NEUROBIOLOGIE - Basics – Prof. DDDr. Felix Tretter Psychologie LMU Q: 12/03/2012 123RF Limited 2006-2012 ÜBERSICHT I 1. Methoden, Erkenntnisprogramm - EEG, Bildgebung, Tierexperimente 2. Gehirn – Makroanatomie - Areale, altbekannte Funktionszuordnungen 3. Schaltkreise - wichtige Verbindungen zwischen Zentren 4. Lokale Netzwerke (Histologie) - Cortex (Arbeitsgedächtnis), Hirnstamm 5. Nervenzellen (Cytologie) - Strukturmerkmale 75 1 ÜBERSICHT II 6. Synapsen - Transmission, molekulare Strukturen 7. Intrazelluläres (Molekularbiologie) - Signalkaskaden u. Netzwerke - Genetik 8. Psychische Grundfunktionen - Wahrnehmung - Arbeitsgedächtnis - Emotionen - Wille - Empathie 76 ÜBERSICHT III 9. Zusammenfassung 10. Ausblick 77 2 LITERATUR: Bea, M.F., Connors, B.W. (2015):Neuroscience – Exploring the Brain. Kluver, New York Braus, D. (2014): Ein Blick ins Gehirn. Thieme Kandel, E., Schwartz, J., Jessell, T. (Hg) (2012): Neurowissenschaften: Eine Einführung. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg Shepherd, G. (1994). Neurobiology. Oford Univ. Press, Oxford Striedter,G.F. (2016). Neurobiology: A Functional Approach Oxford Univ. Press, Oxford Tretter, F. (2017). Sucht, Gehirn, Gesellschaft,. MWV, Berlin Kap. Zur Neurobiologie Tretter, F., Grünhut, C. (2010): Ist das Gehirn der Geist? Hogrefe, Göttingen Ward, J. (2015). The Student‘s Guide to Cognitive Neuroscience. Psychology Press, London PERSÖNLICHES 3 PERSÖNLICHER FORSCHUNGSHINTERGRUND Wie „machen“ Kortex-Zellen das Sehen ? Und: Wer sieht? FRAGESTELLUNG (Doktorarbeit bei Prof. G. Guttmann) Können kortikale Zellen, die selektiv auf bestimmte Reizaspekte, wie Kanten oder Ecken, reagieren (z. B. Simpel-Zellen, Komplex-Zellen und Hyperkomplex-Zellen) Buchstaben erkennen ? z.B. „A,“ wie aber dann „B“ ? Dreiecke …., Kreise …? Was ist „Erkennen“ ? 70Hz-Gamma-Oszillationen?....UNGEKLÄRT! UND: WER SIEHT? Lichtreiz D1 D1 Tretter als Jungforscher (1974) RF1 RF2 A Psychologie P3 +P4 GABA cells P5+P6 Thalamus „Kybernetik“ Neurobiologie => GammaOszillationen? (Singer) „BILDGEBUNG“ DER 1970er JAHRE - Neuro-Malerei am Mikroskop - Strukturmodell des visuellen Kortex (F.T.) Pyramidenzelle des Kortex (F.T.) 81 4 Network „Computational Systems Neuropsychiatry“ F. Tretter, M. Albus, O. Pogarell, D. Rujescu, H.W. Mewes, Ch. Turck et al. Psychiatry Systems Science / Computa9onal Science Neurobiology/ -­‐pharmacology D. Durstewitz H. Markram P. Dayan U. an der Heiden H. Schwegler G. Deco X-J. Wang R. Hoffmann E. Mendoza E. Voit A. Comte L. Qui H. Liljenstroem H. Emrich F-X. Vollenweider G. Gründer J. Scherer G. Winterer J. Gallinat R. Schloesser D. Rujescu R. Lanzenberger E. Meisenzahl A. Carlsson (2005) M. Koch W.E. Müller G.Grecksch P. Gebicke-Haerter H. Braun H. Westerhoff C. Turck D. Noble F. Iris A. Draguhn 82 Systems Psychiatry - Publications Schizophrenia 2006 PFC 2007 Molecular Systems Biology 2008 Addiction Synapse 2009 2010 WAKE 5HT REM NE 1 2 3 ACh 4 1 2 3 4 5 6 7 REM 8 HOURS OF SLEEP WAKING 7 2010 Depression Schizophrenia 2011 2012 SLEEP 23 7 23 7 Systems Biology of Oscillatory Proesses in Sleep and Mental F.Disorders Tretter 8 Sleep O. Pogarell D.Rujescu E. Meisenzahl H.W. Mewes 2013 2013 83 5 HIRNFORSCHUNG – METHODEN - s. Braus 2015 – 84 SUBSTRATE UND BEGRIFFE Gehirn ist ein Netzwerk von 100 Milliarden Neuronen, also ein Netzwerk von Netzwerken von Neuronen Nervenzellen (Neurone) = der kleinste Bausteine des Gehirns. Sie schauen aus wie kleine Pflanzen mit aufwärts und seitlich gerichteten Zweigen (Dendriten) und auch abwärts gerichteten langen Fasern (Axonen). Axone sind Fasern, die Signale (Aktionspotenzaile, Spikes) weiterleiten, die vom Neuron durch Verrechnungsprozesse generiert werden. Sie werden zu Muskeln, Drüsen usw. weitergeleitet. Zusätzlich verbinden sich die Fasern mit anderen Nervenzellenzum Beispiel die Zelle A mit Dendriten der Zelle B - über Kontaktstellen, die als Synapsen bezeichnet werden 85 6 „Synapse“: - Es gibt über 100 Billionen Synapsen im Gehirn - In der Synapse werden Signal-Substanzen emittiert, die als Transmitter bezeichnet werden - Innerhalb der Synapse gibt es Verschiedene Strukturen wie Rezeptoren und Rücktransporter der Transmitter - Die Bindung der Drogenmoleküle an diesem SteuerungsStrukturen kommt zu Stande, weil Ähnlichkeiten der Molekülstruktur zwischen Droge Transmitter und Rezeptor bestehen - Drogen verursachen Veränderungen der Informationsübertragung zwischen Neuronen und interferieren daher mit den jeweiligen Funktions-Modus des Gehirns 86 ZIEL: „Multi-level SYSTEM-PERSPEKTIVE für die NEUROPSYCHIATRIE“ ENVIRONMENT Bisher: Dissektion des isolierten Organismus vom Organ bis zu den Genen ⇒ Hohe Präzision, ⇒ aber geringe ökologische Validität BEHAVIOR BRAIN CIRCUITRY Kortex Thalamus Putamen Pallidum NEURONS Nun: Ziel der Rekonstruktion des dekomponierten Organismus; dies ist schwierig, da das Zusammenfügen der Einzelteile /befunde nicht das geschlossene Ganze ergibt ! SYNAPSE METABOLOME PROTEOME GENOME 87 7 => Gehirn als Organ der Person in der Welt ??? Kurze Geschichte der Kognitiven Neurowissenschaft GESCHICHTE DER NEUROPSYCHOLOGIE 7 © Psychology Press Q: Goschke 20013: https://tu-dresden.de/mn/psychologie/allgpsy/ressourcen/dateien/lehre/ lehreveranstaltungen/goschke_lehre/ss2013/folder-2013-04-15-9955666685/VL04-BildgebendeVerfahren.pdf?lang=de 8 STUDIENARTEN 1. “Baselinestudien”: PET- u. SPECT Studien bei Patienten und gesunden Kontrollen im Ruhezustand 2. “Therapiestudien”: Verlaufsuntersuchungen bei Patienten vor u. nach Therapie: Beurteilung der Therapieeffekte auf Metabolismus bzw. Perfusion mit PET und SPECT 3. “Provokationsstudien”: Untersuchung von Patienten z.B. mit Zwangsstörungen nach pharmakologischer Provokation bzw. nach Hervorrufen der Zwangssymptome durch Exposition oder Ideation 4. “Aktivierungsstudien”: PET- und fMRT-Studien zur Beurteilung der Hirnaktivierungen während verschiedener kognitiver TestParadigmen (z.B. hirnfunktionelle Untersuchung von expliziten, impliziten oder prozeduralen Gedächtnisleistungen); Vergleich von Patienten und gesunden Kontrollen 5. “Neurochemische Studien”, nuklearmedizinische Studien (PET, SPECT) mit Radioliganden: Untersuchung der Veränderungen auf Transmitter- und Rezeptorebene APPARATIVE METHODEN I - EEG / EP ...(Elektrophysiologie) * Millisekunden-Bereich * verschiedene Rhythmen u. elektrische Muster korrelieren m. best. Bewusstseinszuständen * Bedeutung der Gamma-Oszillationen (30-70 Hz, Freeman, Singer) - MEG (magnetische Komponente der neuronalen Ionenströme) * gute Ergänzung, etwas and. Bild der Aktivierung 9 EEG UND BEWUSSTSEIN ca. 15Hz ca. 10Hz ca. 5Hz ca. 3Hz EEG-Wellen sind mit verschiedenen Bewusstseinszuständen korreliert Alpha W.: entspannte Wachheit Beta W.: Aufmerksamkeit Gamma W.: Konzentration, Kognition Theta W.: Müdigkeit Delta: Tiefschlaf Beispiel Meditation: es treten hochamplitudige Wellen mit niedriger Frequenz (alpha-W.) vor allem über frontalen Gehirngebieten auf ES GIBT EINE KORRELATION ZWISCHEN GEHIRN UND (INTENSATIVEN) BEWUSSTSEIN, ABER DAS GEHIRN IST NUR EINE „NOTWENDIGE“, ABER KEINE „HINREICHENDE“ BEDINGUNG NEURONALE GAMMARHYTHMEN UND „ERKENNEN“ - Viele Elektroden - Unterschiedliche Frequenzen und Amplituden, durch Reiz-Exposition modulierbar (Pfeil in A) - Berechnung der Kohärenz der Wellen mit Detektion der GammaWellen - Exp.: „Grüne Buchstaben zählen“, immer wenn grün, dann Gamma; bei schwarzen B. nicht ! A B Q: Engel in: Becker u. Wunderlich 2007 10 MEDIKAMENTE – UNTERSCHIEDLICHE FREQUENZEN AN VERSCHIEDEN ORTEN Delta Theta Alpha-1 Alpha-2 Beta-1 Beta-2 Beta-3 HALOPERIDOL 3 mg CITALOPRAM 20 mg LORAZEPAM 2 mg METHYLPHENIDATE 20 mg Saletu B, Anderer P, Saletu-Zyhlarz GM. Clin EEG Neurosci. 2006;37:66-80. Copyright © 2006, EEG and Clinical Neuroscience Society (ECNS). 94 APPARATIVE METHODEN II . - CCT = craniale Computertomographie * typische Standardmethode - NMR/MRI/MRT = Magnetresonanztomographie * gut f. Strukturschäden, Auflösung ca. 1mm * zeitlich nur Sekunden-Bereich 11 Strukturelle Bildgebung Beruht auf unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften unterschiedlicher Gewebearten (Knochen, graue vs. weiße Substanz, cerebrospinale Flüssigkeit) Liefert statisches “Bild” des physikalischen Struktur des Gehirns VERGLEICH DER AUFLÖSUNG – CT VS. MRT Computertomographie (CT): Magnetresonanztomographie (MRT): - basiert auf Prinzipien der Kernspinresonanz - erzeugt Schnittbilder des Körpers - Vorteile • Nicht invasiv • Bessere räumliche Auflösung • Bessere Unterscheidung zwischen weißer und grauer Substanz Basiert auf unterschiedlicher Absorption von Röntgenstrahlen in Geweben unterschiedlicher Dichte © Psychology Press APPARATIVE METHODEN II SPET/SPECT = Single Photon-/ EinzelphotonenEmissionstomographie (nuklearmedizinisches Verfahren) um Stoffwechsel- und Blutflussprozesse darzustellen * Perfusionsstudien, Rezeptorstudien * Xenon per inhalationem, HWZ im Minutenbereich, rasche Geräte erforderlich; * auch sonstige radioaktiv markierte Substanzen auch Rezeptorliganden (R-Antagonisten) mit hoher R-Affinität (K <= 10-9 M; s.u.) * regionale Hirndurchblutung (rCBF) verändert durch Stimulation (z.B. Rechenaufgaben) PET = Positronen-Emissions-Tomographie * Perfusionsstudien (radioakt. H2O, usw.), GlucoseMetabolismus - Rezeptorliganden - noch nicht so verbreitet 12 PET-IMAGE Das Bild kann nicht angezeigt werden. Dieser Computer verfügt möglicherweise über zu wenig Arbeitsspeicher, um das Bild zu öffnen, oder das Bild ist beschädigt. Starten Sie den Computer neu, und öffnen Sie dann erneut die Datei. Wenn weiterhin das rote x angezeigt wird, müssen Sie das Bild möglicherweise löschen und dann erneut einfügen. 99 13 Q: Goschke 20013: https://tu-dresden.de/mn/psychologie/allgpsy/ressourcen/dateien/lehre/ lehreveranstaltungen/goschke_lehre/ss2013/folder-2013-04-15-9955666685/VL04-BildgebendeVerfahren.pdf?lang=de Neuroimaging and electrophysiological methods Brain activation Metabolism Regional cerebral blood flow Blood oxygen level Glucose consumption (PET, fMRT) Indirect signals are produced by brain metabolism and blood flow (glucose and oxygen for MRI/fMRI), and radioactive tracers (PET). Neural Signaling Electrical currents Release of neurotransmitters (EEG, MEG, Single cell recording) Direct brain signals are usually electromagnetic. (EEG, MEG, single-cell electrical recording, direct stimulation of neurons). Q: Goschke 20013: https://tu-dresden.de/mn/psychologie/allgpsy/ressourcen/dateien/lehre/ lehreveranstaltungen/goschke_lehre/ss2013/folder-2013-04-15-9955666685/VL04-BildgebendeVerfahren.pdf?lang=de 14 Near Infrared Spektroscopy (NIRS) * cerebrale Aktivität gut messbar, ohne Nebenwirkungen(leise) Diffusions-Tensor-Bildgebung (diffusion tensor imaging, DTI) magnetresonanztomografische Messung der Freiheitsgrade der Bewegung von Wassermolekülen, die durch zelluläre Membranstrukturen eingeschränkt, aber entlang der Nervenfasern größer sind; Moleküle können sich in myelinisierten Nervenfaserbündeln entlang der Axone ungehinderter bewegen als quer zu ihnen. - „Konnektivitätsanalysen“ + Pfadanalysen Methoden der Kognitiven Neurowissenschaft RAUM-ZEITLICHE UNSCHÄRFE – Eines od. das Andere, und wie Beides ? Methoden der Kognitiven Neurowissenschaft Temporal resolution Temporal resolution Spatial resolution Spatial resolution Invasiveness Invasiveness © Psychology Press. © Psychology Press. 12 12 Adapted from Churchland and Sejnowski (1988). Adapted from Churchland and Sejnowski (1988). 15 Konnektivitätsanalysen Ziel: • zu verstehen, wie Hirnregionen untereinander verbunden sind, miteinander interagieren und sich wechselseitig beeinflussen • Modelle der neuronalen Netzwerke zu entwickeln, die kognitiven und affektiven Prozessen zugrunde liegen Arten von Konnektivität • strukturell • funktionell • effektiv KONNEKTIVITÄTSANALYSEN Von Koaktivationen… … zu funktionalen Netzwerken ? Q: Goschke 2016 KONNEKTIVITÄTSANALYSEN Daten „Zentren“ Fasern Konnektivitätskarte Graphentheoretisches Modell A. Fornito et al. / NeuroImage xxx (2012) xxx–xxx 16 Strukturelle Konnektivität Muster der strukturellen Verbindungen (Faserstränge, synaptische Verbindungen) STRUKTURELLE KONNEKTIVITÄT zwischen Neuronen / Neuronenverbänden in verschiedenen Hirnregionen Konnektivität des Frontalkortex im Rattengehirn George, O., & Koob, G. F. (2010). Neurosci Biobehav Rev, 35(2), 232-247. Graphmodell der Konnektivität der Amygdala Nach Young et al. (1994). Rev. Neurosc. Pessoa, L. (2008). Nature Reviews Neuroscience, 9, 148-158. Q: Goschke 2016: Ein Beispiel: Aufgabenabhängige Modulation der funktionellen Konnektivität DIFFERENTIELLE FUNKTIONELLE KONNEKTIVITÄT des Präfrontalkortex Kongruente Bedingung WIEVIEL WORTE SEHEN SIE? Zahlen-Stroop-Aufgabe DREI DREI DREI Inkongruente Bedingung (Interferenz) VIER VIER VIER Zheng & Rajapakse, 2006 17 Deep Brain Stimulation * implantierte feine Elektroden bei M. Parkinson, Depression, Sucht (vgl. J. Delgado 1960er Jahre) * ersetzt den pathologischen Rhythmus der Basal Ganglien (BG) durch tonisches, hochfrequentes (HF) Feuern der Neurone. HIRNSTIMULATION I Magnetstimulation * starke pulsierende Magnetfelder über Magnetspule durch den Schädel hindurch (»transkraniell«) * als Therapie bei Depression - Gleichstrom-Applikation (20 min ca. 1 mA) über Schädelelektroden (transcranial direct current stimulation ; tDCS): * Anodenstrom fördert lokale Knoten der Informationsverarbeitung, bestimmte Präferenzen bei Entscheidungen.... bis zur Verdoppelung der Leistung * hält Stunden an, * Fehlersignale stärker, daher effektiveres Lernen 18 J Cogn Neurosci. 2008 Aug;20(8):1415-22. doi: 10.1162/jocn.2008.20098. Noninvasive brain stimulation improves language learning. Flöel A1, Rösser N, Michka O, Knecht S, Breitenstein C. Author information Abstract Anodal transcranial direct current stimulation (tDCS) is a reliable technique to improve motor learning. We here wanted to test its potential to enhance associative verbal learning, a skill crucial for both acquiring new languages in healthy individuals and for language reacquisition after stroke-induced aphasia. We applied tDCS (20 min, 1 mA) over the posterior part of the left peri-sylvian area of 19 young right-handed individuals while subjects acquired a miniature lexicon of 30 novel object names. Every subject participated in one session of anodal tDCS, one session of cathodal tDCS, and one sham session in a randomized and doubleblinded design with three parallel versions of the miniature lexicon. Outcome measures were learning speed and learning success at the end of each session, and the transfer to the subjects' native language after the respective stimulation. With anodal stimulation, subjects showed faster and better associative learning as compared to sham stimulation. Mood ratings, reaction times, and response styles were comparable between stimulation conditions. Our results demonstrate that anodal tDCS is a promising technique to enhance language learning in healthy adults and may also have the potential to improve language reacquisition after 110 stroke. Neuroimage. 2014 Jan 15;85 Pt 3:895-908. doi: 10.1016/j.neuroimage. 2013.07.083. Epub 2013 Aug 8. Battery powered thought: Enhancement of attention, learning, and memory in healthy adults using transcranial direct current stimulation. Coffman BA, Clark VP, Parasuraman R. Abstract This article reviews studies demonstrating enhancement with transcranial direct current stimulation (tDCS) of attention, learning, and memory processes in healthy adults. Given that these are fundamental cognitive functions, they may also mediate stimulation effects on other higher-order processes such as decisionmaking and problem solving. Although tDCS research is still young, there have been a variety of methods used and cognitive processes tested. While these different methods have resulted in seemingly contradictory results among studies, many consistent and noteworthy effects of tDCS on attention, learning, and memory have been reported. The literature suggests that although tDCS as typically applied may not be as useful for localization of function in the brain as some other methods of brain stimulation, tDCS may be particularly well-suited for practical applications involving the enhancement of attention, learning, and memory, in both healthy subjects and in clinical populations. 19 HIRNSTIMULATION II - Ähnliche Enhancement-Ergebnisse durch Magnetstimulation - Relevante Nebenwirkungen nicht bekannt (Epilepsie, Tumoren???) - Forschung bei der US Air Force, auch in Göttingen, Tübingen, Zürich („Neuro-Ökonomik“, E. Fehr) - Bereits kommerzielle Angebote für 150 -250 $ Probleme: analog der chemischen Hirnmodulation ? => Institute of Medicine in Washington, D.C., held a workshop in 2015 to explore the role of external brain stimulation in society. FORSCHUNG UND PRAXIS http://www.scientificamerican.com/ article/amping-up-brain-function/ Courtesy of Richard A. McKinley, USAF Ca. 150 $ http://thebrainstimulator.net/product/theadvanced-starter-kit-3x3/ 113 20 METHODOLOGISCHE RELFEXION EPISTEMOLOGIE / PHILOSOPHIE DER NEUROWISSENSCHAFT - „MOSAIK“ DER EMPIRISCHEN METHODEN (comp. Craver) Was ist ein Elefant? Sechs blinde Experten - Methode bestimmt das Konzept.... Ohr / Blatt Zahn / Rüssel/ Schwert Schlange Source: Voit 2012 Systems Biology 21 Produktion wissenschaftlichen Wissens : • Zyklieren zwischen empirischen Daten und Theorie und • zwischen qualitativer und quantitativer Forschung (comp. Systems Biology) EXPLORATORISCHES MODELLIEREN! qualitative THEORY quantitative qualitative EMPIRICAL RESEARCH quantitative Für das „Verstehen“ eines Phänomens braucht man „Theorie“… „Nichts ist praktischer als eine gute Theorie…(K.Lewin) DISSEKTION ALS METHODE UND „VERSTEHEN“? Organismus Organe Rekonstruktion Gewebe Zellen Moleküle Wissensbasis 22 Drei „spikende“ Neurone sind ein komplexes Prozess-­‐System... (vgl. Wolfgang Maass, TU Graz) Legende: Grün = Drenditen, blau = erregende S., rot = hemmende Syn., weiss = Spikes SYSTEM KOMPLEXITÄT Makroanatomische Komplexität: Konnektivität im Gehirn 64 Areale mit 1.134 (reziproken) Konnektionen (Edelmann & Tononi 2000). DATEN KOMPLEXITÄT 5760 spots Molekular biologische Komplexität: Genexpression (Gebicke-Haerter 2008) 286 spots 23 KOMPLEXITÄT – mögliche on-off Muster eines Netzwerks – Konstellationen 2^9=512 2^16 = 65536 2^25 = 33.554.432 25.06.14 WISSENSCHAFT ALS STRATEGIE ORDNUNG ZU ENTDECKEN von der komplexen Natur zum geordneten Bild From: Ursus Wehrli „KUNST AUFRÄUMEN“ 24 DEFINITIONEN - Was ist ein System ? Kopplungen – Definitionen und Typen von Modulen Struktur = - Eine Menge von Relationen - Typ der Konnektivität - Typ der Module ? A c tiv ity A B ESCALATOR t im e A c tiv ity ACT - IN H B WIE OPERIERT DAS „BELOHNUNGSSYSTEM“? - D2 Rezeptoren auf GABA-Neuronen ? ACT - ACT I A Ventral Tegmentum Nucleus Accumbens II A B t im e Dopamine Neurones OSC ILLATOR III A c tiv ity INH - INH A B a) A > B b) A < B GABANeurones t im e POLAR ISATOR 122 GEHIRN ALS INTEGRATIONSORGAN IM ORGANISMUS 123 25 DER ORGANISMUS UND DIE „ORGAN MEDIZIN“ -­‐ Systemmedizin kann helfen ? -­‐ HIRN HIRN Dissektion LUNGE LUNGE HERZ HERZ LEBER BAUCH Integration ? LEBER BAUCH 124 STRESS-PATHOLOGIE: UNIVERSELLE RELEVANZ DES GEHIRNS ALS FOKUS Control loops - Was sind die regulativen Prinzipien ? PHYSIOLOGIE PSYCHOLOGIE Amygdala etc. signalisieren downstream, evozieren noradenerge Reaktionen und eine adaptive down-regulation des StressReaktions-Systems mit „Allostasis“ Stressor, „Angstreiz “ wird wahrgenommen und bereits „präreflexives“ Verarbeiten evoziert somatische Reaktion PATHOLOGIE - Depression..Diabetes... Grafic S: Touma 26 REGULATIVE ORGANE UND ORGANREGULATION Gehirn u. Nerven system HormonSystem ImmunSystem - Depression • von endokrine Störungen gefördert (2x D/DM) • von immunsuppressiver Therapie gefördert - Antidepressiva fördern u. U: „Diabetes“ / ÜG Gehirn & Pankreas etc. => ORGANISMUS ALS ORGAN-NETZWERK ? Wie ist die Dynamik der molekularen Zusammenhänge verstehen ? Noradrenalin, Acetylcholin Adrenalin Gehirn Insulin, Glukagon Pankreas NNM Cortisol Blut-Gluk NNR GIT Muskel.-G. Fett-G. Ghrelin Leber Leptin Neun Komponenten, 72 mögliche unidirektionale Relationen => wie ist Synpose der Dynamik auf molekularer Ebene möglich ? ??? 27 BIO-PSYCHO-SOZIALES / „ÖKOLOGISCHES“ STÖRUNGSMODELL Psychosoziale Faktoren BEISPIELE Gehirn Vegetatives NS ImmunSystem Endokrines System Organe genetische Faktoren - endokrine Störungen fördern Depression - immunsuppressive Therapie fördert Depression - etc. pyhsiko-chemisch-biotische Umweltfaktoren Physiko-chemisch-biotische Umweltfaktoren GEHIRN - MAKROANATOMIE 129 28 GEHIRN UND NERVENSYSTEM - Hirnnerven, periphere Nerven, autonomes NS MASCHINE ? „LEBENDES SYSTEM? Q: 12/03/2012 123RF Limited 2006-2012 ZELLARCHITEKTUR DES GEHIRNS - GEBIETSEINTEILUNG 131 29 GEHIRN UND FUNKTION Kortex Präfrontaler Kortex (PFC): Arbeitsgedächtnis, Aufmerksamkeit Thalamus: Schaltstelle u. Filter für Wahrnehmung Stammganglien (Striatum): automatisiertes Verhalten Putamen Pallidum Nucleus Caudatus Limbisches System Nucleus Accumbens: Lustzustände Amygdala: Angst und Aggression Hippocampus: Gedächtnis anteriores Cingulum: Bewerten Mittelhirn Substanzia nigra: Dopamin-Zell-Zentrum ventrales Tegmentum: Dopamin-Zell-Zentrum GEHIRN Scheitellappen v Vorderlappen Frontaler Kortex 132 Hinterhauptslappen h v h Schläfenlappen A anteriorer cingulärer Kortex K o rt e x Limbisches System v h Homunculus Hirnstamm Nucleus accumbens m Amygdala B s Dopamin-System K o rt e x Striatum v Nucleus accumbens (Limbisches System) v h Thalamus C h 30 GEHIRN – MAKROANATOMISCHE STRUKTUREN Grosshirn Nucleus Caudatus Putamen Pallidum Thalamus Mittelhirn Mandelkern (Amygdala) Hippokampus 134 GEHIRN – MAKROANATOMISCHE STRUKTUREN mPFC = medialer präfrontaler Kortex AC = anteriores Cingulum DS = dorsales Striatum GP = Globus pallidus Thal = Thalamus VS = ventrales Striatum BNST = bed nucleus der stria terminalis AMG = Amygdala Hippo = Hippokampus OFC = orbitofrontaler Kortex 31 PRÄFRONTALER CORTEX:Aufmerksamkeit, Planen,Arbeitsgedächtnis ANTERIORES CINGULUM: Bewerten NUCLEUS ACCUMBENS: Lust, Belohung 5 PFC 5 VORNE STRIATUM: MotorikProgramme ACC 9 4 STR 6 HINTEN OFC 7 ORBITOFRONTALER CORTEX: Verhaltens-/ Impulskontrolle AMYGDALA: Affektive Bewertung NAc Am Hip 3 8 SN 1 CB VTA 2 HIPPOCAMPUS: Gedächtnis Tretter2011 Neuropsychologie – Auswahl einiger für Sucht wichtiger Hirnregionen MAKROEBENE - Reizinduzierte kortikale Aktivierung - v.a. anteriores cingulum (AC) - y = 50mm x = -3mm Grüsser et al. 2004 32 R. Uher et al. 2004 Funktionelle Kernspinuntersuchungen Aktivierung des anterioren Cingulums bei relevanten Reizen Das Bild kann nicht angezeigt werden. Dieser Computer verfügt möglicherweise über zu wenig Arbeitsspeicher, um das Bild zu öffnen, oder das Bild ist beschädigt. Starten Sie den Computer neu, und öffnen Sie dann erneut die Datei. Wenn weiterhin das rote x angezeigt wird, müssen Sie das Bild möglicherweise löschen Heroinabhängige –cue exposure - Daglish et al 2001 139 Freed 2007 33