TOPSIM – Car - DHBW Stuttgart

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TOPSIM – Car
Teilnehmerhandbuch Teil 1
Einführung
Version 4.1
Copyright © TATA Interactive Systems GmbH Š D-72070 Tübingen
Inhalt
1
Vorwort .......................................................................................................... 3
1.1
Nutzung des Handbuchs
3
1.2
Was sind Planspiele
3
1.3
Worum geht es bei TOPSIM – Car ?
3
1.4
Die betriebswirtschaftlichen Inhalte und Einflussgrößen von TOPSIM – Car
5
1.5
Struktur des Autohauses
6
1.6
Südwest-Zeitung / Wirtschaftsteil
8
2
Ihre Einflussmöglichkeiten und Handlungsspielräume bei YourCar ................ 10
2.1
Fahrzeugverkauf
10
2.1.1
Fahrzeugangebot
10
2.1.2
Preispolitik
11
2.1.3
Beratung
12
2.1.4
Werbung und Bekanntheit
14
2.1.5
Beschaffung
14
2.2
Service
15
2.2.1
Werkstatt
15
2.2.2
Zubehör
17
2.2.3
Ersatzteile
18
2.3
Investitionen, Planung und Finanzen
18
2.3.1
Investitionsentscheidungen
18
2.3.2
Planwerte
19
2.3.3
Finanzen
19
3
Leitfaden für die Entscheidungsfindung......................................................... 21
3.1
Fahrzeugverkauf
21
3.2
Service
21
3.3
Investitionen, Planung und Finanzen
21
1
Vorwort
1.1
Nutzung des Handbuchs
Sie können dieses Handbuch zur Vorbereitung des Planspiels TOPSIM – Car nutzen. Einen
Überblick bieten Ihnen zunächst das Inhaltsverzeichnis des Handbuchs sowie das Kapitel 1.
Zur Einstimmung auf das Seminar ist es empfehlenswert, das gesamte Handbuch intensiv zu
studieren.
Während des Planspielverlaufs dient Ihnen das Handbuch als Nachschlagewerk und zur
Unterstützung bei der Entscheidungsfindung. Neben diesem Hauptteil des Handbuchs existiert
ein Anhang, der Ihnen zu einem späteren Zeitpunkt von der Seminarleitung zur Verfügung
gestellt wird. Insbesondere die Erläuterungen zu den Auswertungen und zum
Entscheidungsformular, die Sie im Anhang finden, helfen Ihnen später, in der Simulation
planvoll vorzugehen. Im Anhang finden Sie zudem einen „Leitfaden für die ersten Perioden“.
Er bietet eine schrittweise Orientierungshilfe, damit Sie die Komplexität der ersten Perioden
souverän bewältigen können.
1.2
Was sind Planspiele
TOPSIM - Car ist ein Unternehmensplanspiel. Es bildet eine Brücke zwischen
betriebswirtschaftlicher Theorie und betrieblicher Praxis. Die Simulation stellt eine
realistische, modellhafte Abbildung eines Autohauses dar und bietet damit für die Teilnehmer
•
schnelles,
•
risikoloses und
•
nachhaltiges Sammeln
•
von praxisbezogenen Erfahrungen.
Das Planspiel ist eine interaktive Lehr- und Lernmethode (action learning) nach dem Motto:
1.3
Worum geht es bei TOPSIM – Car ?
•
TOPSIM - Car konfrontiert Sie mit den typischen Entscheidungssituationen in der
Geschäftsführung eines Autohauses und fordert Sie heraus, die Geschicke des Hauses
erfolgreich zu lenken.
•
Über 6 Geschäftsjahre bestimmen Sie das "Leben" Ihres Autohauses. Ihr Team trifft die
unternehmerischen Entscheidungen über Rabatte, Werbemaßnahmen, Personal, Einkauf,
Investitionen ...
•
Der Computer nimmt alle Entscheidungen entgegen. Er "kennt" die Kunden und ihr
Marktverhalten und simuliert so deren Reaktionen auf Ihre Aktionen und die Ihrer
Konkurrenz.
•
Sie erleben die betriebswirtschaftlichen Zusammenhänge im Hause und am Markt, die bei
der Führung berücksichtigt werden müssen. Dazu gehören auch die typischen Zielkonflikte,
die dabei auftreten: Sie können z.B. viel Zeit für die Schulung Ihrer Mitarbeiter aufwenden
und damit eine hervorragende Qualität erreichen, um Ihre Kunden zu betreuen. Aber Ihre
Mitarbeiter fehlen im Betrieb, d.h., sie können eventuell nicht alle Werkstattaufträge
annehmen, nicht alle notwendigen Verkaufsgespräche führen...
Teilnehmerhandbuch TOPSIM - Car
3
•
Sie können kurzfristige Entscheidungen treffen und langfristige Strategien planen und
beobachten, wie sich die Wirkungen zeigen. Ob die Entscheidungen auch dann und so
greifen, wie Sie es erwarten oder ob nicht doch stärkere oder sanftere Maßnahmen besser
gewesen wären?
•
Vor allem: Sie sind nicht alleine am Markt. Jede noch so schöne Strategie kann durch die
Konkurrenz durchkreuzt werden. Aber Sie haben auch Möglichkeiten, der Konkurrenz das
Fürchten zu lehren. Dies ist mit Ausgaben verbunden. Verfügen Sie über genügend
Liquidität dafür? Schätzen Sie die Marktsituation richtig ein?
•
Sie erleben somit Ihr Autohaus als ein komplexes vernetztes System in sich und als ein
Element im vernetzten System des Marktes.
Teilnehmerhandbuch TOPSIM - Car
4
1.4
Die betriebswirtschaftlichen Inhalte und Einflussgrößen
von TOPSIM – Car
Unternehmensziele
•
•
•
Planen und Setzen unternehmerischer Ziele
Kontrolle der Zielerreichung
Filialsteuerung
Absatz
•
•
•
Konkurrenzanalyse
Marketing-Mix
Deckungsbeitragsrechnung als
Informationsgrundlage für Vertriebsentscheidungen
Werkstattführung
TOPSIM CAR
•
•
Personalplanung
Marketing und Service
Einkaufspolitik
•
•
•
•
Neuwagen
Gebrauchtwagen
Ersatzteile
Zubehör-Sortiment
Finanz- und Rechnungswesen
•
•
•
•
Finanzplanung
Investitionsplanung
externes Rechnungswesen
internes Rechnungswesen
Personal
•
•
Bedarfsermittlung und Personalbeschaffung
Schulung
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
•
•
•
Geldmarkt und Zinsen
Arbeitsmarkt
Bevölkerungsentwicklung der Region und
Gesamtnachfrage
Teilnehmerhandbuch TOPSIM - Car
5
1.5
Struktur des Autohauses
Eigentümer
Personal
Banken
Modernisierung
Beschaffung
AUTOVERKAUF
Kostenrechnung
LAGER
Finanzplanung
WERKSTATT
VERWALTUNG
ZUBEHÖR & ERSATZTEILE
o
Preis
o
Preis
o
Preis pro Arbeitswert
o
Modernisierung
o
Rabatte
o
Verfügbarkeit
o
Werbung
o
Planung
o
Werbung, CI
o
Werbung
o
Aktionsbudget
o
Finanzen
o
Promotion/Kulanzen
o
Mitarbeiter
o
Modernisierung
o
Inzahlungnahme
o
Schulung
o
o
Provisionen
Einstellungen
/Entlassungen
o
Modernisierung
o
Schulung
o
Einstellungen
/Entlassungen
o
Schulung
NEUWAGEN
COMPACT
NEUWAGEN
NEUWAGEN
COMMERCIAL
FAMILY
GEBRAUCHTE
Gesamtbestand der jeweiligen Absatzsegmente
KUNDEN
KONKURRENTEN
Teilnehmerhandbuch TOPSIM - Car
6
Einführung
TOPSIM - Car
Wir begrüßen Sie
als neue Geschäftsführung des
Autohauses „YourCar“
Teilnehmerhandbuch TOPSIM - Car
7
1.6
Südwest-Zeitung / Wirtschaftsteil
YourCar: Generationswechsel –
Zufriedenstellende Ergebnisse
Oberheimer Autohaus konnte sich in schwierigem Marktumfeld behaupten
Mehrfach gab es in der Wirtschaftspresse Gerüchte um den anstehenden Generationswechsel
in der Geschäftsführung der YourCar GmbH.
Heute wurden die Zahlen des abgelaufenen
Geschäftsjahres und ein Wechsel in der
Geschäftsführung bekannt gegeben.
Das vorgestellte Ergebnis kann dabei allenfalls als
zufrieden stellend bezeichnet werden. Bei einem
Umsatz von fast 10 Mio. Euro wurden ein
operatives Ergebnis von 400.000 Euro und ein
Jahresüberschuss nach Zinsen und Steuern von
100.000 Euro erzielt. Damit ist die YourCar
GmbH im Wettbewerb relativ gut aufgestellt, da
nur wenige Autohäuser eine Umsatzrendite nach
Steuern und Zinsen von 1% erreichen. Der
Umsatz konnte dabei nur noch leicht zunehmen,
der Gewinn war aufgrund des steigenden
Rabattdrucks rückläufig. Man erhofft sich von
dem Wechsel in der Geschäftsführung neue
Impulse für den härter werdenden Wettbewerb.
YourCar vertreibt verschiedene Personenfahrzeuge eines renommierten Autoherstellers. In
Vergleichstests belegen die Fahrzeuge der Marke
„Typ“ zwar weiterhin vordere Plätze, ihren
Alleinstellungsanspruch der letzten Jahre haben
diese Modelle aber eingebüßt. Zudem gab es im
letzten Jahr immer wieder Beschwerden über
Qualitätsprobleme der wichtigen Modellreihe
„Compact“. Im letzten Jahr konnten hier 140
Fahrzeuge zu einem Durchschnittpreis von
17.500 Euro abgesetzt werden. Das zweite
Standbein ist die „Family“, hier finden sich die
klassischen Limousinen und Kombis. Diese
Fahrzeugkategorie ist bei einem Absatz von 60
Einheiten und einem Listenpreis von 25.000 Euro
ein finanziell interessantes, aber schwieriges
Geschäft, da potentielle Kunden vermehrt zu
Vans und SUVs greifen.
Neben den Personenfahrzeugen vertreibt
YourCar
auch
die
Nutzfahrzeugmodelle
„Commercial“. Diese Fahrzeuge erfreuen sich
sowohl bei Gewerbetreibenden, aber auch – als
Wohnmobilumbau - bei Privatkunden konstant
hoher Beliebtheit. Ein (ungenannt) bleibender
Teilnehmerhandbuch TOPSIM - Car
Verkäufer) bezeichnet den Wettbewerb in diesem
Segment aber als „knallhart“; hier zählten vor
allem Rabatte und Zusatzleistungen. In diesem
hart umkämpften Fahrzeugsegment wurden 80
Einheiten verkauft. Brancheninsider bezeichnen
die Listenpreise von 25.000 Euro in der Praxis als
nicht erzielbar; es wird von Rabatten im Bereich
von deutlich über 10% gemunkelt.
Das Segment Family stagniert derzeit
Stark zugenommen hat in der letzten Zeit das
Geschäft mit Gebrauchtfahrzeugen. „Wir spüren
hier die Folgen der neuen gesetzlichen
Gewährleistungsregelungen und des veränderten
Nutzungsverhaltens vieler Kunden“, so ein
Verkäufer. „Wir haben viele hochwertige
Leasingrückläufer, die vor allem für Privatkunden
eine interessante Alternative zu einem
Neufahrzeug sind.“ Neben der klassischen
Inzahlung- und Rücknahme von Gebrauchten im
Zusammenhang eines Neufahrzeugverkaufs
gewinnt auch der Ankauf und Handel mit Jahresund Dienstfahrzeugen des Herstellers an
Bedeutung. „Nur noch ein gutes Drittel unserer
Gebrauchten kommt wirklich aus dem Tausch
„Alt gegen Neu.“
Ein profitables Standbein ist der Servicebereich.
Weiterhin wachsend ist das Geschäft mit
Zubehör. Der klassische Werkstattbereich spürt
seit Jahren die Konkurrenz durch Billiganbieter
und auch die immer längeren Wartungsintervalle
der Neufahrzeuge. „In der Praxis sind wir oft
nicht teurer als freie Anbieter und können durch
8
unsere engen Kontakte zum Hersteller in vielen
Fällen gerade bei Elektronikproblemen sehr
schnell und kompetent helfen“, so der Meister.
Nicht bestätigt wurde das Gerücht, dass ein
zunehmender Teil der Werkstattauslastung
Garantie- und Kulanzleistungen sei.
Mit 20 Beschäftigten ist YourCar ein wichtiger
Arbeitgeber in der Region. Dabei sind im Verkauf
6 Mitarbeiter beschäftigt, 10 im Service (mit einer
Aufteilung von 8 direkt und 2 indirekt) sowie 4
Mitarbeiter in der Verwaltung. Im abgelaufenen
Geschäftsjahr konnte der Personalbestand
gehalten werden.
Zuversichtlich
Marktumfeldes
Herstellers für
„Insbesondere
neue Kundschaft ins Haus spülen.“, so der
scheidende Geschäftsführer. Allerdings müsse
man sich auch dem Zeitgeist stellen und als
Unternehmen ständig neu aufstellen. Ein Blick in
die Bilanzsumme der letzten Jahre zeigt, dass
nicht in allen Bereichen die Abschreibungen
reinvestiert wurden. In allen Bereichen ist in den
kommenden
Jahren
über
Investitionen
nachzudenken. Die Ansprüche der Hersteller an
die Verkaufsräume werden teilweise teure
Umbaumaßnahmen erforderlich machen, genauso
sind regelmäßig hohe Investitionen im Service
und in der Verwaltung notwendig, um mit dem
technischen Fortschritt mithalten zu können.
ist man trotz des schwierigen
aufgrund der Modellpolitik des
die kommenden Geschäftsjahre.
die neuen SUV sollten alte und
Teilnehmerhandbuch TOPSIM - Car
9
2
Ihre Einflussmöglichkeiten
räume bei YourCar
2.1
Fahrzeugverkauf
und
Handlungsspiel-
2.1.1 Fahrzeugangebot
2.1.1.1 Neuwagen PKW
YourCar vertreibt die renommierten Fahrzeugmodelle eines bekannten Massen-Herstellers.
Derzeit sind zwei Fahrzeug-Segmente im Angebot:
Compact
Family
•
Fahrzeuge des Kompakt-Segments und der
unteren Mittelklasse
•
Die klassischen Familien-Limousinen und
Kombis
•
Listenpreis 17.500 Euro
•
Listenpreis 25.000 Euro
•
Stabiles Segment
•
•
Segment wird zunehmend preissensibler
Stagnierendes Segment, die Konkurrenz
sowohl durch die Premiumanbieter wie
auch durch Vans und SUVs wird immer
härter.
•
Trotzdem wichtig, da hier ein guter Teil des
Deckungsbeitrags erwirtschaftet wird.
•
relativ
gute
Deckungsbeiträge,
weniger preissensibel
etwas
Grosse Hoffnungen wird für die kommenden Jahre auf die angekündigten „TYP SUV“ gesetzt.
In den letzten Monaten waren immer wieder Bilder von Erlkönigen zu sehen. Branchenkenner
erwarten neben dem Geländewagen weitere Cross-Over-Fahrzeuge wie Family-Tourer.
Preislich werden diese Modelle eher über dem Segment „Family“ positioniert sein. Uneinig ist
man über die zu erwartenden Kunden. Optimisten hoffen, dass hier vermehrt Neukunden
erobert werden können. Pessimisten sehen hier in erster Linie eine Kannibalisierung des
Family-Segments.
Teilnehmerhandbuch TOPSIM - Car
10
2.1.1.2 Neuwagen Commercial
Neben den klassischen Personenfahrzeugen bieten Sie auch die Kategorie „Commercial“ an.
Diese Fahrzeuge werden sowohl bei Unternehmen Ihrer Region, Gewerbetreibenden, in den
letzten Jahren aber auch vermehrt Privatkunden mit zusätzlichem Platzbedarf nachgefragt. In
dieser Kategorie finden sich Pick-ups, Transporter und andere Multi-Purpose-Fahrzeuge. Im
Gegensatz zu den PKWs scheint die Bedeutung der Marke Ihres Herstellers geringer zu sein,
Marktanteile in diesem Segment werden klar durch die Nettopreise erzielt. Der Listenpreis von
25.000 Euro ist somit eher ein theoretischer Wert.
2.1.1.3 Gebrauchtfahrzeuge
Die Kategorie „Gebrauchte“ hat in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen.
Während in der Vergangenheit die Inzahlungnahme von Gebrauchtfahrzeugen lediglich den
Absatz von Neufahrzeugen stützen sollte, so hat sich hier in den letzten Jahren ein eigener
und zudem recht margenstarker Geschäftsbereich entwickelt. Neben dem Weiterverkauf der in
Zahlung genommenen PKWs spielt das Handelsgeschäft eine immer größere Rolle. Ein
erheblicher Teil der verkauften Gebrauchtfahrzeuge sind junge Gebrauchte, welche Sie in
erster Linie bei Ihrem Hersteller ankaufen. Typischerweise handelt es sich dabei um
Geschäfts- und Jahreswagen sowie Leasing-Rückläufer.
2.1.2 Preispolitik
Ihr Hersteller hat für die Fahrzeuge Listenpreise vorgegeben, welche Sie auch so Ihren
Kunden kommunizieren. Allerdings nutzen Sie eine Reihe anderer Möglichkeiten, um Ihren
Kunden preislich entgegen zu kommen.
2.1.2.1 Rabatte
Je nach Verhandlungsgeschick können Ihre Kunden gewisse Rabatte auf den Listenpreis der
Neufahrzeuge erzielen. Insbesondere bei Modellen am Ende des Lebenszyklus und bei vielen
Bestandsfahrzeugen auf Lager zwingt der Markt Sie zu höheren Rabatten. Rabatte reduzieren
aus Kundensicht den Nettopreis. Rabatte sind ein sehr effizienter Weg, um Marktanteile zu
gewinnen, allerdings sind sie für Sie eine direkte Erlösschmälerung. Ein Rabatt von 10% auf
den Listenpreis kann u.U. Ihre Marge halbieren.
Folgende durchschnittlichen Rabatte haben Sie Ihren Verkäufern im letzten Jahr zugestanden:
Rabatt (Durchschnitt)
Compact
Family
Commercial
5 %
5 %
12%
2.1.2.2 Promotionen und Kulanzen
Neben den offensichtlichen Rabatten können Sie auch in dieser Weise Einfluss auf den
Nettopreis aus Kundensicht nehmen. Sie beeinflussen mit dieser Entscheidung eine Reihe von
Maßnahmen wie kostenlose Extras, Sondermodelle, günstige Finanzierungskonditionen, Tankund Inspektionsgutscheine etc. Hierbei handelt es sich um keine direkten Erlösschmälerungen,
sondern um Kosten des Fahrzeugverkaufs.
Teilnehmerhandbuch TOPSIM - Car
11
Beachten Sie bei den Angaben, dass es sich auch hier um durchschnittliche Werte pro
verkauftes Fahrzeug handelt:
Promotionen
Compact
Family
Commercial
250 Euro
250 Euro
100 Euro
2.1.2.3 Überbewertung Gebrauchtfahrzeuge
Ein Teil der Kunden gibt bei Ihnen ein gebrauchtes Fahrzeug in Zahlung. Statt Rabatten auf
das Neufahrzeug können Sie diesen Kunden auch ein attraktives Angebot für den Ankauf des
„Gebrauchten“ machen. Normalerweise orientieren Sie sich beim Ankauf an den einschlägig
bekannten Preislisten renommierter Marktforschungsinstitute. Es liegt in der Verantwortung
des Neufahrzeugverkäufers, einen höheren Preis für den Gebrauchten zu bieten. In diesem
Fall wird das Fahrzeug zum tatsächlichen Wert in das Lager eingebucht; die so genannte
„Überbewertung“ wird direkt dem Neufahrzeugverkauf als Erlösschmälerung belastet.
Berücksichtigen Sie dabei, dass nur ein Teil der Neuwagenkäufer einen Gebrauchten
„mitbringt“, da gerade die Geschäftskunden oft Leasingfahrzeuge fahren. Folgende
Überbewertungen haben Sie im letzen Geschäftsjahr gewährt:
Überbewertung
Compact
Family
Commercial
500 Euro
500 Euro
1.000 Euro
2.1.2.4 Besonderheiten Gebrauchtfahrzeuge
In der Fahrzeugkategorie „Gebrauchte“ entscheiden Sie statt eines Rabatts über den
Nettopreis. Dieser betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr durchschnittlich 12.000 Euro pro
Fahrzeug. Da Sie aufgrund der verschärften Gewährleistungsgesetze überwiegend „Junge
Gebrauchte“ verkaufen, spielt das Geschäft „Gebraucht gegen gebraucht“ praktisch keine
Rolle, somit fällt die Entscheidung „Überwertung“ in dieser Fahrzeugkategorie weg.
2.1.3 Beratung
Der Verkauf von Neu- und Gebrauchtfahrzeugen ist extrem beratungsintensiv. Kunden
erwarten freundliche und kompetente Verkäufer, welche sich auch Zeit nehmen können.
Neben den Verkäufern spielt natürlich auch die Qualität des „Verkaufsraums“ eine Rolle.
Bedenken Sie bei Ihren Entscheidungen, dass es einen bestimmten „time-lag“ zwischen der
Beratung und der Auslieferung des Fahrzeugs (und damit der Erzielung des Umsatzes) kommt.
Kaufentscheidungen Ihrer Kunden haben einen gewissen Vorlauf, zudem haben gerade die
gefragten Fahrzeugvarianten auch Lieferfristen. Dies bedeutet, dass sich Anstrengungen in
diesem Bereich mit einer gewissen Zeitverzögerung von einigen Monaten erst im Ergebnis
niederschlagen.
Teilnehmerhandbuch TOPSIM - Car
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2.1.3.1 Anzahl Verkäufer
Die Verfügbarkeit kompetenter Verkäufer hat einen erheblichen Einfluss auf den Absatz.
Grundsätzlich gilt, dass ein höherer Bestand an Verkäufern die Qualität der Beratung aus
Kundensicht erhöht, da so ein Kunde schneller bedient werden kann und sich der Verkäufer
auch mehr Zeit für den Kunden nehmen kann.
Sie haben 3 Gruppen von Verkäufern, die jeweils auch nur die entsprechende
Produktkategorie betreuen: Neufahrzeugverkauf PKW, Neufahrzeugverkauf Commercial und
Verkauf Gebrauchtfahrzeuge. Der Personalendstand an Verkäufern nach Abteilungen betrug
im letzten Geschäftsjahr:
Endstand
Neufahrzeugverkauf
PKW
Neufahrzeugverkauf
Commercial
Verkauf
Gebrauchtfahrzeuge
3
1
1
Sie können Verkäufer „versetzen“, d.h. wenn Sie z.B. die Anzahl der Verkäufer
Neufahrzeugverkauf Commercial reduzieren und gleichzeitig die Anzahl der Verkäufer
Gebrauchtfahrzeuge erhöhen, dann fallen keine Einstellungs- und Entlassungskosten an.
Sie entscheiden jeweils über den Endstand an Verkäufern. Ggfs. notwendige Einstellungen und
Entlassungen werden automatisch vorgenommen und führen auch zu Kosten.
2.1.3.2 Schulung Verkäufer
Eine gute Qualifikation Ihrer Verkäufer verbessert die Qualität der
Beratung und führt damit auch zu höheren Absatzzahlen. Sie können
die Qualifikation Ihrer Verkäufer mittels Schulungen verbessern. Dies
sind Schulungen zu Fachkompetenz (z.B. Informationen zu den neuen
Modellen des Compact-Segments), zu Methodenkompetenz (z.B. wie
ein gutes Verkaufsgespräch strukturiert und die Argumentationsfähigkeit verbessert wird) so wie auch zu Sozialkompetenz (Warum es
zum guten Stil gehört, einem Kunden einen Kaffee anzubieten und
warum man im Verkaufsgespräch die Zigarette ausmacht). Im letzten
Jahr haben Sie 5.000 Euro für derartige Schulungsmaßnahmen
aufgewendet und damit ein durchschnittliches Qualifizierungsniveau
(d.h. 1,00) Ihrer Verkäufer erreicht.
2.1.3.3 Provisionen Verkäufer
Die Provisionen, welche Sie
Nettolistenpreises festgelegt.
Ihren
Verkäufern
zahlen
sind
derzeit
auf
1%
des
2.1.3.4 Verfügbarkeit Probefahrzeuge
Je mehr Varianten Sie von Ihren Fahrzeugmodellen an Ihrem Standort zur Verfügung haben,
desto besser kann sich der Kunde ein Bild von den Eigenschaften der Fahrzeugvariante
machen, für die er sich interessiert. Bei der Entscheidung handelt es sich um ein Auswahlfeld,
welches die Abstufungen sehr gering, gering, normal, hoch und sehr hoch hat. Eine sehr
geringe Verfügbarkeit würde bedeuten, dass vom Segment Compact nur eine einzige
Karosserievariante mit einer ganz bestimmten Motorisierung und einer einzelnen
Ausstattungskombination verfügbar wäre. Eine normale Verfügbarkeit bedeutet, dass die
einzelnen Karosserievarianten mit typischen Motorisierungen und den wichtigsten
Ausstattungskombinationen bei Ihnen am Standort bereit steht. Bei einer sehr hohen
Verfügbarkeit
wären
sämtliche
Karosserievarianten
mit
den
meisten
lieferbaren
Motorvarianten und in vielen Ausstattungskombinationen für eine Probefahrt verfügbar.
Eine hohe Verfügbarkeit von Probefahrzeugen hat allerdings eine Kehrseite. Sie erhöht den
Anteil der Neufahrzeuge an Ihrem Umsatz, welche Sie mit zusätzlichen Sonderrabatten
verkaufen müssen.
Teilnehmerhandbuch TOPSIM - Car
13
2.1.4 Werbung und Bekanntheit
2.1.4.1 Werbung
Sie können gezielt Werbung für Ihre einzelnen Kategorien durchführen. D.h. Sie schalten z.B.
Anzeigen im Frühjahr zum Abverkauf der jungen Gebrauchten. Im letzten Jahr haben Sie die
folgenden Budgets an Werbung nach Produktkategorien zur Verfügung gestellt:
Neufahrzeugverkauf
PKW
Werbebudget in Euro
33.000
Neufahrzeugverkauf
Commercial
15.000
Verkauf
Gebrauchtfahrzeuge
18.000
Mit der Werbung können Sie gezielt einen gewissen Einfluss auf den Absatz von
Produktkategorien nehmen. Mit Werbung machen Sie einerseits potenziellen Kunden Ihr
Angebot in der jeweiligen Kategorie bekannt, andererseits erhöhen Sie Ihre Bekanntheit als
Gesamtunternehmen. Werbung (so wie auch die im Folgenden beschriebene Corporate
Identity) unterliegen dabei einem gewissen „time-lag“ (d.h. die Wirkung stellt sich erst nach
einer gewissen Zeit ein). Zudem wirkt Werbung nach Produktkategorien unterschiedlich, da
vor allem bei den Neufahrzeugen auch Ihr Hersteller Werbung macht. Den unmittelbarsten
Einfluss auf den Absatz hat Werbung in der Kategorie Gebrauchtfahrzeuge.
2.1.4.2 Corporate Identity
Neben der klassischen Werbung für bestimmte Modellkategorien können Sie auch Ihr
gesamtes Autohaus bekannt machen. Die Möglichkeiten sind vielfältig, darunter fallen z.B. das
Sponsoring lokaler Sportvereine, die Schaltung allgemeiner Imageanzeigen in der lokalen
Presse oder auch die Organisation von Events (Formel 1-Frühstück in Ihrem Autohaus). Im
vergangen Geschäftsjahre wurden 10.000 Euro für derartige Maßnahmen aufgewendet.
2.1.5 Beschaffung
2.1.5.1 Neufahrzeuge
Sie entscheiden über die Anzahl von Neufahrzeugen, welche Sie für die kommende Periode
bestellen möchten. Diese sollte natürlich mit der zu erwartenden Absatzmenge
korrespondieren.
Wenn Sie sich zu wenige Lieferpositionen für das kommende
Geschäftsjahr bei Ihrem Hersteller sichern, dann riskieren Sie die
Lieferunfähigkeit. Erfahrungsgemäß sind Kunden heutzutage
deutlich weniger gewillt lange Lieferfristen zu akzeptieren und
wandern dann zu Ihren Konkurrenten ab.
Andererseits werden die von Ihnen bestellten Fahrzeuge auch dann geliefert, wenn Sie keine
Kunden haben. Sie stehen dann bei Ihnen im Lager. Berücksichtigen Sie die dadurch
entstehenden Lagerkosten (und die damit verbundene Kapitalbindung). Bedenken Sie darüber
hinaus, dass Bestandsfahrzeuge als veraltete Modelle in den Folgejahren nur noch mit
gewissen Preisabschlägen verkaufbar sind. Diese Preisabschläge werden durch das System
automatisch festgelegt. Sie sind bei aktuellen Fahrzeugen eher gering, können aber gerade
bei Auslaufmodellen (d.h. wenn Ihr Hersteller einen Modellwechsel oder eine größere
Modellpflege angekündigt hat) zwischen 10- und in Extremfällen 20% erreichen.
Leider können Sie über die Anzahl der zu beschaffenden Fahrzeuge nur in einer gewissen
Bandbreite entscheiden. Ihnen sind durch Ihren Hersteller einerseits Mindestabsatzmengen
vorgegeben. Andererseits können Sie sich nicht unbegrenzt viele Lieferpositionen sichern.
Erfahrungsgemäß haben Sie bei gefragten Modellen zu Beginn des Lebenszyklus
Schwierigkeiten, ausreichend Fahrzeuge zur Befriedigung Ihrer Nachfrage zu erhalten,
während Sie gerade bei Auslaufmodellen eher zu viele Fahrzeuge „auf den Hof gestellt“
bekommen.
Teilnehmerhandbuch TOPSIM - Car
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2.1.5.2 Gebrauchtfahrzeuge
Gebrauchtfahrzeuge erhalten Sie auf zwei Wegen. Ein Teil Ihrer Kunden gibt beim Kauf eines
neuen Fahrzeugs (PKW und Nutzfahrzeug) einen „Gebrauchten“ in Zahlung. Die Anzahl dieser
Fahrzeuge wird einerseits von der Anzahl der verkauften Neufahrzeuge, der allgemeinen
Marktsituation und von den durch Sie gezahlten Preisen abhängen. Normalerweise orientieren
Sie sich beim Ankauf an den einschlägig bekannten Preislisten renommierter
Marktforschungsinstitute, teilweise werden aber zur Unterstützung des Neuwagenverkaufs
höhere Preise („Überbewertungen“, vgl. 3.1.2.3) gezahlt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr
wurden bei Ihnen 90 Gebrauchte in Zahlung gegeben.
Erheblich an Bedeutung gewonnen hat in den letzten Jahren der so genannte „freie Ankauf“.
Hierbei kaufen Sie weitere Fahrzeuge auf dem Markt an. Hier handelt es sich typischerweise
um Jahres- und Geschäftsfahrzeuge Ihres Herstellers, um Flottenrückläufer und manchmal
auch um Neufahrzeuge mit Kurzzeitzulassung Ihrer und anderer Marken. Im abgelaufenen
Geschäftsjahr haben Sie 150 Gebrauchte auf dem freien Markt hinzugekauft.
Der aktuelle Wert der Gebrauchten liegt bei durchschnittlich 10.000 Euro pro Fahrzeug.
2.2
Service
2.2.1 Werkstatt
In Ihrer Werkstatt erbringen Sie unterschiedlichste Serviceleistungen für die von Ihnen
verkauften Fahrzeuge und für weitere Kunden. Dabei lassen sich diese Leistungen in die
folgenden Kategorien aufteilen:
Summe Arbeitswerte
Inspektionen/TÜV/AU
30.000
Garantie/Kulanz
38.000
Reparaturen/Pannen
30.000
Schäden
20.000
Einbau Zubehör und Nachrüstung
2.000
Sonstige
10.500
Innerhalb dieser Kategorien gibt es zwei Besonderheiten: Garantie- und Kulanzleistungen
rechnen Sie nicht mit dem Kunden ab, sondern mit dem Hersteller. Die „Nachfrage“ nach den
Leistungen dieser Kategorie hängt primär von den abgesetzten Neufahrzeugen ab. Die
Nachfrage der Kategorie „Einbau Zubehör und Nachrüstung“ korreliert stark mit Ihrem Absatz
an Zubehör. Ein Teil des Zubehörverkaufs (z.B. Winterreifen) führt somit zu weiterem
Werkstattgeschäft.
Bedenken Sie bei Ihren Entscheidungen, dass Werkstattkunden normalerweise regelmäßig zu
Ihnen kommen und die Kundenzufriedenheit einen erheblichen Einfluss auf das Volumen Ihrer
Werksstattaufträge hat. Zu den Faktoren, welche die Zufriedenheit Ihrer Kunden beeinflussen,
gehören u.a. die Qualifikation Ihrer Werkstattmitarbeiter und die Wartezeit.
Teilnehmerhandbuch TOPSIM - Car
15
2.2.1.1 Preis pro Arbeitswert
Sie entscheiden über den Preis, welchen Sie für einen so genannten „Arbeitswert“ (kurz „AW“)
verlangen. Ein Arbeitswert entspricht 5 Minuten Arbeitszeit. Der Preis hat einen direkten
Einfluss auf die bei Ihnen generierten Werkstattaufträge. Ihre Kunden haben Alternativen bei
den anderen Autohäusern und auch außerhalb der Region. Zudem bringen gerade Kunden
älterer Fahrzeuge die Autos gerne auch zu unabhängigen Werkstattketten oder verzichten
ganz auf die Werkstattarbeiten. Man geht davon aus, das neue Richtlinien der EU (Garantie
auch bei Wartung in markenfremden Werkstätten) das Problem in den kommenden Jahren
noch verschärfen werden.
Etwa 3.000 Fahrzeuge bilden das Grundpotential an Ihren Werkstattkunden in Ihrer Stadt und
ihrer umliegenden Bereiche. Dies korreliert mit Ihrer Kundenbasis, d.h. Kunden, die
regelmäßig zu Ihnen kommen. Damit konkurrieren Sie mit den anderen Autohäusern, d.h.
unzufriedene Kunden wechseln u.U. zu einem Konkurrenten und gehen Ihnen damit auch als
potentielle Neuwagenkäufer verloren.
Die letzte Pannen- und Auftragsstatistik des Verbandes zeigt auf, mit welchen Aufträgen die
Werkstätten der Region beschäftigt waren und welche Arbeitswerte (AW) pro Auftrag anfielen:
Nachfrage Arbeitswerte
Inspektionen, TÜV, AU
Compact
Family
Commercial
AW / Auto
AW / Auto
AW / Auto
9
11
12
16
14
15
Reparaturen, Pannen
9
8
15
Schäden
5
4
12
Einbau, Zubehör, Nachrüstung
2
4
1
Sonstige
4
7
2
Garantie, Kulanzen
Die Nachfrage innerhalb der einzelnen Kategorien ist unterschiedlich preissensibel.
Inspektionen, aber auch der Einbau von Zubehör lässt sich für den Kunden gut planen und
ermöglicht ihm Preisvergleiche. Anders sieht es bei Reparaturen/Pannen (und etwas
abgeschwächt auch bei Schäden) aus. Hier sind Kunden tendenziell weniger preissensibel. Auf
Garantie- und Kulanzleistungen haben die Preise keinen Einfluss, da Sie diese Leistungen mit
einem durch Ihren Hersteller vorgegebenen Satz abrechnen.
2.2.1.2 Werbung und Aktionen
Sie können einerseits durch klassische Werbung auf Ihre Werkstatt aufmerksam machen; das
Werbebudget betrug in der letzten Periode 5.000 Euro. Typischerweise werben Sie über das
Teilnehmerhandbuch TOPSIM - Car
16
Jahr hinweg mit unterschiedlichen Themen (z.B. „Jetzt auf Winterreifen wechseln“ oder aber
„Mit frischer Bremsflüssigkeit in den Urlaub“).
Neben der klassischen Werbung können Sie auch mit einem Aktionsbudget Nachfrage
generieren. Dies sind in der Regel verbilligte oder kostenlose (Zusatz-)Leistungen. Denkbar
wären u.a. Aktionen wie „Wintercheck für 19,99“, eine kostenlose Fahrzeugwäsche nach jeder
Inspektion oder aber auch ein kostenloses Brunch während die Winterreifen montiert werden.
Im letzten Geschäftsjahr wurde dafür ein Budget von 2.000 Euro bereitgestellt.
2.2.1.3 Personal
Einen erheblichen Einfluss auf Ihre Werkstattleistungen haben Auslastung und Qualität des
Personals. Sie entscheiden über die Einstellung und Entlassung der direkten Mitarbeiter in der
Werkstatt (Monteure). Die indirekten Mitarbeiter in der Werkstatt (Meister, Lager) werden
automatisch angepasst und hängen vom Personalbestand der direkten Mitarbeiter ab.
Eine weitere Entscheidung ist das Budget, welches Sie für Schulungen ausgeben. Eine Stunde
Schulung muss mit 50 Euro veranschlagt werden. Schulungen verbessern die Qualität des
Personals, deren Effizienz und wirken auf die Kundenzufriedenheit. Allerdings benötigen
Schulungen auch Zeit, d.h. die in der Schulung verbrachten Stunden fehlen Ihnen für die
(weiterberechenbare) Werkstattarbeit. Folgende Eckdaten haben Sie derzeit:
Service direkt
Service indirekt
Verkauf Service
Anzahl
8
0
5
Einstellungen
1
0
1
26.000
29.000
25.000
Gehalt pro Mitarbeiter
2.2.2 Zubehör
Unter Zubehör verbirgt sich sozusagen fahrzeugspezifische Handelsware, welche Sie Ihren
Kunden anbieten. Das Sortiment reicht vom Modellauto für 4,99 Euro bis hin zum teuren
Aluräder-Komplettsatz für 1.000 Euro. Typische Artikel sind dabei Dachträger- und boxen,
Winterräder, Schneeketten und Freisprecheinrichtungen. Ein Teil des Zubehörverkaufs (z.B.
Winterräder) zieht zudem Werkstattgeschäft nach sich.
2.2.2.1 Preis
Da Sie beim Zubehör mit anderen Fach- und Versandhändler direkt konkurrieren, hat der Preis
einen erheblichen Einfluss auf den Absatz. Im vergangenen Geschäftsjahr haben Sie für den
durchschnittlichen Zubehörartikel (stellen Sie sich darunter z.B. eine Dachbox vor) 220 Euro
verlangt.
2.2.2.2 Werbung und Verkäufer
Mit Werbung machen Sie – analog zu den anderen Bereichen - Ihr Zubehörangebot bei
potenziellen Kunden bekannt. Verkäufer sorgen auch hier für eine entsprechende Beratung
der Kunden. Gerade hochwertiges Zubehör (Freisprecheinrichtungen, Navigationsgeräte) ist
sehr beratungsintensiv.
2.2.2.3 Verfügbarkeit
Die Breite und die Verfügbarkeit des Zubehörsortiments haben einen deutlichen Einfluss auf
den Absatz. Zwar sind nahezu alle Artikel des Zubehörprogramms innerhalb von wenigen
Tagen durch Ihren Hersteller lieferbar, ein nicht unerheblicher Teil des Zubehörs sind aber
Spontankäufe, d.h. Kunden nehmen etwas mit, wenn es verfügbar ist. Gleichzeitig gilt, dass
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Kunden beim ersten Wintereinbruch Winterreifen und Schneeketten „sofort“ haben möchten.
Wer hier ab Lager liefern kann, ist im Vorteil.
Allerdings hat eine hohe Verfügbarkeit des Zubehörs auch Nachteile. Das vielfältigere
Sortiment führt zwangsläufig zu breit gefächerten und größeren Lagerbeständen und damit zu
mehr gebundenem Kapital. Zudem bekommen Sie bei einem umfangreicheren Sortiment
etwas schlechtere Beschaffungskonditionen, da Sie bei derselben Gesamteinkaufsmenge und
breiter gefächertem Sortiment ja von einem bestimmten Artikel geringere Stückzahlen einund verkaufen.
2.2.3 Ersatzteile
2.2.3.1 Preis
Der Preis der Ersatzteile wirkt sich indirekt auf die Werkstattnachfrage aus, da teure
Ersatzteile die Gesamtrechnung aus Kundensicht erhöhen. Der direkte Verkauf von
Ersatzteilen an Bastler und freie Werkstätten hat in den letzten Jahren erheblich an
Bedeutung verloren.
2.2.3.2 Verfügbarkeit Ersatzteile
Mit der Verfügbarkeit der Ersatzteile verhält es sich ähnlich wie mit der Verfügbarkeit des
Zubehörs. Eine hohe Verfügbarkeit der Ersatzteile führt zu schnelleren Reparaturen und damit
einer höheren Kundenzufriedenheit und langfristig einer höheren Nachfrage. Allerdings gilt
auch hier, dass größere Lagerbestände mehr Kapital binden und sich prinzipiell bei einem
umfangreicheren Sortiment die Beschaffungskonditionen etwas verschlechtern.
2.3
Investitionen, Planung und Finanzen
2.3.1 Investitionsentscheidungen
Ihr Autohaus ist räumlich in die 3 Bereiche Verkaufsraum, Service und Verwaltung aufgeteilt.
In allen Bereichen wurden in der Vergangenheit nicht unerhebliche Beträge investiert. Derzeit
beträgt das insgesamt in Ihrem Unternehmen gebundene Kapital knapp 2 Mio. Euro, die wie
folgt auf die folgenden Bereiche entfallen:
Derzeitiger Restbuchwert
Gebäude
450.000 Euro
Verkaufsraum
425.000 Euro
Service
675.000 Euro
Verwaltung
240.000 Euro
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Die räumliche Situation des Grundstücks lässt keine Erweiterungsinvestitionen in das Gebäude
am derzeitigen Standort zu. Ein Umzug ist für die kommenden Jahre ausgeschlossen, somit ist
auch eine grundsätzliche Kapazitätserweiterung derzeit keine Option.
Sie können aber Investitionen in die Ausstattung der Bereiche Verkaufsraum, Service und
Verwaltung vornehmen. Investitionen haben in den einzelnen Bereichen unterschiedliche
Auswirkungen:
Ein höherwertiger Verkaufsraum führt zu einem schöneren Ambiente, einer besseren
Präsentation der Produkte und erhöht die Qualität des Kauferlebnisses der Kunden. Somit
sollte ein höherwertiger Verkaufsraum auch indirekt zu höheren Absatzzahlen führen.
Investitionen in den Service erhöhen die Kapazität und über die Qualität des
Werkstattbereiches die Kundenzufriedenheit. Dies soll an folgendem Beispiel verdeutlicht
werden: Wenn Sie Investitionen vornehmen, dann richten Sie z.B. eine Dialogannahme für die
Werkstatt ein. Diese Dialogannahme entlastet einerseits die Werkstatt (und erhöht so die
Kapazität). Gleichzeitig kann so mit den Kunden ein Teil der anstehenden Arbeiten gleich
besprochen werden, dies schützt vor Missverständnissen und Überraschungen was wiederum
positive Auswirkungen auf die Kundenzufriedenheit hat. Andere Beispiele für Investitionen
sind z.B. moderne Diagnosegeräte.
Investitionen in den Bereich Verwaltung führen zu effizienteren Abläufen und erhöhen so die
Kapazität eines Verwaltungsmitarbeiters. Somit kann eine bestimme Arbeitsleistung von
weniger Mitarbeitern erbracht werden, was zu Kosteneinsparungen führen sollte.
Berücksichtigen Sie bei Ihrer Investitionsplanung, dass gerade die Technik im Service rasch
veraltet und dass die Ansprüche Ihres Herstellers für den Verkaufsraum regelmäßig neu
definiert werden. Als Faustregel gilt, dass ein bestimmtes Niveau nur dann gehalten werden
kann, wenn mindestens in Höhe der Abschreibung des jeweiligen Bereichs Ersatzinvestitionen
vorgenommen werden. Den aktuellen Restbuchwert können Sie aus dem Teilnehmerbericht 3
„Personal und Infrastruktur“ ersehen.
Folgende Erfahrungswerte gelten dabei als Zusammenhang zwischen Index und erforderlichen
Restbuchwerten in Tausend Euro (woraus sich dann das notwendige Investitionsbudget
ableiten lässt).
Index
0.70
0.85
0.90
1.00
1.10
1.30
1.50
Service
0
100
300
675
900
1.400
2.500
Verkauf
0
100
300
425
750
1.200
2.000
Verwaltung
0
100
180
240
400
750
1.000
2.3.2 Planwerte
Sowohl Ihre Hausbank wie auch Ihr Hersteller erwarten eine einigermaßen zuverlässige
Planung der wichtigsten Umsatzgrößen.
2.3.3 Finanzen
Falls in dem von Ihnen gewählten Szenario die Finanzentscheidungen freigegeben sind, sollten
Sie Ihre kurz- und langfristigen Kredite so anpassen, dass Sie über ausreichend Liquidität zur
Finanzierung Ihrer Investitionen und des operativen Geschäfts verfügen. Sie haben die Wahl
zwischen kurz- und langfristigen Krediten. Bedenken Sie, dass Ihnen langfristige Kredite
Planungssicherheit geben und (in der Regel) auch günstigere Zinssätze haben, allerdings
besteht keine Möglichkeit den Kredit vorzeitig zu tilgen.
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Sie können also zur Finanzierung Ihrer Investitionen und des operativen Geschäfts kurzfristige
und / oder langfristige Kredite aufnehmen. Nicht benötigte Liquidität kann in festverzinslichen
Wertpapieren angelegt werden. Kurzfristige Kredite und die Anlage in Wertpapiere wirken für
genau eine Periode. Der langfristige Kredit wird auf 10 Jahre abgeschlossen und wird erst
nach Ende des Spiels zurückgezahlt.
Folgende Konditionen gelten dabei:
Finanzen
Verzinsung
Kurzfristiger Kredit
6.5 %
Langfristiger Kredit
5 %
Überziehungskredit
9 %
Wertpapiere
2 %
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3
Leitfaden für die Entscheidungsfindung
Nachdem Sie die Teilnehmerberichte der Periode analysiert haben, ist es sinnvoll, Ihre
Strategie zu überdenken und zu überprüfen, inwieweit Sie Ihre Ziele erreicht haben sowie Ihre
Ergebnisse mit der Konkurrenz zu vergleichen. Teilnehmerberichte, wichtige Kennzahlen und
Größen werden im Anhang (Teil 2 des Handbuchs) genau erklärt. Nach dieser Analyse
beginnen Sie mit den Entscheidungen für die nächste Periode.
3.1
Fahrzeugverkauf
•
Mit welcher Strategie soll unser Unternehmen am Markt aktiv sein?
•
Welche Veränderungen am Markt sind der Wirtschaftsprognose zu entnehmen?
•
Welche Absatzzahlen können zu welchen Nettopreisen (d.h. nach Rabatten) in den
jeweiligen Fahrzeugsegmenten erzielt werden?
•
Welche Mindest- und Maximalbestellmengen gibt es für die jeweiligen Fahrzeugsegmente?
Über welche Lagerbestände verfügen Sie derzeit?
•
Wie sind die absatzpolitischen Instrumente (Werbung, Promotionen, Verkäufereinsatz und
deren Schulung etc) einzusetzen, um einerseits der Strategie, andererseits auch den
Rahmenbedingungen der aktuellen Geschäftsperiode gerecht zu werden?
•
Mit der Inzahlungnahme wie vieler Gebrauchtfahrzeuge ist zu rechnen? Wie hoch ist Ihr
Lagerbestand? Wie viele Fahrzeuge sollen Sie im freien Ankauf erwerben?
•
Welche absatzpolitischen Maßnahmen sollen für die Gebrauchtfahrzeuge ergriffen werden?
•
Passt die Personalplanung im Verkauf zu den anderen Planungen?
3.2
Service
•
Wie hoch ist
Kundenbasis?
•
Mit welchem Absatz an Zubehör rechnen Sie und welche absatzpolitischen Maßnahmen
halten Sie dabei für notwendig?
•
Welche absatzpolitischen Maßnahmen halten Sie für die Werkstatt für sinnvoll?
•
Welchen Preis möchten Sie für einen Arbeitswert verlangen?
•
Mit welcher Inanspruchnahme Ihrer Werkstattkapazitäten rechnen Sie und wie verteilt sich
die Nachfrage auf die einzelnen Fahrzeugsegmente und nach Tätigkeiten?
•
Passt die Personalplanung (Einstellungen, Schulungen) zu den Kapazitäten, entsprechen
Personalqualifikation und Wartezeiten Ihrem angestrebten Servicegrad?
•
Welche Strategie verfolgen Sie bei der Lagerhaltung in Bereich Zubehör und Ersatzteile?
3.3
Ihr
Anteil
am
Gesamtfahrzeugbestand
und
damit
Ihre
potentielle
Investitionen, Planung und Finanzen
•
Sind Ihre Investitionen ausreichend für die angestrebte Qualität Ihrer Verkaufsräume, des
Service- und des Verwaltungsbereichs?
•
Sind Ihre Planwerte erzielbar?
•
Verfügen Sie über ausreichend Liquidität zur Finanzierung der Investitionen und des
operativen Geschäfts?
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