Aussagenlogik - Mathematik

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Christian Eisentraut & Julia Krämer
www.vorkurs-mathematik-informatik.de
Mathematik-Vorkurs für Informatiker
Aussagenlogik1
Aufgabe 1. (Wiederholung wichtiger Begriffe)
Notieren Sie die Definitionen der folgenden Begriffe aus dem Kopf ohne im Skript nachzuschlagen und korrigieren Sie dann ihre Lösungen:
(a) Konjunktion
(b) Disjunktion
(c) notwendig
(d) hinreichend
(e) Implikation
(f) Äquivalenz
(g) Tautologie
(h) Kontradiktion
(i) erfüllbar
(j) Logische Gleichheit
Kategorie 1
Aufgabe 2. (Wiederholung - etwas anders)
Sie möchten ein Übersetzungsprogramm von Deutsch nach Aussagenlogik und von Aussagenlogik nach Deutsch schreiben. Wie gehen Sie vor? Worauf müssen Sie achten?
Wovon glauben Sie, dass es sehr leicht funktionieren wird, was könnte Ihrer Meinung
nach Probleme bereiten?
Kategorie 2
Aufgabe 3. (Aussagen)
Entscheiden Sie, ob die folgenden Sätze Aussagen sind. Geben Sie jeweils auch an, warum
es sich Ihrer Meinung nach um eine/keine Aussage handelt.
Kategorie 3
Beispiel
• In Saabrücken regnet es. — Ein Blick aus dem Hörsaal liefert die Antwort:
Entweder regnet es oder es regnet nicht, man kann also eindeutig mit “Ja”
oder “Nein” antworten. Damit handelt es sich bei diesem Satz um eine Aussage.
1
Die vorlegende Sammlung an Übungsaufgaben erstellt von Christian Eisentraut und Julia Krämer
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unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz. Weitere Hinweise finden Sie unter http:
//creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/.
1
• Alle Feen haben Zauberstäbe. – Bei diesem Satz ist es, – erstaunlicherweise –
egal, ob es Feen gibt oder nicht, um zu entscheiden, ob es sich um eine Aussage
handelt. Gibt es Feen, so kann man entscheiden, ob alle einen Zauberstab
besitzen oder nicht. Gibt es keine Fee, so gibt es auch keine Fee, die keinen
Zauberstab hat und der Satz wäre wahr. a Damit können wir in jedem Fall
den Wahrheitswert des Satzes eindeutig festlegen und damit handelt es sich
um eine Aussage.
a
Wenn Ihnen diese Argumentation seltsam vorkommt, müssen Sie sich noch etwas gedulden. Im
Kapitel Prädikatenlogik werden wir noch näher darauf eingehen.
(a)
(b)
(c)
(d)
(e)
(f)
(g)
(h)
(i)
(j)
(k)
(l)
(m)
Alle Rosen sind rot.
Wie geht es dir?
Guten Tag!
Morgen ist Mittwoch.
4+3=7
Sei x = 3 + 5.
Autos haben vier Räder und Computer brauchen Strom.
Mir geht es gut und wie geht es dir?
4 + 3 = 8 und 4 − 1 = 2
Heute ist das Wetter schön oder nicht?
Ein Monat hat 30 Tage oder eine Woche hat 8 Tage.
Wenn du da bist, ruf mich bitte an!
Wenn 9 + 3 = 12, dann ist heute Dienstag.
Lösung.
(a) Alle Rosen sind rot. – Hierbei handelt es sich um eine Aussage, da wir eindeutig
sagen können, dass der Satz (in diesem Fall) falsch ist, es gibt ja auch rosa, orange,
weiße und schwarze Rosen.
(b) Wie geht es dir? – Eine Frage ist keine Aussage.
(c) Guten Tag! – Der Satz ist ein Ausruf und damit keine Aussage.
(d) Morgen ist Mittwoch. – Ist heute Dienstag, so ist dieser Satz wahr, ansonsten
falsch. Damit handelt es sich um eine Aussage.
(e) 4 + 3 = 7 – Von Gleichheiten, die nur Zahlen enthalten, kann man immer entscheiden, ob sie wahr oder falsch sind. Damit handelt es sich bei solchen Sätzen immer
um Aussagen.
(f) Sei x = 3 + 5. – Hier wird die Variable x definiert, damit ist dieser Satz keine
Aussage, da man von Definitionen nicht entscheiden kann, ob sie wahr oder falsch
sind.
(g) Autos haben vier Räder und Computer brauchen Strom. – Dieser Satz wird durch
ein “oder” aus zwei Aussagen zusammengesetzt. Damit handelt es sich wieder um
eine Aussage.
(h) Mir geht es gut und wie geht es dir? – Obwohl dieser Satz eine “und” enthält,
handelt es sich hierbei um eine Frage und nicht um eine Aussage.
2
(i) 4 + 3 = 8 und 4 − 1 = 2 – Beide Teilsätze sind Aussagen, damit ist auch ihre
“und”-Verknüpfung eine Aussage.
(j) Heute ist das Wetter schön oder nicht? – Hierbei handelt es sich um eine Frage
und damit nicht um eine Aussage.
(k) Ein Monat hat 30 Tage oder eine Woche hat 8 Tage. Beide Teilsätze sind Aussagen,
damit auch ihre Verknüpfung durch “oder”.
(l) Wenn du da bist, ruf mich bitte an! – Hierbei handelt es sich um eine Bitte und
damit nicht um eine Aussage.
(m) Wenn 9+3 = 12, dann ist heute Dienstag. – Die beiden Teilsätze sind Aussagen. Da
auch “wenn-dann” Aussagen zu neuen Aussagen verbindet, handelt es sich hierbei
um eine Aussage.
Aufgabe 4. (Syntax – Anwendung der Grammatik)
Sind die folgende Ausdrücke bezüglich der Grammatik für aussagenlogische Ausdrücke
korrekt? Nehmen Sie an, dass φ und ψ Metavariablen sind.
Beispiel
p∨p p – Mit der Grammtik ist es nicht möglich zwei aufeinander folgende Variablen
abzuleiten, damit ist der Ausdruck nicht gültig.
(a)
(b)
(c)
(d)
(e)
(f)
⊤∨
φ∨ψ
p
qp
p ∧ ∨q
p∨q
Geben Sie nun einfache Regeln an, mit denen man bestimmen kann, ob etwas zur Sprache
der Aussagenlogik gehört oder nicht.
Lösung.
(a) ⊤∨ – Nein, denn ∨ benötigt immer zwei Operanden.
(b) φ ∨ ψ – Geht man davon aus, dass φ und ψ Metavariablen sind, so handelt es sich
nicht um einen aussagenlogischen Ausdruck, denn Metavariablen gehören nicht zur
Sprache dazu.
(c) x – x ist eine Aussagenvariable und nach der Grammatik der Aussagenlogik ableitbar.
(d) x y – Es können keine zwei Aussagenvariablen direkt aufeinanderfolgen.
(e) p ∧ ∨q - Es können keine zwei Operatoren direkt aufeinander folgen.
(f) p ∨ q – Da p und q Aussagenvariablen sind, handelt es sich hierbei um einen
korrekten aussagenlogischen Ausdruck.
3
Kategorie 3
Aufgabe 5. (Syntax - mehr Struktur (1))
Geben Sie Strukturbäume zu folgenden Aussagen an:
(a) ⊤ ∧ ⊥ ∨ ⊤ ∨ p → q ↔ r ∧ ⊤
(b) p → q → r ∧ s ∨ q
(c) r ↔ s ∧ q
Kategorie 3
Lösung.
↔
→
→
∨
∨
q
r
→
p
⊤
∧
r
∨
q
∧
p
∧
⊤
∧
↔
s
q
∧
⊤
⊥
q
r
q
s
Aufgabe 6. (Syntax – mehr Struktur (2))
Nun die umgekehrte Richtung: Geben Sie Ausdrücke zu folgenden Strukturbäumen an:
Kategorie 3
∧
→
∨
p
q
→
¬
∧
r
∨
s
p
∧
⊤ ⊤
↔
r
⊥
⊤
⊥
Lösung.
(a) (p ∨ q) ∧ (r → s)
(b) (¬(p ∨ ⊤)) ∧ ((⊤ ∧ ⊥) → r)
(c) ⊤ ↔ ⊥
Aufgabe 7. (Strukturbäume – mal anders)
Zeichnen Sie Strukturbäume von einem aussagenlogischen Ausdruck φ, der den folgenden
Bedingungen genügt:
4
Kategorie 3
Beispiel
φ enthält eine Äquivalenz, deren beide Operanden wieder zusammengesetzt sind,
aber mittels verschiedenen Operatoren. – Unser Strukturbaum muss mindestens
einen Knoten enthalten, der mit ↔ beschriftet ist. Darüber hinaus dürfen die Knoten an den ausgehenden Kanten weder ⊤, ⊥ noch Aussagenvariablen sein, sondern
müssen Operatoren sein. Außerdem müssen diese Operatoren verschieden sein. Wir
geben ein paar mögliche Beispiele an. Seien dazu im Folgenden p, q und r Aussagevariablen.
¬
↔
↔
∧
⊤
p
r
→
⊕
∨
⊥
q
r
⊥
p
(a) φ ist die Negation einer Konjunktion.
(b) φ ist eine Implikation, deren Prämisse eine Konjunktion ist.
(c) φ enthält eine Konjunktion, eine Disjunktion und eine Implikation, aber die Wurzel
ist mit keinem dieser Operatoren beschriftet.
(d) φ enthält sowohl des exklusive Oder als auch das normale Oder, aber keiner von
beiden Operatoren hat einen zusammengesetzten Operanden.
Lösung.
Seien im Folgenden p und q Aussagevariablen.
→
¬
∧
p
∧
q
p
↔
→
⊥
q
∨
∧
p
⊥
⊥
q
TT
Aufgabe 8. (Wahrheitstafeln – Grundlegendes)
Füllen Sie die folgenden Wahrheitstafeln aus. Sammeln Sie alle Gesetzmäßigkeiten, die
Ihnen auffallen.
Hinweis: Verwenden Sie die Semantik J·K zum Bestimmen der Werte der aussagenlogischen Ausdrücke. Notieren Sie dabei jeden Zwischenschritt.
5
Kategorie 3
Beispiel
p q (p ∧ q) ∨ (p → q)
f
f
w
f w
w
w f
f
w w
w
Der Wert in der ersten Zeile der Tabelle wird nun mit Hilfe der Semantik bestimmt:
JpK = f, JqK = f. Nach Definition der Semantik gilt: Jp ∧ qK = f und Jp → qK = w. Sei
φ := p ∧ q und ψ := p → q, dann Jφ ∨ ψK = w nach der semantischen Abbildung,
da JφK = f und JψK = w. (Hier ist nur ein Beispiel gegeben, man muss mit allen
weiteren Zeilen genauso verfahren.)
Die Aussage ist logisch äquivalent zur Implikation. Um die Wahrheitswerte einer
“oder”-Verknüpfung zu bestimmen, muss man nur solange einen Teilausdruck auswerten bis einer der beiden wahr wird.
Die
p
f
f
w
w
erste Tabelle dient zur Wiederholung der Operatoren:
q ⊤ ⊥ ¬p p ∨ q p ∧ q p → q p ↔ q p ⊕ q
f
w
f
w
¬(p ∨ q)
p
f
f
w
w
q
f
w
f
w
p
f
w
¬(¬p)
p
f
f
w
w
q
f
w
f
w
¬p ∧ ¬q
p∧⊤
p→⊥
p∨⊤
¬(¬p ∧ ¬q)
¬(p ∧ q)
p⊕⊤
¬p ∨ ¬q
p∨⊥
¬(¬p ∨ ¬q)
p∧p
p∧⊥
p∨p
p⊕⊥
(p ∨ q) ∧ ¬(p ∧ q)
¬p ∨ q
6
Lösung.
p
f
f
w
w
q
f
w
f
w
⊤
w
w
w
w
⊥
f
f
f
f
p
f
f
w
w
q
f
w
f
w
¬(p ∨ q)
w
f
f
f
p
f
w
¬(¬p)
f
w
p
f
f
w
w
q
f
w
f
w
¬p
w
w
f
f
p∧q
f
f
f
w
¬p ∧ ¬q
w
f
f
f
p∧⊤
f
w
p→⊥
w
w
f
f
p∨q
f
w
w
w
p∨⊤
w
w
p→q
w
w
f
w
¬(p ∧ q)
w
w
w
f
p⊕⊤
w
f
¬(¬p ∧ ¬q)
f
w
w
w
p↔q
w
f
f
w
¬p ∨ ¬q
w
w
w
f
p∨⊥
f
w
¬(¬p ∨ ¬q)
f
f
f
w
p⊕q
f
w
w
f
p∧p
f
f
w
w
p∧⊥
f
f
p∨p
f
f
w
w
p⊕⊥
f
w
(p ∨ q) ∧ ¬(p ∧ q)
f
w
w
f
¬p ∨ q
w
w
f
f
Aufgabe 9. (Wahrheitstafeln – nun in Schwerer)
Die folgenden Tabellen enthalten schwere Ausdrücke. Ihre Aufgabe ist es nun, die Tabellen auszufüllen. Verwenden Sie dazu die Gesetzmäßigkeiten und Tricks, die Sie in
Aufgabe 8 gefunden haben.
Sie müssen die Zwischenschritte, die in der aussagenlogischen Semantik zum Auswerten
von Ausdrücken notwendig sind, nicht explizit aufschreiben.
p
f
f
w
w
q
f
w
f
w
(p ∧ q ↔ p) → q ↔ p
p
f
f
w
w
q
f
w
f
w
p∧q∨p⊕q ↔p→q
p→p→q
p↔p↔p
p → q ∨ p ∧ ¬q ∧ p
p∨q∨p∨q →p
¬q ∧ ¬p ∨ q
¬p ∨ q → ¬q → ¬p
7
Kategorie 3
Lösung.
p
f
f
w
w
q
f
w
f
w
p∧q ↔p→q ↔p
w
w
w
w
p→p→q
w
w
f
w
p
f
f
w
w
q
f
w
f
w
p∧q∨p⊕q ↔p→q
f
w
f
f
p↔p↔p
f
f
w
w
p → q ∨ p ∧ ¬q ∧ p
w
w
w
w
p∨q∨p∨q →p
w
f
w
w
¬q ∧ ¬p ∨ q
w
w
f
w
¬p ∨ q → ¬q → ¬p
w
w
w
w
Aufgabe 10. (Was ist die Baumdarstellung genau?)
Warum gibt es keinen Sinn w bzw. f als Blatt in der Baumdarstellung zu benutzen?
Diskutieren Sie!
Kategorie 4
Gruppenaufgabe
Lösung.
Die Baumdarstellung für aussagenlogische Ausdrücke ist eine Möglichkeit klammerungsfrei die Hierarchie der Operatoren auszudrücken. Da man mit der Baumdarstellung zwar
die Erscheinungsform der Ausdrücke, nicht aber ihre Bedeutung ändert, handelt es sich
hierbei um eine syntaktische Umformung. Strukturbäume sind in der Tat nur eine andere
Aufschreibweise und damit rein syntakischer Natur.
Aufgabe 11. (Logische Äquivalenzen)
Sie wollen beweisen, dass p ∧ p ≡ p gilt. Wie würden Sie Vorgehen? Ist es möglich einen
Beweis per Wahrheitstabelle zu führen? Können Sie Ihr Vorgehen auch auf einen Beweis
wie den folgenden anwenden: Für alle natürlichen Zahlen n gilt: Ist n2 gerade, so ist
auch n gerade.
Kategorie 4
Aufgabe 12. (Hinreichend vs. Notwendig)
Formulieren Sie die folgenden Aussagen in aussagenlogische Ausdrücke um, indem Sie
zunächst für jede Teilaussage eine Aussagenvariable definieren und dann die Teilaussagen
mit den bekannten aussagenlogischen Operatoren verbinden.
Kategorie 4
Beispiel
Einen Führerschein zu haben ist notwendig dafür, dass man Autofahren darf. –
q :=
p :=
}|
{
z
z
}|
{
Einen Führerschein zu haben ist notwendig dafür, dass man Autofahren darf .
8
Also: q → p. Notwendige Aussagen stehen vereinfacht gesagt immer rechts in der
Implikation, hinreichende Aussagen immer links.
(a) Wenn die Blumen nicht gegossen worden sind, dann ist es hinreichend dafür, dass
es geregnet hat, so dass man die Blumen nicht zu gießen braucht.
(b) 4 + x = 8 ist notwendig und hinreichend dafür, dass x = 4.
(c) In einem Raum, in dem es nur ein Fenster und keine Tür oder sonstige Öffnungen
gibt, ist die Tatsache, dass das Fenster offen ist, notwendig dafür, dass frische Luft
hineinkommt.
(d) Das jemand Kuchen gebacken hat, ist notwendig dafür, dass man Kuchen essen
kann.
(e) Keine Bewölkung am Himmel ist notwendig aber nicht hinreichend dafür, dass die
Sonne scheint.
(f) Dass die Bäume Blätter haben ist hinreichend dafür, dass es nicht Winter ist.
(g) Verkehrsregeln sind notwendig, aber nicht hinreichend um Unfälle zu vermeiden.
(h) In der Mensa zu essen, ist hinreichend dafür zu wissen, wo sie ist.
Lösung.
(a)
(b)
(c)
(d)
(e)
(f)
p :=
}|
{
z
Wenn die Blumen nicht gegossen worden sind, dann ist es hinreichend dafür, dass
r :=
q :=
z
}|
{
z }| {
es geregnet hat, dass man die Blumen nicht zu gießen braucht. – p → (r → q)
p :=
q :=
z }| {
z }| {
4 + x = 8 ist notwendig und hinreichend dafür, dass x = 4 . – p ↔ q
p :=
z
}|
{
In einem Raum, in dem es nur ein Fenster und keine Tür oder sonstige Öffnungen gibt
q :=
r :=
z
}|
{
z
}|
{
, ist die Tatsache, dass das Fenster offen ist, notwendig dafür, dass frische Luft hineinkommt
. – p → (r → q)
p :=
q :=
z
}|
{
z
}|
{
Das jemand Kuchen gebacken hat, ist notwendig dafür, dass man Kuchen essen kann
.–q→p
p :=
z
}|
{
Keine Bewölkung am Himmel ist notwendig aber nicht hinreichend dafür, dass
q :=
z
}|
{
die Sonne scheint . – q → p
q :=
p :=
}|
{
z
}|
{
z
Dass die Bäume Blätter haben ist hinreichend dafür, dass es nicht Winter ist.–
p→q
9
q :=
p :=
z
}|
{
z
}|
{
(g) Verkehrsregeln sind notwendig, aber nicht hinreichend um Unfälle zu vermeiden .
–q→p
p :=
q :=
z
}|
{
z
}|
{
(h) In der Mensa zu essen , ist hinreichend dafür zu wissen, wo sie ist. – p → q
Aufgabe 13. (Verzwickt!)
Paul, Paula und Pauline liegen im Streit um das letzte Stück Kuchen. Nachdem Sie das
Stück letztendlich geteilt haben, wollen Sie herausfinden, wer mit dem Streit angefangen
hat.
Paul sagt: “Einer von uns hat auf jeden Fall mit dem Streit angefangen.”
Paula sagt: “Es ist nicht wahr, dass wenn ich nicht der Täter bin, Pauline der Schuldige
ist.”
Pauline sagt: “Wenn Paul Schuld ist, dann sind Paula und ich nicht Schuld.”
Finden Sie den Schuldigen!
Lösung.
Wir stellen die Aussagen mittels aussagenlogischer Ausdrücke dar. Die einzige Belegung,
für die alle drei Aussagen wahr werden, gibt an, wer der Schuldige ist. Sei dazu p :=
Paul ist der Schuldige, q := Paula ist die Schuldige und r := Pauline ist die Schuldige.
Dann sehen unsere Aussagen so aus:
p∨q∨r
¬(¬q → r)
p → ¬(q ∧ r)
Die dazugehörigen Wahrheitstabellen:
p
f
f
f
f
w
w
w
w
q
f
f
w
w
f
f
w
w
r
f
w
f
w
f
w
f
w
p∨q∨r
f
w
w
w
w
w
w
w
¬(¬q → r)
w
f
f
f
w
f
f
f
p → ¬(q ∧ r)
w
w
w
w
w
w
w
f
In der ersten Möglichkeit also ist Paul der Schuldige.
10
Kategorie 5
p
f
f
f
f
w
w
w
w
Hier
q r p ∨ q ∨ r ¬(¬q → r) p → ¬q ∧ ¬r
f
f
f
w
w
f w
w
f
w
w f
w
f
w
w w
w
f
w
f
f
w
w
f
f w
w
f
w
w f
w
f
w
w w
w
f
w
können wir keine eindeutige Antwort geben.
Aufgabe 14. (Logische Äquivalenzen beweisen)
Beweisen Sie die folgenden Äquivalenzen, indem Sie die eine Aussage in die andere mit
Hilfe der Gesetze der Aussagenlogik (und natürlich der Definition der Operatoren) umformen.
Beispiel
Zu zeigen Sie die Äquivalenz für beliebige Aussagenvariablen p,q und r:
p ∧ (q ∨ r) ≡ ¬(p → ⊥) → (q → ⊥) → p ∧ r
≡
≡
≡
≡
≡
p ∧ (q ∨ r)
(p ∧ q) ∨ (p ∧ r)
¬(p ∧ q) → (p ∧ r)
(¬p ∨ ¬q) → (p ∧ r)
(p → ⊥) ∨ (q → ⊥) → (p ∧ r)
¬(p → ⊥) → (q → ⊥) → p ∧ r
Distributivität
Definierbarkeit
De Morgan
Definierbarkeit
Definierbarkeit
(a) ((p ∨ q) ∧ (p ∨ ¬q) ∧ (¬p ∨ q) ∧ (¬p ∨ ¬q)) → r ≡ ⊤
(b) (¬p ∧ q) → ((q ∨ ¬r) → r) ≡ ¬(p → q) → (r → q) → r
(c) (p ∨ q) ∧ (q ∨ r) ≡ ¬((¬p → q) → ¬(¬q → r))
Lösung.
((p ∨ q) ∧ (p ∨ ¬q) ∧ (¬p ∨ q) ∧ (¬p ∨ ¬q)) → r Distributivität
p ∧ (q ∨ ¬q) ∧ ¬p(q ∨ ¬q) → r
tertium non datur
p ∧ ⊤ ∧ ¬p ∧ ⊤ → r
Identität, Assoziativität
p ∧ ¬p → r
tertium non datur
⊥→r
Definition- →
⊤
((¬p ∧ q) → (q ∨ ¬r)) → r
De Morgan
≡ ¬(p ∨ ¬q) → (q ∨ ¬r) → r
Definierbarkeit
(b)
≡ ¬(¬p → ¬q) → (¬q → ¬r) → r Definierbarkeit (zweimal)
≡ ¬(p → q) → (r → q) → r
≡
≡
(a)
≡
≡
≡
11
Kategorie 5
(p ∨ q) ∧ (q ∨ r)
De Morgan
≡ ¬(¬(p ∨ q) ∨ ¬(q ∨ r))
Definierbarkeit (zweimal)
(c)
≡ ¬(¬(¬p → q) ∨ ¬(¬q → r)) Definierbarkeit
≡ ¬((¬p → q) → ¬(¬q → r))
Aufgabe 15. (Tautologien, Erfüllbare Aussagen, Kontradiktionen)
Entscheiden Sie, ob die folgenden Aussagen Kontradiktionen, erfüllbar oder Tautologien
sind.
Hinweis: Verwenden Sie Ihr bisheriges Wissen über Gesetze der Aussagenlogik, Kontradiktionen und Tautologien. Wahrheitstabellen für die Ausdrücke auszufüllen ist sehr
aufwendig.
(a) p → p → q → p ↔ ⊥
(b) p ↔ q ∨ ¬q
(c) p ∨ q ∨ s ∨ r → ¬s
(d) p ∨ q ∨ s ∨ r → s
(e) ⊤ ∧ s ↔ s ∨ ⊥
(f) (s ⊕ p ⊕ r ↔ q) ∧ s ∨ p ∧ (q ↔ r → s)
Lösung.
(a) p → p → q → p ↔ ⊥ – Bei p → p → q → handelt es sich, wie bereits in
den Aufgaben gesehen, um eine Tautologie, damit ist der gesamte Ausdruck eine
Kontradiktion.
(b) p ↔ q ∨ ¬q – Der Ausdruck ist erfüllbar, da er zu w auswertet, falls alle Aussagenvariablen mit w belegt sind. Er ist keine Tautologie, da er für JpK = f immer zu
falsch auswertet (q ∨ ¬q wertet immer zu w aus).
(c) p∨q∨s∨r → ¬s – Dieser aussagenlogische Ausdruck ist erfüllt, wenn alle Variablen
mit f belegt sind. Ist s jedoch mit w belegt, so wertet der Ausdruck zu f aus. Damit
handelt es sich nicht um eine Tautologie.
(d) p ∨ q ∨ s ∨ r → s – Sin alle Variablen bis auf s mit w belegt, so wertet der Ausdruck
zu f aus, damit kann er keine Tautologie sein. Ist s jedoch mit w belegt, so wertet
er zu w aus. Damit ist er erfüllbar.
(e) ⊤ ∧ s ≡ s ∨ ⊥ – Beide Teilausdrücke der Äquivalenz sind logisch äquivalent zu s.
Damit handelt es sich bei dem Ausdruck um eine Tautologie.
(f) s ⊕ p ⊕ r ↔ q ∧ s ∨ p ∧ q ↔ r → s - Der Ausdruck ist keine Tautologie, da er für
p belegt mit f und allen anderen Aussagenvariablen belegt mit w falsch wird. Er
ist aber erfüllbar, da er zu w auswertet, falls alle Aussagenvariablen mit w belegt
sind.
12
Kategorie 3
Aufgabe 16. (Aussagenlogische Operatoren (1))
Was ist die kleinste Menge von aussagenlogischen Operatoren, die vollständig ist in dem
Sinne, dass Sie mit ihr alle anderen Operatoren darstellen können?
Kategorie 5
Finden Sie eine noch kleinere Menge, wenn Sie sich neue Operatoren überlegen, die Sie
bisher nicht kennengelernt haben?
Lösung.
Mann kann jeweils mit ¬ und ∧ und mit ¬ und ∨ alle anderen Operatoren darstellen.
Eine kleinere Menge findet sich auf dem ersten Wochenübungsblatt.
Aufgabe 17. (Aussagenlogische Operatoren (2))
Wieviele verschiedene aussagenlogische Operatoren mit n Operanden sind denkbar?
Kategorie 5
Hinweis: Suchen Sie alle möglichen Verknüpfungen von n Operanden, so dass es für je
zwei Operanden mindestens eine Belegung gibt, so dass diese sich voneinander unterscheiden.
Aufgabe 18. (Logik verallgemeinert)
Können Sie sich eine sinnvolle Logik vorstellen, die mehr Wahrheitswerte kennt als w
und f? Kann man noch Operatoren darauf definieren? Könnten Sie sich eine Anwendung
vorstellen? Diskutieren Sie!
Kategorie 6
Aufgabe 19. (Normalformen)
In der Informatik und Mathematik, gibt es kanonische Formen für Formeln. Wir definieren hierfür Literale: Sei φ ein Atom. Dann sind φ und ¬φ Literale.
Kategorie 6
Definition 1 (Normalform) Seien (li,j ) Atome und mi natürliche Zahlen. Man sagt, eine
Formel ist in konjunktiver Normalform, falls sie eine Konjunkton von Disjunktionen
mi
n ∨
∧
von Literalen ist, also falls sie die Form
li,j hat. Eine Formel ist in disjunktiver
i=1 j=1
Normalform, falls sie eine Disjunktion von Konjunktionen von Literalen ist, also die
mi
n ∧
∨
Form
li,j hat.
i=1 j=1
Kann man alle Formeln in konjunktive bzw. disjunktive Normalform bringen? Wenn ja,
geben Sie einen entsprechende Vorgehensweise an, wenn nein, begründen Sie.
13
Gruppenaufgabe
Aufgabe 20. ((R-)Evolution)
Stellen Sie sich vor, es gäbe keine Logik.
(a) Überlegen Sie, welche Konsequenzen jegliches Fehlen von Logik hätte.
(b) Sie wollen nun dem ungeordneten Denken, Schließen und Diskutieren ein Ende
setzen und mit Logik die Argumentation vereinfachen. Wie würden Sie so eine
Logik gestalten?
14
Kategorie 6
Gruppenaufgabe
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