PRESSEMELDUNG Das Pollentagebuch: Neuer Service für

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PRESSEMELDUNG
Das Pollentagebuch: Neuer Service für Pollenallergiker in Deutschland!
Internet-Tagebuch ermöglicht europaweit neue Erkenntnisse über Pollenflug
Berlin, 28.05.2009 Eine bisher weitgehend ungeklärte Frage betrifft die Bestimmung
sogenannter Schwellenwerte bei Pollenallergikern. Das ist die Zahl an Pollen in der
Luft, die bei Patienten mit Heuschnupfen oder Pollenasthma allergische Beschwerden
auslösen. Eine neues Online-Pollentagebuch macht ab sofort eine europaweite
Erfassung von Patientensymptomen in Verbindung mit der Stärke des regionalen
Pollenflugs möglich - und erlaubt zukünftig hochinteressante Antworten.
Der „Schwellenwert“ ist von Patient zu Patient unterschiedlich, da die Empfindlichkeit der
Schleimhäute von Nase, Augen und Lungen unterschiedlich ausgeprägt und von
verschiedenen Faktoren wie beispielsweise Atemwegsinfekten, Stäuben am Arbeitsplatz und
Medikamenten beeinflusst wird. Daneben variieren diese Werte auch von Pollenart zu
Pollenart: so lösen bereits etwa zehn Pollen von Ambrosia plötzliche Nasenbeschwerden bei
Erkrankten aus. Von der Haselnuss müssen deutlich mehr Pollen in der Luft fliegen, um die
gleichen Symptome hervorzurufen. In Deutschland lösen zwischen fünf bis über 100 Pollen
pro Kubikmeter Luft der wichtigsten Arten Hasel, Erle, Birke, Gräser, Roggen, Beifuß und
Ambrosia bei Pollenallergikern die lästigen allergischen Symptome, wie tränende Augen,
Fliesnase, Niesattacken oder asthmatische Symptome wie Husten und Atemenge aus. Dabei
ist die Reaktion auf die Pollenbelastung ist bei jedem Allergiker anders.
Das neue Tagebuch ermöglicht Menschen mit Heuschnupfen, ihre aktuellen Beschwerden an
Augen, Nase und Lungen mit den Werten der Pollenaktivität von Orten, an denen sie sich
gerade aufhalten, zu verbinden. Die Ergebnisse geben Aufschluss über den persönlichen
Grund einer Verschlechterung oder Verbesserung der Symptome, beispielsweise im Urlaub
oder auf Geschäftsreisen. Die tägliche Protokollführung im neuen Internet-Pollentagebuch
unterstützt Allergiker jetzt dabei,
ihre Beschwerdeintensität und die Stärke des aktuellen
Pollenflugs schnell und selbst zu analysieren. Zudem erhalten die Tagebuchnutzer eine
individuelle Auswertung ihrer Pollensaison. Das Pollentagebuch unterscheidet sich von
bisherigen
Tagebüchern
vor
allem
durch
die
Berücksichtigung
des
tatsächlichen
Aufenthaltortes von Allergikern und die damit verbundene unmittelbare Verknüpfung mit ihren
Beschwerden. Erstmals kann die regional und individuell unterschiedlich empfundene
Pollenbelastung von jedem Betroffenen erfasst werden. Durch die Bereitstellung der
Pollendaten aus ganz Deutschland in der Europäischen Pollendatenbank (EAN), können
Patienten ab sofort täglich ihre Beschwerden mit dem regionalen Pollenflug in Verbindung
bringen - egal, wo in Europa sie sich gerade befinden. Es werden zum Vergleich mit ihren
Beschwerden immer die Messdaten der dem Aufenhaltsort (Postleitzahl) am Nächsten
liegende Meßstelle verwendet.
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Als Ergebnis dieser Datensammlung und Auswertung sind Allergiker zukünftig, ähnlich den
UV-Hauttypen, in verschiedene „Klassen“ einteilbar. Der deutsche Polleninformationsdienst
kann damit seine Vorhersagen
bezüglich des Risikos von Beschwerden bei bestimmten
Pollenmengen in der Luft verbessern und damit die Qualität der Prognosen steigern. Ärzten
ermöglicht das Pollentagebuch zukünftig noch bessere Unterstützung bei der Diagnose einer
Pollenallergie und einer Therapieoptimierung.
Das Online-Pollentagebuch ist eine Entwicklung des Österreichischen Pollenwarndienstes,
einer Einrichtung der Universitäts-HNO-Klinik am Wiener Allgemeinen Krankenhaus (AKH). Es
ist ein weltweit neues Hilfsmittel, das die Lebensqualität der Patienten sowie die Arbeit der
Allergologen und Wissenschaftler nachhaltig beeinflussen wird. Die Zusammenarbeit mit
anderen Ländern ist dabei sehr wichtig, da Pollen hunderte von Kilometern durch die Luft
fliegen können. Die Daten aller involvierten europäischen Länder werden in Wien gesammelt
und gemeinsam mit der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst ausgewertet. Es kann
auch geprüft werden, ob die bisher als Hauptverursacher angesehenen sieben Pollenarten die
eigentlichen Hauptallergene sind, oder weitere Pollenarten für Gruppen von Allergikern wichtig
sind.
Gemeinsam mit der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF), mit Sitz an der
Berliner Charité, initiiert und fördert die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID) aus
Bad Lippspringe jetzt dieses Projekt in Deutschland. Damit helfen sie, das Bewusstsein für
allergische Erkrankungen weiter zu verstärken und ermöglichen den Heuschnupfenallergikern,
ihrer Krankheit besser zu verstehen und mit ihr leben zu können.
Der Service ist im Internet unter http://phd.polleninfo.org oder www.pollenstiftung.de
kostenfrei in fünf Sprachen (deutsch, englisch, französisch, serbisch und türkisch) abrufbar.
Weiterführende Informationen über Pollenallergien und Pollenflugvorhersagen gibt es unter
www.ecarf.org und www.pollenstiftung.de.
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