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Exklusiv im Riesensaal
Erschienen im Ressort Feuilleton am 16.07.2010 00:00
Exklusiv im Riesensaal
Von Auftritt zu Auftritt jagen - das mag Kristin Lenk nicht. An erster Stelle, sagt sie, steht das Studium.
Erst dann kommt die Musik. Morgen ist sie in Schmalkalden zu erleben.
Großer Auftritt: Kristin Lenk singt am Samstag auf der Wilhelmsburg. Foto: KL
Bild:
Schon einige Jahre ist Kristin Lenk im Musikgeschäft. Doch ein Auftritt vor Publikum ist für sie noch
immer keine Routine. Zum Glück, möchte man sagen. Wer sich, wie sie, akribisch auf jedes Konzert
vorbereitet, der nimmt sich Zeit für die Musik.
Zeit, die die junge Schmalkalderin neben ihrem Studium an der TU Ilmenau und kleinen
Moderatoren-Jobs nicht immer hat. Wenn aber doch einmal alles passt, dann soll es wie morgen im
Riesensaal der Wilhelmsburg auch etwas Besonderes sein. Wir sprachen mit Kristin Lenk vor ihrem
Auftritt.
Schmalkalden ist für Sie ein Heimspiel. Nun versprechen Sie Ihren Fans auch noch ein "exklusives
Konzert". Sagen Sie doch mal, was das ist!
Also, zunächst war mir einfach wichtig, noch in diesem Jahr für meine Fans aus Schmalkalden und
Umgebung, für Bekannte, Freunde und alle, die uns bislang unterstützt haben, ein Konzert zu geben. Wir
sind ja leider nicht beim Stadtfest im August dabei. Nach dem Konzert letztes Jahr in Wernshausen habe
ich ein tolles Feedback bekommen. Der ein oder andere wäre vielleicht doch enttäuscht gewesen, wenn
wir dieses Jahr nicht gespielt hätten. Wir haben also gesagt, wir machen es einen Monat früher und wir
machen es im Schloss. Na und exklusiv ist natürlich der Riesensaal. Aber es gibt auch exklusive
Überraschungen. Wir basteln ja schon seit Januar an dem Konzert.
Sie dürfen sich geehrt fühlen, im restaurierten Riesensaal aufzutreten! Diese Gelegenheit hat nicht jeder.
Ich bin dem Museumsleiter Kai Lehmann wirklich dankbar, dass er uns so großzügig unterstützt. Unser
Konzert ist übrigens die erste große Veranstaltung seit der Wiedereröffnung.
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Noch ist das Sommersemester in Ilmenau nicht zu Ende. Den Bachelor haben Sie bereits in der Tasche.
Nun machen Sie Ihren Master im Fach Medienwirtschaft. Wie läuft es denn so?
Ich war letztes Jahr total froh über den Bachelor und habe auch ein bisschen überlegt, ob ich weitermache.
Ich habe mir dann aber gesagt, wenn ich den Master jetzt nicht mache, dann mache ich ihn nie. Im
Oktober ging’s los. Und momentan kann ich sagen, das Studium ist kein Zuckerschlecken. Das verlangt
mir definitiv alles ab. Alleine schon, weil ich von Medienwissenschaft auf Medienwirtschaft
umgeschwenkt bin. Ich brauche da manchmal ganz schön viel Talent, um Musik, Moderation und
Studium unter einen Hut zu bekommen. Aber man beißt sich ja dann doch immer irgendwie durch. Am
Montag, nach meinem großen Auftritt, beginnen meine Prüfungen. Ferien sind erst Mitte August.
Ist das Studium das, was Sie sich vorgestellt hatten?
Ich bin mit Ilmenau super zufrieden. Natürlich gibt es immer Fächer, von denen man am liebsten gar
nichts wissen möchte. Das ist in jedem Studium so. Auch wenn der Master anstrengend ist, habe ich nie
bereut, nach Ilmenau gegangen zu sein. Alleine schon, weil es auch ein bisschen familiär zugeht. Das mag
ich.
Hilft Ihnen das Studium zum Beispiel beim Moderieren?
Definitiv. Im Bachelorstudium hatte ich zum Beispiel Kommunikationstraining oder ein ganz tolles
Praxisseminar beim ARD-Tagesschausprecher Claus-Erich Boetzkes. Das Thema war Moderation und
Content für TV-Nachrichten. Das war super interessant und auch eine schöne Ergänzung für mich, weil
ich ja auch schon einen Moderationskurs für Unterhaltungsmedien gemacht habe. Dort ging es um
Interviews und darum, wie man Shows moderiert.
Könnten Sie sich vorstellen, einmal beim Fernsehen zu arbeiten?
Auf jeden Fall. Seit März moderiere ich bereits beim Südthüringer Regionalfernsehen. Das ist auch ein
schöner Praxistest für mich, um das Gelernte auch mal anzuwenden. Ob ich nach dem Studium noch ein
Volontariat beim Fernsehen mache, weiß ich noch nicht. Es ist ja nicht gerade leicht, da irgendwo
reinzukommen.
Sie haben, das liegt schon ein paar Jahre zurück, zwei Singles produziert. Gibt es Pläne für eine neue
Platte? Haben Sie überhaupt Zeit dazu?
Das steht auf der Agenda natürlich ganz, ganz oben. Es ist ja nicht so, dass uns - also meinem Songwriter
und Komponisten, Jan-Matthias Stammberger und mir - nichts angeboten wurde. Zum Beispiel als wir im
Vorprogramm von "2Raumwohnung" spielten. Damals überlegten wir hin und her, ob wir noch eine
Single rausbringen. Wir hatten auch Verträge auf dem Tisch. Aber ich sag mal so: Wir sind Künstler, die
sich nicht so krass verbiegen lassen wollen. Wir wollen schon selbst ein Mitspracherecht haben, wenn es
um unsere eigenen geistigen Werke geht. Man muss sehr aufpassen, wenn man solche Verträge
unterschreibt. Wir wollen keine CD um jeden Preis. Ich kann aber sagen: Wir haben mittlerweile ein gutes
Produzententeam gefunden und wenn die Prüfungen vorbei sind, überlegen wir auch, wie wir das
CD-Projekt angehen.
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Sie wollen ein gutes Gefühl dabei haben?
Ja! Ich will zufrieden sein. Ich mag keine Hau-Ruck-Aktionen.
Müssen Sie jede Woche Fan-Post beantworten?
Ja klar - regelmäßig mit Fanpostkarte. Ich denke, die Fangemeinde ist ganz schön gewachsen - gerade seit
dem Auftritt mit "2Raumwohnung". Durch das Studium konnte ich letztes Jahr leider nicht so oft
auftreten, aber in diesem Jahr waren wir schon in Ilmenau beim Stadtfest und in Trusetal bei der Jahrfeier.
Da gab es immer ein Feedback. Das freut mich natürlich ungemein.
1996 sind sie in der MDR-Kinderhitparade aufgetreten. Das ist fast 15 Jahre her. Beim Blick zurück: Sind
Sie zufrieden mit sich oder hätten Sie sich vielleicht lieber für die volkstümliche Musik entschieden?
Nein, ich bin wirklich komplett zufrieden. Klar habe ich damals beim volkstümlichen Schlager
angefangen, wo die Klarinette auch noch mit dabei war. Ich war damit ja auch unglaublich erfolgreich.
Aber man wird älter, entdeckt neue Seiten an sich und probiert andere Dinge aus. Ich kann mich mit der
Popmusik einfach besser identifizieren. Und ich glaube, ich habe für mich auch immer die richtige
Priorität gesetzt. Mich immer an erster Stelle um meine Ausbildung gekümmert. Da haben natürlich auch
meine Eltern darauf geachtet. Aber das war auch mein Anspruch. Und das war gut so.
Klarinette spielen Sie noch?
Natürlich. Die gehört ja dazu, auch wenn sie jetzt nicht mehr in den Songs vorkommt. Aber das ist der
Lauf der Dinge und ich bin sehr froh darüber, dass wir jetzt gemeinsam mit der Band unsere Songs
erarbeiten können. Es ist unglaublich interessant, so einen Song zu schreiben, zu sehen wie er entsteht.
Und es macht mich natürlich auch stolz, eigene Songs auf der Bühne zu singen statt irgendwelche
Coversongs.
Warum darf man Ihr Konzert am Samstag auf keinen Fall verpassen?
Man muss ganz, ganz schnell sein, denn es gibt gar nicht mehr viele Karten. Tja, und es lohnt sich
deshalb, weil wir alle eigenen Songs vorstellen - mit einigen Überraschungen. Danach gibt es noch eine
gemütliche DJ-Lounge in Schlosshof und Herrenküche mit Wein und Cocktails.
Interview: Peter Lauterbach
Konzert morgen, 20 Uhr, auf Schloss Wilhelmsburg. Einlass 19 Uhr, Restkarten an der Abendkasse.
Bild/Author: Alle Rechte vorbehalten.
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