Aktivitätsverhalten des Kleinen Pandas

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Aktivitätsverhalten des Kleinen Pandas
Carmen Luginbühl, Chiara Plüss, Olivia Bäbler
Betreuung durch: Dr. med. vet. Philipp Zerbe und Dipl. Zool. Franziska Heinrich
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Inhaltsverzeichnis
Einleitung ................................................................................................................................................. 3
Material und Methoden .......................................................................................................................... 3
Resultate.................................................................................................................................................. 4
Diskussion ................................................................................................................................................ 5
Schlussfolgerungen.................................................................................................................................. 6
Dank......................................................................................................................................................... 7
Literaturverzeichnis ................................................................................................................................. 7
Anhang .................................................................................................................................................... 8
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Einleitung
Ailurus fulgens fulgens ist der wissenschaftliche Name des Kleinen Pandas, auch Roter Panda
genannt, mit welchem wir uns in dieser Projektarbeit beschäftigt haben. Der Kleine Panda
kommt vor allem von Nepal bis Burma und von Südchina bis zum östlichen Zentralchina vor.
Zudem findet man ihn oft im Süden des Himalayas in Höhen von 1'800 bis 4‘500 Meter über
Meer. Die Vegetationen, die er bevorzugt, sind Bambusdschungel, Eichen, sowie
Riesenrhododendron. (Kappeler, 2015)
Während einer Projektwoche von Schweizer Jugend forscht zum Thema Verhaltensbiologie
hatten wir die Möglichkeit, eine Tierart aus dem Zoo Zürich zu erforschen. Wir haben uns für
den Kleinen Panda entschieden, weil wir uns sehr für das uns vorgeschlagene Thema
interessierten und mehr über den Kleinen Panda erfahren wollten. Liang ist der männliche
Panda (Herkunft; Eichberg, Alter; sechs Jahre), Shang (Herkunft; Zagreb, Alter; sechs Jahre)
ist weiblich. Die Tiere haben eigentlich zwei Gehege, die verbunden sind durch eine Art Höhle.
Im Gehege stehen Eichen, Kiefern, Birken und kleinere Büsche. Die Bäume wurden vor
kurzem mit Querverbindungen aus Birkenholz versehen, über welche die Tiere nun von Baum
zu Baum balancieren können. Die Verbindungen sollen den Zweck haben, die Tiere zu
animieren, auch tagsüber aktiver zu sein und sie mehr zu beschäftigen, um
Verhaltensstörungen (Stereotypien) vorzubeugen oder zu reduzieren.
Wir wollten mehr über das Aktivitätsverhalten des Kleinen Pandas herausfinden und haben
uns drei Fragestellungen dazu überlegt.
1. Frage: Wie oft sind die Kleinen Pandas tagsüber aktiv? Dazu stellten wir die Hypothese
auf, dass sie während drei Viertel der beobachteten Zeit am Ruhen sind. Diese
Annahme trafen wir, weil wir davon ausgehen, dass Pandas vor allem nachts aktiv sind.
2. Frage: Wie viel Zeit verbringen sie mit Putzen, mit Fressen und mit sich bewegen und
ob und wie häufig zeigen sie Stereotypien? Unsere Hypothese dazu lautet, dass die
Kleinen Pandas ein stereotypisches Verhalten zeigen. Zu dieser Hypothese kamen wir,
weil uns gesagt wurde, dass stereotypisches Verhalten bei den Pandas schon
beobachtet wurde.
3. Frage: Wie oft benutzen die kleinen Pandas die Querverbindungen, die neu ins
Gehege eingebaut wurden? Dazu stellten wir die Hypothese auf, dass sie sich zu über
50% während dem Aktivsein auf den Querverbindungen aufhalten, beziehungsweise
darüber laufen, da sie in der Natur ebenfalls die ungefähr die Hälfte ihrer aktiven Zeit
auf Bäumen verbringen.
Material und Methoden
Wir haben das Aktivitätsverhalten der beiden kleinen Pandas, Shang und Liang, für insgesamt
rund 13 Stunden an drei verschiedenen Tagen beobachtet. Dabei haben wir ihre Aktivitäten in
fünf Tätigkeiten unterteilt:
1. Ruhen: wurde charakterisiert als Liegen im schlafenden oder wachen Zustand.
2. Fressen
3. Putzen/Kratzen
4. Bewegung wurde als laufen, rennen und klettern definiert, wenn dies explorativ und
nicht repetitiv ist.
5. Stereotypieren: wurde als repetitive Bewegungen, d.h. das mehrfache Ablaufen
gleicher Strecken, festgelegt.
Ausserdem wurde noch unterschieden, ob sich die Tiere auf dem Boden aufhalten oder sie
die Querverbindungen benützen. Wir ordneten dem weiblichen Panda, Shang, die
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Bezeichnung ,,Tier 1“ zu und dem männlichen Panda, Liang, ,,Tier 2“. Den Tätigkeiten gaben
wir eine Nummer von eins bis fünf. Ruhen (1), Fressen (2), Putzen/Kratzen (3), Bewegung (4)
und Stereotypieren (5). Für die Querverbindungen oder den Boden wurde (1) (ja, die
Querverbindung wird benutzt oder das Tier hält sich auf dem Boden auf) oder (0) (nein, die
Querverbindung wird nicht benützt oder das Tier hält sich nicht auf dem Boden auf also es
hält sich dann nur auf den Bäumen auf) verwendet.
Wir arbeiteten mit dem Programm Excel Version. In die erste Spalte gaben wir jeweils die
aktuelle Uhrzeit ein und hielten in den weiteren Spalten fest, was das Tier tat und wo es sich
befand. Sobald eine Verhaltensänderung stattfand, notierten wir die neue Uhrzeit und hielten
die neuen Werte fest. Diese Methode erlaubte uns nachher zu berechnen, wie lange eine
bestimmte Tätigkeit ausgeführt wurde. Zum Beispiel: Tier 2 frass um 14:14 und fing an, sich
um 14:19 zu bewegen. In die zweite Spalte schrieben wir, um welches Tier es sich handelte.
Die dritte Spalte beinhaltete, was das Tier gerade machte, also eine Nummer von eins bis fünf.
In der vierte Spalte vermerkten wir, ob die Tiere die Querverbindungen nutzten und in der
fünften, ob sie sich auf dem Boden aufhielten.
Die erfassten Rohdaten wurden dann auch mit Excel ausgewertet. Basierend auf den zeitlich
festgehaltenen Verhaltenswechseln konnten wir für beide Tiere berechnen, wie lange die
einzelnen Verhaltensweisen In Minuten dauerten und über welche Zeit die verschiedenen
Tätigkeiten insgesamt ausgeführt wurden. Diese Werte haben wir in Prozent berechnet und in
Diagrammen dargestellt, um die beiden Tiere miteinander zu vergleichen. 100% entspricht der
totalen Beobachtungszeit von X Stunden und Y Minuten.
Resultate
Weibliches Tier
RUHEN
FRESSEN
PUTZEN
0%
10%
12%
5%
9%
12%
14%
29%
IN PROZENT
40%
70%
Männliches Tier
FORTBEWEGUNG
STEREOTYPIEREN
G RAFIK 1: A KTIVITÄTSVERHALTEN DES MÄNNCHENS UND DES WEIBCHENS IM VERGLEICH . 100%
ENTSPRECHEN DER GESAMTEN BEOBACHTETEN ZEIT
In der Grafik 3 ist das Aktivitätsverhalten der Tiere in Prozent vergleichend dargestellt. Dabei
lässt sich sehr gut erkennen, dass das Weibchen mit 70% viel mehr ruht als das Männchen,
welches mit nur 14% recht wenig ruht. Das Weibchen bewegt sich zu 10% der beobachteten
Zeit und zeigt nie das Verhalten Stereotypieren. Das Männchen hingegen bewegt sich deutlich
mehr (29%) und stereotypiert zu 40%. Die übrigen Verhaltensweisen sind bei beiden Tieren
recht gleich verteilt, wobei sich das Weibchen mit 21% etwas mehr putzt als das Männchen
(5%).
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25%
32%
58%
10%
13%
62%
Aufenthalt unter anderem auf Querbalken
Aufenthalt unter anderem auf Querbalken
Aufenthalt unter anderem am Boden
Aufenthalt unter anderem am Boden
Aufenthalt nur auf Bäumen
Aufenthalt nur auf Bäumen
G RAFIK 2: A UFENTHALT DES WEIBCHENS. 100%
ENTSPRECHEN DEM AUFENTHALT WÄHREND DAS T IER IN
BEWEGUNG WAR.
G RAFIK 3: A UFENTHALT DES M ÄNNCHENS. 100%
ENTSPRECHEN DEM AUFENTHALT WÄHREND DAS T IER IN
BEWEGUNG WAR.
In den Grafiken 2 und 3 kann man sehen, wie viel Prozent der Zeit sich die Tiere auf welchem
Untergrund aufgehalten haben während sie sich bewegt haben. Das Verhalten Ruhen wurde
hier nicht berücksichtigt, da die Tiere während des Ruhens immer auf den Bäumen sind und
sich nicht über Querbalken bewegen können. Auf den Bäumen waren die Pandas am meisten,
nämlich zu 58% (Weibchen), beziehungsweise zu 62% (Männchen). Logischerweise haben
sie sich auch auf den Bäumen aufgehalten, wenn sie die Querbalken benutzt haben, aber
dargestellt ist der Anteil, in dem sie sich unter anderem auf den Querverbindungen aufgehalten
haben. Das bedeutet, sie haben sich während dieser Aktivität vielleicht auch auf den Bäumen
aufgehalten. Bei „Aufenthalt nur auf Bäumen“ haben sie sich, während sie sich bewegt haben,
wirklich ausschliesslich auf Bäumen befunden. Zu sehen ist, dass es bei beiden Tieren nicht
grosse Unterschiede gibt. Zudem ist ersichtlich, dass die Querverbindungen ziemlich häufig
genutzt werden, die Tiere sich mit 10%, resp. 13% aber eher selten auf dem Boden aufhalten.
Diskussion
Die Auswertung unserer Beobachtungen hat für uns einige überraschende Erkenntnisse
ergeben:
In der ersten Hypothese haben wir angenommen, dass die beiden Tiere in drei Viertel der Zeit,
am Ruhen sind. Für das Weibchen, Shang, hat sich dies bestätigt, da sie zu 70% der
beobachteten Zeit geruht hat. Beim Männchen, Liang, ist dies nicht der Fall, er hat nur 14%
der beobachteten Zeit mit Ruhen verbracht. Zuerst erwähnen, dass er – im Gegensatz zum
Weibchen - sehr aktiv war und sich 29% bewegt hat und zusätzlich in 40% der Zeit
Stereotypien gezeigt hat.
Ein Grund dafür könnte seine Aufzucht sein. Er wurde im Eichberg (einem Zoo) von Hand
aufgezogen, was bedeutet, dass er von Anfang an einen sehr engen Kontakt zu Menschen
hatte. Es ist denkbar, dass er so ein Abhängigkeitsverhältnis zu seiner Pflegerin entwickelt hat,
da diese für ihn vielleicht Sicherheit bedeutete. Dadurch kann das normale Verhalten des
Tieres gestört worden sein, da es nicht gewohnt ist, mit Artgenossen umzugehen und
zusammenzuleben. (Thalmann, 2015)
Da der Mensch tagaktiv ist, hat er sich vielleicht daran gewöhnt, ebenfalls während des Tages
öfters aktiv zu sein, da er ansonsten nicht so viel Kontakt mit seiner Pflegerin bekommen hätte.
Dies könnte eine Erklärung dafür sein, warum das Männchen tagsüber aktiver ist als seine
Artgenossin.
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Laut unserer zweiten Hypothese zeigen beide Tiere Verhaltensstörungen. Beim Weibchen
konnten wir diese Hypothese verwerfen, es hat zu keinem Moment der beobachteten Zeit
Anzeichen einer Stereotypie gezeigt. Beim Männchen sieht es anders aus. Es hat zu 40% der
beobachteten Zeit stereotypiert und ist immer auf denselben Ästen hin und her geklettert.
Dieses Verhalten könnte ebenfalls von seiner Aufzucht kommen. Im Zoo Zürich wird darauf
geachtet, dass das Männchen nicht zu viel Kontakt mit Menschen hat, damit er vielleicht von
seiner Artgenossin lernen und sich so wieder mehr wie sie verhalten kann. Dadurch fehlt ihm
jedoch der menschliche Kontakt. Er hat vermutlich im Eichberg sehr viel Kontakt mit seiner
Pflegerin gehabt und kaum oder gar keinen mit Artgenossen. Nun fehlt ihm jedoch dieser
Kontakt und er kann das Bedürfnis nach Kontakt zu seinem Pfleger nicht stillen. Er muss
dieses Verlangen, das sich dadurch anstaut, auf eine andere Weise abbauen. Aus diesem
Grund beginnt er zu stereotypieren, um ebendiesen Trieb nach Kontakt loszuwerden und
durch ein anderes, mögliches Verhalten auszudrücken. Es handelt sich dabei also um eine
Übersprunghandlung.
Unsere Resultate zeigen, dass das Männchen auf Kosten seiner Ruhezeit stereotypiert.
In der dritten Hypothese haben wir formuliert, dass sich die beiden zu mindestens 50% ihrer
Aktivitäten auf den neu in das Gehege eingefügten Querverbindungen aufhalten oder darüber
gehen. Bei beiden Tieren wurde diese Hypothese bestätigt. Das Weibchen hat die
Querverbindungen zu 58%, das Männchen zu 62% benutzt. Damit bewegen sie sich also sehr
oft über diese Verbindungen und meiden den Boden auch meistens. Auf diesem waren sie
eher selten, nämlich das Weibchen zu 10% und das Männchen zu 13%. Damit halten sie sich
auch während ihrer aktiven Zeit vor allem über dem Boden auf und nicht nur während des
Ruhens. Das ist ein gewisser Widerspruch zur Literatur. Da wird beschrieben, dass die Kleinen
Pandas tagsüber in den Bäumen schlafen und nachts zur Nahrungssuche auf den Boden
hinabklettern und sich dort fortbewegen, auch wenn sie eigentlich geschickte Kletterer sind.
(Kappeler, 2015)
Dieser Widerspruch könnte sich daraus ergeben, dass die Kleinen Pandas im Zoo nicht
wirklich auf Nahrungssuche gehen müssen. Zudem befindet sich das Futter meist oben,
beispielsweise sind die Bambusäste an die Bäume gelehnt, wobei sich die Blätter vor allem
oben befinden. Dadurch müssen die Tiere nicht auf den Boden gehen, um zu fressen, ausser
es wird ihnen dort etwas hingelegt. Ausserdem ist es so, dass sich die kleinen Pandas generell
am Tag fast nur auf den Bäumen bleiben, was in der Natur auch mit der Sicherheit vor
Fressfeinden zu tun hat.
Mit unseren Beobachtungen konnten wir unsere Fragestellungen beantworten. Wir haben
herausgefunden, wie aktiv die Tiere während der beobachteten Zeit waren, wobei sich eben
herausgestellt hat, dass das Männchen sehr viel aktiver ist als seine Artgenossin. Wie viel
dieser aktiven Zeit sie mit welcher Beschäftigung verbringen, ist gut in den Grafiken ersichtlich.
Wenn das Weibchen aktiv war, was nicht so oft der Fall war, hat es diese Zeit zu etwa gleichen
Teilen mit fressen, sich putzen und sich bewegen verbracht. Beim Männchen ist es ganz
eindeutig das Stereotypieren, mit dem die meiste beobachtete Zeit verbracht wurde. Die
Frage, ob sich die Tiere vermehrt auf den Querverbindungen oder auf dem Boden
fortbewegen, konnten wir mit unseren Daten ebenfalls zu Gunsten der Querverbindungen
beantworten.
Schlussfolgerungen
Unser Fazit lautet, dass das Weibchen mit 70% der Zeit viel mehr ruht als das Männchen,
welches nur 14% damit verbringt. Die Ruhezeit des Männchens geht auf Kosten des häufigen
stereotypischen Verhaltens. Das Weibchen zeigt hingegen keine Stereotypien. Beide Tiere
nutzen die Querverbindungen über 50% und den Boden eher selten.
Weil das Männchen von Hand aufgezogen wurde, stellt sich aufgrund unserer Resultate nun
die Frage, ob Kleine Pandas, die von Hand aufgezogen wurden und keinen Kontakt mehr zur
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Bezugsperson haben, vermehrt stereotypieren, als solche, die natürlich aufgewachsen sind.
Diese Fragestellung könnte man versuchen zu beantworten, indem man andere Kleine
Pandas, die ebenfalls von Hand aufgezogen wurden, beobachten würde.
Dank
Wir danken Schweizer Jugend forscht für die Organisation und Finanzierung dieser
spannenden Studienwoche. Ebenfalls danken wir dem Zoo Zürich herzlich, weil er uns
ermöglichte, in seinen Anlagen die Pandas zu beobachten. Ausserdem sind wir sehr dankbar
für die Unterstützung, die Andreas Thalmann, der Pfleger der beiden Tiere, uns geboten hat,
sowie die Unterstützung unserer Betreuer Dr. med. vet. Philipp Zerbe und Dipl. Zool. Franziska
Heinrich, die uns immer geholfen haben, wenn wir Schwierigkeiten mit unserer Arbeit oder
andere Probleme hatten.
Literaturverzeichnis
Kappeler, M. (5. 11 2015). www.markuskappeler.ch. Von
http://www.markuskappeler.ch/tex/texs2/kleinerpanda.html abgerufen
Thalmann, A. (28. Oktober 2015). Interview über die Kleinen Pandas. (Carmen Luginbühl, Olivia
Bäbler, Interviewer)
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Anhang
Interview mit: Andreas Thalmann (28.10.15)
1. Wie alt sind die Tiere und wie heissen sie?
Männchen: Liang; 1. Juni 09
Weibchen: Shang; 7.Juni 09
2. Woher kommen die Tiere? Hier geboren, aus anderem Zoo?
Das Männchen kommt aus Eichberg und stammt aus Handaufzucht; Das Weibchen
kommt aus Zagreb.
3. Falls von einem anderen Zoo/Ort, wurden sie dort nicht artgerecht gehalten?
Der Privatzoo Eichberg musste seine Tiere abgeben, da er schliessen musste, . Es
gab dort wohl einen Konflikt mit den Vorgaben zur korrekten Tierhaltung, aber es ist
nicht sicher, ob dieser auch den Kleinen Panda betroffen hat.
4. Haben Sie schon Stereotypien festgestellt, wenn ja, bei welchem der beiden
Tiere?
Bei Shang haben wir dies noch nie beobachtet. Beim Männchen wurde dies
beobachtet, vor allem, wenn der Bambus Futterquelle ist, also nicht zur Beschäftigung
dient. Er ist sehr stark von den Menschen geprägt, erhält nicht die Zuwendung, die er
im Eichberg bekommen hat. Hier hat er nicht viel Kontakt mit den Menschen. Es ist
immer eine Gratwanderung, wie viel Kontakt zum Menschen für den Panda gut ist und
ab wann ein solcher Kontakt dem Tier schaden kann. Wahrscheinlich hat die Person,
die Liang aufgezogen hat, übertrieben. Er ist so stark auf diese Bezugsperson fixiert,
dass wir für sie ein Zooverbot aussprechen mussten.
5. Hatte der Zoo früher andere Tiere? Wurden bei diesen Stereotypien festgestellt?
Ja, der Zoo hat schon seit langem Kleine Pandas. Liang ist eigentlich das erste Tier
mit Stereotypien. Damals ist aber Beschäftigung niedrig gehalten worden. Je mehr die
Tiere beschäftigt werden, desto aktiver werden sie. Es ist sehr gut möglich, dass die
Tiere früher auch Stereotypien gezeigt haben, aber v.a. wenn die Tierpfleger nicht bei
ihnen waren. Seit es die Querverbindungen gibt, sind sie viel aktiver geworden, vorher
lagen sie viel mehr herum. Stereotypie ist bei Liang wohl durch Fehlprägung
entstanden, er ist zutraulich zum Menschen. Im Zoo Zürich hat er diese Nähe nicht
mehr und stereotypiert wohl deswegen.
6. Gibt es besondere Merkmale, die die beiden auszeichnen als Individuen? Z.B. sie
ist grösser, dicker und hat einen weniger buschigen Schwanz?
Die Gesichtsmaske ist bei ihr feiner, vor allem zwischen den Augen. Das Weibchen ist
meist auf der rechten Seite des Geheges, das näher beim Gehege der
Schneeleoparden liegt. Um sie zu unterscheiden, sollte man die Gesichtsmasken
studieren. Der Schwanz kann saisonal ein Merkmal sein, um sie zu unterscheiden.
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