HPV-PCR im Zeitalter der HPV

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AK ADEMIE
für ärztliche Fortbildung
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Benötigte Probenmengen
Nichtchlorierte und chlorierte Kohlenwasserstoffe
(bei Sammel- oder Einzelanforderung)
2 Stechampullen mit je 2 ml Blut
Aromat. Kohlenwasserstoffe (Benzol, Toluol, Ethylbenzol,
Xylole)
(bei Sammel- oder Einzelanforderung)
2 Stechampullen mit je 2 ml Blut
Aceton, Methanol im Blut 2 Stechampullen mit je 2 ml Blut
Trasylol-EDTA-Blut
Spurenelemente
Vorgehensweise:
Mit der Blutentnahme das vorpräparierte Trasylol-EDTA-Röhrchen
vollständig füllen
Das Röhrchen mehrmals schwenken und sofort nach der Entnahme
zentrifugieren
Den Überstand (EDTA-Plasma) in
das neutrale Röhrchen überführen
und einfrieren. Das Probenmaterial
ist so mehrere Tage stabil. Die Gefrierbox muss vor Verwendung für
das EDTA-Plasma mindestens 12 Abb. 4: Entnahmeset
Stunden eingefroren sein.
für Trasylol-EDTA-Blut
Spezielle gereinigte Schwermetallanalytikgefäße (spezielle
Heparinröhrchen) und -kanülen einsetzen (s. Abb. 3). Wenn
das spezielle Entnahmebesteck im Einzelfall nicht verfügbar
sein sollte, Nativ- oder Neutral-Röhrchen einsetzen, das heißt
Blutentnahmeröhrchen ohne jeglichen Zusatz: weder Antikoagulans, noch Gel, noch Gerinnungs-Aktivator.
Abb. 3: Spezialröhrchen für Spurenelement-Analytik
Stuhlproben für immunologische
Untersuchungen
Bohnengroßes Stück (mindestens 1g) für jede immunologische Untersuchungen (z.B. Pankreas-Elastase)
Der Stuhl sollte am gleichen Tag ins Labor kommen, da einzelne Analyte (z.B. alpha-1 Antitrypsin, Gliadin-Antikörper)
bei längerer Transportdauer abfallen.
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für ärztliche Fortbildung
zur Bestimmung von Glukagon, Parathormon related Protein, VIP
Set bestehend aus (Abb. 4):
Vorpräpariertes EDTA-Röhrchen, mit Etikett: »enthält Trasylol für VIP-Bestimmung«
Neutrales (Original-) EDTA-Röhrchen mit Etikett: »EDTAPlasma gefroren«
Gefrierbox für den Transport in Ihr synlab-Labor
AKADEMIE-INFO
Ausgabe 01/2007
HPV-PCR im Zeitalter
der HPV-Impfung
Humane Papillomaviren (HPV) gehören zu den am häufigsten sexuell übertragbaren Infektionserregern. Die Erkenntnis, dass eine
persistierende HPV-Infektion die essentielle Voraussetzung für die
Entstehung nahezu aller hochgradigen zervikalen Präkanzerosen und primären Zervixkarzinome ist, haben wir dem deutschen
Virologen HARALD ZUR HAUSEN und seiner Arbeitsgruppe am Deutschen Krebsforschungsinstitut in Heidelberg zu verdanken. Dabei
besitzen nur bestimmte Papillomaviren - onkogene oder high-risk
(hr)-Typen — die Eigenschaft, nach einer auf mindestens 7-8 Jahre
geschätzten Latenzzeit, meist aber erst nach 20 Jahren, ein invasives Karzinom zu induzieren (vgl. Tab. 1). Die durch das Virus induzierte Zelltransformation zum Karzinom stellt in diesem Prozess
ein seltenes Ereignis dar, dass nur deshalb als relativ häufig empfunden wird, weil die Durchseuchung der Bevölkerung mit HPV
sehr hoch ist. Epidemiologische Daten lassen vermuten, dass im
Laufe des Lebens nahezu jeder sexuell aktive Mensch einmal mit
genitalen HPV Kontakt hat.
Fragen zur Präanalytik beantwortet
Ihnen gerne und jederzeit Ihr synlab-Laborteam.
Fotos mit freundlicher Genehmigung von Ruth Förster
24.01.2007 Neue Therapien bei Rücken- und
31.01.2007
Gelenkserkrankungen aus der Phytotherapie
Welche Diagnostik ist sinnvoll bei
klinischem Verdacht auf Immundefekt?
Hotel Eden Wolff, München
24.01.2007
Ara Hotel Comfort, Ingolstadt
Sputumzytologie
MVZ Nürnberg, Veranstaltungsraum
Nähere Informationen
beim Akademie-Sekretariat unter 09 11/ 97 14 - 435
oder unter www.synlab.de/veranstaltungen.
Anmeldung: [email protected]
Stand 12/2006
31.01.2007
Präanalytik VI: Handhabung
von Spezial-Proben
Veranstaltungen der synlab
Akademie
HPV-Typen 16 und 18 sind onkogen
Dr. med. Ute Hasholzner · synlab München
Telefon 089/551430 · E-Mail: [email protected]
Veranstaltungen der synlab Akademie
Grundlagen der Präanalytik
HPV-PCR im Zeitalter
der HPV-Impfung
Kontakt
Präanalytik VI: Handhabung von Spezial-Proben
Hyatt Hotel, Köln
Themen dieser Beilage
Nach dem die grundsätzlich onkogene Potenz mancher HPV als
gesichert angesehen werden konnte, war es für ZUR HAUSEN nahe
liegend, über einen Impfstoff als Präventionsmaßnahme nachzudenken und dessen Entwicklung voranzutreiben. So standen für
klinische Studien bereits Ende der 90er Jahre erste Prototyp-Impfstoffe gegen die Haupttypen HPV 16 und 18 zur Verfügung und
erbrachten das eindeutige Ergebnis, dass die geimpften Frauen in
Doppelblind-Studien eine Antikörperbildung zeigten, die vor einer
Infektion mit HPV 16 und 18 schützte. In den Beobachtungszeiten
konnte eine signifikante Reduzierung der Infektions- und Persistenzrate bei HPV 16 und 18 nachgewiesen werden, was letztlich nicht
nur den Schutz vor einer Infektion mit diesem HPV-Typ, sondern
damit auch einen Schutz vor HPV 16/18-assoziierten, zervikalen,
epidermalen Neoplasien im Vergleich zur Placebogruppe bedeutete. Einziger Wermutstropfen der ersten Impfstudien: Die Immunantwort der Frauen fiel HPV-Typen-spezifisch aus, sodass zur
vollständigen Prävention des Zervixkarzinoms wohl eine Impfung
gegen alle onkogenen Typen notwendig sein dürfte. Die Kreuzreaktivität reicht jedenfalls nicht, um gegen Infektionen mit HPVTypen zu schützen, die nicht im Impfstoff enthalten sind.
➤
Noch ist unklar, welche Kassen für
welche Frauen die HPV-Impfung zahlen.
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Eine »Impfung gegen Krebs«?
Bereits diese drei Überlegungen lassen erkennen, dass auch
für die Zukunft auf eine sichere Diagnostik einer HPV-Infektion nebst der Durchführung einer qualifizierten Zytologie
nicht verzichtet werden kann. Im Gegenteil, eine differenzierte Labordiagnostik macht die Prävention des Zervixkarzinoms sicherer und zuverlässiger. So könnte es mittels der
Impfung und Labordiagnostik endlich gelingen, den Sockel
verbliebener Neuerkrankungen an Zervixkarzinomen von
ca. 4.000–5.000 per annum weiter entscheidend zu senken.
Epidemiologische Überlegungen
Seit Beginn 2007 wird jetzt erstmals auch in Deutschland eine
zugelassene Vakzine gegen HPV 16 und 18 zur Verfügung
stehen, deren Wirksamkeit in großen klinischen Studien - vor
allem für die jungen Frauen von 16–23 Jahren - nachgewiesen werden konnte. In Kürze wird noch ein weiterer Impfstoff
erhältlich sein. Dieser unzweifelhaft große Erfolg muss jedoch
nüchtern betrachtet und eingeordnet werden und bedarf
auch in der Zukunft einer kritischen Kontrolle, denn folgende
Sachverhalte bleiben von der Einführung des Impfstoffes unberührt:
1. Selbst wenn eine allerdings nur theoretisch vorstellbare
100%ige Durchimpfung aller jungen Frauen erreicht werden könnte, blieben diese Frauen der Infektion mit anderen onkogenen high-risk-Papillomaviren ausgesetzt, da
HPV 16 und 18 nur etwa 50–70% der intraepithelialen
Neoplasien verursachen - abhängig von regionalen Unterschieden.
2. Die epidemiologischen Auswirkungen einer Massenimpfung auf die zukünftige Populationskinetik der übrigen
bisher seltener auftretenden HPV sind nicht absehbar.
Es ist zumindest denkbar, dass es zu Verschiebungen in
der Häufigkeit des Auftretens verschiedener HPV-Typen
kommt, wenn HPV 16 und 18 durch den Impfschutz nicht
weiter verbreitet werden.
3. Der Impfschutz hat zurzeit nur präventive, jedoch keine
heilende Wirkung. Das heißt, die einmal gesetzte HPV-Infektion mit intraepithelialen Veränderungen ist nicht durch
die Impfung rückgängig zu machen.
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HPV-PCR im Zeitalter der HPV-Impfung
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Wir hielten es deshalb für einen fatalen Fehler, die Fortführung dieser Präventionsdiagnostik fallen zu lassen und somit
in den gegen HPV 16 und 18 geschützten Frauen den Glauben zu induzieren, sie seien durch die Impfung generell vor
einer Infektion mit pathogenen HPV-Typen geschützt. Es ist
denkbar, dass diese Frauen eine weitere Prävention dann
nicht mehr für notwendig hielten. Diese irrtümliche Ansicht
könnte wieder zu einem Anstieg der Inzidenz der Zervixkarzinome führen.
Tabelle 1: low-risk (lr)- und high-risk (hr)-HPV-Typen
Assoziiert nur mit epithelialen benignen Tumoren (Warzen):
lr-Typen:
6, 11, 35, 42, 43, 44, 74
Assoziiert mit vorwiegend intraepithelialen
zervikalen Neoplasien:
hr-Typen:
16, 18, 31, 33, 34, 35, 39, 42, 44, 45, 51, 52, 56, 58, 65
Assoziiert mit Zervix-Karzinom:
16, 18, 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 66, 68, 70
Wir sollten die Impfung deshalb ohne Einschränkungen
unterstützen, sehr wohl aber unsere Sorgfaltspflicht bei der
Überwachung dieser und aller anderen Patientinnen nicht
außer Acht lassen. Diese Überwachung lässt sich am besten
mit einem molekularbiologischen hochsensitiven HPV-Test
durchführen, der mit einer hochwertigen Zytologie kombiniert wird.
■
Kontakt
Prof. Dr. med. Holger Blenk · synlab Nürnberg
Telefon 0911/9 71 44 35
E-Mail: [email protected]
(Literatur beim Verfasser)
Präanalytik VI: Handhabung von Spezial-Proben
Liquor/Cerebrospinalflüssigkeit
Sterile Röhrchen verwenden
Punktionsstelle angeben: lumbal, ventrikulär?
Trübungen, Blutbeimengungen vermerken
Für PCR-Untersuchungen bitte immer gesondertes Röhrchen
abnehmen
Stets in Notfalltüte versenden
Zellzahl/Zelldifferenzierung muss innerhalb 1 Stunde nach
Abnahme erfolgen
Für das »Reiber«-Schema und alle schrankenabhängigen
Berechnungen zeitgleich Serum abnehmen
Punktate
Cytogenetik/Molekularcytogenetik
Steriles Heparinblut (ohne Zentrifugierhilfen), bei entsprechender Fragestellung Fruchtwasser, Chorionzotten, Abortmaterial, Hautbiopsat.
Mutterschaftsvorsorge
Für Blutgruppen und Antikörpersuchtest: EDTA-Röhrchen
Bei positivem Antikörpersuchtest zusätzlich mindestens ein
volles 10 ml Serumröhrchen
Für weitere Untersuchungen (z.B. HIV, Röteln, TPHA,
HbsAg) zusätzlich ein Serum-Röhrchen.
Organische Lösungsmittel
Idealerweise erfolgt die Abnahme in 3 Portionen:
1. Steriles Röhrchen für bakteriologischen Nachweis und Direktnachweis (z. B. Virus-PCR), evtl. zusätzlich Beimpfen
einer Blutkultur
2. EDTA-Röhrchen für die Bestimmung von Zellzahl/Zelldifferenzierung, Kristalle
3. Röhrchen ohne Zusätze für klinisch/chemische und immunologische Untersuchungen
Broncheoalveoläre Lavage = BAL
Die immunologischen Untersuchungen (z.B. T-Helfer-, TSuppressorzellen) sowie Zellzahl und -differenzierung sind
zeitkritisch und müssen direkt nach Gewinnung ins Labor
weitergeleitet werden (Notfall-Tüte verwenden)
Einsendung der zurückgewonnenen Menge unter Angabe
der installierten Menge
Bei längerer Transportzeit CPDA-Röhrchen verwenden
Steriles zusätzliches Röhrchen für Bakteriologie/PCR-Untersuchungen
Benötigte Materialien
Graduierte Einmalspritze z.B. 5 ml-Spritze von Braun
20 ml Stechampulle mit teflonbeschichtetem Verschluss und
EDTA-Kristallen als Antikoagulans (siehe Abb. 1 und 2)
Bitte beachten:
Es werden pro Untersuchung zwei Stechampullen benötigt,
damit auch Kontrolluntersuchungen möglich sind (s.u. »benötigte Probemengen«).
Hautdesinfektion z. B. mit 3%iger Wasserstoffperoxidlösung. Keine üblichen Hautdesinfektionsmittel benutzen. Sie
verursachen falsch erhöhte Blutkonzentrationen von Ethanol, Isopropanol und Propanol.
4 ml Venenblut mit graduierter Spritze entnehmen.
Deckel der ersten Stechampulle durchstechen.
Genau 2 ml Blut mit graduierter Spritze einfüllen (exaktes
Volumen sehr wichtig).
Die restlichen 2 ml Blut in zweite Stechampulle füllen.
Zur besseren Auflösung und Durchmischung des Antikoagulans mehrfach Umschwenken.
Molekularbiologische Untersuchungen
(Stichwort: PCR , Viruslast)
Verwenden Sie bitte separate, nur für diesen Zweck vorbehaltene EDTA-Blutentnahmegefäße (Vermeidung von Verwechslungen / Kontaminationen), alternativ auch separate Vollblutröhrchen (für Hepatitis B/C).
Molekulargenetische Untersuchungen
Material ist i. d. R. 5–10 ml EDTA-Blut, seltener auch Heparin
oder Citratblut, bei entsprechender Fragestellung auch Fruchtwasser, Chorionzotten, Abortmaterial, Hautbiopsat.
Abb. 1+2: Headspace-Gefäße und Befüllung
Präanalytik VI: Handhabung von Spezial-Proben ■
20.12.2006 14:19:11
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