Pressemitteilung

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Саопштење за штампу  Pressemitteilung 05/2014
(Bezüglich der jährlichen Konjunkturumfrage)
Serbien als Wirtschaftsstandort steht sich oft
selbst im Weg
Bei der Bewertung der Standortfaktoren beklagen die befragten Unternehmen, wie in
den Vorjahren, Defizite bei der Rechtssicherheit, die Unberechenbarkeit der
Wirtschaftspolitik und der öffentlichen Verwaltung
Belgrad, 09.04.2014: Mitgliedsunternehmen der Deutsch-Serbischen Wirtschaftsvereinigung
bekräftigen ihre Beschäftigungs- und Investitionsbereitschaft und wollen zur Verbesserung des
Wirtschaftsstandorts Serbien beitragen. Die Forderungen an die serbische Regierung nach
Rechtssicherheit, Berechenbarkeit der Wirtschaftspolitik, Korruptionsbekämpfung, Effizienz der
öffentlichen Verwaltung und der Arbeitsgesetzreform bleiben bestehen. Bei positiver
Geschäftslage, steigenden Beschäftigungszahlen und einer großen Zufriedenheit mit serbischen
Arbeitskräften würden 92% der befragten Unternehmen wieder in Serbien investieren.
Das sind die Ergebnisse der jährlichen Konjunkturumfrage unter den Mitgliedsunternehmen der
Deutsch-Serbischen Wirtschaftsvereinigung. Deutschland ist einer der wichtigsten
Handelspartner Serbiens und zählt zu den Top-Investoren in Serbien. Mit einem Zuwachs von
11,7% im Vergleich zum Vorjahr hat der deutsch-serbischen Warenaustausch einen Umsatz von
fast 2,8 Milliarden € verzeichnet.
Laut der Umfrage hat sich die Einschätzung der allgemeinen Wirtschaftslage in Serbien für 2014
im Vergleich zu 2013 nur geringfügig verbessert: Im Vorjahr schätzten fast 80% der befragten
Unternehmen die Wirtschaftslage als schlecht ein. Für 2014 erwarten nur noch 67% eine
schlechte wirtschaftliche Lage. Ein Drittel der Befragten schätzen die allgemeine Wirtschaftslage
in Serbien als befriedigend ein. Konjunkturhoffnungen kommen, wie in den Ergebnissen der
letzten 4 Jahre, nicht auf.
Die eigene Geschäftslage bewertet über ein Drittel als gut, fast 60% als befriedigend und nur 4%
sehen sich in einer schlechten Lage. Der positive Trend vom letzten Jahr hat sich fortgesetzt.
Optimistisch blicken die deutsch-serbische Unternehmen auf das laufende Jahr: Über die Hälfte
der Befragten rechnen mit einer Verbesserung ihrer Unternehmenssituation, 40% prognostiziert
eine beständige und unveränderte Geschäftslage für Ihr Unternehmen. Nur 6% gehen von einer
Verschlechterung im Vergleich zu 2013 aus.
Die positiven Geschäftsentwicklungen schlagen sich auch bei den Beschäftigungs- und
Investitionsplänen nieder: Fast jedes zweite Unternehmen erwartet höhere
Beschäftigungszahlen als im Vorjahr. Bei 45% der Unternehmen werden keine Änderungen in
Bezug auf die Beschäftigtenzahl erwartet. Lediglich 8% der Befragten gehen von sinkenden
Beschäftigungszahlen in ihren Unternehmen aus. 38% der Unternehmen wollen auch in 2014
mehr investieren. Nur 16 % der Befragten planen ihre Investitionsausgaben zu kürzen.
Beschäftigungs- und Investitionsbereitschaft zeigen im Besonderen Unternehmen aus dem
verarbeitenden Gewerbe mit mehr als 250 Mitarbeitern und einem hohen Exportanteil.
71% der Befragten gehen von einer Steigerung der Lohnkosten zwischen 5 und 10%, jeder
fünfte Befragte geht von einer Steigerung der Lohnkosten von über 10% aus.
Bei der Bewertung der Standortfaktoren beklagen die befragten Unternehmen, wie in den
Vorjahren, Defizite bei der Rechtssicherheit, die Unberechenbarkeit der Wirtschaftspolitik und
der öffentlichen Verwaltung, mangelnde Transparenz bei öffentlichen Ausschreibungen und im
Steuersystem sowie bei den Steuerbehörden. Auf die Frage nach den dringendsten Aufgaben
der serbischen Regierung formulieren die Unternehmen ihre Forderungen an den
Wirtschaftsstandort: Arbeitsgesetzreform, Korruptionsbekämpfung, Verbesserung von
Investitionsbedingungen und politische Stabilität wurden am häufigsten genannt.
Eine gute Bewertung erhielten die Standortfaktoren bezüglich der Arbeitnehmer in Serbien:
Produktivität und Leistungsbereitschaft der Arbeitnehmer, die Qualifikation der Arbeitnehmer,
die Akademische Ausbildung und die Arbeitskosten stoßen auf Zufriedenheit bei den deutschserbischen Unternehmen.
Auf die Frage, ob die Unternehmen Serbien wieder als Investitionsstandort wählen würden,
antworteten 92% positiv. Damit nimmt Serbien, nach Polen und Estland, den dritten Platz unter
den MOE-Staaten ein. Soweit der Blick von innen.
Im Rahmen der Umfrage, die gleichzeitig in 16 Staaten Mittel- und Osteuropas durchgeführt
wurde, wurden die Teilnehmer auch nach ihrer Einschätzung aller anderen MOE-Staaten
gefragt. Bei dieser Frage landete Serbien auf dem 12. von 20 Plätzen. Das heißt, dass diejenigen,
die bereits in Serbien investiert haben, eine deutlich bessere Meinung von dem Land haben als
die Unternehmen ohne eigene Serbien-Erfahrung.
Dr. Ronald Seeliger, Präsident der Deutsch-Serbischen Wirtschaftsvereinigung und
Geschäftsführer der Hemofarm a.d. fasste die Ergebnisse der Konjunkturumfrage bei der
Pressekonferenz zusammen: „Abgesehen von allgemeinen Anmerkungen und einem
herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld haben wir im Laufe der Recherche positive
Kennzahlen bekommen, die auf die Zufriedenheit der schon anwesenden Investoren, die wieder
in Serbien investieren würden hinweisen, während bei den potenziellen Investoren große
Skepsis zu merken ist. Gemeinsam für die anwesenden und potenziellen Investoren ist die
Unzufriedenheit mit Prozessen und Prozeduren im Bereich der Verwaltung, zu viel Bürokratie
und eine Skepsis bezüglich der rechtlichen Sicherheit, was langfristiges Planen nicht erlaubt. Die
DSW begrüßt die Bemühungen des serbischen Parlaments, die auf die wirtschaftlichen
Reformen und Reformen der Gesetzgebung gerichtet sind, was für die Entwicklung von allen
wirtschaftlichen Subjekten, Verbesserung der wirtschaftlichen Umgebung und Anziehung von
neuen Investoren von Hauptbedeutung ist. Unsere Vereinigung wird bemüht, auch mit anderen
ausländischen Kammern in Serbien, sowie mit anderen lokalen Vereinigungen die
Zusammenarbeit zu intensivieren, weil ein gemeinsames Handeln sicherlich den schnelleren und
leistungsstärkeren notwendigen Reformen beibringen kann, damit sich das Geschäftsklima in
Serbien rasch verbessert“
Für jegliche Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung:
Delegation der deutschen Wirtschaft in Serbien
Herr Milan Vučković
Öffentlichkeitsarbeit
Toplicin venac 19-21, 11000 Beograd
Tel.: 011/202 8010. Fax: 011/ 303 4780.
E-mail: [email protected]
Webseite: http://serbien.ahk.de
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