PK-Mappe 09

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Internationales Tanzfestival
Bregenzer Frühling 2009
Sa 28. März 2009, 20.00 Uhr
Balé da Cidade de São Paulo
Dicotomia / Canela Fina / A Linha Curva
(Österreichpremiere)
Fr 17. April 2009, 20.00 Uhr
Akademie für Alte Musik Berlin
4 Elemente – 4 Jahreszeiten/Choreographisches Konzert
Regie,Choreographie: Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola
Tanz: Antonio Ruz
Musikalische Konzeption: Clemens Nuszbaumer
Fr 24. und Sa 25. April 2009, 20.00 Uhr, Werkstattbühne
Joachim Schlömer & Graham Smith
„speed, neither/nor“
Choreographie und Tanz: Joachim Schlömer, Graham Smith
Do 30. April 2009, 20.00 Uhr
Les Ballets C. de la B.
„pitié!“
Ballett von Alain Platel und Fabrizio Cassol
Konzept und Regie: Alain Platel
Musik: Fabrizio Cassol
Sa 9. Mai 2009, 20.00 Uhr
Random Dance
Entity
Choreographie von Wayne McGregor
Musik: Joby Talbot und Jon Hopkins
Fr 15. und Sa 16. Mai 2009, 20.00 Uhr Werkstattbühne
aktionstheater ensemble
Paradiesseits Oper (Uraufführung)
Komposition: Gerald Futscher
Regie: Martin Gruber
Alle Aufführungen finden im Festspielhaus Bregenz statt. Beginn: 20.00 Uhr.
Termin- und Programmänderungen vorbehalten.
Internationales Tanzfestival Bregenzer Frühling 2009
Das Verbrennen im Tanz
Ein Hochgeschwindigkeitsrausch an Rhythmen, Farben und Bewegungen
Hochkarätige internationale Tanz-Kompanien gastieren ab März 2009 im Rahmen des
Internationalen Tanzfestivals Bregenzer Frühling im Festspielhaus Bregenz und präsentieren
hier ihre neuesten Produktionen. Unter der künstlerischen Leitung von Wolfgang Fetz werden
drei Österreichpremieren, die bereits international Aufsehen erregt haben, gezeigt werden.
Zur Uraufführung gelangt eine Oper des bekannten Vorarlberger Komponisten Gerald
Futscher. Die Bandbreite ist groß!
Den Anfang macht am 28. März 2009 das Balé da Cidade de São Paulo u.a. mit „Dicotomia“
und „A Linha Curva“ mit Live-Musik von der Star-Combo Percossa. Es ist wie ein
europäischer Traum von Brasilien. Vom ersten Trommelschlag an fühlt sich der Zuschauer
hineingezogen und möchte mehr, immer mehr. Schnell, atemlos vergeht die Zeit im
stampfenden Rhythmus von 28 Körpern. Der Abend endet mit einem fulminanten Finale. La
vida loca! Ein Fest für die Sinne!
Ein choreographisches Konzert erster Güte wird die Akademie für Alte Musik Berlin mit „4
Elemente – 4 Jahreszeiten“ am 17. April 2009 aufführen. Keine Geringere als Sasha Waltz
zeichnet für die szenische Konzeption verantwortlich: „Sie küssen und sie jagen sich, sie
geigen im Laufen, im Liegen, auf Leitern, erproben exotischste Positionen, und schließlich
werden sie eingeschneit. Noch nie hat sich eine ganze Gruppe szenisch so von der sicheren
Seite hinter den Notenständern gelöst, sich so geöffnet wie die Berliner Akademie für Alte
Musik.“
Um die Verausgabung und die Frage nach den selbstzerstörerischen Kräften dreht sich das
Stück „speed, neither/nor“ am 24. und 25. April 2009, ein Duo von Joachim Schlömer und
Graham Smith. Es ist eine atemberaubend physische Miniatur, schlicht und unprätentiös
komponiert und doch von einer frappierenden und berührenden Eindringlichkeit. Ein
Hochgeschwindigkeitsstück um das Verbrennen im Tanz!
Les Ballets C. de la B. aus Belgien bringen am 30. April mit „pitié!“ („Erbarmen!“) das neueste
Stück von Alain Platel nach Bregenz. Ausgehend von der „Matthäus-Passion“ von J.S. Bach
entwickelt Platel mit seinen Tänzerinnen und Tänzern einen wahren Höllensturz von
fliegenden, flammenden und taumelnden Leibern, manche Szenen wirken wie
hochdramatische Enthüllungen eines Caravaggio, eine Menschenskulptur gewundener
Leiber, vereint im stummen Schrei. Ein Werk voller Inbrunst und Ekstase.
Die englische Tanzkompagnie Random Dance wird am 9. Mai 2009 die Choreographie
„Entity“ präsentieren. Das Publikum ist fasziniert von der extrem ausgebildeten Fähigkeit der
Tänzerinnen und Tänzer, Bewegung und Bewusstsein zu verknüpfen, von der matrixartigen
Bühnenmaschinerie, die in Gang kommt, und den Lichtprojektionen, die den Saal fluten.
Ihnen allen gemeinsam ist die überwältigende Schönheit. Wayne McGregor, der
künstlerische Leiter, ist ein „brain“ (Gehirn), wie die Briten sagen.
Am 16. und 17. Mai 2009 zeigt das aktionstheater ensemble eine Uraufführung, die Oper
„Paradiesseits“ des bekannten Vorarlberger Komponisten Gerald Futscher, welche unter der
Regie von Martin Gruber die Thematik von Einsamkeit, Liebe und Sex in einem Altersheim
aufgreift. „Paradiesseits“ ist ein Hohelied auf die Hoch-Zeit des Lebens und die Liebe, die den
Tod überdauert.
Ballett-Pass und Wochenende für die Sinne
Ballett-Pass
Für alle Tanzinteressierten bietet der Bregenzer Kunstverein wieder einen Ballett-Pass an.
Beim Kauf eines Ballettpasses bis einschließlich zum 24.12.2008 erhalten Sie -35% Rabatt
(Pass ab EUR 56,55).
Ab 27.12. 08 erhalten Sie -25 % Rabatt (Pass ab EUR 65,25).
Damit haben Sie die einzigartige Möglichkeit, ganz unterschiedliche Formen des Tanzes
kennen zu lernen: meisterhafte Fusionen aus Tanz, Musik, Bühnen- und Video-Design.
Allesamt Sternstunden des zeitgenössischen Tanzes!
Ein Wochenende für die Sinne:
Bereits zum zweiten Mal wird in Kooperation mit der Luxusmarke Wolford und dem
Bodensee-Vorarlberg Tourismus ein „Kultur-Mode-Package“ angeboten:
Ab EUR 119,00 pro Person wird ein Ticket bester Kategorie für eine Aufführung des
Bregenzer Frühling, Lunch im Wolford Restaurant (ausgezeichnet vom Gault Millau, VIPShopping mit Preisvorteil, inklusive Sektempfang) und eine Übernachtung in einem 4* Hotel
in Bregenz geboten.
Reservierung: Bodensee-Vorarlberg Tourismus, T +43 5574 43443-0,
[email protected], www.bodensee-vorarlberg.com
Kartenvorverkauf ab 2. Dezember 2008:
Bregenz Tourismus & Stadtmarketing, Rathausstr. 35a, 6900 Bregenz, Tel. +43 5574 4080
und alle v-ticket Vorverkaufsstellen sowie online unter: www.v-ticket.at,
Email: [email protected]
Detaillierte Informationen unter: www.bregenzerfruehling.at
Eine Veranstaltung des Bregenzer Kunstvereins. Mit freundlicher Unterstützung von:
Landeshauptstadt Bregenz, Land Vorarlberg, Schoellerbank, i+R Schertler, Wolford, illwerke
vkw, Wiener Städtische Versicherung AG Vienna Insurance Group.
Veranstalter
Bregenzer Kunstverein, Bergmannstraße 6, 6900 Bregenz.
Künstlerische Leitung: Dr. Wolfgang Fetz
Sa 28. März 2009, 20.00 Uhr
Balé da Cidade de São Paulo
Dicotomia / Canela Fina / A Linha Curva
Dicotomia
Choreographie: Luiz Fernando Bongiovanni
Musik: Man Bap
Bühne: Marcos Cavalheiro
Kostüme: Madalena Machado
Uraufführung: August 2007, Teatro Municipal São Paulo
Canela Fina
Choreographie, Licht, Bühne: Cayetano Soto
Musik: Michael Gordon – Weather I
Kostüme: Cayetano Soto, Nadja Kadel
Uraufführung: 4. Juli 2008, Teatro Municipal São Paulo
A Linha Curva
Choreographie, Licht, Kostüme: Itzik Galili
Live Musik: Percossa
Uraufführung: 23. Juli 2005, Teatro Municipal São Paulo
Es ist wie ein europäischer Traum von Brasilien.
Vom ersten Trommelschlag an fühlt sich der Zuschauer hineingezogen und möchte mehr,
immer mehr. Schnell, atemlos vergeht die Zeit im stampfenden Rhythmus von 28 Körpern.
Die Energie, die sie entfalten, wenn alle das Gleiche tun, wird durch straff gespannte Haltung,
kerzengerade gespreizte Beine, gereckte Arme noch gesteigert.
Itzik Galili geht souverän mit den Kräften um, die er entfacht, splittert die Masse auf in
dynamische Reihen, schiebt wechselnde Untergruppierungen ein. So explosiv kann Tanz
sein!
Die pure rhythmische Energie der größten Balletttruppe Südamerikas macht den Zuschauern
das Stillhalten auf den Sitzen zu einem Kraftakt des Willens. Das Ensemble sprüht förmlich
vor Energie und Erotik, Lebenslust und Leidenschaft. Es glänzt mit Technik, Temperament
und einer Tanzsprache, die überraschende, aufregende und neue Bewegungsabläufe
stilsicher mit klassischen Elementen kombiniert.
Der Abend endet mit einem fulminanten Finale. La vida loca! Ein Fest für die Sinne!
„Ein Rausch an Rhythmen, Farben und Bewegungen. Das Publikum jubelte.“
(Stuttgarter Zeitung)
Als die Tanzkompanie 1968 gegründet wurde, ging es in erster Linie darum, den
Notwendigkeiten eines Schauspielhauses der größten Metropole Lateinamerikas gerecht zu
werden.
1974 trieb Antonio Carlos Cardoso dann eine neue Entwicklung voran, auf der Suche nach
Tänzern, die seine modernen und innovativen Ideen umsetzen konnten. Aus dieser Zeit
stammt sowohl der Name der Gruppe, Balé da Cidade de São Paulo, als auch der
außergewöhnliche Status. Bis heute ist das Balé da Cidade eine unabhängige Kompanie
innerhalb der offiziellen Struktur des Theaters.
In den 1980er Jahren prägten zahlreiche Choreographen, Regisseure, Bühnenbildner, Maler
und Musiker den Stil der Kompanie, und immer mehr entwickelte sich eine eigene Sprache
und eine eigene Ästhetik auf der Basis von modernen Tanztechniken. Das brasilianische
Selbstverständnis bescherte den Tänzern innerhalb der universellen Sprache des
zeitgenössischen Tanzes sowohl technische als auch interpretatorische Vielfalt, was zur
Folge hatte, dass sämtliche Stilrichtungen in das Repertoire einflossen, vom Neoklassischen
bis hin zum Tanztheater.
Die Arbeit, die sich auf diese Art und Weise entwickelt hat, traf auf regen Widerhall bei
Publikum und Kritik und wurde mit Preisen in allen denkbaren Kategorien ausgezeichnet.
Neben diversen Choreographien wurden technische Perfektion und künstlerischer Ausdruck
der Tänzer besonders gelobt.
Mônica Mion
begann ihre Karriere beim Stagium Ballet. Nun ist sie als Tänzerin und Assistentin seit 25
Jahren Mitglied des Balé da Cidade und erwarb sich das Vertrauen namhafter
Choreographen, wie Oscar Araiz, Ohad Naharin, Vasco Wellenkamp und Germaine Acogny.
Unter dem Einfluss von José Possi Neto vertiefte sie ihr Verständnis des zeitgenössischen
Tanzes und ist seit 2001 künstlerische Direktorin des Balé da Cidade.
Fr 17. April 2009, 20.00 Uhr
Akademie für Alte Musik Berlin
4 Elemente – 4 Jahreszeiten/Choreographisches Konzert
Regie, Choreographie: Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola
Tanz: Antonio Ruz
Musikalische Konzeption: Clemens-Maria Nuszbaumer
Lichtdesign: Jörg Bitter
Requisite: Jens-Uwe Behrend
Musik: Jean Fery Rebel – Les Éléments
Antonio Vivaldi – Concerti „Le quattro stagioni“, op. 8, 1-4
Uraufführung: 13. Februar 2007, Philharmonie Köln
Eine Produktion der Akademie für Alte Musik Berlin in Zusammenarbeit mit Sasha Waltz &
Guests und RADIALSYSTEM V, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.
„Sie küssen und sie jagen sich, sie geigen im Laufen, im Liegen, auf Leitern, erproben
exotischste Positionen, und schließlich werden sie eingeschneit (…) noch nie hat sich eine
ganze Gruppe szenisch so von der sicheren Seite hinter den Notenständern gelöst, sich so
geöffnet wie die Berliner Akademie für Alte Musik. (…) Ein neuer Horizont zeichnet sich ab.“
(Der Tagesspiegel)
Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola aus der Compagnie Sasha Waltz & Guests setzt sich auf
der Grundlage einer Idee von Sasha Waltz als Tänzer und Choreograph mit diesen frühen
Beispielen von Programmmusik auseinander.
Im ersten Teil des Abends, in Jean-Féry Rebels „Les Éléments“, gestaltet er als Tänzer den
Prozess einer Schöpfung.
Im zweiten Teil, den „Vier Jahreszeiten“, wird das Orchester selbst choreographiert:
Die plastische kompositorische Umsetzung der jahreszeitlichen Bilder steht im Vordergrund,
musikalische Strukturen werden in räumliche Bewegungen übersetzt.
Saß das Orchester bei „Dido & Aeneas“ bis auf eine kurze Szene noch traditionell im Graben,
wurden bei „Dialoge 06-Radiale Systeme“ die Grenzen zwischen Tänzern, Musikern und
Publikum vollständig aufgehoben. Es entstanden direkte Dialoge, Tänzer griffen buchstäblich
ins musikalische Geschehen ein, das Spielen der Instrumente wurde Teil der Tanzperformance.
Die Produktion „4 Elemente – 4 Jahreszeiten“ knüpft an diese Erfahrungen an und entwickelt
sie konsequent künstlerisch weiter.
Jean-Féry Rebels Tanz-Suite „Les Éléments“ beginnt mit einem in ihrer Entstehungszeit
unerhörten, provokativen Akkord, der eindrücklich das Chaos als musikalischen wie
kosmischen Urzustand evoziert, aus dem sich allmählich eine sinnvolle Ordnung der Natur
herausbildet. Diesem eher unbekannten Werk folgt im zweiten Teil Vivaldis berühmter Zyklus
über die vier Jahreszeiten „Le quattro stagioni“.
Nach langer Zurückhaltung gegenüber einem so häufig gespielten Werk wie
„Vier Jahreszeiten“ stellt die Akademie für Alte Musik Berlin mit diesem Vorhaben eine
eigenwillige Version der wohl populärsten barocken Violinkonzerte vor. Die Aufmerksamkeit
des Hörers wird vom Solisten weg und hin zum Orchester gelenkt.
Nicht die Darstellung virtuoser Fähigkeiten des Sologeigers, sondern die plastische
kompositorische Umsetzung der jahreszeitlichen Bilder steht dabei im Vordergrund.
Um die klanglichen Effekte optimal auszureizen und sie auch auf einer großen Bühne quasi
als kinoähnliche Surround-Effekte darstellen zu können, erarbeitete Clemens Nuszbaumer
eine musikalische Konzeption für zwei kleine Streichorchester (mit jeweils einem Cembalo als
Continuo-Instrument), die sich auf einer relativ großen Bühnenfläche gegenüberstehen.
Im Vordergrund steht bzw. sitzt eine kleine Gruppe von Solovioline, Cello und Laute, zu der
gelegentlich eine Solobratsche hinzutritt.
Durch diese Aufstellung und einige kleine Eingriffe in die Stimmenverteilung lassen sich zum
einen klangliche Effekte über die ganze Bühne verteilen, zum anderen werden reizvolle
Gegensätze zwischen der intimen Sologruppe im Vordergrund und der klanglichen Kulisse im
Hintergrund realisiert.
So kann z. B. das Donnergrollen der Gewitterszene im zweiten und dritten Satz des
„Sommer“ förmlich innerhalb des Orchesters hin- und herwandern.
Im berühmten zweiten Satz des „Winter“ versammelt sich das Concertino um die Sologeigerin
vor einem imaginären Kaminfeuer, während die beiden begleitenden Orchester die klangliche
Kulisse eines von Regen und Wind gepeitschten Dezembertages darstellen.
Ein bewegtes, hinreißendes Bilderbuch.
Fr 24. und Sa 25. April 2009, 20.00 Uhr, Werkstattbühne
Joachim Schlömer & Graham Smith
speed, neither/nor
Choreographie und Tanz: Joachim Schlömer, Graham Smith
Sound und Video: Vijay Salgado
Lichtdesign: Andreas Grüter
Ton: Jochen Schneider
Kostüme und Bühne: doghouse associates
Produktion: Teatro o Bando (Portugal), Tanzhaus Wasserwerk und Kaserne Basel (Schweiz)
Uraufführung: 27. Januar 2005, Tanzhaus Wasserwerk, Zürich
Um die Verausgabung und die Frage nach den selbstzerstörerischen Kräften dreht sich die
Choreographie „speed, neither/nor“, ein Duo von Joachim Schlömer und Graham Smith. Es
ist eine atemberaubend physische Miniatur, schlicht und unprätentiös komponiert und doch
von einer frappierenden und berührenden Eindringlichkeit. Ein Hochgeschwindigkeitsstück
um das Verbrennen im Tanz!
A: Where are we going?
B: What?! Where are we going?! You know, I wouldn’t be hurt if you told me that we were
leaving. But where are we leaving from, and where are we going to?
A: I’m not ready to go… It’s like… dying.
B: Yeah, whatever. Speed is like a wounded dog that keeps running until it falls over. It’s a
constant generator.
A: And…?
B: Well, you can’t trust it. Listen, it’s neither politics nor art.
A: Really?
B: Yeah, it’s a human action that doesn’t need to be justified by some holy water gesture of
baptism. You can’t nail it down.
A: Yeah. You’re right…and now I have to bicycle home.
C: Where is it?
„Für den heutigen westlichen Menschen, auch wenn er kerngesund ist, erzeugt der Gedanke
an den Tod eine Art Hintergrundgeräusch, das sein Gehirn erfüllt, sobald die Pläne und
Wünsche weniger werden. Mit fortschreitendem Alter wird die Gegenwart dieses Geräusches
immer aufdringlicher, man kann es mit einem dumpfen Rauschen vergleichen, das manchmal
von einem Knirschen begleitet wird. In anderen Zeitaltern wurde das Hintergrundgeräusch
durch das Warten auf das Reich des Herrn erzeugt; heute wird es durch das Warten auf den
Tod erzeugt. So ist das nun mal.“(Michel Houellebecq)
Dieser Tanz ist ein kompromissloses Werk über die Vergänglichkeit des Seins. In schnellen,
fast synchronen Bewegungen tanzen sich zwei Männer bis an den Rand des Möglichen und
wieder zurück zum Stillstand.
Joachim Schlömer
Nach anfänglichem Architekturstudium wurde Joachim Schlömer an der Folkwang
Hochschule in Essen zum Tänzer und Choreographen ausgebildet. Einem ersten
Engagement an der Brüsseler Opera folgte die Gründung seines eigenen Ensembles, der
Compagnie Josch. Nach ersten Erfolgen seiner Compagnie in London, Antwerpen, Brüssel
und Lissabon übernahm er in Folge die Direktion der Tanztheater in Ulm, Weimar und Basel.
Darüberhinaus choreographierte er für das Ballet Charleroi Danse, Baryshnikovs White Oak
Dance Project, Ballet de l’Opera de Lyon, Compagnie Provincial Dances Jekaterinenburg und
das Ensemble Gumarang Sakti.
Seit Ende der 1990er Jahre arbeitet Joachim Schlömer synergetisch auch als Opern- und
Schauspielregisseur. Es entstanden Arbeiten wie „orfeo ed euridice“, „la guerra d’amore“
(Einladung zum Theatertreffen 2000), beides am Theater Basel, „rheingold“ an der
Staatsoper Stuttgart und „die nervenwaage“ für das Burgtheater Wien.
2001 verließ Joachim Schlömer das Theater Basel, um als freischaffender Regisseur zu
arbeiten. Seitdem entstanden Werke für die Salzburger Festspiele, („the day i go to the
body“), für das Burgtheater Wien, („elektra“), weitere Opern und neue Musiktheaterprojekte
an der Staatsoper Stuttgart, dem Theater Basel, der Staatsoper Hannover, dem
Nationaltheater Mannheim, dem Steirischen Herbst und den Wiener Festwochen.
Joachim Schlömer gründete mit David Finn das „fishhouse“, eine Performancegruppe in San
Francisco, und mit Graham Smith in Lissabon „dogs“, eine Zweimannkompanie. Mit der
ersten Produktion „speed, neither/nor“ gingen dogs in Europa auf Tournee. Seine filmische
Arbeit umfasst „the platform“, entstanden für SFR und 3sat, ein Experimentalfilm zum Thema
Beweglichkeit, und „electric boy“, ein Tanzspielfilm für arte, den er zusammen mit Andreas
Morell realisierte. Joachim Schlömer veröffentlichte 2004 mit A.T. Schaefer, der NRWKulturstiftung und der Edition Braus eine fotografische Dokumentation. Unter dem Titel
„senza fine“ werden 12 seiner Inszenierungen vorgestellt. Joachim Schlömer hält an
Universitäten und bei Kongressen Vorträge über seine Theater-, Tanz- und Opernarbeiten
sowie über seine Filme. Er hat auch eine Gastprofessur an der Universität Gießen. Schlömer
erhielt den deutschen Kritikerpreis und den Otto-Kasten-Preis der Intendanten für sein
choreographisches Werk. Ab Juli 2009 übernimmt Schlömer die Intendanz des
Festspielhauses St. Pölten, als künstlerischer Leiter und Nachfolger von Michael Birkmeyer.
Auswahl der Choreographie von Joachim Schlömer:
2008
entführung aus dem serail
in schnee
ma sacre
2007
les troyens
2006
cosi fan tutte
irrfahrten (1)
2005
speed, neither/nor
2004
tristan und isolde
2003
massacre
2002
electric boy
1998
lissabon-projekt
1995
hochland oder der nachhall der steine
1991
der tod und das mädchen
1989
home sweet home
Graham Smith
Der aus Seattle stammende Tänzer und Choreograph Graham Smith studierte zunächst Tanz
am Creative Dance Center in Seattle, an der Idyllwild Arts Academy in Kalifornien und an der
State University of New York at Purchase.
Seit 1994 besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen ihm und Joachim Schlömer, in
dessen Tanzkompagnie er als Solotänzer u.a. am Deutschen Nationaltheater Weimar, am
Theater Basel, am Luzerner Theater und bei den Salzburger Festspielen tanzte.
Neben einigen Arbeiten für die Companhia de Danca Contemporanea in Portugal,
choreographierte Graham Smith mit Regisseur Stephan Mueller „Ein Sportstück“ von Elfriede
Jelinek und „Dido und Aeneas“ von Henry Purcell.
Mit Regisseur Volker Hesse realisierte er „Wilhelm Tell“.
2006 übernahm er die künstlerische Leitung des Physical Virus Collective (pvc) Tanz
Freiburg Heidelberg.
Als Choreograph bei pvc hat er „The Body of Mr. Smith“, „Der Zweifelhafte Wunsch der
Zärtlichkeit“ und „SOS“ kreiert.
Auf der Bühne war er u.a. in „Les Larmes du Ciel“, „Looking for Johnny“ und „Die Entführung
von Sita“zu sehen.
In der Saison 2008/2009 wird er „1001“ kreieren und die Choreographien „Morton Morton
Morton“, „For Love“ und „Die Entführung aus dem Serail“ tanzen.
Do 30. April 2009, 20.00 Uhr
Les Ballets C. de la B.
„pitié!“ („Erbarmen!“)
Ballett von Alain Platel und Fabrizio Cassol
Konzept und Regie: Alain Platel
Musik: Fabrizio Cassol
Originalmusik: Matthäus-Passion von J.S. Bach
Licht-Design: Carlo Bourguignon
Ausstattung: Peter De Blieck
Kostüme: Glaudine Grinwis Plaat Stultjes
Uraufführung: 2. September 2008, Jahrhunderthalle, Bochum
Eine Koproduktion der RuhrTriennale mit Les Ballets C. de la B., Théâtre de la Ville (Paris),
TorinoDanza und Le Grand Théâtre de Luxembourg
Der Choreograph und Tänzer Alain Platel verbindet auf der Bühne Dinge, die
scheinbar nicht zusammengehören, und überschreitet mit seinen erfolgreichen
Choreographien immer wieder die Grenzen zwischen Tanz, Theater, Musik und
Bildender Kunst. Seine neueste Kreation „pitié!“ (Erbarmen) basiert auf J.S.
Bachs „Matthäus-Passion“.
Aber Platel und Cassol haben keine schlichte Adaption des Werkes vorgenommen
– sie interessieren sich für einen wichtigen Aspekt der Passio: den Schmerz der
Mutter angesichts des Opfers ihres Kindes. Musikalischer und geistiger
Ausgangspunkt für „pitié!“ ist die Arie „Erbarme dich, mein Gott“, eine der
zentralen Arien des Bachschen OEuvre überhaupt.
Platel beschäftigt sich mit der Frage, ob unsere Fähigkeit zur Anteilnahme über
ein bloßes Erbarmen hinausgehen kann?
Der Begriff „Mitleid“ wird nicht selten mit jovialer Herablassung assoziiert – aber
wir sehnen uns oft genug nach echtem, tief gehendem Mitleiden.
Die „Matthäus-Passion“ stellt die Frage nach diesem Mitleiden auf die radikalste
Weise. Es geht um das äußerste Opfer, das der Mensch bringen kann: sich selbst!
Mit unglaublicher Kraft und Virtuosität fliegen, taumeln, flammen die Tänzerinnen
und Tänzer über die Bühne wie in einem mittelalterlichen Höllensturz aus
stummer Panik und berstendem Grauen.
Einige Szenen wirken wie flüchtige Standbilder, große hochdramatische
Enthüllungen eines Caravaggio oder Giordano. Eine Menschenskulptur
gewundener Leiber, gehüllt in blaue
Plastikplanen und vereint im stummen Schrei, erinnert an expressionistische
Mahnmale oder an das „Floß der Medusa“ von Théodore Géricault.
„Der Mensch leidet mehr, als er genießt.“ (Alain Platel)
- 13 -
Vor 22 Jahren hat der international erfolgreiche Choreograph Alain Platel das belgische
Tanzkollektiv „Les Ballets C. de la B.“ ins Leben gerufen. Heute zählt das Ensemble neben
„Rosas“ und „Ultima Vez“ (beide Kompagnien gastierten bereits mehrmals beim Bregenzer
Frühling) zu den drei wichtigsten Tanzkompanien Belgiens.
Die Choreographen Koen Augustijnen, Christine de Smedt, Sidi Larbi Cherkaoui und Alain
Platel verstehen sich als Geburtshelfer für verborgene Fantasien, Wünsche und
Verrücktheiten. Das vierköpfige flämische Choreographenkollektiv „Les Ballets C. de la B.“
verdankt seine Existenz einem künstlerischen und menschlichen Abenteuer, das zunächst
von Angehörigen einer Familie und von Freunden getragen wurde. Ihre gemeinsam
entworfenen und produzierten Stücke zeichnen sich dadurch aus, dass sie stets in der
Wirklichkeit mit deren Widerständen, Unvollkommenheiten und Anfälligkeiten verankert sind.
Die vier Künstler lassen ihre Kreativität, ihre Lebenswege und Gedanken in ihre Tanzstücke
einfließen.
Das Faszinierende ist ihre erstaunliche Fähigkeit, die uns umgebende Welt anders zu
erzählen. Jetzt feiern sie ihr 20-jähriges Bestehen; ihre herausragende künstlerische Leistung
ist international anerkannt, doch sie haben nichts an Frische und unvoreingenommener
Neugier eingebüßt.
Der Choreograph und Tänzer Alain Platel verbindet auf der Bühne Dinge, die scheinbar nicht
zusammengehören, und überschreitet mit seinen erfolgreichen Choreographien immer wieder
die Grenzen zwischen Tanz, Theater, Musik und Bildender Kunst.
Platel wurde 1956 im belgischen Gent geboren.
Bevor ihn sein Weg zum Theater führt, absolviert er eine Ausbildung zum Heilpädagogen und
betreut fünf Jahre lang schwerbehinderte Kinder.
Im Jahr 1984 gründet er gemeinsam mit anderen Regisseuren und Choreographen das
Tanzkollektiv „Les Ballets C. de la B.“.
Mit der Produktion „Lets op Bach“ gelingt ihm vier Jahre später der internationale Durchbruch.
Zu seinen wichtigsten Werken zählen „Wolf“ (2003), „Allemaal Indiaan“ (1999), „La Tristeza
Complice“ (1995), „Bonjour Madame“ (1993) und „Emma“ (1988).
Für seine Produktionen erhielt er zahlreiche Preise.
Im Jahr 2004 wurde er mit dem Europäischen Theaterpreis für sein Lebenswerk bedacht.
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Sa 9. Mai 2009, 20.00 Uhr
Wayne McGregor / Random Dance
Entity
Künstlerische Leitung und Choreographie: Wayne McGregor
Musik: Originalmusik von Joby Talbot und Jon Hopkins
Bühnenbild, Kostüme: Patrick Burnier
Lichtdesign: Lucy Carter
Video-Design: Ravi Deepres
Uraufführung: 10. April 2008, London
In den vergangenen 16 Jahren hat Wayne McGregor geforscht und grenzensprengende
Arbeiten geschaffen. Sie entstanden häufig in Zusammenarbeit mit Künstlern, Ingenieuren
und Wissenschaftlern und sind so radikal wie wegweisend. Im Januar 2009 wird McGregor an
der Universität San Diego ein Tanzstück unter der Beobachtung von Hirnforschern kreieren.
Es geht bei McGregor immer wieder um die Leidenschaft für den menschlichen Körper. Auch
„Entity“ (Das Seiende) folgt diesem Weg. Die rhythmische Energie der Musik von Joby Talbot
wird mit den akustischen Extremen von Jon Hopkins’ melodischen Elektronika konfrontiert.
Aufgeführt im preisgekrönten Design von Patrick Burnier und beleuchtet von Lucy Carters
magischer Illumination, wird „Entity“ getanzt von einer klassisch trainierten, überbeweglichen
Company. Das Publikum ist fasziniert von der extrem ausgebildeten Fähigkeit der
Tänzerinnen und Tänzer, Bewegung und Bewusstsein zu verknüpfen, von der matrixartigen
Bühnenmaschinerie, die in Gang kommt, und den Lichtprojektionen, die den Saal fluten.
Ihnen allen gemeinsam ist die überwältigende Schönheit. Wayne McGregor ist ein „brain“
(Gehirn), wie die Briten sagen.
„Wayne McGregor, britischer Star des intelligenten Tanzes.“ (Die Zeit)
„Das Gehirn tanzt.“ (Die Zeit)
"A Great Sexy Beast Of A Piece" (The Sunday Times)
Wayne McGregor
wurde 1970 in Yorkshire geboren, liebte als Schulkind Atari-Computerspiele und bewunderte
John Travolta. Als Jugendlicher tanzte er Ballroom, Latin, Disco. In Leeds studierte er
Choreographie und Semiotik. Mit 22 Jahren gründete er Random Dance, in Anspielung auf
Richard Dawkins’ Theorie der Zufallsmutation (random mutation). Seitdem hat der Workaholic
über 80 Arbeiten für Bühne, Film und Fernsehen geschaffen, darunter Tanzszenen für einen
Harry Potter-Film und das Independent-Video „Chrysalis“, in dem er als Frankensteinscher
Humanoid mit metallenen Gliedmaßen auftrat. Seit dem Jahr 2000 arbeitet er eng mit
Kognitionsforschern zusammen. 2006 engagierte ihn das Royal Ballet als ersten
zeitgenössischen Hauschoreographen.
Fr 15. und Sa 16. Mai 2009, 20.00 Uhr, Werkstattbühne
aktionstheater ensemble
Paradiesseits
Oper (Uraufführung)
Komposition: Gerald Futscher
Regie: Martin Gruber
Libretto: Andreas Staudinger
Dirigent: Kasper de Roo
Orchester: ensemble plus
Dramaturgie: Martin Ojster
Produktion: aktionstheater ensemble und Bregenzer Frühling
Mit: Babett Arens, Florentin Groll, Erik Leidal und weiteren DarstellerInnen des aktionstheater
ensemble
„Paradiesseits“ ist eine Koproduktion von aktionstheater ensemble und Bregenzer Frühling
mit freundlicher Unterstützung von Landeshauptstadt Bregenz, Land Vorarlberg, Stadt Wien,
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur.
Seit mehr als 15 Jahren ist Regisseur Martin Gruber und sein aktionstheater ensemble fixer
Bestandteil des „Bregenzer Frühling“. Mit genauer Beobachtungsgabe und scharfem Blick für
gesellschaftliche Entwicklungen brachten Gruber und sein Team in den letzten Jahren
faszinierende Produktionen nach Bregenz, wie die vielbeachtete Uraufführung „Schlachtfest“
von Andreas Staudinger (2005) mit türkischen MigrantInnen und einer
Blasmusikkapelle, weiters die österreichische Fußball-Farce „Schwalbenkönig“ (Uraufführung
von Franzobel 2006), die beklemmend-geniale Artaud-Adaption von „die Cenci“ (2007) oder
zuletzt die theatralische Vorwegnahme der aktuellen Wirtschaftskrise mit der gefeierten
Uraufführung „Platzen Plötzlich“ (2008) von Gert Jonke.
Anlässlich von „20 Jahre aktionstheater ensemble“ im Jahr 2009 nimmt sich das Leading
Team des Ensembles wieder eines gesellschaftlich brisanten Themas an: Über ein Jahr hat
der Komponist Gerald Futscher, ein Meister der musikalischen Verdichtung, an der
Sprechoper „Paradiesseits“ geschrieben. Mit dem auf zeitgenössische Musik spezialisierten
Kammerorchester ensemble plus (Leitung: Andreas Ticozzi) wird Dirigent Kasper de Roo das
Werk im Festspielhaus Bregenz zur Uraufführung bringen. Regisseur Martin Gruber
inszeniert – mit einem Libretto des Sprachkünstlers Andreas Staudinger – „Paradiesseits“ als
Antithese zur heutigen juvenil gestylten Spaßgesellschaft. Ein ebenso anarchischer wie
berührender Abend über das Leben, die Liebe, Sexualität und Einsamkeit in einem
Altersheim, in dem es zu einem Missverständnis kommt: Statt eines Schlagersängers wird für
das Nachmittagskränzchen ein Brautkleidverkäufer und Weddingplaner gebucht. Doch was
soll’s, statt geschunkelt wird eben geheiratet. Schon werden Junggesellinnen- und
Junggesellenpartys ausgerichtet, Dessous anprobiert, der Champagner eingekühlt. Doch
dann geschieht das Unfassbare...
„Paradiesseits“, ein Hohelied auf die Hoch-Zeit des Lebens und die Liebe, die den Tod
überdauert.
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