Vorderabschnitt Übungsfall 00010

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Vorderabschnitt Übungsfall 00010
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Fallbeschreibung
Auf einer Party zeigt Ihnen eine ehemalige Schulkameradin das Bild ihrer Tochter. Sie ist
besonders stolz auf die schönen Augen des 2-jährigen Mädchens.
Auf www.edoctrainer.de finden Sie eine größere Aufnahme von diesem Bild.
Makroskopie
Makroskopie
Fragen zum Fall
1. Wie lautet Ihre Diagnose?
(A)
Kongenitales Glaukom
(B)
Ästhetischer Normalbefund
(C)
Zu enge Lidspalte
(D)
Übergroße Iris
(E)
Aniridie
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2. Ein kongenitales Glaukom entsteht durch einen zu hohen Augeninnendruck. Welcher Pathomechanismus liegt
dieser Druckerhöhung zu Grunde?
(A)
(B)
(C)
(D)
(E)
Im Epithel der Pars plicata des Ziliarkörpers wird zu viel
Kammerwasser produziert.
Eine Entwicklungsstörung des Kammerwinkels führt zu
einem verminderten Abfluss des Kammerwassers.
In einem größeren Auge wird vermehrt Kammerwasser
produziert.
Der Raum zwischen Linse und Iris ist zu eng (hintere
Synechie), so dass das Kammerwasser nicht über das
Trabekelmaschenwerk ablaufen kann.
Aufgrund der verdickten Linse ist die Vorderkammer des
Auges abgeflacht, so dass sich ein Engwinkelglaukom
ausgebildet hat.
3. Welchen Untersuchungsbefund erwarten Sie?
(A)
Exkavierte Papille
(B)
Haab-Streifen
(C)
Linsentrübung
(D)
Glaskörpertrübung
(E)
Steinharter Bulbus
4. Wozu raten Sie Ihrer Bekannten?
(A)
Drucksenkende Augentropfen
(B)
(C)
Sofortige Vorstellung beim Augenarzt, der
wahrscheinlich zu einer Operation raten wird.
Tragen einer Sonnenbrille
(D)
Keine Therapie
(E)
Abwartende Haltung und Beobachtung der Augen für ein
Jahr
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DIAG
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DIAGNOSENBLATT
DIAGNOSENBLATT
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Diagnose zum Fall
Kongenitales Glaukom.
Anregung:
Listen Sie andere Augenerkrankungen des Kindesalters auf!
ICD-10 Diagnosen
Kapitel
ICD-10
XVII. Angeborene
Q15.0
Fehlbildungen,
Deformitäten und
Chromosomenanomali
en
Diagnose
zu finden im Bild
Kommentar
Kongenitales GlaukomMakroskopie
Richtige Lösungen zu den Fragen
1. (A), 2. (B), 3. (B), 4. (B)
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DIAGNOSENBLATT
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Didaktische Hinweise
Kongenitales Glaukom
Das kongenitale Glaukom entsteht durch eine Entwicklungsstörung des Kammerwinkels im 7. bis 8. Fetalmonat.
Dabei blockiert persistierendes embryonales Gewebe den Kammerwasserabfluss, da die Irisbasis den Bereich des
Trabekelwerks und des Schlemm-Kanals teilweise noch überdeckt. Der chronisch erhöhte Augeninnendruck führt
typischerweise zu einer Hornhautvergrößerung und -trübung sowie zu einer Dilatation der Bulbuswand mit
assoziierter Vergrößerung des Bulbus (deshalb »Buphthalmus« = Ochsenauge).
Betroffene Kinder fallen durch »schöne große Augen« auf. Dieses markante Zeichen, das schon bei Geburt
vorhanden sein kann, wird durch die großen Hornhäute bei vergrößertem Bulbus hervorgerufen. Zusätzlich können
Lichtscheu, Lidkrampf und vermehrter Tränenfluss bestehen.
Die Untersuchung erfolgt altersabhängig. In den meisten Fällen ist eine Narkoseuntersuchung erforderlich.
Folgende Befunde können mit dem bloßen Auge oder mit der Handspaltlampe erhoben werden:
Vergrößerung der Hornhaut
Hornhauttrübung (hier nicht vorhanden) - Durch den hohen Augeninnendruck kommt es zu einer Trübung der
Hornhaut, deren Intensität je nach aktuellem Augeninnendruck schwanken kann.
Einrisse der Descemet-Membran (= Haab-Risse) - Da diese Schicht der Hornhaut nicht dehnbar ist, kann sie
aufgrund des erhöhten Augeninnendruckes einreißen.
Vermehrtes Tränen (durch Reiz und Blendung)
Die Diagnosesicherung erfolgt durch das Messen des horizontalen Hornhautdurchmessers. Bei einem
kongenitalen Glaukom beträgt dieser Hornhautdurchmesser im 1. Lebensjahr oft 13–15 mm.
Die Normwerte sind:
bei Geburt oder im 1. Lebensjahr: ? 10,5 mm
1. – 3. Lebensjahr ? 12 mm
? 3. Lebensjahr ? 12,5 mm
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