Was ist Diarrhö? (Durchfall)

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Was ist Diarrhö? (Durchfall)
Die Stuhlfrequenz und Stuhlkonsistenz sind etwas sehr individuelles. Von Durchfall
spricht man bei täglich mehr als 3 ungeformten Stuhlabgängen. Akute Durchfälle sind
häufig Ausdruck einer akuten Infektion oder Lebensmittelvergiftung und bessern sich
meistens nach spätestens ein paar Tagen wieder. Von chronischem Durchfall spricht
man dann, wenn über mehr als 4 Wochen durchschnittlich mehr als 3 ungeformte
(wässrige oder breiige) Stuhlentleerungen mit oder ohne Blut pro 24 Stunden
erfolgen (< 200 – 300 g pro Tag). Chronischer Durchfall kann mit anderen
Symptomen verbunden sein, in erster Linie mit Bauchschmerzen. Chronischer
Durchfall hat eine breite Palette von Erkrankungen zur Ursache.
Einteilung nach der Dauer
Nach der Dauer des Durchfalls kann – etwas unscharf – eine akute von einer
chronischen Diarrhö unterschieden werden. Die akute Diarrhö dauert bis maximal
zwei bis drei Wochen und hat meist infektiöse oder toxische Ursachen. Länger
andauernde Durchfälle werden als chronische Diarrhöen bezeichnet, für die viele
Ursachen wie Nahrungsmittelintoleranzen, chronische Darmerkrankungen oder
Tumoren in Frage kommen.
Ursachen
Diarrhö-Formen lassen sich auch sinnvoll nach der Ursache einteilen. Infektionen
und Nahrungsmittelunverträglichkeiten führen meist zu akuter Diarrhö, während
chronische Darmerkrankungen und Karzinome Beispiele für die Ursachen einer
chronischen Diarrhö sind.
Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Eine „Lebensmittelvergiftung“ führt zum Durchfall, weil sich in dem verdorbenen
Lebensmittel Bakterien vermehren und dabei Giftstoffe, so genannte Enterotoxine,
bilden konnten. Vertreter dieser Bakterien sind Staphylococcus aureus, Clostridium
perfringens und Bacillus cereus. Die Vermehrung der Bakterien wird begünstigt durch
ungenügende Hygiene bei der Zubereitung und zu warme Lagerung. Eigentlicher
Auslöser des Durchfalls sind also nicht die Bakterien selbst, sondern die Aufnahme
der schon gebildeten Enterotoxine. Da die Enterotoxine beispielsweise von
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Staphylococcus aureus sehr stabil gegenüber Hitze sind, schützt auch das Kochen
bereits verdorbener Speisen nicht.
Eine häufige Erkrankung ist auch die Laktoseintoleranz. In Deutschland sind ca.
15 % der Bevölkerung betroffen, in asiatischen Volksgruppen über 95 % Je nach
Schwere der Intoleranz kommt es zu Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen.
Normalerweise wird im Darm Milchzucker (Laktose) durch das Enzym Laktase zu
den Einfachzuckern Glucose und Galactose gespalten. Bei Laktoseintoleranz fehlt
dieses Enzym ganz oder teilweise, sodass Laktose im Dickdarm von Bakterien
gespalten wird. Dabei entstehen die Gase Kohlendioxid und Wasserstoff und
kurzkettige Fettsäuren die osmotisch aktiv sind, also Wasser anziehen, und so
Durchfall auslösen.
Eine andere Form der Nahrungsmittelunverträglichkeit sind
Nahrungsmittelallergien, z. B. gegen Erdbeeren, Milch, Nüsse, Eiweiß oder Fisch.
Ernährung bei Diarrhö
Das Wichtigste in Kürze!
Die Menüs sollten keine schwerverträglichen Lebensmittel und
Lebensmittelzubereitungen enthalten. Darüber hinaus wird auf schonende und
fettarme Zubereitung und milde Würzung geachtet. Im akuten Krankheitszustand der
Diarrhoe (Durchfall) ist die individuelle Verträglichkeit zu prüfen und ggf. ein
allmählicher Kostaufbau bis hin zur Leichten Vollkost zu empfehlen.
Es gilt vor allem, die Ursachen für das Auftreten der Diarrhoe abzuklären und bei der
Ernährungstherapiezu berücksichtigen.
Geeignete Lebensmittel im akuten Krankheitszustand
Geeignete Lebensmittel im akuten Krankheitszustand
 Zwieback
 geriebener Apfel
 gemuste Banane
 passierte Rüebli
 Heidelbeerensud
 kaliumreiche Obstsäfte
 tanninhaltige Tees, gezuckert
 (schwarzer Tee, Maltetee, Brombeerblättertee)
 Wasserkakao
 gesalzene Brühe
 Breie (Reis, Hafer, Gerste)
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Ernährung bei Diarrhoe
Aufbau und Zusammensetzung der Kost
Der Kostaufbau erfolgt in vier Stufen, angefangen mit einer kohlenhydratreichen,
leichtverdaulichen Kost, die über den Einbau von protein- und fetthaltigen
Lebensmitteln stufenweise
„aufgebaut“ wird. Am Ende des Kostformaufbaus steht die Leichte Vollkost.
1. Stufe
Tee (alle Sorten)
Schleim (Hafer,
Reis)
Entfettete Brühe,
Zwieback
2. Stufe
Tee (alle Sorten)
Schleim, Zwieback,
Weißbrot, Honig
Magerquark,
Gemüsesaft,
Brei aus fettarmer
Milch,
Milchreis, entfettete
Brühe, gekochtes
und
fettarmes Fleisch,
Reis,
Teigwaren,
passiertes
Gemüse (Karotten,
Spinat,
Kohlrabi,
Schwarzwurzeln)
3. Stufe
Erweiterung der
Stufe 2
mit 25 g Streichund Kochfett,
fettarmen
Milchprodukten,
fettarmer
Aufschnitt,
Fisch,
verschiedene
Gemüsesorten
(Karotten, Sellerie,
Kohlrabi,
Blumenkohl,
Spinat)
Kein rohes
Gemüse!
4. Stufe
Leichte Vollkost
geeignete Getränke:
Tee, stilles Mineralwasser bzw. Wasser mit wenig Kohlensäure, verdünnte
Frucht- und Obstsäfte
Wichtig ist der Ersatz von Flüssigkeit und Salzen.
Eine leichte Kost kann, wenn kein Erbrechen vorliegt, immer empfohlen werden.
Quellen:
www.wikipedia
http://ernaehrungsberatung.apetito.de/pdf_menschen_mit_behinderung/ernaeh
rung_bei_diarrhoe.pdf
http://www.sprechzimmer.ch/sprechzimmer/Krankheitsbilder/Krankheitsbilder_
promo.php
http://www.dr-tricarico.ch/de/med-infos/magen-darm/magen-darmtrakt/poster15_dt.pdf
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