Ernährung bei Krebserkrankungen

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Ernährung bei
Krebserkrankungen
Erlaubt ist, was gut tut
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Das Entscheidende bei allem Essen und Trinken, gerade
auch bei Krebs, ist die Freude und der Genuss. Die Freude
am Essen hält Leib und Seele zusammen!
Diese Schrift ist für Patienten und medizinische Laien gedacht, sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und
sie ersetzt nicht das Gespräch mit dem Arzt und / oder
Ernährungsberater.
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Inhalt
Ernährung bei Krebserkrankungen – erlaubt ist, was gut tut .... 4
Gutes Essen unterstützt das Allgemeinbefinden ....................... 6
Medikamenteneinnahme ......................................................... 8
Nach der Therapie.................................................................. 10
Wenn Sie keine Beschwerden haben ...................................... 11
Ernährungsberatung .............................................................. 12
Gewichtsverlust ..................................................................... 13
Tipps bei einzelnen Symptomen ............................................. 16
Tipps und Maßnahmen bei therapiebedingten Beschwerden.... 24
Ernährungstagebuch.............................................................. 30
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Ernährung bei Krebserkrankungen –
erlaubt ist, was gut tut
Das Leben mit Krebs ist ein anderes. Nichts scheint mehr,
wie es vorher war und vieles von dem, was vor der Erkrankung ganz normal war, ist es jetzt nicht mehr.
So nimmt auch das Thema Ernährung einen anderen
Stellenwert ein als vor der Erkrankung, und Sie stellen sich
vielleicht Fragen wie:
• Was darf ich essen, wie viel und in welchem
Rhythmus – oder ist das bei meiner Tumorerkrankung und Therapie egal?
• Welchen Einfluss kann eine Krebstherapie auf
mein Wohlbefinden haben, z.B. auf meinen
Appetit?
• Wie sieht es mit der Verträglichkeit meiner
gewohnten Nahrungsmittel aus?
• Und was kann ich im Zusammenhang mit meiner
Ernährung selbst tun, damit es mir gut oder
während der Behandlung zumindest besser
geht?
Ernährungsberatung und -therapie sind Bestandteil einer
Krebsbehandlung, denn Gewichtsverlust und Mangelernährung sind ein häufiges Problem bei Tumorpatienten. Wir
möchten Ihnen mit dieser Broschüre Ratschläge mitgeben,
wie Sie sich begleitend zu Ihrer medikamentösen Therapie
sinnvoll ernähren können und worauf Sie achten sollten,
damit Sie während und nach Ihrer Therapie möglichst
beschwerdefrei sind und es Ihnen bald wieder gut geht!
Es wird Ihnen wahrscheinlich widersprüchlich erscheinen,
wenn in unterschiedlichen Kapiteln z.B. ein Nahrungsbestandteil empfohlen, in einem anderen Kapitel davon
abgeraten wird. Diese Empfehlungen sind auf einzelne
Aspekte fokussiert dargestellt und können nicht auf jeden
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speziellen Fall eingehen. Wir wollen mit dieser Broschüre
mögliche Probleme ansprechen und Lösungen andeuten,
eine Hilfestellung bei bestimmten Symptomen leisten und
Ihnen Anhaltspunkte für Ihre Gespräche mit Ärzten und
Ernährungsberatern geben.
So möchten wir an dieser Stelle noch zwei Appelle
an Sie richten: Ernähren Sie sich so, dass Sie sich wohlfühlen und sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt
über das Thema Ernährung, denn nicht jede Therapie
und nicht jede Krebserkrankung wirkt sich gleich auf
den Körper aus.
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Gutes Essen unterstützt das
Allgemeinbefinden
Eine gute Ernährungssituation ist wichtig. Sie kann das
Immunsystem stärken, die Lebensqualität verbessern und
damit gute Rahmenbedingungen für eine erfolgversprechende Therapie schaffen. Die Medikamente sprechen
meist besser an, das Auftreten mancher unerwünschter
Wirkungen kann vermieden oder abgemildert werden.
Auch die Therapiebelastungen können insgesamt besser
verkraftet werden, wenn Sie fit und gut ernährt sind. Die
Erfahrung zeigt, dass schlecht ernährte Krebspatienten
während der Therapie beispielsweise eher mit Wundheilungsstörungen
zu kämpfen haben und auch anfälliger für Infektionen oder Sepsen sind. Dadurch
steigt das Risiko
einer Therapieunterbrechung und
das kann den gesamten Therapieerfolg gefährden.
Die Ernährung
sollte selbstverständlich an die jeweilige Situation angepasst und auf Ihre
individuellen Bedürfnisse abgestimmt sein. Vor Beginn einer
Therapie ist es jedenfalls von großem Vorteil, wenn Sie gut
essen und sich mit Energie versorgen. Vermeiden Sie es
aber, ausgerechnet Ihr Lieblingsgericht in zeitlicher Nähe
zu einem Chemotherapie-Zyklus zu sich zu nehmen, Sie
könnten Ihre Leibspeise sonst unbewusst mit einer
eventuellen Übelkeit in Verbindung bringen, die bei einer
Chemotherapie durchaus vorkommen kann (dazu später
mehr).
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Wenn Sie sich fragen, ob Sie bei gutem Appetit und angemessener Nahrungsaufnahme Ihren Tumor „mästen“, so
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brauchen Sie darauf keine Rücksicht zu nehmen. Sie
„füttern” den Tumor nicht extra und mit einer Hungerkur
würden Sie diesen auch nicht gezielt „aushungern“. Eine
Hungerkur, um den Tumor loszuwerden, ist ebenso riskant
wie vergeblich, schwächt nur Sie selbst und mindert voraussichtlich den Therapieerfolg.
Wenn Ihr Körper in einer guten allgemeinen Verfassung
ist, verkürzt sich meist auch die Erholungsphase nach der
eigentlichen therapeutischen Maßnahme und damit der
Weg zum normalen Alltag.
Während der Tumorbehandlung ist es wichtig, individuelle
Nahrungsunverträglichkeiten und Reaktionen zu erfassen.
Das geht am besten mit einem Ernährungstagebuch. Es
kann vorkommen, dass während der Therapie mit normalem
Essen nicht mehr genügend Nährstoffe aufgenommen
werden können und auch nur noch kleine Mengen vertragen werden. Beraten Sie sich mit Ihrem Arzt, wie Sie
mit zusätzlichen geeigneten energiereichen Nahrungsmitteln
einer Mangelernährung während der Therapie vorbeugen
können.
Seien Sie gut zu sich und beugen Sie einem Gewichtsverlust vor!
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Medikamenteneinnahme
Nach einer stationären Behandlung nehmen Sie normalerweise zuhause weiter Medikamente ein. Damit die Behandlung gut verläuft, ist es wichtig, dass Sie den Anweisungen
des Arztes bzw. Apothekers gewissenhaft
folgen.
Wenn Sie Ihr Medikament beispielsweise während der
Mahlzeit einnehmen
sollen, dann heißt
das, die Einnahme
sollte tatsächlich nicht
mehr als fünf Minuten nach Abschluss
der Mahlzeit erfolgen. Nur dann kann
sich das Medikament
noch mit dem Speisebrei im Magen vermischen.
Wenn es im Beipackzettel heißt „nach der Mahlzeit”, dann
sollten wenigstens 30 Minuten zwischen Essen und Einnahme vergangen sein. Steht dort „vor der Mahlzeit”, sind
es mindestens 15 Minuten, die zwischen der Einnahme
und der Nahrungsaufnahme liegen sollten. Achten Sie
ebenso auf den oftmals vorgegebenen Abstand zwischen
den Medikamenteneinnahmen.
Viele Medikamente, die über das Blut im Körper verteilt
werden, müssen zunächst oral aufgenommen werden.
Nach dem Schlucken passiert die Arznei erst den Magen.
Im Dünndarm werden die Arzneistoffe durch die Schleimhaut
aufgenommen und gehen in den Blutkreislauf über. Auf
dem Weg in die Blutbahn können jedoch verschiedene
Faktoren die Wirkung des Medikaments beeinflussen.
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Beispielsweise kann die Dauer bis zum Wirkeintritt durch
einen vollen Magen ungewollt verzögert werden oder die
gewünschte Wirkung an sich wird beeinträchtigt, weil die
Anweisungen zur richtigen Einnahme nicht beachtet wurden.
Den meisten Patienten fällt es leichter, Medikamente mit
Flüssigkeit einzunehmen. Aber auch hier ist es wichtig, den
Beipackzettel genau zu lesen und sich an die Vorgaben zu
halten: nicht jedes Getränk ist für die Einnahme Ihres Medikaments geeignet. Viele Medikamente vertragen sich
beispielsweise schlecht mit Milch oder sauren Getränken.
Auch Koffeinhaltiges oder Alkohol sind in der Regel ungeeignet zur Medikamenteneinnahme. Die Inhaltsstoffe der
Getränke können die so genannte Verstoffwechselung
stören und die Wirkung der Medikamente negativ beeinflussen.
Wenn Sie sich nicht sicher sind, fragen Sie in Ihrer
Apotheke nach. Aber ein Glas Leitungswasser ist
in jedem Fall neutral und unbedenklich, es kann
deshalb zur Einnahme von Medikamenten
empfohlen werden.
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Nach der Therapie
Bei manchen Krebsformen spielt die Art der Ernährung
eine geringe Rolle, bei anderen wiederum ist eine Ernährungsumstellung tatsächlich notwendig. Ist beispielsweise
auf Grund einer Operation eine Nahrungsumstellung grundsätzlich erforderlich, wird Ihnen das in der Regel im Rahmen
der Therapiebesprechung erläutert. Auf den folgenden
Seiten möchten wir Ihnen Ernährungstipps geben, die Ihnen
im Alltag, zu Hause, nach einer akuten Therapie oder
zwischen Therapiezyklen helfen sollen. Zunächst ist es
wichtig zu wissen, dass Krebspatienten nach ihrer eigentlichen Therapie bzw. zwischen Therapiezyklen nicht in
jedem Fall ihre Ernährung umstellen müssen.
Ernährungsumstellung: Pauschalisierungen sind
unangebracht, das offene Gespräch mit dem Arzt
kann in dieser Frage schnell Zweifel beseitigen.
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Wenn Sie keine Beschwerden haben
Wenn Sie keine Beschwerden beim Essen oder nach der
Nahrungsaufnahme bzw. bei der Verdauung haben, ist es
normalerweise auch nicht nötig, extra zu kochen. Die
Devise sollte aber heißen: Essen Sie ausgewogen und vielseitig, essen Sie ganz einfach gesund, so wie es jeder tun
sollte. Der aktuelle Bericht des World Cancer Research Fund
(WCRF) plädiert für eine Ernährung, die dem Körper nützt
anstatt ihn zu belasten. In diesem Zusammenhang empfiehlt
unter anderem die Deutsche Krebsgesellschaft den Verzehr
von reichlich Obst und Gemüse und wenig Fettanteil in der
Nahrung (außer Sie verlieren ungewollt stark an Gewicht,
doch dazu später mehr).
Blähende Lebensmittel sollten Sie ebenfalls vermeiden und
Gebratenes sollte maximal mittelbraun sein. Gegrilltes vom
offenen Feuer ist daher eher ungeeignet. Mehrere Mahlzeiten
über den Tag verteilt helfen dagegen, Völlegefühl zu vermeiden, und gutes Kauen macht das Essen verträglicher.
Auch wenn ein Bier appetitanregend wirken kann, sollte
Alkohol nur in Maßen und sehr bewusst konsumiert
werden. Letzteres gilt auch für Süßes.
Lassen Sie, falls möglich, für sich einkaufen und sich obendrein bekochen, vor allem, wenn Sie sich nicht besonders
wohl fühlen. Damit können Sie vermeiden, Essen und den
hierfür notwendigen Aufwand als Last zu empfinden. Sie
sollten Ihr Essen so weit wie möglich genießen. Eine andere
Möglichkeit ist, auf Vorrat zu kochen, damit Sie das, was
Sie gerade gerne mögen, schnell zubereiten bzw. warm
machen können. Wenn Sie die Möglichkeit haben Essen
zu bestellen, das gut für Sie geeignet ist, kann das gleichfalls
eine Option sein, die Sie im Rahmen einer Ernährungsberatung abstimmen können.
Übrigens: Der Nutzen einer hochdosierten Zufuhr von
Spurenelementen über Nahrungsergänzungsmittel ist bisher
nicht bewiesen und wird unterschiedlich beurteilt.
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Ernährungsberatung
Die Spurenelemente, Eiweiße und Vitamine, Kalzium, Fette
oder Aminosäuren, die der Körper benötigt, können ohnehin aus einer ausgewogenen täglichen Nahrung bezogen
werden, wenn die Zutaten natürlich sind.
Ernährung ist im Grunde selbstverständlich – gesunde
Ernährung aber bei weitem nicht. Wenn Sie sich bisher
nicht mit dem Gesundheitsaspekt Ihrer Nahrungsmittel
beschäftigt haben oder nun Ihren bisherigen „Warenkorb”
analysieren möchten, ziehen Sie am besten einen Ernährungsprofi zu Rate.
Ernährungsberater können dabei helfen, Ihre
Ernährung so zu gestalten, dass sie den Körper
möglichst wenig belastet, den Gesundungsprozess
bzw. die Therapie unterstützt und zugleich den
individuellen Vorlieben sowie Bedürfnissen Ihres
Körpers Rechnung trägt.
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Gewichtsverlust
Ein Gewichtsverlust kann in jedem Stadium der Erkrankung
auftreten und verschiedene Gründe haben. Bei einigen
Krebsarten erhöht sich der Gesamtenergieverbrauch des
Körpers und Sie verlieren an Gewicht, obwohl Sie sich genau so ernähren wie vor der Erkrankung. Der Krebs kann
auch die Verwertung von Nährstoffen negativ beeinflussen,
so dass diese einfach nicht mehr vom Körper genutzt
werden können.
Eine weitere Ursache kann die Chemotherapie sein, die
unterschiedliche Reaktionen des Körpers hervorruft, die
wiederum je nach Therapie und Therapiedauer verschieden
stark ausgeprägt sein können. Zu den häufigeren Reaktionen
gehören unter anderem Appetitlosigkeit, Übelkeit und
Probleme mit der Verdauung.
Experten haben festgestellt, dass
Krebspatienten, aus welchem
Grund auch immer, etwa 20 %
weniger Kalorien zu sich nehmen
als Gesunde. Eine Reduktion der
Kalorienzahl um etwa 700 kcal
im Vergleich zur üblichen Kalorienaufnahme bringt einen Verlust von ca. 1 kg Körpergewicht
innerhalb von 10 Tagen mit sich.
Als schwerer Gewichtsverlust wird eine Reduktion von
10 % innerhalb von sechs Monaten definiert.
Folgen eines Gewichtsverlustes
Ein möglichst normales Gewicht hilft, den Allgemeinzustand
positiv zu beeinflussen. Das trägt nicht nur zum Wohlbefinden
bei, es unterstützt überdies die Therapie: Ein Gewichtsverlust
kann Grund dafür sein, dass Sie die Therapie weniger gut
vertragen und kann sogar den Therapieerfolg gefährden.
Eine engere ärztliche Überwachung bzw. zusätzliche
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Krankenhausaufenthalte können durch fehlende „Substanz”
notwendig werden.
Letztlich kann im Alltag ein zu geringes Körpergewicht
sogar Ihre Muskelfunktion und damit Ihre körperliche
Leistungsfähigkeit beeinträchtigen, wodurch Ihre Lebensqualität eingeschränkt werden kann.
Deshalb sollten Sie mit Ihrem Arzt über unbeabsichtigte
Gewichtsveränderungen sprechen, sobald Sie diese bei sich
wahrnehmen. Bei einigen der möglichen Ursachen sind
lediglich medikamentöse Hilfen erfolgversprechend, auf
andere können Sie in Absprache mit Ihrem Arzt im Alltag
selbst Einfluss nehmen.
Allgemeine Maßnahmen gegen Gewichtsverlust
Um eine Mangelernährung auszuschließen oder ihr entgegenwirken zu können, ist es grundsätzlich wichtig, Ihr
Körpergewicht zu beobachten. Als Vergleichswert gilt dabei
das Normalgewicht vor der Erkrankung.
Eine unbeabsichtigte Gewichtsabnahme von 10 % deutet
klar auf eine Fehl- bzw. Mangelernährung hin (Kachexie).
Gleiches gilt, wenn Sie weniger als 80 % der Energie zu
sich nehmen, die Ihr Körper braucht, um das Ausgangsgewicht zu halten. Bei ersten Anzeichen ungewollten
Gewichtsverlustes ist es deshalb notwendig, mit einem Arzt
über dieses Thema zu sprechen. So kann Ihr individueller
täglicher Energiebedarf ermittelt und ein für Sie geeigneter
Ernährungsplan erstellt werden.
Ein erster Anhaltspunkt für mobile Patienten ist ein Kalorienbedarf von 30 - 35 Kcal (Kilokalorien) pro Tag pro kg Körpergewicht. Bettlägerige Patienten haben dagegen einen
reduzierten Bedarf; hier geht man von etwa 20 - 25 Kcal
aus.
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Sie können Ihren Arzt bei der Beurteilung Ihrer Ernährungssituation unterstützen, indem Sie regelmäßig Ihr Körpergewicht dokumentieren, sich notieren, wie häufig, wie viel,
und was Sie essen und indem Sie auch Ihre körperlichen
Aktivitäten festhalten. Besondere Vorkommnisse sollten Sie
dabei nicht vergessen. Dazu gehören beispielsweise Erbrechen, Durchfall und andere Ereignisse, die Ihr Körpergewicht beeinflussen könnten.
Allgemeine Ernährungstipps bei Gewichtsverlust
Halten Sie immer eine Kleinigkeit zu essen bereit und geben
Sie Ihrem Appetit jederzeit nach. Wenn Sie eher selten
Appetit haben, sollten Sie jede Gelegenheit zum Essen
nutzen, in der Sie Hunger verspüren. In diesem Fall darf es
auch energiereiche Kost sein.
Nehmen Sie lieber öfter am Tag kleinere Portionen zu sich,
wenn Sie schnell satt sind. Regen Sie Ihren Appetit an, z.B.
durch körperliche Aktivitäten, am besten an der frischen
Luft.
Sollten Sie trotz Ihrer Bemühungen weiter an Gewicht verlieren und sich kraftlos fühlen, kann
spezielle Trinknahrung als Unterstützung zur Normalkost helfen. Sie ist besonders gehaltvoll und
belastet den Körper nicht. Diese Trinknahrung
enthält Eiweiß, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die der Körper gut brauchen kann. Sie
liefert dem Körper zusätzliche Energie und wirkt
sich so positiv auf die Lebensqualität aus.
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Tipps bei einzelnen Symptomen
Appetitlosigkeit
Sowohl physische als auch psychische Faktoren können
sich negativ auf den Appetit auswirken.
So ist Appetitlosigkeit unter medikamentöser Behandlung,
der so genannten Chemotherapie (kurz: Chemo), eine
häufig beobachtete Begleiterscheinung. Wenn das Essen
einfach nicht mehr schmeckt wie gewohnt, kann das an
Veränderungen in der Geschmackswahrnehmung während
der Chemotherapie liegen. Es kommt vor, dass manches
Essen fade schmeckt, anderes metallisch oder ranzig. Diese
medikamentenbedingten Geschmacksveränderungen geben
sich aber nach der Therapie normalerweise wieder. Hier sind
vor allem Geduld und ein alternativer Speiseplan gefragt,
an den Sie sich durch vorsichtiges Probieren herantasten.
Psychische Faktoren können den Appetit ebenfalls deutlich negativ beeinflussen. Erst die Auseinandersetzung mit der
Diagnose, dann die Umstellungen im Alltag: Das
schlägt oft schon am
Beginn der Erkrankung
bzw. Therapie „auf den
Magen”. Etwa 40 % der
Krebspatienten zählen
zu den Betroffenen solcher Essstörungen. Auch im Zusammenhang mit der Chemotherapie können psychische
Komponenten eine Rolle spielen. So werden häufig negative
Begleiterscheinungen, wie Übelkeit, mit dem Vorgang der
Nahrungsaufnahme verknüpft und der Appetit vergeht bereits beim bloßen Gedanken an Essen. Durch diesen
vermeintlichen Zusammenhang von Therapie und Nahrungsaufnahme kann es dazu kommen, dass sich eine Abneigung
gegen Essen einstellt und diese auch eine Zeit nach der
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Therapie erhalten bleibt. Um diese mentale Verbindung
und Abwehrreaktion zu vermeiden ist es sinnvoll, die
Essensaufnahme zeitlich möglichst weit von der eigentlichen
Therapie zu trennen.
Kleine Portionen und Mahlzeiten alle 2 - 3 Stunden, auch
zu ungewöhnlichen Zeiten, können ebenso wie das Bereithalten von Lieblingsspeisen helfen, den Vorgang des Essens
positiver wahrzunehmen. Schaffen Sie sich für die Mahlzeiten
einen Rahmen, den Sie als wohltuend und genussvoll wahrnehmen, und nehmen Sie jede Gelegenheit zum Essen
wahr, an der Sie ein wenig Appetit verspüren.
Wenn Sie selten und wenig essen, ernähren Sie sich
möglichst energiereich und mit leicht zu essenden Nahrungsmitteln. Kaltes, wie Eiscreme oder gekühlte Puddings, ist
sinnvoll, Heißes und stark Gewürztes oder auch Scharfes
ist dagegen nicht zu empfehlen.
Gleich, welche Ursache Ihre Appetitlosigkeit hat:
Zwingen Sie sich auf keinen Fall etwas zu essen,
das Ihnen nicht schmeckt. Aber sprechen Sie bei
anhaltender Appetitlosigkeit unbedingt mit Ihrem
Arzt!
Übelkeit und Erbrechen
Wie Appetitlosigkeit kann auch Übelkeit im Zusammenhang
mit der Erkrankung bzw. der Therapie auftreten. Etwa
40 % der Krebspatienten leiden darunter, 27 % unter Erbrechen. Manche Medikamente können durch ihre Wirkung
auf das Brechreiz auslösende Zentrum im Gehirn direkt
Übelkeit auslösen. Die Intensität und Dauer solcher
Beeinträchtigungen kann aber sehr unterschiedlich sein.
Sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt darüber, denn
es gibt wirksame Medikamente gegen Übelkeit und Brechreiz, die durch Chemo- oder Strahlentherapie verursacht
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werden: die so genannten Antiemetika. Daneben können
bei psychischen Einflussfaktoren, wie der (auch unbewussten)
Erwartung von Übelkeit, z.B. Entspannungstechniken helfen.
Sogar die Nahrungsaufnahme selbst kann unmittelbar
Auslöser für Übelkeit und Erbrechen sein. Unverträglichkeiten
können demnach auf die Erkrankung, die Therapie oder
erhöhte Sensibilität im Verdauungssystem zurückgeführt
werden.
Hier können Sie selbst einiges dazu beitragen, um Ihr Wohlbefinden zu steigern.
Es kann beispielsweise helfen, sich während des Essens abzulenken. Was ansonsten nicht zu empfehlen ist: in diesem
Fall kann Fernsehen oder ein Hörbuch die Sinne schweifen
lassen und Sie konzentrieren sich nicht mehr so sehr auf
das Essen.
Wenn Sie sensibel auf Küchen- bzw. Nahrungsgerüche
reagieren, ist es sinnvoll, dafür zu sorgen, dass Ihre Wohnung mit Ausnahme der Küche möglichst frei von Essensgerüchen ist. Die Wohnung sollte stets gut gelüftet sein,
gegebenenfalls helfen natürliche Düfte, die Ihnen angenehm
sind.
Bei der Auswahl Ihrer Nahrungsmittel können Sie selbst
ausprobieren, was Sie vertragen oder was Übelkeit bei
Ihnen auslöst. Es ist hilfreich, wenn Sie sich genau notieren,
was Sie essen und wie Ihr Körper darauf reagiert. Allgemein
wird leichte Kost empfohlen.
Als leichter verdaulich und weniger reizend gelten vor allem
fettarme Produkte, nicht blähende Nahrungsmittel und
wenig Süßes. Als magenberuhigend werden trockene,
stärkehaltige Nahrungsmittel, wie Zwieback empfohlen.
Kühle Speisen sind für die meisten Patienten ebenfalls
besser bekömmlich als warme. Mehrere kleine Portionen
über den Tag verteilt, die Sie langsam zu sich nehmen, sind
besser verträglich und können helfen, Übelkeit zu vermeiden.
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Lieblingsspeisen sollten Sie vor allem
während einer Chemo nicht zu sich
nehmen, um keine Aversion dagegen
aufzubauen.
Wichtig ist ebenfalls, dass Sie
ausreichend trinken!
Wenn Sie gar nichts „hinunterbekommen“, zwingen Sie sich nicht
zum Essen, aber sprechen Sie dann
sobald wie möglich mit Ihrem Arzt
darüber, damit Sie gemeinsam über
alternative Ernährungsformen nachdenken können.
Durchfall
Bei manchen Medikamenten (Krebsmedikamente oder auch
Antibiotika) kann der Körper mit Durchfall reagieren.
Um Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust, der mit Durchfall
einhergeht, auszugleichen, ist es wichtig, regelmäßig und
ausreichend zu trinken. Neben Leitungswasser eignen sich
vor allem Kräutertees und Mineralwasser (still), aber auch
eine klare Suppe oder Gemüsebrühe, um den Elektrolytverlust
auszugleichen.
Nehmen Sie leichte und wenig belastende bzw. reizende
oder blähende Nahrungsmittel zu sich und verzichten Sie
in Therapiephasen, die Übelkeit erzeugen, auf Hülsenfrüchte,
Kohl und andere verdauungsanregende Speisen. Auch
scharfe oder sehr saure Speisen sind bei Durchfall nicht zu
empfehlen.
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Geeignet sind dagegen Fencheltee, Schwarztee, Reis- und
Haferschleimsuppe, sowie Trockengebäck, trockener Käse,
pektinreiches Obst, wie geriebener Apfel oder Banane.
Auch gekochte Kartoffeln, Nudeln und Reis gelten in
diesem Fall als geeignet. Verteilen Sie mehrere kleine
Mahlzeiten über den Tag. Achten sie auf milde Temperaturen
Ihrer Speisen, kalt und heiß sollten Sie vermeiden.
Verstopfung
Manche Medikamente, z.B. Schmerzmittel und Antiemetika,
können sich nachteilig auf die Darmtätigkeit auswirken
und Verstopfung verursachen. Bei Verstopfung ist es
wichtig, dem Körper viel Flüssigkeit zuzuführen. Trinken
Sie daher regelmäßig und ausreichend und nehmen Sie
ballaststoffreiche Kost mit Getreide (Vollkorn, Reis), Müsli,
Trockenobst oder Nüssen (z.B. Studentenfutter) zu sich.
Auch vergorene Milchprodukte sind bei Verstopfung eine
gute Wahl, dazu gehören z.B. Joghurt, Buttermilch oder
Lassi. Weniger geeignet sind fettreiche Lebensmittel wie
Schokolade oder Käse.
Um die Darmtätigkeit anzuregen ist Bewegung gut geeignet,
z.B. leichte sportliche Aktivitäten oder Spaziergänge.
Sollten Sie abführende Medikamente in Erwägung
ziehen, sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt darüber.
Stoffwechselstörungen
Seite
Bei einem erhöhten Energieverbrauch durch den Tumor,
oder wenn Sie nur wenig Nahrung zu sich nehmen können,
ist es wichtig darauf zu achten, dass Sie trotzdem ausreichend Energie erhalten und nicht ungewollt an Substanz
verlieren. Spezielle Nahrungsmittel, enterale Trinknahrung
oder so genannte Astronautenkost, enthalten genau das,
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was Sie benötigen und eignen sich zur Ergänzung Ihres
Energiebedarfs. Sofern Sie es gut vertragen, kann Ihr Essen
mit Fetten (Sahne, Pflanzenöle, Butter, Schmalz, Speck)
angereichert werden, so erhalten Sie zusätzlich viel Energie
in kleinen Portionen.
Empfohlen wird darüber hinaus eine ausreichende Eiweißzufuhr von 1,2 - 2 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht.
Fleisch, Fisch, Käse und Eier sowie Hülsenfrüchte, Getreide
und Nüsse sind hier empfehlenswert, auch Milch kann
einen gewissen Beitrag zum Eiweißhaushalt leisten.
Eine entsprechende Anpassung Ihrer Nahrungszusammenstellung sollten Sie aber unbedingt mit Ihrem Arzt abstimmen.
Beschwerden beim Schlucken und Schmerzen im
Rachenraum
Eine Chemotherapie kann die
Schleimhäute angreifen und
zu schmerzhaften Entzündungen im Mund- und Rachenraum führen. Neben der
sorgsamen und regelmäßigen
Pflege, z.B. durch Benutzung
einer weichen Zahnbürste,
können Sie im Zusammenhang mit den Mahlzeiten
möglichen Schmerzen aktiv
vorbeugen.
Weiche, pürierte oder flüssige Nahrung kann bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum das Schlucken erleichtern. Nahrhaft und geeignet sind dabei Produkte, die ursprünglich als Babynahrung (in Gläschen) gedacht waren.
Wenn Sie auf feste Nahrung nicht verzichten können,
sollten Sie diese gründlich kauen, eventuell zusammen mit
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milden Saucen genießen (aber keinen essighaltigen
Ketchup!) und reichlich dazu trinken.
Scharf gewürzte Speisen sind bei den genannten Beschwerdebildern ebenso ungeeignet wie gut Gesalzenes oder stark
Säurehaltiges. In diesem Fall sollten Sie auch sorgfältig
darauf achten, welches Obst Sie zu sich nehmen: Johannisbeeren, Zitrusfrüchte, Tomaten und ähnliche Sorten mit
hohem Fruchtsäuregehalt sollten Sie umgehen.
Achten Sie ebenfalls bei Getränken auf den Säuregehalt.
Statt Orangensaft oder andere Fruchtsäfte eignen sich vor
allem Kräutertees (z.B. Kamille oder Fenchel). Vermeiden
Sie zudem kohlensäurehaltige Getränke.
Um den Speichelfluss anzuregen empfiehlt es sich, häufig
kleine Mengen, z.B. Pfefferminztee zu trinken, Kaugummi
zu kauen oder auch zuckerfreie Drops zu lutschen. Dagegen
sind schleimbildende Nahrungsmittel, wie Frischmilch, nicht
geeignet. Stattdessen sollten Sie lieber Sauermilchprodukte,
wie Kefir, Lassi bzw. Trinkjoghurt zu sich nehmen.
Mundtrockenheit
Durch Medikamente und besonders nach Bestrahlung in
der Kopf-Halsregion kann es verstärkt zu Mundtrockenheit
kommen. In der Folge treten unter anderem Schluckbeschwerden auf oder die Fähigkeit zu schmecken wird stark
beeinträchtigt; als Folge kann wiederum eine Mangelernährung auftreten.
Mit einer ausreichenden Flüssigkeitsaufnahme von 2 - 3
Litern pro Tag, häufig und in kleinen Mengen getrunken,
kann der Mundtrockenheit begegnet werden. Die Speichelproduktion kann mit Citrusfrüchte-Limonaden (sofern keine
Schleimhautentzündungen vorliegen) oder durch Kaugummi
kauen und Bonbon lutschen angeregt werden und so genannte Speichelersatzmittel können gegebenenfalls, in
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schweren Fällen von Mundtrockenheit sowie in Absprache
mit dem Arzt, Erleichterung bringen.
Und zu Guter Letzt: In Diskussionen um besondere
Vitaminkuren oder Krebsdiäten werden zum Teil abenteuerliche Theorien als wissenschaftlich bewiesen dargestellt. Als Krebsdiäten werden Behandlungsmethoden
bezeichnet, die auf der Idee basieren, Krebs sei durch
spezielle Ernährung therapierbar oder gar vollständig
heilbar.
Einen anerkannten Beweis für die Wirksamkeit von so
genannten Krebsdiäten, die bei allen Krebsarten positive
Wirkung zeigen sollen, konnte jedoch noch niemand
liefern. Der aktuelle Stand der Forschung kennt keinen
Beleg für den allgemeinen Erfolg einer solchen „Diät”.
Bei Vitaminkuren wurde sogar festgestellt, dass sich in
bestimmten Konstellationen die Krebserkrankung
verschlechterte und einen progressiven Verlauf nahm.
Daher empfehlen wir Ihnen dringend, niemals eigenmächtig Vitaminkuren oder Diäten auszuprobieren –
sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, wenn Sie das
Thema interessiert.
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Tipps und Maßnahmen bei
therapiebedingten Beschwerden
Appetitlosigkeit
• Mehrere kleine Mahlzeiten
• Starke Essensgerüche vermeiden
• Speisen appetitlich anrichten
• Lebensmittel nach Appetit, nicht nach gesundheitlichen
Aspekten aussuchen
• Es darf zu jeder Tages- und Nachtzeit gegessen werden
• Appetitanregende Getränke zu sich nehmen
• Bewegung verschaffen
Übelkeit / Erbrechen
• Starke Essensgerüche vermeiden; kalte Speisen sind
geruchsärmer und daher besser geeignet
• Ablenken durch Musik, Gespräche oder Fernsehen
• Für frische Luft sorgen
• Trockene Nahrungsmittel, wie Toast, Zwieback, Knäckebrot
oder Kekse essen
• Verträglich sind meist Kartoffelpüree, Apfelmus, Kompott,
Quark und Bananen
• Sehr süße, fetthaltige und stark gewürzte Speisen meiden
• Lutschen von Eiswürfeln, Zitroneneis oder sauren Drops
• Flüssigkeits- und Elektrolytverluste ausgleichen
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Kau- und Schluckbeschwerden
• Weiche und breiige Speisen bevorzugen (Cremesuppen,
Eierspeisen, Nudel- und Hackfleischgerichte, Pudding,
gekochtes Obst)
• Vermeiden von scharf gewürzten, geräucherten und
salzigen Lebensmitteln
• Kühle Speisen wirken lindernd
• Milchprodukte erleichtern das Schlucken: Joghurt, Butter-,
Sahnezusätze beim Essen
• Säurehaltige Speisen, Obst und Fruchtsäfte meiden
• Keine kohlensäurehaltigen Getränke trinken
• Eventuell Speisen pürieren, alternativ steht
Säuglingsnahrung zur Verfügung
Mundtrockenheit
• Wasserreiche Lebensmittel bevorzugen (Obst, Suppen,
Milchprodukte)
• Häufig in kleinen Schlucken trinken
• Kaugummi kauen oder Eiswürfel lutschen
• Pfefferminz-, Salbei- und Zitronentee regen den Speichelfluss an, ebenso Bonbons
• Das Lutschen von 1 Teelöffel Butter oder Öl für ca.
1 Minute pflegt die Schleimhäute
• Meiden von Alkohol, Nikotin und scharfen Gewürzen
• Mundspülungen mit Salbei- oder Kamillentee
• Eventuell Speichelersatzpräparate einsetzen
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Durchfall
• Reichlich Trinken (2,5 - 3 l) in Form von: (Schwarz-)Tee,
Bouillons oder Glucose-Elektrolyt-Lösungen (nach
Rücksprache mit dem Arzt!)
• Pektinreiches Obst und Gemüse essen (Äpfel, Bananen,
Möhren). Alkohol, Kaffee und kohlensäurehaltige Getränke
meiden
• Gut bekömmlich sind: Zwieback, Reis- oder Haferschleim,
gekochter weißer Reis
• Vorsicht mit Milch und Milchprodukten; Sauermilchprodukte
werden besser vertragen als Milch
• Auf fette, blähende und stark gewürzte Speisen verzichten
• Frisches Obst, säurehaltige Speisen und Getränke meiden
Geschmacksveränderungen, Geschmacksverlust
• Lebensmittel und Speisen auf geschmackliche Akzeptanz
austesten
• Starke Essensgerüche vermeiden
• Kalte Speisen sind geruchsärmer und daher zu bevorzugen
• Speisen nicht „überwürzen“, sonst drohen Durst und
Sodbrennen
• Das Trinken von bitteren Getränken kann den metallischen
Geschmack dämpfen
• Lutschen von Bonbons (Drops) oder Kaugummi kauen
• Mundspülungen mit (Salz-) Wasser, Kamillen- oder
Salbeitee
• Speisen appetitlich anrichten
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Abdruck der Tipps und Maßnahmen bei therapiebedingten Beschwerden
mit freundlicher Genehmigung des Klinikums rechts der Isar, Else KrönerFresenius-Zentrum für Ernährungsmedizin, Christine Hinsky.
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Hilfreiche Adressen:
Deutsche Gesellschaft für Ernährung: www.dge.de
Deutsche Krebsgesellschaft: www.krebsgesellschaft.de
Informationsangebot des Tumorzentrums Freiburg:
www.krebs-webweiser.de
KID-Krebsinformationsdienst
des
Deutschen
Krebsforschungszentrums: www.krebsinformationsdienst.de
Krebshilfe: www.krebshilfe.de
Diätverband e.V.: www.diaetverband.de
INKA – Informationsnetz für Krebspatienten und deren
Angehörige: www.inkanet.de
Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin: www.dgem.de
Glossar:
Anorexie: Gewichtsverlust durch ausgeprägte Appetitlosigleit,
die auch bei Nährstoffmangel oder Hungergefühl nicht abnimmt.
Antiemetika: Medikamente, die Erbrechen und Übelkeit verhindern
können.
Astronautenkost: spezielle flüssige Kost, die der Körper leicht
aufnehmen kann und alle wichtigen Nährstoffe, Vitamine und
Mineralstoffe enthält. Sie kann Mahlzeiten ergänzen und sogar
vollständig ersetzen, da Sie auf den täglichen Bedarf abgestimmt
ist.
Chemotherapie (kurz: Chemo): Behandlung mit Medikamenten
(sog. Zytostatika), die das Wachstum der Krebszellen hemmen.
Diarrhö: Durchfall
enteral: Zufuhr oder Verlust von Medikamenten oder
Nahrungsmitteln, Elektrolyten oder Spurenelementen über den
Darm. Enterale Zugangswege sind demnach der Mund (oral) und
der Enddarm (eigentlich Mastdarm, daher rektale Zugangswege).
Enterale Ernährung kann auch Ernährung mittels einer Magensonde
bedeuten.
enterale Ernährung: Nahrungsaufnahme, bei intakter Darmtätigkeit – der Normalfall.
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Immunsystem: biologisches Abwehrsystem höherer Lebewesen,
verhindert Gewebeschädigungen durch Krankheitserreger. Es
entfernt in den Körper eingedrungene Mikroorganismen, fremde
Substanzen und ist außerdem in der Lage, fehlerhaft gewordene
körpereigene Zellen zu zerstören.
Kachexie: Gewichtsverlust durch erhöhten Stoffwechsel, der
meist durch den Tumor ausgelöst wird, kann auch mit Anorexie
einhergehen. Kachexie bedingter Gewichtsverlust betrifft nicht
nur Körperfett sondern auch Muskelmasse.
Kalorie: Maßeinheit für Energie, insbesondere der Wärmemenge
Q, die bspw. mit der Ernährung aufgenommen wird. Inzwischen
wurde die Maßeinheit von der internationalen SI-Einheit Joule
abgelöst, Kalorie wird aber im allgemeinen Sprachgebrauch immer
noch verwendet.
lokal: örtlich
Monotherapie: Behandlung mit nur einem Medikament/Wirkstoff
Mucositis: Schleimhautentzündung
Onkologie: Lehre von den Krebserkrankungen
Obstipation: Verstopfung. Erschwerte oder zu seltene (weniger
als 3 x wöchentliche) Darmentleerung.
oral: über den Mund aufgenommene Ernährung oder Medikation
parenteral: Verabreichung von z.B. Medikamenten oder Nährlösungen/Elektrolyten unter Umgehung des Magen-Darm-Traktes,
(z.B. intravenöse, intramuskuläre oder subkutane Gabe).
parenterale Ernährung: Nährstoffversorgung des Körpers unter
Umgehung des Darms – Nährstoffe gelangen direkt ins Blut
(Infusion).
pathologisch: krankhaft
Progression: Fortschreiten einer Erkrankung
Sondennahrung: Über einen dünnen Schlauch wird die Nahrung
z.B. durch die Nase in den Magen oder durch die Bauchdecke in
Magen oder Dünndarm geleitet, wenn das Schlucken nicht
möglich ist.
Tumor: Gutartige oder bösartige Geschwulst, die durch
unkontrollierte Wucherung von Zellen entstanden ist.
Zytostatika: Medikamente, die bei einer Chemotherapie verwendet
werden, um das Wachstum der Krebszellen zu hemmen.
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Verwendete Literatur liegt beim Herausgeber.
Bildnachweis: © fotolia (Dailyfood, LanaK, Oleg Kirillov, BildPix.de, Liv Friis-larsen, milosluz, Visionär)
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Ernährungstagebuch
Uhrzeit
Das habe ich gegessen und getrunken1)
1) bitte tragen sie alles ein, was Sie zu sich nehmen
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So habe ich es vertragen2)
Besondere Ereignisse3)
Gewicht
2) z.B. ohne Beschwerden, ansonsten beschreiben Sie in Stichworten, welche aufgetreten sind
3) Aktivitäten, Sport, Erlebnisse, emotionale Ereignisse, körperliche Ereignisse, z.B. Erbrechen
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CANCERNOVA GmbH
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Tel: 089 / 641 86-109
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Stand 12/2010 · WM 00739
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