Stahlschrott unter erheblichem Preisdruck, kurzfristiges Ende nicht

Werbung
Kundeninformation Stahlschrottpreise
Oktober 2015
08.10.2015
Stahlschrott unter erheblichem Preisdruck, kurzfristiges Ende nicht in Sicht
Der Preisverfall auf den weltweiten Schrottmärkten hält an. Allein in Deutschland fiel der Preis für
eine Tonne Schrott (Sortenmix) zwischen Juni und September 2015 um über 70 €/t. Für Oktober wird
eine Tendenz erkennbar, die einen Abschlag von weiteren 40 EUR/t wahrscheinlich macht. In
wenigen Monaten hat Schrott damit rund ein Drittel seines Marktwertes verloren.
• Bundeswirtschaftsministerium bei der Bewertung der deutschen Konjunkturaussichten bislang
vorsichtig optimistisch gestimmt. Auch im Euroraum sei eine moderate konjunkturelle Erholung zu
erkennen gewesen. Prognosen der letzten Tage klingen allerdings deutlich zurückhaltender.
Aufseiten der Abnehmer unserer Rohstoffe hat sich zwar die Mengenkonjunktur verbessert. So
vermeldet die Wirtschaftsvereinigung Stahl für den Juli 2015 eine Stahlproduktion von 3,6 Mio.
Tonnen, was einem Plus von 5 % gegenüber dem Vorjahr entspreche, und für August sogar eine
Vorjahressteigerung um 11 % (3,4 Mio. Tonnen).
• Die deutsche Stahlindustrie meldet eine verbesserte Mengenentwicklung bei der Stahlproduktion
im Vergleich zum Vorjahr.
Allerdings sehen sich auch die Stahlproduzenten einem erheblichen Wettbewerbsdruck ausgesetzt.
So liefert China erhebliche Stahlmengen in fast alle Weltregionen. China produziert mittlerweile mit
mehr als 800 Mio. Tonnen Rohstahl im Jahr so viel Stahl wie der Rest der Welt. Aufgrund der dortigen
schwachen Konjunktur rechnen Insider mit Überkapazitäten von rund 300 Mio. Tonnen in China.
Allein dies entspreche einer fast doppelt so hohen Rohstahlproduktion, wie ganz Europa in einem
Jahr verbraucht.
• Der Wettbewerbsdruck sei aber enorm. China produziere mehr Rohstahl als der Rest der Welt
zusammen. Überkapazitäten führen zu einem spürbaren Preisverfall beim Stahl. China
überschwemmt die Märkte.
Letztlich versuchen die Produzenten, den Rohstoff Schrott durch alternative Materialien zu ersetzen.
Die Nachfrage nach Schrott sinkt und damit auch der Preis. Analysten der IKB Bank kommen nach
Auswertung langfristiger Statistiken zu der Erkenntnis, dass eine Trendwende erst Ende 2016 zu
erwarten sei.
• Schrottbedarf geht weiter zurück. Produzenten nutzen Alternativen wie Knüppel (u.a. aus China)
und Roheisen, die zu historisch günstigen Preisen am Weltmarkt angeboten werden.
Unabhängig davon wird die VW-Krise nicht ohne Auswirkungen auf die Automobil- und die gesamte
Zulieferindustrie bleiben.
Nicht in Vergessenheit geraten darf auch die Ukraine-Krise, die die Agrarmaschinenbranche und
damit auch die Gießereiindustrie erheblich beeinflusst. Viele Investitionen in Maschinen und Anlagen
liegen hier auf Eis.
Seite 1 von 2
E:\Handel\Rundschreiben Preisreduzierung im Oktober 2015.docx
Kundeninformation Stahlschrottpreise
Oktober 2015
08.10.2015
Auch beim Stahl ist ein erheblicher Preisverfall festzustellen. So habe im Januar 2014 der Preis für
eine Tonne Warmbreitband-Stahl noch bei rund 450 €/t gelegen – im August 2015 sei er auf 370 €/t
gefallen.
Außerdem ist der Preis für Eisenerz geradezu abgestürzt. Anfang Juli 2015 war die Tonne Eisenerz für
unter 50 USD zu haben – seit Mai 2014 bedeutet das eine Reduzierung von ca. 90 USD.
• Schrottpreis ist in der Folge in den letzten Monaten massiv gefallen.
Dabei waren bislang die Konjunkturaussichten nach Einschätzung des Bundeswirtschaftsministeriums
(BMWi) gar nicht schlecht. Die deutsche Wirtschaft befände sich in einem soliden Aufschwung und
sei auch in der Tendenz leicht aufwärts gerichtet, hieß es unter anderem noch im Septemberbericht.
Allgemein wurde in den letzten Monaten von einer guten und stabilen Stimmung in den meisten
Unternehmen berichtet. Auch die Weltwirtschaft sei relativ stabil gewesen. Das Wachstum habe sich
je nach Region mit gemäßigtem Tempo fortgesetzt. Selbst im relativ schwachen Euroraum sei eine
moderate konjunkturelle Erholung erkennbar gewesen. Neueste Prognosen klingen allerdings
deutlich vorsichtiger. Das BMWi verweist auf zuletzt schwache Auftragseingänge im verarbeitenden
Gewerbe und wenig verlässliche Impulse aus dem Nicht-Euroraum.
Seite 2 von 2
E:\Handel\Rundschreiben Preisreduzierung im Oktober 2015.docx
Herunterladen
Random flashcards
Erstellen Lernkarten