig 2003
ungünstigen natürlichen Bedingungen,
wie die große Tiefenlage und stellenweise Faltung, sowie Versatz oder Ausdünnung der Flöze.
Zur Zeit befinden sich noch drei Reviere in Produktion: das Ruhrrevier mit 11 Schachtanlagen, das Saarrevier
mit 3 und das Revier Ibbenbüren mit einer Schachtanlage. Die Kohle wird aus
einer Tiefe von 800-1350 m gefördert.
Das früher wichtige Aachener Revier
wurde 1997 geschlossen; andere kleine
Abbaue in Bayern bei Penzberg und
Peißenberg sowie in Sachsen bei
Zwickau hatten nur untergeordnete Bedeutung.
Braunkohle
Im Tertiär bildeten sich im Vorland
der Mittelgebirge, im Rheinland bei
Köln und Aachen sowie in Mitteldeutschland ausgedehnte Becken, deren
üppiger Pflanzenwuchs im Lauf der Zeit
씮
in Torf und später in Braunkohle
Entstehung von Salzlagerstätten
Festland
Ausfällung – sich absetzen
Ozean
Verdunstung
Kalisalz
Bims – kieselsäurereiches, vulkanisches Glasgestein, von
zahlreichen Poren und Hohlräumen durchsetzt und deshalb
mit geringem spezifischem Gewicht (in Wasser schwimmfähig)
Strömung
Steinsalz
Gips
Flöz – die Schicht eines Rohstoffs (Kohle, Salz, Metallerz)
Industriesole – Salzlösungen für industrielle Nutzung
Ozean
Steinsalz
Ton
Siedesalz – entsteht bei Eindampfung gesättigter Sole, wobei Kochsalz (NaCl) auskristallisiert
Kalisalz
Gips
Kalkstein und Gips
48
© Institut für Länderkunde, Leipzig 2003
Nationalatlas Bundesrepublik Deutschland – Relief, Boden und Wasser
Lagerstätten und Bergwerke
mineralische Rohstoffe und Energierohstoffe
Kiel
Schleswig-
(zu SH)
Erdzeitalter
Mittelplate
Holstein
Völkersen
Hankensbüttel
Siegmundshall
Wohlverwahrt-Nammen
b. Minden
Preussag Anthrazit
Fe
Ibbenbüren
KS
St
Fe
Peine/Ilsede
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3
1
2
9
St
4
Rammelsberg
b. Goslar
Pb, Zn, Ag
Gp Osterode
Grube Wolkenhügel
Ss
b. Bad Lauterberg
Bad Grund
Ruhrrevier
5
6
7
8
Garzweiler I
KS
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St
KS
St
Bernburg
Ss
Dreislar
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Fe
Hattorf
Fe
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Fortuna
Lahn-Dill-Gebiet
Schleenhain
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Thüringen
S aa
Ronneburg
le
Rheinland-
Zwickau
U
U
KS
Gittersee
b. Dresden
Berzdorf
Dresden
U
U
Königstein
Lagerstätten mineralischer
Rohstoffe
Erzgebirge
Aue
Pöhla
Erdöl
Erdgas
Steinkohle
Braunkohle
Wiesbaden
Sp
Ma
Sp
Kn
Schmelitz Erbendorf
Eich
Gp
Saar/Nahe
Gp
Gp
Gp
Ensdorf
Saarbrücken
Warndt/Luisenthal
Auerbach
Kn
Bergwerke
Bergwerke in Förderung
F
Hagendorf
Hirschau/
Schnaittenbach
Bayern
Bad Friedrichshall
Landau
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Gp
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Pfalz
Saarrevier
Eisen
Göpfersgrün
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Mainz
Saarland
Seilitz (Meißen)
Pb, Zn, Ag
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Hessen
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F
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Kn
Erfurt
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Sachsen
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KS
KS Unterbreizbach
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Revier
Dorndorf
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L
Jänschwalde
Revier
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Siegerland
Rheinisches Revier
Lausitzer
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deutsches
Mühlhausen
Hirschberg
Hambach
Inden
Cottbus-Nord
Schlabendorf
Anhalt
d
Aachener
Revier
Brandenburg
Bischofferode
Mansfeld
Cu
Bleicherode
Amsdorf
Meggen (Lennestadt)
Pb, Zn
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Westfalen
Düsseldorf
Mittel-
Potsdam
Plauer
See
Magdeburg
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BERLIN
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Nordrhein-
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Revier
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Sachsen-
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BraunschweigLüneburg
Hannover
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Havel
Siedenburg
Barenburg
Havel
Ems
Friedrich Heinrich/Rheinl.
Niederberg
Lohberg/Osterfeld
Verbundbergwerk Lippe
Auguste Victoria
Blumenthal/Haard
Verbundbergwerk Ost
Prosper-Haniel
Walsum
Goldenstedt
W
1
2
3
4
5
6
7
8
9
Salzwedel
Niedersachsen
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Emlichheim
Scheerhorn
Dethlingen
Walsrode
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Meppen
Bramberge
Georgsdorf
Rühle
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Rotenburg-Taaken
Söhlingen
ree
Bremen
Hengstlage
magmatische Gesteine
Müritz
Plauer
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Bremen
Paläozoikum
Vorpommern
Schwerin
Hamburg
St
Mesozoikum
Kummerower
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Schweriner
See
Hamburg
(zu HB)
Känozoikum
Mecklenburg-
Sp
(zu HH)
St
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Staatsgrenze
D
Stuttgart
Landeshauptstadt
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Käfersteige
Ländergrenze
au
Württemberg
Landshut
Rhe
in
Steinsalz
Be
Bentonit
Ss
Schwerspat
Fs
Flussspat
G
Graphit
Fe
Eisen
Gp
Gips
Sp
Speckstein
Kalisalz
Feldspat
Kaolin
Braun-, Steinkohle
Erdöl, Erdgas
Inn
Stetten
Grube Clara
b. Wolfach
Aitingen
Bo d
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se
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Stillgelegte Bergwerke
München
Ammersee
Starnberger
See
Autor: L.Lahner
G
Be
St
Fs, Ss
Kropfmühl
St
KS
F
Kn
Penzberg/
Peißenberg
Darching
Chiemsee
Bad Reichenhall St
KS
Kalisalz
U
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Cu
Pb, Zn, Ag
Uran
Eisen
Kupfer
Blei/Zink/Silber
Braun-, Steinkohle
0
Institut für Länderkunde, Leipzig 2003
© Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
25
50
75
Maßstab 1: 2750000
Lagerstätten von Bodenschätzen und Rohstoffen
49
100 km
umgewandelt wurde. Günstige geologische Bedingungen der Lagerstätten ermöglichen den Einsatz einer leistungsfähigen Tagebautechnik, so dass große
Mengen zu niedrigen Kosten abgebaut
werden können. Deutschland liegt bei
der Braunkohlegewinnung mit einer
Förderung von mehr als 160 Mio. t pro
Jahr an der Weltspitze. Zur Zeit befinden sich sechs Reviere in Produktion.
Uran
In Sachsen und Thüringen wurde von
1946-1990 unter der Firmenbezeichnung WISMUT intensiv Uran abgebaut, insgesamt 213.000 t. Dies bedeutete den 3. Platz in der Welterzeugung.
Die ergiebigsten Lagerstätten liegen in
den Graniten des Erzgebirges, bei Aue
und Pöhla, in den paläozoischen
Schiefern von Ronneburg bei Gera und
in geringerem Maße in den Kreidesandsteinen von Königstein (Sachsen) und
im Rotliegend von Gittersee bei Dresden. 1990 wurde der Bergbau stillgelegt.
Metallrohstoffe
In Deutschland werden seit Ende der
1980er und Anfang der 1990er Jahre
keine Metallrohstoffe mehr abgebaut.
Bedeutende Abbaue von Eisenerzen gab
es früher im Lahn-Dill-Gebiet und im
Siegerland, bei Salzgitter, Peine/Ilsede
und in der Oberpfalz im Amberger Revier. Ehemals wichtig war auch die
bereits im Jahre 1199 erwähnte Gewinnung von Kupfer im Mansfelder Revier
im östlichen Harzvorland (Sachsen-Anhalt). Nach dem Kriege wurden hier von
1945-1990 noch insgesamt 850.000 t
Kupfer und 4300 t Silber gewonnen
( Beitrag Hoepfner/Paul, S. 52).
Die im Mittelalter berühmten Blei-,
Zink-, und Silberbergwerke wurden
nach und nach geschlossen. Auch das
weltberühmte Bergwerk am Rammelsberg bei Goslar mit seiner über 1000
Jahre alten Tradition wurde 1989 stillgelegt. Der Abbau weiterer Metallrohstoffe wie Zinn, Nickel, Antimon in
Sachsen/Thüringen oder der Goldbergbau im Fichtelgebirge und in Waldeck/
Abbau von Massenrohstoffen 1995 und 2000
Bausand, Baukies,
Kies für den
Wegebau
340
Industriesand
(Quarzsand)
410
14
12
gebrochene Natursteine für den Tiefbau (Straßen-, Bahn-,
Wasser- u. Betonbau)
Kalk- und Dolomitstein (nicht für die
Zementherstellung)
200
160
76
37
Kalk- und Mergelsteine für die
Zementherstellung
45
42
feuerfester und kera- 8
mischer Ton, roh 4
1995
4,5
3
Rohkaolin
2000
Gips- und Anhydrit- 4,5
stein 2,5
0
50 100 150 200 250 300 350 400 450
Mio. t
© Institut für Länderkunde, Leipzig 2003
50
Hessen erreichten nie größere Bedeutung. Heute werden nur einige Gruben
als Besucherbergwerke offen gehalten.
Steinsalz und Kalisalz
Im nördlichen Teil Deutschlands entstanden zur Zechsteinzeit ausgedehnte
Salzlager ( Beitrag Ellenberg, S. 56).
Die in Hessen und Thüringen flach liegenden Flöze sind in Norddeutschland
zu Salzkissen und Salzstöcken verformt.
Auch während der nachfolgenden Trias-Zeit kam es bei Heilbronn und im
schwäbisch-fränkischen Raum zu mächtigen Salz- und Gipsablagerungen.
Die deutsche Salzproduktion besteht
vorwiegend aus festem Steinsalz, dem
NaCl-Gehalt von Industriesole und
geringen Mengen von Siedesalz. Die
Gesamtproduktion beträgt etwa
15-16 Mio. t, was 8% der Weltproduktion entspricht. Hauptförderländer sind
Niedersachsen (27,7%), Sachsen-Anhalt (25,1%), Baden-Württemberg
(23,3%) und Nordrhein-Westfalen
(22,6%). Bekannt ist der seit dem
12. Jh. betriebene Salzbergbau von Berchtesgaden/Bad Reichenhall.
Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm
der deutsche Kalibergbau (beide ehemaligen Teilstaaten zusammengenommen)
bis Anfang der 1970er Jahre die führende Position in der Welt ein. Heute liegt
er mit einer Produktion von rund
3,5 Mio. t K2O auf Platz 4. Zur Zeit sind
sechs Kaliwerke in Betrieb, drei in Hessen, eins in Niedersachsen, eins in
Sachsen-Anhalt und eins in Thüringen.
Industrieminerale
In Deutschland gibt es vielfältige Lagerstätten von Mineralen, die zur Industrieproduktion eingesetzt werden. Dazu
zählen:
Feldspat (Hirschau, Saar/Nahe) ist
ein Hauptbestandteil der Granite. Er
findet Verwendung in der Porzellanund Glasindustrie.
Kaolin (Oberpfalz, Sachsen) entsteht
durch Verwitterung von Feldspat, er
wird hauptsächlich in der Porzellanindustrie eingesetzt.
Bentonit (Niederbayern) ist ein spezieller Ton, der durch Verwitterung von
vulkanischen Aschen entstanden ist. Er
findet Verwendung als Spülmittel für
Bohrungen, als Filter für Getränke und
als Zuschlagstoff für Spezialbeton.
Flussspat (Schwarzwald) und Schwerspat (Schwarzwald, Harz, Sauerland)
treten in Gängen auf, die von Graniten
ausgehen. Aus Flussspat wird Flusssäure
für die Eisen- und Aluminiumherstellung und für chemische Zwecke hergestellt. Schwerspat dient u.a. als
Dämmstoff und zum Schallschutz.
Graphit, entstanden im metamorphen Grundgebirge des Bayerischen
Waldes (Grube Kropfmühl), wird als
Schmiermittel oder für Bleistiftminen
eingesetzt.
Massenrohstoffe Mineralische Massenrohstoffe werden
in großen Mengen in der Industrie, vor
allem der Bauindustrie, genutzt. Sie
Nationalatlas Bundesrepublik Deutschland – Relief, Boden und Wasser
' Schnitt durch das Ruhrgebiet
Schematisches Profil
N
Münster
Essen
flözführende
Ruhr
1200 m
Deckgebirge
2500 m
S
Schich
t
© Institut für Länderkunde, Leipzig 2003
können unverfestigt (Lockergesteine)
oder verfestigt sein (Festgesteine).
Nach der Art der Entstehung unterscheidet man sedimentäre Locker- und
Festgesteine, vulkanische Locker- und
Festgesteine sowie Tiefengesteine und
metamorphe Gesteine. Nur dort, wo die
Massenrohstoffe wirtschaftlich gewinnbringend abgebaut werden können,
spricht man von Lagerstätten oder Abbaustellen. Vielfach verhindern Konflikte mit anderen Nutzungsabsichten
für denselben Raum (z.B. Naturschutz,
Bebauungsgebiete, Grundwasserschutz)
einen Abbau der Rohstoffe.
Sedimentäre Locker- und Festgesteine
Kiese und Sande sind die wichtigsten
sedimentären Lockergesteine. Sie wurden vorwiegend während und nach den
Eiszeiten angehäuft (Norddeutschland
und bayerisches Alpenvorland) oder
von Flüssen abgelagert (z.B. Täler des
Rheins, der Donau und ihrer Nebenflüsse). Mehrere hundert Millionen Tonnen
werden jährlich im Hochbau und Verkehrswegebau verbraucht.
Besonders feinkörnige, plastisch verformbare Ablagerungen werden Tone
genannt. Mit Sand oder Schluff verunreinigt heißen sie Lehm. Sie können
vor Ort durch intensive Verwitterung
der Gesteine entstanden sein oder wurden in langsam fließenden Gewässern
abgelagert oder durch eiszeitliche Prozesse angehäuft. Bekannt sind die Tonvorkommen im Westerwald, von Großalmerode (Nordhessen), im südlichen
Sachsen-Anhalt und in Sachsen. Aus
diesen Bodenschätzen werden hauptsächlich keramische Produkte vielfältiger Art (Ziegel, Dachpfannen, Geschirr,
Kacheln, Fliesen) hergestellt. Tonlagerstätten haben viel kleinere Flächenausdehnungen als Kies- und Sandlagerstätten.
Zu den wichtigsten sedimentären
Festgesteinen zählen Kalksteine und
Dolomitsteine, die z.B. in den Alpen,
der Schwäbischen und Fränkischen
Alb, am Nordrand des Rheinischen
Schiefergebirges und in der Eifel weit
verbreitet sind. Sie werden in riesigen
Mengen beispielsweise für die Herstel-
lung von Zement, Branntkalk und
Schotter, aber auch in der chemischen
Industrie, verwendet.
Deutschlands Gipsindustrie gehört zu
den führenden der Welt. Sie verarbeitet
Gips- und Anhydritsteine, die
hauptsächlich in Franken, BadenWürttemberg, Thüringen/Hessen und
Niedersachsen vorkommen. Bekannte
Gipsprodukte sind Gipskartonplatten
und Stuckgips. Sehr große Mengen von
Gips- und Anhydritstein werden aber
auch in der Zementindustrie zur Regulierung des Abbindeverhaltens des Zements benötigt.
Auch Sandsteine, Quarzite und
Grauwacken treten an vielen Stellen
Deutschlands auf, z.B. in NordrheinWestfalen und in Thüringen. Sie werden in zahlreichen Betrieben zu Schotter und Naturwerksteinen verarbeitet.
Vulkanische Locker- und Festgesteine
Vulkanische Aschen, Schlacken und
Bims werden als unverfestigte mineralische Rohstoffe in großen Mengen in
der Bauindustrie als Zuschläge bei der
Betonherstellung eingesetzt. Vulkanische Gesteine sind in Deutschland vor
allem auf die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz sowie Thüringen, SachsenAnhalt und Sachsen beschränkt.
Tiefengesteine und metamorphe Gesteine
Tiefengesteine sind tief unter der Erdoberfläche aus dem glutflüssigen Magma
entstanden. Ein typisches Tiefengestein
ist der Granit. Er tritt vorwiegend im
Schwarzwald, Odenwald, Bayerischen
Wald, Fichtelgebirge, Erzgebirge und in
der Lausitz auf. Auch Diorit und Gabbro sind Tiefengesteine. Geraten sie im
Zusammenhang mit gewaltigen lang andauernden gebirgsbildenden Prozessen
in große Erdtiefen und unter hohen
Druck, werden sie umgewandelt (metamorphisiert). Gneis, Amphibolit und
Granulit sind harte, Schiefer und Phyllite relativ weiche metamorphe Gesteine. Harte Tiefengesteine und metamorphe Gesteine werden als Naturwerkstein ( Beitrag Schroeder, S. 38) oder
Schotter verwendet.
(
Mineralische Massenrohstoffe
Kiel
SchleswigRostock
Mecklenburg-
Holstein
Kummerower
See
Schweriner
See
Hamburg
Vorpommern
Schwerin
Hamburg
Elde
Plauer
See
Müritz
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Bremen
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Bremen
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Potsdam
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Brandenburg
Magdeburg
Bielefeld
s
Berlin
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Sachsen-
Hannover
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Havel
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Niedersachsen
Elb e
Anhalt
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Lipp
Dortmund
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Leipzig
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Kassel
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Hessen
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Thüringen
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Erfurt
Dresden
M.
Westfalen
Sachsen
ter
Düsseldorf
Köln
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Muld
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NordrheinEssen
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Zwickau
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Lagerstätten und Abbaustellen
a
Fuld
Lahn
Sedimentäre Locker- und Festgesteine
We
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Rh
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Rheinland-
Lagerstätte Abbaustelle
Kies und Sand
ca. 5000 Abbaustellen (nicht in der
Karte dargestellt)
Frankfurt a.M.
Wiesbaden
u er
Sa
Ton
Ma
Mainz
in
Sandstein, Quarzit, Grauwacke u.a.
Ma in
Kalkstein, Dolomitstein
Vulkanische Locker- und Festgesteine
vulkanische Aschen und Schlacken
r
S aa
Saarbrücken
Nürnberg
r
cka
Ne
Saarland P f a l z
Alt
Rhyolith, Basalt, Diabas
mü
Tiefengesteine und metamorphe Gesteine
hl
Staatsgrenze
Granit, Gneis u.a.
Dona
u
Baden-
Regensburg
Anmerkung:
Nur Teilgebiete der dargestellten Flächen sind
als abbauwürdige Lagerstätten anzusehen.
Stuttgart
Ländergrenze
n
Do
au
Bayern
Württemberg
Rhe
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Inn
Jller
ch
Ammersee
Chiemsee
Starnberger
See
Autoren: W.Gwosdz, W.Lorenz
Bo d
en
se
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Sa
München
Freiburg
i. Breisgau
Isar
Lech
ar
ck
Ne
Isar
0
Institut für Länderkunde, Leipzig 2003
© Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
25
50
75
Maßstab 1: 2750000
Lagerstätten von Bodenschätzen und Rohstoffen
51
100 km
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